Warum sich Björn Kammann für eine Hamburger Olympiabewerbung ausspricht

© Jo Kleindl
- 28.05.2026
Der Norddeutsche gilt im Allgemeinen als eher reserviert. Bei der Frage, ob die Olympischen Spiele bald wieder in Deutschland stattfinden sollten, womöglich sogar in seiner Heimatstadt Hamburg, ist die Begeisterung bei Schwimmer Björn Kammann aber direkt spürbar. „Das ist eine unglaubliche Chance, Olympia in der eigenen Stadt mitzuerleben“, sagt er. Kammann erinnert sich noch gut daran, wie er bei den Spielen 2008 in Peking (CHN) gebannt das epische Duell über 200m Lagen zwischen Michael Phelps (USA) und Ryan Lochte (USA) verfolgte. „Wir waren im Urlaub und die Rennen waren nachts, aber das musste ich unbedingt sehen. Und dann hat die ganze Familie gemeinsam vor dem Fernseher gesessen und zugeschaut.“
Olympia fördert das Miteinander und den Sportgeist in der Gesellschaft
Er glaubt, dass das Gleiche auch bei Olympischen Spielen in Hamburg passieren kann. „Olympia fördert das Miteinander. Über den Sport kommen die Menschen ins Gespräch und lassen sich vielleicht sogar inspirieren, gemeinsam selbst Sport zu treiben“, sagt der 25-Jährige, der im vergangenen Jahr Silber bei den World University Games gewann und im August auch bei der EM in Paris (FRA) an den Start gehen wird. Olympia hat er als Sportler noch nicht erlebt, seine Freundin Julia Mrozinski aber schon, die 2024 ebenfalls in Paris mit dabei war. „In der Stadt zu sein und das olympische Flair mitzubekommen, war schon cool“, meint Kammann. Und wünscht sich selbiges jetzt auch für Hamburg.
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Bis Sonntag (31. Mai) sind die Menschen in der Hansestadt dazu aufgerufen, darüber abzustimmen, ob sich Hamburg um Olympische und Paralympische Spiele in den Jahren 2036, 2040 oder 2044 bewerben soll. Zuvor waren bereits entsprechende Referenden in München sowie Nordrhein-Westfalen erfolgreich; in Berlin stimmte das Abgeordnetenhaus ebenfalls für eine Bewerbung. Die Entscheidung über den deutschen Kandidaten fällt eine außerordentliche Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) am 26. September 2026.
Schwimmen, wo sonst der HSV kickt
Björn Kammann glaubt, dass die Ausrichtung der Spiele auch dazu beitragen kann, das Ansehen in der Welt zu stärken, den Tourismus zu befeuern und sich als attraktiver Standort für Arbeitskräfte aus dem Ausland zu präsentieren. „Eine Stadt wie Paris war auch schon vorher weltbekannt. Aber für Hamburg sehe ich hier nur Vorteile, noch stärker auf die globale Weltkarte zu rücken. Es ist eine unglaublich schöne Stadt, die so viel zu bieten und auch ein starkes Konzept hat“, sagt er.
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Deutschlands zweitgrößte Metropole (und übrigens größte in der Europäischen Union, die nicht auch Hauptstadt ist) wirbt bei ihrer Olympia-Kandidatur vor allem mit Spielen der kurzen Wege und mit Nachhaltigkeit. „Das sind beides sehr wichtige Themen. Nachhaltigkeit sowieso, aber auch die geringen Distanzen. Die Schwimmer*innen bräuchten von ihrer Wettkampfstätte ins Olympische Dorf vielleicht 15 Minuten zu Fuß. Das ist alles schön kompakt“, findet Kammann.
Ausgetragen werden sollen die Wettbewerbe im Schwimmen, Synchronschwimmen und Wasserspringen vor großer Kulisse in einem temporären Becken im Volksparkstadion, in dem normalerweise die Fußballer des Hamburger SV kicken. Wasserball ist im Inselpark vorgesehen, die Freiwasserrennen in der Außenalster. „Ich finde es immer unglaublich, wenn im Stadion geschwommen wird – das schafft immer nochmal eine ganz andere, tolle Atmosphäre. Und Freiwasser in der Außenalster wäre auch super, weil es mitten in der Stadt liegt und dort alle zugucken können“, sagt Björn Kammann. Und bekommt direkt wieder glänzende Augen beim Gedanken an Olympia.











