Langstreckler Moritz Erkmann als JEM-Fünfter so schnell wie nie
- 09.07.2026
Stimmung wie beim Fußball herrschte am Donnerstagabend bei den Junior*innen-Europameisterschaften im Schwimmen. Mit Trommeln, Tröten und Laola-Wellen, die durch die Münchener Olympia-Schwimmhalle schwappten. Und einen aus dem Team des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) beflügelte diese Atmosphäre ganz besonders. Moritz Erkmann (SC Chemnitz) lieferte über 1500m Freistil ein mutiges Rennen ab, bis kurz vor Schluss war er noch mittendrin im Medaillenrennen. Am Ende wurde es mit toller Bestzeit von 15:18,61 Minuten Platz fünf für den 17-Jährigen, seinen bisherigen persönlichen Rekord verbesserte er dabei um zweieinhalb Sekunden.
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„Die Jungs wurden am Ende immer schneller und schneller. Deswegen bin ich auch noch mal voll aufs Gas gegangen, leider war aber dann plötzlich der Sprit alle“, sagte Erkmann. Mit der Platzierung darf er dennoch sehr zufrieden sein. Wenn man bedenkt, dass zu Jahresbeginn sogar die JEM-Qualifikation auf der Kippe stand. „Ich hatte im Frühjahr wegen Schulterproblemen die Qualifikation verpasst, bin nun aber trotzdem Bestzeit geschwommen. Jetzt schaue ich auf das 800-Meter-Rennen, vielleicht geht da dann noch mehr“, so der Chemnitzer. Sieger wurde der Pole Mikolaj Litoborski (15:08,02), hauchdünn vor dem Spanier Juan Vallmitjana Behrendt (15:08,11). Simon Brugger (SG Stadtwerke München) als zweiter Deutscher im Finale wurde Achter (16:00,14).
DSV-Staffel um Einzel-Europameisterin Linda Roth wird Vierte
Auch andere aus dem deutschen Team waren am Donnerstag nicht weit von den Podestplätzen entfernt, ohne dass es dabei allerdings für eine weitere DSV-Medaille reichte. Am nächsten dran war die Staffel über 4x200m Freistil mit Zarina Selimovic (SG Dortmund), Melina Nitschke (SC Chemnitz), Julianna Buttler und Linda Roth (beide SC Magdeburg) auf Platz vier in 8:03,72 Minuten. „Wir sind als Vierte ins Finale eingezogen und haben diesen Platz verteidigt, nach vorn ging leider nicht mehr“, sagte Roth, am Vortag Junioren-Europameisterin im Einzel über 200m Freistil. „Ich persönlich bin sehr happy, noch einmal eine 1:57 geschwommen zu sein, das schafft man ja auch nicht alle Tage. Und ich freue mich auch schon auf die nächsten Staffeleinsätze, denn die sind immer etwas Besonderes.“
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Fünfte über 100m Schmetterling in 59,28 Sekunden wurde Yara Fay Riefstahl (SC Chemnitz), die damit ihr Ergebnis aus dem vergangenen Jahr um zwei Plätze verbesserte. Auch sie hatte mutig angegriffen, lag nach 50m noch auf Rang zwei. „Sie ging es ein wenig hektisch an. Am Anfang hat sie viel Kraft investiert, die dann am Ende gefehlt hat“, sagte Nachwuchs-Bundestrainer Carsten Gooßes. Gold ging in einem spannenden Finale an Caterina Santambrogio (ITA/58,63) knapp vor Serafima Fokina (NA/58,67). Riefstahl wird wie Roth im August auch noch bei den Europameisterschaften in Paris starten.
Leonie Mau tankt mit JEM-Platz sechs ganz viel Selbstvertrauen
Über 50m Freistil hatte Leonie Mau (SSV PCK90 Schwedt) bereits im Halbfinale den Jahrgangsrekord für 16-Jährige auf 25,33 Sekunden verbessert. Im Finale am Abend lieferte sie mit 25,42 noch einmal eine schnelle Zeit ab und belegte damit Rang sechs beim Sieg von Theodora Taylor (GBR/24,82). „Ich bin schon sehr zufrieden, weil ich nicht mit einer Finalteilnahme gerechnet hätte“, sagte Mau, die aus der gleichen Stadt stammt wie Peking-Olympiasiegerin Britta Steffen, die einst ebenfalls auf den Sprintstrecken daheim war. An Olympische Spiele denkt Mau noch nicht, aber das Selbstbewusstsein ist durch dieses Top-Ergebnis in jedem Fall gewachsen bei dem Talent aus dem Jahrgang 2009. „Mal gucken, ob es nächstes Jahr wieder mit der JEM klappt. Und wenn ich dann noch besser bin, erhoffe ich mir eine Chance auf eine Medaille.“
Bestzeiten im Halbfinale durch Thiel und Hoffmann, auch Bauer wieder im Endlauf
Bei den Männern steht die Entscheidung auf der schnellsten Schwimmstrecke dann am Donnerstag an, ebenfalls mit deutscher Beteiligung. Als Vierter mit neuer Bestzeit von 22,26 Sekunden löste Larus Thiel (SG Bayer) das Ticket fürs Finale. „Ich bin mega happy. Ich hätte nicht gedacht, dass es so eine gute Zeit wird. Vor allem, weil sich das Rennen echt nicht gut angefühlt hat. Der Übergang war ziemlich hängend, der Anschlag nicht so gut, da bin ich fest geworden“, erkannte er anschließend sogar noch Reserven für den Endlauf. „Die Saison war nicht optimal, mit sehr vielen Rückschlägen. Aber jetzt habe ich richtig Lust auf das Finale. Ich bin als Vierter drinnen, und auf dem 50er ist immer alles möglich.“
Sogar als Zweiter erreichte Mitja Bauer (SSG Leipzig) das Finale über 200m Rücken, mit seiner Zeit von 1:59,87 Minuten blieb er einmal mehr unter der Zwei-Minuten-Marke. „Ich wollte unter die ersten drei oder vier, damit ich bei den anderen starken Jungs einen guten Platz im Finale habe“, so der Leipziger, der über die 50m-Distanz bereits Siebter war. Auf der längsten Rückenstrecke scheint nun sogar noch deutlich mehr drin.
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Nach seiner Bronzemedaille am Mittwoch über 50m Brust steht auch Louis Hoffmann (SG Neukölln Berlin) in einem weiteren JEM-Finale. Er schwamm über 200m Brust Bestleistung mit 2:14,24 Minuten und damit die insgesamt fünftschnellste Zeit. „Ich hoffe, dass es morgen ausgeruhter noch ein bisschen besser geht“, gab sich der 18-Jährige angriffslustig. Hugo Engelien (SC Magdeburg) belegte mit 2:16,62 auf Rang elf.
Mira Helget sehr glücklich nach dem Einzug ins Rückenfinale
Sehr zufrieden war auch Mira Helget (AMTV-WTB Hamburg) nach dem Halbfinale über 200m Rücken. Im Vorjahr war sie bei der JEM 32. geworden – nun steht die Hamburgerin als Halbfinal-Sechste in 2:13,56 Minuten unter den besten Acht des Kontinents. Ein weiterer großer Erfolg für Helget, die auf dieser Strecke im Frühjahr auch schon Deutsche Meisterin in der offenen Klasse geworden war. „Ich bin sehr glücklich. Letztes Jahr lief gar nicht gut – dass ich es ins Finale geschafft hab, freut mich umso mehr. Ich habe angeschlagen und wusste nicht, ob es mit der Zeit reicht. Dann habe ich das Ergebnis gesehen und ich war sehr happy damit. Im Finale will ich eine Bestzeit.“
Über 200m Brust landete Hannah Schneider (Hofheimer SC) mit 2:31,82 auf Platz zehn. „Ich habe auf dem zweiten Hunderter gemerkt, dass meine Kraft immer weiter nachlässt. Und zwar noch mehr als heute morgen. Vielleicht lag das daran, dass ich schon ein Rennen in den Knochen hatte und dass das vielleicht noch nicht wieder so gut wegstecken kann. Das ist schade“, meinte Schneider, die Anfang der Woche noch krank geworden und noch nicht wieder im Vollbesitz ihrer Kräfte war. Nach einer insgesamt schwierigen Saison mit einem Fußbruch im Januar war für die 18-Jährige jedoch schon die JEM-Qualifikation aller Ehren wert.



















