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Rekordchampion Wasserfreunde Spandau 04 setzt zum Start ein Zeichen
Das neu eröffnete Sportpark Neckarbad in Stuttgart hat sich schnell zu einem Epizentrum des deutschen Wasserballs entwickelt; gleich vier Mannschaften der Bundesligen – der SV Ludwigsburg 08 und Aufsteiger SV Cannstatt bei den Männern sowie das Männer- und Frauenteam des SSV Esslingen – sind in dieser Saison dort beheimatet. Zum Saisonauftakt am vergangenen Wochenende bekamen die Zuschauer*innen direkt ein Spitzenspiel geboten, Ludwigsburg, der Bundesligavierte der Vorsaison, empfing Rekordchampion Wasserfreunde Spandau 04. An Toren mangelte es nicht, allerdings hätte sich das Heimpublikum sicher einen etwas knapperen Ausgang gewünscht. Doch die Spandauer bewiesen ihre Klasse und wurden beim 22:4-Auswärtserfolg ihrer Favoritenrolle gerecht. Neuzugang Luca Marziali aus Italien (sechs Treffer) und Dimitri Kholod (fünf) waren dabei die besten Torschützen auf Seiten der Gäste, die beiden anderen Neuen Roman Shepelev und Andrei Prioteasa steuerten ebenfalls je zwei Tore zum deutlichen Sieg bei.
Auch die weiteren Partien der A-Gruppe waren klare Angelegenheiten. Die White Sharks Hannover siegten mit 16:7 bei der SG Neukölln Berlin, der ASC Duisburg schlug Esslingen zuhause mit 16:8. Vor dem Spiel wurde Duisburgs Djordje Tanaskovic als bester Torschütze der vergangenen Saison mit der Torjägerkanone geehrt und netzte nach dieser zusätzlichen Motivation als Bester seines Teams direkt wieder vier Tore ein.
Noch keine Punkte für die beiden Aufsteiger
In der B-Gruppe mussten sich die beiden Aufsteiger SVV Plauen und SV Cannstatt bei ihrer Rückkehr ins Oberhaus jeweils geschlagen geben. Plauen unterlag daheim dem Duisburger SV 1898 mit 10:13, Cannstatt verlor bei der SGW Rhenania/BW Poseidon Köln mit 5:9. Ein Torfestival feierte der SV Weiden 1921 beim 23:13 gegen den SV Poseidon Hamburg, außerdem siegten der SV Bayer Uerdingen 08 mit 14:12 gegen den SV Würzburg 05 und der SV Krefeld 1972 mit 9:5 beim Düsseldorfer SC 1898.
Bochum nach Pokal-Krimi in der zweiten Runde
Ebenfalls am Wochenende wurde die letzte noch ausstehende Partie in der ersten Runde des DSV-Pokals ausgetragen. In einem echten Pokal-Krimi setzte sich der SV Blau-Weiß Bochum in eigener Halle mit 19:18 nach Fünfmeter-Werfen gegen die SG Stadtwerke München durch, den entscheidenden Treffer erzielte Mario Guth. In der zweiten Runde haben die Bochumer dann erneut ein Heimspiel und treffen Anfang November auf den SV Krefeld 1972.
Uerdingen mit zwei Siegen zum Auftakt der Frauen-Bundesliga
Auch in der Wasserball-Bundesliga der Frauen wurde die Saison am Wochenende eröffnet. Zwar waren zum Auftakt nur vier der sieben Klubs im Einsatz, diese dann aber jeweils gleich doppelt. Die Vizemeisterinnen der vergangenen Saison vom SV Bayer Uerdingen 08 feierten gleich zwei Heimsiege, gegen Waspo 98 Hannover hieß es am Samstag 20:5, gegen den Eimsbütteler Turnverband tags darauf dann 14:5. Bayers Nationalspielerinnen Aylin Fry (insgesamt zehn Tore) und Greta Tadday (neun) zeigten sich dabei zum Start am torfreudigsten und führen somit für den Moment die Torschützinnenliste an.
In einer Neuauflage der Spiele um Platz drei bezwang der SV Blau-Weiß Bochum Eimsbüttel mit 14:7 und bescherte seiner neuen Trainerin Oleksandra Mirinenko damit einen gelungenen Einstand – die Ukrainerin war nach ihrer Flucht aus der Heimat vor dem russischen Angriff im Frühjahr in Bochum untergekommen und hat zur neuen Spielzeit nun das dortige Bundesligateam übernommen. Am Sonntag mussten sich die Blau-Weißen dann allerdings mit einem 14:14 gegen Hannover zufrieden geben. Anfang des letzten Viertels hatten die Bochumerinnen noch mit drei Toren geführt und Mitte des Abschnitts immer noch mit zwei, doch Waspo kam in den Schlussminuten noch zum Ausgleich.
Bundesligastart mit neuem Modus, neuen Teams und alten Favoriten
Neue Saison, neue Runde im ewigen Duell zwischen Waspo 98 Hannover und den Wasserfreunden Spandau 04? Vor dem Auftakt der Wasserball-Bundesliga an diesem Samstag gelten der amtierende Deutsche Meister und der Rekordchampion jedenfalls erneut als erste Anwärter auf die Meisterschaft. Die Niedersachsen holten viermal in den vergangenen fünf Jahren und zuletzt sogar dreimal in Folge den Titel, in der vergangenen Saison außerdem erneut den DSV-Pokal. Im Sommer haben nun allerdings gleich sieben Spieler den Klub verlassen, die Mannschaft wurde neu formiert. In Berlin setzt man dagegen beim Spielerpersonal weitgehend auf Kontinuität, lediglich zwei Spieler gingen. Dafür müssen sich Spandaus Spieler nach acht Jahren erstmals wieder an einen neuen Trainer gewöhnen: Nachfolger des nach Frankreich gewechselten Petar Kovacevic ist der Grieche Athanasios Kechagias.
Ambitionen hat außerdem der Bundesligadritte ASC Duisburg. „Unser Ziel ist wieder eine Medaille, aber wir gucken definitiv auch nach oben“, erklärte der neue Sportvorstand Julian Real im DSV-Verbandsmagazin „Swim&More“ – der langjährige Nationalspieler hatte am Ende der vergangenen Saison seine Badehose an den Nagel gehängt und ist nun in die Rolle des Funktionärs geschlüpft. In dieser Saison kommt ein ernsthafter Angriff auf die Spitze womöglich noch zu früh. „Aber wir werden die Spiele gegen Waspo und Spandau ganz sicher nicht herschenken, es soll auf jeden Fall knapper sein als zuletzt“, sagte Real.
Saisonstart ist am 22. Oktober mit neuem Modus. Die acht Mannschaften in der A-Gruppe und die zehn Teams der B-Gruppe spielen zunächst jeder gegen jeden, am Ende der Vorrunde steigen dann der Letzte und Vorletzte der B-Gruppe in die Landesgruppen ab. Der Achte der A-Gruppe und der Erste der B-Gruppe tauschen für den weiteren Saisonverlauf direkt die Plätze, die Teams auf den Plätzen sechs und sieben (A) beziehungsweise zwei und drei (B) bestreiten Relegationsspiele. In den beiden neu entstandenen Achtergruppen geht es anschließend jeweils in die Play-offs, wobei alle 16 Plätze im K.-o.-System ausgespielt werden. „Wir haben ein klares, verständliches und einheitliches Spielsystem in beiden Gruppen und Spannung bis zum letzten Spiel der Platzierungen“, erklärte Rundenleiter Holger Sonnenfeld.
Der Verein auf Platz 16 steigt am Ende ebenfalls noch ab, der 15. bekommt im Aufstiegsturnier mit den Landesgruppenvertretern eine weitere Chance zum Klassenerhalt. Nachdem im Vorjahr beide Aufsteiger direkt wieder runtermussten, hoffen die beiden neuen Klubs dieser Saison, dass ihnen dieses Schicksal erspart bleibt. Der SVV Plauen und der SV Cannstatt bringen jede Menge Tradition mit: Plauen spielte bereits von 2013 bis 2019 erstklassig, Cannstatt war 2006 sogar Deutscher Meister und zuvor 1973 DSV-Pokalsieger.
Die wichtigsten Termine der Bundesligasaison 2022/23 der Männer:
22. Oktober: Bundesliga-Start
12. November: Supercup in Hannover (Waspo 98 Hannover – Wasserfreunde Spandau 04)
22. März – 02. April: Relegationsspiele zwischen A- und B-Gruppe
15. April: Start der Play-offs
17. Mai: Beginn der Finalserie um die Deutsche Meisterschaft
Bei den Frauen sind die Spandauerinnen in der Rolle der Gejagten
Auch bei den Frauen beginnt an diesem Wochenende die neue Spielzeit, diesmal mit sieben Mannschaften, nachdem der SC Chemnitz in dieser Saison auf eine Teilnahme verzichtet. Anders als die Bundesliga der Männer ist die Frauenliga eine Meldeliga. In der Rolle der Gejagten sind 2022/23 trotz der Abgänge der Nationalspielerinnen Belén Vosseberg, Gesa Deike und Lynn Krukenberg erneut die Titelverteidigerinnen der Wasserfreunde Spandau 04, daneben meldet zudem Vorjahresfinalist SV Bayer Uerdingen 08 ebenfalls Ansprüche an.
FINA gibt Qualifikationsmodus für die Olympischen Spiele 2024 in Paris bekannt
Gut zwei Jahre sind es noch bis zu den Olympischen Spielen 2024 in Paris (FRA). Deutschlands beste Schwimmsportler*innen wissen aber bereits jetzt, wie sie sich für das weltgrößte Sportereignis vom 24. Juli – 11. August 2024 qualifizieren können, nachdem der Weltschwimmverband FINA und das Internationale Olympische Komitee (IOC) am Montag die Qualifikationskriterien für die Spiele in der französischen Hauptstadt veröffentlicht hat. Demnach werden in Paris erneut insgesamt 49 Entscheidungen im Becken- (35) und Freiwasserschwimmen (zwei), Wasserspringen (acht), Wasserball (zwei) und Synchronschwimmen (zwei) ausgetragen.
>> Zur Meldung der FINA mit allen Qualifikationskriterien
Allein im Becken werden vom 27. Juli – 04. August in der La Defénse Arena 35 Goldmedaillen vergeben, erstmalig erstrecken sich die Finals dann über einen Zeitraum von neun Tagen. Nach der erfolgreichen Premiere der 4x100m-Lagen-Mixedstaffel steht diese Disziplin auch diesmal wieder im olympischen Programm, auch ansonsten gab es hier keine Veränderungen im Vergleich zu den vergangenen Spielen in Tokio (JPN). Jedes Land kann pro Disziplin maximal zwei Athlet*innen entsenden (und je 26 Frauen und Männer insgesamt), der Qualifikationszeitraum läuft vom 01. März 2023 bis zum 23. Juni 2024. Für die Staffelwettbewerbe gilt, dass sich nur die jeweils besten drei Teams der Weltmeisterschaften 2023 in Fukuoka (JPN) vorzeitig qualifizieren – die verbliebenen 13 Plätze werden dann erst bei der WM 2024 in Doha (QAT) vergeben. In der Vergangenheit waren zuletzt immer schon die zwölf schnellsten Staffeln der Welttitelkämpfe im Jahr vor Olympia automatisch qualifiziert.
Beim Freiwasserschwimmen sind für die beiden Rennen über zehn Kilometer jeweils 22 Frauen und Männer startberechtigt, auch hier maximal zwei pro Nation und Geschlecht. Die drei Medaillengewinner*innen von Fukuoka sichern sich vorzeitig ihren Startplatz, die weiteren Plätze werden aber auch hier erst bei der WM in Doha vergeben (an die Top 13 sowie an die jeweils Besten jedes Kontinents). In Paris finden die Wettbewerbe dann am 08./09. August 2024 direkt im Stadtzentrum in der Seine statt, im Schatten des Eiffelturms.
Die Wettbewerbe im Wasserspringen und Synchronschwimmen werden im Aquatics Centre ausgetragen. Das Wasserspringen startet ebenfalls schon am 27. Juli und läuft dann bis zum 10. August. In den Einzeldisziplinen lösen jeweils die besten zwölf Springer*innen der WM 2023 in Fukuoka und der WM 2024 in Doha einen Quotenplatz für ihr Land, gleiches gilt für die jeweiligen Kontinentalchampions. Wer die Quotenplätze dann belegt, ergibt sich allerdings erst später. In den Synchrondisziplinen gehen die Quotenplätze an die Top drei aus Fukuoka und die Top vier aus Doha sowie an ein Team des Gastgeberlandes.
Beim Synchronschwimmen (05. – 10. August) darf jede Nation ein Team und ein Duett entsenden, wobei insgesamt maximal acht Sportler*innen pro Land erlaubt sind (das Duett muss also aus dem Kreis des Teams gebildet werden). Die besten Teams jedes Kontinents (mit Ausnahme von Europa, wo dieser Platz an Gastgeber Frankreich geht) sowie die fünf Besten der WM in Doha lösen das Ticket; die Duette dieser Nationen sind dann automatisch ebenfalls qualifiziert. Die weiteren Plätze gehen dort dann ebenfalls an die stärksten Duette jedes Kontinents (die Ausnahme ist hier erneut Europa), alle dann noch offenen Plätze werden bei der WM in Doha vergeben. Insgesamt können 18 Duette bei Olympia an den Start gehen.
Auch die Vorrunden der beiden Wasserballturniere (27. Juli – 11. August) werden im Aquatics Centre ausgetragen, die Finalspiele dann in der großen La Défense Arena. Wie zuletzt in Tokio, sind in Paris erneut zwölf Männerteams und zehn Frauenteams dabei, je ein Platz steht dabei den französischen Gastgeber*innen zu. Bei den Männern gehen weitere Tickets an die beiden besten Mannschaften der WM 2023 in Fukuoka, an die jeweiligen Sieger der Kontinentalmeisterschaften sowie die Top vier der WM 2024 in Doha. Analog dazu gehen die Startplätze bei den Frauen an die beiden besten Teams aus Fukuoka, fünf kontinentale Champions und die beiden Topnationen aus Doha.
Spandau und Uerdingen bestreiten das Finale in der Bundesliga der Frauen
Das Finale in der Wasserball-Bundesliga der Männer läuft bereits und hat nach dem ersten Spandauer Sieg am Sonntag noch einmal an Spannung dazugewonnen. Am kommenden Samstag (28. Mai) beginnen dann auch die Endspiele in der Bundesliga der Frauen, für die die Paarung nun ebenfalls feststeht. Es ist die gleiche wie im Vorjahr, die Titelverteidigerinnen der Wasserfreunde Spandau 04 treffen also erneut auf den SV Bayer Uerdingen 08. Die Berlinerinnen machten im Halbfinale gegen den Eimsbütteler Turnverband kurzen Prozess und dominierten nach dem 26:12 im ersten Spiel auch die zweite Partie mit 33:4, mit jeweils elf Treffern waren die beiden Nationalspielerinnen Belén Vosseberg und Gesa Deike die besten Torschützinnen. Dabei führte Spandau im dritten Viertel bereits 18:0, bevor den Hamburgerinnen, die ohne ihre beiden Routiniers Pauline Pannasch und Maren Hinz angetreten waren, überhaupt der erste Treffer durch Marte Skibba gelang.
Spannender verlief das andere Halbfinale zwischen Uerdingen und dem SV Blau-Weiß Bochum. Schon das erste Spiel der Serie im Modus „Best of Three“ hatte Bayer nur knapp mit 12:11 gewonnen. Auch in der zweiten Partie war es lange ausgeglichen, weniger als vier Minuten vor dem Ende führte Uerdingen lediglich mit einem Treffer (10:9). Dann aber erzielte Alexandra Greine im Schlussviertel noch zwei Tore, bevor Aylin Fry – mit fünf Treffern beste Torschützin bei den Siegerinnen – den Sieg endgültig klar machte.
Duisburg liegt bei den Männern auf Bronzekurs, Potsdam sichert sich Platz fünf
Bei den Männern werden neben dem Deutschen Meister aktuell auch noch die weiteren Platzierungen ausgespielt. Im ersten Spiel um Platz drei setzte sich der ASC Duisburg mit 15:9 beim SV Ludwigsburg 08 durch. Zur Halbzeit hatten die Gäste nur knapp mit 7:5 vorne gelegen, doch das dritte Viertel ging anschließend klar mit 5:0 an den ASC, der in Djordje Tanaskovic (fünf Tore) seinen fleißigsten Torschützen hatte. Dass Ludwigsburg im letzten Viertel (4:3) noch einmal um ein Tor besser war, änderte danach am Ausgang des Spiels nichts mehr.
Platz fünf hat sich derweil der OSC Potsdam gesichert. Nach dem 11:8 gegen die White Sharks Hannover im Hinspiel konnten sich die Brandenburger im Rückspiel sogar eine 14:15-Niederlage leisten – in der Addition beider Spiele setzte sich der OSC trotzdem mit 25:23 durch. „Wir freuen uns sehr. Jeder von uns wollte die Saison vernünftig auf dem fünften Platz beenden“, sagte Kapitän Ferdinand Korbel. Ein besonderes Spiel war es auch für Ex-Nationalspieler Hannes Schulz: Mit seinem 209. Bundesligamatch für Potsdam stellte er einen neuen Vereinsrekord auf, zudem zog er mit seinem 303. Treffer mit seinem guten Freund Matteo Dufour auf den zweiten Platz der ewigen Torschützenliste des Klubs gleich.
Im Spiel um Platz sieben siegte die SV Esslingen mit 8:7 bei der SG Neukölln Berlin.
Erster Saisonsieg für Aufsteiger Hamburger TB von 1862
In der Abstiegsrunde in Gruppe F waren die beiden Hamburger Vereine gleich doppelt gefordert. Der SV Poseidon konnte seine beiden Spiele mit 10:4 gegen den SC Neustadt/Weinstraße und mit 17:9 gegen den SV Würzburg 05 jeweils gewinnen und machte damit einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt. Der Hamburger TB von 1862 unterlag Würzburg mit 9:14, doch im zweiten Spiel des Wochenendes durfte der Aufsteiger dann endlich den ersten Saisonsieg bejubeln. Gegen Mitaufsteiger Neustadt siegte der HTB mit 11:7, Justus Gläser war mit sechs Treffern der Mann des Tages. Zur Halbzeit hatte Hamburg noch mit 1:6 zurückgelegen. In der zweiten Hälfte wurden die ohnehin ersatzgeschwächten Neustädter allerdings durch zahlreiche Hinausstellungen weiter dezimiert, so dass die Partie kippte und einen gänzlich anderen Verlauf nahm. Am Ende hatten die Gäste lediglich noch vier Spieler und keinen Torwart mehr.
Titelverteidiger Hannover startet als Favorit in die Finalserie gegen Spandau
Am Ende dieser Saison wird Wasserballer Julian Real seine Karriere beenden. Der 32-Jährige war WM-Sechster und EM-Fünfter und nahm 2008 in Peking (CHN) sogar an den Olympischen Spielen teil, auch auf Klubebene räumte er mit seinem Verein Waspo 98 Hannover zahlreiche Titel ab. Bevor er die Badehose an den Nagel hängt, möchte Real noch ein letztes Mal auf sich aufmerksam machen. „Als im Februar den Entschluss gefasst habe, dass es tatsächlich meine letzte Saison sein wird, habe ich gleichzeitig beschlossen, dass ich mich jetzt noch einmal richtig in Form bringen will. Beim Pokalsieg hat das Anfang Mai schon super geklappt, als ich im Finale vier Tore erzielt habe. So kann es jetzt gern auch in der Meisterschaft weitergehen.“
Die Finalserie gegen die Wasserfreunde Spandau 04 startet am Mittwoch (18.00 Uhr) in Hannover. Das zweite und dritte Spiel finden am Wochenende (21./22. Mai) in Berlin statt. Gespielt wird im Modus „Best of Five“ – sollte nach den ersten drei Spielen noch keine Entscheidung gefallen sein, folgen weitere Partien am 25. Mai in Hannover und eventuell am 28. Mai in Berlin. Spätestens dann steht der Meister fest.
Zum sechsten Mal in Folge stehen diese beiden Vereine im Finale. Es ist das Duell des Titelverteidigers und Pokalsieger gegen den Rekordmeister und Vorrundengewinner. Oder einfach: das Duell der Giganten im deutschen Wasserball. In der laufenden Spielzeit trafen beide Klubs in den verschiedenen Wettbewerben bereits sechsmal aufeinander. In der Bundesliga siegte Spandau zweimal, ebenso beim Supercup; in der Champions League sowie zuletzt im Pokal gewann Waspo; einmal trennte man sich unentschieden. Obwohl die Saisonbilanz bisher also für die Wasserfreunde spricht, ist vor allem der deutliche Sieg Hannovers aus dem Pokalendspiel in Erinnerung geblieben, welches die Niedersachsen gleich mit 17:9 für sich entschieden. Es war die höchste Niederlage für Berlin gegen einen nationalen Kontrahenten seit 1979. „Da haben wir sie dominiert und hatten auf alles, was sie angeboten haben, immer eine Antwort parat“, sagt Julian Real. Er glaubt: „Diese Niederlage haben sie auf jeden Fall immer noch in ihren Köpfen.“
Dass dieses Ergebnis nicht einfach so abgehakt werden kann, bestätigt auf der Gegenseite auch Spandaus Kapitän Maurice Jüngling, der daran naturgemäß aber auch etwas Positives sieht: „Dieses Spiel sollte sich jeder von uns noch einmal ins Gedächtnis rufen und dann mit der nötigen Portion Wut in die Serie gehen. Wir haben auf jeden Fall etwas wiedergutzumachen. Das war sicher nicht die Leistung, zu der wir imstande sind. Im Finale werden wir ein anderes Gesicht zeigen“, betont er.
Jüngling geht davon aus, dass eine sehr intensive und defensiv geprägte Finalserie bevorsteht. „Der Schlüssel liegt in der Verteidigung. Hannover in einem Shootout zu besiegen, ist sehr schwer, dafür haben sie zu gute Einzelspieler. Unser Ziel muss es deshalb sein, so wenige Tore wie möglich zuzulassen“, so der Nationalspieler. Spandau baut außerdem auf den Heimvorteil, den man sich als Erstplatzierter nach der Vorrunde verdient hat. Im vergangenen Jahr half dieser allerdings auch nicht, die Niederlage in glatten drei Spielen zu verhindern. Überhaupt hat Hannover dem Hauptstadtklub zuletzt zunehmend den Rang abgelaufen: Von den 16 Endspielen auf nationaler Ebene seit 2017 gewann Waspo in Meisterschaft, DSV-Pokal und Supercup ganze zwölf, Spandau dagegen nur vier. In der Liga wartet der Rekordchampion (37 Meisterschaften) seit 2019 auf den nächsten Erfolg.
Die Rolle des Favoriten, da sind sich beide Seiten einig, liegt deshalb diesmal bei den Hannoveranern. „Sie sind der amtierende Deutsche Meister und haben uns auch im Pokal besiegt, deshalb ist Waspo ganz klar der Favorit“, meint Maurice Jüngling. Und fügt hinzu: „Was aber nicht heißt, dass sie auch automatisch gewinnen werden.“ Auch Julian Real sagt: „Wir gehen als Favorit in die Finalserie. Der klare Sieg im Pokal hat uns noch einmal Aufwind gegeben. Das erste Spiel wird richtungsweisend, wohin die Serie gehen kann. Und der Druck liegt bei uns, dieses erste Spiel zuhause im Volksbad Limmer zu gewinnen.“
Die Finaltermine im Überblick:
18. Mai, 18.00 Uhr: Waspo 98 Hannover – Wasserfreunde Spandau 04
21. Mai, 16.00 Uhr: Wasserfreunde Spandau 04 – Waspo 98 Hannover
22. Mai, 14.00 Uhr: Wasserfreunde Spandau 04 – Waspo 98 Hannover
25. Mai (falls nötig): Waspo 98 Hannover – Wasserfreunde Spandau 04
28. Mai (falls nötig): Wasserfreunde Spandau 04 – Waspo 98 Hannover
Waspo 98 Hannover und die Wasserfreunde Spandau 04 im Finale
Die Finalpaarung in der Wasserball-Bundesliga der Männer steht fest, und es ist die gleiche wie schon in den vergangenen fünf Spielzeiten. Ab Mittwoch duellieren sich in der Finalserie im Modus „Best of Five“ erneut Titelverteidiger Waspo 98 Hannover und Rekordchampion Wasserfreunde Spandau 04. Spiel eins findet am Mittwochabend (18:00 Uhr) zunächst in Hannover statt, das zweite und dritte Spiel dann am kommenden Wochenende in Berlin.
Im Halbfinale setzten sich beide Klubs ungefährdet durch. Vorrundensieger Spandau bezwang den SV Ludwigsburg 08, dabei war bereits nach dem 20:9 im Hinspiel in Ludwigsburg eigentlich alles klar. Die Spandauer ließen sich dabei auch von einer massiven Bahnverspätung bei der Anreise und dem daraufhin ausgefallenen Einschwimmen nicht irritieren. Auch das Rückspiel war mit 17:6 eine klare Angelegenheit für Berlin, Nationalspieler Marin Restovic traf allein fünfmal. Die Ludwigsburger grämten sich allerdings nicht, immerhin hatte es der Verein zum ersten Mal in die Vorschlussrunde geschafft, nachdem man erst seit 2019 überhaupt in der A-Gruppe der Bundesliga mitmischt. SVL-Präsident Volker Heyn sprach deshalb auch vom „größten Erfolg seit 1970“.
Der ASC Duisburg ist dagegen seit Jahren Stammgast in den Top vier, musste allerdings ebenfalls die Überlegenheit des Deutschen Meisters aus Hannover anerkennen. Erst am vergangenen Wochenende hatte Waspo in Duisburg den DSV-Pokal geholt, nun schlugen die Niedersachsen an gleicher Stelle den Weg zum möglichen nächsten Titelgewinn ein. Das Hinspiel am Rhein gewann man souverän mit 17:6, das Rückspiel im eigenen Becken dann sogar noch um ein Tor höher mit 17:5. Duisburg und Ludwigsburg spielen ab 21. Mai im Modus „Best of Three“ jetzt also den dritten Platz aus.
Esslingen verbleibt in der A-Gruppe
Im letzten noch offenen Relegationsduell setzte sich der SSV Esslingen mit 2:0 Siegen gegen den SV Krefeld 1972 durch. Allerdings ging die erste Partie auswärts mit 12:11 nur ganz knapp an den SSV, der in der ersten Halbzeit noch zurückgelegen hatten. Der Siegtreffer durch Kapitän Marvin Thran fiel erst eine Minute vor dem Abpfiff. Im zweiten Spiel sorgte Esslingen dagegen schnell für klare Verhältnisse: Zur Pause führten die Gastgeber bereits mit 8:1 und ließen dann auch in der zweiten Halbzeit nichts mehr anbrennen. Zuvor hatten sich bereits die SG Neukölln Berlin, die White Sharks Hannover und der OSC Potsdam den Verbleib in der A-Gruppe für die neue Saison 2022/23 gesichert, damit bleibt das Teilnehmerfeld dort im vierten Jahr in Folge unverändert.
Die White Sharks und Potsdam hatten später noch das Viertelfinale bestritten, waren dort jedoch gegen Ludwigsburg und Duisburg unterlegen. Nun geht es für beide Vereine in Hin- und Rückspiel noch um Platz fünf in der Liga. Das erste Spiel entschieden am Wochenende dabei die Potsdamer mit 11:8 für sich.
Weiden macht großen Schritt in Richtung Klassenerhalt
In der Abstiegsrunde in Gruppe F war der SV Weiden 1921 gleich doppelt in Hamburg gefordert. Das erste Spiel beim SV Poseidon Hamburg gewannen die Bayern mit 13:6, der Sieg am nächsten Tag gegen den Hamburger TB von 1862 fiel mit 21:6 sogar noch deutlich aus. Nikolaj Neumann traf siebenmal gegen den Aufsteiger, der in dieser Saison noch immer keinen einzigen Punkt einfahren konnte. Weiden dagegen baute seine Tabellenführung in der Gruppe aus und dürfte den Klassenerhalt so gut wie sicher haben.
Favoritinnen legen in den Halbfinals der Frauen vor
Auch bei den Frauen sieht es so aus, als würde sich die Paarung der letztjährigen Finalserie auch in dieser Saison wiederholen. Die Favoritinnen konnten in den beiden Halbfinals im Modus „Best of Three“ jedenfalls vorlegen. Die Wasserfreunde Spandau 04 gewannen beim Eimsbütteler Turnverband mit 26:12, Nationalspielerin Belén Vosseberg erzielte allein zehn Tore für die Deutschen Meisterinnen des Vorjahres. Unter der Woche hatten sich beide Klubs noch im letzten Vorrundenspiel duelliert, auch dort hatte Spandau beim 30:8 klar dominiert. In dieser Partie hatte Vosseberg sogar 13-mal getroffen, mit 90 Treffern in 13 Partien (im Schnitt also fast sieben pro Spiel) war sie auch insgesamt die beste Torschützin der ersten Saisonphase. Durch den Sieg beendete Spandau die Vorrunde als einziger Klub verlustpunktfrei.
Knapper verlief das erste Spiel der zweiten Halbfinalserie zwischen den Vorrundenzweiten SV Bayer Uerdingen 08 und dem SV Blau-Weiß Bochum. In der Vorrunde hatten die Uerdingerinnen erst kürzlich klar gewonnen, diesmal blieb es bis ins dritte Viertel hinein eng. Nach einem Zwischenspurt zog Bayer dann zwischenzeitlich zwar auf fünf Tore davon (12:7), doch Bochum gab sich im Heimspiel nicht auf und kam noch einmal bis auf einen Treffer heran. Der Ausgleich wollte allerdings nicht mehr gelingen, der Endstand lautete 12:11 für die Gäste.
Neukölln behält in der Relegation gegen Uerdingen knapp die Oberhand
Die SG Neukölln Berlin hat es doch noch geschafft und sich den Verbleib in der A-Gruppe der Wasserball-Bundesliga erkämpft. In den Relegationsspielen setzten sich die Berliner in der Serie im Modus „Best of three“ knapp mit 2:1 Siegen gegen den SV Bayer Uerdingen 08 durch und gehören somit auch für die kommende Saison 2022/23 weiterhin zu den besten acht Klubs des Landes.
Das erste Spiel am Mittwoch hatte Uerdingen noch mit 14:12 gewonnen, das die Zwischenrundengruppe D für sich entschieden hatte und sich auch in der Relegation als der erwartet schwierige Gegner präsentierte. Am Wochenende nutzten die Neuköllner dann allerdings ihren Heimvorteil und gewannen in eigener Halle zweimal mit 13:8 und 10:8. Im dritten und entscheidenden Spiel führte Bayer in der ersten Halbzeit mehrfach, doch im dritten Viertel zogen die Berliner davon und gaben den Vorsprung bis zum Schluss nicht mehr her. Bester Torschütze für Neukölln in Spiel drei war Marek Molnar mit vier Treffern.
Auf Kurs liegen auch die White Sharks Hannover, die das erste Spiel bei der SGW Rhenania/BW Poseidon Köln mit 9:4 gewinnen konnten. Die Termine für das zweite und ein mögliches drittes Spiel stehen aktuell noch nicht fest. Ebenfalls siegreich war zum Auftakt der OSC Potsdam, der gegen den Düsseldorfer SC 1898 beim 23:8 klar dominierte. Zum zweiten Spiel reiste der DSC aus personellen Gründen dann nicht an – ob das Spiel nachgeholt oder für Potsdam gewertet wird, ist noch offen und hängt auch davon ab, ob sich zeitnah ein neuer Termin finden ließe. Noch gar nicht begonnen hat die Serie zwischen dem SSV Esslingen und der SV Krefeld 72. Da aus beiden Vereinen Spieler beim Lehrgang der U19-Nationalmannschaft in Serbien weilten, wurden die Partien erst einmal vertagt.
Sollte das Spiel für Potsdam gewertet werden, hätten die Brandenburger nicht nur den Verbleib in der A-Gruppe für die kommende Saison gesichert, sondern stünden als Sechster nach der Vorrunde außerdem in der laufenden Saison auch im Viertelfinale um die Deutsche Meisterschaft. Dort träfe man ab 27. April ebenfalls im Modus „Best of three“ auf den Drittplatzierten ASC Duisburg. Der Gewinner des Duells zwischen den White Sharks (Vorrunden-Fünfter) und Köln zieht ebenfalls noch ins Viertelfinale ein und müsste sich dort mit dem SV Ludwigsburg 08 (Vierter) auseinandersetzen. Die Sieger der beiden Viertelfinals erreichen dann das Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft, für das die Wasserfreunde Spandau 04 (Erster) und Waspo 98 Hannover (Zweiter) bereits vorzeitig qualifiziert sind. Spandau hatte vergangene Woche das Spitzenspiel der beiden nationalen Top-Klubs vergangenen Woche mit 14:10 für sich entschieden und sich damit auch den Heimbonus für alle Play-off-Runden gesichert.
Aufsteiger Hamburger TB wartet weiter auf den ersten Punktgewinn
In der Abstiegsrunde in Gruppe F ging es für Aufsteiger Hamburger TB von 1862 zu zwei Gastspielen nach Bayern. Die Vorrunde hatten die Hamburger ohne einen einzigen Zähler auf der Habenseite abgeschlossen, und auch jetzt warten sie weiterhin auf das erste Erfolgserlebnis. Gegen den SV Weiden 1921 setzte es für die Hansestädter eine 5:16-Niederlage, im zweiten Spiel beim SV Würzburg 05 unterlag man anschließend mit 5:19.
Spandaus Frauen dominieren Spitzenspiel gegen Bochum
Im Spitzenspiel der Frauen-Bundesliga siegten die Wasserfreunde Spandau 04 bereits am Freitag gegen den SV Blau-Weiß Bochum mit 18:9. Im Duell der beiden einzigen zuvor noch verlustpunktfreien Mannschaften trafen die Nationalspielerinnen Belén Vosseberg (acht Tore) und Gesa Deike (fünf) am fleißigsten für die Berlinerinnen, die ihre Tabellenführung damit ausbauten; auf der Gegenseite war Ivet Dimitrova mit sechs Treffern die beste Torschützin. Spandau gewann am Wochenende auch noch gegen Waspo 98 Hannover auswärts mit 21:15, die Bochumerinnen wiederum hielten sich anschließend beim 15:6 beim SC Chemnitz 1892 schadlos und bleiben damit trotz der ersten Saisonniederlage Tabellenzweite. Dahinter folgt nun der SV Bayer Uerdingen 08 auf Platz drei nach einem 18:10-Sieg bei Waspo 98 Hannover.
Duelle für die Relegationsspiele stehen fest – erstes Spiel am Mittwoch
Die vier Paarungen für die Relegationsspiele in der Wasserball-Bundesliga stehen fest. Am Wochenende unterlag die SG Neukölln im Kellerduell der Gruppe mit 10:14 gegen den SSV Esslingen und beendete die Vorrunde damit als Letzter, Esslingen als Vorletzter. Zwei weitere bisher nicht nachgeholte Partien aus Gruppe A zwischen Waspo 98 Hannover und Esslingen sowie zwischen den White Sharks Hannover und den Wasserfreunden Spandau 04 wurden jeweils mit 10:0 am Grünen Tisch für Waspo beziehungsweise Spandau gewertet, da sich kein Termin mehr finden ließ. In der Relegation kommt es damit ab dem 06. April zu folgenden Duellen:
White Sharks Hannover – SGW Rhenania/BW Poseidon Köln
OSC Potsdam – Düsseldorfer SC 1898
SSV Esslingen – SV Krefeld 1972
SG Neukölln Berlin –SV Bayer Uerdingen 08
Die Relegationsspiele werden im Modus „Best of three“ ausgetragen. Im ersten Spiel haben die Klubs aus Gruppe D Heimrecht, das zweite und ein mögliches drittes Spiel finden dann am 09./10. April jeweils bei den Vertretern von Gruppe A statt. Die Sieger der vier Duelle spielen in der kommenden Bundesligasaison 2022/23 in der A-Gruppe.
Die Gewinner der Partien zwischen Hannover (Platz fünf nach der Vorrunde) und Köln sowie zwischen Potsdam (Platz sechs) und Düsseldorf ziehen zudem in der laufenden Saison ins Viertelfinale um die Deutsche Meisterschaft ein und treffen dort dann auf den ASC Duisburg (Dritter) und den SV Ludwigsburg 08 (Vierter). Die Wasserfreunde Spandau 04 und Waspo 98 Hannover stehen bereits vorzeitig im Halbfinale. Am morgigen Dienstag (05. April) bestreiten die beiden Top-Klubs zum Abschluss noch das Spitzenspiel um Platz eins der Vorrunde und die beste Ausgangsposition für die Play-offs.
Uerdingen gewinnt Krefelder Stadtderby
Als Sieger der Zwischenrundengruppe D hat der SV Bayer Uerdingen 08 auf dem Papier die besten Chancen, die Relegation zu meistern. Die Uerdinger schoben sich dank eines Sieges und einem Unentschieden aus den beiden Partien gegen den SV Krefeld 1972 noch am punktgleichen Lokalrivalen vorbei auf Platz eins der Gruppe, der den vermeintlich leichtesten Gegner für die Relegation bedeutet. Unter der Woche trennten sich beide Mannschaften zunächst 8:8, im zweiten Aufeinandertreffen gewannen die Uerdinger dann mit 9:7. Nach drei Vierteln hatte Krefeld noch knapp vorn gelegen (7:6), doch im Schlussabschnitt gelangen Bayer noch drei Treffer für den Derbysieg. In einer weiteren Partie dieser Gruppe setzte sich der Düsseldorfer SC 1898 mit 13:10 gegen die SGW Rhenania/BW Poseidon Köln durch.
Bochums Frauen setzen ihre Siegesserie fort
Auch die Frauen des SV Bayer Uerdingen 08 waren am Wochenende im Einsatz und gewannen ihr Heimspiel gegen den SC Chemnitz 1892 souverän mit 24:8 wobei Nationalspielerin Aylin Fry gleich sechsmal erfolgreich war. Die Chemnitzerinnen verloren tags darauf auch ihre zweite Partie im Westen, diesmal mit 6:17 beim SV Blau-Weiß Bochum.
Bochum bleibt nach diesem Sieg und dem vorherigen 17:9 gegen den SSV Esslingen weiter ohne Punktverlust. Gegen Esslingen führte man nach drei Vierteln nur 10:8, entschied dann aber das letzte Viertel mit 7:1 deutlich für sich. In der Tabelle liegen die Bochumerinnen damit auf Platz zwei hinter den Deutschen Meisterinnen von den Wasserfreunden Spandau 04. Der Hauptstadtklub musste am Wochenende ebenfalls gegen Esslingen antreten und hatte beim 27:8 keine Probleme gegen die Aufsteigerinnen vom Neckar. Beste Torschützinnen auf Berliner Seite waren die Nationalspielerinnen Belén Vosseberg (zehn Tore) und Gesa Deike (sieben).
Spandau gewinnt Spitzenspiel der Männer und Final-Neuauflage der Frauen
Drei Bundesligaspiele innerhalb von vier Tagen absolvierten die Wasserballer von Waspo 98 Hannover in dieser Woche, zwei davon gegen die White Sharks Hannover (18:11) und den OSC Potsdam (18:6) konnte das Team von Karsten Seehafer siegreich gestalten. Wirklich zufrieden war Hannovers Trainer am Ende der Woche aber trotzdem nicht, denn ausgerechnet die wichtigste Partie hatten sie relativ klar verloren. Im prestigeträchtigen Duell mit den Wasserfreunden Spandau 04 unterlag Waspo nämlich mit 6:10 und musste damit die erst mit dem Sieg gegen die White Sharks kurzfristig eroberte Tabellenführung direkt wieder an den Rivalen aus Berlin abtreten.
Im Spitzenspiel waren die Wasserfreunde von Beginn an die klar bessere Mannschaft. Fast zwei Viertel lang erzielte Waspo nicht einen Treffer; nach drei Vierteln führte Spandau deshalb schon mit 9:3, ehe Hannover das Ergebnis gegen Spielende noch etwas angenehmer gestalten konnte. Nationalspieler Marko Stamm war mit drei Treffern bester Torschütze bei den Berlinern, die tags darauf beim 21:2 gegen den SSV Esslingen gleich den nächsten ungefährdeten Sieg einfuhren, wobei sie dort sogar noch einige Stammkräfte schonten. Zoran Bozic traf in dieser Partie gegen seinen Ex-Klub mit fünf Toren am besten, Yannek Chiru und Sebastian Andruskiewicz waren beide je viermal erfolgreich. Die Wasserfreunde sind damit nunmehr als einziges Bundesligateam in dieser Saison weiterhin ohne Punktverlust.
Auch sonst war in der A-Gruppe in dieser Woche einiges los. Hinter den beiden Top-Teams aus Hannover und Spandau festigte der ASC Duisburg seinen dritten Platz durch ein 17:6 gegen den SSV Esslingen sowie das 18:14 im Verfolgerduell beim SV Ludwigsburg 08. Nachdem der ASC bereits das Hinspiel gegen die Ludwigsburger mit 9:7 für sich entschieden hatte, war es auch diesmal wieder eine enge Partie, in der auch Ludwigsburg zeitweise führte, bevor sich die Duisburger erst im letzten Viertel spielentscheidend absetzen konnten. Jan Bakulo war mit fünf Toren Mann des Tages beim Sieger, beim SVL traf Nino Blazevic ebenfalls fünfmal. Das Spiel zwischen der SG Neukölln Berlin und den White Sharks Hannover musste nach mehreren Coronafällen auf Neuköllner Seite vertagt werden.
Belén Vosseberg trifft eine Sekunde vor Schluss zum Sieg
In der Wasserball-Bundesliga der Frauen stand am Wochenende nur ein Spiel auf dem Programm, doch das hatte es in sich. Beim Duell zwischen dem SV Bayer Uerdingen 08 und den Wasserfreunden Spandau 04 handelte es sich nicht nur um die Neuauflage der letztjährigen Finalserie. Es war zudem das Spiel zwischen den beiden Klubs mit den meisten Nationalspielerinnen bei der erfolgreichen EM-Qualifikation vor einer Woche. Das erste Aufeinandertreffen hatten die Spandauerinnen im Januar noch mit 23:14 für sich entschieden, diesmal wurde es deutlich enger. In der ersten Halbzeit führte Uerdingen sogar mehrfach mit zwei Toren und schien bis kurz vor Schluss tatsächlich einen Punkt aus Berlin entführen zu können. Eine Sekunde vor dem Abpfiff gelang Spandaus Kapitänin Belén Vosseberg dann aber doch noch der Siegtreffer für die Wasserfreunde in dieser hochspannenden Partie.
Viertelfinale im DSV-Pokal ausgelost
Im Achtelfinale des DSV-Pokals der Männer setzten sich die White Sharks Hannover mit 16:6 gegen den SSV Esslingen durch. Luka Seculic war mit sechs Treffern bester Torschütze bei den Niedersachsen, die damit die Runde der letzten Acht erreichten. Das Viertelfinale wurde auch bereits ausgelost und wartet mit folgenden Paarungen auf:
White Sharks Hannover – Wasserfreunde Spandau 04
ASC Duisburg – OSC Potsdam
Sieger SV Poseidon Hamburg/Waspo 98 Hannover – SV Ludwigsburg 08
Sieger SC Neustadt/Weinstraße/SV Krefeld 1972 – SV Bayer Uerdingen 08
Je nach Ausgang der noch ausstehenden Achtelfinalpartien könnte es im Viertelfinale also zum Krefelder Stadtderby kommen. In jedem Fall wird aber ein Klub aus der B-Gruppe die Endrunde erreichen, entweder Krefeld, Uerdingen oder Neustadt. Die Viertelfinals werden am 19./20 März sowie 09./10. April ausgetragen, die gemeinsame Endrunde von Männern und Frauen ist für den 06. – 08. Mai angesetzt.
Schwimm-WM in Fukuoka auf Juli 2023 verschoben
Die Gerüchteküche brodelte bereits seit längerem. Nach eingehenden Beratungen hat der Weltschwimmverband FINA die eigentlich für den 13. – 29. Mai 2022 angesetzten Weltmeisterschaften in Fukuoka (JPN) nun auf 2023 vertagt. „Angesichts der aktuellen Pandemiesituation und der derzeit in Japan geltenden Maßnahmen haben sich die FINA und das Organisationskomitees von Fukuoka 2022 darauf geeinigt, die 19. FINA-Weltmeisterschaften auf den 14. – 30. Juli 2023 zu verschieben“, erklärte FINA-Präsident Husain Al-Musallam.
Die Verschiebung hat auch Auswirkungen auf die eigentlich für November 2023 geplante darauffolgende WM in Doha (QAT). Diese soll nun im Januar 2024 stattfinden, also nur knapp sechs Monate vor den Olympischen Spielen in Paris (FRA). Die Entscheidungen seien im besten Interesse aller Beteiligten getroffen worden, betonte Al-Musallam. Neue Daten für die Weltmeisterschaften 2022 der Masters und den FINA-Kongress sollen ebenfalls baldmöglichst verkündet werden.
Damit werden die Titelkämpfe in Japan aufgrund der Coronavirus-Pandemie bereits zum zweiten Mal verschoben. Durch die Omikron-Variante gibt es weltweit hohe Infektionszahlen, zudem unterliegt der internationale Reiseverkehr nach wie vor erheblichen Einschränkungen, die auch den Sportbetrieb vor Herausforderungen stellt. Ursprünglich sollten die Weltmeisterschaften in den Disziplinen Beckenschwimmen, Freiwasserschwimmen, Wasserspringen, High Diving, Synchronschwimmen und Wasserball schon 2021 stattfinden. Nach der Verschiebung der Olympischen Spiele in Tokio (JPN) rückte die WM im Kalender dann zunächst um ein Jahr nach hinten, ehe sie jetzt erneut vertagt wurde.
„Die Verschiebung der Weltmeisterschaften in Fukuoka kommt für uns nicht überraschend. Wir waren bereits davon ausgegangen, dass die WM nicht im Mai stattfinden wird“, sagte Christian Hansmann, Leistungssportdirektor des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV). Allerdings habe man zuletzt noch auf eine Durchführung im Oktober 2022 gehofft, womit es auch weiterhin in jedem Jahr eine WM im internationalen Wettkampfkalender gegeben hätte. „Durch die Terminierung im Juli 2023 und die Ansetzung der WM in Doha im Januar 2024 ist der Abstand zwischen beiden Veranstaltungen relativ knapp“, so Hansmann.
Zudem steht nur ein halbes Jahr nach der WM 2024 auch schon wieder Olympia in Paris an. „Das stellt uns vor Herausforderungen für die Saisonplanung, denn im Hinblick auf die Olympischen Spiele müssen die Athlet*innen auch einmal eine Pause einlegen. Für die Qualifikationswettkämpfe müssen wir uns angesichts dieses dichten Terminkalenders sicher etwas überlegen“, erklärte der Sportdirektor. Er will nicht ausschließen, dass einige Nationen die Weltmeisterschaften in Doha womöglich nicht in Top-Besetzung bestreiten werden.
Skeptisch äußerte sich auch Freiwasser-Olympiasieger Florian Wellbrock: „Es ist natürlich schade, dass wir Schwimmer schon wieder durch so ein Wirrwarr durchmüssen. Wir haben zum Glück noch eine Europameisterschaft dieses Jahr im August. Aber eine EM ist nicht vergleichbar mit einer WM. Ich sehe den gewählten Zeitpunkt der verschobenen WM auf Januar 2024 kritisch und weiß momentan nicht, wie das funktionieren soll: eine WM gleich im Januar und dann Olympische Spiele im Sommer. Das sind jetzt noch Fragen, die man natürlich intern im Trainer-Team klären muss, um weiterhin Sicherheit zu haben. Schließlich will ich bei allen Top-Events mein bestes Potential abrufen können.“
Neuer internationaler Höhepunkt des Schwimmjahres 2022 sind nach der WM-Verschiebung jetzt die Europameisterschaften vom 11. – 21. August in Rom (ITA), die dadurch noch einmal aufgewertet werden. Im Dezember ist zudem eine Kurzbahn-WM in Kazan (RUS) geplant. Nationales Highlight sind DIE FINALS 2022 vom 23. – 26. Juni in Berlin mit den Deutschen Meisterschaften im Beckenschwimmen und im Wasserspringen.
