Deutsche Freiwasser-Meisterschaften: Strohalm und Heinze jubeln

Zum Auftakt der Internationalen Deutschen Meisterschaften im Freiwasserschwimmen haben die Estin Kirke Motsnik und der Österreicher Luca Karl am Freitag die Rennen über die olympische 10km-Distanz gewonnen. Motsnik war im Guggenberger See unweit von Regensburg zugleich beste Juniorin, beim männlichen Nachwuchs war Diego Heinze (SC Wiesbaden 1911) der Schnellste. Zudem sicherten sich Renée Geihe (STV Limbach-Oberfrohna) und Ben David Preuß (SG Neukölln Berlin) bei heißen Bedingungen und über 28 Grad Wassertemperatur die Goldmedaillen im Jugendrennen über 7,5km.

 

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Mit Lea Boy (SV Würzburg 05) hatte die Titelverteidigerin und Weltcupdritte kurzfristig ihren Start aus gesundheitlichen Gründen absagen müssen. Ohne die Favoritin nahm das Frauen-Rennen am Freitag einen sehr spannenden Verlauf. Ein Pulk aus anfangs neun, später sechs Schwimmerinnen schenkte sich 7,5km lang keinen Meter. Auf der letzten Runde fasste sich dann Lokalmatadorin Alexandra Traise, die erst kürzlich vom ausrichtenden Schwimmclub Regensburg an den Landesstützpunkt München gewechselt war, als Erste ein Herz und versuchte sich abzusetzen. Dafür musste sie bei großer Hitze wenig später jedoch büßen. „Im Zielsprint hat mir dann die letzte Energie gefehlt“, meinte Traise.  

 

Marie Strohalm gewinnt Silber hinter JEM-Rivalin Kirke Motsnik

 

So hatte letztlich ihre Vereinskollegin bei der SG Stadtwerke München Kirke Motsnik beim Zielsprint nach 2:08:50,95 Stunden die Fingerspitzen vorne. Zweite wurde mit Marie Strohalm (SG Frankfurt/2:08:55,79) ebenfalls ein Talent aus dem Jahrgang 2007. „Auch als ich erfuhr, dass Lea Boy nicht startet, habe ich nicht so richtig mit so einem Erfolg gerechnet“, sagte Motsnik. Für die Estin war der Sieg im Guggenberger See ein gutes Zeichen für Ende Juli. Dann bestreitet sie – anders als Strohalm aber nicht für Deutschland – die Junior*innen-Europameisterschaften in Ungarn.

 

Bei den Männern ging Luca Karl als WM-Fünfter von Singapur 2025 favorisiert ins Rennen. Die Hauptrolle als Spielverderber wollte der Este Jaan Pasko (SG Stadtwerke München) – ebenfalls Weltcup-Teilnehmer 2026 – einnehmen. Die beiden gestandenen Schwimmer gingen es taktisch an und belauerten sich lange Zeit. Von der Siebener-Gruppe auf der vorletzten Runde waren beim Schlussspurt dann plötzlich aber nur noch drei übrig. Karl, Pasko und der 19-jährige Diego Heinze. Und auch wenn der Wiesbadener sich nicht abschütteln ließ, musste er hinterher doch einräumen: „Karl und Pasko haben jeden Angriff souverän abgewehrt.“

 

Heinzes Trainer motiviert vom Krankenbett aus

 

Die internationale Wertung entschied der Österreicher nach 1:55:06,19 Stunden mit knapp einer Sekunde Vorsprung für sich. Heinze landete acht Hundertstel hinter Pasko auf Rang drei. „Das war eine perfekte Einstimmung auf die EM in Paris“, meinte Karl. Dass Heinze mit dem WM-Fünften mithalten konnte und so Deutscher Juniorenmeister wurde, machte den JWM-Medaillengewinner von 2022 stolz. „Mein Trainer Oliver Großmann konnte wegen einer Hüft-OP nicht dabei sein, hat mich aber über WhatsApp extrem motiviert. Das hat richtig geholfen im Wasser.“ Feiern kann Heinze den Titel noch nicht ausgiebig. Zusätzlich zur Staffel am Samstag startet er am Sonntag auch noch über 5km.

 

Über 7,5 Kilometer sorgten die Nachwuchstalente für ähnlich viel Spannung. Ben David Preuß siegte dabei im Zielsprint vor Marec Pöschmann (Dresdner SC 1898). Bei der JEM in Ungarn zielt der Berliner auf eine Medaille. „Es war unfassbar warm im Guggenberger See“, sagte er. Bei über 28 Grad Wassertemperatur habe er sich auf jede Versorgungsstation gefreut. Probleme mit der Hitze hatte auch JEM-Teilnehmerin Nika Benkler (SV Nikar Heidelberg). „Mir liegen kältere Temperaturen eher“, sagte die Tagessechste. Für die JEM in vier Wochen sei sie allerdings optimistisch. Am besten trotzte am Freitag Renée Geihe den Bedingungen.

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