Ørjan Madsen wird 80 Jahre alt: Herzlichen Glückwunsch!

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- 03.03.2026
Ob als Trainer, als Sportwissenschaftler oder später als Funktionär: Wohl kein anderer Ausländer hat den deutschen Schwimmsport in den vergangenen fünf Jahrzehnten intensiver beeinflusst als Ørjan Madsen. Am Dienstag (03. März) feiert der Norweger seinen 80. Geburtstag im Kreis der Familie. Wir schicken herzliche Glückwünsche in Richtung seines Wohnortes Bergen!
Als Aktiver hatte Madsen 1968 selbst an Olympia teilgenommen, Platz 21 über 400m Freistil war in Mexiko City seine beste Platzierung. 1970 zog es ihn dann nach Deutschland. Erst war er Nachwuchscoach bei den SSF Bonn, bevor er dort nach den Olympischen Spielen 1972 in München als Nachfolger von Trainerlegende Gerhard Hetz dann zum Cheftrainer aufstieg. Neun Aktive seiner Bonner Truppe starteten 1976 bei den Olympischen Spielen in Montreal, darunter der spätere NOK-Präsident Klaus Steinbach, Walter Kusch, Hajo Geisler und Gudrun Beckmann.
Im Jahr 1985 zog Madsen mit Trainerkollege Michael Lohberg auf die Jungferninseln, wo sie Trainingslager für europäische und amerikanische Vereins- und Nationalteams anboten.1989 holte Jürgen Greve Madsen als seinen Nachfolger dann für drei Jahre als Cheftrainer des Hamburger Olympiastützpunkts nach Deutschland zurück.
Erstmals nach Deutschland gekommen war Madsen schon 1964, um an der Deutschen Sporthochschule in Köln zu studieren. Sein damaliger Trainer hatte ihm das empfohlen, weil es in Norwegen zu der Zeit noch keine Sporthochschule gab. Madsen promovierte 1982 in Sportmedizin und Trainingslehre. Als Sportwissenschaftler verfolgte er den interdisziplinären Ansatz, zusammen mit Kurt Wilke (der Dekan der Deutschen Sporthochschule Köln war zugleich auch DLRG-Präsident) und Dr. Klaus Rudolph schrieb er bekannte Standardwerke des Schwimmsports wie „Wege zum Topschwimmer” oder „Das Training des jugendlichen Schwimmers”. Seine Definition der Belastungszonen fand viele Jahre Anwendung und bildet die Grundlage für heute gültige Weiterentwicklungen.
Auch in seiner Heimat Norwegen wurde Madsens Know-how in Sachen Ausdauersport geschätzt. Im Nationalen Olympischen Komitee war er dort später viele Jahre für den Hochleistungssport in den Sportarten Schwimmen, Nordische Kombination und Kanu verantwortlich. Ab 2006 arbeitete Madsen dann aber noch einmal zwei Jahre als Sportdirektor für den Deutschen Schwimm-Verband e.V. (DSV). „Wir wollten den Besten und haben den Besten bekommen“, sagte die damalige DSV-Präsidentin Christa Thiel. Der Olympiazyklus endete dann mit dem doppelten Olympiasieg Britta Steffens. Deren Heimtrainer Norbert Warnatzsch hielt den Austausch mit Madsen auch später, als er bis 2024 in Magdeburg Erfolge mitverantwortete, immer intensiv aufrecht.
Madsen selbst unterstützte nach dem Renteneintritt 2016 noch bis 2024 Norwegens Triathlonverband. Zuletzt fragte auch Langstreckenschwimmer Henrik Christiansen (30) wieder nach seinem Rat. „Als Mentor bin ich pro bono noch für einige Trainer und Athleten tätig. Das hält meinen Kopf ein wenig in Schwung“, sagt Madsen. Seine 80 Jahre sieht man dem Mann ja ohnehin nicht an. Er wirkt topfit, regelmäßig sieht man ihn noch Kitesurfen. Auf dem Fjord rund 100 Meter vor seinem Haus in Bergen, noch lieber aber in warmen Gefilden wie zuletzt im Februar vor Teneriffa. „Kiten ist meine große Leidenschaft neben Skilaufen. Und bin Gottseidank gesund und fit genug, das immer noch zu betreiben“, sagt Madsen. Gute Gene und ein bisschen Glück wären dazu nötig. Und natürlich das richtige Training und Essen. „Ich habe auf allen Gebieten offenbar die richtige Dosis getroffen“, sagt Madsen selbst. Wie man es halt von so einem anerkannten Experten erwartet.










