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Märtens und Gose glänzen mit ihrer zweiten Normzeit

Die Olympia-Qualifikation der Beckenschwimmer*innen im Deutschen Schwimm-Verband e.V. (DSV) gibt schon vor deren finalen Wettkampf in Berlin (16. - 18. April) reichlich Anlass zu Optimismus. Besonders die Talente Isabel Gose(18) und Lukas Märtens (19) machten an diesem Wochenende von sich reden und buchten in ihrer Heimatstadt Magdeburg am Sonntag bereits jeweils das zweite Einzelticket für die Spiele in Tokio (23. Juli - 08. August).

Nach dem starken 400m-Auftritt am Samstag unterbot Gose in 8:26,37 Minuten auch die Olympianorm über 800m Freistil (8:30,00), bezwang dabei am Sonntag sogar die bereits für Tokio qualifizierte WM-Vierte Sarah Köhler(8:28,56). In der kommenden Woche will sich die mehrfache Jugend-Europameisterin dann auch noch für die 200m Freistil samt Staffelstart anbieten. „Diese Leistungen können uns optimistisch stimmen. Wie viel Power sie hat, weiß Isabel selber noch gar nicht so richtig“, sagte Bundestrainer Bernd Berkhahn.

Weltmeister Wellbrock als Tempomacher für den Kollegen

Anschließend erfüllte Lukas Märtens über 1500m Freistil in 14:49,26 Minuten ebenfalls ein zweites Mal die Olympianorm (14:59,00), am Tag zuvor hatte er über die 400m ebenfalls mit einer absoluten Weltklassezeit geglänzt. Den perfekten Tempomacher spielte am Sonntag dabei Weltmeister und Trainingskollege Florian Wellbrock(14:46,03), der schon für Tokio qualifiziert war. „Die beiden haben unseren Plan elegant umgesetzt, Florian sollte erst ab 1000 Metern freier schwimmen“, verriet Berkhahn.

„Die 1500 Meter bin ich heute kontrolliert in 14:46 geschwommen. Eine Zeit, mit der man in Tokio auch ins Finale einziehen sollte. Die Form stimmt soweit also und das harte Training zahlt sich aus. Ich freue mich auf Berlin nächste Woche“, sagte Wellbrock. Und freute sich vor allem für seinen jungen Vereinskollegen, für den in den nächsten Wochen auch die Abiturprüfungen anstehen. „Ich finde es schön, wenn jemand aus den eigenen Reihen nachkommt, der das Potenzial mitbringt, auch international ganz nach vorn zu schwimmen“, hatte der 23-Jährige unlängst im Interview mit dem DSV-Verbandsmagazin „Swim&More“ gesagt. Die täglichen Duelle im Training bringen schließlich beide voran, wie man sieht.

 „Besser kann es einfach nicht laufen. Ich werde wohl ein paar Tage brauchen, um das zu realisieren“, sagte Lukas Märtens. Und bedankte sich auch beim Weltmeister: „Wir haben das im Training so geübt, das hat Florian wirklich toll gemacht. Wir verstehen uns einfach gut.“

Schon fünf Staffeln haben die Olympianormzeit erfüllt

Am Sonntag konnten aber auch international Siege verbucht werden. So gewann Annika Bruhn in Eindhoven über 200m Freistil in 1:57,37 Minuten und verpasste die Einzelnorm für Tokio (1:57,20) nur haarscharf. Dank dieser Top-Zeit der Neckarsulmerin hat nun die 4x200m-Staffel die Olympianorm bereits erfüllt.

Gleiches gilt seit Sonntag auch für die Lagenstaffel der Frauen, wozu Laura Riedemann (SV Halle) als Zweite über 100m Rücken (1:00,04 Minuten) in Eindhoven und Angelina Köhler (Hannover 96) beim Sieg in Magdeburg über 100m Schmetterling (58,63 Sekunden)  beitrugen. Bereits seit Samstag haben auch die Lagen-Staffeln der Männer und im Mixed sowie die 4x100m-Freistil der Frauen die Vorgaben für den Olympiastart erfüllt – und zwar unabhängig von der endgültiger Besetzung, die steht jeweils erst nach dem Wettkampf am nächsten Wochenende in Berlin fest.

In Eindhoven gewann Henning Mühlleitner (Neckarsulmer Sport-Union) ebenfalls die 200m Freistil (1:48,08 Minuten) vor Poul Zellmann (SG Essen/1:48,28), beide erfüllten damit die EM-Norm für Budapest im Mai. Das schaffte in den Niederlanden außerdem Max Pilger als Zweiter über 200m Brust (2:11,49 Minuten).

Für einen Podestplatz in Stockholm sorgte außerdem noch Philip Heintz (SV Nikar Heidelberg), der WM-Vierte von 2019 über 200m Lagen wurde in 2:00,26 Minuten dort Dritter. Und wenn alles normal läuft, ist in der kommenden Woche in Berlin sicher auch noch mit einigen Steigerungen zu rechnen.

>> Alle Ergebnisse in Magdeburg im Überblick

>>Alle Ergebnisse in Stockholm im Überblick

>> Alle Ergebnisse in Eindhoven im Überblick

>> Alle Ergebnisse in Mission Viejo im Überblick

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JEM 2025 in Samorin: Der Zeitplan mit allen DSV-Starts

Fliegender Wechsel in den Unterkünften von Samorin (SVK). Nach Abschluss der U23-Europameisterschaften reisten am Sonntag nun sofort die Teams für die Europameisterschaften der Junior*innen an. Die JEM findet ab Dienstag im gleichen Freibad und laut Vorhersagen bei teils noch größerer Hitze statt. Und über sechs Tage verteilt, also mit einem doppelt so langen Programm – inklusive Halbfinals auf allen Strecken bis 200 Meter, wie auf den ganz großen internationalen Titelkämpfen üblich.

Alle JEM-Ergebnisse in Samorin 2025

Die Vorläufe beginnen stets um 09:30 Uhr, die Finalabschnitte um 18:00 Uhr. Alle Rennen sind wie bei der U23-EM im kostenpflichtigen Livestream auf Euroaqaticstv.com zu sehen. Der Deutsche Schwimm-Verband e.V. (DSV) bringt bei der JEM 35 Talente aus den Jahrgängen 2007 bis 2009 an den Start. „Gern kann es so positiv weitergehen wie bei unserer U23-Mannschaft. Viele unserer JEM-Medaillengewinner*innen von 2024 sind diesmal erneut dabei. Sie sind teilweise über Jahre in ihre jetzige Rolle hineingewachsen. Das lässt auf ein gutes Ergebnis hoffen“, sagte Nachwuchs-Bundestrainer Carsten Gooßes.

Training mit Wellbrock und Co: Liebmanns Entwicklung verläuft sehr steil aufwärts 

Gemeint sind hier zum Beispiel Lena Ludwig (SV Nikar Heidelberg) als Titelverteidigerin über 200m Brust oder Johannes Liebmann (SC Magdeburg), der im Vorjahr in Vilnius (LTU) auf allen drei Langstrecken Einzelmedaillen (und einmal Staffelsilber) gewann. Auch Alina Baievych (SC Magdeburg), Hannah Schneider (Hofheimer SC), Subäjr Biltaev (SV Cannstatt) und Daniel Olenberg (VfL Osnabrück) haben in der Slowakei ein weiteres Mal Chancen auf Edelmetall. Anders als noch vor einem Jahr dürfen diesmal allerdings auch wieder die Aktiven aus Russland und Belarus antreten.

Die vor dieser Saison aus Erlangen an den Bundesstützpunkt Magdeburg gewechselte Baievych hat wie auch Liebmann ab dem Frühjahr in der Topgruppe von Bundestrainer Bernd Berkhahn mittrainieren dürfen. Insbesondere bei Liebmann schlug dies offenbar sofort grandios an, der 18-Jährige verbesserte im Frühjahr 2025 bereits die nationalen Jahrgangsrekorde auf den langen Freistilstrecken. Und das will bei Deutschlands Stärke in diesen Disziplinen wirklich etwas heißen. Die Duelle gegen Titelverteidiger Kuzey Tuncelli (TUR) dürften jedenfalls zu den Highlights dieser JEM gehören. Tuncelli war im Vorjahr bereits auch Europameister in der offenen Klasse und Olympiafünfter in Paris (mit Junioren-Weltrekord) geworden.

JEM-Platz eins bis vier bringt Ticket für die JWM 

Mit Noelle Benkler (SV Nikar Heidelberg) über beide Lagenstrecken und Leni von Bonin (200m Schmetterling) sind zwei DSV-Athletinnen bei der JEM dabei, die in diesem Jahr bereits Deutsche Meisterinnen in der offenen Klasse wurden. Dem Selbstvertrauen dürfte das sicher einen Schub gegeben haben vor dem letzten Auftritt bei einer JEM. Eine tolle Entwicklung hat im Saisonverlauf aber auch Laura Sophie Kohlmann (SG Essen/Jahrgang 2009) genommen.

Mit der JWM in Otopeni (ROU/19. – 24. August) steht später in diesem Sommer noch ein weiteres Highlight im Kalender. Ludwig, Liebmann, Benkler, Julia Ackermann (SC Chemnitz), Sydney Savannah Ferch (SG Dortmund), Yara Fay Riefstahl (SC Chemnitz), Larus Thiel (SG Bayer), Jan Malte Gräfe (Potsdamer SV) und Moritz Erkmann (SC Chemnitz) haben sich dafür bereits qualifiziert. Bei der JEM bietet sich allen anderen im DSV-Team nun eine weitere Chance aufs WM-Ticket, laut DSV-Nominierungsrichtlinien bei Normzeiterfüllung, aber auch mit Platz 1 bis 4 in den JEM-Einzelrennen.

DSV-Starts am 01. Juli 

01. Juli (Dienstag)

200m Freistil Frauen 

Juliana Buttler
Zara Selimovic

Vorläufe ab 09:30 Uhr

200m Freistil Männer

Daniel Olenberg
Limaris Dix
Rudolf Bordas

 

400m Lagen Frauen

Noelle Benkler
Leni von Bonin
Mira Helget
Laura Sophie Kohlmann

 

50m Rücken Frauen

Ewa zur Brügge

 

50m Rücken Männer

Fabian Mager
Mitja Bauer

 

50m Brust Frauen

Lena Ludwig
Hannah Schneider
Emma Luise Breuer

 

50m Brust Männer

Jan Malte Gräfe
Subäjr Biltaev
Melvyn Faber-Billot
Fabio Berendes

 

200m Schmetterling Männer

Johannes Liebmann
Leo Leverkus

 

4x100m Freistil Frauen

Cara Vogt
Leni Labarre
Zara Selimovic
Svenja Götting
Linda Roth

 

4x100m Freistil Männer

Larus Thiel
Mitja Ebeling
Niclas Keilmann
Daniel Olenberg
Limaris Dix

 

1500m Freistil Frauen (VL)

Sydney Savannah Ferch
Julia Ackermann

     

Finalabschnitt 18:00 Uhr

400m Lagen Frauen Finale

 
 

200m Freistil Frauen Halbfinale

 
 

200m Freistil Männer Halbfinale

 
 

50m Rücken Frauen Halbfinale

 
 

50m Rücken Männer Halbfinale

 
 

50m Brust Frauen Halbfinale

 
 

50m Brust Männer Halbfinale

 
 

200m Schmetterling Männer Halbfinale

 
 

4x100m Freistil Frauen Finale

 
 

4x100m Freistil Männer Finale

 

 

DSV-Starts am 02. Juli

 

02. Juli (Mittwoch)

100m Schmetterling Frauen

Yara Fay Riefstahl
Alina Baievych
Linda Roth

Vorläufe ab 09:30 Uhr

200m Lagen Männer

Jannes Schmidt

 

50m Freistil Frauen

Cara Vogt
Leni Labarre

 

1500m Freistil Männer

Johannes Liebmann

 

4x100m Freistil Mixed

DSV

     

Finalabschnitt 18:00 Uhr

200m Freistil Frauen Finale

 
 

200m Freistil Männer Finale

 
 

50m Rücken Frauen Finale

 
 

50m Rücken Männer Finale

 
 

100m Schmetterling Frauen Halbfinale

 
 

200m Lagen Männer Halbfinale

 
 

50m Brust Frauen Finale

 
 

50m Brust Männer Finale

 
 

50m Freistil Frauen Halbfinale

 
 

200m Schmetterling Männer Finale

 
 

1500m Freistl Frauen Finale

 
 

4x100m Freistil Mixed Finale

 

 

DSV-Starts am 03. Juli

03. Juli (Donnerstag)

200m Rücken Frauen

Ewa zur Brügge
Laura Sophie Kohlmann
Mira Helget

Vorläufe ab 09:30 Uhr

100m Schmetterling Männer

Daniel Olenberg
Limaris Dix
Leo Leverkus
Gian Luca Reduth

 

200m Rücken Männer

Fabian Mager

 

200m Brust Frauen

Lena Ludwig
Hannah Schneider
Emma Luise Breuer

 

50m Freistil Männer

Larus Thiel
Mitje Ebeling
Niclas Keilmann

 

200m Brust Männer

Jan Malte Gräfe
Melvyn Faber-Billot
Fabio Berendes
Hugo Engelien

 

4x200m Freistil Frauen

Leni Labarre
Juliana Buttler
Zara Selimovic
Svenja Götting
Linda Roth

     

Finalabschnitt 18:00 Uhr

200m Rücken Frauen Halbfinale

 
 

200m Lagen Männer Finale

 
 

50m Freistil Frauen Finale

 
 

50m Freistil Männer Halbfinale

 
 

200m Brust Frauen Halbfinale

 
 

200m Brust Männer Halbfinale

 
 

100m Schmetterling Frauen Finale

 
 

100m Schmetterling Männer Halbfinale

 
 

1500m Freistil Männer Finale

 
 

4x200m Freistil Frauen Finale

 

 

DSV-Starts am 04. Juli

04. Juli (Freitag)

100m Freistil Frauen

Linda Roth
Svenja Götting
Zara Selimovic
Leni Labarre

Vorläufe ab 09:30 Uhr

400m Lagen Männer

Rudolf Bordas
Jannes Schmidt

 

200m Schmetterling Frauen

Alina Baievych
Leni von Bonin
Yara Fay Riefstahl

 

4x100m Lagen Mixed

DSV

 

800m Freistil Frauen

Julia Ackermann
Sydney Savannah Ferch
Juliana Buttler

 

800m Freistil Männer

Johannes Liebmann
Leo Leverkus

     

Finalabschnitt 18:00 Uhr

100m Schmetterling Männer Finale

 
 

100m Freistil Frauen Halbfinale

 
 

200m Brust Männer Finale

 
 

200m Schmetterling Frauen Halbfinale

 
 

50m Freistil Männer Finale

 
 

200m Brust Frauen Finale

 
 

200m Rücken Männer Finale

 
 

200m Rücken Frauen Finale

 
 

400m Lagen Männer Finale

 
 

4x100m Lagen Mixed

 

 

DSV-Starts am 05. Juli

05. Juli (Samstag)

100m Freistil Männer

Mitja Ebeling
Niclas Keilmann
Daniel Olenberg
Limaris Dix

Vorläufe ab 09:30 Uhr

100m Rücken Frauen

Ewa zur Brügge

 

100m Brust Männer

Subäjr Biltaev
Jan Malte Gräfe
Melvyn Faber-Billot
Fabio Berendes

 

100m Brust Frauen

Lena Ludwig
Hannah Schneider
Emma Luise Breuer

 

100m Rücken Männer

Fabian Mager
Mitja Bauer

 

50m Schmetterling Frauen

Linda Roth
Cara Vogt
Leni Labarre

 

50m Schmetterling Männer

Larus Thiel
Gian Luca Reduth

 

200m Lagen Frauen

Noelle Benkler
Leni von Bonin
Laura Sophie Kohlmann
Mira Helget

 

4x200m Freistil Männer

DSV

     

Finalabschnitt 18:00 Uhr

200m Schmetterling Frauen Finale

 
 

100m Freistil Männer Halbfinale

 
 

100m Freistil Frauen Finale

 
 

100m Rücken Männer Halbfinale

 
 

100m Brust Frauen Halbfinale

 
 

100m Brust Männer Halbfinale

 
 

50m Schmetterling Frauen Halbfinale

 
 

50m Schmetterling Männer Halbfinale

 
 

200m Lagen Frauen Halbfinale

 
 

100m Rücken Frauen Halbfinale

 
 

800m Freistil Männer Finale

 
 

800m Freistil Frauen Finale

 
 

4x200m Freistil Männer Finale

 

DSV-Starts am 06. Juli

06. Juli (Sonntag)

400m Freistil Frauen

Julia Ackermann
Juliana Buttler
Sydney Savannah Ferch

Vorläufe ab 09:30 Uhr

400m Freistil Männer

Johannes Liebmann
Leo Leverkus

 

4x100m Lagen Frauen

DSV

 

4x100m Lagen Männer

DSV

     

Finalabschnitt 18:00 Uhr

200m Lagen Frauen Finale

 
 

100m Rücken Männer Finale

 
 

100m Rücken Frauen Finale

 
 

100m Brust Frauen Halbfinale

 
 

100m Brust Männer Finale

 
 

100m Freistil Männer Finale

 
 

100m Brust Frauen Finale

 
 

50m Schmetterling Frauen Finale

 
 

50m Schmetterling Männer Finale

 
 

400m Freistil Frauen

 
 

400m Freistil Männer

 
 

4x100m Lagen Frauen Finale

 
 

4x100m Lagen Männer Finale

 

 

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Neunmal Gold plus Silber: Linda Roth stellt den DJM-Rekord ein

Bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften Schwimmen (DJM) in Berlin konnten sich in diesem Jahr Linda Roth (SV Cannstatt/Jahrgang 2008) mit neun Siegen und Jannis Kube (Wasserfreunde Spandau 04/Jahrgang 2011) mit insgesamt acht Erfolgen die meisten Goldmedaillen erkämpfen. Aber auch Johannes Liebmann (SC Magdeburg/Jahrgang 2007), Laura Sophie Kohlmann (SG Essen/Jahrgang 2009), Emma Antonia Schaal (Berliner TSC/Jahrgang 2010) und Hannah Sabine Schmitt (SC Wiesbaden/Jahrgang 2010) mit je fünfmal Gold brachten es in der Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark (SSE) auf beeindruckende Medaillensammlungen.  Schon im Vorjahr war Roth bei der DJM fünfmal erfolgreich gewesen, hatte damals aber noch im Schatten von Alina Baievych (TB 1888 Erlangen/Jahrgang 2009) gestanden, die 2023 mit neunmal Gold (und einmal Silber) die Siegesserie von Theresa Michalak aus dem Jahr 2006 egalisierte. In diesem Jahr nun zeigte Roth mit der gleichen Bilanz nachdrücklich, warum sie zu den größten Zukunftshoffnungen gezählt wird. Beim siebten Streich über 100m Schmetterling war sie am Schlusstag mit ihrer neuen Bestzeit (1:00,09 Minuten) auch deutlich schneller als Baievych (1:01,13), die aufgrund von Schulterproblemen diesmal allerdings nur ein reduziertes Programm absolvieren konnte und dabei auf zwei Erfolge kam. Außerdem triumphierte Roth zum Abschluss am Sonntag noch über 50m Freistil und 100m Rücken. >> Zu den Ergebnissen Dass aus dem vollen Training heraus dabei fast durchweg Bestzeiten dabei erzielt wurden, lässt nicht nur Nachwuchs-Bundestrainer Carsten Gooßes auf eine erfolgreiche Europameisterschaft der Junior*innen im Juli in Vilnius (LTU) hoffen. "Es stimmt mich froh, dass Linda die Belastungen so gut verkraftet und hier für die JEM schon einmal alles geübt hat.” Roth selbst sagte über ihre Rekordausbeute: “Das bedeutet mir sehr viel. Heute war ein sehr harter Tag. Ich habe gehofft, drei Goldmedaillen zu holen, aber ich hatte am Ende echt zu kämpfen, um dieses Ziel zu erreichen.” Zu den so erfolgreichen vergangenen fünf Tagen meinte sie: “Der schönste Titel war auf jeden Fall auf 200 Meter Lagen mit dem Jahrgangsrekord. Ich bin das aus dem Training heraus geschwommen und hätte nicht gedacht, dass ich eine 2:13 schwimmen kann. Ich bin aber mit allen Titeln sehr zufrieden. Heute Abend fahre ich nach Hause und freue mich, morgen den ganzen Tag freizuhaben, keine Schule, kein Training. Ich werde erstmal komplett relaxen und meinen Körper durchatmen lassen.” Michael Raje mit zwei Siegen binnen 30 Minuten  Auch andere aus dem JEM-Team wussten in der Hauptstadt am Sonntag wieder zu überzeugen. Über 1500m Freistil unterboten Marian Plöger (VfL Sindelfinden/2006) und Julia Ackermann (SC Chemnitz/2007) direkt nach dem Höhentraining ihre Qualifikationsleistungen – beide komplettierten damit das Triple mit Siegen auf allen drei langen Freistilstrecken. Auch Michael Raje (SSG Saar Max Ritter/2006) glänzte über 100m Schmetterling mit neuer Bestzeit (53,58 Sekunden), nur eine halbe Stunde später siegte er zudem über 50m Freistil ebenfalls mit neuer Bestzeit (22,93). “Die 100 Meter Schmetterling haben mich mehr überrascht. Die 50 Kraul waren vier Hundertstel unter der Bestzeit, Schmett fast eine Sekunde. Damit habe ich selbst nicht gerechnet.” Für ihn waren es die letzten Jahrgangsmeisterschaften. “Mit der DJM geht jetzt eine Ära zu Ende. Die ganzen Jahre hat mich das hier immer geprägt, es war eine gute Übung für die höheren Wettkämpfe. Ich finde es ein bisschen schade, aber es ist auch schön, in die offene Klasse zu gehen und zu zeigen, was man kann.” Sogar für einen neuen Jahrgangsrekord bei den 15-Jährigen – es war insgesamt der siebte bei dieser DJM – sorgte im Freistilsprint Larus Thiel (SG Bayer/Jahrgang 2009). Erst vor drei Wochen war er schon einmal eine Bestmarke geschwommen, die er sich damals aber noch mit Maximilian Oswald teilen musste, nun darf er sich alleiniger Rekordhalter nennen. “Es ist einfach ein mega geiles Gefühl, solche Rekorde zu schwimmen, vor allem hier in Berlin. Ich habe da echt einiges für getan und an meiner Schultermobilität und meiner Ausdauer gearbeitet. Ich bin mega happy”, jubelte er. Es war sein vierter Titel in diesem Jahr, genauso viele holten auch Alice Hennig (2011/SV Halle/Saale), Klara Sophie Beierling (Berliner Wasserratten/2007), Lise Seidel (SC Chemnitz/2006), Julia Ackermann (SC Chemnitz/2007), Daniel Olenberg (2007/VfL Osnabrück), Felix Brandner (TSV Altenfurt Nürnberg/2008) und Theodor Büscher (2011/SG Essen), der mit insgesamt zehn Medaillen ebenfalls für eine Rekordbilanz sorgte. Erfolgreichster männlicher Titelsammler wurde aber Jannis Kube, der am Schlusstag über 100m Schmetterling, 50m Freistil und 100m Rücken ebenfalls gleich dreifach triumphierte. “Alles hat gebrannt. Es ist aber einfach diese Motivation, achtmal Gold mitzunehmen, die einen antreibt”, sagte Kube. Betonte aber auch, dass diese Leistungen kein Zufall waren: “Wichtig sind im Training natürlich auch die Ausdauerstrecken, sonst würde ich sowas nicht hinkriegen.” Natürlich konnten sich nicht für alle DJM-Teilnehmer*innen die Träume von Medaillen und neuen Bestzeiten erfüllen, ihnen gab Bundestrainer Gooßes zum Abschluss der Veranstaltung noch einen wertvollen Tipp mit auf den Weg. „Geduld spielt eine wichtige Rolle“, betonte er und verwies auf den Werdegang von Olympiastarter Melvin Imoudu, der ebenfalls lange brauchte, um sich erstmals für internationale Topereignisse zu qualifizieren. „Wer hier noch nicht ganz vorne dabei ist, muss dranbleiben. Wir brauchen viele Sportler*innen, die Leistungsdichte war in diesem Jahr nicht ganz so hoch. Wir hoffen, dass viele dabeibleiben und künftig mit Bestleistungen dann den Durchbruch schaffen. Wir wollen den langfristigen Aufbau haben.“ Eine Aussage, die sich in diesem Jahr übrigens auch die letztjährige Seriensiegerin Alina Baievych zu Herzen nimmt. Auch ein Start bei den Europameisterschaften der offenen Klasse wäre für sie schon möglich gewesen, doch sie entschied sie bewusst für die Nachwuchs-EM: „Ich habe mit meinen Trainern gesprochen und es ergibt mehr Sinn, wenn ich mich auf einen Wettkampf konzentriere, anstatt EM und JEM zu schwimmen. Damit ich einen guten Wettkampf habe und nicht zwei weniger gute.“ Die SSG Leipzig triumphiert erstmals in der Team Challenge  Einen durchweg gelungenen Auftritt legten bei diesen Deutschen Jahrgangsmeisterschaften die Aktiven der SSG Leipzig hin. Mit 549 Punkten sicherte sich der Verein aus Sachsen damit erstmals den Sieg in der „Team Challenge powered by Aquafeel“ vor den Titelverteidiger*innen der SG Essen (434) und dem SC Magdeburg (415). Auch dank der Erfolge von Linda Roth und Jannis Kube schafften es dahinter auch der SV Cannstatt (330) und die Wasserfreunde Spandau 04 (314) unter die Top Fünf. Bei der Team-Challenge sammelte jede*r Finalteilnehmer*in automatisch Punkte für ihren oder seinen Verein. Mit Unterstützung von Aquafeel als Premium-Pool-Partner des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) und exklusivem Ausstatter für Oberbekleidung der DSV-Teams wurden am Sonntag dann die erfolgreichsten Teams der DJM mit Prämien im Gesamtwert von 5.900 Euro belohnt. Alle DJM-Sieger*innen des fünften Tages:  1500m Freistil weiblich:  2011: Julia Franziska Kaul (SG Frankfurt) 18:01,42  2010: Renée Geihe (STV Limbach-Oberfrohna) 17:46,51  2009: Sydney Savannah Ferch (SG Dortmund) 16:59,15  2008: Annika Dewdney (TB 1888 Erlangen)  17:18,04 2007: Julia Ackermann (SC Chemnitz von 1892) 16:37,44  2006: Marian Plöger (VfL Sindelfingen) 16:37,44  100m Schmetterling weiblich:  2011: Mila Mauermann (SWV TuR Dresden) 1:05,65  2010: Emma Antonia Schaal (Berliner TSC) 1:01,98  2009: Alina Baievych (TB 1888 Erlangen) 1:01,13  2008: Linda Roth (SV Cannstatt) 1:00,09  2007: Leni von Bonin (Dresdner SC 1898) & Klara Sophie Beierling (SG Berliner Wasserratten) 1:02,89  2006: Seike Schlump (SC Magdeburg) 1:01,87  100m Schmetterling männlich:  2011: Jannis Kube (Wasserfreunde Spandau 04) 1:00,16  2010: Elias Himmelsbach (SSG Leipzig) 1:00,30  2009: Larus Thiel (Deutscher Schwimm-Verband) 56,02  2008: Felix Brandner (TSV Altenfurt-Nürnberg) 55,46  2007: Daniel Olenberg (VfL Osnabrück) 54,86  2006: Michael Raje (SSG Saar Max Ritter) 53,58 
50m Freistil weiblich:  2011: Amelie Rieß (SC Delphin Ingolstadt) 27,49  2010: Lara Anna Vandenhirtz (Aachener SV 06) 26,73  2009: Nana Hemaa Boateng Sekyere (Hamburger SC) 26,55  2008: Linda Roth (SV Cannstatt) 25,74  2007: Klara Sophie Beierling (SG Berliner Wasserratten) 26,01  2006: Selina Müller (SSG Leipzig) 26,19 
50m Freistil männlich:  2011: Jannis Kube (Wasserfreunde Spandau 04) 25,01  2010: Nils Woddow (SG Ruhr) 24,66  2009: Larus Thiel (SG Bayer) 23,17   2008: Felix Brandner (TSV Altenfurt-Nürnberg) 23,46  2007: Niclas Keilmann (DSW 1912 Darmstadt) 23,45  2006: Michael Raje (SSG Saar Max Ritter) 22,93  ?  100m Rücken weiblich:  2011: Anja Schaumburger (SSG Saar Max Ritter) 1:07,11  2010: Emma Antonia Schaal (Berliner TSC) 1:05,73  2009: Laura Sophie Kohlmann (SG Essen) 1:03,98  2008: Linda Roth (SV Cannstatt) 1:01,91  2007: Mila Wazner (SGR Karlsruhe) 1:04,29  2006: Lise Seidel (SC Chemnitz von 1892) 1:01,76  ?  100m Rücken männlich:  2011: Jannis Kube (Wasserfreunde Spandau 04) 59,91  2010: Anass Lahrach (SV Cannstatt) 59,20  2009: Jonas Levin Reuther (WSG Jena-Lobeda) 59,52  2008: David Cicero (SC Regensburg) 55,71  2007: Finn-Jonah Neuwirth (SG Berliner Wasserratten) 57,77  2006: Vincent Passek (Berliner TSC) 55,75 

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DSV-Aktivensprecher Götz vom Bundestag zum Dopingverdacht in China angehört

Nur wenige Tage nach dem Gewinn des deutschen Meistertitels im Wasserball mit Waspo 98 Hannover weilte Kevin Götz am Mittwoch bereits wieder in Berlin. Als Sprecher der Athlet*innenkommission im Deutschen Schwimm-Verband e.V. (DSV) besuchte der Torwart den Sportausschuss des Deutschen Bundestages, der sich bei seiner 54. Sitzung an diesem Tag mit dem chinesischen Dopingverdachtsfall im Schwimmen und vor allem dem bislang sehr zögerlichen und viel zu intransparenten Umgang damit von Seiten der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) befasste.  „Ein Vertrauensverlust der Athlet*innen in die Grundpfeiler des globalen Anti-Doping-Kampfs und seiner Kontrollorganisationen bedeutet ein schwerwiegendes Risiko für einen sauberen, dopingfreien Sport. Denn wir halten uns an die Regeln. Wir akzeptieren die Beweislastumkehr als tragende Säule des Anti-Doping-Kampfs. Wir nehmen aus Überzeugung für einen sauberen Sport selbstverständlich die Strapazen des Doping-Kontrollregimes auf uns.?Umgekehrt dürfen wir zu Recht von der WADA und den Dopingkontrollorganisationen erwarten, dass weltweit gültige Anti-Doping-Regularien kohärent angewendet werden und diese Regeln für alle Athlet*innen in gleichem Maße gelten. Die WADA selbst muss regelkonform agieren, transparent handeln und strikt ihre Kontrollfunktionen, in diesem Fall gegenüber der CHINADA, wahrnehmen“, sagte Götz, der wie Fechterin Léa Krüger als Vertreterin des Vereins Athleten Deutschland zu den geladenen Sachverständigen gehörte.

Politiker über Meinung der Aktiven informiert

Der auch zum neuen DSV-Präsidium gehörende Götz konnte den Abgeordneten dabei aus erster Hand erzählen, was auch viele andere Aktive aus dem DSV über das folgenlose WADA-Vorgehen denken, nachdem Anfang 2021 bei 23 chinesischen Spitzenschwimmer*innen positive Dopingtests auf das verbotene Herzmittel Trimetazidin aufgetaucht waren. Die Erklärung eines chinesischen Ministeriums, dass eine Massenkontamination in der Hotelküche die Ursache gewesen wäre, wurde von der Welt-Anti-Doping-Agentur akzeptiert ohne unabhängige Untersuchungen – damals positive Getestete wie die Topstars Zhang Yufei oder Qin Haiyang werden nun auch bei den Olympischen Spielen in Paris (FRA) starten können. „Das ist ein Schlag ins Gesicht für alle, die sauberen Sport betreiben, so sagte mir das ein Athlet aus dem Schwimmen“, erzählte Götz. Und Krüger ergänzte: „Weder IOC noch WADA selbst scheinen die Notwendigkeit für schonungslos ehrliche und ergebnisoffene Aufarbeitung sowie nachgeschaltete Reformprozesse zu erkennen. Die Stimmen der Athlet*innen und der nationalen Anti-Doping-Organisationen finden bis heute unzureichend Eingang in Aufsichtsfunktionen und Entscheidungsprozesse der WADA. Umso wichtiger scheint es, dass die Staaten, die den Jahresetat der WADA hälftig finanzieren, die ihnen zur Verfügung stehenden Hebel nutzen, um nötige Reformen zu erwirken.“ Deutschland trägt mit rund 1,3 Millionen Euro pro Jahr nicht unerheblich zur Finanzierung der WADA bei und wird künftig nun womöglich noch klarere Bedingungen an diese Finanzierung knüpfen, um so offenbar notwendige Reformprozesse zu initiieren. „Ich hatte das Gefühl, dass die Politik verstanden hat, dass es hier ein klares Zeichen braucht“, sagte Götz. Nach seiner Einschätzung müsste das Mandat der von der WADA beauftragten externen Überprüfung auch noch deutlich erweitert werden. Es geht schließlich nicht nur um mögliches Fehlverhalten der WADA, sondern auch um die Untersuchung der Dopingverdachtsfälle an sich.

Welche Fragen die WADA dringend beanworten müsste

Athleten Deutschland hatte in seiner Stellungnahme auch alle Fragen ausformuliert, die bei der Aufarbeitung nun beantwortet werden sollten:
  1. Wieso ließ die WADA zu, dass die CHINADA die Positivtests nicht wie vorgeschrieben als „von der Norm abweichende Ergebnisse“ („Adverse Analytical Findings“ - AAF) handhabte, sondern sie offenbar regelwidrig wie „auffällige Ergebnisse“ („Atypical Findings“ - ATP) behandelte? Diese sind nach unserem Kenntnisstand etwa bei der Kontamination von Lebensmitteln durch Clenbuterol, aber nicht durch das Medikament TMZ möglich. 

  1. Wieso wurden die Testergebnisse, die als AAF gemeldet wurden, von der CHINADA nicht als Verstöße gegen Anti-Doping-Regeln („Anti-Doping Rule Violations“ - ADRV) behandelt? Damit handelte die CHINADA entgegen den Regularien. Die Einstufung als Regelverstöße hätte vorläufige Maßnahmen wie Suspendierungen sowie die Annullierung von Wettkampfergebnissen und öffentliche Berichtspflichten zur Folge gehabt. 

  1. Wieso ließ die WADA zu, dass die CHINADA die Positivproben regelwidrig nicht als Regelverstoß (ADRV) behandelte, und verzichtete darauf, einzuschreiten? Wieso ließ die WADA damit zu, dass die CHINADA ohne rechtliche Grundlage auf die vorgeschriebenen Konsequenzen eines Regelverstoßes verzichtete und vom Prinzip der Beweislastumkehr abwich? Faktisch wurde damit eine Ungleichbehandlung von Athlet*innen mit vergleichbaren Fallkonstellationen ermöglicht. 

  1. Wieso machte die WADA nicht von ihrem Recht und ihrer Möglichkeit Gebrauch, die Entscheidungen und die Bewertungen der CHINADA anzufechten? Sie hätte dies mindestens tun müssen, um die eigene Glaubwürdigkeit und Integrität als globale Aufsichtsorganisation aufrecht zu erhalten. 

  1. Wieso initiierte die WADA keine eigenen Untersuchungen? In dieser speziellen und augenscheinlich verdächtigen Fallkonstellation hätten zahlreiche Anhaltspunkte und offene Fragen eine solche gerechtfertigt – z.B. die ungeklärte Frage zur Plausibilität der Kontaminations-Theorie. Bis heute fehlt der Nachweis zum Zusammenhang zwischen dem TMZ-Fund im Hotel und den Positivproben der Schwimmer*innen Anfang Januar 2021. Die fragwürdigen Untersuchungen chinesischer Behörden fanden Monate nach den Positivproben statt und ließen weitere Fragen unbeantwortet, die sich im Zuge einer Kontamination stellen würden, z.B. zur Rolle des Hotelpersonals oder zu unterlassenen Warnungen vor Kontaminationsrisiken. 

  1. Wieso hegte die WADA, der die Rolle einer globalen Kontrollinstanz zukommt, keine Zweifel gegenüber dem chinesischen Untersuchungsbericht, der von einem Ministerium des autoritären Regimes angefertigt wurde, und schritt offenbar an keiner Stelle ein? Ist diese Vorgehensweise üblich? In China gab es immer wieder Berichte zu Anti-Doping-Verstößen, auch systematischer Natur und insbesondere im Schwimmsport. Manipulation und Wettbewerbsverzerrung im Weltsport werden auch von staatlichen Stellen organisiert, die Spitzensport aus politstrategischen Gründen für außen- und innenpolitische Zwecke instrumentalisieren. Dies dürfte der WADA bekannt sein. 

  1. Gibt es weitere, vergleichbare Fallkonstellationen, zu denen die Öffentlichkeit spätestens jetzt in Kenntnis gesetzt werden sollte? 

  1. Welche Rückschlüsse zur Wirksamkeit der WADA und des globalen Anti-Doping-Kampfs lassen sich aus den Enthüllungen ziehen? 

  1. Welche Ableitungen zur einheitlichen Anwendung der Beweislastumkehr lassen sich nach den Enthüllungen treffen?

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Alles, was Sie über das World Aquatics Diving World Cup Super Final wissen müssen

Was genau ist das Diving World Cup Super Final?

Das World Aquatics Diving World Cup Super Final vom 04. – 06. August in Berlin ist der krönende Abschluss der diesjährigen Weltcupsaison im Wasserspringen. Dafür qualifiziert sind in den Einzelwettbewerben jeweils die besten 18 Aktiven und in den Synchron- und Team-Events die besten Acht der Welt aus den beiden vorhergegangen Weltcups in Xi’an (CHN) und Montreal (CAN). Insgesamt sind Sportler*innen aus 18 Nationen beim Weltcupfinale vertreten – darunter alle Top-Stars aus China, der seit Jahrzehnten weltweit führenden Nation in diesem Sport.

Wer ist aus Deutschland mit dabei?

Auch aus Deutschland sind alle Top-Leute am Start – darunter gleich vier Europameister*innen aus diesem Jahr. Mit starken Leistungen bei den ersten beiden Weltcup-Events haben sich insgesamt sogar acht deutsche Wasserspringer*innen für das Finale in der Hauptstadt qualifiziert. Bei den Männern sind das Turm-Europameister Timo Barthel, 3m-Europameister Moritz Wesemann (beide SV Halle), Jaden Eikermann (SV Neptun Aachen) sowie Lars Rüdiger(Berliner TSC). Bei den Frauen hat die Berliner Fraktion mit Lena Hentschel, Jana Lisa Rother sowie Elena und Christina Wassen, den amtierenden Europameisterinnen im Turm-Synchronspringen, in der Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark (SSE) ein echtes Heimspiel.

Wo gibt es Tickets?

Tickets für den Weltcup sind in drei Kategorien verfügbar. Im Online-Vorverkauf sind die Tageskarten der Kategorie 1 für 29,00 (ermäßigt* 27,00) Euro, der Kategorie 2 für 26,00 (ermäßigt* 24,00) Euro und der Kategorie 3 für 23,00 (ermäßigt* 21,00) Euro erhältlich. Dauerkarten für alle drei Tage kosten je nach Kategorie 82,00/73,00/64,00 Euro bzw. ermäßigt* 76,00/67,00/58,00 Euro. Für alle Unterstützer*innen des deutsche Nationalteams wird ein Fanblock eingerichtet. Dafür einfach während des Bestellprozesses den Code „GER-9MIE49“ eingeben. Die Sitzplätze werden dann automatisch und ohne Aufpreis im Fanblock gebucht. Erstmals werden außerdem VIP-Karten angeboten, diese beinhalten den Zugang zum VIP-Block und zur VIP-Lounge. In der VIP-Lounge stehen ganztags Getränke sowie nachmittags zu den Finals ein Catering (max. drei Stunden) zur Verfügung.

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Welche Disziplinen werden ausgetragen?

Insgesamt werden an den drei Tagen neun Disziplinen ausgetragen: Die Frauen und Männer treten vom 3m-Brett sowie im Turmspringen an, und zwar jeweils sowohl im Einzel als auch als Synchronwettbewerb. Während in den Einzeln zunächst noch ein Vorkampf ansteht, geht in den Synchrondisziplinen direkt ins Finale. Zu diesen acht olympischen Disziplinen kommt noch das Mixed-Team-Event – dort starten pro Nation maximal vier Aktive, aber mindestens eine Frau und ein Mann. Zunächst bestreiten je ein Mann und eine Frau die Sprünge vom 3m-Brett und das 3m-Mixed-Synchronspringen, anschließend geht es für die Einzelsprünge beider Geschlechter und das Turm-Mixed-Synchronspringen hoch auf die Plattform. Übrigens: In dieser Form wurde der Teamwettbewerb im vergangenen Jahr in Berlin im Rahmen des Weltcups erstmals bei einer Veranstaltung des Weltverbandes World Aquatics durchgeführt und stieß damals bei den Aktiven durchweg auf positive Resonanz.

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Wie hoch ist das Preisgeld?

Das Preisgeld hat es in sich: Die Sieger*innen erhalten je 25.000 US-Dollar, Platz zwei und drei sind mit 20.000 bzw. 15.000 US-Dollar dotiert. Insgesamt gibt es Prämien bis hinab zu Platz acht in den Synchron- bzw. Platz zwölf in den Einzeldisziplinen, für die immer noch 6.000 bzw. 2.000 Dollar ausgezahlt werden. Finanziell lohnt sich der Diving World Cup für die Athlet*innen damit deutlich mehr als die frühere Diving World Series.

Welcher ist der Sprung mit dem höchsten Schwierigkeitsgrad?

Bei den Männern ist es vom 3m-Brett aktuell der 2,5-fache Salto vorwärts mit drei Schrauben mit einem Schwierigkeitsgrad von 3,9. Beim Turmspringen ist der schwierigste schon einmal gezeigte Sprung der 4,5-fache Vorwärtssalto gehechtet beziehungsweise der 4,5-fache Delfinsalto gehockt – beide sind mit 4,1 klassifiziert. Bei den Frauen ist momentan die 3,5-fache Auerbachschraube mit einem Schwierigkeitsgrad von 3,5 das Nonplusultra. Grundsätzlich gilt allerdings, dass auch ein Sprung mit einer niedrigeren Schwierigkeit einem am Ende schwerer fallen kann als ein höher bewerteter – das ist stets abhängig von den jeweiligen körperlichen Gegebenheiten und welche Bewegungen jemandem mehr liegen.

Was bedeuten die Sprungnummern?

Sechs verschiedene Sprunggruppen gibt es: Vorwärtssprünge (1), Rückwärtssprünge (2), Auerbachsprünge (3) – bei denen mit dem Gesicht nach vorne abgesprungen und dann rückwärts gedreht wird –, Delfinsprünge (4) – hier erfolgt der Absprung rückwärts, die Drehung verläuft vorwärts –, Schraubensprünge (5) und – nur beim Turmspringen – Handstandsprünge (6). Jeder Sprung wird durch eine drei- bzw. bei Sprüngen mit Schrauben vierstellige Sprungnummer eindeutig klassifiziert. Die erste Ziffer beschreibt die Sprunggruppe, mit der zweiten Ziffer wird ausgedrückt, ob ein Sprung mit mindestens einer Saltodrehung „normal“ (0) oder fliegend (1) – das heißt teilweise gestreckt und teilweise gehechtet oder gehockt – ausgeführt wird. Die Anzahl der halben Saltodrehungen wird durch die dritte Ziffer beschrieben, die Anzahl der halben Schrauben mit der vierten. Der abschließende Buchstabe A (gestreckt), B (gehechtet), C (gehockt) oder D (freie Ausführung) beschreibt die Ausführung. Beispiel: 5156B steht also für den zuvor erwähnten 2,5-fachen Salto vorwärts mit drei Schrauben gehechtet.

Warum wird das Wasser aufgeraut?

Zur Orientierung. Würde man das nicht machen und wäre die Wasseroberfläche spiegelglatt, würden die Springer*innen das Wasser nicht sehen, sondern nur den Grund. Aufgeraut wird entweder vom Beckenrand aus, etwa durch einen einfachen Schlauch, oder – wie in der Berliner SSE – durch spezielle Düsen am Beckenboden.

Warum ist das Sprungbrett verstellbar?

Mit dem Stellrad an der Seite, Rolle genannt, lässt sich der Härtegrad des Sprungbretts einstellen. An dieser Stelle ist der Auflagepunkt des Bretts. Je weiter vorne sich die Rolle befindet, desto weniger schwingt das Brett und desto härter ist es. Je mehr man es nach hinten verschiebt, umso größer wird die Amplitude. Die Skala reicht von 0 bis 9 – je höher die Zahl, desto weicher ist das Brett. Bei Sprüngen aus dem Anlauf bevorzugen die meisten Springer*innen ein weiches Brett, bei Sprüngen aus dem Stand gibt es welche, die es ebenfalls sehr weich und andere, die es etwas härter mögen, also auf sechs oder sieben. Die jeweilige Präferenz hängt dabei auch mit Körpergröße und -gewicht zusammen.

Wieso trocknen sich die Athlet*innen zwischen den Sprüngen jedes Mal wieder ab?

Zum einen, damit ihnen nicht kalt wird. Zum anderen, damit sie nicht abrutschen – bei gehockten Salti besteht ansonsten die Gefahr, dass sie durch die enormen Fliehkräfte aus der Balance geraten. Viele Springer*innen benutzen zudem einen speziellen Kleber auf Händen und Schienbein – vergleichbar mit denen, die beim Handball oder Wasserball verwendet werden –, der für zusätzlichen Grip sorgt. Tabu sind an den Schienbeinen vor oder beim Wettkampf übrigens alle Produkte, die die Haut allzu geschmeidig machen, wie Bodylotion, Shampoo oder Sonnencreme.

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Lou Massenberg und Ole Rösler trumpfen bei der Hallen-DM auf

Im Wasserspringen stehen mit den Weltcups in Montreal (CAN/26. Februar – 01. März) und Zapopan (MEX/05. – 08. März) demnächst die ersten internationalen Aufgaben des Jahres an. Das Team des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) ist darauf gut vorbereitet. Das zeigten die Deutschen Hallenmeisterschaften an diesem Wochenende in Berlin, bei denen Pauline Pfeif (Berliner TSC), Jette Müller (Dresdner SC), Lou Massenberg (SV Halle) und Ole Rösler (WSC Rostock) mit jeweils zwei Goldmedaillen besonders glänzen konnten.

 

>> Alle DM-Ergebnisse im Überblick

 

Die WM-Zweite Pfeif steigerte sich im Einzel vom Turm nach Vorkampf und Halbfinale sukzessive auf ansehnliche 345,25 Punkte im Finale. Noch wichtiger war der 23-Jährigen in diesen Tagen aber, dass es beim Erfolg im Synchronwettbewerb mit der lange verletzten Elena Wassen (Berliner TSC) ebenfalls sehr ansprechend lief. Beim ersten gemeinsamen Wettkampf mit zweimal komplett und stabil durchgesprungener Serie sowie 286,74 Punkten im Finale gelang mit dem Titelgewinn auch der erforderliche Leistungsnachweis für einen Weltcupstart.

 

Pauline Pfeif und Elena Wassen überzeugen bei der DM-Premiere 

 

„Die Synchronität ist schon super, wir passen einfach gut zusammen. An den Einzelsprüngen gilt es noch zu arbeiten, aber die Leistung hier stimmt mich positiv“, sagte Pfeif. Und zwar nicht nur für die kommenden Wochen, sondern vor allem auch in Hinblick auf den laufenden Olympiazyklus. Nachdem bei den Spielen in Paris (FRA) 2024 kein Synchronpaar der deutschen Turmfrauen am Start war, sollte sich das in dieser neuen Besetzung in Los Angeles (USA) 2028 womöglich ändern lassen. In Kanada will man sich dem Kampfgericht nun auch international schon einmal vorstellen.

 

Die unterhaltsamste Show der Titelkämpfe lieferten am Samstag derweil die Männer vom Turm ab. Im Einzelfinale setzte sich Ole Rösler mit 505,45 Punkten vor Jaden Eikermann (SV Neptun Aachen/489,00) und Luis Avila Sanchez (Berliner TSV/467,65) durch. Alle drei blieben damit schon jetzt deutlich über der DSV-Punktenorm für die Europameisterschaften in Paris (31. Juli – 16. August). „Das war von Ole beeindruckend stabil, über 500 Punkte haben wir nur selten. Man sollte zwar nicht gleich von einer Wachablösung sprechen, aber die anderen Jungs wissen jetzt genau, dass sie viel arbeiten müssen, wenn sie vor Ole ankommen wollen. Dieser Konkurrenzdruck wird alle pushen“, lobte Chef-Bundestrainer Christoph Bohm.

 

Ein halber Punkt Vorsprung beim Krimi vom Turm 

 

Das gilt sicherlich auch für den Synchronwettbewerb. Hier siegte Rösler mit seinem Vereinskollegen Espen Prenzyna mit 415,08 Punkten und damit nur einem halben Zähler Vorsprung vor Avila Sanchez/Eikermann. Beide Paare blieben damit ebenfalls deutlich über der EM-Norm. Erstaunlich dabei ist, dass die Sieger aus Rostock wegen Bauarbeiten in der heimischen Halle derzeit weniger reguläres Wassertraining absolvieren können als gewohnt, stattdessen viel Reisetätigkeit auf sich nehmen müssen. Aber trotzdem konnten beide nun so stark und harmonisch auftreten. Lob gab es aber auch für die Zweitplatzierten: „Jaden und Luis probierten hier neue Sprünge mit höherem Schwierigkeitsgrad aus. Das ist auf lange Sicht richtig, auch wenn noch nicht alles schon stabil sitzt“, so Bohm. Schon beim Weltcup gibt es die Chance zu weiteren Verbesserungen.

 

Vom 3m-Brett setzten sich Jette Müller und Lou Massenberg im Einzel diesmal gegen ihre namhaften Konkurrent*innen Lena Hentschel und Moritz Wesemann durch, und das vor allem dank einer größeren Stabilität in ihren Serien. Doch die etablierten Kräfte werden sich in den nächsten Wochen sicherlich zu steigern wissen. Massenberg konnte zusätzlich im Synchronwettbewerb mit Vereinskollege Jonathan Schauer nachhaltig beeindrucken. Auch hier dürfte sich der Konkurrenzkampf auf nationaler Ebene in den kommenden Monaten zuspitzen, wenn auch Wesemanns lange verletzter Partner Timo Barthel wieder angreifen kann.

 

Hallen-DM: Lou Massenberg landet vor Moritz Wesemann 

 

„Dreimal über 400 Punkte und sogar persönliche Punktbestleistung im Einzel, damit kann man zu diesem Zeitpunkt nur zufrieden sein“, meinte Massenberg nach der Siegerehrung durch DSV-Präsident David Profit. Der Neuanfang mit dem Wechsel nach Halle mache sich bereits bezahlt, das Selbstbewusstsein steige dadurch auch. „Das Training bei Norman Becker hat mich und auch meinen Partner Jonathan stark vorangebracht. Ich spüre inzwischen viel mehr Sicherheit, das merke ich auch im Training“, meinte Massenberg. „Sicher muss ich noch an den Endphasen arbeiten, um auch international bestehen zu können. Nach dieser DM-Leistung kann mein Ziel nun aber nur lauten, sich beim Weltcup auch fürs Super Final zu qualifizieren.“ Der Weltcup-Abschluss findet dann in Peking (CHN/01. – 03. Mai) statt.

 

Alle Sieger*innen der Hallen-DM 2026

Frauen

1m-Brett: Vanessa Röhniß (SC DHfK Leipzig)

3m-Brett: Jette Müller (Dresdner SC)

Turm: Pauline Pfeif (Berliner TSC)

3m- Synchronspringen: Lena Hentschel/Jette Müller (Berliner TSC/Dresdner SC)

Turm- Synchronspringen: Pauline Pfeif/Elena Wassen (beide Berliner TSC)

 

Männer

1m-Brett: Moritz Wesemann (SV Halle)

3m-Brett: Lou Massenberg (SV Halle)

Turm: Ole Rösler (WSC Rostock)

3m- Synchronspringen: Jonathan Schauer/Lou Massenberg (beide SV Halle)

Turm- Synchronspringen: Ole Rösler/Espen Prenzyna (beide WSC Rostock)

 

Mixed
3m- Synchronspringen: Amelie Förster/Louis Aaron Förster (beide SC DHfK Leipzig)

Turm- Synchronspringen: Erik Camilo Amezquita Schmidtke/Mariia-Luiza Biletova (beide Berliner TSC)

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Weltmeisterin Anna Elendt schwimmt zum besten EM-Ergebnis ihrer Karriere

Bei Weltmeisterschaften hat Anna Elendt mit Gold, Silber und Bronze bereits einen kompletten Medaillensatz abgeräumt in ihrer Karriere, ihre erste EM-Plakette will die 24-Jährige von der SG Frankfurt unbedingt im kommenden August in Paris (FRA) gewinnen. Schon bei den Kurzbahn-Europameisterschaften in Lublin (POL) fehlte der amtierenden Langbahn-Weltmeisterin über 100m Brust nur eine Hundertstelsekunde zu Edelmetall bei kontinentalen Titelkämpfen. In 1:03,91 Minuten blieb Elendt als Vierte nur acht Hundertstel über ihrem deutschen Rekord. Zum Titel schwamm am Mittwoch erneut die erst 18 Jahre alte Eneli Jefimova (EST/1:02,82) vor Florine Gaspard (FRA/1:03,73) und Anastasia Gorbenko (ISR/1:03,90).

„Zwei Hundertstel schneller und ich wäre noch viel zufriedener gewesen“, meinte Elendt hinterher. Die Hessin wollte aber keinesfalls damit hadern, dass diesmal nur ein Wimpernschlag zum großen Glück fehlte. „Woher eine Hundertstel nehmen? Die kann man schon bei der Reaktionszeit auf dem Block verlieren. Fakt ist: Ich wollte Bestzeit schwimmen, dazu hat heute aber irgendwo ein bisschen was gefehlt. Insgesamt ist diese Leistung aber dennoch völlig okay zu diesem Saisonzeitpunkt. Ich hake das daher jetzt auch lieber schnell ab und konzentriere mich voll auf die 200 Meter.“ Hier ergibt sich im Finale am Freitag bestenfalls schon die nächste Chance.

 

Lise Seidel glänzt mit Rang fünf über 200m Rücken 

 

Auch in drei anderen Finals erzielten die DSV-Aktiven am Mittwochabend Top-Platzierungen. So wurde Lise Seidel (SC Chemnitz) Fünfte über 200m Rücken, nach Platz acht bei den Weltmeisterschaften in Singapur ein weiteres Highlight der ab nächster Woche dann 19-Jährigen vom SC Chemnitz. In 2:05,45 Minuten blieb das Talent aus Sachsen dabei nur knapp über ihrem deutschen Jahrgangsrekord aus dem Halbfinale am Tag zuvor (2:05,19). Die Goldmedaille ging an Carmen Weiler Sastre (ESP/2:01,66) vor Katie Shanahan (GBR/2:02,79) und Pauline Mahieu (FRA/2:03,02). Bei den Männern siegte in dieser Disziplin der erst 18 Jahre alte John Shortt (IRL) und stellte dabei in 1:47,89 einen Junioren-Weltrekord auf.

„Ich bin sehr glücklich und schon auch ein wenig stolz, dass ich mich immer weiter so steigern kann“, sagte Seidel. „Wenn mir vor einem Jahr jemand gesagt hätte, dass ich bei WM und EM so weit vorn mitmischen kann, hätte ich das wahrscheinlich gar nicht geglaubt. Und natürlich soll diese Entwicklung im weiteren Saisonverlauf dann trotz der Abiturprüfungen auch auf der 50-Meter-Bahn unbedingt so weitergehen.“

 

Teenager aus Dänemark schnappt sich Schmetterlings-Gold 

 

Über 50m Schmetterling blieb auch Angelina Köhler (SG Neukölln Berlin) lediglich acht Hundertstel über ihrem deutschen Rekord vom Tag zuvor, ihre 25,14 Sekunden bedeuteten am Mittwochabend Rang sechs. Den Titel holte sich die 18-jährige Dänin Martine Damborg mit Junioren-Europarekord (24,61) vor Roos Vanotterdijk (BEL/24,84) und Beryl Gastaldello (FRA/24,93). Bei den Männern setzte sich Topfavorit Noè Ponti (SUI/21,54) durch. „Die Zeit ist absolut in Ordnung, Angelina war acht Zehntel schneller als vor zwei Jahren in Otopeni“, analysierte Berlins Bundesstützpunkttrainer Lasse Frank. „Die Atmung vor der Wende und das Finish waren heute nicht ganz optimal. Aber es war ohnehin vorher klar, dass Angies Chancen im 100-Meter-Rennen größer sind.“ Dieses steht in den nächsten beiden Tagen auf dem Programm.

 

>> Alle Ergebnisse der Kurzbahn-EM

 

Über 100m Brust der Männer zeigte sich, dass Lucas Matzerath (SG Frankfurt) mittlerweile zum festen Bestandteil bei Finals internationaler Titelkämpfe geworden ist. Der WM-Sechste von Singapur blieb in 57,15 Sekunden allerdings rund drei Zehntel über seiner Bestzeit aus dem Halbfinale und landete damit an diesem Tag auf Rang acht. Gold ging wie erwartet an Caspar Corbeau (NED/55,85).

 

Gold-Gose schont sich fürs 800m-Rennen 

 

Nach Gold am Auftakttag hatte sich Isabel Gose wie Maya Werner (beide SC Magdeburg) nach dem Vorlauf über 200m Freistil am Mittwochvormittag kurzfristig dazu entschieden, auf weitere Rennen über diese Distanz zu verzichten. Stattdessen konzentriert sich die 23-Jährige bereits voll auf das am Donnerstag (Vorlauf) und Freitag (Endlauf) anstehende 800m-Rennen. „Der erste Wettkampftag hat zu viel Energie gekostet“, erklärte Bundestrainer Bernd Berkhahn das Vorgehen. Deutschland hätte beinahe trotzdem eine Schwimmerin ins Finale gebracht, denn Goses Vereinskollegin Nina Holt steigerte ihre persönliche Bestzeit um mehrere Sekunden auf 1:54,66 Minuten. Nur 14 Hundertstel fehlten der Sprintspezialistin zu Rang acht. Schnellste im Halbfinale war Freya Colbert (GBR/1:51,94).

Nach Silber über 400m Freistil war auch Lukas Märtens am Tag danach noch etwas müde und belegte im Halbfinale über 200m Freistil in 1:42,28 Minuten Rang zehn, trotz persönlicher Kurzbahn-Bestzeit fehlten 18 Hundertstel zum Finaleinzug. Timo Sorgius (SSG Leipzig) kam in 1:43,03 auf Rang 15. Tagesbestzeit erzielten in 1:41,56 zeitgleich Duncan Scott (GBR) und Lucas Henveaux (BEL). In den Finals am Donnerstag (ab 19:00 Uhr im Livestream bei Eurovisionsport.com oder in der gleichnamigen App) steht auch Kurzbahn-Weltrekordler Florian Wellbrock (SC Magdeburg) nach der sechstschnellsten Vorlaufzeit über 1500m Freistil (14:30,53 Minuten). Johannes Liebmann (SC Magdeburg) glänzte nach Rang vier und Junioren-Weltrekord über 400m am Vortag auf der längsten Strecke abermals. Mit seinen 14:36,21 Minuten verbesserte der 18-Jährige vom SC Magdeburg den deutschen Jahrgangsrekord von Sven Schwarz um gleich mal um acht Sekunden und belegte Rang elf.

EM-Debütant Jeremias Pock (1.FCN Schwimmen) steigerte seine Bestzeit über 100m Lagen ein weiteres Mal auf 52,60 Sekunden und belegte damit nach dem Halbfinale Rang zwölf. Schnellster war bislang der Schweizer Noè Ponti (51,24).

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Umkämpfte WM-Qualifikation beginnt in Stockholm: Großes Finale bei der Schwimm-DM in Berlin

Spätestens im Frühjahr sind schnelle Zeiten gefragt, das ist beim Schwimmen auch in einer nacholympischen Saison so. Ab dieser Woche wird hierzulande nämlich um die Tickets für die Weltmeisterschaften in Singapur (13. Juli – 03. August) gekämpft. Qualifizieren können sich die Aktiven des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) zwischen 07. April und 04. Mai mit Normzeiterfüllungen bei allen vom Weltverband World Aquatics anerkannten Wettkämpfen. Den abschließenden Höhepunkt der WM-Qualifikation bilden dann die Deutschen Meisterschaften in Berlin (01. – 04. Mai).

>> Jetzt DM-Ticket sichern

Die Titelkämpfe im schnellen Becken der Berliner SSE werden zur ultimativen Leistungsschau des hiesigen Schwimmsports, denn auch die Nominierungen für sämtliche internationale Saisonhöhepunkte im Nachwuchsbereich erfolgen direkt hiernach. „Die von uns in den Nominierungsrichtlinien vorgegebenen Normzeiten sind zweifellos anspruchsvoll. Wir haben dabei extra einen längeren Zeitraum zugestanden, damit die Aktiven mehr als nur einen Schuss zur Erfüllung haben. Wir hoffen natürlich wieder auf ein sehr schlagkräftiges WM-Team“, erklärte Christian Hansmann, DSV-Vorstand für den Leistungssportbereich.

>> Die DSV-Nominierungsrichtlinien 2025 mit allen Normzeiten

Fest gesetzt für die WM im Sommer wurden vom DSV vorab lediglich die vier Aktiven mit Top-vier-Platzierung bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris (FRA). Also Lukas Märtens (SC Magdeburg/Olympiasieger über 400m Freistil), Isabel Gose (SC Magdeburg/Olympiadritte über 1500m Freistil), Angelina Köhler (SG Neukölln/Olympiavierte über 100m Schmetterling) und Melvin Imoudu (Potsdamer SV/Olympiavierter über 100m Brust). In allen anderen Einzeldisziplinen sind noch beide der maximal zwei WM-Startplätze zu vergeben.

Brutaler Konkurrenzkampf auf den Langstrecken 

„Natürlich möchte ich mir spätestens in Berlin noch weitere WM-Starts sichern“, kündigte Olympiasieger Märtens an. Im Visier hat er dabei die 100m und 200m Freistil (jeweils auch für mögliche Staffeln) sowie die 200m Rücken, was für Singapur ein ähnliches Rennprogramm wie in Paris ergeben würde. Am kommenden Wochenende will sich der 23-Jährige vom SC Magdeburg bei den Stockholm Swim Open (12. – 15. April) aber auch über 800m Freistil ausprobieren. Um dabei zu testen, wie gut es nach seiner längeren Pause im Herbst inklusive zweier Nasen-Operationen um die Ausdauer steht. Mit den anderen Stars aus der Trainingsgruppe von Bundestrainer Bernd Berkhahn reist Märtens am Donnerstag direkt nach einem dreiwöchigen Höhentraining in Spanien nach Schweden.

Startlisten und Ergebnisse der Stockholm Swim Open

Schon dort dürfte sich wieder zeigen, dass der Konkurrenzdruck auf den Langstrecken bei den Männern besonders hoch ist. Denn Deutschland beheimatet mit Florian Wellbrock (SC Magdeburg), Oliver Klemet (SG Frankfurt) und Sven Schwarz (Waspo 98 Hannover) weiterhin eine Vielzahl an Weltklasseathleten in diesem Bereich. „Ich gehe stark davon aus, dass es auf den Langstrecken wieder heftig zur Sache geht. Es ist kein Platz für Fehler und alles muss passen. Wie bei einer WM ist da wenig Raum für Taktiererei. Die Normzeit ist bei uns Langstrecklern jedenfalls Nebensache, es braucht auch die richtige Platzierung“, betonte Schwarz, der Olympiafünfte über 800m Freistil.

Doppelstart für Wellbrock und Klemet möglich 

Wie Märtens haben auch Wellbrock und Klemet ein WM-Ticket schon sicher, beide sind bereits für das Freiwasserschwimmen in Singapur qualifiziert. „Ein Doppelstart ist aber erneut mein Ziel“, so Klemet. Zur Erinnerung: Der Olympiazweite über 10km hatte in Paris zuvor bei Märtens‘ 400m-Goldrennen ebenfalls im Finale gestanden und war dort Siebter geworden.

Angelina Köhler wurde 2024 erst Weltmeisterin und dann Olympiavierte über 100m Schmetterling. Nun möchte sie sich und der Welt beweisen, dass dies kein Zufall war. Der Formaufbau gilt den Deutschen Meisterschaften, auch wenn sie zuvor noch in Stockholm und bei den Berlin Swim Open (24. – 27. April) startet. „Ich bin seit 2021 bei diesen Titelkämpfen ungeschlagen, und das will ich auch bleiben“, sagte Köhler, die gemeinsam mit Lukas Märtens und Isabel Gose von den Werbeplakaten der Schwimm-DM grüßt. Langristig sei ihr großes Ziel, die 100m Schmetterling unter 56 Sekunden zu schwimmen. Ihr deutscher Rekord liegt seit dem WM-Triumph bei 56,11.

"Ich habe viele neue Sachen probiert und viel an meiner Technik gefeilt. Dadurch habe ich nun auch wieder richtig Lust, Wettkämpfe zu schwimmen.“

Mit besonders abwechslungsreichem Training, zum Beispiel wöchentliches Bouldern in einer Kletterhalle, hat Coach Lasse Frank seine Athletin in der nacholympischen Saison wieder in Schwung gebracht. „Ich habe in dieser Saison nicht weniger trainiert, sondern einfach anders. Ich habe viele neue Sachen probiert und viel an meiner Technik gefeilt“, berichtete Köhler denn auch. „Das macht mir richtig Spaß. Und dadurch habe ich nun auch wieder richtig Lust, Wettkämpfe zu schwimmen.“

Nina Holt strebt diesmal einen Einzelstart an 

Ähnlich äußerte sich auch Nina Holt. Die mittlerweile zum SC Magdeburg gewechselte Freistilsprinterin war bei Olympia in Paris als Staffelschwimmerin dabei, in diesem Jahr will sie einen weiteren Schritt nach vorn machen. Die WM-Norm liegt mit 54,20 Sekunden zwei Hundertstel unter ihrer Bestzeit, aber das zu schaffen sei nach den Trainingseindrücken machbar. „Ich habe gut weitergearbeitet und möchte mir über die 100m Freistil nun auch mal einen WM-Einzelstart erkämpfen. Und ich habe die Hoffnung, dass auch die kurze Freistilstaffel in Singapur endlich wieder dabei ist“, sagte Holt. Klingt ganz danach, als dürften sich die Schwimmfans in Deutschland auf ein unterhaltsames Frühjahr freuen.

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Florian Wellbrock gewinnt Weltcup-Auftakt in Ägypten und bucht WM-Ticket

Das neue Jahr begann beim Freiwasserschwimmen so, wie das vorherige endete: mit einem Weltcupsieg von Florian Wellbrock. Das Auftaktrennen 2025 über 10km in Soma Bay (EGY) gewann der 27-Jährige vom SC Magdeburg am Freitag in beeindruckend überlegener Manier. Nach 2:01:33,6 Stunden schlug der Olympiasieger von 2021 deutlich vor Logan Fontaine (FRA/2:01:44,1) und Weltcup-Titelverteidiger Marc-Antoine Olivier (FRA/2:01:44,4) an.

>> Alle Zeiten und Platzierungen des Weltcup-Auftakts

Damit sicherte sich Wellbrock zugleich auch das Ticket für die Weltmeisterschaften in Singapur (SGP/11. Juli – 03. August, die Freiwasserrennen sind vom 15. – 20. Juli), denn wie andere Nationen nutzte der Deutsche Schwimm-Verband e.V. (DSV) den ersten Weltcup des Jahres dafür als Qualifikationsrennen. Nach Olympiasilber in Paris (FRA) für die WM 2025 fest gesetzt worden war vorab Oliver Klemet (SG Frankfurt), der 22-Jährige war auf Rang 21 (2:02:25,8) in Soma Bay am Freitag zweitbester Deutscher. Jonas Kusche (SC Chemnitz) belegte zudem Rang 38 (2:04:31,4), Moritz Bockes (SG Stadtwerke München) Rang 40 (2:04:59,5), Noah Lerch (SSG Günzburg-Leipheim) kam auf Rang 41 (2:04:59,6). Niklas Frach (SG Frankfurt) brach das Rennen vorzeitig ab.

Die ägyptische Halbinsel Soma Bay gilt im Schwimmsport als perfekter Ort, um im Winter bei Sonnenschein trainieren zu können. Auch die DSV-Nationalmannschaft Beckenschwimmen hatte hier im Januar deswegen ein Trainingscamp absolviert. Die Freiwasserelite traf wie erwartet auf angenehme 21,5 Grad Wassertemperatur im Roten Meer, allerdings sorgte starker Wind mit bis zu 50km/h schnellen Böen für insgesamt schwierige Bedingungen.

Gelassenheit als Schlüssel zum Erfolg für Wellbrock

Nur Wellbrock schienen Wind und Wellen nichts anhaben zu können. Wie so oft setzte er sich bald an die Spitze des 69 Mann starken Feldes und diktierte an der Spitze das Tempo nach Belieben. Attacken einzelner Rivalen fing Wellbrock nach kurzer Zeit stets wieder ein. Und auf dem letzten Kilometer kraulte er dann einfach allen auf und davon, niemand konnte ihm da mehr folgen. „Das WM-Ticket war diesmal eher mein Ziel als eine Podiumsplatzierung. Um so schöner ist das Ergebnis nun für mich“, sagte Wellbrock im Ziel. „In Runde fünf haben die Franzosen richtig Druck gemacht, da war ich kurzzeitig nur auf Rang sechs oder sieben. Aber das haben sie später dann bitter bereut bei diesen Bedingungen. Es war auf jeden Fall clever, da die Ruhe zu bewahren und dann alles in die letzte Runde zu packen.“

Das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten war also der Schlüssel zum Sieg. Und nicht nur das. Wellbrock hatte zuletzt sogar das Trainingslager in Südafrika ausgelassen, stattdessen Frau Sarah und seine Eltern in den Winterurlaub begleitet. „Ich bin sehr ruhig in die Saison gestartet, habe viel mit meiner neuen Mentaltrainerin gearbeitet. Nun zeigt sich, dass der Ansatz mit mehr Ruhe und Gelassenheit besser funktioniert. Denn es war ja nie so, dass ich plötzlich nicht mehr Schwimmen kann. Ich habe es in Paris halt nur nicht ins Wasser gebracht.“

Oliver Klemet war dagegen nicht zufrieden mit seiner Leistung beim Weltcupauftakt. „Ich war am Anfang zu weit hinten, da gab es sehr viel Körperkontakt, nicht nur an den Bojen. Dann habe ich mich zwar nach vorn gearbeitet und lag in der vierten Runde sogar kurz mal an der Spitze. Aber am Ende haben dann einfach Energie und Kraftausdauer gefehlt bei diesen schwierigen Bedingungen“, sagte der Silbermedaillengewinner von Paris. Olympiasieger Kristóf Rasovszky (HUN) war in Ägypten nicht am Start.

Isabel Gose wird Weltcup-Vierte bei ihrer Freiwasser-Premiere

Im Pool gehört Isabel Gose längst zu erfolgreichsten Schwimmerinnen der Welt, am Freitag gelang der 22-Jährigen vom SC Magdeburg eine beeindruckende Premiere im Freiwasser. Beim Weltcup-Auftakt in Soma Bay wurde Gose in 2:08:35,9 Stunden auf Anhieb Vierte in ihrem allerersten 10km-Rennen überhaupt.

Die Olympiadritte von Paris über 1500m Freistil gewann dabei den Spurt der Verfolgerfeldes, nachdem sich nach vier von sechs Runden eine dreiköpfige Spitzengruppe abgesetzt hatte. Die wie der bei den Männern erfolgreiche Florian Wellbrock ebenfalls in Magdeburg trainierende Moesha Johnson (AUS/2:06:34,6) sicherte sich darin den Tagessieg vor Ginevra Tadeucci (ITA/2:06:37,6) und Chelsea Gubecka (AUS/2:06:51,0).

WM-Ticket auch für Jeannette Spiwoks

Aus der Mannschaft des DSV schafften es Jeannette Spiwoks (SG Essen) als Sechste (2:08:37,7) und Lea Boy (SV Würzburg 05) als Achte (2:08:43,4) ebenfalls in die Top Ten. Celine Rieder (Sport-Union Neckarsulm) belegte zudem Rang 18 (2:09:09,1). Laut DSV-Nominierungsrichtlinien haben sich Gose und Spiwoks damit die WM-Tickets für den kommenden Sommer erkämpft.

„Letztlich ist es auch nur Schwimmen, die Geschwindigkeit war gut machbar. Aber ich war ganz schön genervt zwischendurch. Denn da wird kräftig ausgeteilt. Man hatte mir das vorher zwar alles so erzählt, aber so richtig geglaubt hatte ich es nicht. Jetzt habe ich es am eigenen Leib erfahren, schön ist was anderes“, erzählte Gose hinterher. Die Olympiadritte und Kurzbahn-Weltmeisterin über 1500m Freistil hatte sich meist relativ weit vorn im Feld platziert. „Bei ein, zwei Bojen habe ich dann aber harte Schläge abbekommen und bin zurückgefallen beim Versuch, dem aus dem Weg zu gehen. Dadurch habe ich dann auch zu spät gesehen, dass vorn schon drei dann zu weit weg waren.“

Auch Bundestrainer Bernd Berkhahn lobte: „Das hat Isabel trotz der schwierigen Bedingungen alles sehr souverän gemeistert. So, als ob schon seit Jahren dabei wäre.“ An ihren Plänen ändern will Gose trotz der Topplatzierung in Ägypten aber erst einmal nichts, das Beckenschwimmen soll auch künftig ihre Heimat bleiben. „Im Freiwasser liegt mein Fokus vor allem auf der Staffel“, so Gose. Am Samstag (11:00 Uhr, live bei Eurovisionsport) steht in Soma Bay bereits ihre nächste Premiere an.

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Börstler und Liebmann sorgen für erfolgreichen JEM-Abschluss in Vilnius

Zum Abschluss der Europameisterschaften der Junior*innen in Vilnius (LTU) hat die Mannschaft des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) am Sonntag zwei weitere Bronzemedaillen gewonnen. Mit insgesamt 13-mal Edelmetall wurde Deutschland damit gemeinsam mit Großbritannien die zweiterfolgreichste Nation dieser Titelkämpfe hinter Italien (25 Medaillen).

Für das Highlight des Tages aus DSV-Sicht sorgte erneut Johannes Liebmann. Der 17-Jährige vom SC Magdeburg wurde über 400m Freistil in 3:49,32 Minuten Dritter hinter Alessandro Ragaini (ITA/3:47,96) und Ahmet Burak Isik (TUR/3:48,53). Der Schützling von Trainer Stefan Döbler gewann damit nicht nur seine vierte JEM-Medaille in diesem Sommer, er tilgte damit auch einen der ältesten deutschen Jahrgangsrekorde aus den DSV-Listen – die bisherige Bestmarke von 3:51,84 hatte Sven Lodziewski im Jahr 1982 beim WM-Bronze für die DDR ausgestellt. Der Wechsel aus Elmshorn zum Bundesstützpunkt in Sachsen-Anhalt im vorigen Sommer hat sich für Liebmann auf jeden Fall ausgezahlt.

>> Alle JEM-Ergebnisse auf einen Blick

Mit neuem Altersklassenrekord auf das JEM-Podest schaffte es am Sonntag auch noch Liebmanns Vereinskollegin Anna Maria Börstler (SC Magdeburg). Über 50 Schmetterling musste sie in 26,44 Sekunden nur den zeitgleichen Martine Damborg (DEN) und Jana Pavalic (CRO/beide 26,21) den Vortritt lassen, seit 2013 hatte Alexandra Wenk mit 26,54 die deutsche Bestmarke für die 18-Jährigen gehalten.  Die Winzigkeit von einer Hundertstelsekunde fehlte Linda Roth (SV Cannstatt) mit ihrer Zeit von 2:14,38 Minuten über 200m Lagen zu einer Medaille, Gold ging hier an Laura Cabanes Garzas (ESP/2:13,25). Noelle Benkler (SV Nikar Heidelberg) wurde in diesem Finale Achte (2:16,96).

Weitere Jahrgangsrekorde durch Schneider und Biltaev

Ebenfalls Vierter wurde Subäjr Biltaev (SV Cannstatt) über 100m Brust, trotz des neuen deutschen Jahrgangsrekords von 1:01,14 Minuten fehlten ihm vier Hundertstelsekunden zur zweiten Medaille. Den Titel gewann Evangelos Efraim Ntoumas (GRE/1:00,80). Sechste über 100m Brust wurde Hannah Schneider (Hofheimer SC), ihre 1:08,89 bedeuten ebenfalls neuen deutschen Jahrgangsrekord, der Sieg ging erwartungsgemäß an Eneli Jefimova (EST/1:06,12). Auch für Marian Plöger (VfL Sindelfingen) sprang am letzten Wettkampftag noch ein sechster Platz heraus, über 400m Freistil schwamm sie dabei 4:14,20 Minuten. Siegerin wurde Minna Abraham (HUN/4:09,85). Michael Raje (SSG Saar Max Ritter) wurde zudem Achter über 100m Freistil (50,04 Sekunden), Europas Schnellster war hierbei in diesem Jahr Tajus Juska (LTU/48,74).

In der Lagenstaffel glänzte Raje anschließend an der Seite von Vincent Passek (Berliner TSC/55,36), Subäjr Biltaev (1:01,41), Julian Koch (SG Essen) dann noch einmal mit einer ganz starken Freistilzeit (48,71), beim Sieg Italiens in 3:37,13 Minuten kam das DSV-Quartett damit auf Rang fünf (3:39,24). Auf Platz vier reihten sich in 4:06,72 Minuten die DSV-Frauen mit Linda Roth (1:02,62), Hannah Schneider (1:08,47), Alina Baievych (TB 1888 Erlangen/1:00,58) und Julianna Dora Bocska (SG Essen/55,05) ein. Es siegte Italien (4:04,48) mit der damit nun sechsfachen Goldmedaillengewinnerin Sara Curtis.

„Lena Ludwigs Titelgewinn über 200m Brust und die Medaillenrennen von Johannes Liebmann waren natürlich Höhepunkte, aber auch sonst haben unsere Talente hier in der Breite richtig gut abgeliefert gegen teilweise ältere oder sogar schon für Olympia qualifizierte Konkurrenz. Wir sind in der Nations Trophy verdient ganz weit vorn dabei“, sagte Nachwuchs-Bundestrainer Carsten Gooßes. „Der Teamgeist war besonders und sorgte auch dafür, dass wir in den Staffeln wieder deutlich besser abschneiden konnten als zuletzt. Das sind gute Zeichen für die Zukunft.“

Die DSV-Medaillengewinner*innen bei der JEM in Vilnius

Gold: Lena Ludwig (SV Nikar Heidelberg) 200m Brust (2:28,70)

Silber: Johannes Liebmann (SC Magdeburg) 1500m Freistil (15:04,04)

Silber: Subäjr Biltaev (SV Cannstatt) 50m Brust (27,78)

Silber: 4x200m Freistil männlich (7:19,85 Minuten) mit Lukas Fritzke (SSG Saar Max Ritter), Jonathan Samuel Turck (VfL Osnabrück), Daniel Olenberg (VfL Osnabrück), Johannes Liebermann (SC Magdeburg)

Silber: 4x100m Freistil Mixed (3:28,82) mit Michael Raje (SSG Saar Max Ritter), Julian Koch (SG Essen), Lise Seidel (Chemnitzer SC/54,75), Julianna Dora Bocska (SG Essen)

Bronze: Alina Baievych (TB 1888 Erlangen) 200m Schmetterling (2:10,09)

Bronze: Hannah Schneider (Hofheimer SC) 200m Brust (2:29,30)

Bronze: Johannes Liebmann (SC Magdeburg) 400m Freistil (3:49,32)

Bronze: Johannes Liebmann (SC Magdeburg) 800m Freistil (7:58,39)

Bronze: Finn Hammer (SG Essen) 200m Lagen (2:01,68)

Bronze: Anna Maria Börstler (SC Magdeburg) 50 Schmetterling (26,44)

Bronze: 4x200m Freistil weiblich (8:04,60 Minuten ) mit Julianna Dora Bocska (SG Essen), Linda Roth (SV Cannstatt), Jette Lenz (SV Nikar Heidelberg), Lise Seidel (SC Chemnitz)

Bronze: 4x100m Freistil weiblich (3:41,60) mit Linda Roth (SV Cannstatt), Julianna Dora Bocska (SG Essen), Selina Müller (SSG Leipzig), Lise Seidel (SC Chemnitz)

Johannes Liebmann mit seinem Trainer Stefan Döbler

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Korbacher Straße 93
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Fax: +49 561 94083-15
info@dsv.de

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