Isabel Gose triumphiert im Knockout Sprint

© Jo Kleindl

Die Seine bleibt bei den Europameisterschaften deutsches Gold-Revier. Isabel Gose (SC Magdeburg) stürmte am Freitagmorgen im Knockout Sprint zum Titel und sicherte damit bereits den dritten Sieg für das Freiwasserteam des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) in Paris (FRA) nach den beiden Erfolgen über 10km und 5km durch Florian Wellbrock. Es war Goses erste internationale Einzelmedaille im Freiwasser und dann gleich Gold. Zugleich verewigte sich die 24-Jährige als erste deutsche Europameisterin im Knockout Sprint in den Geschichtsbüchern, auch bei den Männern war das bisher noch keinem DSV-Schwimmer gelungen. Das spektakuläre Event war 2025 ins EM-Programm aufgenommen worden.

 

>> Alle EM-Ergebnisse aus Paris

 

„Ich bin sehr froh, dass ich dort anknüpfen konnte, wo die Jungs aufgehört haben. Es kitzelt immer so Tag für Tag in den Fingern, endlich ins Wasser zu springen. Und gerade, wenn die Jungs so was Tolles leisten, dann will man natürlich auch“, freute sich Gose über ihren Erfolg.

 

Dominanter Auftritt in allen drei Runden 

 

Bei 24,3 Grad Wassertemperatur erlebte die Magdeburgerin einen Sahnetag. Sie siegte in allen drei Eliminationsrunden über 1500m, 1000 und 500m und gestaltete dabei sämtliche Rennen stets von der Spitze weg. Schon bei den Weltmeisterschaften hatte Gose im vergangenen Jahr als Fünfte gezeigt, wie sehr ihr das neu eingeführte Format liegt, dessen Distanzen optimal zu ihrem sonstigen Trainingsprogramm fürs Becken passen.

In Singapur hatte sie die Medaille noch knapp verpasst, an der sie nun in Paris von Anfang an keinen Zweifel ließ. Auch beim entscheidenden Lauf bestimmte sie wieder das Tempo und sorgte dafür, dass das Feld schon früh auseinandergezogen wurde. In ihrem Schlepptau hielt lange Zeit die Ungarin Bettina Fábián noch gut mit, die ebenso wie Gose bei dieser EM noch kein Freiwasserrennen absolviert hatte und somit ausgeruht war. Im Schlussspurt konnte die Titelverteidigerin der Deutschen aber nicht mehr folgen, die nach 6:41,0 Minuten mit drei Sekunden Vorsprung als Erste anschlug. Hinter Fábián (6:44,1) wurde die Italienerin Ginevra Taddeucci, die Siegerin über 10km und 5km, Dritte (6:44,8).

 

Die Tipps von Bundestrainer Berkhahn sind Gold wert

 

„Ich wusste, dass wenn ich es schaffe, auf der Hingeraden die Mädels so ein Stück weit hinter mir zu lassen, dass ich dann besser dran bin, als wenn die auf meiner Hüfte liegen“, schilderte Gose ihre Taktik. „Bettina hat es versucht, ich bin dann relativ weit nach links. Ich glaube, dann hat sie gemerkt, dass das nicht so viel Sinn macht – genau das haben wir ja in Singapur gemacht und es hat uns extrem viel Energie gekostet. Auf der letzten Strecke heißt es dann wirklich nur noch, sich keine Fehler zu erlauben und einfach noch mal alles zu geben, was noch da ist.“

Dass sie das in ihrem erst dritten Knockout Sprint so routiniert hinbekommen hat, ist bemerkenswert. Und auch ein Verdient von Bundestrainer Bernd Berkhahn, der ihr zwischen den einzelnen Runden immer wieder wertvolle Tipps mit auf den Weg gab. „Er weiß ganz genau, wie ich ticke, und sagt mir dann wirklich Schritt für Schritt, was als nächstes kommt, damit ich nicht großartig viel nachdenken muss. Es ist super aufregend, weil man nach jeder Strecke die Spannung wieder hochbekommen muss“, sagte Gose. Was ihr diesmal derart gut gelang, dass sie bei ihrem dominanten Auftritt Spannung im Wasser gar nicht erst aufkommen ließ.

Diesen Artikel teilen

Weitere News