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Weltverband FINA sagt die Olympia-Qualifikation in Tokio ab
Der vom 18. bis 23. April geplante Weltcup im Wasserspringen in der Olympiastadt Tokio wurde vom Weltverband FINA abgesagt. In einem Schreiben an die nationalen Mitgliedsverbände hieß es laut BBC am Donnerstag, die von den Organisatoren geplanten Vorsichtsmaßnahmen im Umgang mit dem Coronavirus würden „die Sicherheit der Athlet*innen nicht angemessen gewährleisten“. Auch wurde namentlich die japanische Regierung kritisiert, die laut FINA-Meinung „nicht alle notwendigen Maßnahmen ergriffen hat, um einen erfolgreichen und fairen Wettbewerb zu gewährleisten“.
So wären bislang in vielen Botschaften Japans die notwendigen Visa nicht ausgestellt worden. Das Bestehen auf einer dreitägigen Quarantäne vor der Veranstaltung würde zudem späte Änderungen der vorgebuchten Reisen erfordern, und damit auch zusätzliche Kosten. Mehrere Nationen hätten ihr Fernbleiben daher schon längst angekündigt.
Die Weltcup-Veranstaltung im neu erbauten Tokyo Aquatic Centre sollte die finale Qualifikation für die Olympischen Spiele (23. Juli - 08. August) darstellen und wurde vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) auch bereits als offizieller Testlauf für die Durchführung eines Großevents unter Coronabedingungen deklariert. Auch wenn die FINA („Wir bedauern diese Situation aufrichtig“) nun einen neuen Ort für eine Austragung zu einem späteren Zeitpunkt finden will, dürfte diese Wendung ein sportpolitisches Beben auslösen. Zumal nur eine Woche später ja dann auch die Olympia-Qualifikation im Synchronschwimmen in Tokio stattfinden soll.
"Die Kurzfristigkeit der Absage ist natürlich enttäuschend, bei allem Verständnis für die schwierige Gesamtsituation“, sagte Chef-Bundestrainer Lutz Buschkow. „Aber hier werden die Funktionsträger*innen in den jeweiligen Institutionen ihrer Verantwortung nicht gerecht. Einen neuen Ort für eine Veranstaltung mit bis zu 500 Personen zu finden, dürfte kurzfristig nicht so leicht sein. Und auch vom IOC würde ich möglichst bald hören, wie es denn ohne die eigentlich zugesicherten olympischen Testwettkämpfe weitergehen soll.“
Für das Team des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V (DSV) hat Buschkow (wieder einmal) schnell umgeplant. Nach der zuvor bereits erfolgten Absage des ursprünglich gebuchten Akklimatisierungscamps in Fuji (JPN) sollte nächste Woche in Dresden trainiert werden, und zwar nachts für eine bessere Zeitanpassung. Nun müssen alle Absprachen mit Bad und Hotel auch hier wieder revidiert werden. „Unsere Sportler*innen gehen so professionell wie möglich mit dieser schwierigen Situation um. Wir werden nun anstelle des Weltcups einen Wettkampf im heimischen Umfeld durchführen, um die Spannung möglichst hochzuhalten und dann die Vorbereitung auf die Europameisterschaften in Budapest fortsetzen.“ Die kontinentalen Titelkämpfen sind für 10. - 16. Mai in Ungarns Hauptstadt geplant. Bislang muss man aktuell wohl sagen.
Starkes Feld beim Start der Olympiaqualifikation in Heidelberg
In Heidelberg wurde extra ein Testzentrum mit fünf Stationen für die notwendigen Corona-Untersuchungen direkt neben der Schwimmhalle des Olympiastützpunktes eingerichtet. Unter sicheren Bedingungen sollen Ausrufezeichen in der Olympia-Qualifikation im Beckenschwimmen für die Spiele in Tokio (23. Juli - 08. August) ermöglicht werden – und zwar gleich nach Öffnung des Qualifikationsfensters. Bis zum 18. April können die Aktiven des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) ab Monatsbeginn die geforderten Normzeiten erfüllen, einige würden gern schon am Osterwochenende damit anfangen.
>> Meldeergebnis und Ergebnisübersicht für die Olympiaqualifikation in Heidelberg
Chancen aufs Olympiaticket haben in Heidelberg weit über 20 der Gemeldeten. Wie beispielsweise Jessica Steiger (VFL Gladbeck), Leonie Kullmann (SG Neukölln), Zoe Vogelmann (SV Nikar Heidelberg), Annika Bruhn und Fabian Schwingenschlögl (beide Neckarsulmer Sport-Union) sind viele Olympia- und Perspektivkader am Start. „Ich denke, dass wir mit unserem Nationalteam im zusätzlichen Trainingsjahr nach der Olympiaverschiebung auf einem guten Weg sind – das sollten wir in großer Breite während der gut drei Qualifikationswochen auch bestätigt bekommen“, sagte Bundestrainer Hannes Vitense.
Seine Vorfreude gilt dabei auch dem Duell zwischen Ramon Klenz (SG Neukölln) und David Thomasberger (SSG Leipzig) über 200m Schmetterling. Beide kratzten kurz vor dem Lockdown im vorigen Frühjahr bereits an der Norm, nun soll sie endlich geknackt werden. Und das möglichst sofort. „In der Coronazeit habe ich viel allein trainiert. Da freut man sich richtig darauf, mal wieder gegen Konkurrenz antreten zu können“, sagte Klenz, der mit einer Olympiateilnahme seiner Mutter und auch seinen Großeltern nacheifern möchte: „Im besten Fall pushen wir uns gegenseitig so sehr, dass wir beide unter der Norm bleiben.“ Zeit dafür haben bleibt bis zum finalen Wettkampfhöhepunkt der Qualifikationsphase in Berlin (16. - 18. April), danach werden die maximal zwei Startplätze pro Einzeldisziplin an die jeweils schnellsten Normzeiterfüller vergeben und dem DOSB zur Olympianominierung vorgeschlagen.
Klenz‘ Berliner Trainingsgruppenkollege Ole Braunschweig hat über 100m Rücken sogar gleich zwei antreibende Rivalen auf Augenhöhe neben sich, nämlich Christian Diener (SC Potsdam) und Marek Ulrich (SSG Leipzig). „Ole hat die Norm im Saisonverlauf schon unterbieten können, das stärkt auch das Selbstvertrauen“, zeigt sich Trainer Lasse Frank optimistisch. Diener hat allerdings schon 2016 in Rio in einem Olympiafinale gestanden und ist seither gewiss nicht langsamer geworden.
Ähnlich umkämpft dürften die 200m Brust der Frauen, wo sich Jessica Steiger mit den Talenten Kim Herkle (SV Cannstatt) und Kellie Messel (TB 1888 Erlangen) messen wird. Womöglich wackelt hier der deutsche Rekord, der für ein Olympiaticket bekanntlich unterboten werden muss.
„Wir erwarten gute Zeiten und sicher auch einige Überraschungen“, sagte Vitense. „Wenn Athlet*innen aus der zweiten Reihe sich im zusätzlichen Trainingsjahr während der Pandemie gut entwickelt haben und mental stark sind, haben sie sicher auch ihre Chancen, sich für die Olympischen Spiele oder die EM im Mai in Budapest zu qualifizieren.“ Auch die EM-Normzeiten müssen nämlich allesamt bis Mitte April erfüllt werden.
Im Kampf um die olympischen Freistilstaffeln wollen Annika Bruhn, Leonie Kullmann, Marie Pietruschka (SSG Leipzig), Johanna Roas (SG Neukölln), Jessica Steiger und Jessica Felsner (Aqua Köln) in Heidelberg sicher ebenfalls erste Zeichen setzen. Und auf Bestzeiten hofft ganz sicher auch Zoe Vogelmann. Wenn sie ihre Ziele erreicht, jubelt dann sicher auch der verantwortliche Arzt im Testzentrum draußen vor der Halle mit. Es ist nämlich ihr Vater.
Olympiaqualifikation im Beckenschwimmen beginnt
Wer im kommenden Sommer an den Olympischen Spielen (23. Juli - 08. August) teilnehmen will, hat sich über das jüngste Umfrageergebnis sicher gefreut. Laut dem Meinungsforschungsinstitut YouGov sprechen sich mittlerweile 46 Prozent der Bundesbürger*innen für eine Corona-Impfung der deutschen Olympiateilnehmer*innen in Tokio (und auch die der Fußball-Europameisterschaft) aus, nur 28 Prozent sind noch strikt dagegen. Das forciert anstehende politische Entscheidungen, auf die die Aktiven und auch die Olympia-Organisatoren dringend angewiesen sind.
Trotz aller Unwägbarkeiten beginnt nun aber die heiße Phase der Olympiasaison. Und wer in Japan die deutschen Farben im Beckenschwimmen repräsentieren will, muss zwischen 01. -18. April die geforderten Normzeitennachweisen, um sich das Olympiaticket zu sichern. Im Deutschen Schwimm-Verband e.V. (DSV) werden daher gleich vier Wettkämpfe mit dem vorgeschriebenen Gütesiegel des Weltverbandes (FINA approved) und allen aktuell notwendigen Hygienemaßnahmen organisiert:
- Heidelberg (03./04. April)
- Magdeburg (09. - 11. April)
- Berlin (16. - 18. April)
- Dortmund (17./18. April)
Auch interational gibt es für die Aktiven in Stockholm und Eindhoven (beide 08. - 11. April) die Möglichkeit, die Olympia-Normen zu knacken.
„Unsere Aktiven freuen sich darauf, nun auch allen zeigen zu können, was sie sich antrainiert haben“, sagte Bundestrainer Hannes Vitense. „Wir erhoffen uns, dann mit 25 bis 30 Beckenschwimmer*innen nach Japan aufbrechen können.“ Im 50m-Pool von Rio de Janeiro waren im Jahr 2016 insgesamt 27 Athlet*innen aus Deutschland gestartet.
Aufgrund der WM-Erfolge 2019 oder Normerfüllungen im Frühjahr 2020 haben sich mit Florian Wellbrock, Sarah Köhler (jeweils 800m und 1500m Freistil), Franziska Hentke (200m Schmetterling), Laura Riedemann (100m Rücken), Marius Kusch (100m Schmetterling), Marco Koch (200m Brust), Philip Heintz (200m Lagen) und Jacob Heidtmann (400m Lagen) acht Sportler*innen ihr Olympiaticket bereits sichern können. Maximal zwei Startplätze pro Nation werden in jeder der 28 Einzeldisziplinen insgesamt vergeben, zudem hat sich das DSV-Team für alle sieben Staffeln qualifiziert. Doppel-Weltmeister Wellbrock hat sich wie Leonie Beck (SV Würzburg), Finnia Wunram und Rob Muffels (beide SC Magdeburg) auch schon für das olympischen Freiwasserrennen über 10km qualifiziert.
„Die Motivation ist auch nach der zusätzlichen Zeit durch die Verschiebung um ein Jahr sehr groß bei uns allen“, berichtet Vitense. „In der Qualifikation erwarten wir uns einen Fingerzeig in Richtung Olympia, aber auch für die Europameisterschaften in Budapest.“ Auch die Normzeiten für die EM im Mai müssen bis Mitte April erfüllt werden.
Deutschlands Schwimmfans sich daher also auf drei spannende und ereignisreiche Wettkampf-Wochenenden freuen. Zuschauer*innen in den Hallen sind aufgrund der pandemischen Lage allerdings nirgends zugelassen, angesichts der aktuellen Infektionszahlen eine nachvollziehbare politische Entscheidung.
Leonie Beck und Lea Boy starten beim Weltcup in Doha
Nach 13 Monaten Zwangspause geht es im Freiwasserschwimmen am Sonnabend endlich wieder los mit den internationalen Wettkämpfen, natürlich alles unter sehr strengen Hygienebedingungen mit vielen Testungen. Zum Auftakt der FINA Marathon Swim World Series finden am 13. März in Doha (QAT) die Rennen über 10 Kilometer statt. Insgesamt 99 Athlet*innen aus 27 Ländern haben sich dafür angemeldet, für den Deutschen Schwimm-Verband e.V. (DSV) werden Leonie Beck und Lea Boy an den Start gehen.
Das bislang letzte internationale Freiwasser-Event hatte im Februar des Vorjahres an gleicher Stelle stattgefunden, Leonie Beck war damals der erste Weltcup-Sieg überhaupt gelungen. „Ich habe seither keinen einzigen Wettkampf mehr bestreiten können und auch nie wieder im Freiwasser trainiert, sondern nur in der Halle“, erzählt die 23-Jährige: „Um so größer ist jetzt aber die Freude, dass es endlich wieder losgeht. Die Bedingungen am Katara Beach dürften auch von den Temperaturen her sicher wieder optimal sein. Ich habe zuletzt gut trainiert und werde mein Bestes geben, natürlich hoffe ich auch auf eine gute Platzierung. Wichtiger ist es aber, wieder gut reinzukommen und die ganze Aufregung zu spüren. Bis zu den Olympischen Spielen in Tokio brauche ich auf jeden Fall zwei, drei hochwertige Rennen.“
Die 3.500 USD für den Tagessieg oder die 50.000 USD für den Gesamtsieg in der Jahreswertung stehen in diesem Jahr jedenfalls nicht im Vordergrund. Auch nicht für Lea Boy, die sich im April dann über die Beckenwettbewerbe für Tokio qualifizieren will.
Während mit Ana Marcela Cunha (BRA), Rachele Bruni (ITA), Gregorio Paltrinieri (ITA) und Marc-Antoine Olivier(FRA) auch die meisten internationale Topstars an den Persischen Golf reisen, verzichten Deutschlands weitere Freiwasser-Olympiastarter Florian Wellbrock, Rob Muffels und Finnia Wunram diesmal auf diesen Trip. Mit Bundestrainer Bernd Berkhahn schließen sie dieser Tage gerade ein vierwöchiges Höhentraining für die Olympiavorbereitung ab. Dessen Effekt soll nicht gleich mit einer weiteren Reise aufs Spiel gesetzt werden. „Wir hätten die Planung für die Höhe trotz aller Unwägbarkeiten deutlich anpassen müssen, der hohe Reiseaufwand nach Katar und das dazugehörige Risiko erschien in unserer Situation nicht gerechtfertigt“, erklärte Berkhahn. Doppel-Weltmeister Wellbrock und seine Magdeburger Trainingskolleg*innen planen aber fest mit einem Freiwasser-Start bei den Europameisterschaften in Budapest (12. – 16. Mai).
Als Startzeiten sind bisher 07:00 Uhr (Frauen) bzw. 11:30 Uhr (Männer) deutscher Zeit vorgesehen, Änderungen sind laut Veranstalter möglich. Einen kostenpflichtigen Livestream gibt es auf finatv.live.
Wasserballer müssen sich trotz starker Aufholjagd im ersten Spiel geschlagen geben
Die deutschen Wasserballer haben Moral bewiesen, das erhoffte Erfolgserlebnis zum Auftakt des Olympia-Qualifikationsturniers in Rotterdam (NED) aber knapp verpasst. Doch die starke Aufholjagd im letzten Viertel zeigt, dass das Team noch mehr kann und sich nicht so leicht geschlagen gibt. Gegen die Niederlande lag das DSV-Team am Sonntag zwischenzeitig bereits mit sechs Toren zurück, zum Start des letzten Spielabschnitts betrug das Defizit immer noch vier Tore. Doch die Mannschaft kämpfte sich im Schlussabschnitt noch einmal bis auf einen Treffer heran. Zum Punktgewinn reichte es aber nicht mehr: Deutschland verlor die Partie mit 10:11 (2:5, 2:3, 2:2, 4:1).
„Wir haben den Start verschlafen und sind überhaupt nicht in den Spielmodus gekommen. Insbesondere in der ersten Hälfte haben wir zu viele Chancen vergeben. Im dritten und vierten Viertel haben wir dann aber noch einmal Charakter gezeigt“, sagte Bundestrainer Hagen Stamm.
In der Vorbereitung auf das Turnier hatte seine Mannschaft zur Auflockerung unter anderem eine Art Biathlonwettbewerb absolviert, allerdings mit eher durchwachsen Schießergebnissen. Auch im Zwemcentrum Rotterdam fehlte zunächst das nötige Zielwasser, wobei sich der gegnerische Torwart Eelco Wagenaar auch gleich mehrfach durch starke Paraden auszeichnen konnte. Nach dem ersten Viertel führten die Gastgeber mit 5:2.
Auch im zweiten Abschnitt bot sich zunächst ein ähnliches Bild: Deutschland warf zwar häufiger aufs Tor, brachte den Ball aber zu selten in selbigem unter. „Wir haben heute insgesamt ein schwaches Überzahlspiel gezeigt. Zwei Treffer bei zehn Überzahlsituationen sind einfach zu wenig“, sagte Stamm. Auch DSV-Kapitän Julian Real meinte nach dem Spiel: „Unsere Verteidigung stand nicht kompakt genug und vorne haben wir unsere Chancen nicht genutzt.“ Beim Lattentreffer von Timo van der Bosch war allerdings auch Pech dabei. Die Niederländer präsentierten sich dagegen enorm effektiv und lagen so auf einmal mit 8:2 in Führung, ehe Lucas Gielen und Fynn Schütze mit zwei Treffern kurz vor der Pause noch einmal verkürzten und damit neue Hoffnung für das deutsche Team schürten.
Das dritte Viertel verlief ausgeglichen, allerdings kamen die Deutschen zunächst auch nicht näher heran. Im Schlussviertel fand Hagen Stamm in seiner Auszeit dann aber offenbar die richtigen Worte. Nach Toren von Julian Real, Denis Strelezkij und Fynn Schütze lag Deutschland plötzlich nur noch mit einem Treffer zurück, wurde aber durch die Hinausstellung von Real nach dessen dritten Foul erneut zurückgeworfen. Der Ausgleich gelang danach leider nicht mehr.
Am Montag um 14:30 Uhr trifft das DSV-Team als nächstes auf Frankreich (kostenpflichtiger Livestream auf finatv.live). „Jetzt heißt es: Mund abputzen und morgen neu angreifen“, sagte Hagen Stamm. Dass sie den nötigen Charakter hat, hat seine Mannschaft gegen die Niederlande gezeigt.
Die Torschützen im Überblick
Deutschland: Julian Real 3, Fynn Schütze 2, Denis Strelezkij 2, Marko Stamm 2, Lucas Gielen 1.
Niederlande: Jorn Müller 4, Kjeld Veenhuis 3, Thomas Lucas 2, Jorn Winkelhorst 1, Jesse Nispeling 1.
INSCYD ist neuer Wissenschaftspartner des DSV
Der Deutsche Schwimm-Verband e.V. (DSV) hat für seinen Leistungssportbereich eine Kooperation mit INSCYD, dem Anbieter einer der weltweit fortschrittlichsten Software-Lösungen im Bereich der physiologischen Leistungsanalyse, vereinbart. Die Zusammenarbeit mit dem in der Schweiz ansässigen Unternehmen ist nach einer erfolgreichen Testphase langfristig angelegt. Der DSV will damit nicht nur seine Spitzenathlet*innen wie Sarah Köhler, Florian Wellbrock und Co. bei der Leistungsentwicklung unterstützen, sondern die besonderen Möglichkeiten von Inscyd künftig auch in die Aus- und Fortbildungsangebote des Dachverbandes integrieren. „Mit INSCYD können wir die Trainer*innen und Athlet*innen künftig noch besser hinsichtlich der Ausdauerleistungsdiagnostik sowie des Verständnisses für den bedeutenden Part des Energiestoffwechsels im Schwimmen unterstützen“, erklärte Dr. Alexander Törpel als Bundestrainer Diagnostik.
Die innovative Leistungsdiagnose mittels INSCYD bietet die Möglichkeit, durch ins Training integrierbare Tests im Becken eine zuverlässige Rundumsicht auf alle physiologischen Daten der Aktiven hinsichtlich ihrer individuellen Energiestoffwechselprofile zu erstellen. Insbesondere die Bestimmung der maximalen anaerob-laktaziden Leistung (VLamax), die im Ausdauersport und somit auch im Schwimmen eine zentrale Bedeutung für die Leistung hat, macht INSCYD dabei plastisch erfahrbar wie kein anderes Tool.
Anhand der Erkenntnisse über Anhäufungs- und Abbauraten von Laktat oder der aeroben und anaeroben Leistung werden aktuelle Stärken und Schwächen präzise sichtbar gemacht. Mit diesen Daten können Trainer*innen also jederzeit die Wirkung vergangener Trainingsmaßnahmen überprüfen und auch die beste Vorgehensweise für bevorstehende Einheiten bestimmen. „Von der Theorie her ist durch Simulationsrechnungen hinsichtlich des Energiestoffwechsels sowie in der Trainingsplanung noch viel mehr möglich. Dies ist aktuell in der Wissenschaft, aber auch immer mehr in der Praxis ein Thema, das zwar auch schon vor zwei bis drei Jahrzehnten bearbeitet wurde, aber durch den technologischen Fortschritt und den einfacheren Zugang zur Bearbeitung komplexer Prozesse nun erst so richtig zur Anwendung kommt. Das kann in ein neues Zeitalter der sportwissenschaftlichen Unterstützung des Trainingsprozesses führen“, sagt Törpel.
Der deutsche Sportwissenschaftler Sebastian Weber, der das Unternehmen gegründet hat und für die Entwicklung der INSCYD-Software physiologische Grundlagenforschung in Algorithmen überführen ließ und mittels der Werte aus unzähligen Tests von Sportler*innen validierte, ist seit mehr als 20 Jahren im Profi-Radsport tätig. Erfolge des aktuellen Topteams Jumbo-Visma wurden ebenso wie Leistungen von Topstars wie Mathieu van de Poel oder Tony Martin mit Unterstützung durch INSCYD erzielt. Auch im Triathlon, Kanu und im Wintersport ist Webers Firma an Erfolgen beteiligt, er kooperiert zudem mit verschiedenen Spitzenfachverbänden in Deutschland, Belgien, Frankreich und den USA.
Nun will INSCYD auch den Wassersport durchdringen, die Kooperation mit dem DSV hilft bei den hierfür notwendigen schwimmspezifischen Anpassungen. „Mit INSCYD kann jeder sofort die Stellschrauben identifizieren, die seine Performance am effektivsten verbessern“, sagt Weber. „Die Schwimmdiagnostik ist dabei besonders herausfordernd und so etwas wie die Königsdisziplin. Denn es gibt wenige Sportarten, bei denen wir so viele Stellschrauben haben wie im Schwimmen. Wenn wir unsere Technologie hier zielführend zur Anwendung bringen, dann gelingt uns das letztlich wohl überall.“
Neben den im DSV geförderten Leistungssportler*innen können auch Vereine oder Einzelpersonen aus dem Verbandsbereich die Software kostenpflichtig für sich zu Sonderkonditionen nutzen. Die Abwicklung läuft dann direkt über INSCYD.com.
Olympia-Qualifikation findet nun im April statt
Die Olympischen Spiele in Tokio werden nach den derzeitigen Einschätzungen des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) trotz der Coronavirus-Pandemie vom 23. Juli - 08. August 2021 stattfinden. Nach den Abstimmungen zwischen dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und dem Deutschen Schwimm-Verband e.V. (DSV) hat der DOSB-Vorstand nun die sportartspezifischen Nominierungskriterien für das Beckenschwimmen verabschiedet. Die geforderten Normzeiten bleiben gegenüber dem Vorjahr zwar wie erwartet unverändert, dennoch wurden für den Qualifikationsprozess wichtige Anpassungen beschlossen. Die Qualifikation für Tokio wird demnach im April wieder möglich. >>Tokio 2021: Die nationalen Nominierungskriterien im Beckenschwimmen Vorrangig zur Nominierung vorgeschlagen werden nun jene vier Schwimmer*innen, die bei der WM 2019 unter den Top 4 landeten und dort bereits die DSV-Olympianormzeit unterboten. Konkret heißt das, dass Doppel-Weltmeister Florian Wellbrock, die WM-Zweite Sarah Köhler sowie die WM-Vierten Franziska Hentke und Philip Heintz ihre Olympiatickets für 2021 nun sicher haben. Auch Laura Riedemann, Marco Koch, Marius Kusch und Jacob Heidtmann sind nach ihren Normzeiterfüllungen im Frühjahr 2020 für Japan nun bereits fest gesetzt. Alle anderen der maximal zwei Startplätze pro Disziplin in den insgesamt 28 Einzeldisziplinen werden an jene Athlet*innen vergeben, die bei Erfüllung der Normzeit dann bei Wettkämpfen (FINA approved) an den ersten drei Wochenenden im April 2021 die Schnellsten sind. „Wir haben die Kriterien für eine Olympianominierung so angelegt, dass unsere zuletzt stärksten Leistungsträger*innen sich in dieser schwierigen Zeit möglichst langfristig in ihren Trainingsprozessen auf Olympia fokussieren können“, erklärt Bundestrainer Bernd Berkhahn. Sein Kollege Hannes Vitense ergänzt: „Andere Nationen wie Italien oder die Niederlande fahren auch gut damit, frühzeitige Qualifikationslösungen anzubieten. Dann bleiben in der Methodik mehr Optionen zur Formausprägung vor den Olympischen Spielen, und bei Bedarf übrigens auch die Möglichkeit einer Berücksichtigung der Europameisterschaften im Mai.“
Neu ist die Regelung für die sieben Staffeln
Für die Staffeln werden zur Olympia-Nominierung ausschließlich die erbrachten Zeiten bei den Wettkampfterminen in April 2021 berücksichtigt. Es zählen dabei, auch zum erforderlichen Nachweis der DSV-Olympianorm in Addition, die jeweils vier schnellsten Finalzeiten. „Die Anforderungen für eine Olympiateilnahme waren und bleiben wie immer sehr hoch. Es ist zu begrüßen, dass unsere Athlet*innen in dieser schwierigen Zeit nun Klarheit haben und ihre Vorbereitungen entsprechend ausrichten können. Ich wünsche allen Olympiahoffnungen, dass sie gesund durch diese besondere Saison kommen und sich ihre Ziele erfüllen können“, so Berkhahn.Bisher anerkannte Normerfüllungen
| Name | Vorname | Strecke | Zeit | Wann | Wettkampf |
| Köhler | Sarah | 1500m Freistil | 15:48,83 | 23.07.19 | WM (2. Platz) |
| Heintz | Philip | 200m Lagen | 1:56,86 | 25.07.19 | WM (4. Platz) |
| Köhler | Sarah | 800m Freistil | 8:16,43 | 27.07.19 | WM (4. Platz) |
| Wellbrock | Florian | 1500m Freistil | 14:36,54 | 28.07.19 | WM (1. Platz) |
| Hentke | Franziska | 200m Schmetterling | 2:07,30 | 25.07.19 | WM (4. Platz) |
| Koch | Marco | 200m Brust | 2:09,81 | 15.01.20 | Fina Champions Swim Series |
| Wellbrock | Florian | 800m Freistil | 7:49,44 | 09.02.20 | MWG Swim Cup |
| Riedemann | Laura | 100m Rücken | 59,89 | 09.02.20 | MWG Swim Cup |
| Kusch | Marius | 100m Schmetterling | 51,54 | 06.03.20 | Tyr Pro Swim Series |
| Heidtmann | Jacob | 400m Lagen | 4:12,40 | 06.03.20 | Tyr Pro Swim Series |
Warum sich Björn Kammann für eine Hamburger Olympiabewerbung ausspricht
Der Norddeutsche gilt im Allgemeinen als eher reserviert. Bei der Frage, ob die Olympischen Spiele bald wieder in Deutschland stattfinden sollten, womöglich sogar in seiner Heimatstadt Hamburg, ist die Begeisterung bei Schwimmer Björn Kammann aber direkt spürbar. „Das ist eine unglaubliche Chance, Olympia in der eigenen Stadt mitzuerleben“, sagt er. Kammann erinnert sich noch gut daran, wie er bei den Spielen 2008 in Peking (CHN) gebannt das epische Duell über 200m Lagen zwischen Michael Phelps (USA) und Ryan Lochte (USA) verfolgte. „Wir waren im Urlaub und die Rennen waren nachts, aber das musste ich unbedingt sehen. Und dann hat die ganze Familie gemeinsam vor dem Fernseher gesessen und zugeschaut.“
Olympia fördert das Miteinander und den Sportgeist in der Gesellschaft
Er glaubt, dass das Gleiche auch bei Olympischen Spielen in Hamburg passieren kann. „Olympia fördert das Miteinander. Über den Sport kommen die Menschen ins Gespräch und lassen sich vielleicht sogar inspirieren, gemeinsam selbst Sport zu treiben“, sagt der 25-Jährige, der im vergangenen Jahr Silber bei den World University Games gewann und im August auch bei der EM in Paris (FRA) an den Start gehen wird. Olympia hat er als Sportler noch nicht erlebt, seine Freundin Julia Mrozinski aber schon, die 2024 ebenfalls in Paris mit dabei war. „In der Stadt zu sein und das olympische Flair mitzubekommen, war schon cool“, meint Kammann. Und wünscht sich selbiges jetzt auch für Hamburg.
>> Warum die Aussicht auf Olympia in NRW Klara Bleyer zusätzlich motiviert
Bis Sonntag (31. Mai) sind die Menschen in der Hansestadt dazu aufgerufen, darüber abzustimmen, ob sich Hamburg um Olympische und Paralympische Spiele in den Jahren 2036, 2040 oder 2044 bewerben soll. Zuvor waren bereits entsprechende Referenden in München sowie Nordrhein-Westfalen erfolgreich; in Berlin stimmte das Abgeordnetenhaus ebenfalls für eine Bewerbung. Die Entscheidung über den deutschen Kandidaten fällt eine außerordentliche Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) am 26. September 2026.
Schwimmen, wo sonst der HSV kickt
Björn Kammann glaubt, dass die Ausrichtung der Spiele auch dazu beitragen kann, das Ansehen in der Welt zu stärken, den Tourismus zu befeuern und sich als attraktiver Standort für Arbeitskräfte aus dem Ausland zu präsentieren. „Eine Stadt wie Paris war auch schon vorher weltbekannt. Aber für Hamburg sehe ich hier nur Vorteile, noch stärker auf die globale Weltkarte zu rücken. Es ist eine unglaublich schöne Stadt, die so viel zu bieten und auch ein starkes Konzept hat“, sagt er.
>> Warum Schwimmstar Alexandra Wenk sich für Olympia in München starkmacht
Deutschlands zweitgrößte Metropole (und übrigens größte in der Europäischen Union, die nicht auch Hauptstadt ist) wirbt bei ihrer Olympia-Kandidatur vor allem mit Spielen der kurzen Wege und mit Nachhaltigkeit. „Das sind beides sehr wichtige Themen. Nachhaltigkeit sowieso, aber auch die geringen Distanzen. Die Schwimmer*innen bräuchten von ihrer Wettkampfstätte ins Olympische Dorf vielleicht 15 Minuten zu Fuß. Das ist alles schön kompakt“, findet Kammann.
Ausgetragen werden sollen die Wettbewerbe im Schwimmen, Synchronschwimmen und Wasserspringen vor großer Kulisse in einem temporären Becken im Volksparkstadion, in dem normalerweise die Fußballer des Hamburger SV kicken. Wasserball ist im Inselpark vorgesehen, die Freiwasserrennen in der Außenalster. „Ich finde es immer unglaublich, wenn im Stadion geschwommen wird – das schafft immer nochmal eine ganz andere, tolle Atmosphäre. Und Freiwasser in der Außenalster wäre auch super, weil es mitten in der Stadt liegt und dort alle zugucken können“, sagt Björn Kammann. Und bekommt direkt wieder glänzende Augen beim Gedanken an Olympia.
Doppelte Titelverteidigung im DSV-Pokal
Die Männer von Waspo 98 Hannover und die Frauen der Wasserfreunde Spandau 04 haben im DSV-Pokal ihre Titel aus dem Vorjahr erfolgreich verteidigt. Während die Spandauerinnen bei der Endrunde in Berlin am Samstag gegen den SC Chemnitz dominierten und mit 30:7 deutlich triumphierten, wurde Waspo vom ASC Duisburg sehr viel mehr gefordert. Erst dank einer Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit setzte sich Hannover letztlich mit 14:11 durch und bleibt damit auf nationaler Ebene seit September 2024 ungeschlagen. Für die Niedersachsen war es seit 2017 der achte Pokalsieg in zehn Jahren.
Duisburg fordert dem Favoriten alles ab
Das Finale der Männer war eine Neuauflage des Vorjahresendspiels, allerdings mit gänzlich anderem Spielverlauf. Damals hatte Hannover bereits nach dem ersten Viertel mit vier Toren geführt und so früh den Grundstein zum Sieg gelegt. Diesmal führte Duisburg nach den ersten acht Minuten mit 4:2. Auch in der Folge zeigte Waspo in der Offensive ungeahnte Schwächen und fand sich zur Halbzeit so erstmals in dieser Saison gegen einen nationalen Gegner in Rückstand wieder (5:7).
Kurz nach Wiederanpfiff baute der ASCD seinen Vorsprung sogar auf drei Tore aus. Erst ein Torwartwechsel von Felix Benke zu Max Spittank wirkte dann wie ein Weckruf für Hannover, das fortan besser ins Spiel fand und quasi mit der Viertelsirene zum Ausgleich kam. Im letzten Abschnitt brachte Nikola Milardovic die Niedersachsen erstmals seit dem 1:0 wieder in Führung – mit fünf Treffern war der Kroate auch insgesamt der erfolgreichste Torschütze beim Sieger an diesem Tag. Duisburg kam noch einmal zurück, doch die letzten drei Tore des Spiels gehörten allesamt Waspo und damit auch der Pokal.
„Es war das erwartet schwere Spiel. Wir hatten schon eine lange Saison, da darf man nicht erwarten, dass wir jedes Spiel mit 15 Toren Unterschied gewinnen. In den ersten beiden Vierteln waren wir etwas blockiert. Aber die Jungs haben Charakter gezeigt und waren da, als es darauf ankam. So spielen richtige Champs“, sagte Waspo-Trainer Aleksandar Radovic. Auf der Gegenseite haderte Vukasin Simic, mit vier Treffern bester Mann beim ASCD, anschließend ein wenig mit der verpassten Pokalsensation. „Gerade am Anfang haben wir sehr gut gespielt und genau das umgesetzt, was wir wollten. Aber dann haben wir ein paar Fehler in der Verteidigung gemacht, die uns einfache Tore gekostet haben. Das sind Dinge, die passieren, wenn man am Ende müde ist. Trotzdem bin ich sehr stolz auf meine Mannschaft. Wir haben gekämpft, jeder hat 110 Prozent gegeben. Und es ist ja noch nicht zu Ende. In der Liga wollen wir auch ins Finale, und dann geht es weiter.“
Auch die Bronzemedaille ging nach Hannover an die White Sharks, die sich im kleinen Finale mit 13:11 gegen den Duisburger SV 1898 behaupteten. Im Halbfinale am Freitag hatte der ASC Duisburg mit 19:7 gegen die White Sharks gewonnen, Waspo mit 27:8 gegen den Duisburger SV.
Spandaus Frauen bauen ihre historische Erfolgsserie weiter aus
Für die Spandauerinnen war es sogar schon der achte Titel in Folge seit 2019. Eine solche Erfolgsserie im DSV-Pokal gab es bei den Frauen noch nie und im deutschen Wasserball auch erst einmal: von 1979 bis 1987, als die Spandauer Männer im Pokal sogar neun Titel in Serie gewinnen konnten. „Wir sind stolz, dass wir den Verein so gut repräsentieren können“, sagte Berlins Kapitänin Gesa Deike – wohingegen die Männer des Klubs diesmal gar nicht erst in der Endrunde standen.
Das Endspiel gegen den SC Chemnitz war von Beginn an eine klare Angelegenheit. Zwar spielte das junge Team aus Sachsen, das erst seit dieser Saison wieder in der Bundesliga mitmischt, zunächst noch mutig mit. Der Favorit aus Berlin war aber einfach eine Klasse besser und abgezockter. 7:1 stand es nach dem ersten Viertel, 18:2 zur Halbzeit. „Wir wollten hier nichts anbrennen lassen. Nach dem gestrigen Halbfinale gegen Bochum (15:11 für Spandau, Anm. d. Red.) waren wir etwas enttäuscht, da wollten wir höher gewinnen. Heute konnten wir das deutlich besser gestalten“, sagte Gesa Deike. Nach drei Vierteln betrug der Vorsprung bereits 26:5, am Ende prangte ein 30:7 auf der Anzeigetafel. Die Chemnitzer Kapitänin Clara Marie Straach war trotzdem zufrieden mit dem Auftritt ihrer Mannschaft. „Wir wussten ja, dass Spandau stärker und erfahrener ist. Unser Ziel war es, hier eine gute Leistung zu zeigen, das ist uns gelungen. Der zweite Platz ist für uns Gold wert.“
Beste Torschützin bei den Siegerinnen war Dora Kangler mit fünf Treffern. Für Chemnitz traf Mia Frisch drei Mal. Die Bronzemedaille sicherte sich Rekord-Pokalsieger SV Blau-Weiß Bochum (neun Siege) durch ein 30:8 gegen den Uerdinger SV 08. Uerdingen hatte den Finaleinzug tags zuvor gegen Chemnitz erst im Fünfmeterwerfen (15:16) verpasst.
Warum der ASC Duisburg bei der Pokalendrunde eine einmalige Chance wittert
Als aktuell bester Torjäger der Wasserball-Bundesliga hat Nationalspieler Elias Metten großen Anteil an der bislang so erfolgreichen Saison seines Klubs ASC Duisburg. Die Duisburger beendeten die Vorrunde als Zweiter noch vor Rekordchampion Wasserfreunde Spandau 04, nach zwei klaren Siegen im Viertelfinale steht man in den Play-offs nun in der Vorschlussrunde. Noch bevor es dort um den Einzug ins Ligafinale geht, wollen die Duisburger nun bei der DSV-Pokalendrunde am 01./02. Mai in Berlin ihre Saison veredeln und den ersten nationalen Titel seit dem Double 2013 gewinnen.
Die Chancen stehen in diesem Wettbewerb so gut wie in keinem anderen. Im Halbfinale trifft der ASCD am Freitag zunächst auf die White Sharks Hannover, die man in der Liga zweimal geschlagen hat. Im anderen Semifinale ist Titelverteidiger Waspo 98 Hannover gegen den Duisburger SV 98 klar favorisiert. „Klar müssen wir erst einmal das Spiel gegen die White Sharks gewinnen. Aber wir gucken auch schon auf Waspo und bereiten uns darauf vor“, sagt Elias Metten. Auch er weiß: In einer Play-off-Serie wäre Hannover, das national seit nunmehr fast zwei kompletten Spielzeiten nicht mehr verloren hat, wohl zu stark. „Aber im Pokal ist es nur ein Spiel, da kann alles passieren“, so Metten. „Das ist eine einmalige Chance. Und wir werden alles geben, was wir haben.“
Nach mehreren Abgängen im Sommer schien das Team des ASC Duisburg zunächst schwächer als noch in der Vorsaison. „Aber genau deshalb hat jeder von uns noch mehr Verantwortung übernommen. Wir sind als Mannschaft zusammengewachsen und harmonieren alle extrem gut miteinander. Und dann läuft es eben“, begründet Elias Metten den derzeitigen Erfolg. Das Team, das es zu schlagen gilt, bleibt aber Waspo Hannover. Seit 2017 haben die Niedersachsen in neun Jahren sieben Mal den DSV-Pokal geholt; in der laufenden Saison stehen sie auch in der Champions League unter den besten acht Klubs Europas. „Das ist nochmal eine andere Klasse“, sagt Metten. Und freut sich umso mehr auf ein mögliches Endspiel am Samstag gegen diesen Gegner.
Vorweggenommenes Endspiel bei den Frauen zwischen Spandau und Bochum
Die DSV-Pokalendrunde wird in auch in diesem Jahr wieder als gemeinsames Turnier beider Geschlechter ausgetragen. Bei den Frauen sind die Titelverteidigerinnen aus Berlin abermals die Favoritinnen. Die Wasserfreunde Spandau 04 haben seit 2019 in jedem Jahr den DSV-Pokal gewonnen, inzwischen also schon sieben Mal hintereinander. Mehr Titel hat bei den Frauen nur noch der SV Blau-Weiß Bochum als Rekordsieger dieses Wettbewerbs (neun Siege) zu Buche stehen. Eben jene Bochumerinnen treffen diesmal schon im Halbfinale auf Spandau – es ist das Top-Spiel des ersten Tages und ein vorweggenommenes Endspiel zwischen den beiden führenden Frauenteams des Landes. Das andere Halbfinale bestreiten der Uerdinger SV 08 und der SC Chemnitz. Auch hier finden das Endspiel und das Spiel um Platz drei dann am Samstag statt.
Tagestickets für die Pokalendrunde sind noch verfügbar und kosten 15,00 oder ermäßigt 10,00 Euro. Die Turnierkarte für beide Tage ist für 25,00 zu haben (ermäßigt 15,00). Für alle, die nicht in Berlin dabei sein können, hat die SG Neukölln Berlin als Ausrichter außerdem einen Livestream aller Partien unter waterpolo.stream eingerichtet.
Der Spielplan der DSV-Pokalendrunde
Freitag, 01. Mai 2026:
13:00 Uhr: 1. Halbfinale Frauen Uerdinger SV 08 – SC Chemnitz
15:00 Uhr: 1. Halbfinale Männer ASC Duisburg – White Sharks Hannover
17:00 Uhr: 2. Halbfinale Männer Duisburger SV 98 – Waspo 98 Hannover
19:00 Uhr: 2. Halbfinale Frauen SV Blau-Weiß Bochum – Wasserfreunde Spandau 04
Samstag, 02. Mai 2026:
12:00 Uhr: Spiel um Platz Männer
14:00 Uhr: Spiel um Platz drei Frauen
16:00 Uhr: Finale Frauen
18:00 Uhr: Finale Männer
