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    Das Jahr 2026 hält so einige große Schwimmsporthighlights bereit: Deutsche Meisterschaften in Berlin, Europameisterschaften in München, die Finals in Hannover. Wer live dabei sein will, kann sich für alle Veranstaltungen jetzt bereits Tickets sichern und die deutschen Schwimmsportler*innen kräftig unterstützen. 

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INSCYD ist neuer Wissenschaftspartner des DSV

Der Deutsche Schwimm-Verband e.V. (DSV) hat für seinen Leistungssportbereich eine Kooperation mit INSCYD, dem Anbieter einer der weltweit fortschrittlichsten Software-Lösungen im Bereich der physiologischen Leistungsanalyse, vereinbart. Die Zusammenarbeit mit dem in der Schweiz ansässigen Unternehmen ist nach einer erfolgreichen Testphase langfristig angelegt. Der DSV will damit nicht nur seine Spitzenathlet*innen wie Sarah Köhler, Florian Wellbrock und Co. bei der Leistungsentwicklung unterstützen, sondern die besonderen Möglichkeiten von Inscyd künftig auch in die Aus- und Fortbildungsangebote des Dachverbandes integrieren. „Mit INSCYD können wir die Trainer*innen und Athlet*innen künftig noch besser hinsichtlich der Ausdauerleistungsdiagnostik sowie des Verständnisses für den bedeutenden Part des Energiestoffwechsels im Schwimmen unterstützen“, erklärte Dr. Alexander Törpel als Bundestrainer Diagnostik.

Die innovative Leistungsdiagnose mittels INSCYD bietet die Möglichkeit, durch ins Training integrierbare Tests im Becken eine zuverlässige Rundumsicht auf alle physiologischen Daten der Aktiven hinsichtlich ihrer individuellen Energiestoffwechselprofile zu erstellen. Insbesondere die Bestimmung der maximalen anaerob-laktaziden Leistung (VLamax), die im Ausdauersport und somit auch im Schwimmen eine zentrale Bedeutung für die Leistung hat, macht INSCYD dabei plastisch erfahrbar wie kein anderes Tool.

Anhand der Erkenntnisse über Anhäufungs- und Abbauraten von Laktat oder der aeroben und anaeroben Leistung werden aktuelle Stärken und Schwächen präzise sichtbar gemacht. Mit diesen Daten können Trainer*innen also jederzeit die Wirkung vergangener Trainingsmaßnahmen überprüfen und auch die beste Vorgehensweise für bevorstehende Einheiten bestimmen. „Von der Theorie her ist durch Simulationsrechnungen hinsichtlich des Energiestoffwechsels sowie in der Trainingsplanung noch viel mehr möglich. Dies ist aktuell in der Wissenschaft, aber auch immer mehr in der Praxis ein Thema, das zwar auch schon vor zwei bis drei Jahrzehnten bearbeitet wurde, aber durch den technologischen Fortschritt und den einfacheren Zugang zur Bearbeitung komplexer Prozesse nun erst so richtig zur Anwendung kommt. Das kann in ein neues Zeitalter der sportwissenschaftlichen Unterstützung des Trainingsprozesses führen“, sagt Törpel.

Der deutsche Sportwissenschaftler Sebastian Weber, der das Unternehmen gegründet hat und für die Entwicklung der INSCYD-Software physiologische Grundlagenforschung in Algorithmen überführen ließ und mittels der Werte aus unzähligen Tests von Sportler*innen validierte, ist seit mehr als 20 Jahren im Profi-Radsport tätig. Erfolge des aktuellen Topteams Jumbo-Visma wurden ebenso wie Leistungen von Topstars wie Mathieu van de Poel oder Tony Martin mit Unterstützung durch INSCYD erzielt. Auch im Triathlon, Kanu und im Wintersport ist Webers Firma an Erfolgen beteiligt, er kooperiert zudem mit verschiedenen Spitzenfachverbänden in Deutschland, Belgien, Frankreich und den USA.

Nun will INSCYD auch den Wassersport durchdringen, die Kooperation mit dem DSV hilft bei den hierfür notwendigen schwimmspezifischen Anpassungen. „Mit INSCYD kann jeder sofort die Stellschrauben identifizieren, die seine Performance am effektivsten verbessern“, sagt Weber. „Die Schwimmdiagnostik ist dabei besonders herausfordernd und so etwas wie die Königsdisziplin. Denn es gibt wenige Sportarten, bei denen wir so viele Stellschrauben haben wie im Schwimmen. Wenn wir unsere Technologie hier zielführend zur Anwendung bringen, dann gelingt uns das letztlich wohl überall.“

Neben den im DSV geförderten Leistungssportler*innen können auch Vereine oder Einzelpersonen aus dem Verbandsbereich die Software kostenpflichtig für sich zu Sonderkonditionen nutzen. Die Abwicklung läuft dann direkt über INSCYD.com.

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Olympia-Qualifikation findet nun im April statt

Die Olympischen Spiele in Tokio werden nach den derzeitigen Einschätzungen des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) trotz der Coronavirus-Pandemie vom 23. Juli - 08. August 2021 stattfinden. Nach den Abstimmungen zwischen dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und dem Deutschen Schwimm-Verband e.V. (DSV) hat der DOSB-Vorstand nun die sportartspezifischen Nominierungskriterien für das Beckenschwimmen verabschiedet. Die geforderten Normzeiten bleiben gegenüber dem Vorjahr zwar wie erwartet unverändert, dennoch wurden für den Qualifikationsprozess wichtige Anpassungen beschlossen. Die Qualifikation für Tokio wird demnach im April wieder möglich. >>Tokio 2021: Die nationalen Nominierungskriterien im Beckenschwimmen Vorrangig zur Nominierung vorgeschlagen werden nun jene vier Schwimmer*innen, die bei der WM 2019 unter den Top 4 landeten und dort bereits die DSV-Olympianormzeit unterboten.  Konkret heißt das, dass Doppel-Weltmeister Florian Wellbrock, die WM-Zweite Sarah Köhler sowie die WM-Vierten Franziska Hentke und Philip Heintz ihre Olympiatickets für 2021 nun sicher haben. Auch Laura Riedemann, Marco Koch, Marius Kusch und Jacob Heidtmann sind nach ihren Normzeiterfüllungen im Frühjahr 2020 für Japan nun bereits fest gesetzt. Alle anderen der maximal zwei Startplätze pro Disziplin in den insgesamt 28 Einzeldisziplinen werden an jene Athlet*innen vergeben, die bei Erfüllung der Normzeit dann bei Wettkämpfen (FINA approved) an den ersten drei Wochenenden im April 2021 die Schnellsten sind. „Wir haben die Kriterien für eine Olympianominierung so angelegt, dass unsere zuletzt stärksten Leistungsträger*innen sich in dieser schwierigen Zeit möglichst langfristig in ihren Trainingsprozessen auf Olympia fokussieren können“, erklärt Bundestrainer Bernd Berkhahn. Sein Kollege Hannes Vitense ergänzt: „Andere Nationen wie Italien oder die Niederlande fahren auch gut damit, frühzeitige Qualifikationslösungen anzubieten. Dann bleiben in der Methodik mehr Optionen zur Formausprägung vor den Olympischen Spielen, und bei Bedarf übrigens auch die Möglichkeit einer Berücksichtigung der Europameisterschaften im Mai.“

Neu ist die Regelung für die sieben Staffeln

Für die Staffeln werden zur Olympia-Nominierung ausschließlich die erbrachten Zeiten bei den Wettkampfterminen in April 2021 berücksichtigt. Es zählen dabei, auch zum erforderlichen Nachweis der DSV-Olympianorm in Addition, die jeweils vier schnellsten Finalzeiten. „Die Anforderungen für eine Olympiateilnahme waren und bleiben wie immer sehr hoch. Es ist zu begrüßen, dass unsere Athlet*innen in dieser schwierigen Zeit nun Klarheit haben und ihre Vorbereitungen entsprechend ausrichten können. Ich wünsche allen Olympiahoffnungen, dass sie gesund durch diese besondere Saison kommen und sich ihre Ziele erfüllen können“, so Berkhahn.

Bisher anerkannte Normerfüllungen

Name

Vorname

Strecke

Zeit

Wann

Wettkampf

Köhler

Sarah

1500m Freistil

15:48,83

23.07.19

WM (2. Platz)

Heintz

Philip

200m Lagen

1:56,86

25.07.19

WM (4. Platz)

Köhler

Sarah

800m Freistil

8:16,43

27.07.19

WM (4. Platz)

Wellbrock

Florian

1500m Freistil

14:36,54

28.07.19

WM (1. Platz)

Hentke

Franziska

200m Schmetterling

2:07,30

25.07.19

WM (4. Platz)

Koch

Marco

200m Brust

2:09,81

15.01.20

Fina Champions Swim Series

Wellbrock

Florian

800m Freistil

7:49,44

09.02.20

MWG Swim Cup

Riedemann

Laura

100m Rücken

59,89

09.02.20

MWG Swim Cup

Kusch

Marius

100m Schmetterling

51,54

06.03.20

Tyr Pro Swim Series

Heidtmann

Jacob

400m Lagen

4:12,40

06.03.20

Tyr Pro Swim Series

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DSV-Wasserspringer*innen holen bei den World University Games Schwung für die WM

Doppelt hält besser, heißt es. Oder in diesem Fall: springt besser. Darauf setzen zumindest die Wasserspringer*innen des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV). Bevor sie am 21. Juli zu den Weltmeisterschaften nach Singapur aufbrechen, wo dann am 26. Juli die Wettbewerbe im Wasserspringen beginnen (die im High Diving schon zwei Tage eher), steht für große Teile des WM-Teams nämlich noch ein Start in Berlin bei den FISU World University Games 2025 an.

Die Weltspiele der Studierenden (ab 17. Juli) dienen als Generalprobe für den eigentlichen Saisonhöhepunkt direkt im Anschluss. „Die University Games sind stark besetzt und damit eine gute Einstimmung auf Singapur. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass wir auch bei zwei Wettkämpfen hintereinander bei beiden sehr leistungsstark sein können, vor allem dann auch beim zweiten Wettkampf“, sagt Chef-Bundestrainer Christoph Bohm. Auch seine Athletin Lena Hentschel (Berliner TSC) meint: „Das ist ein idealer Vorbereitungswettkampf. Dass dieser auch noch auf unserer Heimschanze stattfindet, ist umso schöner.“

 

Das starke EM-Ergebnis hat das Team zusätzlich beflügelt 

 

Von der Universiade wollen die DSV-Wasserspringer*innen weiteren Rückenwind mitnehmen, nachdem im Mai bereits die Europameisterschaften so glanzvoll verlaufen waren. Lena Hentschel und Vereinskollegin Pauline Pfeif bei den Frauen sowie Moritz Wesemann (SV Halle) bei den Männern waren dort mit je vier Medaillen die erfolgreichsten Teilnehmer*innen. Insgesamt gewann jedes Teammitglied mindestens einmal Edelmetall, am Ende holte Deutschland damit auch den Sieg in der Team-Trophy. „Das war ein super Erfolg und hat uns für den weiteren Saisonverlauf sehr beflügelt. Wir haben gezeigt, dass wir mit Blick auf die Weltmeisterschaften in guter Verfassung sind“, sagt Hentschel.

Im Weltvergleich hängen die Trauben zwar höher. Die Ambitionen sind trotzdem groß. „Wir wollen mit allen unseren Starter*innen ins Finale kommen und auch in Richtung Podium schielen“, betont Bundestrainer Bohm. Er freut sich, dass neben den etablierten Größen auch junge Athlet*innen wie Ole Rösler (WSC Rostock) oder Luis Avila Sanchez (Berliner TSC) sich gut entwickelt haben. „Die Tendenz stimmt. An der einen oder anderen Stelle braucht es noch ein bisschen mehr Stabilität und Qualität, aber wir sind auf einem guten Weg.“

Die größten Medaillenchancen bestehen bei einer WM traditionell in den Synchrondisziplinen und im Team-Event. Mit dem 3m-Synchronpaar im Mixed mit Hentschel und Avila Sanchez hat hier zuletzt auch ein neu zusammengestelltes Paar auf sich aufmerksam gemacht. Erst kurz vor Weihnachten probierten die beiden diese Kombination erstmals aus, keine fünf Monate später sprang bei dieser „Schnapsidee“, wie Lena Hentschel es nennt, direkt EM-Gold heraus. „Bei der WM wollen wir an diese Leistung anknüpfen“, sagt sie. „Wir wissen, was wir können, bei der EM haben wir das Paar aus Italien hinter uns gelassen, das auch schon bei Weltmeisterschaften auf dem Treppchen war. Also können wir in Singapur wirklich vorne mitspringen. Das Ziel ist Platz drei bis sechs.“

 

Bei der WM gilt in den Einzeldisziplinen wieder der altbewährte Modus 

 

Im Einzel dürfte Moritz Wesemann am aussichtsreichsten sein, der in diesem Jahr auch schon beim Weltcupfinale Bronze vom 3m-Brett gewinnen konnte. Nachdem dort in den Einzeldisziplinen erstmals ein neuer Modus mit K.o.-System ausprobiert wurde, gilt bei der WM nun wieder das klassische Format mit Vorkampf, Halbfinale und Finale. „Der veränderte Modus hat wirklich Spaß gemacht und ganz neue Action reingebracht. Aber für die Weltmeisterschaften ist das altbewährte System sicher fairer, damit sich am Ende auch wirklich die Besten durchsetzen“, sagt er.

Wesemann tritt außerdem im 3m-Synchronspringen an, zusammen mit Timo Barthel (SV Halle). Nach EM-Gold in Belek (TUR) wollen sie jetzt auch auf der Weltbühne ein gutes Ergebnis erreichen. „Wir haben einen sehr ähnlichen Sprungstil mit guter Höhe und hohen Drehgeschwindigkeiten, darum passt das einfach sehr gut zusammen“, sagt Wesemann. Und das, obwohl sie das Synchronspringen bislang gar nicht so viel trainiert hätten – sicher auch weil er bekanntlich in den USA studiert. Vor diesem Hintergrund kommen die World University Games kurz vor der WM ebenfalls nochmal sehr gelegen.

 

Der WM-Zeitplan im Wasserspringen mit allen DSV-Starts: 

Donnerstag, 24. Juli

05:00 Uhr High Diving 20m Frauen (Runde 1-4): Iris Schmidbauer

08:00 Uhr High Diving 27m Männer (Runde 1-4) 

Freitag, 25. Juli

05:00 Uhr High Diving 20m Frauen (Runde 1-4): Iris Schmidbauer

08:00 Uhr High Diving 27m Männer (Runde 1-4) 

Samstag, 26. Juli

04:00 Uhr 1m-Brett Frauen (VK): Lena Hentschel

05:00 Uhr High Diving 20m Frauen (Runde 5): Iris Schmidbauer

06:00 Uhr High Diving 20m Frauen (Runde 6): Iris Schmidbauer

09:30 Uhr Team-Event: Deutschland (genaue Besetzung erfolgt kurzfristig)

12:00 Uhr 1m-Brett Frauen

Sonntag, 27. Juli

04:00 Uhr 1m-Brett Männer (VK): Lou Massenberg, Moritz Wesemann

05:00 Uhr High Diving 27m Männer (Runde 5) 

06:00 Uhr High Diving 27m Männer (Runde 6) 

09:00 Uhr Mixed-Turm-Synchronspringen 

11:30 Uhr 1m-Brett Männer 

Montag, 28. Juli

04:00 Uhr 3m-Synchronspringen Männer (VK): Timo Barthel, Moritz Wesemann

07:30 Uhr Turm-Synchronspringen Frauen (VK): Carolina Coordes, Pauline Pfeif

10:00 Uhr 3m-Synchronspringen Männer 

12:00 Uhr Turm-Synchronspringen Frauen

Dienstag, 29. Juli

03:00 Uhr 3m-Synchronspringen Frauen (VK): Lena Hentschel, Jette Müller

06:00 Uhr Turm-Synchronspringen Männer (VK): Luis Avila Sanchez, Jaden Eikermann

09:30 Uhr 3m-Synchronspringen Frauen 

11:30 Uhr Turm-Synchronspringen Männer 

Mittwoch, 30. Juli

04:00 Uhr Turmspringen Frauen (VK): Pauline Pfeif

11:00 Uhr Mixed-3m-SynchronspringenLena Hentschel, Luis Avila Sanchez

Donnerstag, 31. Juli

03:00 Uhr 3m-Brett Männer (VK): Timo Barthel, Moritz Wesemann

09:30 Uhr Turmspringen Frauen (HF) 

12:15 Uhr Turmspringen Frauen 

Freitag, 01. August

03:00 Uhr 3m-Brett Frauen (VK): Lena Hentschel, Jette Müller

08:00 Uhr 3m-Brett Männer (HF) 

11:30 Uhr 3m-Brett Männer 

Samstag, 02. August

03:00 Uhr Turmspringen Männer (VK): Jaden Eikermann, Ole Rösler

09:00 Uhr 3m-Brett Frauen (HF) 

12:00 Uhr 3m-Brett Frauen 

Sonntag, 03. August

04:00 Uhr Turmspringen Männer (HF) 

11:30 Uhr Turmspringen Männer

 

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Isbael Gose träumt von der nächsten WM-Medaille in Budapest

Im Sommer sorgten Lukas Märtens und Isabel Gose mit Gold und Bronze bei den Spielen von Paris für viel Euphorie rund um den Deutschen Schwimm-Verband e.V. (DSV). Wenn mit den Kurzbahn-Weltmeisterschaften in Budapest (HUN/10. – 15. Dezember) die ersten internationalen Titelkämpfe der nacholympischen Saison anstehen, rücken beide nun wieder ins Rampenlicht. Allerdings treten sie in Ungarns Hauptstadt mit völlig unterschiedlichen Erwartungen an.

Goldjunge Märtens sieht die Rennen in der Duna-Arena „nur als Trainingswettkampf“. Neben dem Rennen über „seine“ 400m Freistil sind dabei nur noch zwei Staffeleinsätze geplant. In Topform ist der 22-Jährige nämlich noch lange nicht wieder. Eine Nasen-OP hatte nach dem Urlaub für zusätzliche trainingsfreie Wochen gesorgt, auch wurde noch so mancher PR-Termin wahrgenommen. „Die körperliche Fitness fehlt noch ein bisschen. Es wird Zeit, dass er den Fokus wieder voll auf den Sport ausrichtet,“ sagte Bundestrainer Bernd Berkhahn auf der WM-Pressekonferenz des DSV. Von der WM reist Märtens übrigens einen Tag eher ab, um am finalen Sonntag (15. Dezember) bei der Ehrung von Deutschlands Sportler*innen des Jahres in Baden-Baden dabei sein zu können.

Erneutes Duell mit der Italienerin Simona Quadarella

Gose dagegen ist schon wieder voll im Angriffsmodus. „Ich bin gesundheitlich gut durchgekommen. Im Training läuft es dank Bernd schon wieder ganz gut. Ich freue mich auf Budapest“, meinte die 22-Jährige vom SC Magdeburg. So viel Rummel wie bei Märtens war bei ihr nicht angesagt. Wohl auch deshalb hat sie sich neben den Olympiaringen auf den Oberarm noch „Just keep swimming“ als Sprüchlein auf die Hüfte tätowieren lassen. „Mit Olympiabronze habe ich mir einen Riesenwunsch erfüllt. Aber der Hype war schnell vorbei, inzwischen ist alles wie immer“, meinte Gose.

Aber genau das könnte jetzt zum Vorteil werden. Denn mit Katie Ledecky (USA) ist die Dominatorin auf den Langstrecken in Ungarn nicht dabei, im Kampf gegen Lani Pallister (AUS), die Olympiazweite Anastasia Kirpichnikova (FRA) und Dauerrivalin Simona Quadarella (ITA), die Gose zwar WM-Gold in Katar wegschnappte und in Paris dafür dann leer ausging, ist auch auf der Kurzbahn so einiges möglich. Das weiß auch Gose, die bei der Langbahn-WM im Februar in Doha (QAT) schon dreimal Edelmetall einheimste. Selbstbewusst sagte sie vor der Abreise am Sonntag über ihre Ziele: „Ich will Bestätigung für das, was ich im Sommer erreicht habe.“ Gose jagt nächste WM-Medaille in Budapest: Es wäre schließlich der perfekte Ausklang für ein überaus erfolgreiches Jahr.

Ungewöhnliche Startzeit für Weltrekordler Florian Wellbrock

Seit sechs Jahren schon schwimmt Florian Wellbrock ganz vorn mit in der Weltspitze und gewann dabei auch schon alle großen Titel, die es überhaupt gibt in seinem Sport. Bei den Kurzbahn-Weltmeisterschaften in Budapest (HUN/10. – 15. Dezember) erlebt der 27-Jährige vom SC Magdeburg am kommenden Dienstag trotzdem noch einmal etwas ganz Neues.  Nach seinem WM-Rennen über 1500m Freistil wird er als Weltrekordhalter diesmal stundenlang warten müssen, bis er seine finale Platzierung weiß.

>> Startlisten und Ergebnisse der Kurzbahn-WM

Zur Erklärung: Auf den langen Kraulstrecken gibt es bei diesen Kurzbahn-Titelkämpfen keine Vorläufe. Stattdessen werden die Rennen direkt als Entscheidung in verschiedenen Zeitläufen ausgetragen, die nach den jeweiligen Meldezeiten besetzt werden. Nur der jeweils schnellste Lauf mit den Top Acht ist dabei im Finalabschnitt angesetzt, alle anderen Zeitläufe finden schon am Ende des Vormittagsabschnitts statt. Weil Wellbrock im rund eineinhalbjährigen Qualifikationszeitraum wegen der Konzentration auf Olympia kein Kurzbahnrennen geschwommen war und den geplanten Weltcupstart in Singapur Ende Oktober wegen eines Bundeswehr-Pflichttermins für alle Sportsoldat*innen streichen musste, konnte er auf dieser Strecke wie auch Landsmann Sven Schwarz für Budapest nun nur mit seinen Zeiten von der 50m-Bahn gemeldet werden.

Und diese Meldezeit ist über 1500m Freistil fast 30 Sekunden langsamer als sein 2021 beim WM-Triumph aufgestellter Weltrekord von 14:06,88 Minuten. Laut der inzwischen offiziell veröffentlichtene Startliste reicht diese Zeit nicht für die Top Acht der Meldeliste und Wellbrock muss demnach bereits um die Mittagszeit schwimmen.

Vielleicht ist es aber auch gut, dass Wellbrock nicht so viel auf die Konkurrenz schauen muss. Das hat er zuletzt beim Weltcupsieg im Freiwasser in Saudi-Arabien nämlich auch nicht getan, sondern ist einfach allen davon geschwommen. Nach den enttäuschenden Ergebnissen bei den Olympischen Spielen konnte Wellbrock damit allen zeigen, dass weiterhin mit ihm weiter zu rechnen ist. „Flo hat eine relativ lange Pause gemacht. Mit sieben Wochen die längste, die er bisher überhaupt gemacht hat. Danach ist er dann von Tag eins mit hundertzehn Prozent wieder eingestiegen ins Training und hat sehr dolle Gas gegeben in jeder Einheit. Er ist daher in guter Verfassung“, sagte Bundestrainer Bernd Berkhahn auf der WM-Pressekonferenz des DSV.

WM-Zeitplan mit allen DSV-Starts

Es heißt also auch bei dieser Kurzbahn-WM: Wellbrock kann vorn mitmischen. Vollständig aufgearbeitet und abgehakt ist Enttäuschung von Paris aber natürlich noch nicht. Kann sie noch nicht sein. „Das ist überhaupt nicht abzuhaken, was da passiert ist in Paris, das wird niemals abgehakt sein. Das gehört jetzt einfach zu seiner Karriere, und es geht einfach darum, wie geht Flo damit um. Kann er das nutzen, um eine positive Energie daraus zu schöpfen? Ich denke, er ist auf einem sehr guten Weg“, so Berkhahn. Dafür spreche nicht nur der Weltcupsieg in Saudi-Arabien. Auch bei den Landesmeisterschaften von Sachsen-Anhalt in Dessau sei er auf zwei Nebenstrecken bereits persönliche Kurzbahn-Bestzeiten geschwommen.

Alle WM-Rennen im Livestream bei Eurovisionsport

Zu viel will Berkhahn über die Analyse öffentlich aber gar nicht reden, einiges wäre auch gar nicht „so scharf zu identifizieren“. Den Prozess an sich aber empfindet er als positiv und bereichernd. „Das hat uns in unserer Zusammenarbeit noch mal ein bisschen enger zusammengebracht. Nach zehn gemeinsamen Jahren ist das noch mal ein Schritt gewesen. Wir versuchen jetzt, Flo sicherer aufzustellen für kommende Herausforderungen. Dass wir nicht wieder irgendwelche Unsicherheiten haben bei Wettkämpfen. Das ist noch ein weiter Weg.“ Die WM in Budapest dabei aber ein wichtiger Zwischenschritt.

Alle WM-Rennen (Vorläufe ab 09:00 Uhr, Finals ab 17:30 Uhr) sind live bei Eurovisionsport (oder über die gleichnamige App) zu sehen; nach einmaliger Registrierung sind die Wettbewerbe dort kostenfrei verfügbar. Maj-Britt Kott, die auch bei DSV-Veranstaltungen als Sprecherin im Einsatz ist, übernimmt die deutsche Kommentierung im Livestream. Die Ergebnisse gibt es wie gewohnt entweder direkt über die Seite von World Aquatics oder bei Omega Timing.

Das DSV-Team für die Kurzbahn-WM 2024

Frauen: Isabel Gose (SC Magdeburg), Nicole Maier, Nina Sandrine Jazy (beide SG Essen), Nina Holt (SG Mönchengladbach), Julia Mrozinski (SCW Eschborn), Nele Schulze (SG Neukölln Berlin)

Männer: Cedric Büssing, Marius Kusch (beide SG Essen), Ole Braunschweig, Kaii Liam Winkler (beide SG Neukölln Berlin), Lukas Märtens, Florian Wellbrock (beide SC Magdeburg), Sven Schwarz, Martin Wrede (beide Waspo 98 Hannover), Melvin Imoudu (Potsdamer SV), Lucas Matzerath (SG Frankfurt), Rafael Miroslaw (SG HT16 Hamburg), Artem Selin (SC Wiesbaden 1911), Timo Sorgius (SSG Leipzig)

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Freiwasserstaffel mit viertem Platz zum WM-Abschluss

Zum Abschluss der Freiwasserwettbewerbe bei den Weltmeisterschaften 2024 in Doha (QAT) haben die Aktiven des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) ihr bestes Ergebnis bei diesen  Titelkämpfen erzielt. Die Mixedstaffel über 4x1,5km mit Leonie Beck, Celine Rieder, Oliver Klemet und Arne Schubert belegte am Donnerstag in 1:04:11,60 Stunden den vierten Rang hinter Australien (1:03:28,00), Italien (1:03:28,20) und Ungarn (1:04:06,80).

“Wir haben einen sehr, sehr guten Job gemacht mit der Staffel. Im Vorfeld hätten wir nicht damit gerechnet, dass wir so gute Medaillenchancen haben. Ich bin stolz auf meine Teamkolleg*innen”, sagte Beck. Bei weniger Wind und Wellen als in den Tagen zuvor hatte die Würzburgerin im alten Hafen der katarischen Hauptstadt den schwierigen Part übernommen,  sich als Startschwimmerin im großen Getümmel auch gegen einige Männer zu behaupten und für eine gute Ausgangsposition zu sorgen. Anschließend kam dann Rieder zu ihrem ersten Einsatz, die Neckarsulmerin arbeitete sich dabei von Position zwölf auf sechs vor. “Es war meine erste Weltmeisterschaft im Freiwasser. Ich finde, es hat ganz gut geklappt, das war ein gutes Rennen”, sagte Rieder völlig zu Recht.

An dritter Position schwamm Oliver Klemet im Sog von Italiens Topstar Gregorio Paltrinieri dann sogar auf den Bronzerang vor, nur im letzten Drittel konnte er dessen Tempo dann nicht mehr ganz folgen. “Man spürt die Starts davor schon, die Belastung war schon relativ groß. Andere hatten nur ein Rennen davor, ich glaube, das kann denen auch geholfen haben im Endspurt. Das Ziel wäre natürlich schon gewesen, bei Gregorio dranzubleiben, aber der ist natürlich auch bei den 1500 Metern im Becken eine Klasse für sich. Der hatte natürlich auch keine zehn Kilometer davor”, sagte Klemet. Dass es nach der sehr erfolgreichen WM 2023 in Fukuoka diesmal für den Frankfurter nicht zu einer Medaille reichte, wollte er aber nicht überbewerten. “Das ganze Training ist auf Paris ausgelegt. Das hier ist eine WM, aber auch ein Zwischenstopp vor Olympia. Die Bedingungen hier waren für mich nicht ganz so perfekt. Es war ziemlich kalt, ich bin eher ein kleiner Warmduscher. Es war bei den zehn und fünf Kilometern ein bisschen welliger. Das hat man natürlich schon gespürt an der Leistung, dass andere damit besser klar kamen. Aber ich denke, das Ziel ist Paris und das bleibt es auch nach der WM”, betonte Klemet.

Als Schlussschwimmer kam dann Arne Schubert zum Einsatz, damit sich Florian Wellbrock auf seine zwei Chancen zur Olympiaqualifikation bei den WM-Beckenrennen (ab Sonntag) konzentrieren kann. Und der 17-jährige Magdeburger rechtfertigte diese Aufstellung, einzig Ungarns 10km-Weltmeister Kristof Rasovszky musste er in der Endphase noch passieren lassen. “Ich hatte nur den Amerikaner auf dem Schirm und auf einmal kam nach der dritten Boje der Razovsky angeschossen. Es war unglaublich schwer, da dran zu bleiben, weil ich mich nur auf den Amerikaner fokussiert hatte und gehofft habe, dass ich mein eigenes Rennen hier durchziehen kann. Dass es am Ende leider nicht ganz gereicht hat, ist natürlich schade, aber ich habe das Beste draus gemacht und kann stolz auf mich sein. Ich glaube, auf die Leistung kann man sehr gut drauf aufbauen”, sagte Schubert. Die WM-Premiere in der offenen Klasse wird dem großen Talent sicher noch mal einen Schub geben für die weitere Entwicklung. “Natürlich ist es hier nochmal was ganz anderes als bei den Wettkämpfen der Junior*innen, auch von der Professionalität her. Es ist extrem schön, auch mal seine Idole, die man sonst nur aus dem Fernsehen kennt, hier stehen zu sehen, wie sie sich bewegen, was sie vor dem Start machen. Da kann man sehr viel mitnehmen, auch aus dem Rennen selber”, erklärte Schubert. “Ich bin unglaublich stolz, dass ich die Möglichkeit hatte, hier zu schwimmen und ich nehme mir auch sehr viel mit für die weiteren Aufgaben.”

Bundestrainer vertraut auf die eigene Saisonplanung

“Ich bin happy über die gesamte Staffel”, sagte dann auch Freiwasser-Bundestrainer Constantin Depmeyer. Und verteilte an Youngster Schubert ein Extralob: “Dass das eine große Verantwortung ist, das wussten wir. Er hat das hinten gut gemacht. Gegen Kristof sehen 98 Prozent der Schwimmer hier so aus.”

Auch beim WM-Fazit sieht Depmeyer keinen Grund zur Schwarzmalerei. Die ersten Titelkämpfe in einem Februar müssten im Gesamtkomtext gesehen werden. “Das ist ein Sonderfall, wir haben das erste Mal eine WM und Spiele so dicht aneinander. Wir haben diese WM als Zwischenstep genutzt, andere haben sie richtig vorbereitet. Ich denke, wir können die WM erst beurteilen, wenn wir die Spiele gesehen haben. Ich bin sicher, dass Flo und Olli da eine gehörige Portion mitreden werden”, erklärte Depmeyer. "Wir können natürlich nicht sagen, dass wir zufrieden sind oder das so eingeplant haben. Aber es werden unterschiedliche Wege gegangen. Wir sind als Team nicht zufrieden und haben Fragen, aber wir sind nicht beunruhigt. “

Man müsse halt auch sehen, dass es im Saisonaufbau erhebliche Unterschiede gibt zwischen den Nationen.“Wir haben jetzt noch wesentliche Trainingslagerblöcke, die Ungarn haben schon mehr vorher gemacht. Der große Trainingslagerblock kommt jetzt, den haben wir nach die WM gelegt mit mehr Fokus auf die Spiele. Das ist zum Beispiel ein wesentlicher Punkt”, so Depmeyer. Wichtig sei auch, sich auf die Bedingungen in Frankreich gut einzustellen, die ganz anders sein werden als hier in Doha: “Die Spiele werden speziell. Wir haben Strömung, wir haben einen Fluss, das ist für alle neu. Wir haben vielleicht kaltes, vielleicht warmes Wasser, das ist noch nicht klar. Wir reden davon, dass Kaltwasser in den Fluss eingebracht werden soll wegen der schlechten Wasserqualität. Worauf wir uns vorbereiten, wissen wir noch gar nicht genau. Wir werden sicherlich an der Kälteverträglichkeit arbeiten. Es wird nicht zu Wellen kommen in Paris, das Feld wird kleiner. Dafür wird die Runde auch kleiner und wir werden taktisch an den Bojen gucken müssen, es ist sehr eng in der Seine.”

>> Alle Ergebnisse von Doha

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EM-Silber mit Rekord für Wellbrock, Bronze für Schwarz und Gose

Zum Abschluss der Kurzbahn-Europameisterschaften in Kazan (RUS) hat Florian Wellbrock die Silbermedaille über 800m Freistil gewonnen. Drei Tage nach seinem Triumph über 1500m Freistil belegte der 24-Jährige vom SC Magdeburg in deutscher Rekordzeit von 7:27,99 Minuten Platz zwei hinter dem Italiener Gregorio Paltrinieri(7:27,94). Fünf Hundertstel trennten die großen Rivalen also nur beim spannenden Anschlagduell, beide blieben dabei unter dem bisherigen Europarekord (7:29,17) von Yannick Agnel (FRA) aus dem Jahr 2012. Und der 19-jährige Sven Schwarz (7:33,85) durfte sich dahinter bereits zum zweiten Mal bei dieser EM über Bronze freuen.

Wellbrock sprach nach der Siegerehrung von gemischten Gefühlen. „Natürlich ist es immer ärgerlich, wenn man so knapp verliert. Sehr cool finde ich aber, dass es wieder beide Deutsche aufs Podium geschafft haben“, erklärte der Freiwasser-Olympiasieger. „Das war echt ein schnelles Rennen und über die Zeit kann man zu diesem Zeitpunkt echt nicht meckern, deswegen kann ich hier heute erhobenen Hauptes rausgehen und zufrieden sein.“ Bis zur Kurzbahn-WM kurz vor Weihnachten in Abu Dhabi (VAE) steht nun für ihn noch ein Höhentrainingslager an, das weitere Steigerungen ermöglichen soll. Insgesamt scheint sich Wellbrock mit der Kurzbahn aber nun so richtig anzufreunden. „Das war jetzt das erste Mal, dass ich auf gutem Niveau so eine Meisterschaft geschwommen bin. Das hat wirklich Spaß gemacht, mit den Wenden hat es auch deutlich besser geklappt als sonst. Deswegen hat sich der ganze Ausflug hier auf jeden Fall gelohnt.“

Dieses Fazit gilt zweifellos auch für Sven Schwarz. Die EM-Erfolge sorgen nach der verpassten Olympiaqualifikation wegen einer Coronavirus-Infektion im Frühjahr auf jeden Fall für einen Motivationsschub beim jungen Hannoveraner. „Was war, lässt sich nicht mehr ändern. Aber es stimmt mich positiv zu sehen, dass ich schon so früh in einer Saison so gute Leistungen bringen kann“, sagte Schwarz zu seinen Bestzeiten nach einem Höhentraining. „Ich bin sehr zufrieden mit meinem Abschneiden hier.“

Zuvor war Isabel Gose über 400m Freistil ebenfalls zu ihrem zweiten EM-Bronze geschwommen, in 4:01,37 Minuten musste die Magdeburgerin nur den beiden Russinnen Anastasia Kirpichnikova (3:59,18) und Anna Egorova(4:00,52) den Vortritt lassen. „Ich war super erleichtert, als ich auf die Anzeigetafel gesehen habe, dass es zur Medaille reicht“, gestand Gose hinterher. Denn sie hatte sich an diesem Tag viel zugemutet und war nicht mal eine halbe Stunde vorher auch noch im Finale über 200m Freistil gestartet und dort beim Sieg der Niederländerin Marrit Steenbergen(1:52,75) auf Rang sieben (1:57,52) angekommen. „Nach 100 Metern habe ich gemerkt, dass ich gegen die anderen vorn keine Chance habe und mich dann abfallen lassen. Es hätte nichts gebracht, wenn ich Vierte oder Fünfte geworden wäre“, erzählte Gose.

Erst spät am Vorabend hatte sie sich mit Bundestrainer Bernd Berkhahn überhaupt dazu entschlossen, am Sonntag entgegen der ursprünglichen Planung einen Doppelstart zu wagen. „Man liebäugelt dann ja mit zwei Medaillen. Wir haben daher gesagt: No risk, no fun, probieren wir es einfach“, erzählte Gose. Zwar haben sich nicht alle Träume erfüllt, aber glücklich war sie anschließend trotzdem. „Diese Erfahrung macht mich auf jeden Fall stärker. Denn ich bin die Einzige, die sich getraut hat, beides zu schwimmen. Beim nächsten Mal kann ich nun noch cooler bleiben, weil ich nun ja weiß, dass ich es drauf habe, zwei gute Rennen hintereinander zu schwimmen.“

Zugleich hofft sie aber auch, dass die Wettkampfplaner beim Dachverband LEN auch ganz genau zugeschaut haben. „Ich konnte den anderen auch ein bisschen zeigen, dass es nicht geht, die 200 und die 400 Meter direkt hintereinander zu legen. Ich weiß nicht, wer sich das ausgedacht hat. Aber Sportler*innen und Trainer*innen zu so einer Entscheidung zu zwingen, wenn man auf beiden Strecken Medaillenchancen hat, ist komplett unfair. Das funktioniert eigentlich nicht und darf meiner Meinung nach nicht noch einmal passieren.“

>> Alle EM-Ergebnisse im Überblick

Für weitere Weltrekorde sorgten am Sonntag die Mixed-Lagenstaffel der Niederlande (1:36,18) und Ilya Shymanovich. Der Weißrusse egalisierte über 50m Brust in 25,25 Sekunden die Bestmarke des Südafrikaners Cameron van der Burgh (aufgestellt 2009 in Berlin). Die weiteren Titel gingen an Arianna Castiglioni (ITA) über 50m Brust (29,66), Sarah Sjöström (SWE) über 50m Schmetterling (24,50), Marco Orsi (ITA) über 100m Lagen (50,95), Radoslaw Kawecki (POL) über 200m Rücken (1:48,46), Kliment Kolesnikov (RUS) über 100m Freistil (45,58) und den erst 18-jährigen Ilya Borodin (RUS) mit einem Junioren-Weltrekord über 400m Lagen (3:58,83). Gastgeber Russland (11 Gold, 5 Silber, 8 Bronze) lag am Ende in der Nationenwertung vor den Niederlanden (8/5/5) und Italien (7/18/10), Deutschland (1/1/4) belegte hier Rang neun, mehr als sechs Medaillen hatten aber nur vier Mannschaften. „Angesichts der Tatsache, dass wir diese Kurzbahn-EM nicht als Saisonhöhepunkt eingeplant haben, ist das auf jeden Fall eine gute Ausbeute“, analysierte Bundestrainer Berkhahn.

Die Ergebnisse des DSV-Teams am Sonntag

200m Freistil Frauen

7. Isabel Gose (1:57,52)

400m Freistil Frauen

3. Isabel Gose 4:01,37

Vorlauf: 8. Isabel Gose (4:05,79 Q)

15. Zoe Vogelmann (4:10,06)

DNS Leonie Kullmann

800m Freistil Männer

2. Florian Wellbrock (7:27,99/deutscher Rekord)

3. Sven Schwarz (7:33,85)

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Olympiaqualifikation endet mit Wellbrocks zweiter Weltbestleistung

Zum Abschluss der DSV Olympiaqualifikation Beckenschwimmen in Berlin hat Florian Wellbrock am Sonntag noch mal für ein Ausrufezeichen gesorgt. Über 1500m Freistil kraulte der Doppelweltmeister in 14:36,45 Minuten bereits die zweite Jahresweltbestleistung innerhalb von acht Tagen. Der 23-Jährige war damit zu einem frühen Saisonzeitpunkt schneller als beim WM-Titel 2019 und verpasste seinen eigenen deutschen Rekord nur um drei Zehntelsekunden.  „Drei Zehntel weniger wären schön gewesen, ich bin aber trotzdem zufrieden. Es läuft alles nach Plan“, sagte Wellbrock. „Und ich habe damit ein Zeichen an die Konkurrenz geschickt. Das war jetzt Weltjahresbestzeit, schönen Gruß an Gregorio Paltrinieri! Er wird sich freuen, wenn er das sieht, denke ich.“ Der Dauerkontrahent aus Italien hatte bislang die Jahresbestenliste mit 14:40,38 angeführt. Als Star im Team des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) schaut Wellbrock mit großen Ambitionen auf die Olympischen Spiele in Tokio (23. Juli – 08. August). Wer mit ihm auf die Reise nach Japan gehen wird, beschließt der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) erst in einige Wochen, gemäß Nominierungskriterien dürfen sich aber insgesamt 28 Beckenschwimmer*innen berechtigte Hoffnung auf die Berufung ins deutsche Olympiateam machen. „Das Fazit ist durch und durch positiv. Nicht nur bei mir, sondern generell beim deutschen Team. Wir haben ein großes Team mit einer schönen Mischung aus erfahrenen und neuen Sportler*innen in der Olympiaquali durchbekommen. Ich bin durchaus zufrieden mit dem Wettkampf hier“, erklärte Wellbrock. 
Bereits am Sonntagvormittag hatte Christian Diener (Potsdamer SV) die Olympianorm über 200m Rücken in 1:56,99 Minuten um eine Hundertstel unterboten, am Nachmittag (1:59,46) fehlte dem 27-Jährigen dann etwas von der gewohnten Kraft. Kein Wunder: „Letzte Woche wollten wir nach Eindhoven fahren, aber der PCR-Test war positiv. Das war ein großer Schock. Wir haben danach nochmal einen Test an der Charité gemacht, der negativ ausgefallen ist, aber das war sehr anstrengend für den Kopf. Ich dachte, die Saison ist gelaufen und ich habe fünf Jahre umsonst trainiert. Jetzt bin ich umso erleichterter“, sagte Diener. Schon bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio war er im Finale Siebter geworden. „Für Tokio habe ich mir mindestens das Gleiche vorgenommen.“    Neben ihm war Ole Braunschweig (SG Neukölln) im 200m-Rennen die 100m mit 53,74 Sekunden angegangen und hat damit den FINA-A-Cut (53,85) über 100m Rücken unterboten. Wie Marek Ulrich (SSG Leipzig) ist er Kandidat für die Lagenstaffel
Für ein Glanzlicht sorgte auch noch einmal Jacob Heidtmann über die 200m Lagen. Der Elmshorner hatte im Vorlauf mit 1:59,25 Minuten bereits die Olympia Norm unterboten, zeigte dann auch am Nachmittag mit 1:59,56 wieder eine Topzeit. Weltspitzenniveau präsentierte zudem Sarah Köhler (SG Frankfurt) beim Sieg über 800m Freistil, mit ihrer Zeit von 8:23,82 Minuten sortierte sie sich auf Platz drei der Weltjahresbestenliste ein. „Wettkämpfe gehören einfach dazu. Ich bin sehr froh, dass uns vom DSV-Staff diese Rennen jetzt in den vergangenen drei Wochen ermöglicht wurden“, sagte die Aktivensprecherin anschließend.  Wie es im Sport nun einmal so ist, erfüllten sich in Berlin aber nicht alle Träume. Über 200m Lagen fehlten Kathrin Demler (SG Essen/ 2:12,12 Minuten) nur 22 Hundertstel zu einem Olympiaticket. So schnell war Zoe Vogelmann(SV Nikar Heidelberg) vor zwei Wochen in Heidelberg auch gewesen, diesmal wurde die 17-Jährige Zweite in 2:13,28. Auf ihren ersten Olympiastart noch etwas länger warten muss auch Kim Herkle. Die 18-Jährige vom SV Cannstatt verbesserte ihren Altersklassenrekord über 200m Brust auf 2:25,40 Minuten, nur eine halbe Sekunde fehlte so zur Tokio-Norm. „Zum einen bin ich natürlich glücklich, eine solche Zeit geschwommen zu sein. Ich hätte nie gedacht, dass ich mich da nochmal steigern kann. Zum anderen ist man natürlich traurig, weil es so knapp war, nur eine halbe Sekunde hat am Ende zur Norm gefehlt. Aber wir haben von Anfang an gesagt, dass wir die Olympischen Spiele 2024 anpeilen. Wenn es jetzt geklappt hätte, wäre das nochmal ein Sahnehäubchen gewesen, aber das Ziel ist 2024. Ich werde jetzt auf jeden Fall die EM schwimmen, und die Deutschen Meisterschaften kommen ja auch noch. Und ich habe eigentlich auch so genug zu tun, denn ich schreibe gerade noch Abitur.“ Auch Bente Fischer(Neckarsulmer Sport-Union) zeigte in Berlin ein couragiertes Rennen und blieb bis zuletzt an Herkle dran, mit 2:25,90 verbessere sie ihre persönliche Bestleistung deutlich. 
Bei den Männern siegte über 200m Brust der bereits für Olympia qualifizierte Marco Koch (SG Frankfurt) in 2:10,28 Minuten. „Ich bin ganz gut im Soll und froh, dass jetzt ein paar Wettkämpfe stattgefunden haben, dass man uns die Möglichkeit gegeben hat mit einem guten Gesundheitskonzept, so dass man sich auch sicher fühlt“, sagte Koch. „Als nächstes bereiten wir die Europameisterschaften vor, ich denke da sehen die 200m dann schon ein bisschen anders aus. Und in Tokio will ich dann ein Rennen machen, bei dem ich anschlage und danach sagen kann, dass ich alles aus mir rausgeholt habe. Und dann schauen wir mal, was ich dafür bekommen kann. Natürlich wäre es mein Traum, eine olympische Medaille zu holen, aber ich kann die Leistung der anderen nicht beeinflussen. Deswegen versuche ich einfach ein Rennen zu machen, mit dem ich selbst zufrieden sein kann.“ Maximilian Pilger (SG Essen) fehlten als Zweitem in 2:10,63 rund sieben Zehntel zur Olympianorm. 
Die kürzesten Olympia-Strecken werden in Tokio dagegen leider ohne deutsche Beteiligung stattfinden. Über 50m Freistil siegte Hannah Küchler (AMTV-FTV Hamburg) in 25,26 Sekunden und blieb so nur zwei Hundertstel über dem Altersklassenrekord von Daniela Götz. Die Norm lag allerdings bei 24,75. Bei den Männern siegte Artem Selin(Nübad-Flipper) in 22,47 Sekunden, der Abstand zur Tokio-Norm (21,95) war also ähnlich groß.   Für Ramon Klenz (SG Neukölln) war zudem noch ein zusätzlicher Lauf über 200m Schmetterling angesetzt worden, um den Berliner nach einer Corona-Zwangspause im Januar und einem Autounfall am Donnerstag noch eine weitere Chance zum Nachweis der Normzeit (1:56,30 Minuten) einzuräumen. Unter Anfeuerung aller Anwesenden lag Klenz dabei dann bis 185 Meter auf Kurs, musste dann aber den Strapazen der letzten Tage Tribut zollen. In 1:57,48 blieb er dann genau eine Sekunde über dem sogenannten A-Cut des Weltverbandes FINA, der für einen zweiten Olympiastarter erfüllt werden muss. Deutschlands einziger Vertreter auf dieser Strecke bleibt damit David Thomasberger (SSG Leipzig), der vor zwei Wochen einen deutschen Rekord aufgestellt hatte.  „Mit diesem Auftritt unserer Olympiakandidat*innen wächst der Optimismus. Wir haben in der Spitze absolute Topleistungen gesehen, aber auch in der Breite ein Schritt nach vorn. Wir sind auf dem richtigen Weg“, lautete der Fazit von Bundestrainer Hannes Vitense.  Sein Bundestrainer-Kollege Bernd Berkhahn ergänzte: „Wir sind allen Beteiligten vom Kampfgericht bis zur Organisation sehr dankbar dafür, dass uns dieser wichtige Wettkampf in dieser schwierigen Zeit ermöglicht wurde, um uns auf Tokio vorbereiten zu können.“
 >> Alle Ergebnisse der DSV Olympiaqualifikation Beckenschwimmen 

 

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Warum sich Björn Kammann für eine Hamburger Olympiabewerbung ausspricht

Der Norddeutsche gilt im Allgemeinen als eher reserviert. Bei der Frage, ob die Olympischen Spiele bald wieder in Deutschland stattfinden sollten, womöglich sogar in seiner Heimatstadt Hamburg, ist die Begeisterung bei Schwimmer Björn Kammann aber direkt spürbar. „Das ist eine unglaubliche Chance, Olympia in der eigenen Stadt mitzuerleben“, sagt er. Kammann erinnert sich noch gut daran, wie er bei den Spielen 2008 in Peking (CHN) gebannt das epische Duell über 200m Lagen zwischen Michael Phelps (USA) und Ryan Lochte (USA) verfolgte. „Wir waren im Urlaub und die Rennen waren nachts, aber das musste ich unbedingt sehen. Und dann hat die ganze Familie gemeinsam vor dem Fernseher gesessen und zugeschaut.“

 

Olympia fördert das Miteinander und den Sportgeist in der Gesellschaft 

 

Er glaubt, dass das Gleiche auch bei Olympischen Spielen in Hamburg passieren kann. „Olympia fördert das Miteinander. Über den Sport kommen die Menschen ins Gespräch und lassen sich vielleicht sogar inspirieren, gemeinsam selbst Sport zu treiben“, sagt der 25-Jährige, der im vergangenen Jahr Silber bei den World University Games gewann und im August auch bei der EM in Paris (FRA) an den Start gehen wird. Olympia hat er als Sportler noch nicht erlebt, seine Freundin Julia Mrozinski aber schon, die 2024 ebenfalls in Paris mit dabei war. „In der Stadt zu sein und das olympische Flair mitzubekommen, war schon cool“, meint Kammann. Und wünscht sich selbiges jetzt auch für Hamburg.

 

>> Warum die Aussicht auf Olympia in NRW Klara Bleyer zusätzlich motiviert

 

Bis Sonntag (31. Mai) sind die Menschen in der Hansestadt dazu aufgerufen, darüber abzustimmen, ob sich Hamburg um Olympische und Paralympische Spiele in den Jahren 2036, 2040 oder 2044 bewerben soll. Zuvor waren bereits entsprechende Referenden in München sowie Nordrhein-Westfalen erfolgreich; in Berlin stimmte das Abgeordnetenhaus ebenfalls für eine Bewerbung. Die Entscheidung über den deutschen Kandidaten fällt eine außerordentliche Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) am 26. September 2026.

 

Schwimmen, wo sonst der HSV kickt

 

Björn Kammann glaubt, dass die Ausrichtung der Spiele auch dazu beitragen kann, das Ansehen in der Welt zu stärken, den Tourismus zu befeuern und sich als attraktiver Standort für Arbeitskräfte aus dem Ausland zu präsentieren. „Eine Stadt wie Paris war auch schon vorher weltbekannt. Aber für Hamburg sehe ich hier nur Vorteile, noch stärker auf die globale Weltkarte zu rücken. Es ist eine unglaublich schöne Stadt, die so viel zu bieten und auch ein starkes Konzept hat“, sagt er.

 

>> Warum Schwimmstar Alexandra Wenk sich für Olympia in München starkmacht

 

Deutschlands zweitgrößte Metropole (und übrigens größte in der Europäischen Union, die nicht auch Hauptstadt ist) wirbt bei ihrer Olympia-Kandidatur vor allem mit Spielen der kurzen Wege und mit Nachhaltigkeit. „Das sind beides sehr wichtige Themen. Nachhaltigkeit sowieso, aber auch die geringen Distanzen. Die Schwimmer*innen bräuchten von ihrer Wettkampfstätte ins Olympische Dorf vielleicht 15 Minuten zu Fuß. Das ist alles schön kompakt“, findet Kammann.

Ausgetragen werden sollen die Wettbewerbe im Schwimmen, Synchronschwimmen und Wasserspringen vor großer Kulisse in einem temporären Becken im Volksparkstadion, in dem normalerweise die Fußballer des Hamburger SV kicken. Wasserball ist im Inselpark vorgesehen, die Freiwasserrennen in der Außenalster. „Ich finde es immer unglaublich, wenn im Stadion geschwommen wird – das schafft immer nochmal eine ganz andere, tolle Atmosphäre. Und Freiwasser in der Außenalster wäre auch super, weil es mitten in der Stadt liegt und dort alle zugucken können“, sagt Björn Kammann. Und bekommt direkt wieder glänzende Augen beim Gedanken an Olympia.

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Doppelte Titelverteidigung im DSV-Pokal

Die Männer von Waspo 98 Hannover und die Frauen der Wasserfreunde Spandau 04 haben im DSV-Pokal ihre Titel aus dem Vorjahr erfolgreich verteidigt. Während die Spandauerinnen bei der Endrunde in Berlin am Samstag gegen den SC Chemnitz dominierten und mit 30:7 deutlich triumphierten, wurde Waspo vom ASC Duisburg sehr viel mehr gefordert. Erst dank einer Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit setzte sich Hannover letztlich mit 14:11 durch und bleibt damit auf nationaler Ebene seit September 2024 ungeschlagen. Für die Niedersachsen war es seit 2017 der achte Pokalsieg in zehn Jahren.

 

Duisburg fordert dem Favoriten alles ab

 

Das Finale der Männer war eine Neuauflage des Vorjahresendspiels, allerdings mit gänzlich anderem Spielverlauf. Damals hatte Hannover bereits nach dem ersten Viertel mit vier Toren geführt und so früh den Grundstein zum Sieg gelegt. Diesmal führte Duisburg nach den ersten acht Minuten mit 4:2. Auch in der Folge zeigte Waspo in der Offensive ungeahnte Schwächen und fand sich zur Halbzeit so erstmals in dieser Saison gegen einen nationalen Gegner in Rückstand wieder (5:7).

Kurz nach Wiederanpfiff baute der ASCD seinen Vorsprung sogar auf drei Tore aus. Erst ein Torwartwechsel von Felix Benke zu Max Spittank wirkte dann wie ein Weckruf für Hannover, das fortan besser ins Spiel fand und quasi mit der Viertelsirene zum Ausgleich kam. Im letzten Abschnitt brachte Nikola Milardovic die Niedersachsen erstmals seit dem 1:0 wieder in Führung – mit fünf Treffern war der Kroate auch insgesamt der erfolgreichste Torschütze beim Sieger an diesem Tag. Duisburg kam noch einmal zurück, doch die letzten drei Tore des Spiels gehörten allesamt Waspo und damit auch der Pokal.

„Es war das erwartet schwere Spiel. Wir hatten schon eine lange Saison, da darf man nicht erwarten, dass wir jedes Spiel mit 15 Toren Unterschied gewinnen. In den ersten beiden Vierteln waren wir etwas blockiert. Aber die Jungs haben Charakter gezeigt und waren da, als es darauf ankam. So spielen richtige Champs“, sagte Waspo-Trainer Aleksandar Radovic. Auf der Gegenseite haderte Vukasin Simic, mit vier Treffern bester Mann beim ASCD, anschließend ein wenig mit der verpassten Pokalsensation. „Gerade am Anfang haben wir sehr gut gespielt und genau das umgesetzt, was wir wollten. Aber dann haben wir ein paar Fehler in der Verteidigung gemacht, die uns einfache Tore gekostet haben. Das sind Dinge, die passieren, wenn man am Ende müde ist. Trotzdem bin ich sehr stolz auf meine Mannschaft. Wir haben gekämpft, jeder hat 110 Prozent gegeben. Und es ist ja noch nicht zu Ende. In der Liga wollen wir auch ins Finale, und dann geht es weiter.“

Auch die Bronzemedaille ging nach Hannover an die White Sharks, die sich im kleinen Finale mit 13:11 gegen den Duisburger SV 1898 behaupteten. Im Halbfinale am Freitag hatte der ASC Duisburg mit 19:7 gegen die White Sharks gewonnen, Waspo mit 27:8 gegen den Duisburger SV.

 

Spandaus Frauen bauen ihre historische Erfolgsserie weiter aus

 

Für die Spandauerinnen war es sogar schon der achte Titel in Folge seit 2019. Eine solche Erfolgsserie im DSV-Pokal gab es bei den Frauen noch nie und im deutschen Wasserball auch erst einmal: von 1979 bis 1987, als die Spandauer Männer im Pokal sogar neun Titel in Serie gewinnen konnten. „Wir sind stolz, dass wir den Verein so gut repräsentieren können“, sagte Berlins Kapitänin Gesa Deike – wohingegen die Männer des Klubs diesmal gar nicht erst in der Endrunde standen.

Das Endspiel gegen den SC Chemnitz war von Beginn an eine klare Angelegenheit. Zwar spielte das junge Team aus Sachsen, das erst seit dieser Saison wieder in der Bundesliga mitmischt, zunächst noch mutig mit. Der Favorit aus Berlin war aber einfach eine Klasse besser und abgezockter. 7:1 stand es nach dem ersten Viertel, 18:2 zur Halbzeit. „Wir wollten hier nichts anbrennen lassen. Nach dem gestrigen Halbfinale gegen Bochum (15:11 für Spandau, Anm. d. Red.) waren wir etwas enttäuscht, da wollten wir höher gewinnen. Heute konnten wir das deutlich besser gestalten“, sagte Gesa Deike. Nach drei Vierteln betrug der Vorsprung bereits 26:5, am Ende prangte ein 30:7 auf der Anzeigetafel. Die Chemnitzer Kapitänin Clara Marie Straach war trotzdem zufrieden mit dem Auftritt ihrer Mannschaft. „Wir wussten ja, dass Spandau stärker und erfahrener ist. Unser Ziel war es, hier eine gute Leistung zu zeigen, das ist uns gelungen. Der zweite Platz ist für uns Gold wert.“

Beste Torschützin bei den Siegerinnen war Dora Kangler mit fünf Treffern. Für Chemnitz traf Mia Frisch drei Mal. Die Bronzemedaille sicherte sich Rekord-Pokalsieger SV Blau-Weiß Bochum (neun Siege) durch ein 30:8 gegen den Uerdinger SV 08. Uerdingen hatte den Finaleinzug tags zuvor gegen Chemnitz erst im Fünfmeterwerfen (15:16) verpasst.

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Warum der ASC Duisburg bei der Pokalendrunde eine einmalige Chance wittert

Als aktuell bester Torjäger der Wasserball-Bundesliga hat Nationalspieler Elias Metten großen Anteil an der bislang so erfolgreichen Saison seines Klubs ASC Duisburg. Die Duisburger beendeten die Vorrunde als Zweiter noch vor Rekordchampion Wasserfreunde Spandau 04, nach zwei klaren Siegen im Viertelfinale steht man in den Play-offs nun in der Vorschlussrunde. Noch bevor es dort um den Einzug ins Ligafinale geht, wollen die Duisburger nun bei der DSV-Pokalendrunde am 01./02. Mai in Berlin ihre Saison veredeln und den ersten nationalen Titel seit dem Double 2013 gewinnen.

Die Chancen stehen in diesem Wettbewerb so gut wie in keinem anderen. Im Halbfinale trifft der ASCD am Freitag zunächst auf die White Sharks Hannover, die man in der Liga zweimal geschlagen hat. Im anderen Semifinale ist Titelverteidiger Waspo 98 Hannover gegen den Duisburger SV 98 klar favorisiert. „Klar müssen wir erst einmal das Spiel gegen die White Sharks gewinnen. Aber wir gucken auch schon auf Waspo und bereiten uns darauf vor“, sagt Elias Metten. Auch er weiß: In einer Play-off-Serie wäre Hannover, das national seit nunmehr fast zwei kompletten Spielzeiten nicht mehr verloren hat, wohl zu stark. „Aber im Pokal ist es nur ein Spiel, da kann alles passieren“, so Metten. „Das ist eine einmalige Chance. Und wir werden alles geben, was wir haben.“

Nach mehreren Abgängen im Sommer schien das Team des ASC Duisburg zunächst schwächer als noch in der Vorsaison. „Aber genau deshalb hat jeder von uns noch mehr Verantwortung übernommen. Wir sind als Mannschaft zusammengewachsen und harmonieren alle extrem gut miteinander. Und dann läuft es eben“, begründet Elias Metten den derzeitigen Erfolg. Das Team, das es zu schlagen gilt, bleibt aber Waspo Hannover. Seit 2017 haben die Niedersachsen in neun Jahren sieben Mal den DSV-Pokal geholt; in der laufenden Saison stehen sie auch in der Champions League unter den besten acht Klubs Europas. „Das ist nochmal eine andere Klasse“, sagt Metten. Und freut sich umso mehr auf ein mögliches Endspiel am Samstag gegen diesen Gegner.

 

Vorweggenommenes Endspiel bei den Frauen zwischen Spandau und Bochum

 

Die DSV-Pokalendrunde wird in auch in diesem Jahr wieder als gemeinsames Turnier beider Geschlechter ausgetragen. Bei den Frauen sind die Titelverteidigerinnen aus Berlin abermals die Favoritinnen. Die Wasserfreunde Spandau 04 haben seit 2019 in jedem Jahr den DSV-Pokal gewonnen, inzwischen also schon sieben Mal hintereinander. Mehr Titel hat bei den Frauen nur noch der SV Blau-Weiß Bochum als Rekordsieger dieses Wettbewerbs (neun Siege) zu Buche stehen. Eben jene Bochumerinnen treffen diesmal schon im Halbfinale auf Spandau – es ist das Top-Spiel des ersten Tages und ein vorweggenommenes Endspiel zwischen den beiden führenden Frauenteams des Landes. Das andere Halbfinale bestreiten der Uerdinger SV 08 und der SC Chemnitz. Auch hier finden das Endspiel und das Spiel um Platz drei dann am Samstag statt.

Tagestickets für die Pokalendrunde sind noch verfügbar und kosten 15,00 oder ermäßigt 10,00 Euro. Die Turnierkarte für beide Tage ist für 25,00 zu haben (ermäßigt 15,00). Für alle, die nicht in Berlin dabei sein können, hat die SG Neukölln Berlin als Ausrichter außerdem einen Livestream aller Partien unter waterpolo.stream eingerichtet.

 

Der Spielplan der DSV-Pokalendrunde

 

Freitag, 01. Mai 2026:

13:00 Uhr: 1. Halbfinale Frauen Uerdinger SV 08 – SC Chemnitz

15:00 Uhr: 1. Halbfinale Männer ASC Duisburg – White Sharks Hannover

17:00 Uhr: 2. Halbfinale Männer Duisburger SV 98 – Waspo 98 Hannover

19:00 Uhr: 2. Halbfinale Frauen SV Blau-Weiß Bochum – Wasserfreunde Spandau 04

Samstag, 02. Mai 2026:

12:00 Uhr: Spiel um Platz Männer

14:00 Uhr: Spiel um Platz drei Frauen

16:00 Uhr: Finale Frauen

18:00 Uhr: Finale Männer

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