Finals 2026 in Hannover: Besonderes Heimspiel für WM-Held Sven Schwarz

Langstreckenspezialist Sven Schwarz gewann 2025 zweimal WM-Silber in Singapur ©Jo Kleindl

Rund 2,5 Millionen Gäste kamen im vergangenen Sommer nach Hannover, um an den Uferpromenaden das Maschseefest zu feiern. Diesmal wird hier alles noch eine Nummer größer ausfallen, denn zeitgleich startet hier am Mittwoch auch Deutschlands größtes Multisportevent. Im Rahmen der Finals 2026 (23. – 26. Juli) werden in Niedersachsens Landeshauptstadt dabei insgesamt 143 deutsche Meistertitel in 24 verschiedenen Sportarten vergeben, davon 18 beim Schwimmen.

 

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Im Stadionbad steigt dabei die Premiere der Deutschen Sprint- und Lagenmeisterschaften. Bei den 50m-Sprints muss man sich dabei in drei K.o.-Runden mit kurzen Pausen durchsetzen, zusätzlich werden die Besten in jeder der vier Schwimmarten in Addition der Rennen über 100m und 200m ermittelt. Im Freistil gibt es zusätzlich die Kombinationswertung für die Mittelstrecken (400m und 800m). Hier möchte sich unbedingt Sven Schwarz die Goldmedaille sichern, auch wenn der Konkurrenzdruck in dieser Disziplin hierzulande traditionell am größten ist dank vieler erfolgreicher Ausdauerathleten wie Florian Wellbrock, Oliver Klemet und Co.

 

„Ich hatte noch nie eine Meisterschaft in Hannover, vermutlich kommt das auch nur einmal vor in meiner Karriere. Da können auch mal Freunde zuschauen kommen, und natürlich ist man dann auch besonders motiviert“, sagte Schwarz, der bei der WM 2025 in Singapur Silber über 800m und 1500m Freistil gewonnen hatte. Er selbst kann sich nur noch sehr vage an eine Mannschaftsmeisterschaft der Jugend in Hannover erinnern. Aber das war auf jeden Fall noch vor seinem Umzug aus Wunstorf an den Stützpunkt in der Landeshauptstadt vor zehn Jahren. „Die Finals sind eine Art Mini-Olympia, ich freue mich extrem drauf, dass die mal quasi vor meiner Haustür stattfinden“, sagt er.

 

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Mit den Europameisterschaften in Paris (FRA/31. Juli – 16. August) steht zwar bald auch der internationale Saisonhöhepunkt an. Die Finals sieht Schwarz daher auch als eine Art Generalprobe an. Denn auch bei der EM wird er sich zuallererst mit seinen nationalen Konkurrenten auseinandersetzen müssen. Im EM-Vorlauf dürfen in Paris nämlich bis zu vier Deutsche schwimmen, ins Finale dürfen letztlich aber nur maximal zwei. Es kann also durchaus so kommen, dass man als Drittschnellster hinter zwei Landsleuten ausscheidet.

 

Vollgas ist daher angesagt gegen den neuen 800m Europarekordler Johannes Liebmann. Oder gegen 400m-Weltrekordler und Olympiasieger Lukas Märtens (beide SC Magdeburg), der zuletzt über 800m WM-Bronze hinter Schwarz gewann. Oder gegen Oliver Klemet (SG Frankfurt), der Olympiazweite über 10km ist bekanntlich auf allen Freistilstrecken ab 400m absolute Weltspitze.

 

„So sind nun mal die Regeln bei einer EM. Wir müssen das so hinnehmen und damit umgehen“, sagt Schwarz über die besondere Situation für die deutschen Langstreckler. „Letztlich bringt das unsere Leistung nur weiter voran. Es braucht bei uns so eine höhere Konstanz und Kontinuität. Aber wer sich dabei durchsetzt, der profitiert am Ende davon und ist in der Lage, die Rennen im gesamten Jahr sehr schnell zu gestalten.“ Vielleicht ja sogar schon im heimischen Stadionbad.

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