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Deutschland ist im Freiwasser auch in der Staffel unschlagbar
Vier Tage lang begeisterten die Freiwasserschwimmer*innen bei der Schwimm-WM das Publikum, und an jedem einzelnen davon war auf der Insel Sentosa anschließend die deutsche Hymne zu hören. Da war der Sonntag keine Ausnahme. Denn in der Staffel gelang dem Freiwasserteam des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) der perfekte Abschluss dieser goldenen Tage von Singapur. Celine Rieder (Sport-Union Neckarsulm), Oliver Klemet (SG Frankfurt), Isabel Gose (SC Magdeburg) und Florian Wellbrock (SC Magdeburg) schwammen in 1:09:13,3 Stunden zum Titel, dem insgesamt vierten für Deutschland bei diesen Weltmeisterschaften.
Das DSV-Team siegte vor Italien (1:09:15,4) und Ungarn (1:09,16,7). Und auch wenn der Erfolg eine echte Mannschaftsleistung war, diesmal übrigens komplett durch die Magdeburger Trainingsgruppe von Bundestrainer Bernd Berkhahn, so ragte doch einer aus dem deutschen Quartett nochmal heraus: Florian Wellbrock.
Vier Rennen, vier Titel: Florian Wellbrock mit perfekter Freiwasserbilanz in Singapur
Als Schlussschwimmer brachte er nicht nur den Sieg nach Hause. Nach seinen Goldmedaillen zuvor über fünf und zehn Kilometer sowie im Knockout Sprint sicherte er sich zugleich sein insgesamt viertes Gold bei diesen Titelkämpfen und durfte sich damit in jedem Rennen, in dem er an den Start ging, am Ende auch als Sieger feiern lassen – eine perfekte Bilanz für den 27-Jährigen. „Ich habe absolut nicht mit viermal Gold gerechnet. Ich konnte gestern nicht gut schlafen, weil ich so nervös war. Ich wusste, wir können heute Geschichte schreiben. Ich bin so stolz auf mein Team, wir haben heute einen tollen Job gemacht. Und viermal Gold in vier Events ist fantastisch“, jubelte er.
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Insgesamt war es der fünfte Titel für eine deutsche Staffel in der WM-Geschichte. Diesmal hatte man sich für eine Aufstellung Frau-Mann-Frau-Mann entschieden, wie zum Beispiel auch Australien und Frankreich, wohingegen Italien und Ungarn zunächst jeweils zwei Frauen ins Wasser schickten und hintenraus die beiden Männer. Aus diesen unterschiedlichen Besetzungen ergab sich eine besondere Spannung. Als Deutschland 2022 in Budapest (HUN) letztmals Gold in dieser Disziplin gewann, gelang das übrigens ebenfalls mit dieser Taktik, was sich letztlich als gutes Omen herausstellen sollte.
Deutschland mit der richtigen Taktik fürs Staffelgold
Celine Rieder ging als Erste ins Wasser und lieferte ein starkes Rennen ab. Als Sechste übergab sie an Oliver Klemet, wobei die vor ihr liegenden Teams im weiteren Rennverlauf keine Rolle mehr spielen sollten. Viel wichtiger war, dass Rieder die anderen Top-Nationen auf Distanz halten konnte. Klemet musste dann zwar Marc-Antoine Olivier (FRA) passieren lassen, zusammen erschwammen sich die beiden aber einen ordentlichen Vorsprung von bereits über einer halben Minute auf den Rest des Feldes.
Als Nächste war Isabel Gose an der Reihe, die nicht lange fackelte und sich direkt an Ines Delacroix vorbeischob und in der Folge um einige Meter von ihrer französischen Konkurrentin lösen konnte. Während von hinten die Männer aus Italien und Ungarn heranstürmten, hatte Gose dank dieses klugen Schachzugs an der Spitze freie Bahn. „Ganz großen Respekt für alle hier, Freiwasser ist so hart. Ich bin für unser Team geschwommen und super happy“, meinte sie anschließend.
In Führung liegend übergab Gose an Wellbrock – knapp zehn Sekunden vor Italien und Frankreich. Die ganze Woche über war bei den WM-Rennen niemand am Magdeburger vorbeigekommen, und so sollte es auch diesmal bleiben. Zwar kam die Konkurrenz um Gregorio Paltrinieri (ITA) und Logan Fontaine (FRA) noch einmal heran, auch die Ungarn mit Dávid Bethlehem und Australien versuchten nochmal alles. Doch immer, wenn ihm ein Gegner mit viel Aufwand näher gerückt war, schaltete der Deutsche kurzzeitig einen Gang hoch und verteidigte so erfolgreich Platz eins. Trotzdem habe er am Ende richtig Angst bekommen, gestand Wellbrock. „Erst dachte ich, Logan war hinter mir und dann habe ich geschaut und realisiert, dass es Greg hinter mir ist. Da wusste ich: keine Zeit mehr für Spielchen. Dann habe ich meine Beine eingesetzt und meine Geschwindigkeit genutzt.“ Der Rest war dann nur noch purer Jubel.
Isabel Gose und Lea Boy werden Fünfte bei spektakulärer WM-Premiere des Knockout Sprints
Bei der Einführung des Knockout Sprints im Freiwasser hatte der Schwimm-Weltverband vor allem eines im Sinn gehabt: den Unterhaltungsfaktor. Mehrere enge Finish-Entscheidungen innerhalb kürzester Zeit begeistern das Publikum bei diesem Ausscheidungsrennen über drei Runden und insgesamt drei Kilometer, das in Singapur erstmals im WM-Programm steht. Und die WM-Premiere hätte am Samstag wohl kaum spektakulärer ausfallen können.
Noch an der letzten Wendeboje durfte sich nahezu das gesamte Finalfeld bei den Frauen Chancen auf eine Medaille machen. Auf der Zielgeraden des abschließenden 500m-Rennens spitzte sich der Kampf ums Edelmetall dann weiter zu. Mittendrin auch die beiden Deutschen: Isabel Gose (SC Magdeburg) und Lea Boy (SV Würzburg 05), die sich in den beiden Runden zuvor über 1500 Meter und 1000 Meter bis hierhin durchgesetzt hatten. Gose setzte sich kurz hinter der letzten Boje sogar an die Spitze, auch Boy machte noch einmal mächtig Druck. Eine weitere deutsche Medaille bei diesen Weltmeisterschaften schien möglich, vielleicht sogar zwei. Dann aber zündete die Japanerin Ichika Kajimoto auf der Außenbahn den Turbo und zog mit unglaublicher Schlagfrequenz noch an allen vorbei zum Sieg in 6:19,9 Minuten. Zweite wurde Ginevra Taddeucci (ITA/6:21,9).
Dahinter wurde der Kampf um Bronze erst im Fotofinish entschieden: Am Ende teilten sich Moesha Johnson (AUS) und Bettina Fábián (HUN/beide 6:23,1) den dritten Platz – nur zwei Zehntelsekunden vor den beiden Deutschen, die auf einem ebenfalls geteilten fünften Platz hauchdünn an einer Medaille vorbeischrammten.
>> Alle WM-Ergebnisse vom Freiwasserschwimmen
„Top fünf bei einer WM, was will man mehr?“, meinte Lea Boy. „Das ist jetzt natürlich ärgerlich, dass wir alle nebeneinander waren und jetzt der fünfte Platz dabei rausgekommen ist. Aber ich bin super zufrieden. Nach der Enttäuschung von den zehn Kilometern war das jetzt ein gelungener Abschluss.“ Über die olympische Distanz war die 25-Jährige vor drei Tagen vorzeitig ausgestiegen. „Es war einfach zu heiß. Und bevor man da dann ein Risiko eingeht, dass was passiert, haben wir uns dazu entschlossen, dass ich rausgehe und wir jetzt dieses Rennen noch vorbereiten. Und jetzt ist die Distanz natürlich deutlich kürzer mit 15 Minuten, zehn Minuten und fünf Minuten. Da ist es dann nicht so relevant.“
Während Boy schon über massig Freiwassererfahrung verfügt und gerade auch im Knockout Sprint in dieser Saison mit Platz eins und drei im Weltcup sowie EM-Bronze schon sehr erfolgreich war, bedeutete das Rennen am Samstag für Isabel Gose ihre WM-Premiere im offenen Gewässer. „Es war ungewohnt. Wenn man da versucht so wegzuziehen und nicht so richtig wegkommt, weil man da rechts jemanden hat, der genauso schnell ist wie du. Aber ich glaube, es war eine Erfahrung wert“, meinte die Magdeburgerin, die auch im Weltcup erst einmal (über zehn Kilometer) im Freiwasser geschwommen war.
Bundestrainer Bernd Berkhahn, ihr Heimtrainer, hatte schon im Vorfeld geahnt, dass das neue Format seiner Athletin entgegenkommen könnte. Aus dem Becken bringt sie mit ihren dortigen Strecken 400m, 800m und 1500m Freistil genau die richtigen Leistungen mit. Zudem ging sie anders als so manche Konkurrentin, die bereits die fünf und/oder zehn Kilometer absolviert hatte, ausgeruht ins diesmal 30,4 Grad warme Wasser. „Das Tempo war von Anfang an deutlich schneller, als ich gedacht hatte. Aber da wird natürlich der Ehrgeiz von jedem Mädel geweckt, eine Runde weiterzukommen“, sagte Gose, die am Sonntag auch noch in der Staffel antritt. Auch dort dann wieder mit großen Ambitionen: „Ich habe Lust darauf, das Team nach vorne zu pushen und da einen guten Platz zu belegen.“
Das sind die WM-Starts der DSV-Aktiven in Singapur
Mehr als 2.000 Aktive aus über 200 Ländern werden an den Weltmeisterschaften in Singapur teilnehmen, die am kommenden Freitag (11. Juli) beginnen. In den fünf verschiedenen Wassersportarten treten dabei auch insgesamt 46 Sportler*innen aus Deutschland an.
Beim Beckenschwimmen stehen mittlerweile auch die Meldungen für die einzelnen Disziplinen fest. Olympiasieger Lukas Märtens hat sein Wettkampfprogramm gegenüber den Spielen von Paris (FRA) leicht verändert. Der 23-Jährige vom SC Magdeburg verzichtet auf die 200m Freistil an Tag zwei (Vorlauf und Halbfinale) und drei (Finale) der Beckenwettbewerbe, startet stattdessen aber über 800m Freistil. Zwischen seinem 400m-Rennen gleich zum Auftakt am 27. Juli bleibt ihm so ein kompletter Tag Pause bis zum 800m-Vorlauf an dritten Tag.
In Paris war Märtens nach seinem Olympiasieg über 400m Freistil und einer besonders kurzen Nacht letztlich Fünfter auf der 200m-Strecke geworden. „Beides, also 200 und 800 Meter, funktioniert einfach nicht nach den 400 Metern innerhalb von drei, vier Tagen“, sagte Märtens. Die Entscheidung über das Wettkampfprogramm fiel diesmal besonders schwer und wurde in enger Absprache mit Bundestrainer Bernd Berkhahn erst kurz vor dem Meldeschluss am vergangenen Freitag fixiert. Denn in der aktuellen Weltjahresbestenliste liegt der 400m-Weltrekordler über 200m Freistil bislang auf Rang drei (1:44,25) hinter Olympiasieger David Popovici (ROU/1:43,64) und dem neuen Kurzbahn-Weltrekordler Luke Hobson (USA/1:43,73). Über 800m Freistil rangiert weltweit sogar nur Landsmann Sven Schwarz (Waspo 98 Hannover) mit seinem Europarekord (7:38,12) von den Deutschen Meisterschaften vor dem Magdeburger Märtens (7:39,10).
Für Maya Werner hat sich das WM-Programm dagegen noch vergrößert. Die 20-Jährige vom SC Magdeburg gewann bei der U23-EM in Samorin (SVK) unlängst über 400m und 800m Freistil und unterbot auf der längeren der beiden Strecken dabei nun auch noch den A-Cut des Weltverbandes für die Teilnahme an den Welttitelkämpfen. So konnte der Deutsche Schwimm-Verband e.V. (DSV) die junge Aufsteigerin auch noch für diese Disziplin melden, für die 400m Freistil war Werner ohnehin schon qualifiziert. Und da die Staffel über 4x200m Freistil nach dem WM-Verzicht von Julia Mrozinski (SCW Eschborn) aus persönlichen Gründen in Singapur nicht antreten wird, darf WM-Debütantin Werner zum Sammeln von Erfahrungen zusätzlich auch noch im 200m-Einzel antreten.
Die WM-Starts des DSV-Teams im Beckenschwimmen
Isabel Gose (SC Magdeburg):
400m Freistil (PB 4:02,14/DR)
800m Freistil (PB 8:17,53)
1500m Freistil (PB 15:41,16/DR)
Angelina Köhler (SG Neukölln Berlin):
50m Schmetterling (PB 25,55/DR)
100m Schmetterling (PB 56,11/DR)
50m Freistil (PB 24,82)
Anna Elendt (SG Frankfurt):
50m Brust (PB 30,10/DR)
100m Brust (PB 1:05,58/DR)
200m Brust (PB 2:23,54/DR)
Nina Holt (SC Magdeburg):
100m Freistil (PB 53,81)
Maya Werner (SC Magdeburg):
200m Freistil (PB 1:58,81)
400m Freistil (PB 4:06,02)
800m Freistil (PB 8:29,53)
Lise Seidel (SC Chemnitz):
200m Rücken (PB 2:10,76)
Nina Sandrine Jazy (SG Essen):
Staffelteilnehmerin
Julianna Dora Bocska (SG Essen):
Staffelteilnehmerin
Lukas Märtens (SC Magdeburg):
400m Freistil (PB 3:39,96/WR)
800m Freistil (PB 7:39,10)
200m Rücken (PB 1:55,97)
Josha Salchow (SV Nikar Heidelberg):
50m Freistil (PB 21,99)
100m Freistil (PB 47,80/DR)
100m Schmetterling (PB 51,28)
Oliver Klemet (SG Frankfurt):
400m Freistil (PB 3:42,81)
Sven Schwarz (Waspo 98 Hannover):
800m Freistil (PB 7:38,12/ER)
1500m Freistil (PB 14:36,82)
Florian Wellbrock (SC Magdeburg):
1500m Freistil (PB 14:34,89/DR)
Melvin Imoudu (Potsdamer SV):
50m Brust (PB 26,62/DR)
100m Brust (PB 58,84)
Lucas Matzerath (SG Frankfurt):
50m Brust (PB 26,80)
100m Brust (58,74/DR)
Luca Nik Armbruster (SG Neukölln Berlin):
50m Schmetterling (PB 22,92/DR)
100m Schmetterling (PB 51,21)
Vincent Passek (Berliner TSC):
50m Rücken (PB 24,87)
Cedric Büssing (SG Essen):
400m Lagen (PB 4:11,52/DR)
Rafael Miroslaw (SG HT 16 Hamburg):
Staffelteilnehmer
Kaii Liam Winkler (SG Neukölln Berlin):
Staffelteilnehmer
Jarno Bäschnitt (Team Bochum):
Staffelteilnehmer
Timo Sorgius (SSG Leipzig):
Staffelteilnehmer
Der DSV meldet Staffeln für folgenden WM-Wettbewerbe:
4x100m Freistil Frauen
4x100m Lagen Frauen
4x100m Freistil Männer
4x100m Lagen Männer
4x200m Freistil Männer
4x100m Freistil Mixed
4x100m Lagen Mixed
Als Trainer*innen vor Ort im Einsatz sind:
Bernd Berkhahn, Stephan Wittky, Franziska Hentke, Emil Guliyev, Lasse Frank und Santiago Marquez Fuentes.
Viermal Silber für das DSV-Team zum Abschluss der JEM 2025
Der Abschlusstag der Europameisterschaften der Junior*innen in Samorin (SVK) war zugleich der erfolgreichste für das Team des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV). Gleich viermal Silber fischten die DSV-Aktiven am Sonntag aus dem wunderschönen Freibad des Donau-Städchens in der Westslowakei. In der Gesamtbilanz stehen nach sechs JEM-Tagen damit insgesamt zehn Mal Edelmetall zu Buche, nur Großbritannien (19 und davon neun Gold), Italien und Spanien (je 14 und davon je vier Gold) kamen auf mehr Medaillen bei diesen Titelkämpfen. Und in der Team Trophy, die sämtliche Finalplatzierungen berücksichtigt, kam Deutschland sogar auf Rang drei hinter Italien und Großbritannien.
Alle JEM-Ergebnisse im Überblick
„Das war ein gelungener Abschluss, damit haben wir unser vorab ausgegebenes Medaillenziel erreicht“, bilanzierte Nachwuchs-Bundestrainer Carsten Gooßes. Erfolgreichste Deutsche war Lena Ludwig. Nach Gold über 200m Brust schwamm die 18-Jährige vom SV Nikar Heidelberg über 100m Brust in 1:08,10 Minuten auf den zweiten Rang hinter 50m-Siegerin Smilte Plytnkaite (LTU/1:07,21). Fünfte wurde zudem Hannah Schneider (Hofheimer SC/1:09,24), die mit ihren 17 Jahren auch im kommenden Jahr noch einmal um die JEM-Medaillen mitkämpfen kann.
Noelle Benker fehlen gleich zweimal nur wenige Hundertstel zu Gold
Später am Abend verhalf Ludwig mit einer Splitzeit von 1:07,89 auch der Staffel über 4x100m Lagen zu Silber. Nach 4:04,34 Minuten fehlten dort an der Seite von Noelle Benkler (SV Nikar Heidelberg/1:02,70 auf Rücken), Yara Fay Riefstahl (SC Chemnitz/58,97 auf Schmetterling) und Linda Roth (SV Cannstatt/54,78 im Kraul) nur winzige vier Hundertstel zu Sieger Italien.
Schon zu Beginn des letzten Finalabschnitts hatte Benkler Gold über 200m Lagen in 2:12,74 Minuten um lediglich zwölf Hundertstel verpasst. Lange lag die Heidelbergerin sogar vorn, erst auf den letzten Metern zog 400m-Siegerin Amalie Smith (GBR) erneut an ihr vorbei. Die erste 16 Jahre alte Laura Sophie Kohlmann (SG Essen/2:14,88) wurde Fünfte.
Nach dem Regen schwimmt Liebmann zum dritten Edelmetall
Seine dritte Medaille erkämpfte sich auch Johannes Liebmann. Nach Silber und Bronze auf den langen Freistilstrecken schaffte es der 18-Jährige vom SC Magdeburg auch über 400m Freistil auf den zweiten Rang. In 3:49,07 Minuten musste der Vorlaufschnellste im Finale nur dem neutralen Athleten Grigorii Vekovishchen (AIN/3:48,71) den Vortritt lassen. Bronze ging an Kuzey Tuncelli (TUR/3:49,50). Liebmann bewies dabei Nervenstärke, vor dem letzten Einzelrennen der Titelkämpfe hatte Regenschauer für eine Unterbrechung des Wettkampfprogramms gesorgt. Doch Liebmann ließ sich davon nicht aus der Bahn bringen.
Auch Jan Malte Gräfe (Potsdamer SV) hätte es beinahe noch einmal aufs Podium geschafft. Nach 50m-Bronze wurde der Brustschwimmer im 100m-Rennen in 1:00,99 Minuten Vierter. Sieger Filip Nowacki (GBR) schaffte den Goldhattrick und brach mit 59,59 Sekunden sogar den nationalen Altersklassenrekord von Adam Peaty, dem Superstar des Brustschwimmens.
Gelungene Auftritte zeigten in den Finals auch Larus Thiel (SG Bayer), der über 50m Schmetterling in 24,12 Sekunden auf Rang sieben sprintete. Zum Champion stieg hier Dean Fearn (GBR/23,29) vor. Zudem wurde Mitja Bauer (SSG Leipzig) in 56,49 Sekunden Achter 100m Rücken, den Sieg sicherte sich John Shortt (IRL/54,09). Eine beeindruckende Leistung zeigte auch Luca Hoek (ESP) beim Sieg über 100m Freistil in 48,25 Sekunden.
Die deutschen Medaillengewinner*innen bei der JEM 2025
Gold
Lena Ludwig (SV Nikar Heidelberg) 200m Brust
Silber
Noelle Benkler (SV Nikar Heidelberg) 200m Lagen
Noelle Benkler (SV Nikar Heidelberg) 400m Lagen
Lena Ludwig (SV Nikar Heidelberg) 100m Brust
Johannes Liebmann (SC Magdeburg) 400m Freistil
Johannes Liebmann (SC Magdeburg) 1500m Freistil
4x100m Lagen Frauen mit Noelle Benkler (SV Nikar Heidelberg), Lena Ludwig (SV Nikar Heidelberg), Yara Fay Riefstahl (SC Chemnitz), Linda Roth (SV Cannstatt)
Bronze
Johannes Liebmann (SC Magdeburg) 800m Freistil
Jan Malte Gräfe (Potsdamer SV) 50m Brust
4x100m Freistil Frauen mit Linda Roth (SV Cannstatt), Leni Labarre (SC Magdeburg), Zara Selimovic (SG Essen) und Svenja Götting (SSG Reutlingen/Tübingen)
Traumstart bei der U23-EM mit Gold für Maya Werner und Sven Schwarz
Besser hätten die U23-Europameisterschaften in Samorin (SVK) gar nicht beginnen können für die Mannschaft des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV). Gleich beim Auftakt kraulte Maya Werner (SC Magdeburg) zur Goldmedaille über 800m Freistil. In 8:29,53 Minuten blieb die direkt aus dem Höhentrainingslager in Font Romeu (FRA) angereiste Werner rund sechs Sekunden unter ihrer bisherigen persönlichen Bestzeit. Silber ging an Klaudia Tarasiewicz (POL/8:33,93) vor Artemis Vasilaki (GRE/8:34,35). Marian Plöger (SV Cannstatt/8:43,49) wurde Sechste.
Die beeindruckende Leistungsentwicklung der Hoffnungsträgerin setzt sich damit fort. Vor dieser Saison war Maya Werner aus Heidelberg in die Topgruppe von Bundestrainer Bernd Berkhahn nach Magdeburg gewechselt. Dort wurde die Sportsoldatin dann erst viermalige Militär-Weltmeisterin und an diesem Donnerstag nun auch U23-Europameisterin. Und zwischendurch hatte sie sich über 400m Freistil und die 4x200m-Staffel auch das Ticket für die Weltmeisterschaften in Singapur (11. Juli – 03. August) gesichert.
Und selbst über einen 800m-Start könnte man nun nachdenken, denn in Samorin blieb Werner jetzt auch unter der WM-Norm des DSV (8:31,80), unter dem A-Cut des Weltverbandes (8:34,62) sowieso. „Die ersten Wochen in Magdeburg waren eine sehr große Umstellung für mich, im Training und Alltag. Das hat erstmal seine Zeit gedauert, bis ich damit zurechtgekommen bin“, sagte Werner. „Das tagtägliche Messen im Training mit einer Topathletin wie Isabel Gose hat mich aber stark vorangebracht.“
Topleistungen direkt nach Rückkehr aus dem Höhentraining
Bei drückender Schwüle und auch nach 19:00 Uhr immer noch weit über 30 Grad Außentemperatur zeigte wenig später auch Sven Schwarz (Waspo 98 Hannover) eine beeindruckende Leistung. Der Europarekordler und Titelverteidiger über 800m holte sich am Freitag die Goldmedaille über 1500m Freistil in 14:38,96 Minuten vor Emile Vincent (FRA/14:59,62) und Filippo Bertoni (ITA/15:10,31). Arne Schubert (SC Magdeburg/15:22,89) belegte mit seiner Zeit vom Vormittag am Ende Rang fünf.
„Mit der Zeit sind wir beide sehr zufrieden, das war kaum langsamer als bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin“, sagte Schwarz‘ Trainer Emil Guliyev. „Sven hat trotz der hohen Belastung im Höhentraining und der extremen Bedingungen hier keine Müdigkeit gezeigt. Das pusht vor der WM natürlich noch einmal das Selbstbewusstsein.“
Olympiasieger Popovici mit Weltjahresbestzeit
Für eine weitere Kracherleistung sorgte Rumäniens Superstar David Popovici. Über 200m Freistil stellte der 20-Jährige in 1:43,64 Minuten sogar eine neue Weltjahresbestzeit auf und war damit rund eine Sekunde schneller als bei seinem Olympiasieg in Paris (FRA). Der U23-Titel war einer der wenigen, die ihm in seiner beeindruckenden Sammlung noch fehlte.
Hinter Petar Mitsin (BUL/1:46:48) und Charlie Hutchison (GBR/1:46,84) verpasste Jarno Bäschnitt (1:46,91) in diesem Rennen eine Medaille nur um winzige sieben Hundertstel. Die neue persönliche Bestzeit dürfte dem 19-Jährigen vom Team Bochum aber zusätzlichen Schwung geben vor seiner ersten WM-Teilnahme. In Singapur wird 2,02-Meter-Mann Bäschnitt wie Timo Sorgius in der 4x200m-Freistilstaffel schwimmen, der Leipziger zeigte in der Slowakei als Sechster (1:47,93) ebenfalls eine überzeugende Form.
Platz fünf belegte die Mixedstaffel über 4x100m Lagen mit Lise Seidel (SC Chemnitz), Jeremias Pock (1. FCN), Julian Koch (SG Essen) und Nina Holt (SC Magdeburg). In 3:50,87 Minuten schlug das DSV-Quartett rund zweieinhalb Sekunden hinter Sieger Polen (3:48,25) an. Pock war zuvor bereits mit einer Finalteilnahme über 50m Brust in die Titelkämpfe eingestiegen. In 28,07 Sekunden wurde er dort beim Sieg von Luka Mladenovic (AUT/26,72) Achter.
U23-EM in der Slowakei: Sven Schwarz strebt Titelverteidigung an
Der Zulauf bei der zweiten Auflage der U23-Europameisterschaften im Schwimmen ist riesig. 373 Aktive aus 42 Ländern nehmen ab Donnerstag an den Titelkämpfen in Samorin (SVK/26. – 28. Juni) teil, darunter namhafte Stars wie Freistil-Olympiasieger David Popovici (ROU) oder Schmetterlings-Weltmeister Diogo Ribeiro (POR). Das 23-köpfige Team des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) wird von 800m-Europarekordler Sven Schwarz angeführt. Die Finals sind ab 18:00 Uhr im kostenpflichtigen Livestream auf Euroaquaticstv.com zu sehen, die Vorläufe jeweils ab 09:30 Uhr.
>> Startlisten und Ergebnisse der U23-EM
Langstreckenspezialist Schwarz ist für die 800m und 1500m Freistil gemeldet. Auf seiner Europarekordstrecke geht der 23-Jährige von Waspo 98 Hannover dabei als Titelverteidiger an den Start. Neun weitere DSV-Aktive nutzen die Rennen in Samorin zur Vorbereitung auf die Weltmeisterschaften in Singapur, wo die Beckenwettbewerbe am 27. Juli beginnen. Schwarz kommt direkt aus der Höhenluft aus Font Romeu (FRA), wo er drei Wochen lang in der Trainingsgruppe von Bundestrainer Bernd Berkhahn mittrainierte. Anders als Florian Wellbrock und Oliver Klemet, die an diesem Wochenende (wie auch Angelina Köhler oder Melvin Imoudu) beim zeitgleich stattfindenden Sette Colli-Meeting in Rom (ITA) Wettkampfpraxis sammeln, entschied sich Schwarz für den Trip in die Slowakei.
>> Startlisten und Ergebnisse des Sette Colli
„Für mich war das ein logischer Schritt, als ich mit meinem Trainer Emil Guliyev die Planungen festlegte“, sagte Schwarz. „Ich kann die U23 noch ein letztes Mal schwimmen und habe die Chance, meinen Titel zu verteidigen – warum sollte ich darauf verzichten? Die U23-EM vor zwei Jahren in Dublin hat mir damals zudem riesigen Spaß gemacht.“
Die Freude etwas trüben könnte einzig die große Hitze, die im Freibad des riesigen Sport- und Wellnessparks X-Bionic Sphere erwartet wird. Laut Wettervorhersage ist in den kommenden Tagen mit Temperaturen von weit über 30 Grad zu rechnen. „Im Freibad macht es eigentlich immer Spaß zu schwimmen. Es kann nur schwierig werden, wenn man in die Mittagshitze reinschwimmt. Ich hatte das bei der EM 2022 in Rom bei meinem 800-Meter-Vorlauf mal, das schlaucht dann sehr, man schwitzt auch extrem“, so Schwarz. „Wir müssen damit halt gut umgehen. Ich denke, das kann auch jeder bei uns.“ Hilfreich auf der Suche nach Schatten wird auf jeden Fall sein, dass die Unterkünfte der Teams direkt in Poolnähe auf dem Gelände des Sportparks liegen. Samorin versprüht da womöglich sogar eine ähnliche Atmosphäre wie das olympische Dorf.
Alle DSV-Starts bei der U23-EM
| 26. Juni | 50m Brust Frauen | |
| 200m Rücken Männer | Cedric Büssing | |
| 100m Schmetterling Frauen | ||
| 200m Freistil Männer | Jarno Bäschnitt | |
| 50m Rücken Frauen | ||
| 50m Brust Männer | Jeremies Pock | |
| 200m Freistil Frauen | Julianna Dora Bocska | |
| 100m Schmetterling Männer | Louis Dramm | |
| 200m Lagen Frauen | ||
| 1500m Freistil Männer (Zeitlauf) | Moritz Bockes | |
| 800m Frauen (Zeitlauf) | Marian Plöger | |
| 4x100m Lagen Mixed | DSV | |
| 27. Juni | 400m Freistil Frauen | Marian Plöger |
| 400m Freistil Männer | Jarno Bäschnitt | |
| 100m Brust Frauen | ||
| 50m Rücken Männer | Vincent Passek | |
| 200m Schmetterling Frauen | ||
| 50m Freistil Männer (Finale Skins) | Julian Koch | |
| 100m Rücken Frauen | Lise Seidel | |
| 200m Brust Männer | Kenneth Bock | |
| 50m Freistil Frauen | Julianna Dora Bocska | |
| 200m Schmetterling Männer | Louis Schubert | |
| 400m Lagen Frauen | ||
| 400m Lagen Männer | Cedric Büssing | |
| 28. Juni | 200m Brust Frauen | |
| 100m Rücken Männer | Vincent Passek | |
| 50m Schmetterling Frauen | ||
| 100m Freistil Männer | Julian Koch | |
| 200m Rücken Frauen | Lise Seidel | |
| 100m Brust Männer | Kenneth Bock | |
| 100m Freistil Frauen | Julianna Dora Bocska | |
| 50m Schmetterling Männer | Louis Schubert | |
| 200m Lagen Männer | Cedric Büssing | |
| 1500m Freistil Frauen | Marian Plöger | |
| 800m Freistil Männer | Moritz Bockes | |
| 4x100m Freistil Mixed | DSV |
Arne Schubert verpasst zweite JEM-Medaille mit der Staffel knapp
Am Ende probierte Arne Schubert noch einmal alles. Der 18-Jährige vom SC Magdeburg kraulte satte 30 Sekunden schneller als die Toprivalen in der dreiköpfigen Spitzengruppe, doch in den Medaillenkampf eingreifen konnte er trotzdem nicht mehr. Bei den Europameisterschaften der Junior*innen im Freiwasserschwimmen in Setúbal (POR) gewann so Italien die Mixed-Staffel der U19 über 4x1,5km vor Frankreich, bei dem Emile Mesmacque das dritte JEM-Gold nur um acht Hundertstel verpasste, Ungarn und eben Deutschland. In der U16 belegte das Quartett des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. zum Abschluss der Titelkämpfe den siebten Rang.
Am Abend zuvor hatte Schubert im Knockout Sprint bereits Silber erkämpft. „Ich bin froh, wie diese JEM für mich gelaufen ist“, sagte der Blondschopf. „Auch wenn es im Schlussspurt des Knockout Sprints ziemlich hart zur Sache ging und ich auch einmal untergetaucht wurde, sonst hätte es womöglich sogar zu mehr reichen können. Trotzdem sage ich, ich habe Silber gewonnen und nicht Gold verloren. Ich bin direkt aus dem Höhentrainingslager angereist und freue mich, dass ich hier so abliefern konnte.“
Arne Schubert reist weiter zur U23-EM im Beckenschwimmen
Die Form stimmt, diese Erkenntnis nimmt Schubert jetzt mit zu den U23-Europameisterschaften nach Samorin (SVK) am kommenden Wochenende. „Ich habe das Glück, zwei Saisonhöhepunkte zu haben. Da will ich nun meine Bestzeiten über 400 Meter, 800 Meter und 1500 Meter Freistil verbessern.“ Nach einigen gesundheitlichen Problemen im vergangenen Sommer läuft bei ihm nun endlich wieder alles nach Plan.
Auch Nachwuchs-Bundestrainer Stephen Bibow konnte den Anführer seines Teams nur loben: „Die anderen Nationen haben gezittert, als Arne immer näherkam. Hier wäre bei ein einem anderen Rennverlauf vielleicht auch noch etwas mehr drin gewesen.“ So aber blieb es bei der einen Medaille, hinzu kamen in den Einzelrennen zehn weitere Top-Ten-Platzierungen und Rang vier in der Teamwertung. „Unsere Aktiven haben hier eine tolle Einstellung gezeigt und wichtige Erfahrungen gesammelt. Einige von uns waren hier ja ein oder gar zwei Jahre jünger als die Konkurrenz. Sie wissen jetzt genau, wo es in der kommenden Saison Fortschritte braucht“, sagte Bibow.
Die JEM-Ergebnisse von Setúbal im Überlick
| 10km Männer | 1. Emile Mesmacque (FRA) 1:55:23,61 | 6. Finn-Constantin Kleinheinz (SC Magdeburg) 1:56:50,05 |
| 10km Frauen | 1. Lou-Ann Gaudaire (FRA) 2:09:01,48 | 8. Anna Barth (SC Magdeburg) 2:10:58,18 |
| 7,5km Männer | 1. Konstantinos Chourdakis (GRE) 1:28:29,24 | 9. Mattheo Straßburger (STV Limbach-Oberfrohna) 1:29:49,20 |
| 7,5km Frauen | 1. Napsugar Nagy (HUN) 1:35:15,69 | 6. Annika Dewdney (SG Stadtwerke München) 1:35:27,46 |
| 5km Männer | 1. Nikolaos Kakoulakis (GRE) 54:11,16 | 11. Jannik Häfelinger (Hamburger SC) 55:08,17 |
| 5km Frauen | 1. Su Inal (TUR) 56:55,23 | 8. Nika Benkler (SG Stadtwerke München) 58:44,29 |
| Knockout Sprint Männer | 1. Emile Mesmacque (FRA) | 2. Arne Schubert (SC Magdeburg) |
| Knockout Sprint Frauen | 1. Lou-Ann Gaudaire (FRA) | 5. Julia Barth (SC Magdeburg) |
| U19 4x1,5km | 1. Italien 1:07:45,66 | 4. Platz |
| U16 4x1,5km | 1. Ungarn 1:15:15,27 | 7. Platz |
Arne Schubert gewinnt JEM-Silber beim Knockout Sprint in Portugal
Bei den Europameisterschaften der Junior*innen im Freiwasserschwimmen hat Arne Schubert die Silbermedaille gewonnen. Beim Knockout Sprint in Setúbal (POR) musste der 18-Jährige vom SC Magdeburg in der letzten der drei Runden nur 10km-Sieger Emile Mesmacque (FRA) den Vortritt lassen. Bronze ging an Vasileios Kakoulakis (GRE). Mit Moritz Erkmann (SC Chemnitz) hatte ein weiterer Deutscher die beiden Ausscheidungsrunden überstanden, im Finale belegte der Sachse Rang acht.
„Arne bringt nicht nur durch dieses tolle Ergebnis gute Stimmung ins Team“, lobte Nachwuchs-Bundestrainer Stephen Bibow seinen Medaillengewinner, der ihm Vorjahr schon an der WM in der offenen Klasse teilgenommen hatte. „Arne hat das sehr cool gemacht in den ersten beiden Runden, im Finale dann mächtig aufs Tempo gedrückt. Im Endspurt hat er sich auch dann wenig aus dem Rhythmus bringen lassen, als es sehr eng wurde und hart zur Sache ging.“
Bei den Frauen belegte Anna Barth (SC Magdeburg) bei der JEM-Premiere dieser Disziplin als beste Deutsche den fünften Rang. Auch hier triumphierte mit Lou-Ann Gaudaire (FRA) die 10km-Siegerin ein zweites Mal bei diesen Titelkämpfen.
Bereits am Vortag hatten die Aktiven des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) mehrere Top10-Platzierungen erkämpfen können. Am Samstag stehen zum JEM-Abschluss noch zwei Mixed-Staffelwettbewerbe auf dem Programm. Und anderen mit Arne Schubert.
Die DSV-Platzierungen in den Einzelrennen
| 10km Männer | 1. Emile Mesmacque (FRA) 1:55:23,61 | 6. Finn-Constantin Kleinheinz (SC Magdeburg) 1:56:50,05 |
| 10km Frauen | 1. Lou-Ann Gaudaire (FRA) 2:09:01,48 | 8. Anna Barth (SC Magdeburg) 2:10:58,18 |
| 7,5km Männer | 1. Konstantinos Chourdakis (GRE) 1:28:29,24 | 9. Mattheo Straßburger (STV Limbach-Oberfrohna) 1:29:49,20 |
| 7,5km Frauen | 1. Napsugar Nagy (HUN) 1:35:15,69 | 6. Annika Dewdney (SG Stadtwerke München) 1:35:27,46 |
| 5km Männer | 1. Nikolaos Kakoulakis (GRE) 54:11,16 | 11. Jannik Häfelinger (Hamburger SC) 55:08,17 |
| 5km Frauen | 1. Su Inal (TUR) 56:55,23 | 8. Nika Benkler (SG Stadtwerke München) 58:44,29 |
| Knockout Sprint Männer | 1. Emile Mesmacque (FRA) | 2. Arne Schubert (SC Magdeburg) |
| Knockout Sprint Frauen | 1. Lou-Ann Gaudaire (FRA) | 5. Julia Barth (SC Magdeburg) |
Biltaev, Olenberg und Himmelsbach empfehlen sich für höhere Aufgaben
Am dritten Tag der Deutschen Jahrgangsmeisterschaften in Berlin sorgte Subäjr Biltaev (SV Cannstatt) für ein echtes Highlight beim männlichen Nachwuchs. Als einziger Brustschwimmer gewann der JEM-Zweite des Vorjahres nach dem 50m-Rennen auch über die 100m-Strecke, in 1:01,48 Minuten blieb er dabei nur eine Viertelsekunde über dem Jahrgangsrekord.
>> Alle Ergebnisse der DJM 2025
„Eine 1:01 hätte ich hier nicht erwartet“, sagte Biltaev. „Wir stecken voll im Training für die JEM im Juli. Dort werde ich dann noch deutlich schneller sein.“ Nachwuchs-Bundestrainer Carsten Gooßes sah und hörte das gern, denn Medaillenchancen sind in Samorin (SVK/01. – 06. Juli) so auf jeden Fall wieder gegeben. „Außerdem blieb Subäjr damit auch schon mal unter der JWM-Norm, das stimmt optimistisch für die internationalen Aufgaben.“
Himmelsbach, Brugger und Olenbach mit starken 200m Freistil
Mit Lukas Märtens gibt es derzeit einen deutschen Schwimmer, der im Freistil die Weltspitze auf den Mittelstrecken bestimmt. In der Berliner SSE ist dieser Tage schon mal zu beobachten, wer dem Olympiasieger bei entsprechender Leistungsentwicklung später einmal nachfolgen könnte. Im Jahrgang 2009 siegte am Freitag über 200m Freistil beispielsweise Simon Brugger (SV Bayreuth) in 1:51,86 Minuten.
Der Versuch, sich wie Vorbild Märtens beim Jubeln elegant auf die Leine zu setzen, misslang zwar noch, die Freude über die tolle Bestzeit war dennoch unübersehbar. „Jetzt möchte ich morgen natürlich auch noch meinen Titel über die 400 Meter verteidigen. Und das mit der Leine üben wir dann auf jeden Fall auch noch“, sagte Brugger, für den Trainer Olaf Bünde durchaus auch Perspektiven im Freiwasser sieht. Schließlich sind DJM-Ergebnisse immer nur eine grobe Orientierung für den späteren Karriereverlauf. 400m-Freistil-Olympiasieger Märtens beispielsweise gewann seinen einzigen Nachwuchstitel dereinst über 200m Rücken.
Bestzeit wird um mehr als drei Sekunden verbessert
Zu überzeugen wusste über 200m Freistil aber auch Elias Himmelsbach (SSG Leipzig) im Jahrgang 2010, der nach bislang drei zweiten Plätzen bei dieser DJM in 1:56,87 am Freitag zu seinem ersten Titel schwamm. „Heute hat es überraschend geklappt, und das mit mehr als drei Sekunden unter meiner bisherigen Bestzeit. Die neue Taktik, die ersten 50 Meter etwas ruhiger anzugehen und sich dann richtig reinzusteigern, hat gut funktioniert“, sagte Himmelsbach.
Bis vorigen Sommer war er in Leipzig von Olympiasiegerin Dagmar Hase trainiert worden, danach in die Gruppe von Sebastian Zechlin aufgestiegen. Hier gab es schnell erfreuliche Fortschritte, die bald auch einen Start beim European Youth Olympic Festival (EYOF) in Skopje (MKD/20. – 26. Juli) ermöglichen werden. Gut in Form zeigte sich auch Daniel Olenberg (VfL Osnabrück), der JEM-Starter blieb als Sieger im Jahrgang 2007 mit 1:49,97 erstmals unter 1:50 Minuten.
Leipzig baut Führung in der Team Challenge von Aquafeel deutlich aus
Himmelsbach verriet noch, dass er mit seinen Vereinskolleg*innen nach dem letzten Rennen des Tages immer auch gleich auf die Tabelle der „Team Challenge powered by Aquafeel“ schaut. Bei diesem Teamwettbewerb sammeln alle Finalist*innen Punkte für ihren Verein. Mit Unterstützung von Aquafeel als Premium Pool-Partner des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) und exklusivem Ausstatter für Oberbekleidung der DSV-Teams werden die erfolgreichsten Teams der DJM am Ende mit Prämien im Gesamtwert von 5.900 Euro belohnt. Nach drei von fünf DJM-Tagen führt die SSG Leipzig mit 318 Punkten nun vor der SG Essen (253) und dem SC Magdeburg (203). „Das ist cool. Wir wollen unseren Titel natürlich unbedingt verteidigen“, betonte Himmelsbach.
Auf insgesamt fünf Goldmedaillen ließ Franz Markutzik (Hofheimer SC) sein Depot anwachsen, indem er am Freitag im Jahrgang 2012 die 100m Brust und 400m Lagen gewann. Im Jahrgang 2011 sicherte sich Theodor Büscher (SG Essen) über 200m Freistil und 400m Lagen die Titel drei und vier, insgesamt kommt er damit bereits auf sechs Medaillen bei diesen Titelkämpfen bei ebenso vielen Starts. Man darf gespannt sein, wer von beiden am Ende der größere Titelhamster wird.
Alle DJM-Sieger des dritten Tages
200m Freistil:
2012: Lasse Palle Phielipeit (Celler Schwimm-Club) 2:03,93
2011: Theodor Büscher (SG Essen) 1:59,04
2010: Elias Himmelsbach (SSG Leipzig) 1:56,87
2009: Simon Brugger (SV Bayreuth) 1:51,86
2008: Max Niklitschek (SG Neuss) 1:52,98
2007: Daniel Olenberg (VfL Osnabrück) 1:49,97
100m Brust:
2012: Franz Markutzik (Hofheimer SC) 1:11,72
2011: Laurenz Merl (SG Bayer) 1:09,36
2010: Taku Missel (SCW Eschborn) 1:07,16
2009: Seungmin Oh (SG Essen) 1:03,94
2008: Louis Hoffmann (SG Neukölln Berlin) 1:03,14
2007: Subäjr Biltaev (SV Cannstatt) 1:01,48
400m Lagen:
2012: Franz Markutzik (Hofheimer SC) 4:59,39
2011: Theodor Büscher (SG Essen) 4:46,75
2010: Ilias Hamdouch (SV Rhenania Köln 1919) 4:40,10
2009: Jannes Schmidt (SC Wiesbaden 1911) 4:33,45
2008: Leo Leverkus (SGR Karlsruhe) 4:29,63
2007: Janek Thorben Reyher (SSG Leipzig) 4:29,93
Heimspiel in Hannover: Deutschlands Wasserballerinnen wollen zur EM
Den Zielort der Reise kennen die deutschen Wasserballerinnen zwar noch nicht. Losgehen soll sie aber in jedem Fall in Hannover. In der niedersächsischen Landeshauptstadt steigt vom 06. – 08. Juni das EM-Qualifikationsturnier – nach zwei Jahren präsentieren sich die Frauen des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) endlich einmal wieder den heimischen Fans. Erklärtes Ziel ist das Ticket für die Europameisterschaften im kommenden Jahr, deren Austragungsort European Aquatics bislang nicht verkündet hat.
Ursprünglich sollten die Titelkämpfe 2026 gemeinsam mit denen der Männer in Belgrad (SRB) stattfinden. Ende März hatte der Dachverband dann aber bekanntgegeben, dass die EM der Frauen an einen anderen Ort vergeben werde – seitdem gab es keine weiteren Infos. Fest steht, dass sich die besten beiden Mannschaften des Dreierturniers in Hannover für die Endrunde qualifizieren. Gegnerinnen sind die Türkei und Malta. Auf die Türkinnen traf Deutschland zuletzt beim Weltcup in Istanbul (TUR) kurz vor Weihnachten und siegte dort knapp mit 12:11. Auch mit Blick auf das Turnier am Pfingstwochenende werden diese beiden Teams am stärksten eingeschätzt, Malta dagegen ist bloß Außenseiter. Das Coaching am Beckenrand übernimmt wie schon beim Weltcup erneut Karsten Seehafer, für den die Partien im Volksbad Limmer als waschechter Hannoveraner ein wirkliches Heimspiel sind.
Spielplan der EM-Qualifikation der Frauen in Hannover:
Freitag, 06. Juni, 19:00 Uhr: Deutschland – Malta
Samstag, 07. Juni, 19:00 Uhr: Malta – Türkei
Sonntag, 08. Juni, 13:00 Uhr: Deutschland – Türkei
DSV-Männer reisen mit guten Erinnerungen zur EM-Qualifikation nach Istanbul
Die DSV-Männer bestreiten ihre EM-Qualifikation in Istanbul (TUR). Dort bekommt es Deutschland vom 08. – 11. Juni in einer Fünfergruppe außer mit den türkischen Gastgebern mit der Slowakei sowie Schweden und Finnland zu tun. Auch hier lösen die ersten beiden der Gruppe das Ticket für die Endrunde.
Das Team von Bundestrainer Milos Sekulic hat gute Erinnerungen an die Metropole am Bosporus. In Istanbul fand im vergangenen Jahr kurz vor Weihnachten bereits das Weltcupturnier der Division 2 statt, bei dem die Deutschen ins Finale kamen. Im Rahmen dieses Turniers traf man damals auch auf die Slowaken und gewann mit 17:11. Die Osteuropäer – 2024 auf Platz 13 bei der EM – dürften neben den Türken auch diesmal wieder der härteste Brocken sein.
Spielplan der EM-Qualifikation der Männer in Istanbul:
Sonntag, 08. Juni, 17:30 Uhr: Finnland – Türkei
Sonntag, 08. Juni, 19:30 Uhr: Slowakei - Schweden
Montag, 09. Juni, 09:30 Uhr: Deutschland – Slowakei
Montag, 09. Juni, 11:30 Uhr: Schweden – Finnland
Montag, 09. Juni, 17:30 Uhr: Türkei – Slowakei
Montag, 09. Juni, 19:30 Uhr: Deutschland – Schweden
Dienstag, 10. Juni, 17:00 Uhr: Deutschland – Finnland
Dienstag, 10. Juni, 19:00 Uhr: Schweden – Türkei
Mittwoch, 11. Juni, 09:30 Uhr: Slowakei – Finnland
Mittwoch, 11. Juni, 11:30 Uhr: Deutschland – Türkei
Die DSV-Teams für die EM-Qualifikation:
Frauen:
Gesa Deike, Ira Deike, Elena Ludwig, Anne Rieck (alle Wasserfreunde Spandau 04), Aylin Fry, Darja Heinbichner, Jana Stüwe (alle SV Blau-Weiß Bochum), Jamie-Julique Haas, Ioanna Petiki, Georgia Sopiadou (alle SSV Esslingen), Marijke Kijlstra (Utrechtse ZSC/NED), Vivien-Sophie Krause (Eimsbütteler Turnverband), Sinia Plotz (San José State University/USA), Emma Seehafer (Waspo 98 Hannover), Greta Tadday (Long Island University/USA), Belén Vosseberg (CN Catalunya/ESP).
Männer:
Felix Benke, Zoran Bozic, Mark Gansen, Kevin Götz, Lukas Küppers, Niclas Schipper, Denis Strelezkij (alle Waspo 98 Hannover), Tobias Bauer, Yannek Chiru, Mark Dyck, Aleks Sekulic (alle Wasserfreunde Spandau 04), Philipp Dolff, Sascha Seifert (beide ASC Duisburg), Finn Rotermund, Jan Rotermund (beide White Sharks Hannover), Moritz Ostmann (SG Neukölln Berlin), Max Vernet Schweimer (SV Cannstatt).
Anmerkung: Die finale Nominierung der 14 Spieler für das Qualifikationsturnier erfolgt am 07. Juni nach Abschluss des Trainingslagers in Hannover.
