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DSV-Frauen wollen zum Start des Water Polo World Cups in Berlin Vollgas geben
Den Text der deutschen Hymne beherrscht Wasserball-Nationalspielerin Ioanna Petiki mittlerweile auswendig. Bei der EM im vergangenen Jahr feierte die junge Esslingerin ihr Debüt im Nationalteam, inzwischen ist die 17-Jährige eine feste Größe im DSV-Kader. „Es ist für mich jedes Mal eine große Ehre, Deutschland zu repräsentieren“, sagt sie. Die nächste Gelegenheit bietet sich schon diese Woche beim World Aquatics Water Polo World Cup vom 02. – 07. Mai in Berlin, bei dem das junge deutsche Team den nächsten Schritt in seiner Entwicklung vorangehen will.
Das Turnier der Frauen wird vom 02. – 04. Mai ausgetragen. In der Vorrunde trifft die Auswahl des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) zunächst auf Kasachstan (02. Mai, 13:00 Uhr), Neuseeland (02. Mai, 20:30 Uhr) und Großbritannien (03. Mai, 19:15 Uhr), in der Parallelgruppe spielen Israel, die Ukraine, Usbekistan und Südafrika. Die Platzierungsspiele finden dann am Donnerstag (04. Mai) statt, die beiden Finalspiele sind hier um 17:30 bzw. 19:15 Uhr angesetzt.
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„Solche Spiele sind wichtig für die Mannschaft, um sich weiterzuentwickeln“, sagt Bundestrainer Sven Schulz. „Das sind zum Teil Gegnerinnen, auf die wir sonst nur bei Weltmeisterschaften treffen würden, und für die konnten wir uns in den letzten Jahren nicht qualifizieren. Insofern ist es für uns sehr wertvoll, hier gegen solche Mannschaften zu spielen.“
Gerade der Auftakt mit den beiden Partien gegen Neuseeland und Kasachstan hat es in sich – beide waren bei den Weltmeisterschaften im vergangenen Jahr in Budapest (HUN) erfolgreich vertreten. „Neuseeland hat eine super Mannschaft, auch Kasachstan hat in den letzten Jahren gut gespielt“, sagt Co-Trainer George Triantafyllou, der das deutsche Team beim Weltcup betreut. Doch auch gegen solche Gegnerinnen rechnen sich die DSV-Frauen mit der Unterstützung des Heimpublikums etwas aus. „Wir werden in jedem Spiel alles geben, um das Bestmögliche herauszuholen. Die ganze Mannschaft ist motiviert, direkt am Dienstag Vollgas zu geben, wir wollen von der ersten Minute an da sein. Es werden zwei sehr harte Spiele, aber es ist alles machbar und das Team freut sich darauf“, betont Aylin Fry von Bayer Uerdingen.
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Spannende Spiele und viel Action bei bis zu acht Spielen pro Tag sind bei beiden Geschlechtern in jedem Fall garantiert, wenn die je acht Nationen um jeweils zwei Tickets für die Super Finals Ende Juni in den USA wetteifern. Vom 05. – 07. Mai folgt dann das Turnier der Männer, hier spielt Deutschland in der Gruppenphase gegen Malta (05. Mai, 13:00 Uhr), den WM-Zwölften Südafrika (05. Mai, 20:30 Uhr) und Asienmeister China (06. Mai, 19:15 Uhr). In der Parallelgruppe sind Rumänien, Neuseeland, Kasachstan und der Iran am Start.
„Die Vorfreude steigt von Tag zu Tag“, sagt DSV-Sportdirektor Christian Hansmann. „Wir haben hier die Möglichkeit, den Wasserballsport in Deutschland zu präsentieren. Als Nachfolger der Weltliga ist der Weltcup das zweitwichtigste Turnier in diese Jahr nach der WM, umso wichtiger ist es für uns, dass wir hier mit beiden Teams an den Start gehen können. Es ist gut, dass der Weltcup in Berlin stattfindet und wir vor heimischer Kulisse spielen können, und ich bin zuversichtlich, dass die Berliner*innen unsere Teams unterstützen.“
Das DSV-Team für den Weltcup in Berlin:
Yara Bonett, Aylin Fry, Greta Tadday (alle SV Bayer Uerdingen 08), Felicitas Guse, Jana Stüwe (beide SV Blau-Weiß Bochum), Ioanna Petiki, Georgia Sopiadou (beide SSV Esslingen), Pauline Pannasch, Vivien-Sophie Krause (beide Eimsbütteler Turnverband), Emma Koch (Wasserfreunde Spandau 04), Jamie-Julique Haas (SC Chemnitz), Gesa Deike (LUC Métropole Lille/FRA), Antonia Merkel (Simalga Real Canoe NC/ESP), Lynn Krukenberg (GZC Donk/NED)
Erfolgreiche Spendenaktion: DSV-Frauen können an der EM teilnehmen
Als Bundestrainer Sven Schulz im Juli mit dem DSV-Nachwuchs zur U19-EM nach Israel aufbrach, die später aufgrund mehrerer Coronafälle so unglücklich enden sollte, da wusste er noch nicht, ob es am Ende womöglich die einzige Turnierreise in diesem Sommer bleiben würde. Für die Europameisterschaften der Erwachsenen gab es zu diesem Zeitpunkt noch keine Bestätigung, ob die Spendenaktion des Fördervereins Wasserball Nationalmannschaft Deutschland e.V. zugunsten der deutschen Wasserballerinnen erfolgreich gewesen war.
Am Ende sind ganze 42.000 Euro für die EM-Teilnahme der DSV-Frauen aber tatsächlich zusammengekommen, das Team wird somit bei den europäischen Titelkämpfen vom 27. August bis 10. September in Split (CRO) mit dabei sein. „Wir möchten uns bei allen Unterstützer*innen für das großartige Engagement in den vergangenen Monaten bedanken. Für die Spielerinnen geht mit der EM-Teilnahme ein Traum in Erfüllung. Es ist für die Weiterentwicklung unseres sehr jungen Teams sehr wichtig, dass wir uns mit den besten Mannschaften des Kontinents messen können“, erklärte Schulz.
Die Spendenaktion war notwendig geworden, weil der Frauenwasserball im Erwachsenenbereich nach der jüngsten Potenzialanalyse im deutschen Sport (PotAS) durch den öffentlichen Fördermittelgeber nicht ausreichend gefördert wird. Hieraus ergaben sich bisher noch keine öffentliche Mittel für die Finanzierung der EM-Teilnahme, so dass die Gelder auf anderem Wege akquiriert werden mussten. Unternehmer Dirk Lindner, Vorsitzender des Wasserball-Fördervereins, konnte und wollte hier nicht tatenlos zusehen und initiierte kurzerhand die groß angelegte Spendenaktion, die auch in den Medien für viel Aufmerksamkeit sorgte: „Wenn sich die Mannschaft sportlich qualifiziert, dann darf es einfach nicht sein, dass ihnen die Teilnahme an einer EM aufgrund fehlender finanzieller Mittel verwehrt bleibt. Als Förderverein haben wir also die Spendenaktion ins Leben gerufen und freuen uns, dass die deutsche Schwimmsportcommunity hier gezeigt hat, dass sie Berge versetzen kann.“
Möglich gemacht hat die Reise nach Split neben zahlreichen weiteren Einzelspenden vor allem das Engagement eines Industriereinigungsunternehmens aus dem südhessischen Michelstadt. Die wunderbar Clean Technology GmbH trug allein 12.000 Euro zugunsten des Frauen-Nationalteams bei und ist als größter Unterstützer des Teams maßgeblich für das Erreichen des Ziels verantwortlich: „Wir freuen uns, dass wir dazu beitragen konnten, dass sich die deutschen Wasserballerinnen jetzt ihren EM-Traum erfüllen können. Die Teilnahme hat sich das Team absolut verdient, deshalb stand es für uns außer Frage, dass wir an dieser Stelle helfen. Jetzt drücken wir dem gesamten DSV-Team die Daumen und wünschen allen Spielerinnen eine erfolgreiche Europameisterschaft“, sagte Andreas Rausch, der Kaufmännische Geschäftsführer der wunderbar Clean Technology GmbH. Das Unternehmen hat in der Vergangenheit immer wieder starkes soziales Engagement bewiesen, zuletzt zum Beispiel mit einer Spendenaktion „Löffel voll Liebe“ gegen den Hunger in Afrika.
Ursprünglich wurden ca. 50.000 Euro für die EM-Teilnahme veranschlagt, doch auch im Deutschen Schwimm-Verband e.V. (DSV) wurden alle Hebel in Bewegung gesetzt, um die benötigte Summe zu reduzieren. „Wir haben eng mit dem europäischen Schwimmverband LEN zusammengearbeitet und konnten so eine alternative Unterkunft für das Team verhandeln, die günstiger ist, aber trotzdem den gleichen Service bietet. So kann das Team nun mit den Erlösen aus der Spendenaktion an der EM teilnehmen. Wir bedanken uns für die Unterstützung von Herrn Lindner und des Fördervereins sowie der wunderbar Clean Technology, ohne deren Engagement die Teilnahme an der EM nicht möglich gewesen wäre. Jetzt versuchen wir noch gemeinsam mit verschiedenen Partnern auch die optimale Vorbereitung in den nächsten Wochen zu sichern“, erklärte DSV-Leistungssportdirektor Christian Hansmann. Nun gab es also endlich auch für die Wasserballerinnen wunderbare Nachrichten.
Ausschreibung ist online!
Die Planungen in der Wettkampfabteilung Masters nehmen für das Jahr 2022 weiter Gestalt an. Neben den ersten Terminen zu den Schwimmwettkämpfen steht jetzt auch der Termin für die Deutschen Mastersmeisterschaften im Wasserball fest. Die 25. Deutsche Meisterschaft im Wasserball der Masters werden vom 24. - 26. Juni 2022 in Hamburg stattfinden. Alle wichtigen Informationen finden sich in der Ausschreibung.
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Olympiaquali im Wasserspringen: Warum der Weltcup künftig noch wichtiger wird
Der Weg zu Olympia sieht beim Wasserspringen für Los Angeles (USA) 2028 ganz anders aus als bei den Spielen zuvor. Denn genau wie beim Beckenschwimmen, wo dort die Tickets für die neuen 50m-Disziplinen vergeben werden, spielt diesmal der Weltcup für die Qualifikation eine entscheidende Rolle. Damit erhält die Weltcupserie im Olympiajahr eine zusätzliche Aufwertung und der Schwimmsport auch über den internationalen Saisonhöhepunkt hinaus eine noch größere Wahrnehmung.
Das Internationale Olympische Komitee (IOC) und der Weltverband World Aquatics haben die Qualifikationsmodus jetzt bekanntgegeben. Die wichtigste Neuerung: Die vorherigen Weltmeisterschaften 2027 in Budapest (HUN), mit über 10.000 Aktiven die größten Wassersport-Titelkämpfe aller Zeiten, ist für die vier Synchrondisziplinen diesmal gänzlich irrelevant. Stattdessen erfolgt die Qualifikation dafür diesmal ausschließlich über die ersten beiden Stationen des Weltcups in 2028.
Die Top drei des ersten Events lösen ihr Ticket ebenso wie die drei besten Paare des zweiten Stopps, die nicht schon beim ersten erfolgreich waren. Theoretisch reicht dort also sogar Rang sechs, sollte das Podium bei beiden Weltcups identisch ausfallen. Den letzten Startplatz erhält das Team, das bei einer der beiden Stationen den höchsten Punktwert erreicht hat, aber noch nicht über die Platzierung für Los Angeles qualifiziert war. Wichtig dabei: Beim Wasserspringen werden stets nur Quotenplätze für das eigene Land gelöst. Welche Athlet*innen diesen Quotenplatz letztendlich wahrnehmen, entscheidet sich erst zu einem späteren Zeitpunkt. Hierzulande war dafür in der Vergangenheit das Ergebnis der Deutschen Meisterschaften im Olympiajahr maßgeblich.
Mit dem neuen Qualifikationsmodus wolle man sicherstellen, dass sich die stärksten und wettbewerbsfähigsten Teams so kurz vor den Olympischen Spielen wie möglich qualifizieren, heißt es der Mitteilung von World Aquatics. Christoph Bohm als Chef-Bundestrainer des Deutschen Schwimm-Verbands e.V. (DSV) meint: „Ich finde es sehr spannend und herausfordernd. Nur Weltcups innerhalb von zwei Wochen ist hart. Wenn jemand krank oder verletzt sein sollte, gibt es keine weitere Chance. Früher galt: WM-Medaille im Jahr zuvor und dann der Weltcup oder ein anderer Wettkampf im Olympiajahr. Aber wir nehmen diese neue Herausforderung natürlich an.“
>> Alle Details zur Olympiaqualifikation im Wasserspringen
In den Einzeldisziplinen spielen die Weltmeisterschaften für die Olympiaqualifikation nach wie vor eine wichtige Rolle. Allerdings lösen dort nur noch die ersten acht der WM 2027 einen Quotenplatz für ihr Land statt wie bisher die besten zwölf. „Auch im Einzel wird es also herausfordernder“, sagt Bohm. Je ein Platz wird über kontinentale Meisterschaften im Jahr 2027 vergeben, wobei aber Aktive, die bereits bei der WM einen Platz sichern konnten, keinen weiteren mehr holen dürfen – und dafür auch nicht der oder die Zweitplatzierte nachrückt.
Alle noch offenen Startplätze – pro Disziplin maximal zwei pro Nation und insgesamt 68 pro Geschlecht – werden dann ebenfalls bei den ersten beiden Weltcups 2028 vergeben. Dabei zählt die jeweils höchste Punktleistung bei einer der beiden Stationen. Auch im Einzel wird die Serie damit entscheidend aufgewertet.
Damit ist nun für fast alle Schwimmsportarten der Weg nach Los Angeles bereitet. Zuvor hatte das IOC bereits die Qualifikationsmodi für das Becken- und Freiwasserschwimmen sowie für das Synchronschwimmen veröffentlicht. Der noch offene Modus für Wasserball wird voraussichtlich auf der nächsten Sitzung des IOC-Exekutivkomitees behandelt.
Neue Regeln, neues Spiel? DSV-Wasserballer starten beim Weltcup in Istanbul
Das schönste Weihnachtsgeschenk können sich die deutschen Wasserballer in diesem Jahr selbst unter den Baum legen. Dann nämlich, wenn sie vom Weltcupturnier der Division 2 vom 18. – 21. Dezember in Istanbul (TUR) mit einem der beiden Tickets für das Super Final zurückkehren, die dort vergeben werden. Die Qualifikation für die Finalrunde, bei der dann auch die Top-Teams aus Division 1 mitmischen und bei der die letzten Tickets für die Weltmeisterschaften im Sommer 2025 in Singapur (11. Juli – 03. August) vergeben werden, ist das erklärte Ziel der Mannschaft des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV). Aktuell bestreiten die DSV-Frauen ebenfalls in Istanbul bereits ihr Weltcupturnier, auch dort geht es um zwei Plätze für das Super Final, für das Ort und Termin noch offen sind.
„Wir wollen ins Finale kommen und uns so für die Endrunde qualifizieren, dafür treten wir an. Die Jungs werden alles geben, um dieses Ziel zu erreichen“, sagt Bundestrainer Milos Sekulic. Und mahnt zugleich zur Vorsicht: „Seit dem Weltcup 2023 haben bei uns mit Ferdinand Korbel und Mateo Cuk zwei erfahrene Centerspieler ihre Karriere in der Nationalmannschaft beendet, die wir nicht so leicht ersetzen können. Die Aufgabe ist deshalb schwieriger als von anderthalb Jahren. Umso mehr muss das ganze Team jetzt zusammenrücken.“ Damals hatte das DSV-Team den Heim-Weltcup in Berlin souverän gewonnen und sich damit für die Endrunde qualifiziert. Sollte das erneut gelingen, hätte Deutschland für die nächste Auflage seinen Platz in der Top-Gruppe sicher.
Das Turnier am Bosporus ist diesmal auch deshalb unberechenbar, weil dort erstmals die neuen Regeln zum Einsatz kommen, die World Aquatics kürzlich für alle Events des Weltverbandes eingeführt hat. Unter anderem wurde das Spielfeld für die Männer verkürzt (von 30m auf 25m), gleiches gilt für die Angriffszeit (von 30 auf 25 Sekunden beziehungsweise 20 auf 15 Sekunden für den zweiten Angriffsversuch) und die Ausschlusszeit nach Fouls (von 20 auf 15 Sekunden). „Das wird für alle Mannschaften eine Umstellung sein“, sagt Sekulic. Bei zwei Trainingslagern in Hannover und Serbien hat sich das DSV-Team deshalb noch einmal gezielt auf die neuen Herausforderungen vorbereitet.
In Istanbul spielt Deutschland in der Vorrunde zunächst gegen Malta (18. Dezember, 08:30 Uhr) und Singapur (19. Dezember, 11:00 Uhr). Im Viertelfinale ginge es tags darauf gegen ein Team aus Gruppe D mit den Niederlanden, der Slowakei und der Türkei. Ein mögliches Halbfinale und Finale sowie weitere Platzierungsspiele sind für den 21. Dezember angesetzt. Drei Tage vor Heiligabend soll dann die vorzeitige Bescherung für das DSV-Team erfolgen.
Das DSV-Aufgebot für den Wasserball-Weltcup der Männer:
Felix Benke, Mark Gansen, Lukas Küppers, Niclas Schipper, Aleks Sekulic, Denis Strelezkij (alle Waspo 98 Hannover), Philipp Dolff, Sascha Seifert, Vukasin Simic (alle ASC Duisburg), Till Hoffmann, Finn Taubert (beide OSC Potsdam), Finn Rotermund, Max Spittank (beide White Sharks Hannover), Zoran Bozic (SV Ludwigsburg 08), Mark Dyck (Wasserfreunde Spandau 04), Fynn Schütze (CN Sabadell/ESP)
Starker Kampf bleibt unbelohnt: Deutschland unterliegt Montenegro
Sie gaben alles, spielten trotz mehrerer krankheitsbedingter Ausfälle mutig mit, hatten nach drei Vierteln sogar mehr Schüsse abgegeben als der Gegner aus Montenegro, den Sieger der Weltliga von 2021 und dreimaligen Olympia-Vierten. Am Ende unterlagen die deutschen Wasserballer am Mittwochabend bei den Europameisterschaften in Zagreb (CRO) trotzdem mit 5:10 (1:3, 2:3, 1:4, 1:0) gegen das Top-Team vom Balkan und spielen nun also um die Plätze neun bis zwölf beim kontinentalen Championat. Nach zwei Tagen Verschnaufpause geht es erst am Samstag (18:00 Uhr), dann in Dubrovnik (CRO), gegen den Verlierer der morgigen Partie zwischen Georgien und Rumänien. Montenegro trifft am Freitag im Viertelfinale auf Italien.
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„Ich bin sehr stolz auf meine Jungs, wie sie das gemacht haben. Wir hatten heute vier kranke Spieler und kaum Auswechselspieler auf der Bank, so dass einige quasi durchspielen mussten. Aber sie haben gegen eines der besten Teams gekämpft bis zum Schluss. Ich hoffe, dass Wasserball-Deutschland das auch anerkennt, wie diese Jungs für das Nationalteam alles gegeben haben“, so das Fazit von Bundestrainer Milos Sekulic.
Deutschland gelang durch Denis Strelezkij zwar der erste Treffer der Partie – der Spandauer war am Ende mit drei Toren auch insgesamt der beste Torschütze im Team des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV). Es blieb allerdings das einzige Erfolgserlebnis im ersten Viertel, während der Gegner bei gleicher Anzahl von Schüssen dreimal traf, davon gleich zweimal in Überzahl. Vor allem das Powerplay der Montenegriner war an diesem Tag gnadenlos, bis zur Halbzeit kamen sie bei fünf Versuchen mit einem Mann mehr immer zum Torerfolg. Doch auch das DSV-Team zeigte insbesondere im zweiten Viertel eine gute Leistung und konnte durch zwei Treffer von Zoran Bozic zwischenzeitlich bis auf ein Tor verkürzen. Auch in der Defensive war man hellwach, in der Auszeit fand Trainer Sekulic entsprechend nur lobende Worte für seine Mannschaft. Erst zwei weitere Überzahlsituationen ließen Montenegro bis zur Halbzeit wieder etwas davonziehen.
Die Montenegriner waren in der Vorrunde zwar „nur“ Dritter in ihrer stark besetzten Gruppe geworden, hatten aber unter anderem Gastgeber Kroatien niedergerungen und auch gegen Weltcupgewinner Spanien nur knapp verloren. Ein Spitzenteam also, das zwar über nicht den einen Torjäger verfügt, dafür aber in der Offensive umso breiter aufgestellt ist. An diesem Tag war Aleksa Ukropina mit drei Toren der Beste, der im dritten Viertel allein zwei Fünfmeter versenkte – beim ersten versuchte der ansonsten blendend aufgelegte DSV-Keeper Felix Benke noch vergeblich, den Ball mit dem Kopf abzuwehren. Zur letzten Pause führte Montenegro mit sechs Toren, doch die DSV-Auswahl gab sich nicht auf und konnte nach einem weiteren Treffer von Strelezkij das Schlussviertel noch für sich entscheiden.
DSV-Männer verlieren zum EM-Auftakt 6:13 gegen die Niederlande
Marko Stamm hat in seiner Laufbahn schon viele Wasserball-Europameisterschaften mitgemacht, die diesjährige Auflage in Split (CRO) ist inzwischen bereits die achte in seiner langen Karriere. Am morgigen Dienstag feiert der Berliner seinen 34. Geburtstag und hätte sich mit einem Sieg im Auftaktspiel gegen die Niederlande natürlich nur zu gern selbst ein vorzeitiges Geschenk gemacht. Doch daraus wurde nichts, vielmehr dürfte die Feierlaune im deutschen Team nach der 6:13-Niederlage am Montag doch deutlich getrübt sein.
„Es war ein schwieriges Spiel für uns“, resümierte Kapitän Moritz Schenkel, erinnerte aber auch noch einmal an die besonderen Umstände: „Wir haben viele junge Spieler mit wenig Erfahrung.“ Denn trotz der Rückkehr der beiden Routiniers Marko Stamm und Mateo Cuk, die bei der WM zuletzt noch pausiert hatten, in der Großteil der Mannschaft immer noch recht frisch auf diesem Niveau. Das wurde in der Partie gegen die Niederlande deutlich, in der die Auswahl des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) während des gesamten Spiels kein einziges Mal in Führung lag. Nach der anfänglichen 2:0-Führung für die Gegenseite konnte Denis Strelezkij zwar verkürzen, doch der frühere deutsche Nationalspieler Lucas Gielen, der inzwischen wieder für sein Geburtsland aktiv ist, stellte den alten Abstand wieder her.
Im zweiten Abschnitt zogen die Niederländer dann sogar bis auf 5:1 davon, nach einem weiteren Treffer von Fynn Schütze lag Deutschland zur Halbzeit immer noch mit drei Toren in Rückstand. Das DSV-Team zeigte insgesamt zu wenig Durchschlagskraft im Angriff, selbst mit einem Mann mehr gelang im gesamten Spiel kein Erfolgserlebnis. „Das ist leider ein wiederkehrendes Problem“, beklagte Bundestrainer Petar Porobic. Zu Beginn des dritten Viertels ließen die Deutschen sogar gleich drei Überzahlgelegenheiten ungenutzt und verpassten es damit, das Spiel womöglich noch einmal offen zu gestalten. Stattdessen führten die Niederländer nach drei Vierteln mit 9:4, beide DSV-Treffer in diesem Abschnitt gingen auf das Konto von Zoran Bozic. In den letzten acht Minuten waren dann auch Mark Gansen und erneut Strelezkij noch einmal erfolgreich, doch auch Oranje traf noch viermal und ließ bis zum Schluss nichts mehr anbrennen.
Im zweiten Gruppenspiel trifft Deutschland am Mittwoch (15:30 Uhr) auf Rumänien, dann ist ein Sieg von fast schon Pflicht, um die Überkreuzspiele nicht frühzeitig aus den Augen zu verlieren. „Das ist jetzt ein Do-or-Die-Spiel für uns“, meinte Moritz Schenkel. Und auch Marko Stamm hätte sicher nichts dagegen, wenn es einen Tag nach seinem Geburtstag ein dann eben leicht verspätetes Geschenk in Form von zwei Punkten gäbe.
DSV-Wasserballnachwuchs beendet die erste U16-WM der Geschichte als 14.
Zum ersten Mal überhaupt wurde in diesem Jahr eine Weltmeisterschaft für die U16 im Wasserball ausgetragen. Mit dabei war in Volos (GRE) auch ein deutsches Männerteam, welches am Ende unter 25 teilnehmenden Mannschaften Platz 14 belegte.
In der Vorrunde traf das von Bundestrainer Nachwuchs Nebojsa Novoselac betreute DSV-Team zunächst auf den Turnierfavoriten Serbien, dem man eine Halbzeit lang die Stirn bieten konnte, letztlich aber doch mit 4:10 unterlag, sowie auf Portugal, das mit 16:2 deutlich besiegt wurde. Als Gruppenzweiter ging man in die Überkreuzspiele, Gegner dort waren die Italiener. Das erste Viertel ging mit 1:4 verloren, doch danach kämpfte sich der deutsche Nachwuchs immer weiter heran und konnte bis zum Ende des dritten Viertels tatsächlich zum 7:7 ausgleichen. Der letzte Abschnitt war an Spannung kaum zu überbieten, beide Teams kämpften in jedem Angriff und in der Verteidigung. Erst 29 Sekunden vor dem Abpfiff gelang dann den Italienern der entscheidende Treffer zum 8:9-Endstand, die damit in die Runde der besten Acht einzogen.
Für die DSV-Auswahl ging es weiter um die Ränge neun bis 16. Nach der nur knapp verpassten Überraschung gegen Italien wartete dort mit den USA direkt die nächste Top-Nation, gegen die man nach einem sehr guten Start zur Halbzeit mit 6:3 in Führung lag. Nach der Pause aber drehten die Amerikaner auf, die Partie wurde unruhiger und die deutsche Mannschaft verlor ein wenig den Faden, so dass am Ende erneut eine sehr knappe 8:9-Niederlage zu Buche stand. In den weiteren Platzierungsspielen gewann man dann erst gegen Ägypten mit 8:6 und unterlag abschließend im Spiel um Platz 13 mit 5:9 gegen Australien.
Novoselac sah in der WM-Teilnahme dennoch einen kleinen Meilenstein seiner Mannschaft, die eine große Perspektive mit sich bringt: „Die Sportler haben gezeigt, dass sie mit Top-Nationen mithalten können. Ein wenig fehlt zwar noch, um den Sprung nach oben zu schaffen, aber wir sind auf dem richtigen Weg und es lohnt sich, weiter mit dieser Mannschaft zu arbeiten“, sagte er. Mit etwas mehr Glück wäre ein besseres Abschneiden auch schon jetzt möglich gewesen. Beste DSV-Torschützen im Turnierverlauf waren Kapitän Finn Taubert mit 14 Treffern sowie Arne Hofmann (beide OSC Potsdam) mit elf Toren.
Die Finalrunde blieb trotzdem nicht ganz ohne deutsche Beteiligung: Schiedsrichter Gernot Häntschel überzeugte während des gesamten Turniers durch seine unparteiische Leitung und wurde somit zu Recht ausgewählt, das Finale zwischen Ungarn gegen Griechenland zu führen, das die Magyaren mit 11:10 für sich entschieden. Auch bei den U16-Frauen ging der Premierentitel nach Ungarn.
DSV-Wasserballer wollen sich in der Weltliga weiterentwickeln
Nach dieser Woche steht in der Wasserball-Weltliga in den meisten Vorrundengruppen fest, welche Teams sich für das europäische Finalturnier qualifizieren. Ungarn, Montenegro, Italien und Kroatien haben ihr Ticket sogar schon gelöst und sind bei der Finalrunde in jedem Fall mit dabei; dazu dürfte sich am Dienstag als nächste Mannschaft auch noch Olympiasieger Serbien gesellen, der im Duell mit der Slowakei klarer Favorit ist.
In der deutschen Gruppe ist dagegen noch alles offen. Erst eine Partie wurde dort überhaupt absolviert – Frankreich gewann dabei etwas überraschend mit 14:11 gegen Vizewelt- und Vizeeuropameister Spanien. Das ursprünglich für Januar angesetzte Gastspiel der Franzosen in Deutschland musste dagegen aufgrund mehrerer positiver Coronafälle auf beiden Seiten verschoben werden und wird nun erst am 15. März (18:00 Uhr) in Hamburg in der Schwimmhalle Inselpark ausgetragen. Nach derzeitigem Stand sind in der Arena dann maximal 200 Zuschauer*innen zugelassen. „Die Vorfreude ist groß“, meint Denis Strelezkij von den Wasserfreunden Spandau 04. „Wenn wir gegen Frankreich vor eigenem Publikum noch einmal so ein Spiel hinlegen wie zuletzt in der EM-Qualifikation, wäre das schon klasse.“ In der EM-Qualifikation hatten sich beide Mannschaften zuletzt 9:9 getrennt.
Zuvor tritt die DSV-Auswahl am Dienstag (08. März) in Barcelona (ESP) gegen Spanien an, Spielbeginn im Freibad Sant Sebastià unweit des Alten Hafens ist um 20:00 Uhr deutscher Zeit. Die Spanier – Olympiavierter von Tokio (JPN) – sind nach der Niederlage gegen Frankreich unter Druck und müssen unbedingt gewinnen, um nicht vorzeitig aus dem Wettbewerb auszuscheiden.
Die deutsche Mannschaft will dagegen den Schwung der erfolgreichen EM-Qualifikation mitnehmen. „An diese Leistung möchten wir anknüpfen. Und wenn wir weiterhin mit solch einer Energie ins Wasser gehen, können wir auch die Spanier ärgern“, sagt Denis Strelezkij. „Wir gehen ohne Druck in dieses Spiel. Uns erwartet am Dienstag eine sehr starke spanische Mannschaft, die, wenn sie komplett ist, zu den Top-Teams der Welt gehört. Da haben wir nichts zu verlieren und wollen die Partie nutzen, um uns weiter zu verbessern.“
Auch Bundestrainer Petar Porobic betonte in der März-Ausgabe des DSV-Verbandsmagazins „Swim&More“, dass die beiden Partien in der Weltliga nur eine Zwischenetappe seien auf dem Weg zum größeren Ziel, der WM im Juni in Budapest (HUN), für die Deutschland nachträglich noch einen Startplatz zugesprochen bekam. Wichtiger als die Ergebnisse sind laut Porobic deshalb die weitere spielerische und taktische Entwicklung des neu zusammengestellten Kaders, der bei der EM-Qualifikation zuletzt bereits gute Ansätze gezeigt hat.
Das DSV-Aufgebot für das Weltligaspiel gegen Spanien:
Zoran Bozic, Yannek Chiru, Mateo Cuk, Maurice Jüngling, Marin Restovic, Marko Stamm, Denis Strelezkij (alle Wasserfreunde Spandau 04), Felix Benke, Kevin Götz, Jan Rotermund, Niclas Schipper, Fynn Schütze (alle Waspo 98 Hannover), Philipp Wolff, Lukas Küppers (beide ASC Duisburg)
FINA setzt 2022 doch eine WM an: Ende Juni in Budapest
Vor nicht einmal einer Woche hatte der Weltverband FINA die Verschiebung der ursprünglich vom 13. – 29. Mai 2022 geplanten Weltmeisterschaften in Fukuoka (JPN) auf das Jahr 2023 bekanntgegeben, und zwar mit Verweis auf den aktuellen Pandemieverlauf, insbesondere die hochansteckende Omikron-Variante und die damit verbundenen Maßnahmen in Japan. An diesem Montag folgte nun überraschend die Mitteilung, dass es in diesem Sommer trotzdem Titelkämpfe geben soll: Vom 18. Juni – 03. Juli 2022 wurden nun Weltmeisterschaften in Ungarns Hauptstadt Budapest angesetzt.
„Wir wissen, dass wir einfallsreich sein müssen, um für unsere Athlet*innen durch die aktuelle Gesundheitskrise zu navigieren“, sagte FINA-Präsident Husain Al-Musallam in einer Pressemitteilung. „Die FINA erkennt auch an, dass sich die Pandemie je nach Zeit und Ort unterschiedlich entwickelt. Wir haben das große Glück, Ausrichter zu haben, die unsere Leidenschaft für den Wassersport teilen und die Bereitschaft, Fähigkeit und Flexibilität haben, die prestigeträchtigste Veranstaltung der FINA zu organisieren. Wir sind all unseren Gastgebern zutiefst dankbar und wissen, dass es den Wassersportler*innen genauso geht. Mit vier Weltmeisterschaften und den Olympischen Spielen 2024 in Paris in den nächsten vier Jahren maximieren wir die Rennmöglichkeiten und das Verdienstpotenzial für etablierte und aufstrebende Aktive gleichermaßen.“
Dennoch bringt diese kurzfristige Ankündigung so ziemlich jede Planung für die aktuelle Saison durcheinander. In Deutschland sind für Ende Juni beispielsweise „DIE FINALS 2022“ in Berlin mit den Deutschen Meisterschaften im Beckenschwimmen und Wasserspringen als nationaler Höhepunkt sowie die Deutschen Freiwasser-Meisterschaften in Mölln terminiert. Auch international kommt es zu Überschneidungen, so zum Beispiel für das Finalturnier der Champions League im Wasserball (angesetzt 30. Juni – 02. Juli) oder auch die International Swimming League (ISL), welche ebenfalls im Juni in die vierte Saison gehen wollte. „Dieses Wirrwarr ist nicht gut für unseren Sport. Der WM-Termin im Mai war schon schwierig mit der EM im August zu vereinbaren, jetzt wird es noch einmal schwieriger“, sagte Bundestrainer Bernd Berkhahn. Nach der WM-Verschiebung in der Vorwoche waren beim DSV sogar schon Trainingslager verschoben und auch Nominierungswettkämpfe abgesagt worden. Nun muss auch das erarbeitete Alternativprogramm noch einmal völlig neu geplant werden, zudem sind Anpassungen bei den Nominierungskriterien notwendig.
„Ich freue mich, dass die WM nun doch dieses Jahr stattfindet. Und mit Budapest findet sie sogar ,in der Nähe‘ statt“, sagte Olympiasieger und Doppelweltmeister Florian Wellbrock zur heutigen FINA-Ankündigung: „Es wäre allerdings für uns Sportler und vor allem für die Trainer*innen einfacher gewesen, wenn man von Anfang an kommuniziert hätte, dass an einer Verschiebung in diesem Jahr noch gearbeitet wird.“ Gleich vier Jahre hintereinander wird es nun jeweils eine Schwimm-WM geben statt im bisherigen Zwei-Jahres-Rhythmus, doch die Olympia-Dritte Sarah Köhler schaut besonders auf den engen Kalender in diesem nacholympischen Jahr: „Mit WM, EM, Commonwealth Games und ISL innerhalb kürzester Zeit ist das Terminchaos nun perfekt.“
