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Märtens und Gose mit weiteren Topzeiten – WM-Tickets für Klemet
Zum Abschluss der Berlin Swim Open hat Lukas Märtens (SC Magdeburg) eine weitere Weltklassezeit abgeliefert. Der Europameister und WM-Zweite über 400m Freistil kraulte seine Paradestrecke in 3:43,86 Minuten, nur der Australier Sam Short (3:42,46) und Märtens selbst (3:43,32) waren in diesem Jahr weltweit bisher schneller geschwommen. „Besser hätte ich mir das gar nicht vorstellen können mit drei Topzeiten an einem Wochenende. Das war hier für mich ein guter Vorgeschmack auf die WM, auf die ich mich nun sehr freue“, sagte der 21-Jährige, der sich in der Hauptstadt an den Vortagen auch über 800m Freistil mit Weltjahresbestzeit (7:42,14) und 1500m Freistil (14:40,85) in Topform präsentiert hatte.
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Den zweiten Startplatz bei den Weltmeisterschaften in Fukuoka (JPN/14. – 30. Juli) über 400m Freistil sicherte sich am Sonntag Oliver Klemet (SG Frankfurt), der seine Bestzeit deutlich auf 3:45,34 steigerte und damit Sven Schwarz (Waspo 98 Hannover/3:46,56) distanzierte, der damit zum dritten Mal trotz erfüllter WM-Normen im nationalen Ranking nicht weit oben genug landete. Henning Mühlleitner (Sport-Union Neckarsulm), Olympiavierter in Tokio und im Vorjahr EM-Dritter in Rom (ITA), wurde in Berlin diesmal Sechster (3:52,44) und ist somit nur Zuschauer im kommenden WM-Sommer.
Bei seinem WM-Debüt im Vorjahr war Klemet gleich Team-Weltmeister im Freiwasser geworden, in diesem Jahr darf er sich nun sogar auf mehrere Einzelstarts freuen. Denn zum Ende des Qualifikationszeitraums am Sonntag führte Klemet auch die nationale 5km-Rangliste im Freiwasserbereich vor Niklas Frach an, Weltmeister Florian Wellbrockist hier bereits für den WM-Start gesetzt. Bei den Frauen brachte Jeannette Spiwoks (SG Essen) im Frühjahr die beste 5km-Zeit ins Becken, bevor im Mai dann die ersten Freiwasser-Weltcups samt der 10km-Qualifikation anstehen.
„Ich habe gegen die starke Konkurrenz diesmal von vorn angegriffen, und als ich Lukas nach 300 Metern dann noch neben mir sah, hat mich das noch einmal sehr gepusht“, jubelte Klemet, der im Gegensatz zu Schwarz auf das 800m-Rennen am Vortag verzichtet hatte, um sich für das aussichtsreichste Rennen zu schonen. Es war offenbar der richtige Schachzug.
Matzerath mit Bestzeit, Koch verzichtet auf Finale
Nur knapp über ihrem deutschen Rekord kraulte zuvor auch Europameisterin Isabel Gose die 400m Freistil (4:03,84). „Gern hätte ich schon in Berlin eine neue Bestmarke geschafft, jetzt muss es halt in Japan klappen“, sagte die Magdeburgerin.
Gute Leistungen zeigten am Sonntag auch Jessica Felsner (Aqua Köln) über 50m Freistil (24,84), Cornelius Jahn(Ahrensburger TSV) über 200m Rücken (1:59,06) und Lucas Matzerath (SG Frankfurt) über 200m Brust (2:10,33), ohne bei ihren Siegen jedoch die WM-Normen zu erfüllen. Ex-Weltmeister Marco Koch (SG Frankfurt) meldete sich nach seinem Vorlauf über 200m Brust, bei dem der 33-Jährige in 2:13,26 deutlich über der WM-Vorgabe (2:09,68) blieb, für das Finale dann ab. „Ich habe mich körperlich nicht gutgefühlt“, sagte Koch. Hugo Engelien (SC Magdeburg) stellte in dieser Disziplin 2:17,95 einen Altersklassenrekord für 15-Jährige auf.
Gleich 36 Aktive unterbieten die JEM-Norm
Wenn die Verantwortlichen des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) am Dienstag auf ihrer Nominierungssitzung das WM-Team für Fukuoka zusammenstellen, könnte es aufgrund der Normzeiterfüllungen aus doppelt so vielen Aktiven bestehen wie noch 2022 in Ungarns Hauptstadt Budapest (damals zehn Aktive fürs Beckenschwimmen). „Unsere etablierten Kräfte haben sich in Berlin gewohnt stark präsentiert, die drei deutschen Rekorde von Angelina Köhler, Ole Braunschweig und Florian Wellbrock stimmen uns optimistisch für den Sommer. Dass sich trotz der harten Normzeiten diesmal auch sechs der sieben Staffeln für die WM qualifizieren konnten, freut uns natürlich sehr“, sagte Sportdirektor Christian Hansmann.
Auch die Nominierungsrunden für die anderen internationale Saisonhöhepunkte am Donnerstag werden sicher etwas mehr Zeit benötigen. Für die JEM in Belgrad (04. – 09. Juli) konnten sogar insgesamt 36 Aktive die Normen erfüllen. „In diesem Altersbereich verzeichnen wir eine wunderbare Entwicklung und haben hier schon deutlich größere Auswahl als im vergangenen Jahr“, sagte Nachwuchs-Bundestrainer Carsten Gooßes.
Auslosung für den Weltcup in Berlin: Schnelles Wiedersehen mit Porobic
Wasserballfans fiebern dem World Aquatics Water Polo World Cup 2023 in Berlin 02. – 07. Mai entgegen, nun steht auch der Spielplan für das Weltcupturnier. Bei der Auslosung in Rotterdam (NED) wurde vom Weltverband auch der Modus vorgestellt. In zwei Vierergruppen der Männer bzw. der Frauen spielt dabei jeder gegen jeden in der Vorrunde, die beiden besten Teams der Gruppen kämpfen anschließend überkreuz um den Einzug in die Super Finals Ende Juni in den USA.
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Vom 02. – 04. Mai findet das Weltcup-Turnier der Frauen statt, vom 05. – 08. Mai folgen dann die Männer. Richtig zur Sache geht es jeweils schon am ersten Spieltag mit zwei Spielen für jedes Team und damit insgesamt acht Partien. Das verspricht ein echtes Torfestival in der Schwimm- und Sprunghalle am Europasportpark (SSE).
Die DSV-Frauen starten am Dienstag (02. Mai, 13:00 Uhr) erst gegen Kasachstan, am Abend folgt um 20:30 Uhr dann das Spiel gegen Neuseeland. Am Mittwochabend (03. Mai, 19:15 Uhr) geht es dann gegen Grobritannien um die endgültige Gruppenplatzierung. Die Platzierungsspiele finden dann Donnerstag (04. Mai) statt, die beiden Finalspiele beginnen um 17:30 bzw. 19:15 Uhr.
Deutschlands Männer starten dann Freitag (05. Mai, 13:00 Uhr) gegen Malta, am Abend (20:30 Uhr) geht es dann gegen den WM-Zwölften Südafrika, Am Samstag (19:15 Uhr) folgt das Spiel gegen China, nach dem dann hoffentlich noch eines der beiden Finalspiele am Sonntag (17:30 oder 19:15 Uhr) ansteht. Der Asienmeister wird vom ehemaligen Bundestrainer Petar Porobic betreut. Dessen Nachfolger Milos Sekulic sagte zur Auslosung: „Mein Vorgänger Petar Porobic kennt mich schon, seit ich selber noch ein junger Spieler war. Dieses Wiedersehen wird nun natürlich besonders interessant. Wir freuen uns jedenfalls auf diese Spiele und hoffen auf kräftige Unterstützung unserer Fans. Das DSV-Team will seinen Entwicklungsprozess in Berlin natürlich positiv fortzusetzen.“
Der Weltcup-Spielplan im Überblick
Frauen, Gruppe A: Südafrika, Usbekistan, Ukraine, Israel
Frauen Gruppe B: Neuseeland, Kasachstan, Deutschland, Großbritannien
Dienstag, 02. Mai (1. Tag Frauen)
08:30 Uhr: Südafrika vs. Israel
10:00 Uhr: Usbekistan vs. Ukraine
11:30 Uhr: Neuseeland vs. Großbritannien
13:00 Uhr: Kasachstan vs. Deutschland
16:00 Uhr: Südafrika vs. Ukraine
17:30 Uhr: Usbekistan vs. Israel
19:00 Uhr: Kasachstan vs. Großbritannien
20:30 Uhr: Neuseeland vs. Deutschland
Mittwoch, 03. Mai (2. Tag Frauen)
14:00 Uhr: Usbekistan vs. Südafrika
15:45 Uhr: Ukraine vs. Israel
17:30 Uhr: Kasachstan vs. Neuseeland
19:15 Uhr: Deutschland vs. Großbritannien
Donnerstag, 04. Mai (3. Tag Frauen)
14:00 Uhr: Vierter Gruppe B vs. Vierter Gruppe A
15:45 Uhr: Dritter Gruppe B vs. Dritter Gruppe A
17:30 Uhr: Erster Gruppe A vs. Zweiter Gruppe B
19:15 Uhr: Erster Gruppe B vs. Zweiter Gruppe A
Freitag, 05. Mai (1. Tag Männer)
08:30 Uhr: Rumänien vs. Iran
10:00 Uhr: Neuseeland vs. Kasachstan
11:30 Uhr: China vs. Südafrika
13:00 Uhr: Deutschland vs. Malta
16:00 Uhr: Rumänien vs. Kasachstan
17:30 Uhr: Neuseeland vs. Iran
19:00 Uhr: China vs. Malta
20:30 Uhr: Deutschland vs. Südafrika
Samstag, 06. Mai (2. Tag Männer)
14:00 Uhr: Malta vs. Südafrika
15:45 Uhr: Neuseeland vs. Rumänien
17:30 Uhr: Kasachstan vs. Iran
19:15 Uhr: Deutschland vs. China
Sonntag, 07. Mai (3. Tag Männer)
14:00 Uhr: Vierter Gruppe B vs. Vierter Gruppe A
15:45 Uhr: Dritter Gruppe B vs. Dritter Gruppe A
17:30 Uhr: Erster Gruppe A vs. Zweiter Gruppe B
19:15 Uhr: Erster Gruppe B vs. Zweiter Gruppe A
Hinweis: Der Turnierplan wurde am 14. April noch einmal vom Weltverband World Aquatics aktualisiert. Die Anfangszeit von Spielen kann sich wegen möglicher TV-Übertragungen noch einmal ändern. Bitte Veröffentlichungen dazu beachten.
Wellbrock glänzt mit Weltjahresbestzeit zum Start der WM-Qualifikation
Gleich zu Beginn des nationalen Qualifikationszeitraums für die diesjährigen Weltmeisterschaften in Fukuoka (JPN/14. – 30 Juli) hat Florian Wellbrock ein dickes Ausrufezeichen gesetzt. In Magdeburg kraulte der 25-Jährige über 1500m Freistil in 14:40,18 Minuten zur Weltjahresbestzeit.
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Als WM-Dritter des Vorjahres war Wellbrock zwar ohnehin fest gesetzt für die Titelkämpfe in Japan, wollte sich darauf aber auf keinen Fall ausruhen. „Wir haben in Deutschland über 800m und 1500m Freistil das kleine Luxusproblem, gleich vier Weltklasseathleten zu haben (aber nur zwei WM-Startplätze. D.Red.). Da möchte ich mich schon auch sauber und fair qualifizieren, obwohl ich es nicht nötig hätte“, sagte der Magdeburger. Die Topzeit vom Freitag lässt nun auch keinen Zweifel mehr, dass die Coronavirusinfektion, die ihn nach fünf WM-Medaillen in Budapest (HUN) im vorigen Sommer dann für die EM in Rom (ITA) ausgebremst hatte, als überstanden bezeichnet werden kann. „Gott sei Dank ist da alles ausgebügelt. Es läuft wieder gut. Ich kann nun ruhigen Gewissens sagen, wieder kerngesund zu sein“, so Wellbrock.
Hinter Wellbrock blieben auch Lukas Märtens (14:55,45) und Oliver Klemet (14:59,06) unter der geforderten WM-Normzeit (15:00,99) des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV). Abgerechnet wird bei ihnen letztlich aber erst am Ende des Qualifikationszeitraums am 23. April, wie dann auch bei Sven Schwarz (Hannover) ist nämlich noch ein Start bei den Berlin Swim Open (21. – 23. April) geplant. „Hauptsache erst einmal unter der WM-Norm, bei mir ging es heute noch nicht ganz so gut“, sagte Märtens. Erst am Sonntag war er mit seiner Trainingsgruppe aus einem vierwöchigen Höhentraining in Spanien zurückgekehrt, die absolute Topform wird daher auch erst in drei Wochen erwartet.
Direkt davor hatte Isabel Gose als erste DSV-Athletin überhaupt in diesem Frühling eine Normzeit für die Weltmeisterschaften unterboten. Über 800m Freistil blieb die Magdeburgerin in 8:23,03 Minuten klar unter der Vorgabe (8:26,71), als WM-Sechste des Vorjahres war aber auch sie auf dieser Strecke schon vornominiert. „Ich will beweisen, dass ich nicht nur von den Erfolgen des vergangenen Jahres lebe und würdig bin, bei der WM zu starten“, hatte die 20-Jährige vorab gesagt. Dieser Beweis gelang eindrucksvoll, denn Gose kraulte sogar sieben Zehntelsekunden als bei der WM in Budapest.
Wie im vorigen Sommer wird Sarah Wellbrock bei den Welttitelkämpfen nur Zuschauerin sein, am Vorabend teilte die 28-Jährige „schweren Herzens“ den Verzicht auf die Qualifikationsrennen im April mit, auch WM-Rennen sind damit nicht möglich. „Meine Schultern waren in den letzten Wochen nicht so leistungsfähig, wie ich es mir erhofft und erwünscht habe. Es ist ein unfassbar großer Rückschlag, aber ich versuche positiv zu denken“, schrieb die Olympiadritte von Tokio auf Instagram. „Es kommen wieder bessere Zeiten.“ Die Olympischen Spiele 2024 in Paris bleiben auf jeden Fall Ziel, nachdem eine Saison lang vor allem der Abschluss des Jurastudiums im Fokus gestanden hatte.
Bundestrainer Bernd Berkhahn sagte zur Entscheidung seiner Vorzeigeathletin: „Einer Leistungssportlerin fällt so ein Verzicht immer schwer, einer Olympiamedaillengewinnerin wie Sarah erst recht. Aber es ist der einzig mögliche Schritt im Moment, alles andere würde keinen Sinn machen. Ich stehe voll hinter der Entscheidung.“
Bereits in Topform zeigte sich auch Angelina Köhler. Über 50m Schmetterling verbesserte die Neu-Berlinerin von der SG Neukölln ihre Bestzeit um rund eine Dreiviertelsekunden auf 25,75 Sekunden und blieb nur wenige Hundertstel über dem deutschen Rekord (25,68).
WM-Qualifikation beginnt für DSV-Stars mit Magdeburger Heimspiel
Vergangene Woche beschloss der Landtag von Sachsen-Anhalt den Bau einer neuen Schwimmhalle für den Leistungssport in Magdeburg, die Fertigstellung des 50-Millionen-Euro-Projekts wird für 2028 angepeilt, die Finanzierungzusage des Bundes steht noch aus. Beim Deutschen Schwimm-Verband e.V. (DSV) steht der Bundesstützpunkt in der Landeshauptstadt bereits in dieser Woche wieder voll im Blickpunkt, denn vom 27. März bis 23. April öffnet sich das nationale Qualifikationsfenster für die diesjährigen Weltmeisterschaften in Fukuoka (JPN/14. – 30 Juli), und in der altehrwürdigen Elbeschwimmhalle findet dabei von Freitag bis Sonntag nun der erste große Wettkampf statt. Mit Isabel Gose, Angelina Köhler, Lukas Märtens, Florian Wellbrock oder auch Freiwasser-Staffelweltmeister Oliver Klemet sind jede Menge Topstars am Start. Insgesamt haben 222 Aktive aus dem Spitzenbereich gemeldet. Erst am Sonntag kehrten viele DSV-Kader aus dem zweiten Höhentrainingslager der Saison in der Sierra Nevada (ESP) oder Font Romeu (FRA) zurück, nun soll die harte Arbeit der vergangenen Monate in gute Ergebnisse umgewandelt werden. „Es läuft richtig gut im Training bislang. Nun will ich im Rennen zeigen, dass ich einiges draufhabe“, sagte Europameisterin Gose, die in diesem Jahr auf die längeren Strecken geht und sich somit auch in Richtung 1500m Freistil orientiert. „Ich war bei den Wettkämpfen im Dezember und im Februar so schnell wie noch nie zu diesem Zeitpunkt. Da ist man natürlich nun auch selbst gespannt, was nach dem zweiten Höhentrainingslager der Saison im März dann alles möglich sein wird“, sagte Goses Freund und Vereinskollege Lukas Märtens im DSV-Verbandsmagazin „Swim&More“. Der Europameister und WM-Zweite über 400m Freistil ist zwar wie Gose (200m, 400m und 800m Freistil) und die anderen 2022er-WM-Finalist*innen Anna Elendt (100m Brust), Lucas Matzerath (100m Brust) und Florian Wellbrock (800m und 1500m Freistil) schon gesetzt für den WM-Start über 200m und 400m Freistil in Japan. Ziele gibt es im Qualifikationszeitraum aber auch für ihn trotzdem genug: „Ich will mir auf den längeren Kraulstrecken einen weiteren Startplatz sichern und natürlich für die Staffel auch eine gute 200-Meter-Zeit anbieten“, so Märtens. Die Nominierungsrichtlinien des DSV fordern für das WM-Ticket diesmal die A-Cut-Zeit des Weltverbandes und überlassen die Ortswahl zur Normerfüllung dabei den Aktiven. Die Topgruppe von Bundestrainer Bernd Berkhahn startet nur in Magdeburg und dann noch drei Wochen später beim großen Qualifikationsfinale in Berlin. Dazwischen findet in Heidelberg aber noch ein weiterer vom Weltverband World Aquatics sanktionierter Wettkampf im Süden Deutschlands statt. Abstecher ins Ausland sind nur wenige geplant: Die EM-Dritten Henning Mühlleitner und Lucas Matzerath haben vor dem Berlin-Trip noch Stockholm (SWE) auf ihrem Flugplan stehen. Lieber in ihrer Wahlheimat USA verbleiben im Frühjahr Anna Elendt und Marius Kusch, beide werden nur in Westmont bei Chicago schwimmen. Josha Salchow versucht die Normerfüllung in Australien, wo er derzeit wieder mit den dortigen Topstars trainiert. Die wichtigsten Qualifikationswettkämpfe 31. März – 02. April: „Pokal der Gothaer&friends“ in Magdeburg 06. – 09. April: Eindhoven Qualification Meet (NED) 12. – 15. April: Pro Swim Series in Westmont (USA) 13. – 16. April: Stockholm Swim Open (SWE) 15./16. April: Q!-Cup in Heidelberg 17. – 20. April: Australian Nationals in Gold Coast (AUS) 21. – 23. April: Bergen Swim Festival (NOR) 21. – 23. April: Berlin Swim Open Die DSV-Normzeiten
Frauen |
| Männer |
DSV-WM-Norm | Strecke | DSV-WM-Norm |
24,70 | 50m Freistil | 21,96 |
53,61 | 100m Freistil | 48,34 |
1:57,26 | 200m Freistil | 1:46,26 |
4:07,90 | 400m Freistil | 3:46,78 |
8:26,71 | 800m Freistil | 7:51,65 |
16:09,09 | 1500m Freistil | 15:00,99 |
1:06,79 | 100m Brust | 59,49 |
2:23,91 | 200m Brust | 2:09,68 |
59,99 | 100m Rücken | 53,74 |
2:10,39 | 200m Rücken | 1:57,50 |
57,92 | 100m Schmetterling | 51,67 |
2:08,43 | 200m Schmetterling | 1:55,78 |
2:11,47 | 200m Lagen | 1:57,94 |
4:38,53 | 400m Lagen | 4:12,50 |
3:39,79 | 4x100m Freistil | 3:15,40 |
7:57,50 | 4x200m Freistil | 7:09,95 |
4:01,37 | 4x100m Lagen | 3:35,33 |
3:46,70 | 4x100m Lagen mixed | 3:46,70 |
Weltcup in Berlin: Florian Wellbrock freut sich auf sein Heimspiel
Hunderte Stars aus aller Welt haben für den FINA Swimming World Cup in Berlin (21. – 23. Oktober) gemeldet, aber auch für die Aktiven des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) ist das Kurzbahn-Spektakel in der Heimat ein absolutes Highlight. „Auf so einen hochwertigen Wettkampf in der Heimat freue ich mich natürlich. Berlin ist für uns schließlich so etwas wie unser zweites Wohnzimmer“, sagte Florian Wellbrock. Der Olympiasieger und Weltmeister wird beim Weltcup-Auftakt erwartungsgemäß auf seiner Paradestrecke 1500m Freistil antreten, zudem hat der 25-Jährige für die 200m und 400m Freistil gemeldet. Die einmischen Fans bekommen ihren Topstar damit an jedem der drei Wettkampftage (Finals jeweils ab 19:00 Uhr) zu sehen.
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Wie andere erfolgreiche Mitglieder aus seiner Magdeburger Trainingsgruppe gehört Wellbrock nun der Sportfördergruppe der Bundeswehr an und hatte dort im September seine Grundausbildung in Hannover zu absolvieren. „Durch die Grundausbildung bei der Bundeswehr war es zu Saisonbeginn etwas schwieriger als sonst, mit dem Training alles unter einen Hut zu bekommen. Ich bin aber überrascht, wie gut es teilweise trotzdem schon wieder läuft. Bestzeiten sind so natürlich noch nicht wieder in Reichweite“, meinte der Kurzbahn-Weltrekordler, der nach dem Gewinn von fünf WM-Medaillen im Juni leider von einer Coronavirusinfektion gebremst worden war. Die Wochen in Uniform habe er als interessante Abwechslung empfunden, die körperlichen Ertüchtigungen dabei habe er als Leistungssportler locker wegstecken können. „Wir haben die Aktiven aus anderen Sportarten viel intensiver kennenlernen können in diesen vier Wochen, das war auch mal sehr schön“, so Wellbrock.
Wellbrocks Vereinskolleg*innen Isabel Gose und Lukas Märtens hatten bei den Europameisterschaften in Rom (ITA) bekanntlich ihre ersten internationalen Titel gewinnen können, für sie stehen nach der Grundausbildung nun die ersten Rennen als Champions an. Eine Rolle, an die sich die 20-jähirge Gose erst noch zu gewöhnen hat. „Mitten in Berlin wurden Lukas und ich zuletzt auf der Straße erkannt und auch freundlich angesprochen. Das war ein sehr schönes Erlebnis und zeigt, dass sich auch die Fans hier diesem Weltcup entgegenfiebern“, so Gose. Fünfmal, auf allen Freistilstrecken von 50m bis 800m, wird die 400m-Europameisterin in der Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark (SSE) starten. „Ich freue mich besonders drauf, auch mal wieder die kürzeren, spritzigeren Strecken zu versuchen“, sagte die gebürtige Berlinerin.
Lukas Märtens ist beim Weltcup über 100m, 200m und 400m Freistil im Einsatz, zudem versucht er sich über 100m und 200m Rücken. „Ich gebe natürlich alles und werde es genießen, allzu große Hoffnungen auf einen Sieg kann ich mir nach einigen gesundheitlichen Problemen zuletzt diesmal wohl nicht machen“, sagte Märtens. Für Bundestrainer Bernd Berkhahn ist das aber kein Problem: „Auch wenn nicht immer Bestzeiten im Fokus stehen können, ist es für uns wichtig, die internationalen Routinen zu bekommen“, betonte er.
Das gilt insbesondere für Sarah Wellbrock. Die 28-Jährige bestreitet in der Hauptstadt ihren Comeback-Wettkampf auf internationaler Bühne, nachdem sie in der Vorsaison auf die internationalen Toprennen verzichtet hatte, um sich auf ihr Jurastudium zu konzentrieren. „Natürlich habe ich trotzdem weiterhin nahezu täglich trainiert und konnte beispielsweise im Kraftbereich einige erfreuliche Fortschritte erzielen. Nach Abschluss meiner schriftlichen Prüfungen für das Jura-Staatsexamen Ende August und unserer freien Trauung Anfang September bestreite ich nun aber wieder das volle Programm mit unserer Trainingsgruppe“, sagte die Olympiadritte von Tokio. Ausgerichtet wird nun alles auf die Olympischen Spiele in Paris (FRA) 2024, bei denen sie am liebsten in Becken und Freiwasser starten möchte. „Der Weltcup ist für mich aber ein wunderbarer Einstieg, denn Wettkämpfe sind schließlich der Grund, warum wir dies alles tun. Ich freue mich auf Berlin“, sagte Sarah Wellbrock.
Jacob Heidtmann gibt Karrierende bekannt: “Es war schön!“
Wenn man die Kommentare in den Sozialen Medien liest, ist schnell zu erkennen, dass es sich hier um einen der beliebtesten Aktiven im Deutschen Schwimm-Verband e.V. (DSV) handelt. Jedenfalls gibt es überall nur positive Reaktionen und beste Wünsche, nachdem Jacob Heidtmann nun offiziell das Ende seiner Leistungssportkarriere bekannt gab. „Nach 20 Jahren im Schwimmsport, 11 Jahren in der Nationalmannschaft und unzähligen wunderschönen wie auch lehrreichen Erlebnissen ist für mich nun die Zeit gekommen, die Schwimmbrille an den Nagel zu hängen“, schrieb der 27-Jährige am Sonntagabend auf seinen Accounts unter der Überschrift „Time to say good bye“.
Nach seinen zweiten Olympischen Spielen 2021 in Tokio (JPN), wo er im Finale Platz sieben mit der deutschen Staffel über 4x200m Freistil belegt hatte, habe er nicht mehr dieses Feuer in sich gespürt, mit dem er stets für den Schwimmsport brannte. Auch nach einer längeren Auszeit kehrte es nicht zurück. „Meine Leidenschaft für diesen Sport ist zwar nicht erloschen, doch verfolgte ich immer den Leitsatz, dann aufzuhören, wenn der Spaß nicht mehr meine größte Motivation ist“, schrieb Heidtmann nun. Er freue sich jetzt darauf, den Abschluss seines Studiums (Sozialökonomie mit Schwerpunkt Soziologie) anzugehen und mehr Zeit für Familie und Freund*innen zu haben.
Angefangen habe er einst als „viel zu (hyper-) aktiver Junge“ bei der SG Elbe in Pinneberg und sei dann über Elmshorn und Hamburg im Hochleistungssport angekommen, zuletzt verbrachte er dann zwei Jahre in San Diego (USA). Zweimal Olympia mit Finalteilnahmen in der Staffel jeweils, drei WM-Finals und ein Europameistertitel (2018 über 4x200m Freistil Mixed) stehen zu Buche, dazu der immer noch gültige nationale Rekord über 400m Lagen (4:12,08 Minuten als WM-Fünfter 2015). Er könne daher ruhigen Gewissens sagen: „Ich bin zufrieden.“
Natürlich wird zu solchen Anlässen immer nach den schönsten Momenten der Karriere gefragt. „Für immer im Kopf bleiben natürlich Momente wie die erste Olympiaqualifikation oder der deutsche Rekord bei der WM, aber auch die schöne Zeit durch die vielen Freundschaften, die ich im Sport schließen konnte. Einige halten sicher ein Leben lang“, sagt Heidtmann. Zur Karriere gehört auch die Disqualifikation im Olympiavorlauf von Rio (BRA) 2016, in der Form seines Lebens hatte er dort nach 4:11,85 Minuten (also unter der deutschen Rekordzeit) als Fünfter angeschlagen, war aber wegen eines zweiten Delfinkicks bei der Brustwende disqualifiziert worden. „Das wird mich ein Leben lang begleiten. Natürlich denkt man immer mal, wie es gelaufen wäre, wenn das nicht passiert wäre. Eigentlich wollte ich bei einem Erfolg nach Rio aufhören, das war zumindest mein geheimer Plan damals. Letztlich war es aber nicht schlecht, durch die Disqualifikation hatte ich dann Motivation für fünf weitere Jahre. Und auf jeden Fall habe ich im Sport gelernt, mit Rückschlägen umzugehen. Das ist gut, im Leben kriegst du ja später dann auch nicht immer, was du willst.“
Als Zuschauer kommt Heidtmann nun auf jeden Fall vom 21. – 23. Oktober zum Weltcup nach Berlin, um sich auch noch mal persönlich von seinen Kolleg*innen aus der Nationalmannschaft verabschieden zu können. Und ein feiner Kerl wie er bedankt sich in einem solchen Moment natürlich nicht nur bei den Eltern, der Freundin und den Kumpels, die ihm stets den Rücken stärkten. Namentlich sprach er in seinem Abschiedsbrief auch seine Trainer*innen Andreas Sawatzki, Bernd Berkhahn, Petra Wolfram, Veith Sieber, David Marsh, Javier Sossaund auch seinen Psychologen Thorsten Weidig an, ehe natürlich auch alle Institutionen, Stiftungen Sponsoren, Ärzt*innen und Physiotherapeut*innen noch einmal für ihre Unterstützung Dank erhielten.
Am Schluss seines Abschiedsbriefs heißt es dann: „Danke für euren unfassbaren Support. Auch in Zukunft werde ich diesen tollen Sport verfolgen und drücke allen Athlet*innen, die täglich ihre Träume im Schwimmbecken verfolgen ganz fest die Daumen. Es war schön, Euer Jacob.“
Dieses Kompliment kann man nur so zurückgeben. „Als Trainer ist man natürlich immer stolz, wenn ein Sportler, der bei einem anfängt, dann solch eine tolle Karriere schafft. Er war nicht nur in den Einzelrennen stark, sondern auch immer eine sichere Bank in den Staffeln“, lobte Bundestrainer Bernd Berkhahn. Und auch im menschlichen Bereich brachte er Stärken ein, nicht nur als Aktivensprecher. „Jacob war immer ein Teamplayer und sehr wichtig für die Nationalmannschaft, deren Spirit er stark prägte“, so Berkhahn. Daher habe er ihn auch gebeten, das DSV-Team künftig bei Bedarf auch weiter zu unterstützen.
Christina Wassen schlägt im Turm-Finale zurück und gewinnt Bronze
Der Vorkampf war zum Vergessen. Umso beeindruckender war, wie cool Christina Wassen (Berliner TSC) danach bei der Entscheidung im Turmspringen zurückschlug, als wäre nichts gewesen. Die Deutsche Meisterin lieferte im Finale bei den Europameisterschaften in Rom (ITA) einen grandiosen Auftritt ab und jubelte am Ende als Dritte völlig zu Recht über die Bronzemedaille. Mit 314,10 Punkten konnte sie sich gegenüber dem Vorkampf um fast 60 Punkte verbessern, nie zuvor hatte die Berlinerin bei einem internationalen Großereignis eine so hohe Punktzahl erreicht. Für den Deutschen Schwimm-Verband e.V. (DSV) war es am Mittwoch bereits die zweite Medaille im Wasserspringen nach dem Triumph von Tina Punzel (Dresdner SC 1898) und Lou Massenberg (Berliner TSC) im 3m-Mixed-Synchronspringen. “Ich hoffe, dass der Knoten jetzt geplatzt ist. Das war natürlich sehr wichtig fürs Team”, sagte Wassen.
Für die 23-Jährige war es die erste internationale Einzelmedaille im Erwachsenenbereich. Danach hatte es im Vorkampf wahrlich noch nicht ausgesehen, nur als Zehnte hatte sie es ins Finale geschafft - vor allem der Delfinsalto zum Auftakt misslang gründlich. Im Finale gelang er dann deutlich besser, allein bei diesem Sprung erzielte sie über 38 Punkte mehr als in der ersten Runde. Auch der Vorwärtssalto und der abschließende Schraubensprung wurden deutlich besser bewertet. Stärker als die Deutsche waren im Finale nur die neue Europameisterin Andrea Spendolini-Sirieix aus Großbritannien (333,60) und die Ukrainerin Sofiia Lyskun (329,80).
“Es war ein sehr guter Wettkampf”, sagte Wassen. “Ich hatte echt Probleme mit der Orientierung und der Sonne im Vorkampf, wie man auch gesehen hat, das lief alles nicht so wie zuerst erhofft. Ich war schon nach dem ersten Sprung sehr glücklich, dass das so geklappt hat, es war jetzt noch nicht so gut, wie ich ihn eigentlich kann, aber es ist alles gut gelaufen. Dass dann die anderen Sprünge auch noch so dazu kommen, alles in einem Wettkampf mal gezeigt, das freut mich natürlich sehr”, so die Berlinerin.
Als Vierte mit ebenfalls sehr starken 304,40 Punkten rundete Pauline Pfeif (Berliner TSC) das starke DSV-Mannschaftsergebnis ab. Für die 20-Jährige war es ihre erste EM bei den Erwachsenen, die sie direkt mit einem tollen Ergebnis abschloss. Bedenkt man die auch schon von Christina Wassen angesprochenen speziellen Verhältnisse im Freibad des Foro Italico, in dem für die Springer*innen die gewohnten Orientierungspunkte fehlen und der Himmel und das Wasser farblich fast ineinander übergehen, ist das Resultat umso bemerkenswerter.
Auch sie konnte sich gegenüber dem Vorkampf um fast 40 Punkte noch einmal deutlich steigern, vor allem beim Auerbachsprung und beim Schraubensalto. Nach einem sehr konstanten Wettkampf zog sie im letzten Durchgang sogar noch an der Italienerin Sarah Jodoin di Maria (301,40) vorbei. “Wenn ich Vorkampf und Finale vergleiche, dann habe ich mich auf jeden Fall gesteigert. Ich bin trotzdem ein bisschen unzufrieden, weil es doch der undankbare vierte Platz geworden ist. Aber für meine erste Europameisterschaft kann ich sagen, dass ich zufrieden bin und dass ich ein gutes Ergebnis ersprungen habe”, sagte Pfeif. Und auch Chef-Bundestrainer Lutz Buschkow war nach den eher durchwachsenen Auftritten seiner Sportler*innen an den ersten beiden Tagen der Sprungwettbewerbe positiv gestimmt: “Da freut man sich natürlich, dass man da mit der gestrigen Ansprache vielleicht doch den richtigen Knopf gefunden hat. Mit den zwei Medaillen und der guten Stimmung gehen wir in die nächsten Tage etwas freudiger als gestern.”
Jette Müller wird bei ihrer EM-Premiere Vierte vom 1m-Brett
Schon bei ihrer ersten WM-Teilnahme bei den Erwachsenen hatte Jette Müller (WSC Rostock) vor ein paar Wochen mit Platz sieben vom 1m-Brett ein hervorragendes Ergebnis abgeliefert. Bei den Europameisterschaften in Rom (ITA) ging es für die 18-Jährige in dieser nicht-olympischen Disziplin, bei der es aufgrund der geringen Bretthöhe umso mehr auf die technischen Feinheiten ankommt, nun sogar noch weiter nach vorne. Bis zuletzt mischte Müller im Medaillenkampf mit, am Ende verpasste sie als Vierte mit 248,05 Punkten nur knapp das Podium. “Sie hat es gut gemacht, sie hat keine Fehler gemacht und ist sehr stabil durchgesprungen”, lobte Chef-Bundestrainer Lutz Buschkow.
Dabei erzielte die Rostockerin gleich in vier der fünf Finalsprünge eine höhere Punktzahl als noch im Vorkampf, lautstark bejubelt vom EM-Camp der DSV-Jugend auf der Tribüne. Den Delfinsalto zum Auftakt meisterte sie sehr sauber, auch der anschließende Vorwärtssalto gelang prima - nach zwei Runden war die Deutsche Zweite. Der Rückwärtssalto war danach zwar nicht optimal, aber immer noch besser als im Vorkampf, wo sie dort deutliche Probleme hatte. Das Feld nahm jetzt Fahrt auf, als Fünfte war die Juniorenweltmeisterin von 2021 aber weiterhin sehr gut platziert, nur etwas mehr als zwei Punkte trennten sie von den Podestplätzen.
Mit einem guten Auerbachsalto schob sie sich im vierten Durchgang sogar an Michelle Heimberg (SUI) vorbei auf Platz vier. Der abschließende Schraubensalto war dann leider der einzige Sprung, bei dem sie nicht an ihr Ergebnis aus dem Vorkampf herankam, es fehlte auch ein wenig die nötige Höhe. “Ich bin schon zufrieden, aber ich bin mir sicher, dass ich es hätte noch besser machen können”, meinte Müller. “Der vierte Platz ist halt undankbar, und es wäre noch mehr drin gewesen. Aber elf Punkte sind dann doch noch recht viel zum dritten Platz, von daher bin ich nicht ganz so enttäuscht.” Den Titel sicherte sich erneut Vorjahressiegerin Elena Bertocci (ITA) mit 264,25 Punkten, Silber ging an Emma Gullstrand (SWE/259,65), Bronze an Bertoccis Landsfrau Chiara Pellacani (259,05). Saskia Oettinghaus (Dresdner SC 1898) hatte als 14. des Vorkampfs mit 216,90 das Finale verpasst.
Mixed-Turmspringer*innen landen ebenfalls auf Platz vier
Ganz anders war die Gemütslage von Elena Wassen und Lou Massenberg (beide Berliner TSC) nach ihrem vierten Platz im Turm-Mixed-Synchronspringen. In Sachen Synchronität hatten sich beide nicht viel vorzuwerfen, in dieser Hinsicht zeigten sie am Dienstagnachmittag einen guten Wettkampf. Leider hatte jedoch insbesondere Wassen bei mehreren Sprüngen wiederholt Probleme beim Eintauchen und ließ dadurch wertvolle Punkte liegen. Am Ende landete das deutsche Paar mit 278,58 Punkten wie zuletzt schon bei der WM in Budapest (HUN) auf Platz vier. “Es ist jetzt natürlich ein blöder Ausgang für uns alle, so ein vierter Platz tut immer weh”, meinte Massenberg. Den Titel sicherten sich Lois Toulson und Kyle Kothari aus Großbritannien (300,78), Silber ging an die Vizeweltmeister*innen aus der Ukraine (298,59), Bronze nach Italien (290,28).
Nach der Pflicht hatte das deutsche Paar sogar noch geführt. “Bei meinen ersten zwei Kürsprüngen war die Eintauchphase das Problem. In der Luft und bei der Synchronität ist bei uns eigentlich nicht so das Problem, sondern eher die Einzelsprünge. Die haben bei mir heute leider nicht so gut funktioniert”, erklärte Wassen geknickt. Für das Turm-Synchronspringen der Frauen am Samstag gemeinsam mit ihrer Schwester Christina Wassen (Berliner TSC) bleibt die Berlinerin allerdings optimistisch: “Ich hoffe, dass ich auf die Leistung aufbauen und die Ansätze wieder so machen kann und mich dann in den Eintauchphasen besser verkaufe. Dann werden wir sehen, wie es am Samstag wird.”
Florian Wellbrock und Lukas Märtens kontrolliert ins WM-Finale
Titelverteidiger Florian Wellbrock (SC Magdeburg) ist bei der WM in Budapest (HUN) über 1500m Freistil locker ins Finale geschwommen, und das ohne im Vorlauf schon alles abrufen zu müssen. Nach einem von Anfang bis Ende sehr kontrollierten Rennen schlug der 24-Jährige als Vorlaufschnellster nach 14:50,12 Minuten an und geht damit von Bahn vier aus ins Finale am morgigen Samstag. Mit dabei ist dann mit seinem Trainingskollegen Lukas Märtens (SC Magdeburg) auch noch ein weiterer Deutscher, als Zweiter seines Laufes und Gesamt-Sechster löste er in 14:53,59 ebenfalls souverän das Ticket für den Endlauf.
Damit sind erstmals seit der WM 1994 in Rom (ITA) wieder zwei Deutsche in einem WM-Finale auf der längsten Strecke im Becken vertreten. Damals war Steffen Zesner Dritter und Jörg Hoffmann Vierter geworden.
“Ich hatte so zwischen 14:48 und 14:50 angepeilt, da waren wir auch ziemlich genau drin. Das Soll ist erstmal erfüllt und jetzt schauen wir, was der Lauf nach uns macht und dann heißt es erstmal Kräfte sammeln und mobilisieren für morgen und schauen, wofür es reicht”, zeigte sich Wellbrock zufrieden. In seinem Lauf sah es zwischen ihm und dem Ukrainer Mykhailo Romanchuk (14:50,68) beinahe wie Synchronschwimmen aus, ab etwa einem Drittel des Rennens lagen beide an der Spitze nahezu gleichauf. “Man pendelt sich da irgendwann so ein bisschen ein. Man kennt sich aus dem Training, man weiß, wie der jeweils andere schwimmt. Daher war es abzusehen, dass Mischa sich da auch nicht so ausbelastet oder auch nicht zu weit zurückfällt. Wir waren jetzt erstmal voll und ganz im Soll”, sagte Wellbrock. Romanchuk trainiert seit Anfang März ebenfalls in Magdeburg; nachdem er vor dem Krieg in seiner Heimat geflohen war, hat er in der Gruppe von Bundestrainer Bernd Berkhahn eine neue sportliche Heimat gefunden.
Vom ständigen Wettstreit mit den Besten der Welt profitiert auch Lukas Märtens, das hat er in Budapest als Silbermedaillengewinner über 400m Freistil und Siebter über 200m Freistil schon nachdrücklich unter Beweis gestellt. Auch er war glücklich, nun ein weiteres Finale gepackt zu haben. “Ich bin froh, dass ich den Finaleinzug erreicht habe, das war mein großes Ziel, jetzt zum Abschluss noch das 1500-Meter-Finale mitzunehmen. Dass ich auch mal zeigen kann, dass ich auch über die längeren Strecken ein bisschen was drauf habe”, sagte Märtens. “Die Pause hat mir sehr gut getan. Ich hab es heute nicht mehr ganz so hart gespürt wie bei den 800 Metern. Ich denke, ich habe das auch ganz gut aufgeteilt. Am Ende hätte ich nochmal einen schönen Schlusssprint machen können, aber ich hatte Gregorio Paltrinieri (ITA, Anm. d. Red.) direkt neben mir und bin kontrolliert zu Ende geschwommen.”
Hinter Wellbrock und Romanchuk erzielte Olympiasieger Bobby Finke (USA) die drittschnellste Zeit (14:50,71), die Top drei lag damit innerhalb von sechs Zehnteln. “Ich denke mal, das wird morgen ein richtig interessantes Finale. Ich freue mich, dass Florian da so souverän ist und vielleicht kann ich ihm sogar ein bisschen helfen”, ließ Lukas Märtens bereits durchblicken. Florian Wellbrock wiederum antwortete auf die Frage, ob für das Finale die Taktik nun lauten müsse, gemeinsam Märtens und Romanchuk das Tempo hochzuhalten, um Finke rechtzeitig abzuschütteln: “Ich denke mal, das wird die Taktik von jedem sein, also von allen sieben abgesehen von Bobby. Bei so einem hochkarätigen Feld bleibt wenig Zeit für taktische Spiele.”
Isabel Gose krault im 400m-Freistil-Finale auf Rang fünf
Eine Erwärmung brauchte Isabel Gose vor ihrem Finale über 400m Freistil nicht mehr. Kurz vor ihrem eigenen Rennen schwamm ihr Freund Lukas Märtens über dieselbe Distanz zur Silbermedaille, Gose fieberte natürlich mit und hüpfte vor Begeisterung auf und ab. „Ich kann da meine Emotionen nicht zurückhalten, auch wenn ich danach ein Rennen habe. Ich freue mich dann zu sehr, als mich auf da weiter auf den Stuhl zu fesseln und cool zu bleiben.“
Mit Platz fünf lieferte die 20-Jährige kurz darauf auch selbst ein weiteres Top-Ergebnis ab und war damit noch einmal einen Platz besser als im vergangenen Jahr bei den Olympischen Spielen in Tokio (JPN), wo sie Sechste wurde. In 4:03,47 Minuten blieb Gose bei den Weltmeisterschaften in Budapest (HUN) zudem nur drei Zehntel über ihrem eigenen deutschen Rekord aus Tokio.
Doch zufrieden gibt sich die ambitionierte Schwimmerin damit nicht: “Ich bin überhaupt nicht zufrieden. Ich habe viel mehr drauf, ich weiß nicht, warum ich es im Wettkampf nicht umsetzen konnte. Man versucht immer, das Beste aus sich rauszuholen. Wenn man die Trainingsergebnisse sieht, hofft man natürlich einfach. Wenn es im Wettkampf dann nicht so klappt, wie man es sich vorstellt, ist man natürlich enttäuscht.”
Trotzdem: Als erste Deutsche seit dem Weltmeistertitel von Hannah Stockbauer 2003 in Barcelona (ESP) hatte sich Isabel Gose für das Finale qualifiziert, wo sie zugleich auch die einzige europäische Starterin war, was für die EM in Rom (ITA/11. - 21. August) auch einiges verspricht. Im WM-Finale sortierte sie sich als Siebte aber zunächst eher am Ende des Feldes ein, bevor sie sich im weiteren Rennverlauf beständig weiter nach vorne schob. Sechste war sie zur Halbzeit des Rennens, nach 300 Metern hatte sie sich dann bis auf Platz fünf verbessert, den sie bis zum Schluss halten konnte. “Ich weiß nicht, ob ich mir vorher immer einen zu großen Kopf mache und mir nicht so viel zutraue und dann mit leichten Selbstzweifeln ins Rennen gehe. Es kann sein, dass das im Unterbewusstsein da ist. Es war von Anfang an nicht so, wie ich es mir erhofft habe”, gab sie anschließend zu Protokoll.
Bundestrainer Bernd Berkhahn sah die Sache etwas differenzierter. “Ich kann ihre Enttäuschung verstehen. Die Medaille war in Reichweite. Wenn sie die Leistung gebracht hätte, die sie im Training anbietet, dann war es nicht abwegig, den Bronzerang zu belegen”, sagte er. Aber: “Sie hat seit den Olympischen Spielen eine ganz tolle Entwicklung genommen, was technische Fertigkeiten angeht, was Umstellungen im Rennen angeht, und wie sie schwimmt. Und da ist sie natürlich sehr unglücklich darüber, dass sie das in dem Moment dann nicht präsentieren kann.” Berkhahn erinnerte zudem noch einmal daran, dass Isabel Gose noch im Frühjahr weit von solchen Ergebnissen entfernt war: “Sie hatte eine sehr schwere Qualifikationsphase. Im April war sie gar nicht gut drauf und da war das jetzt wirklich toll. Sie hat sich seit April sehr gesteigert und mit der Entwicklung bin ich sehr zufrieden. Aber sie hat viel mehr Potenzial und ich glaube schon, dass wir uns da noch auf einiges freuen können.”
Den Sieg holte sich Katie Ledecky (USA), die in 3:58,15 zugleich einen Meisterschaftsrekord aufstellte, vor Summer McIntosh (CAN/3:59,39) und Leah Smith (USA/4:02,08). Für Ledecky war es bereits ihr 16. WM-Gold, nur zwei Schwimmer haben in der WM-Historie noch mehr geholt: Michael Phelps (26) und Ryan Lochte (18/beide USA). In Budapest kann 25-Jährige diese Bilanz weiter verbessern, schließlich geht sie in den nächsten Tagen noch drei weitere Male an den Start und ist dabei in jedem Rennen favorisiert.
