Linda Roth sorgt für ersten deutschen Goldjubel bei der JEM in München

© Tino Henschel
- 08.07.2026
„An Tagen wie diesen wünscht man sich Unendlichkeit“, so lautet eine bekannte Textzeile aus dem Mega-Hit der „Toten Hosen“. Und eben einen solchen Tag erlebte am Mittwoch auch Linda Roth bei den Junior*innen-Europameisterschaften in München. Während nebenan die Düsseldorfer Band ihre Hits aus vier Jahrzehnten Musikgeschichte zum Besten gab, setzte Roth in der Olympia-Schwimmhalle zum ersten Mal die deutsche Nationalhymne auf die Playlist.
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Als Siegerin über 200m Freistil in 1:57,79 Minuten sorgte die 18-Jährige vom SC Magdeburg dafür, dass die erste deutsche Medaille bei diesen Titelkämpfen gleich eine goldene war. Es war der bislang größte Erfolg in Roths Karriere, die bei ihren bisherigen JEM-Teilnahmen bislang einmal Silber und dreimal Bronze jeweils mit der Staffel gewonnen hatte. „Bei der Siegerehrung hätte ich fast geweint und musste mir ein bisschen die Tränen verdrücken, weil ich darauf einfach seit drei JEMs hingefiebert habe. Die Hymne zu hören ist so cool und macht mich so glücklich“, sagte Roth. Vereinskollegin Juliana Buttler als zweite Deutsche im Finale erreichte als Sechste in 2:00,29 ebenfalls ein starkes Ergebnis.
Der Wechsel nach Magdeburg hat sich bezahlt gemacht
Bereits auf der zweiten Bahn hatte Linda Roth die Führung übernommen, zur Halbzeit des Rennens lag sie drei Hundertstel vor der Litauerin Ieva Jurkunaite. Von ihr setzte sich Roth dann zunehmend ab, dafür kamen auf der letzten Bahn Sofia Diakova (NA/1:58,32) und Titelverteidigerin Bianca Nannucci (ITA/1:58,82) noch einmal stark auf, die am Ende Silber und Bronze holten. Doch die Magdeburgerin verteidigte ihren Vorsprung erfolgreich.
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„Ich habe nach 150 Metern gesehen, dass schon alle bei mir dran waren, aber ich habe gemerkt, dass noch ein bisschen was drin ist. Dann habe ich alles gegeben und gemerkt, dass ich wirklich dafür trainiert habe. Ich habe mich so unglaublich gefreut, als ich angeschlagen habe und auch gesehen habe, wie sich alle für mich gefreut haben. Es hat mir so viel Spaß gemacht“, sagte die neue Junioren-Europameisterin. Als sie das Ergebnis realisierte, schickte sie eine Jubelfaust in Richtung Tribüne, „zum ganzen Team, aber auch zu meiner Familie, die mich wirklich immer unterstützen und auch alle extra gekommen sind.“
Neben dem akustischen Support von den Rängen hat vor allem auch Roths neue Trainingsgruppe großen Anteil an diesem Erfolg. Vor einem Jahr war sie von Cannstatt zur Gruppe von Bundestrainer Bernd Berkhahn am Magdeburger Bundesstützpunkt gewechselt und trainiert dort seitdem täglich mit Top-Starts wie den Olympiasiegern Lukas Märtens und Florian Wellbrock oder auch ihrem großen Vorbild Isabel Gose. „Die haben mir so viel gebracht“, meinte Roth. „Ich bin so stolz, diesen Wechsel gemacht zu haben. Ich mag die alle sowohl im als auch außerhalb des Pools so gerne. Sie bedeuten mir echt so viel, und auch das Trainerteam, das jeden Tag hinter mir steht, pusht mich total.“ Mit der Goldmedaille von München hat diese Entwicklung nun ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht. Die Fortsetzung folgt in den kommenden Tagen von München, und später auch bei den Europameisterschaften der offenen Klasse in Paris (FRA/31. Juli – 16. August).
Leonie Mau mit Jahrgangsrekord ebenso im Endlauf wie Yara Fay Riefstahl
In der ikonischen Olympia-Schwimmhalle von 1972 wird der Deutsche Schwimm-Verband e.V. (DSV) schon am Donnerstag wieder zahlreich in den Entscheidungen (ab 18:00, Livestream auf Sporteurope.TV) vertreten sein. Nachdem am Vormittag bereits die beiden Langstreckler Moritz Erkmann (SC Chemnitz) und Simon Brugger (SG Stadtwerke München) über 1500m Freistil das Ticket für die Top acht gelöst hatten, schafften am Abend zwei weitere Aktive aus dem DSV-Team den Sprung in den Endlauf.
Leonie Mau durfte sich als Sechstplatzierte des Halbfinals über 50m Freistil sogar über einen neuen Jahrgangsrekord für 16-Jährige freuen. Mit 25,33 Sekunden schwamm sie nochmal eine Hundertstel schneller als bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschafften (DJM) im Juni. „Es macht schon sehr Spaß, wenn dich alle beim Einlaufen anfeuern. Ich hätte nicht erwartet, dass ich ins Finale komme, deswegen freut es mich richtig dolle“, sagte Mau, die wie Doppel-Olympiasiegerin Britta Steffen aus Schwedt (Oder) stammt. Im Finale will sie nun noch einmal schneller schwimmen. „Mal schauen, was noch geht. Aber ich werde auf jeden Fall mein Bestes geben“, meinte sie. Lara Vandenhirtz (SG Essen) erreichte mit 25,47 Platz zehn. Beste im Halbfinale war die Spanierin Irene Ciercoles Galve (24,82).
Über 100m Schmetterling gelang Yara Fay Riefstahl (SC Chemnitz) mit der viertschnellsten Zeit in 59,10 Sekunden die souveräne Qualifikation fürs Finale. „Ich bin nicht ganz an die Wenden und den Anschlag rangekommen. Damit bin ich nicht ganz zufrieden, und gerade auch auf den letzten 25 Metern hätte ich noch einiges besser machen können. Aber das versuche ich einfach morgen besser zu machen“, so die Chemnitzerin, die sich extra für dieses Event die Nägel mit Deutschlandfahnen hat lackieren lassen. Linda Roth schied mit 1:01,82 aus, ihr fehlte wenige Minuten nach ihrer Siegerehrung einfach die Kraft, vermutlich auch emotional. Die schnellste Zeit im Halbfinale zeigte Serafima Fokima (NA) mit 58,85.

















