Weltcup-Finale in Portugal: Lea Boy schwimmt im Angriffsmodus

Gutes Omen: Lea Boy gewann 2024 in Setúbal zum allerersten Mal einen Weltcup ©Jo Kleindl

Am kommenden Wochenende steht beim Freiwasserschwimmen in Setúbal (POR) der vierte und damit bereits letzte Weltcup der Saison 2026 an. Vier Aktive sind dabei für den Deutschen Schwimm-Verband e.V. (DSV) am Start. Start des 10km-Rennens mit Lea Boy (SV Würzburg 05) und Jeannette Spiwoks (SG Essen) ist am Samstag um 12:00 Uhr (im Livestream bei Eurovisionsport), das Männerrennen mit Florian Wellbrock (SC Magdeburg) und Oliver Klemet (SG Frankfurt) startet dann um 17:30 Uhr. Am Sonntag folgen dann noch die beiden Knockout Sprints (Frauen ab 11:30, Männer ab 13:30 Uhr).

 

>> Weltcup-Gesamtstand Frauen

 

Angekündigt sind angenehme Lufttemperaturen um die 30 Grad und nur wenig Wind. Doch Lea Boy macht sich trotzdem auf ein hartes Rennen gefasst. „Wellen sind dort eigentlich immer, egal wie das Wetter ist. Und das Wasser ist auch noch ziemlich kalt, es kann also auch ein Rennen im Neopren werden. Aber das ist mir letztlich egal“, sagte die 26-Jährige. „Zuletzt lief es im Training ganz gut bei mir, ich bin ohne Krankheitsausfälle durchgekommen. Das ist auch gut so, dann es geht schon um einiges Preisgeld.“

 

Dritter Podestplatz in Folge möglich für Lea Boy

 

Hinter der bislang in allen drei Saisonrennen siegreichen Moesha Johnson (AUS) und Angela Martinez Guillen (ESP) liegt die Deutsche aktuell auf Rang drei der Gesamtwertung. Der würde ihr wie im Vorjahr am Ende 25.000 US-Dollar einbringen. Vielleicht geht es für sie aber noch einen Rang höher wie schon einmal vor zwei Jahren, dann wären es noch einmal 10.000 Dollar mehr. „Ich hoffe schon auch noch, dass es vielleicht sogar noch zu mehr reicht. Punktemäßig liegen Platz zwei und vier ja noch sehr eng beieinander“, so Boy.

 

Ganz andere Prioritäten setzt Jeannette Spiwoks. Die 27-Jährige hatte sich nach den Weltmeisterschaften in Singapur an der Schulter operieren lassen müssen. Erst im März stieg die Sportsoldatin wieder ins reguläre Schwimmtraining ein und steigerte den Umfang dann sukzessive bis auf 70 Kilometer pro Woche. „Meine Vorfreude auf das Rennen ist groß. Es war nicht leicht, immer nur zuschauen zu können. Ich musste dann auch erst komplett neu schwimmen lernen, mir die volle Bewegung wieder erarbeiten“, sagte Spiwoks. Im Training hat sie zuletzt auch schon einen Belastungstest über 10km bestanden. „Trotzdem gehe ich in Portugal ohne große Ziele an den Start, ich muss nun erst einmal wieder reinfinden. Denn bei allem Training, Wettkampf ist immer noch mal etwas anderes. Erst recht im Freiwasser.“

 

Jeannette Spiwoks kämpft für ihren Olympiatraum

 

Die Freiwasserrennen bei den Europameisterschaften in Paris (04. – 08. August) finden diesmal ohne sie statt. Direkt im Anschluss daran wird Spiwoks mit anderen Olympiakadern aber an den Pan Pacific Games teilnehmen, um die Olympiastrecke von 2028 unweit von Los Angeles kennenzulernen. „Denn mein Fernziel ist und bleibt Olympia 2028. Dafür habe ich die Operation auf mich genommen. Dafür will ich mich zurückkämpfen“, betont Spiwoks. Im Herbst dieses Jahres visiert sie zudem Starts beim Europacup in Barcelona (ESP/03. Oktober) und beim Auftakt der neuen Weltcupsaison in Cancún (MEX/06. November) an.

 

Gemeinsam mit Bundestrainer Bernd Berkhahn unterbrechen Florian Wellbrock und Oliver Klemet für den Portugal-Trip kurz ihr Höhentrainingslager in der Sierra Nevada (ESP), wo sie sich insgesamt vier Wochen lang auf die EM vorbereiten. Vierfach-Weltmeister Wellbrock hatte im März den Weltcupauftakt in Ägypten gewonnen, seine Chancen auf den Gesamtsieg dann aber durch krankheitsbedingte Trainingsausfälle und das Verpassen des dritten Weltcups auf Sardinien eingebüßt. In Portugal könnte sein Tun nun aber großen Einfluss auf das Endergebnis haben: Die Top vier trennen vor dem finalen Rennen nämlich nur minimale Punktabstände.

 

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