Jens Kruppa wird 50: Für ihn ist heute jeder Tag ein Schwimmabzeichentag

An diesem Mittwoch wird er 50 Jahre jung. Dem einstigen Ruf als Partylöwe zum Trotz verzichtet Jens Kruppa aber auf eine große Feier. „Das passt gerade überhaupt nicht rein, ich bin nämlich gerade viel am Pendeln“, sagt der Mann, der um die Jahrtausendwende herum mal Deutschlands schnellster Brustschwimmer war. Und als solcher Silber und Bronze in der Lagenstaffel bei Olympia in Sydney 2000 und Athen 2004 gewann, dazu wurde er WM-Zweiter und Europameister.

 

Sein Alltag erhält nämlich gerade einen neuen und doch sehr vertrauten Rhythmus. Nach sieben Jahren Trennung zog Kruppa kürzlich wieder mit Ehefrau Anja zusammen, und deswegen von Dresden wieder zurück nach Stuttgart. „Ich bezeichne mich jetzt als angekommen. Ich bin ja auch viel ruhiger geworden, nach einer Depression vor vier Jahren“, sagt Kruppa. „Die hat mir damals gezeigt, dass ich mein Leben fundamental ändern muss. Das habe ich auch getan.“

 

Schwimmunterricht für Erwachsene, denn Schwimmfähigkeit ist in jeder Lebensphase wertvoll

 

Privat, aber auch beruflich. In seiner Schwimmschule Funswimclub, die nach Dresden und Leipzig nun einen dritten Standort in Stuttgart erhielt, kümmert sich Kruppa mittlerweile vorrangig um den Unterricht für Erwachsene. „Da seit Jahrzehnten die Schwimmfähigkeit der Kinder sinkt, gibt es nachfolgende auch immer mehr Bedarf an Schwimmlern-Angeboten dieser Art. Meine Kunden sind zwischen 18 und 73.  Und es ist ein sehr befriedigendes Gefühl, wenn die Menschen dabei durch mich dann mit Wohlbefinden im Wasser unterwegs sind. Ich hätte das so nie erwartet. Manchmal treffe ich die Leute nach Monaten wieder, und sie erzählen mir dann: Ich war wieder mal im Meer. Oder: Ich war mit meinem Enkel schwimmen. Da merkt man erst, wieviel daran hängen kann. Und was man den Leuten damit gegeben hat.“

 

Der Mann, der einst von Saison zu Saison Verbesserungen im Hundertstelbereich mit großer Liebe zum Detail nachjagte, vermittelt nun mit größter Hingabe schwimmerische Grundlagen. Und das manchmal auch abseits der Methodik. „Das Thema Angst und Respekt vor dem Wasser ist bei Erwachsenen oft das größte Thema. Manche sind vom Kopf her drüber und lassen vor lauter Angst nichts zu im Wasser. Aber wer immer nur im Überlebensmodus unterwegs ist, wird nie gut schwimmen können“, sagt Kruppa. Gern zeigt er ihnen dann den Weg zur Gelassenheit auf. Manchmal auch mit Zugeständnissen: „Ab einem gewissen Alter kann man den Körper nicht mehr an die Technik anpassen. Dann versuche ich lieber, die Technik an den Körper anzupassen.“

 

Auch in deiner Nähe: Schwimmabzeichentage 2026 finden vom 13. – 21. Juni statt

 

Der Erfolg gibt Kruppa recht. Mehr als die Hälfte seiner Kunden bucht später noch einen Nachfolgekurs. Weil sie durch ihn die Freude an der Bewegung wiederentdeckt haben. „Die Freude und Dankbarkeit ist da ganz anders als bei einem Sportler, der seine Bestzeit verbessern will. Ich liebe es jedenfalls, dass heute nahezu jeder Tag ein Schwimmabzeichentag für mich ist.“

 

Apropos Schwimmabzeichentag: Der Deutsche Schwimm-Verband e.V. (DSV) bietet gemeinsam mit allen anderen rund um den Schwimmsport aktiven Institutionen im Land vom 13. bis 21. Juni die Schwimmabzeichentage an. Ziel dieser Aktion ist es, vor der Badesaison im Sommer so viele Menschen wie möglich zu motivieren, ihre Schwimmfähigkeiten nachzuweisen, Ohne Anmeldung kann man die Prüfung ablegen, vom Seepferdchen bis zum Deutschen Schwimmabzeichen in Gold. Eines der bundesweit über 500 Angebote findet man auf der Website schwimmabzeichentage.de.

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