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Deutsche Vertreter in der Champions League zeigen sich stark verbessert
Nach dem deutlichen 10:3 seiner Mannschaft gegen Dinamo Tiflis (GEO) geriet Karsten Seehafer regelrecht ins Schwärmen. „Ich denke, das war einer unserer besten Auftritte, die wir jemals in der Champions League hingelegt haben“, jubelte der Trainer von Waspo 98 Hannover. „An diesem Tag hat einfach alles genauso gepasst, wie wir es geplant hatten, alle Spieler haben ihre Aufgaben perfekt erfüllt.“ Zwischenzeitig führte der deutsche Meister bereits mit 9:0, ehe Tiflis 95 Sekunden vor Schluss den Bann brechen und Waspos Nationaltorwart Moritz Schenkel zum ersten Mal überwinden konnte. Damit stellte Hannover sogar einen neuen Rekord für diesen Wettbewerb auf: Nie zuvor war es einer Mannschaft in der Gruppenphase der Champions League gelungen, den Gegner so lange torlos zu halten.
„Wir haben ein sehr gutes Spiel gespielt, sehr strukturiert. Das gesamte Team hat großartig verteidigt, alle haben füreinander eingestanden. Das hat es mir ermöglicht, so viele Paraden zu haben“, reichte Schenkel das Kompliment an das ganze Team weiter.
Überhaupt präsentierte sich Waspo beim zweiten Turnier der Königsklasse in Budapest (HUN) stark verbessert. „Wir haben einen großen Schritt nach vorne gemacht“, sagte Seehafer, nachdem man beim ersten Turnier vor Weihnachten in drei Spielen noch ohne Punkt geblieben war. Diesmal zeigte Hannover auch in den Partien gegen AN Brescia (ITA) und Zodiac CN Barceloneta (ESP) eine gute Leistung – beide Spiele gingen dennoch mit 11:19 und 8:12 verloren, wobei es vor allem im Duell mit Brescia über weite Strecken enger zuging, als es das Ergebnis am Ende widerspiegelte.
Das letzte Spiel gegen Jadran Carine Herceg Novi (MON) gewann der deutsche Meister am Freitag dann mit 9:4 und revanchierte sich damit für die knappe Niederlage im Hinspiel. „Wir werden zusehends taktisch besser, kontrollieren das Spiel, stehen sicher in der Verteidigung und behalten im Angriff die Geduld“, bilanzierte Seehafer. Mit nunmehr sechs Punkten rangiert Waspo in der Tabelle der Gruppe B auf Platz vier und geht mit viel Zuversicht in die abschließenden Gruppenspiele, die Mitte April erneut in Turnierform ausgetragen werden.
Pokalsieger Spandau mit fünf Punkten und guten Auftritten gegen zwei Topteams
Auch der deutsche Pokalsieger Wasserfreunde Spandau 04 konnte bei seinem Turnier in Ostia (ITA) mit fünf Punkten aus vier Spielen überzeugen. „Das hat uns wohl kaum jemand vor dem Turnier zugetraut. Es war ein wichtiges Erlebnis für das eigene Selbstgefühl. Wir können also doch noch Wasserball spielen“, kommentierte Trainer Petar Kovacevic.
Die ersten drei Spiele im Dezember hatte Spandau, geschwächt durch mehrere Coronafälle im Team und weitere Verletzungen, allesamt verloren. Dieses Mal feierten die Berliner gleich zum Auftakt beim 7:7 gegen CN Marseille (FRA) den ersten Punktgewinn, dem sie tags darauf ein deutliches 12:6 gegen die Italiener von CC Ortigia folgen ließen. Torhüter Laszlo Baksa glänzte in beiden Partien mit starken Paraden.
Entsprechend selbstbewusst gingen die Wasserfreunde anschließend auch in das Duell mit dem Spitzenteam Jug Adriatic Dubrovnik (CRO) und war gegen den Ex-Champion beim 10:12 nah dran an einer Sensation. „Das war erneut ein gutes Spiel von uns, in dem wir uns leider am Ende nicht noch mehr belohnt haben“, sagte Kovacevic. Auch beim abschließenden 8:8 gegen Olympiacos Piräus (GRE) zeigten die Berliner wieder eine starke Leistung und führten gegen den CL-Gewinner von 2018 und Finalisten von 2019 bis kurz vor Schluss, ehe Piräus 14 Sekunden vor dem Abpfiff doch noch den Ausgleich erzielte. „Schade, wir hätten den Sieg verdient“, meinte Kovacevic. „Insgesamt bin ich trotzdem sehr zufrieden. Wir sind weiterhin im Rennen um das Final Eight.“ Als Fünfter der Gruppe A hat Spandau mit fünf Punkten nur zwei Zähler Rückstand auf Marseille, auch Piräus (zehn) ist noch in Reichweite. Die ersten vier qualifizieren sich für das Finalturnier vom 03. - 05. Juni in Hannover.
"Schwimmhallen müssten wie Schulen behandelt werden"
Nach dem Corona-Gipfel von Bundeskanzlerin und den Ministerpräsident*innen der Länder wird der Lockdown nach Beschluss vom Mittwoch bis 28. März verlängert, erstmals wurden nun aber einzelne Öffnungsschritte für den Sport genannt. „Wie viele Menschen freue ich mich, dass es nun endlich einen konkreten Plan gibt, an dem man sich orientieren kann. Ich bin jedoch mehr als enttäuscht, dass für unseren Wassersport nicht mehr zugelassen wird. Wir stehen seit langem bereit, verantwortungsvoll ein Teil der Lösung zu werden, aber man gibt uns nicht die Chance dazu. In Hinblick auf die Schwimmausbildung unserer Kinder finde ich das geradezu verantwortungslos.“, sagt Marco Troll, Präsident des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV). >> Die Öffnungsschritte für den Sport als Grafik (Quelle: DOSB) Die beschlossenen Lockerungsschritte für den Sport sehen wie folgt aus: Bei stabiler 7-Tage-Inzidenz von unter 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner ist ab 08. März kontaktfreier Sport von maximal zehn Menschen an der frischen Luft zugelassen - bei Inzidenz zwischen 50 und 100 allerdings nur fünf Menschen aus maximal zwei Haushalten. Im Altersbereich unter 14 Jahren sind Gruppengrößen bis zu 20 erlaubt. Laut den Angaben des RKI wäre ersteres aktuell nur in Rheinland-Pfalz möglich, zweiteres in allen anderen Bundesländern außer Thüringen. Für den hiesigen Schwimmsport zielführender würde aber wohl erst die nächste Stufe: Ab 22. März wäre dann bei einer 7-Tage-Inzidenz, die sich 14 Tage lang nicht verschlechtert hat und stabil unter 50 Neuinfektionen liegt, dann wieder kontaktfreier Sport drinnen und sogar Kontaktsport draußen erlaubt. Bei einer Inzidenz an drei aufeinander folgenden Tagen bei mehr als 50 oder stabil/sinkend unter 100 Neuinfektionen wäre ein tagesaktueller Covid-19-Test nötig, wenn sich mehrere Haushalte zum kontaktfreien Sport drinnen oder Kontaktsport draußen treffen wollen. Das könnte bei günstigem Pandemieverlauf also das erste Szenario für die Öffnung von Schwimmhallen werden. Frühestens ab 05. April ist dann auch Kontaktsport (z.B. Wasserball) drinnen erlaubt, wenn sich die 7-Tage-Inzidenz 14 Tage lang nicht verschlechtert hat und die Inzidenz stabil unter 50 Neuinfektionen liegt. Liegt die Inzidenz an drei aufeinander folgenden Tagen bei mehr als 50 oder gibt es eine stabile/sinkende Inzidenz unter 100 Neuinfektionen, wäre kontaktfreier Sport dann auch drinnen erlaubt und Kontaktsport draußen ohne Testzwang.
Frühere Öffnung der Freibäder gefordert
„Natürlich hängt viel vom weiteren Pandemieverlauf und der Ausbreitung der Mutanten ab. Und es ist zweifellos auch richtig, bei den Öffnungen schrittweise vorzugehen und vorsichtig zu bleiben“, sagt Troll. „Warum Blumenmärkte aber vor Schwimmhallen öffnen dürfen, erschließt sich mir absolut nicht. Meiner Meinung nach müssten Schwimmhallen wie Schulen behandelt werden und unter Einhaltung von Hygienekonzepten sofort geöffnet werden. Schon vor dem letzten Gipfeltreffen haben wir von Seiten der Politik ein Bekenntnis zum Kulturgut Schwimmen gefordert, die Unterstützung von Vereinen und vor allem das Vertrauen in den organisierten Sport. Die jetzigen Öffnungsschritte spiegeln meiner Meinung nach keinen dieser Punkte wider. Und anders als im Einzelhandel geht es bei uns nicht um Umsatz, sondern um Leben und Gesundheit“, so Troll. Nicht nur für die Schwimmausbildung der Kleinsten, auch für den Re-Start des Vereins- und Breitensports wünscht sich Troll mehr Rückendeckung durch die Regierung. „Es braucht endlich ein klares Bekenntnis zum Kulturgut Schwimmen auf allen politischen Ebenen. Auch wenn Kommunen jetzt wegen Corona unter erheblichen Steuerausfällen leiden, darf es deswegen nicht zu Sparmaßnahmen beim Bäderbetrieb kommen. Im Gegenteil, ich würde mir wünschen, dass die Verantwortlichen sich sogar ganz bewusst für eine vorzeitige Öffnung im April und im Herbst dann auch eine spätere Schließung ihrer Freibäder entscheiden. Und für eine maximale Verlängerung der Nutzungszeiten in den Hallen, sobald diese wieder öffnen dürfen. Sonst können wir den durch Corona entstandenen Ausbildungsstau nicht aufarbeiten“, sagte Troll. Auch sonst müsse man epidemiologisch vertretbare Lösungen viel konsequenter nutzen. Troll: „Die Menschen brauchen nach ihren Sport und die Bewegung einfach, körperlich und seelisch.“ Und zwar auch, wenn die Infektionszahlen - wie von einigen Expert*innen bereits berechnet - wieder steigen sollten.
JEM in München: Diese 38 Schwimmtalente feuert Deutschland an
Der Schwimmsport freut sich in diesem Jahr auf ein „Sommermärchen dahoam“. In der Münchener Olympia-Schwimmhalle von 1972 finden direkt hintereinander nämlich die Jugend-Europameisterschaften im Synchronschwimmen (30. Juni – 04. Juli) und Beckenschwimmen (07. – 12. Juli) statt. Nach Abschluss der Qualifikationsphase hat der Deutsche Schwimm-Verband e.V. (DSV) nun bereits 38 Aktive aus den Jahrgängen 2008 bis 2010 fürs Beckenschwimmen bei der JEM in München nominiert.
Angeführt werden die 21 Mädchen und 17 Jungen von Linda Roth (SC Magdeburg) und Yara Fay Riefstahl (SC Chemnitz), die trotz ihres jungen Alters von knapp über oder unter 18 Jahren zuletzt bereits deutsche Meistertitel in der offenen Klasse gewinnen konnten. Gleiches gelang auch Viktoria Hoffmann (SG Lübeck/50m Rücken) und Mira Helget (AMTV-WTB Hamburg/200m Rücken). Roth und Riefstahl gehörten wie die männlichen Hoffnungsträger Mitja Bauer (SSG Leipzig) und Larus Thiel (SG Bayer) auch schon 2025 in der Slowakei zum erfolgreichen JEM-Team des DSV. Bauer hat in diesem Frühjahr beispielsweise den deutschen Jahrgangsrekord über 200m Rücken verbessert, bisher hielt die Bestmarke kein Geringerer als Lukas Märtens.
„Wir bringen bei der JEM in München ein sehr talentiertes Team an den Start und hoffen natürlich auch auf eine ansehnliche Medaillenausbeute. Das besondere Flair der Olympiahalle und der Heimvorteil werden uns sicherlich zusätzlich beflügeln“, sagt Nachwuchs-Bundestrainer Carsten Gooßes. Eine zusätzliche Leistungsüberprüfung ist bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften in Berlin (DJM/09. - 13. Juni 2026) allerdings noch für Sydney Savannah Ferch (SG Dortmund), Viktoria Hoffmann, Leni Labarre (SC Magdeburg) und Moritz Erkmann (SC Chemnitz) vorgesehen. Obwohl sie während der JEM-Qualifikationsphase von Einschränkungen gesundheitlicher Art betroffen waren, wurden sie im Sinne eines erfolgreichen Abschneidens beim Saisonhöhepunkt unter diesem Vorbehalt bereits ins DSV-Team berufen.
Auf den Tribünen der Münchener Olympia-Schwimmhalle wird übrigens extra ein eigener „Fanblock Deutschland“ eingerichtet, der für geballte Stimmung und beste Sicht auf das Geschehen im Becken sorgen soll. Aber Achtung – die Plätze sind streng limitiert und nur mit dem Kennwort „DSVFAN“ über den Online-Ticketshop buchbar. Wer hautnah dabei sein will, sollte jetzt zuschlagen!
Die Tageskarten für die JEM Schwimmen sind je nach Kategorie zwischen 17,00 und 24,00 Euro erhältlich, für die JEM Synchronschwimmen zwischen 15,00 und 22,00 Euro. Ermäßigte Tickets gibt es bereits ab 12,00 beziehungsweise 14,00 Euro. Insgesamt stehen drei Preiskategorien zur Auswahl, sodass für jedes Budget etwas dabei ist. In der günstigsten Kategorie kann es bei einzelnen Plätzen zu leichten Sichteinschränkungen kommen – dafür bist du trotzdem mitten in der einzigartigen Atmosphäre dabei.
Für alle, die wirklich kein Highlight verpassen möchten, sind die Dauerkarten die perfekte Wahl. Für die JEM Schwimmen (sechs Tage) kosten diese zwischen 93,00 und 135,00 Euro (ermäßigt 78,00 bis 120,00 Euro). Bei der JEM Synchronschwimmen (fünf Tage) gibt es Dauerkarten zwischen 67,00 und 102,00 Euro (ermäßigt 55,00 bis 90,00 Euro). Damit sicherst du dir Zugang zu allen Wettkampftagen – von den ersten Vorläufen bis zu den großen Finalentscheidungen. Mehr Emotion, mehr Spannung, mehr Sport geht kaum.
Aufgrund der starken internationalen Beteiligung aus 45 Nationen stehen pro Tag voraussichtlich rund 1.500 Tribünentickets zur Verfügung. Die Nachfrage wird hoch sein – also lieber jetzt als zu spät zugreifen!
Das DSV-Team bei der JEM in München
Frauen: Linda Roth, Alina Baievych, Juliana Buttler, Leni Labarre (alle SC Magdeburg),Yara Fay Riefstahl, Melina Nitschke (beide SC Chemnitz), Mira Helget (AMTV-WTB Hamburg), Luisa Marie Herrmann (SG Bayer), Laura Sophie Kohlmann, Lara Vandenhirtz (beide SG Essen), Zarina Selimovic, Sydney Savannah Ferch (beide SG Dortmund), Leonie Mau (SSV PCK90 Schwedt), Hannah Schneider (Hofheimer SC), Cara Vogt (SG Neuss), Alina Bettke (SV Halle), Ronja Gerling (Potsdamer SV), Evelyn Wegrotzki (SG HT16 Hamburg), Alina Meyer (Waspo 98 Hannover), Marlene Chrustowski (SG Heddesheim), Viktoria Hoffmann (SG Lübeck).
Männer: Mitja Bauer, Lius Pepe Baumeister (beide SSG Leipzig), Larus Thiel (SG Bayer), Rudolf Bordas, Hugo Engelien (beide SC Magdeburg), Fabian Mager, Gerard Norwisz (beide SG Neuss), Felix Brandner, Alexander Giesbrecht (beide 1. FCN Schwimmen), Louis Hoffmann (SG Neukölln Berlin), Georg-Alexander Kloss (Potsdamer SV), Jannes Schmidt (SC Wiesbaden 1911), Nils Nolte (Berliner TSC), Simon Brugger (SG Stadtwerke München), Matteo Straßburger (STV Limbach-Oberfrohna), Jonas Lieschke (Hamburger SC), Moritz Erkmann (SC Chemnitz).
Johannes Liebmann siegt mit Weltjahresbestzeit in Stockholm
Auf den Langstrecken gehören Deutschlands Schwimmer schon seit Jahren zur absoluten Weltspitze. National verschärft sich der Konkurrenzkampf gerade aber noch einmal. Das zeigte sich bei den Swim Open Stockholm am Freitag. In Schwedens Hauptstadt kraulte Johannes Liebmann über 1500m Freistil mit neuer Weltjahresbestzeit von 14:39,67 Minuten zum Sieg. Der 19-Jährige vom SC Magdeburg ließ dabei Oliver Klemet (SG Frankfurt/14:41,71) und Vereinskollege Florian Wellbrock (15:15,79) hinter sich.
>> Alle Ergebnisse der Swim Open Stockholm
Liebmann führt damit auch das Qualifikationsranking für die Europameisterschaften in Paris (FRA/31. Juli – 16. August) an, endgültig vergeben werden die Tickets aber erst nach den Deutschen Meisterschaften in Berlin (23. – 26. April). Der WM-Zweite Sven Schwarz steigt erst nächste Woche bei den Berlin Swim Open in die Wettkämpfe ein. Aber Liebmann hat schon einmal eine beeindruckende Marke gesetzt. Bei der WM in Singapur hätte seine Zeit im Vorjahr zu Rang vier gereicht. Und den deutschen Jahrgangsrekord für 19-Jährige, den Florian Wellbrock vor seinen vielen internationalen Triumphen vor zehn Jahren einmal aufstellte, unterbot der Aufsteiger nun um mehr als 15 Sekunden.
Und: Bereits am Tag zuvor hatte Liebmann als Zweiter hinter Klemet die EM-Norm über 400m Freistil unterboten. Und als Erwärmung am Freitagvormittag auch noch seine 200m-Bestzeit um zwei Sekunden auf 1:48,48 Minuten verbessert. Bundestrainer Bernd Berkhahn hat da zweifellos mal wieder ganz starke Arbeit geleistet. „Ich habe hier auf eine gute Zeit gehofft, so schnell aber nicht unbedingt. Es war jedenfalls schneller, als es sich angefühlt hat unterwegs“, sagte Liebmann. So kann er sich nun ab nächster Woche auf jeden Fall mit einem guten Gefühl seinen Abiturprüfungen widmen.
Linda Roth glänzt mit Sieg über 400m Lagen
Einen weiteren Sieg bescherte dem DSV-Team am Freitag Linda Roth (SC Magdeburg), die seit dieser Saison ebenfalls am Bundesstützpunkt in Magdeburg trainiert. Über 400m Lagen gewann die 17-Jährige in 4:47,03 Minuten vor Leni von Bonin (Dresdner SC/4:48,40). Wenige Minuten zuvor war Roth über 100m Schmetterling in 59,89 Siebte geworden, direkt vor Yara Fay Riefstahl (SC Chemnitz/59,93). Der Sieg ging hier an Lokalmatadorin Louise Hansson (SWE/57,50). Die U23-Normen für Paris (4:44,60 beziehungsweise 59,10) scheinen für alle drei Mädchen nach diesem Tag durchaus noch erreichbar bis zum großen Qualifikationsfinale mit allen Stars bei der DM in Berlin.
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Das gilt auch für Lise Seidel (SC Chemnitz), die über 100m Rücken in 1:01,01 Minuten um eine Hundertstel geschlagen wurde von Adela Piskorska (POL). Zur EM-Norm fehlen damit nur wenige Zehntel. Bronze sicherte sich Luca Nik Armbruster (SG Neukölln Berlin) über 100m Schmetterling in 52,14 Sekunden, hier siegte Dare Rose (USA/51,19). Zudem wurde Lena Ludwig (SV Nikar Heidelberg) Sechste über 50m Brust (31,67) beim Sieg von Siobhan Haughey (HKG/30,46).
>> Alle Ergebnisse der Schweizer Meisterschaften
Timo Sorgius mit neuer 100m-Bestzeit unter der U23-Norm
Gut in Form zeigt sich weiter Timo Sorgius. Nachdem der 22-Jährige vom SC Wiesbaden am Vortag mit EM-Norm in Uster Schweizer Meister über 200m Freistil wurde, kraulte er am Freitag über 100m Freistil mit neuen Bestzeiten (49,19 und 49,08 Sekunden) auf Rang zwei. Beide Zeiten liegen unter der U23-Norm für Paris. Pro EM-Einzelstrecke werden maximal vier Startplätze vergeben.
Florian Wellbrock siegt beim Weltcupauftakt in Ägypten
Der beste Freiwasserschwimmer der Welt ist derzeit eindeutig Florian Wellbrock. Der 28-Jährige vom SC Magdeburg gewann nach seinen vier WM-Siegen 2025 in Singapur nun auch den ersten Weltcup der neuen Saison im ägyptischen Urlaubsort Soma Bay überlegen. Bei warmen Bedingungen ohne Wellengang hielt Wellbrock die Konkurrenz jederzeit unter Kontrolle und schlug nach 1:50:59,50 Stunden vor Dávid Betlehem (HUN/1:59:01,10) und Domenico Acarenza (ITA/1:51:05,60) an.
„Das war mein dritter Start in Ägypten und zugleich mein dritter Sieg. Ich bin total happy“, sagte Wellbrock im Ziel. „Ich hätte nicht gedacht, dass es so gut funktioniert. Das Trainingslager zuvor lief gar nicht so rund, muskulär fühlte es sich schwer an.“
Wie gewohnt hatte er sich gleich nach dem Start an die Spitze gesetzt und das Tempo dann nach Belieben diktiert. So sicherte er sich auch die Zusatzprämie für die Sprintwertung nach der ersten von insgesamt sechs Runden. „Vor dem Rennen habe ich meinen Trainer nach der Strategie gefragt. Er meinte nur, hol dir die erste Runde und das Geld. Was ein Spaß“, so Wellbrock hinterher.
Ungewohnte Rollen für Rasovszky und Paltrinieri
Schon vorher hatte der Deutsche per Interview angekündigt, mit Blick auf die Verdienstmöglichkeiten nicht nur in der mit 50.000 US-Dollar dotierten Gesamtwertung diesmal anders als im Vorjahr alle vier Weltcups der Saison bestreiten zu wollen. Das nächste 10km-Rennen findet am 24. April auf Ibiza (ESP) statt. Am Samstag steht in Ägypten auch noch ein Staffelrennen auf dem Programm (11:00 Uhr im Livestream von Eurovisionsport).
Insgesamt verbrachte Wellbrock nur wenige Sekunden nicht an der Spitze des Feldes, und das meist nur der Verpflegung geschuldet. Einzig Kristóf Rasovszky (HUN), der Olympiasieger von Paris (FRA) 2024, zog nach Rennhälfte einmal kurz ernsthaft an. Er vergeudete dabei aber wohl etwas zu viel Kraft. Am Ende reichte es an seinem 29. Geburtstag lediglich zu Rang 16 (1:51:15,50). Auch Wellbrocks Dauerrivale Gregorio Paltrinieri (ITA) wirkte nach Rang sieben (1:51:08,40) nicht sonderlich zufrieden, war der 31-Jährige damit doch nur viertschnellster Italiener.
Auf Rang 23 landete Oliver Klemet (SG Frankfurt/1:51,27,90). Der Olympiazweite von Paris und WM-Vierte des Vorjahres war wie Wellbrock für die Europameisterschaften in Paris (FRAU/31. Juli – 16. August) bereits qualifiziert. Das EM-Ticket verfehlt hat dagegen Moritz Bockes (SG Stadtwerke München) auf Rang 32 (1:53:25,80). Laut Nominierungsrichtlinie des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) war für einen EM-Start mindestens Rang zwölf der europäischen Rangliste bei maximal drei Startern pro Nation gefordert. Dorthin schaffte es Bockes in Soma Bay aber nicht.
Lea Boy schwimmt mit toller Leistung zu Bronze
Beim Freiwasserschwimmen ist Florian Wellbrock nicht der einzige Dominator. Bei den Frauen ist die ebenfalls von Bundestrainer Bernd Berkhahn in Magdeburg betreute Moesha Johnson derzeit ähnlich überlegen. Die Doppel-Weltmeisterin aus Australien gewann beim Weltcupauftakt in Soma Bay (EGY) das 10km-Rennen am Freitag in 1:58:26,10 Stunden mit deutlichem Vorsprung und wiederholte so wie Wellbrock ihren Vorjahressieg.
Grund zur Freude gab es aber auch im deutschen Team. Lea Boy sicherte sich in 1:59,23,30 Bronze hinter der letztjährigen Gesamtweltcup-Siegerin Ginevra Tadeucci (ITA/1:59:14,70). Die 26-Jährige vom SV Würzburg 05 hing den beiden Topstars in einem beherzten Rennen lange an den Fersen, musste diese erst auf den letzten Kilometern ziehen lassen.
EM-Ticket auch für Leonie Märtens
Jubeln durfte auch Leonie Märtens. Nach längerer Verletzungspause kämpfte sich die 22-Jährige in 2:02:59,30 auf Rang 13 und als Elfte der bereinigten europäischen Rangliste (also maximal drei Starterinnen pro Nation) zum EM-Ticket. Fabienne Wenske (SV Nikar Heidelberg) landete in 2:03:23,30 auf Rang, verpasste die Qualifikation für Paris auf Rang 15 der europäischen Rangliste damit knapp.
Nach Olympia in Paris 2024 erlebt Leonie Märtens nun also auch die europäischen Titelkämpfe in Frankreichs Hauptstadt (31. Juli – 16. August) gemeinsam mit ihrem Bruder Lukas Märtens. Im letzten Jahr hatte sie die WM in Singapur wegen eines Handbruchs dagegen verpasst.
Das ist neu bei der DM SMK 2026 in Düsseldorf
Die Ausschreibung für die Deutschen Meisterschaften Schwimmerischer Mehrkampf (DM SMK) 2026 ist veröffentlicht. Die Titelkämpfe finden vom 05. bis 07. Juni 2026 im Rheinbad Düsseldorf statt und stehen in diesem Jahr im Zeichen einer grundlegenden Weiterentwicklung des Wettkampfsystems im Nachwuchsbereich.
>> Zur Ausschreibung DM SMK 2026
Die Veröffentlichung erfolgt diesmal später als gewohnt. Dem Deutschen Schwimm-Verband e.V. (DSV) ist bewusst, dass dies für Vereine, Trainer*innen und Familien eine Herausforderung in der Planung darstellt. Hintergrund ist, dass die Anpassungen im SMK-Format erstmals umgesetzt werden und in der Vorbereitung ein intensiver Abwägungsprozess notwendig war, um sowohl sportfachliche Anforderungen als auch die organisatorischen Rahmenbedingungen realistisch abzubilden.
Sportfachliche Ziele und Rahmenbedingungen in Einklang gebracht
„Die späte Veröffentlichung ist nicht unser Anspruch, wir bedauern diese Verzögerung. In diesem Jahr war sie das Ergebnis eines intensiven Abwägungsprozesses zwischen sportfachlichen Zielen und den realen Rahmenbedingungen“, sagt Christian Hansmann, Vorstand Leistungssport im Deutschen Schwimm-Verband e.V. (DSV).
Mit der Erweiterung der DM SMK auf drei Jahrgänge steigt die Zahl der Teilnehmenden deutlich. Gleichzeitig setzen die Kapazitätsgrenzen der Wettkampfstätte klare Grenzen. Daraus ergeben sich Anpassungen, unter anderem bei den Teilnehmerzahlen in einzelnen Bereichen. Auch alternative Szenarien wurden geprüft, etwa ein Ausschluss von Publikum oder ein kurzfristiger Standortwechsel, konnten jedoch unter den gegebenen Rahmenbedingungen nicht umgesetzt werden.
Was der DSV mit den Änderungen bewirken möchte
Diese Abwägungen sind dem DSV nicht leichtgefallen, insbesondere mit Blick auf die Bedeutung der Veranstaltung für die Athlet*innen und ihre Familien. Parallel arbeitet der DSV bereits daran, die Rahmenbedingungen für die kommenden Jahre zu verbessern. Dazu gehören frühzeitige Gespräche mit potenziellen Ausrichtern für 2027 und 2028 sowie die Prüfung geeigneter Wettkampfstätten mit größeren Kapazitäten.
Sportlich verfolgt der DSV mit den Anpassungen mehrere Ziele. Erstmals werden bei der DM SMK die Jahrgänge 2013 bis 2015 zusammengeführt, wobei in den jüngeren beiden Altersbereichen die Anzahl der Teilnehmenden unverändert bleibt. Gleichzeitig werden die Deutsche Jahrgangsmeisterschaften (DJM) entlastet, deren Wettkampftage in den vergangenen Jahren zunehmend sehr lang waren. Rückmeldungen aus dem Kreis der Aktiven, Trainer*innen und Eltern haben hier wiederholt auf Optimierungsbedarf hingewiesen. „Wir hören seit Jahren den Wunsch nach kompakteren Wettkampfabläufen. Mit den Anpassungen greifen wir diese Hinweise auf und entwickeln das System gezielt weiter“, so Hansmann.
Ein weiterer zentraler Aspekt ist die sportfachliche Ausrichtung. Die bisherigen Erfahrungen haben gezeigt, dass eine frühe Spezialisierung nicht immer förderlich für die langfristige Entwicklung ist. „Mit dem neuen SMK-Format fördern wir die vielseitige Ausbildung über einen längeren Zeitraum. Für eine Spezialisierung bleibt später ausreichend Zeit“, erklärt Nachwuchs-Bundestrainer Hannes Vitense.
Wie der SMK für die 13-Jährigen funktioniert
Für die 13-Jährigen werden in diesem Jahr erstmals Kombinationswertungen eingeführt. In allen vier Schwimmarten werden die Zeiten über 100m und 200m addiert, wobei pro Geschlecht jeweils die 20 schnellsten Aktiven startberechtigt sind. Ergänzend gibt es im Freistil weitere Kombinationswertungen für Mittel- und Langstrecke sowie eine kombinierte Lagenwertung, für die sich jeweils die zehn besten Aktiven pro Geschlecht qualifizieren.
Die Meldezeiten werden ebenfalls über die Addition der jeweiligen Einzelstrecken ermittelt, pro Athlet*in sind maximal zwei Kombinationswertungen bei der DM SMK möglich. Zusätzlich wird eine Sprintwertung eingeführt, bei der die jeweils acht schnellsten Aktiven über 100 m zum Abschluss der Veranstaltung noch einmal über 50 m gegeneinander antreten.
Wie der SMK für die Jahrgänge 2014 und 2015 funktioniert
Für die Elf und Zwölfjährigen (diesmal die Jahrgänge 2014 und 2015) bleibt der grundlegende Aufbau des SMK erhalten. Geschwommen werden weiterhin die 200m Lagen, 400m Freistil sowie zweimal 25m Delphinkicks in Bauch- und Rückenlage, ergänzt um 100m und 200m in einer gewählten Schwimmart. Neu sind hier vor allem die Qualifikationskriterien: Statt der bisher 80 besten Aktiven über 200m Lagen werden künftig die jeweils 20 besten Schwimmer*innen pro Kombinationswertung einer Schwimmart zugelassen. „Die Gesamtzahl der Teilnehmenden bleibt gleich, aber die Gewichtung verändert sich. Das ist aus sportfachlicher Sicht ein wichtiger Schritt“, so Vitense.
Der Qualifikationszeitraum läuft vom 01. Dezember 2025 bis einschließlich 24. Mai 2026. Meldeschluss ist der 25. Mai 2026 um 20:00 Uhr.
Neue Meisterschaftsformate fürs Schwimmen bei den Finals 2026
Der Deutsche Schwimm-Verband e.V. (DSV) hat die Ausschreibung für die Deutschen Sprint- und Lagenmeisterschaften im Rahmen der Finals 2026 veröffentlicht. Die neuen Wettbewerbe werden vom 23. – 26. Juli innerhalb des Multisportevents in Hannover erstmals ausgetragen und erweitern das nationale Meisterschaftsprogramm im Beckenschwimmen.
Die Finals bündeln Deutsche Meisterschaften in mehr als 20 Sportarten und werden zentral im öffentlich-rechtlichen Fernsehen präsentiert. Für das Beckenschwimmen bedeutet dies eine stärkere Einbindung in das kompakte Veranstaltungskonzept.
>> Ausschreibung Die Finals: Deutsche Sprint- und Lagen-Meisterschaften
Sprinttitel im Eliminationsmodus
Premiere feiern die Deutschen Sprintmeisterschaften über die 50m-Strecken aller vier Schwimmarten. Die Titel werden in einem Eliminationsformat vergeben, das mehrere Rennrunden an einem Finalabend kombiniert.
Das Prinzip ist einfach: Zunächst treten alle acht qualifizierten Aktiven gegeneinander an. Nach dem ersten Lauf scheiden die zwei Langsamsten aus, nach dem zweiten Lauf folgen drei weitere Eliminierungen. Im dritten Lauf kämpfen schließlich die verbleibenden drei Aktiven um den Titel. Die Pausen zwischen den Rennen betragen lediglich wenige Minuten.
Das Format bündelt mehrere maximale Belastungen in kurzer Abfolge. Für die Aktiven bedeutet das wiederholte Sprintentscheidungen unter hohem Zeitdruck mit minimaler Regenerationszeit – Anforderungen, die auf den 50m-Strecken eine zentrale Rolle spielen. „Genau diese wiederholten Hochbelastungen unter Wettkampfbedingungen sind für die Sprintentwicklung entscheidend. Mit Blick auf Los Angeles 2028, wo erstmals alle vier 50m-Disziplinen olympisch ausgetragen werden, ist das Format für uns ein wichtiger Baustein“, sagt Bundestrainer Stephan Wittky.
Neue Lagen-Meisterschaften mit Kombinationswertung
Neben den Sprintentscheidungen führt der DSV Deutsche Lagenmeisterschaften ein. In die Wertung fließen jeweils die 100m- und 200m-Leistungen einer Schwimmart ein. Die Zeiten werden mithilfe der Punktetabelle des Weltverbandes World Aquatics ins Verhältnis zum aktuellen Weltrekord gesetzt und anschließend zu einer Gesamtwertung der jeweiligen Lage addiert. Die höchste Punktzahl gewinnt.
Damit wird innerhalb einer Schwimmart eine kombinierte Leistungsbewertung möglich, die die Vielseitigkeit der Aktiven stärker berücksichtigt. Im Freistil wird zusätzlich eine kombinierte Wertung über 400m und 800m angeboten. Hier verspricht insbesondere das mögliche Duell zwischen 400m-Olympiasieger Lukas Märtens und 800m-Europarekordler Sven Schwarz besondere Spannung – ein sportliches Highlight mit großer Strahlkraft.
„Wir freuen uns sehr auf die innovativen Formate in Hannover. Das wird ein Topevent, bei dem wir unsere Form Richtung EM ausprägen wollen“, sagt Christian Hansmann, Vorstand Leistungssport im DSV. „Zusätzlich bekommen neben unseren Top-Stars auch jene Talente einen mitreißenden Wettkampfhöhepunkt im Hochsommer, bei denen es noch nicht ganz für ein EM-Ticket reichte, die wir aber für Olympia 2028 und 2032 bereits im Blick haben.“
Eingebettet in die EM-Saison 2026
Die Europameisterschaften in Paris (FRA) finden als internationaler Saisonhöhepunkt vom 31. Juli bis 16. August 2026 statt, die Beckenwettbewerbe beginnen dabei am 10. August. Die Finals sind damit unmittelbar vor dem internationalen Saisonhöhepunkt optimal in die Saisonplanung integriert.
Die besten vier Aktiven der DSV-Bestenliste sind direkt für die Endläufe im Stadionbad gesetzt. Der Qualifikationszeitraum läuft vom 11. Juli 2025 bis 26. April 2026 und endet wie die EM-Qualifikation mit den Deutschen Meisterschaften Schwimmen in Berlin. Meldeschluss für die Finals ist der 02. Juli 2026 um 20:00 Uhr.
Mit den neuen Meisterschaftsformaten erweitert der DSV sein nationales Titelprogramm und entwickelt seine Wettbewerbsstruktur im Rahmen der Finals gezielt weiter. Die Premiere in Hannover bietet damit nicht nur zusätzliche Titelentscheidungen, sondern erprobt auch neue Wege der Wettkampfgestaltung im deutschen Schwimmsport.
Toller EM-Abschluss mit Medaillen für Maya Werner und Cedric Büssing
Zum Abschluss der Kurzbahn-Europameisterschaften in Lublin (POL) gab es noch zwei weitere Medaillen für das Team des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) durch Maya Werner und Cedric Büssing zu feiern. Außerdem sorgten die DSV-Frauen um Welt- und Europameisterin Anna Elendt am Sonntag auch noch für zwei deutsche Staffelrekorde.
Werner kraulte über 1500m Freistil in 15:47,00 Minuten auf der Außenbahn eins sehr souverän zur Silbermedaille. Die 20-Jährige vom SC Magdeburg musste mit ihrer neuen persönlichen Bestzeit nur Topfavoritin Simona Quadarella (ITA/15:29,93) den Vortritt lassen. Bronze sicherte sich Ajna Késely (HUN/15:51,73). „Ich hatte nicht mal eine Meldezeit, weil ich diese Strecke lange nicht mehr geschwommen bin. Dann habe ich einfach mein eigenes Rennen durchgezogen, bin extra auch ein wenig vorsichtiger angegangen. Dass am Ende Silber dabei herausspringt, habe ich überhaupt nicht erwartet. Zumal ich am Morgen nicht ganz so gut gefühlt hatte“, so Werner. „Zwei EM-Medaillen stimmen mich richtig froh, da freut man sich schon auf den nächsten Sommer.“ Dort ist im August dann die EM auf der 50m-Bahn in Paris (FRA) der Saisonhöhepunkt.
Büssing schwimmt in Lublin so schnell wie nie zuvor
Über 400m Lagen schwamm Cedric Büssing in Polen zweieinhalb Sekunden schneller als je zuvor. In 4:03,51 Minuten sicherte sich der 22-Jährige von der SG Essen in einem umkämpften Rennen Bronze hinter Alberto Razzetti (ITA/3:58,79) und Max Litchfield (GBR/4:03,25). Damit gerechnet hatte der Olympia-Achte von Paris selbst nicht unbedingt. „Ich hatte nicht den besten Sommer, habe dem Prozess aber weiter vertraut. Das hat sich hier nun ausgezahlt, das macht dann natürlich Spaß“, sagte Büssing.
>> Alle EM-Ergebnisse im Überblick
Über 4x50m Lagen verbesserten Nina Holt (SC Magdeburg), Anna Elendt (SG Frankfurt), Angelina Köhler (SG Neukölln Berlin) und Nina Jazy (SG Essen) den 16 Jahre alten deutschen Rekord gleich zweimal an einem Tag. Erst im Vorlauf auf 1:45,15 Minuten, im Finale dann auf 1:44,71. Damit belegte das DSV-Quartett am Ende Rang fünf. Der Sieg ging an die Niederlande (1:42,83), bei der Startschwimmerin Marrit Steenbergen über 50m Rücken bereits ihren fünften Europarekord bei diesen Titelkämpfen aufstellte. Zusammen mit der Prämie für die beste EM-Leistung kommt die 25-Jährige damit auf insgesamt 40.000 Euro Zusatzprämie.
Top-Platzierungen gab es am letzten EM-Tag auch noch auf den 50m-Strecken, die bekanntlich ab 2028 zum Olympiaprogramm gehören. Brustschwimmer Melvin Imoudu (Potsdamer SV) kam in 26,07 Sekunden wie schon bei der WM in Singapur auf Rang fünf. Direkt dahinter wurde sein Vereinskollege und Trainingspartner Malte Gräfe Sechster, der 18-Jährige verbesserte dabei den deutsche Jahrgangsrekord ein drittes Mal bei diesen Titelkämpfen auf nun 26,12. Gold gewann Simone Cerasuolo (ITA/25,67).
Youngster Gräfe schwamm danach auch in der Lagenstaffel, belegte dort gemeinsam mit Vincent Passek (Berliner TSC), Maurice Grabowski (SC Wiesbaden) und Rafael Miroslaw (SG HT16 Hamburg) in 1:32,46 Rang sieben. Der Titel ging hier an Italien (1:30,49). Rückenschwimmer Passek knackte in 23,31 Sekunden dabei sigar deutschen Jahrgangsrekord für 19-Jährige.
Bei den Frauen kam 200m-Europameisterin Anna Elendt beim 50m-Sprint in 29,69 Sekunden auf Rang sieben. Es gewann erneut 100m-Siegerin Eneli Jefimova (EST) mit Meisterschaftsrekord (28,91). Über 50m Rücken stellte Sara Curtis (ITA) in 25,49 Sekunden sogar einen (später noch einmal von Marrit Steenbergen verbesserten) Europarekord auf, kurz darauf wurde die 19-Jährige über 50m Freistil in 23,41 Sekunden dann noch einmal Zweite hinter Katarzyna Wasick POL/23,20). Bei den Männern war Jere Hribar (CRO/20,70) der schnellste Schwimmer dieser Titelkämpfe, dahinter verbesserte Nikita Sherement (UKR) den Junioren-Weltrekord auf 20,81.
Deutschland mit neun Medaillen bei dieser Kurzbahn-EM
Mit insgesamt drei Gold-, zwei Silber- und vier Bronzemedaillen belegte das DSV-Team im Medaillenspiegel am Ende Rang vier hinter Italien (9/5/6), Niederlande (7/4/2) und Großbritannien (3/4/4). In der Nations Trophy, in der auch alle weiteren Finalplätze berücksichtigt werden, lag man sogar vor den Briten auf Rang drei. Bundestrainer Stephan Wittky zog aber nicht nur deswegen ein positives Fazit. „Nach den erfolgreichen Weltmeisterschaften in Singapur sehen wir uns weiter in der Erfolgsspur. Dass bei dieser EM neben unseren gestandenen Stars auch viele junge Aktive auf sich aufmerksam machen konnten, gibt uns viel Schwung für die kommenden Monate.“
DSV-Asse mit Top-Leistungen: Silber für Ludwig und Gräfe bei der JWM
Grandioser Abschluss für das Team des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) bei den Weltmeisterschaften der Junior*innen in Otopeni (ROU) mit zwei Silbermedaillen für Lena Ludwig (SV Nikar Heidelberg) und Jan Malte Gräfe (Potsdamer SV).
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Nur die Winzigkeit von einer Hundertstelsekunde fehlte Gräfe am Sonntagabend zum Titelgewinn. Nachdem der 18-Jährige am Vortag im Vorlauf den Junioren-Weltrekord auf 26,95 gedrückt hatte, zeigte er auch im Finale eine bärenstarke Leistung und blieb in 26,99 zum zweiten Mal in seinem Leben unter 27 Sekunden. Nur durchbrach am Sonntag dann auch Nusrat Allahverdi (TUR) erstmals diese Schallmauer und sicherte sich in 26,98 wie bei der JEM vor sechs Wochen in der Slowakei die Goldmedaille. Der aus Rostock stammende Gräfe hatte dort noch mehr als drei Zehnteln Rückstand Bronze (27,56) gewonnen und seither mit seinen Trainern Jörg Hoffmann und Jens Lohaus am Bundesstützpunkt Potsdam wunderbare Fortschritte machen können.
„Ich freue mich total, dass ich in der gesamten JWM-Woche so gut performen konnte“, meinte Gräfe, der zuvor über 100m Brust Fünfter geworden war und dabei dreimal den deutschen Jahrgangsrekord verbessern konnte. „Natürlich ist es unglücklich gelaufen im Finale, aber noch vor Kurzem hätte ich niemals geglaubt, hier um Gold mitkämpfen zu können. Und dass ich den Weltrekord behalten habe, sehe ich auch als Ehre an und nehme das auch als Motivation für die nächsten Jahre mit.“ Jetzt steht für den Abiturienten aber erst einmal etwas Erholung bei der Familie an der heimischen Ostseeküste an, ehe der neue Karriereabschnitt in der offenen Klasse angegangen wird.
Lena Ludwig verbessert 200m-Bestzeit um acht Zehntel
Sogar schon ihre zweite Silbermedaille bei diesen Titelkämpfen erkämpfte sich Lena Ludwig. Nach Platz zwei und zwei deutschen Jahrgangsrekorden über 100m Brust schwamm die 18-Jährige auch über 200m Brust in 2:26,56 Minuten fast acht Zehntel unter ihrer bisherigen persönlichen Bestzeit, nur Sua Moon (KOR) war in 2:24,77 noch etwas schneller als die Jugend-Europameisterin von 2025 und 2024. Hannah Schneider (Hofheimer SC) belegte in 2:32,27 Rang 13.
„Endlich habe ich es unter 2:27 geschafft. Dass es gleich so ein großer Schritt wird, damit habe ich aber nicht gerechnet“, sagte Ludwig. „Am meisten freue mich aber, dass ich für meine Trainerin Uta Brandl am Ende des gemeinsamen Weges noch eine weitere Medaille gewinnen konnte.“ Mit Wechsel in die offene Klasse wird Ludwig wie auch ihre Teamkollegin Noelle Benkler in Heidelberg nun in die Elitegruppe von Bundesstützpunkttrainer Santiago Marquez Fuentes wechseln.
Johannes Liebmann wird über 1500m Vierter
Einen weiteren starken Auftritt zeigte am Sonntag auch Johannes Liebmann. Über 1500m Freistil kraulte der JEM-Zweite vom SC Magdeburg in 15:04,40 Minuten auf den vierten Platz. Die Goldmedaille sicherte sich Kuzey Tuncelli (TUR/14:48,81) vor Kazushi Imafuku (JPN/14:56,97) und Vaseleios Kakoulakis (GRE/15:00,29).
„Wir wollten hier beweisen, dass wir auch bei einer JWM gut abschneiden können und das ist hier trotz des beeindruckendes Niveaus bei diesen Titelkämpfen fantastisch gelungen. Wir haben hier mit einem kleinen Team absolute Topleistungen und sehr viele persönliche Bestleistungen bei einem zusätzlichen Saisonhöhepunkt abgeliefert. Ich sehe da einen schönen Aufschwung“, bilanzierte Nachwuchs-Bundestrainer Carsten Gooßes.
Fünfter Titel für US-Girl Erisman und Chinesin Yang
Am letzten Wettkampftag schwamm die Chinesin Peiqi Yang mit Meisterschaftsrekord über 200m Freistil (1:56,25 Minuten) zu ihrem fünften Gold bei diesen Titelkämpfen. Zuvor hatte sie bereits über 400m, 800m, 1500m Freistil sowie mit der 4x200m-Staffel triumphiert und bezwang im direkten Duell nun auch Rylee Erisman (USA/1:56,76). Die 16-Jährige schaffte am Sonntag über 50m Freistil (24,70 Sekunden) und mit der Lagenstaffel der USA (3:59,85 Minuten) auch zwei weitere Siege und kommt so ebenso auf fünf Siege bei diesen Titelkämpfen. Die DSV-Lagenstaffel mit Noelle Benkler (SV Nikar Heidelberg/1:02,14), Hannah Schneider (Hofheimer SC/1:09,94), Yara Fay Riefstahl (Chemnitzer SC/1:00,80) und Leni von Bonin (Dresdner SC/57,65) kam am Sonntag in 4:10,17 auf Rang 14.
Die letzten Goldmedaillen dieser JWM gingen außerdem an Mizuki Hirai (JPN) mit Meisterschaftsrekord über 100m Schmetterling (56,87 Sekunden), Carlos D’Ambrosio (ITA) über 100m Freistil (47,88 Sekunden), John Shortt (IRL) über 200m Rücken (1:56,19), Kris Mihaylov (RSA) über 200m Schmetterling (1:56,16) und Japans Männer in der Lagenstaffel (3:35,00).
Isabel Gose mit starker Leistung ins 800m-Finale
In seinen Einzelrennen bei den Weltmeisterschaften in Singapur hat Lukas Märtens (SC Magdeburg) mit Gold und Bronze sehr erfolgreich abgeschnitten. In den letzten WM-Tagen stellt er sich nun ganz in den Dienst der Mannschaft. Am Freitag lieferte der 23-Jährige als Startschwimmer der 4x200m-Freistilstaffel dabei eine Topzeit (1:45,65) ab, am Ende reichte es an der Seite von Rafael Miroslaw (SG HT16 Hamburg/1:47,11), Jarno Bäschnitt (Team Bochum/1:47,07) und Timo Sorgius (SSG Leipzig/1:47,70) in 7:07,54 Minuten zu Rang neun.
Damit fehlten dem DSV-Quartett lediglich acht Zehntel für das Finale (ab 12:52 Uhr im ZDF-Livestream). „Natürlich wäre ich hier gern noch einen weiteren Endlauf geschwommen, das klappt dann hoffentlich mit der Lagenstaffel“, meinte Märtens. Am Sonntag ist er er dort als Rückenschwimmer eingeplant.
Überzeugend ins Finale über 800m Freistil am Samstag ist derweil Isabel Gose eingezogen. Mit 8:20,21 Minuten schaffte die 23-Jährige vom SC Magdeburg die viertbeste Vorlaufzeit, Schnellste war Katie Ledecky (USA/8:14,62). „Ich bin froh, dass ich so einen guten Vorlauf gemacht habe, nach den 1500 Metern“, sagte Gose. Da hatte die Olympiadritte das Finale noch verpasst, danach einige Umstellungen vorgenommen. So war sie diesmal zweimal Einschwimmen und suchte sich ansonsten eher ruhige Ecken in der riesigen WM-Arena. „Ich merke, dass wir nun schon drei Wochen unterwegs sind und mir das alles schnell mal zu viel wird.“
Vereinskollegin Maya Werner belegte Platz 15 (8:35,28), kann aber nicht nur wegen Finalplatz acht über 400m mit ihrem WM-Debüt vollends zufrieden sein. „Das war die zweitschnellste Zeit nach der U23-EM, damit kann ich zufrieden sein. Diese WM ist der erste Wettkampf für mich, der so lange geht. Es ist hart, so lange fit zu sein auch im Kopf. Das ist ein Lernprozess, diese Erfahrungen hier werden mir für die Zukunft helfen. Das war eine gute Saison für mich“, sagte die 20-Jährige nach ihrem ersten Jahr in Magdeburg bei Bundestrainer Bernd Berkhahn.
Schnell unterwegs war am Freitag auch Angelina Köhler, die in 25,65 Sekunden als Zehnte ins Halbfinale über 50m Schmetterling zog. Bei ihrem deutschen Rekord im Juni war sie nur eine Zehntel schneller. „Es ist alles sehr eng, ich habe mich gut gefühlt, sagte die WM-Sechste über 100m Schmetterling, insbesondere die Arbeit mit dem Sportpsychologen hätte ihr in den vergangenen Tagen sehr geholfen. Köhler: „Wir werden womöglich deutschen Rekord schwimmen müssen, um ins Finale einzuziehen. Ich will dahin jedenfalls, am Ende gehört auch ein bisschen Glück dazu.“ Vorlaufschnellste war Alexandra Perkins (AUS/25,41).
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Grund zur Freude lieferte auch WM-Debütantin Lise Seidel. Nach dem gelungenen Staffeleinsatz zum Auftakt der Beckenwettbewerbe glänzte die 18-Jährige vom SC Chemnitz fünf Tage später auch in ihrem Einzelrennen. Über 200m Rücken verbesserte sie ihre Bestzeit um eine Dreiviertelsekunde auf 2:10,00 Minuten. Schon nach ihrem Vorlauf, dem vorletzten, leuchtete dafür das Q für „Qualifiziert fürs Halbfinale“ hinter ihrem Namen auf. Und von Rang elf ist am Abend vielleicht noch mehr möglich.
„Ich war vorher ganz schön aufgeregt. Aber ich konnte das gut unterdrücken und trotzdem schnell schwimmen. Wegen des vielen Adrenalins habe ich heute überhaupt keine Schmerzen gespürt. Das war das Beste, was passieren konnte“, sagte Seidel. Am Nachmittag werden dann auch ihre Eltern live vor Ort zuschauen. Vorlaufschnellste war Olympiasiegerin Kaylee McKeown (AUS/2:08,01)
Über 100m Schmetterling landeten Luca Nik Armbruster (SG Neukölln/52,05 Sekunden) und Josha Salchow (SV Nikar Heidelberg/52,24) auf den Plätzen 27 und 29. Vorlaufschnellster war Noè Ponti (SUI/50,68). „Es ist immer schwer, so viele Tage zwischen den Starts zu haben. Ich habe versucht, Vollgas zu geben. So richtig gut gefühlt habe ich mich heute aber nicht. Ich weiß nicht, woran es lag“, sagte Armbruster, der über 50m mit deutschem Rekord WM-Sechster geworden war. In zwei Tagen will er in der Lagenstaffel nun auf jeden Fall noch einmal näher an seine Bestzeit (51,21) herankommen.
Auch Salchow hat in der Lagenstaffel am Sonntag ebenfalls noch einen Einsatz, dann wieder in seiner Hauptschwimmart Freistil. Warum es im Schmetterling in Singapur nicht so schnell ging wie dort, war ihm nach dem WM-Vorlauf ein Rätsel. „Ich war überrascht über die Zeit. Ich bin gut in Form und habe mich auch gut gefühlt. Aber ich werde daraus sicher lernen.“
