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Ludwigsburg erobert Platz drei zurück, Düsseldorf und Köln in der Relegation
Es war ein hartes Stück Arbeit für die Wasserballer des SV Ludwigsburg 08. Bis zwei Minuten vor dem Ende stand es im Auswärtsspiel bei den White Sharks Hannover noch unentschieden. Mit gleich zwei Treffern in der Schlussphase warf Aleksa Manic die Ludwigsburger dann aber doch noch zum Sieg, durch den der SVL in der A-Gruppe der Wasserball-Bundesliga Platz drei zurückeroberte. Auch weil Konkurrent ASC Duisburg zuvor gegen Waspo 98 Hannover mit 8:16 verloren hatte. Doch auch diese Partie war über weite Strecken enger, als es das Ergebnis aussagt. Zur Pause stand es noch 6:6, doch nach einer Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit setzte sich der amtierende Deutsche Meister aus Hannover letztlich doch souverän durch. Aleksandar Radovic war mit vier Treffern bester Mann bei Waspo, Petar Muslim und Matija Brguljan trafen je dreimal.
Die beiden weiteren Partien in der A-Gruppe zwischen der SG Neukölln und dem SSV Esslingen sowie zwischen dem OSC Potsdam und den Wasserfreunden Spandau 04 mussten coronabedingt verschoben werden. Nach den Regeln des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) kann ein Spiel ab vier positiv getesteten Spielern in einer Mannschaft abgesagt werden.
SV Poseidon Hamburg gewinnt auch das zweite Stadtderby
In der B-Staffel sicherte sich der Düsseldorfer SC 1898 den zweiten Relegationsplatz hinter dem dafür bereits qualifizierten und diesmal spielfreien SV Bayer Uerdingen 08. Die Düsseldorfer machten es allerdings spannend: Das erste Spiel des Wochenendes beim SV Weiden 1921 ging mit 11:15 verloren, erst am Sonntag machte man dann mit dem 11:7 beim SV Würzburg 05 alles klar. Yonatan Rudnik schoss den DSC mit vier Toren zum Sieg. Die Partie zwischen Würzburg und Aufsteiger SC Neustadt/Weinstraße fiel aus und wurde mit 10:0 für die Bayern gewertet.
In der C-Staffel hatte der SV Krefeld 1972 seinen Platz in der Relegation bereits sicher, daran konnte auch das 3:14 beim Duisburger SV 1898 nichts mehr ändern. Es war die zweite Niederlage in Folge für Krefeld nach zuvor sechs Siegen in Serie zum Saisonstart. Die Duisburger hatten sich ebenfalls noch Hoffnungen auf die Relegation gemacht. Doch nach dem 12:6-Sieg der SGW Rhenania/BW Poseidon Köln gegen den Hamburger TB von 1862 war der eigene Erfolg gegen Krefeld letztlich wertlos – stattdessen durfte die Kölner Spielgemeinschaft jubeln. Das Hamburger Stadtderby endete am Sonntag mit 10:7 für den SV Poseidon. Aufsteiger Hamburger TB beendet die erste Saisonphase dagegen punktlos.
Die jeweils letzten drei Mannschaften beider Staffeln spielen nun ab 19. März in der neu zu bildenden Gruppe F im Modus Jeder gegen Jeden um den Verbleib in der Bundesliga. Der Gruppenletzte steigt direkt ab, der Vorletzte hat in der Relegation gegen die Zweitligisten noch die Chance, die Klasse zu halten.
Krefeld, Köln, Uerdingen und Düsseldorf haben den Klassenerhalt bereits sicher. Diese vier Vereine kämpfen ab 12. Februar in der Zwischenrunde (Gruppe D) – ebenfalls im Modus Jeder gegen Jeden – um die beste Ausgangslage für die Relegationsspiele gegen jeweils einen Vertreter der A-Gruppe. Diese Spiele finden ab Ende April statt; es trifft dann der Erste der D-Gruppe auf den Letzten der A-Gruppe, der Zweite auf den Vorletzten, der Dritte spielt gegen den Sechstplatzierten der A-Gruppe und der Vierte gegen den Fünften. Die Gewinner dieser Duelle spielen in der kommenden Bundesligasaison 2022/23 in der A-Gruppe.
Bochums Frauen übernehmen mit zwei Siegen die Tabellenführung
Die Frauen vom SV Blau-Weiß Bochum haben die Tabellenführung in der Wasserball-Bundesliga übernommen. In den ersten Spielen des neuen Jahres setzten sich die Bundesliga-Dritten der vergangenen Saison erst mit 16:12 gegen den bisherigen Spitzenreiter Eimsbütteler Turnverband durch, Stephanie Motte erzielte dabei fünf Treffer. Anschließend siegten die Bochumerinnen auch gegen Waspo 98 Hannover mit 14:9. Eimsbüttel unterlag dagegen tags darauf auch noch gegen den SV Bayer Uerdingen 08 mit 6:12 und ist nach dieser weiteren Niederlage jetzt nur noch Dritter.
Neuer Tabellenzweiter sind die amtierenden Deutschen Meisterinnen der Wasserfreunde Spandau 04, die am Wochenende gleich zwei Schützenfeste feierten und sich bei Aufsteiger SSV Esslingen mit 30:3 und beim Tabellenletzten SV Nikar Heidelberg mit 32:7 durchsetzten. Kapitänin Belén Vosseberg war gegen Esslingen achtmal erfolgreich, gegen Heidelberg war Nationalspielerin Gesa Deike mit sogar neun Treffern die beste Torschützin bei den Titelverteidigerinnen. Spandau hat zwar ein besseres Torverhältnis als Bochum, doch im Dreiervergleich der drei Teams mit jeweils acht Pluspunkten (Spandau, Bochum Eimsbüttel) weist der Ruhrpottklub aktuell die beste Bilanz auf – auch weil Spandau bislang gegen keine der beiden anderen Mannschaften gespielt hat.
In weiteren Partien setzte sich Uerdingen mit 11:6 gegen Hannover durch, Heidelberg unterlag gegen den SC Chemnitz 1892 mit 9:15 und bleibt damit weiter punktlos. Dagegen feierten die Aufsteigerinnen vom SSV Esslingen an diesem Doppelspieltag beim 7:6 gegen Chemnitz bereits ihren zweiten Saisonsieg. Georgia Sopiadou erzielte in dieser Partie insgesamt fünf Tore für den SSV, darunter auch den Siegtreffer in der Schlussminute.
Bei den Männern hat Bayer Uerdingen den Relegationsplatz sicher
Auch in der Bundesliga der Männer wurde am Wochenende gespielt, wobei in der A-Gruppe alle vier Partien aufgrund von Coronafällen ausfielen, darunter auch das Spitzenspiel zwischen Waspo 98 Hannover und den Wasserfreunden Spandau 04, das nun am 25. Februar nachgeholt werden soll.
In der B- und C-Staffel gingen die Partien dagegen wie geplant über die Bühne. In der B-Staffel zerstreute Tabellenführer SV Bayer Uerdingen 08 mit dem 18:8 gegen den SV Würzburg 05 die letzten Zweifel und machte die Teilnahme an den Relegationsspielen gegen ein Team aus der A-Gruppe perfekt. Würzburg dagegen kassierte beim 5:9 beim Düsseldorfer SC 1898 sogar noch eine weitere Niederlage. Der zweite bayerische Vertreter SV Weiden 1921 setzte sich bei Aufsteiger SC Neustadt/Weinstraße mit 14:7 durch und wahrte damit seine Chance auf die Relegation.
In der C-Staffel musste Spitzenreiter SV Krefeld 1972 seine erste Saisonniederlage hinnehmen und unterlag bei der SGW Rhenania/BW Poseidon Köln knapp mit 7:8. Nachdem die Gastgeber im dritten Viertel zwischenzeitig schon mit vier Toren zurücklagen, drehte Köln das Spiel noch und kam eine Sekunde vor dem Abpfiff durch Aly Mohamed Elaassar noch zum Siegtreffer. Der Duisburger SV 1898 war am Wochenende sogar gleich doppelt erfolgreich: Nach Siegen gegen den SV Poseidon Hamburg (12:10) und Schlusslicht Hamburger TB von 1862 (15:6) kämpft Duisburg am kommenden Wochenende im Fernduell gegen Köln noch Relegationsplatz zwei hinter den bereits sicher qualifizierten Krefeldern.
DSV-Pokal: SV Poseidon Hamburg erreicht das Achtelfinale
Der SV Poseidon Hamburg war außerdem noch im DSV-Pokal gefordert, Gegner im Zweitrundenduell war Zweitligist SC Wasserfreunde Fulda 1923. Zur Halbzeit lagen die Hansestädter bereits deutlich mit 8:3 in Führung, doch der Außenseiter machte es nach der Pause noch einmal spannend. Im Achtelfinale trifft Hamburg als nächstes auf Pokal-Titelverteidiger Waspo 98 Hannover. Vorher stehen am letzten Januar-Wochenende aber noch die beiden letzten Begegnungen der zweiten Runde auf dem Programm.
Waspo mit Kantersieg an die Spitze, Neukölln meldet sich erfolgreich zurück
Zwei Wochen hatten die Wasserballer der SG Neukölln Berlin ausgesetzt, die beiden vergangenen Bundesligapartien waren coronabedingt jeweils ausgefallen. An diesem Wochenende griff das Team von Trainer Andreas Schlotterbeck nun endlich wieder ins Geschehen ein und feierte beim 8:7 im Berlin-Brandenburg-Derby gegen den OSC Potsdam eine gelungene Rückkehr ins Becken. Auch die Potsdamer haben aktuell zahlreiche Ausfälle zu beklagen, sie steckten aber auch nach mehrfachem Drei-Tore-Rückstand nicht auf und kämpften sich noch einmal heran. Zum Punktgewinn reichte es allerdings nicht mehr. Als bester Spieler der Partie wurde Neuköllns Torwart Finn Dörries ausgezeichnet.
An der Tabellenspitze der A-Gruppe gab es am letzten Bundesliga-Spieltag vor der Weihnachtspause einen Führungswechsel. Waspo 98 Hannover übernahm durch das überraschend deutliche 22:9 gegen den Tabellenvierten SV Ludwigsburg 08 Platz eins von den Wasserfreunden Spandau 04 dank des besseren Torverhältnisses – Ivan Nagaev und Jorn Winkelhorst trafen dabei jeweils sechsmal für den Deutschen Meister. Auch Spandau schied sich beim 15:3 gegen das noch punktlose Schlusslicht White Sharks Hannover schadlos. Die Berliner führten bereits mit 7:0, ehe Philip Portisch knapp eine Minute vor der Halbzeit überhaupt der erste Treffer für die Gäste gelang
Die beiden Partien des SSV Esslingen – gegen den ASC Duisburg sowie das Nachholspiel gegen Waspo 98 Hannover – fielen aus. Dem SSV standen krankheitsbedingt nicht genügend Spieler zur Verfügung.
Krefeld hat die Relegation sicher, Würzburg überrascht Uerdingen
Im Spitzenspiel der C-Staffel feierte Tabellenführer SV Krefeld 1972 beim 12:7 gegen die bis dato ebenfalls noch ungeschlagene SGW Rhenania/BW Poseidon Köln den sechsten Sieg im sechsten Spiel. Lennox Metten war mit drei Treffern bester Torschütze bei den Krefeldern, die damit ihr Ticket für die Relegation gegen eine der Mannschaften auf den Plätzen fünf bis acht der A-Gruppe sicher haben. Im zweiten Spiel dieser Staffel gewann der Duisburger SV 1898 mit 15:5 gegen den SV Poseidon Hamburg.
Eine Überraschung gab es am letzten Spieltag des Jahres in der B-Staffel: Dort setzte sich der SV Würzburg mit 9:8 gegen Spitzenreiter SV Bayer Uerdingen 08 durch und fügte den Uerdingern damit die erste Saisonniederlage zu. Luka Vuckovic war mit vier Treffern der Matchwinner für Würzburg. Mit einem Erfolg im Rückspiel Mitte Januar würde aber auch Uerdingen den angepeilten Relegationsplatz endgültig sichern. Auch der zweite bayerische Klub konnte sein Heimspiel gewinnen, der SV Weiden 1921 bezwang den SC Neustadt/Weinstraße mit 18:9.
Nürnberg als einziger Zweitligist im Pokal-Achtelfinale
Lange konnten sich die Würzburger allerdings nicht über den Sieg gegen Uerdingen freuen. Nur einen Tag später unterlagen sie im Zweitrundenspiel im DSV-Pokal mit 6:13 beim Düsseldorfer SC 1898 und mussten damit als erster Erstligist im laufenden Pokalwettbewerb die Segel streichen. Ausgerechnet Luka Vuckovic, tags zuvor noch der gefeierte Held, sorgte mit seiner Hinausstellung ohne Ersatz für die Vorentscheidung zu Ungunsten seiner Mannschaft. Nach dieser härtesten Strafe, die im Wasserball vergeben werden kann, musste Würzburg bereits im ersten Viertel vier Minuten lang in Unterzahl spielen – Düsseldorf zog in dieser Phase von 1:1 auf 6:2 davon und behielt die Führung bis zum Schluss.
In den weiteren Pokalpartien siegte die SGW Rhenania/BW Poseidon Köln mit 11:7 bei Zweitligavertreter Aachener SV 06, außerdem gewann der Post-SV Nürnberg das Duell zweier Zweitligisten gegen den Stolberger SV mit 12:8. Nürnberg seht damit als einziger unterklassiger Verein im Achtelfinale, in dem dann auch die Top-Teams der A-Gruppe in den Wettbewerb einsteigen. Zuvor werden im Januar aber noch die letzten drei Begegnungen der zweiten Runde absolviert.
Duisburg klettert durch den dritten Sieg in Serie auf Platz drei in der Bundesliga
Es war das Duell der Torjäger in der Wasserball-Bundesliga: Mit Marko Martinic (Erster) auf Ludwigsburger Seite sowie Djordje Tanaskovic (Zweiter) und Lukas Küppers (Dritter) bei den Duisburgern trafen am Wochenende bei der Partie zwischen dem SV Ludwigsburg 08 und dem ASC Duisburg die drei Führenden in der Torschützenliste aufeinander. Es war zudem das Spiel jener beiden Mannschaften, die in dieser Saison nach aktuellem Stand vermutlich den dritten Platz hinter den beiden Top-Teams aus Hannover und Spandau unter sich ausmachen werden. Entsprechend umkämpft war die Partie auch, die von zahlreichen Hinausstellungen geprägt war – am Ende setzten sich die Duisburger mit 9:7 durch, die damit ihren dritten Sieg in Folge einfuhren. Für Ludwigsburg waren fünf Treffer von Martinic nicht genug, der so aber zumindest die Spitzenposition in der Torschützenliste verteidigte.
Tabellenführer in der A-Gruppe bleiben die Wasserfreunde Spandau 04, die beim SSV Esslingen mit 18:8 gewannen, gefolgt vom amtierenden Meister Waspo 98 Hannover, der beim 20:5 gegen den OSC Potsdam keine Probleme hatte. Die Potsdamer konnten krankheits- und verletzungsbedingt allerdings nur auf elf Spieler zurückgreifen, die zusammen einen Altersdurchschnitt von gerade einmal 18,3 Jahren aufwiesen – es war das jüngste Aufgebot in der Erstligageschichte des Vereins. Mit 22 Jahren war Kapitän Konstantin Hüppe bereits der Älteste im OSC-Team.
Die Partie zwischen den White Sharks Hannover und der SG Neukölln Berlin wurde coronabedingt auf einen späteren Zeitpunkt verlegt.
Fünfter Erfolg im fünften Spiel für den SV Krefeld 1972
In der B-Staffel hat der SV Bayer Uerdingen 08 seine Erfolgsserie fortgesetzt. Gegen den SC Neustadt/Weinstraße dominierte der Tabellenführer beim 23:8, Nick Möller traf allein fünfmal. Aufsteiger Neustadt verlor danach am Sonntag auch das zweite Spiel des Wochenendes mit 2:9 beim Düsseldorfer SC 1898. Spannender verlief das Rückspiel zwischen dem bis dato punktlosen SV Weiden 1921 und dem SV Würzburg 05. Die Weidener gewannen zu Hause mit 12:10, holten damit den ersten Saisonsieg und nahmen erfolgreich Revanche für die knappe 8:9-Niederlage im ersten Bayern-Derby vor einer Woche.
Der zweite Aufsteiger Hamburger TB von 1862 bleibt dagegen in dieser Saison weiter ohne Punkte. In der C-Staffel unterlagen die Hansestädter gegen den SV Krefeld 1972 mit 3:16. Krefeld setzte sich tags darauf auch gegen den zweiten Hamburger Vertreter SV Poseidon knapp mit 10:9 durch und feierte im fünften Spiel den fünften Sieg. Paul Huber erzielte 47 Sekunden vor Schluss den entscheidenden Treffer und war auch sonst mit insgesamt vier Toren bester Mann seines Teams. In einer weiteren Partie trennten sich der Duisburger SV 1898 und die SGW Rhenania/BW Poseidon Köln 9:9.
Die Duisburger mussten außerdem im DSV-Pokal antreten und zogen durch das 16:12 beim SV Lünen 08 ins Achtelfinale ein. In einem weiteren Zweitrundenspiel bezwang Uerdingen die SpVg Laatzen 1894 mit 19:14.
Aufsteiger SSV Esslingen gewinnt in der Frauen-Bundesliga dramatisch
In der Bundesliga der Frauen standen am Wochenende bereits die letzten Punktspiele in diesem Jahr an, wobei die Partie zwischen dem SV Blau-Weiß Bochum und dem SV Bayer Uerdingen 08 wegen mehrerer Corona-Fälle bei Bayer verlegt werden musste. Gespielt wurde in Hamburg, wo der Eimsbütteler Turnverband die erste Saisonniederlage vor Wochenfrist gut verkraftet hat und durch das 15:8 gegen Waspo 98 Hannover in die Erfolgsspur zurückgekehrt ist. Maren Hinz erzielte gleich sieben Tore für die Hamburgerinnen, die damit momentan sogar die Tabelle anführen. Die eigentlich favorisierten Wasserfreunde Spandau 04 haben bislang allerdings auch noch weniger Spiele absolviert.
Dramatisch verlief das württembergische Duell zwischen Aufsteiger SSV Esslingen und dem SV Nikar Heidelberg. Esslingen siegte mit 15:14, wobei der Siegtreffer durch Junioren-Nationalspielerin Ioanna Petiki erst eine Sekunde vor dem Abpfiff fiel. Die 15-Jährige war insgesamt sechsmal erfolgreich und damit beste Torschützin ihres Teams. Für die noch punktlosen Heidelbergerinnen war es dagegen die vierte Niederlage im vierten Spiel.
Hannover erspielt sich im Finale den ersten Matchball
Der deutsche Meister Waspo 98 Hannover hat auch das zweite Finalspiel in der Wasserball-Bundesliga gegen die Wasserfreunde Spandau 04 mit 9:8 für sich entschieden und ist damit nur noch einen Sieg von der erfolgreichen Titelverteidigung entfernt. Bereits am Sonntag (14:00 Uhr) könnten die Niedersachsen die Serie im Modus „Best of Five“ mit einem weiteren Erfolg vorzeitig für sich entscheiden.
Schon das erste Spiel am Mittwoch hatte Waspo mit 12:6 gewonnen und dabei absolut dominiert. Spandaus Vereinspräsident Hagen Stamm konnte sich gar an keine höhere Niederlage seines Klubs gegen Hannover erinnern und entsprechend eindringlich an die Spandauer Spieler appelliert, es müsse nun „ein Ruck durch das Team“ gehen. Tatsächlich führten die Berliner am Samstag nach dem ersten Viertel mit 2:1. Im zweiten Abschnitt gelang dann allerdings selbst in doppelter Überzahl kein weiterer Treffer, während bei den Gästen zweimal Fynn Schütze sowie Ivan Nagaev erfolgreich waren und Hannover zur Pause mit 4:2 in Führung brachten.
Im dritten Viertel bot sich dann zunächst ein umgekehrtes Bild: Jetzt war es Waspo, das einfach nicht treffen wollte, während Spandau durch Nikola Dedovic und Marko Stamm zum Ausgleich kam, der nach seiner Schulterverletzung dieses Mal wieder mit von der Partie war. Im Schlussabschnitt hatten allerdings die Niedersachsen das bessere Ende für sich. Unter anderem waren Jorn Winkelhorst und Petar Muslim noch je zweimal erfolgreich, der zweite Treffer des Kroaten 40 Sekunden vor dem Abpfiff bedeutete letztlich die Entscheidung. Das 9:8 von Berlins bestem Torschützen Dimitri Kholod (insgesamt drei Treffer) kam anschließend zu spät, um den zweiten Sieg der Gäste noch zu verhindern. „Winkelhorst und Muslim haben zur richtigen Zeit zugeschlagen und zusammen vier wunderschöne Tore erzielt. Das dies möglich war, lag nur an einer überaus gut agierenden Defensive mit einem sehr starkem Torwart Moritz Schenkel. Da ist es auch möglich, eine Durststrecke wie im dritten Viertel auszuhalten“, sagte Waspo-Trainer Karsten Seehafer.
Potsdam sichert sich die Bronzemedaille
Den dritten Platz in der Meisterschaft hat sich derweil zum vierten Mal hintereinander der OSC Potsdam gesichert. Die Brandenburger gewannen am Samstagabend auch das zweite Spiel des Bronze-Duells auswärts mit 13:12 und machten damit in der Serie im Modus „Best of Three“ bereits frühzeitig alles klar. Nachdem der OSC bereits die erste Partie in eigener Halle mit 16:14 für sich entschieden hatte, durfte man sich nun wie schon in den Vorjahren in fremden Gewässern über die Bronzemedaille freuen. Beste Torschützen auf Potsdamer Seite waren die Nationalspieler Lukas Küppers und Reiko Zech mit jeweils vier Treffern – für Zech war es an seinem 26. Geburtstag ein ganz besonderer Triumph. Für Duisburg traf Dennis Eidner mit ebenfalls vier Treffern am besten.
Aylin Fry führt Uerdingens Frauen zum Sieg
Die Frauen von Waspo 98 Hannover musste sich am Samstag dagegen geschlagen geben, sie verloren das erste Halbfinale gegen den SV Bayer Uerdingen 08 mit 8:16. Bereits zur Pause führte der Vizemeister von 2019 mit 8:5, ehe Uerdingens Aylin Fry im dritten Viertel groß auftrumpfte und mit drei Toren binnen 70 Sekunden für die Vorentscheidung sorgte. Insgesamt war die Nationalspielerin sogar acht Mal erfolgreich und damit die mit Abstand die beste Spielerin an diesem Tag. Für Hannover traf Nikola Busauerova zweimal. Das zweite sowie ein mögliches drittes Spiel in der Serie im Modus „Best of Three“ finden am kommenden Wochenende in Uerdingen statt. Dann startet auch das zweite Halbfinalduell zwischen den Spandauer Frauen und Blau-Weiß Bochum.
Spandau setzt im Meisterschaftskampf ein Zeichen mit Sieg gegen Hannover
Pokalsieger Wasserfreunde Spandau 04 hat das erste Gipfeltreffen in der Wasserball-Bundesliga gegen Meister Waspo 98 Hannover mit 8:7 für sich entschieden. Doch es war das erwartet enge Spiel. Mit einer Ausnahme im zweiten Viertel, als Hannover kurzzeitig mit 4:2 führte, konnte sich kein Team um mehr als ein Tor absetzen. Rund drei Minuten vor dem Ende gelang dann Nikola Dedovic der Siegtreffer für die Berliner, die damit vor dem Supercup am kommenden Mittwoch (05. Mai) weiteres Selbstvertrauen getankt haben – dann treffen beide Mannschaften direkt wieder aufeinander. „Es kommen in den nächsten Wochen noch ein paar Spiele gegen Waspo, da ist es ein gutes Zeichen, dass wir das erste gleich gewonnen haben. Wir haben gezeigt, dass wir auch noch da sind“, sagte Spandaus Nationalspieler Denis Strelezkij. Waspo-Coach Karsten Seehafer gab sich dagegen zumindest nach außen hin gelassen: „Von den vielen kommenden Spielen gegen Spandau haben wir das unwichtigste knapp verloren. Beide Mannschaften sind im Augenblick auf gleichem Niveau, spannende Spiele werden zu erwarten sein.“
In den Partien zuvor hatten sich beide Teams jeweils schadlos gehalten. Berlin siegte gegen den OSC Potsdam mit 15:6 und gegen den ASC Duisburg mit 16:6, Hannover bezwang die gleichen Gegner mit 16:11 und 21:10. Die Potsdamer wiederum schlugen am Sonntag den ASC knapp mit 12:11 und sortierten sich damit in der Tabelle der Gruppe E vorerst auf Rang drei ein.
Krefeld und Duisburg stehen in der Relegation
Während diese vier Vereine bereits die Zwischenrunde absolvieren, stand in Gruppe D noch die letzte Entscheidung der Vorrunde aus. Beim Turnier in Krefeld beseitigte Gastgeber SV Krefeld 1972 gleich im ersten Spiel mit einem 11:6 gegen den Duisburger SV 1898 die letzten Zweifel am Weiterkommen und sicherte sich den Gruppensieg. In der Relegation trifft Krefeld nun auf die SG Neukölln. Die Duisburger schnappten sich später aber zumindest den zweiten Platz – sie spielen in der Relegation jetzt gegen den SV Ludwigsburg 08. Die Sieger dieser Partien haben sich für die nächste Saison 2021/22 ihren Platz in der oberen Hälfte der Bundesliga gesichert.
Bochums Frauen sichern sich das letzte Halbfinalticket
In der Bundesliga der Frauen ging es in Gruppe B darum, wer sich den letzten noch offenen Platz im Semifinale sichern kann. Das glückliche Ende hatte am Ende der SV Blau-Weiß Bochum für sich. Die Bochumerinnen gewannen erst gegen den ETV Hamburg mit 15:8, wodurch die Hamburgerinnen keine Chance mehr auf das ersehnte Halbfinalticket hatten, und bezwangen anschließend auch den SC Chemnitz 1892 mit 10:7. „Zwei Spiele binnen drei Stunden waren eine harte Nummer. Gegen Hamburg sind wir gut ins Spiel gekommen und haben relativ souverän unser Ding heruntergespielt. Gegen Chemnitz steckte uns dann noch das erste Spiel in den Knochen. Da konnten wir nicht wirklich davonziehen, haben den Sieg dann aber trotzdem relativ sicher über die Zeit gebracht. Wir sind sehr stolz darauf und freuen uns riesig auf die Playoffs“, fasste Bochums Kapitänin Felicitas Guse das Geschehen zusammen.
Die Westdeutschen treffen im Halbfinale im Modus „Best of three“ (ab 22. Mai) als nächstes auf den amtierenden Meister und Pokalsieger Wasserfreunde Spandau 04. Die Berlinerinnen entschieden durch zwei Erfolge gegen Waspo 98 Hannover (22:6) und den SV Bayer Uerdingen 08 (15:13) auch das zweite Turnier für sich, mussten dabei aber zumindest gegen Vizemeister Uerdingen deutlich mehr kämpfen als noch beim ersten Aufeinandertreffen vor einer Woche. Nach den ersten drei Vierteln stand es im Spitzenspiel immer noch unentschieden, erst im letzten Abschnitt machte Spandau schließlich den Sieg klar. Das andere Halbfinale bestreiten Uerdingen und Hannover – am Sonntag hatten in dieser Partie die Bayer-Frauen mit 15:11 knapp die Nase vorn.
Deutsche Vertreter in der Champions League zeigen sich stark verbessert
Nach dem deutlichen 10:3 seiner Mannschaft gegen Dinamo Tiflis (GEO) geriet Karsten Seehafer regelrecht ins Schwärmen. „Ich denke, das war einer unserer besten Auftritte, die wir jemals in der Champions League hingelegt haben“, jubelte der Trainer von Waspo 98 Hannover. „An diesem Tag hat einfach alles genauso gepasst, wie wir es geplant hatten, alle Spieler haben ihre Aufgaben perfekt erfüllt.“ Zwischenzeitig führte der deutsche Meister bereits mit 9:0, ehe Tiflis 95 Sekunden vor Schluss den Bann brechen und Waspos Nationaltorwart Moritz Schenkel zum ersten Mal überwinden konnte. Damit stellte Hannover sogar einen neuen Rekord für diesen Wettbewerb auf: Nie zuvor war es einer Mannschaft in der Gruppenphase der Champions League gelungen, den Gegner so lange torlos zu halten.
„Wir haben ein sehr gutes Spiel gespielt, sehr strukturiert. Das gesamte Team hat großartig verteidigt, alle haben füreinander eingestanden. Das hat es mir ermöglicht, so viele Paraden zu haben“, reichte Schenkel das Kompliment an das ganze Team weiter.
Überhaupt präsentierte sich Waspo beim zweiten Turnier der Königsklasse in Budapest (HUN) stark verbessert. „Wir haben einen großen Schritt nach vorne gemacht“, sagte Seehafer, nachdem man beim ersten Turnier vor Weihnachten in drei Spielen noch ohne Punkt geblieben war. Diesmal zeigte Hannover auch in den Partien gegen AN Brescia (ITA) und Zodiac CN Barceloneta (ESP) eine gute Leistung – beide Spiele gingen dennoch mit 11:19 und 8:12 verloren, wobei es vor allem im Duell mit Brescia über weite Strecken enger zuging, als es das Ergebnis am Ende widerspiegelte.
Das letzte Spiel gegen Jadran Carine Herceg Novi (MON) gewann der deutsche Meister am Freitag dann mit 9:4 und revanchierte sich damit für die knappe Niederlage im Hinspiel. „Wir werden zusehends taktisch besser, kontrollieren das Spiel, stehen sicher in der Verteidigung und behalten im Angriff die Geduld“, bilanzierte Seehafer. Mit nunmehr sechs Punkten rangiert Waspo in der Tabelle der Gruppe B auf Platz vier und geht mit viel Zuversicht in die abschließenden Gruppenspiele, die Mitte April erneut in Turnierform ausgetragen werden.
Pokalsieger Spandau mit fünf Punkten und guten Auftritten gegen zwei Topteams
Auch der deutsche Pokalsieger Wasserfreunde Spandau 04 konnte bei seinem Turnier in Ostia (ITA) mit fünf Punkten aus vier Spielen überzeugen. „Das hat uns wohl kaum jemand vor dem Turnier zugetraut. Es war ein wichtiges Erlebnis für das eigene Selbstgefühl. Wir können also doch noch Wasserball spielen“, kommentierte Trainer Petar Kovacevic.
Die ersten drei Spiele im Dezember hatte Spandau, geschwächt durch mehrere Coronafälle im Team und weitere Verletzungen, allesamt verloren. Dieses Mal feierten die Berliner gleich zum Auftakt beim 7:7 gegen CN Marseille (FRA) den ersten Punktgewinn, dem sie tags darauf ein deutliches 12:6 gegen die Italiener von CC Ortigia folgen ließen. Torhüter Laszlo Baksa glänzte in beiden Partien mit starken Paraden.
Entsprechend selbstbewusst gingen die Wasserfreunde anschließend auch in das Duell mit dem Spitzenteam Jug Adriatic Dubrovnik (CRO) und war gegen den Ex-Champion beim 10:12 nah dran an einer Sensation. „Das war erneut ein gutes Spiel von uns, in dem wir uns leider am Ende nicht noch mehr belohnt haben“, sagte Kovacevic. Auch beim abschließenden 8:8 gegen Olympiacos Piräus (GRE) zeigten die Berliner wieder eine starke Leistung und führten gegen den CL-Gewinner von 2018 und Finalisten von 2019 bis kurz vor Schluss, ehe Piräus 14 Sekunden vor dem Abpfiff doch noch den Ausgleich erzielte. „Schade, wir hätten den Sieg verdient“, meinte Kovacevic. „Insgesamt bin ich trotzdem sehr zufrieden. Wir sind weiterhin im Rennen um das Final Eight.“ Als Fünfter der Gruppe A hat Spandau mit fünf Punkten nur zwei Zähler Rückstand auf Marseille, auch Piräus (zehn) ist noch in Reichweite. Die ersten vier qualifizieren sich für das Finalturnier vom 03. - 05. Juni in Hannover.
"Schwimmhallen müssten wie Schulen behandelt werden"
Nach dem Corona-Gipfel von Bundeskanzlerin und den Ministerpräsident*innen der Länder wird der Lockdown nach Beschluss vom Mittwoch bis 28. März verlängert, erstmals wurden nun aber einzelne Öffnungsschritte für den Sport genannt. „Wie viele Menschen freue ich mich, dass es nun endlich einen konkreten Plan gibt, an dem man sich orientieren kann. Ich bin jedoch mehr als enttäuscht, dass für unseren Wassersport nicht mehr zugelassen wird. Wir stehen seit langem bereit, verantwortungsvoll ein Teil der Lösung zu werden, aber man gibt uns nicht die Chance dazu. In Hinblick auf die Schwimmausbildung unserer Kinder finde ich das geradezu verantwortungslos.“, sagt Marco Troll, Präsident des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV). >> Die Öffnungsschritte für den Sport als Grafik (Quelle: DOSB) Die beschlossenen Lockerungsschritte für den Sport sehen wie folgt aus: Bei stabiler 7-Tage-Inzidenz von unter 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner ist ab 08. März kontaktfreier Sport von maximal zehn Menschen an der frischen Luft zugelassen - bei Inzidenz zwischen 50 und 100 allerdings nur fünf Menschen aus maximal zwei Haushalten. Im Altersbereich unter 14 Jahren sind Gruppengrößen bis zu 20 erlaubt. Laut den Angaben des RKI wäre ersteres aktuell nur in Rheinland-Pfalz möglich, zweiteres in allen anderen Bundesländern außer Thüringen. Für den hiesigen Schwimmsport zielführender würde aber wohl erst die nächste Stufe: Ab 22. März wäre dann bei einer 7-Tage-Inzidenz, die sich 14 Tage lang nicht verschlechtert hat und stabil unter 50 Neuinfektionen liegt, dann wieder kontaktfreier Sport drinnen und sogar Kontaktsport draußen erlaubt. Bei einer Inzidenz an drei aufeinander folgenden Tagen bei mehr als 50 oder stabil/sinkend unter 100 Neuinfektionen wäre ein tagesaktueller Covid-19-Test nötig, wenn sich mehrere Haushalte zum kontaktfreien Sport drinnen oder Kontaktsport draußen treffen wollen. Das könnte bei günstigem Pandemieverlauf also das erste Szenario für die Öffnung von Schwimmhallen werden. Frühestens ab 05. April ist dann auch Kontaktsport (z.B. Wasserball) drinnen erlaubt, wenn sich die 7-Tage-Inzidenz 14 Tage lang nicht verschlechtert hat und die Inzidenz stabil unter 50 Neuinfektionen liegt. Liegt die Inzidenz an drei aufeinander folgenden Tagen bei mehr als 50 oder gibt es eine stabile/sinkende Inzidenz unter 100 Neuinfektionen, wäre kontaktfreier Sport dann auch drinnen erlaubt und Kontaktsport draußen ohne Testzwang.
Frühere Öffnung der Freibäder gefordert
„Natürlich hängt viel vom weiteren Pandemieverlauf und der Ausbreitung der Mutanten ab. Und es ist zweifellos auch richtig, bei den Öffnungen schrittweise vorzugehen und vorsichtig zu bleiben“, sagt Troll. „Warum Blumenmärkte aber vor Schwimmhallen öffnen dürfen, erschließt sich mir absolut nicht. Meiner Meinung nach müssten Schwimmhallen wie Schulen behandelt werden und unter Einhaltung von Hygienekonzepten sofort geöffnet werden. Schon vor dem letzten Gipfeltreffen haben wir von Seiten der Politik ein Bekenntnis zum Kulturgut Schwimmen gefordert, die Unterstützung von Vereinen und vor allem das Vertrauen in den organisierten Sport. Die jetzigen Öffnungsschritte spiegeln meiner Meinung nach keinen dieser Punkte wider. Und anders als im Einzelhandel geht es bei uns nicht um Umsatz, sondern um Leben und Gesundheit“, so Troll. Nicht nur für die Schwimmausbildung der Kleinsten, auch für den Re-Start des Vereins- und Breitensports wünscht sich Troll mehr Rückendeckung durch die Regierung. „Es braucht endlich ein klares Bekenntnis zum Kulturgut Schwimmen auf allen politischen Ebenen. Auch wenn Kommunen jetzt wegen Corona unter erheblichen Steuerausfällen leiden, darf es deswegen nicht zu Sparmaßnahmen beim Bäderbetrieb kommen. Im Gegenteil, ich würde mir wünschen, dass die Verantwortlichen sich sogar ganz bewusst für eine vorzeitige Öffnung im April und im Herbst dann auch eine spätere Schließung ihrer Freibäder entscheiden. Und für eine maximale Verlängerung der Nutzungszeiten in den Hallen, sobald diese wieder öffnen dürfen. Sonst können wir den durch Corona entstandenen Ausbildungsstau nicht aufarbeiten“, sagte Troll. Auch sonst müsse man epidemiologisch vertretbare Lösungen viel konsequenter nutzen. Troll: „Die Menschen brauchen nach ihren Sport und die Bewegung einfach, körperlich und seelisch.“ Und zwar auch, wenn die Infektionszahlen - wie von einigen Expert*innen bereits berechnet - wieder steigen sollten.
DSV-Wasserspringer*innen holen bei den World University Games Schwung für die WM
Doppelt hält besser, heißt es. Oder in diesem Fall: springt besser. Darauf setzen zumindest die Wasserspringer*innen des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV). Bevor sie am 21. Juli zu den Weltmeisterschaften nach Singapur aufbrechen, wo dann am 26. Juli die Wettbewerbe im Wasserspringen beginnen (die im High Diving schon zwei Tage eher), steht für große Teile des WM-Teams nämlich noch ein Start in Berlin bei den FISU World University Games 2025 an.
Die Weltspiele der Studierenden (ab 17. Juli) dienen als Generalprobe für den eigentlichen Saisonhöhepunkt direkt im Anschluss. „Die University Games sind stark besetzt und damit eine gute Einstimmung auf Singapur. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass wir auch bei zwei Wettkämpfen hintereinander bei beiden sehr leistungsstark sein können, vor allem dann auch beim zweiten Wettkampf“, sagt Chef-Bundestrainer Christoph Bohm. Auch seine Athletin Lena Hentschel (Berliner TSC) meint: „Das ist ein idealer Vorbereitungswettkampf. Dass dieser auch noch auf unserer Heimschanze stattfindet, ist umso schöner.“
Das starke EM-Ergebnis hat das Team zusätzlich beflügelt
Von der Universiade wollen die DSV-Wasserspringer*innen weiteren Rückenwind mitnehmen, nachdem im Mai bereits die Europameisterschaften so glanzvoll verlaufen waren. Lena Hentschel und Vereinskollegin Pauline Pfeif bei den Frauen sowie Moritz Wesemann (SV Halle) bei den Männern waren dort mit je vier Medaillen die erfolgreichsten Teilnehmer*innen. Insgesamt gewann jedes Teammitglied mindestens einmal Edelmetall, am Ende holte Deutschland damit auch den Sieg in der Team-Trophy. „Das war ein super Erfolg und hat uns für den weiteren Saisonverlauf sehr beflügelt. Wir haben gezeigt, dass wir mit Blick auf die Weltmeisterschaften in guter Verfassung sind“, sagt Hentschel.
Im Weltvergleich hängen die Trauben zwar höher. Die Ambitionen sind trotzdem groß. „Wir wollen mit allen unseren Starter*innen ins Finale kommen und auch in Richtung Podium schielen“, betont Bundestrainer Bohm. Er freut sich, dass neben den etablierten Größen auch junge Athlet*innen wie Ole Rösler (WSC Rostock) oder Luis Avila Sanchez (Berliner TSC) sich gut entwickelt haben. „Die Tendenz stimmt. An der einen oder anderen Stelle braucht es noch ein bisschen mehr Stabilität und Qualität, aber wir sind auf einem guten Weg.“
Die größten Medaillenchancen bestehen bei einer WM traditionell in den Synchrondisziplinen und im Team-Event. Mit dem 3m-Synchronpaar im Mixed mit Hentschel und Avila Sanchez hat hier zuletzt auch ein neu zusammengestelltes Paar auf sich aufmerksam gemacht. Erst kurz vor Weihnachten probierten die beiden diese Kombination erstmals aus, keine fünf Monate später sprang bei dieser „Schnapsidee“, wie Lena Hentschel es nennt, direkt EM-Gold heraus. „Bei der WM wollen wir an diese Leistung anknüpfen“, sagt sie. „Wir wissen, was wir können, bei der EM haben wir das Paar aus Italien hinter uns gelassen, das auch schon bei Weltmeisterschaften auf dem Treppchen war. Also können wir in Singapur wirklich vorne mitspringen. Das Ziel ist Platz drei bis sechs.“
Bei der WM gilt in den Einzeldisziplinen wieder der altbewährte Modus
Im Einzel dürfte Moritz Wesemann am aussichtsreichsten sein, der in diesem Jahr auch schon beim Weltcupfinale Bronze vom 3m-Brett gewinnen konnte. Nachdem dort in den Einzeldisziplinen erstmals ein neuer Modus mit K.o.-System ausprobiert wurde, gilt bei der WM nun wieder das klassische Format mit Vorkampf, Halbfinale und Finale. „Der veränderte Modus hat wirklich Spaß gemacht und ganz neue Action reingebracht. Aber für die Weltmeisterschaften ist das altbewährte System sicher fairer, damit sich am Ende auch wirklich die Besten durchsetzen“, sagt er.
Wesemann tritt außerdem im 3m-Synchronspringen an, zusammen mit Timo Barthel (SV Halle). Nach EM-Gold in Belek (TUR) wollen sie jetzt auch auf der Weltbühne ein gutes Ergebnis erreichen. „Wir haben einen sehr ähnlichen Sprungstil mit guter Höhe und hohen Drehgeschwindigkeiten, darum passt das einfach sehr gut zusammen“, sagt Wesemann. Und das, obwohl sie das Synchronspringen bislang gar nicht so viel trainiert hätten – sicher auch weil er bekanntlich in den USA studiert. Vor diesem Hintergrund kommen die World University Games kurz vor der WM ebenfalls nochmal sehr gelegen.
Der WM-Zeitplan im Wasserspringen mit allen DSV-Starts:
Donnerstag, 24. Juli
05:00 Uhr High Diving 20m Frauen (Runde 1-4): Iris Schmidbauer
08:00 Uhr High Diving 27m Männer (Runde 1-4)
Freitag, 25. Juli
05:00 Uhr High Diving 20m Frauen (Runde 1-4): Iris Schmidbauer
08:00 Uhr High Diving 27m Männer (Runde 1-4)
Samstag, 26. Juli
04:00 Uhr 1m-Brett Frauen (VK): Lena Hentschel
05:00 Uhr High Diving 20m Frauen (Runde 5): Iris Schmidbauer
06:00 Uhr High Diving 20m Frauen (Runde 6): Iris Schmidbauer
09:30 Uhr Team-Event: Deutschland (genaue Besetzung erfolgt kurzfristig)
12:00 Uhr 1m-Brett Frauen
Sonntag, 27. Juli
04:00 Uhr 1m-Brett Männer (VK): Lou Massenberg, Moritz Wesemann
05:00 Uhr High Diving 27m Männer (Runde 5)
06:00 Uhr High Diving 27m Männer (Runde 6)
09:00 Uhr Mixed-Turm-Synchronspringen
11:30 Uhr 1m-Brett Männer
Montag, 28. Juli
04:00 Uhr 3m-Synchronspringen Männer (VK): Timo Barthel, Moritz Wesemann
07:30 Uhr Turm-Synchronspringen Frauen (VK): Carolina Coordes, Pauline Pfeif
10:00 Uhr 3m-Synchronspringen Männer
12:00 Uhr Turm-Synchronspringen Frauen
Dienstag, 29. Juli
03:00 Uhr 3m-Synchronspringen Frauen (VK): Lena Hentschel, Jette Müller
06:00 Uhr Turm-Synchronspringen Männer (VK): Luis Avila Sanchez, Jaden Eikermann
09:30 Uhr 3m-Synchronspringen Frauen
11:30 Uhr Turm-Synchronspringen Männer
Mittwoch, 30. Juli
04:00 Uhr Turmspringen Frauen (VK): Pauline Pfeif
11:00 Uhr Mixed-3m-SynchronspringenLena Hentschel, Luis Avila Sanchez
Donnerstag, 31. Juli
03:00 Uhr 3m-Brett Männer (VK): Timo Barthel, Moritz Wesemann
09:30 Uhr Turmspringen Frauen (HF)
12:15 Uhr Turmspringen Frauen
Freitag, 01. August
03:00 Uhr 3m-Brett Frauen (VK): Lena Hentschel, Jette Müller
08:00 Uhr 3m-Brett Männer (HF)
11:30 Uhr 3m-Brett Männer
Samstag, 02. August
03:00 Uhr Turmspringen Männer (VK): Jaden Eikermann, Ole Rösler
09:00 Uhr 3m-Brett Frauen (HF)
12:00 Uhr 3m-Brett Frauen
Sonntag, 03. August
04:00 Uhr Turmspringen Männer (HF)
11:30 Uhr Turmspringen Männer
Isbael Gose träumt von der nächsten WM-Medaille in Budapest
Im Sommer sorgten Lukas Märtens und Isabel Gose mit Gold und Bronze bei den Spielen von Paris für viel Euphorie rund um den Deutschen Schwimm-Verband e.V. (DSV). Wenn mit den Kurzbahn-Weltmeisterschaften in Budapest (HUN/10. – 15. Dezember) die ersten internationalen Titelkämpfe der nacholympischen Saison anstehen, rücken beide nun wieder ins Rampenlicht. Allerdings treten sie in Ungarns Hauptstadt mit völlig unterschiedlichen Erwartungen an.
Goldjunge Märtens sieht die Rennen in der Duna-Arena „nur als Trainingswettkampf“. Neben dem Rennen über „seine“ 400m Freistil sind dabei nur noch zwei Staffeleinsätze geplant. In Topform ist der 22-Jährige nämlich noch lange nicht wieder. Eine Nasen-OP hatte nach dem Urlaub für zusätzliche trainingsfreie Wochen gesorgt, auch wurde noch so mancher PR-Termin wahrgenommen. „Die körperliche Fitness fehlt noch ein bisschen. Es wird Zeit, dass er den Fokus wieder voll auf den Sport ausrichtet,“ sagte Bundestrainer Bernd Berkhahn auf der WM-Pressekonferenz des DSV. Von der WM reist Märtens übrigens einen Tag eher ab, um am finalen Sonntag (15. Dezember) bei der Ehrung von Deutschlands Sportler*innen des Jahres in Baden-Baden dabei sein zu können.
Erneutes Duell mit der Italienerin Simona Quadarella
Gose dagegen ist schon wieder voll im Angriffsmodus. „Ich bin gesundheitlich gut durchgekommen. Im Training läuft es dank Bernd schon wieder ganz gut. Ich freue mich auf Budapest“, meinte die 22-Jährige vom SC Magdeburg. So viel Rummel wie bei Märtens war bei ihr nicht angesagt. Wohl auch deshalb hat sie sich neben den Olympiaringen auf den Oberarm noch „Just keep swimming“ als Sprüchlein auf die Hüfte tätowieren lassen. „Mit Olympiabronze habe ich mir einen Riesenwunsch erfüllt. Aber der Hype war schnell vorbei, inzwischen ist alles wie immer“, meinte Gose.
Aber genau das könnte jetzt zum Vorteil werden. Denn mit Katie Ledecky (USA) ist die Dominatorin auf den Langstrecken in Ungarn nicht dabei, im Kampf gegen Lani Pallister (AUS), die Olympiazweite Anastasia Kirpichnikova (FRA) und Dauerrivalin Simona Quadarella (ITA), die Gose zwar WM-Gold in Katar wegschnappte und in Paris dafür dann leer ausging, ist auch auf der Kurzbahn so einiges möglich. Das weiß auch Gose, die bei der Langbahn-WM im Februar in Doha (QAT) schon dreimal Edelmetall einheimste. Selbstbewusst sagte sie vor der Abreise am Sonntag über ihre Ziele: „Ich will Bestätigung für das, was ich im Sommer erreicht habe.“ Gose jagt nächste WM-Medaille in Budapest: Es wäre schließlich der perfekte Ausklang für ein überaus erfolgreiches Jahr.
Ungewöhnliche Startzeit für Weltrekordler Florian Wellbrock
Seit sechs Jahren schon schwimmt Florian Wellbrock ganz vorn mit in der Weltspitze und gewann dabei auch schon alle großen Titel, die es überhaupt gibt in seinem Sport. Bei den Kurzbahn-Weltmeisterschaften in Budapest (HUN/10. – 15. Dezember) erlebt der 27-Jährige vom SC Magdeburg am kommenden Dienstag trotzdem noch einmal etwas ganz Neues. Nach seinem WM-Rennen über 1500m Freistil wird er als Weltrekordhalter diesmal stundenlang warten müssen, bis er seine finale Platzierung weiß.
>> Startlisten und Ergebnisse der Kurzbahn-WM
Zur Erklärung: Auf den langen Kraulstrecken gibt es bei diesen Kurzbahn-Titelkämpfen keine Vorläufe. Stattdessen werden die Rennen direkt als Entscheidung in verschiedenen Zeitläufen ausgetragen, die nach den jeweiligen Meldezeiten besetzt werden. Nur der jeweils schnellste Lauf mit den Top Acht ist dabei im Finalabschnitt angesetzt, alle anderen Zeitläufe finden schon am Ende des Vormittagsabschnitts statt. Weil Wellbrock im rund eineinhalbjährigen Qualifikationszeitraum wegen der Konzentration auf Olympia kein Kurzbahnrennen geschwommen war und den geplanten Weltcupstart in Singapur Ende Oktober wegen eines Bundeswehr-Pflichttermins für alle Sportsoldat*innen streichen musste, konnte er auf dieser Strecke wie auch Landsmann Sven Schwarz für Budapest nun nur mit seinen Zeiten von der 50m-Bahn gemeldet werden.
Und diese Meldezeit ist über 1500m Freistil fast 30 Sekunden langsamer als sein 2021 beim WM-Triumph aufgestellter Weltrekord von 14:06,88 Minuten. Laut der inzwischen offiziell veröffentlichtene Startliste reicht diese Zeit nicht für die Top Acht der Meldeliste und Wellbrock muss demnach bereits um die Mittagszeit schwimmen.
Vielleicht ist es aber auch gut, dass Wellbrock nicht so viel auf die Konkurrenz schauen muss. Das hat er zuletzt beim Weltcupsieg im Freiwasser in Saudi-Arabien nämlich auch nicht getan, sondern ist einfach allen davon geschwommen. Nach den enttäuschenden Ergebnissen bei den Olympischen Spielen konnte Wellbrock damit allen zeigen, dass weiterhin mit ihm weiter zu rechnen ist. „Flo hat eine relativ lange Pause gemacht. Mit sieben Wochen die längste, die er bisher überhaupt gemacht hat. Danach ist er dann von Tag eins mit hundertzehn Prozent wieder eingestiegen ins Training und hat sehr dolle Gas gegeben in jeder Einheit. Er ist daher in guter Verfassung“, sagte Bundestrainer Bernd Berkhahn auf der WM-Pressekonferenz des DSV.
WM-Zeitplan mit allen DSV-Starts
Es heißt also auch bei dieser Kurzbahn-WM: Wellbrock kann vorn mitmischen. Vollständig aufgearbeitet und abgehakt ist Enttäuschung von Paris aber natürlich noch nicht. Kann sie noch nicht sein. „Das ist überhaupt nicht abzuhaken, was da passiert ist in Paris, das wird niemals abgehakt sein. Das gehört jetzt einfach zu seiner Karriere, und es geht einfach darum, wie geht Flo damit um. Kann er das nutzen, um eine positive Energie daraus zu schöpfen? Ich denke, er ist auf einem sehr guten Weg“, so Berkhahn. Dafür spreche nicht nur der Weltcupsieg in Saudi-Arabien. Auch bei den Landesmeisterschaften von Sachsen-Anhalt in Dessau sei er auf zwei Nebenstrecken bereits persönliche Kurzbahn-Bestzeiten geschwommen.
Alle WM-Rennen im Livestream bei Eurovisionsport
Zu viel will Berkhahn über die Analyse öffentlich aber gar nicht reden, einiges wäre auch gar nicht „so scharf zu identifizieren“. Den Prozess an sich aber empfindet er als positiv und bereichernd. „Das hat uns in unserer Zusammenarbeit noch mal ein bisschen enger zusammengebracht. Nach zehn gemeinsamen Jahren ist das noch mal ein Schritt gewesen. Wir versuchen jetzt, Flo sicherer aufzustellen für kommende Herausforderungen. Dass wir nicht wieder irgendwelche Unsicherheiten haben bei Wettkämpfen. Das ist noch ein weiter Weg.“ Die WM in Budapest dabei aber ein wichtiger Zwischenschritt.
Alle WM-Rennen (Vorläufe ab 09:00 Uhr, Finals ab 17:30 Uhr) sind live bei Eurovisionsport (oder über die gleichnamige App) zu sehen; nach einmaliger Registrierung sind die Wettbewerbe dort kostenfrei verfügbar. Maj-Britt Kott, die auch bei DSV-Veranstaltungen als Sprecherin im Einsatz ist, übernimmt die deutsche Kommentierung im Livestream. Die Ergebnisse gibt es wie gewohnt entweder direkt über die Seite von World Aquatics oder bei Omega Timing.
Das DSV-Team für die Kurzbahn-WM 2024
Frauen: Isabel Gose (SC Magdeburg), Nicole Maier, Nina Sandrine Jazy (beide SG Essen), Nina Holt (SG Mönchengladbach), Julia Mrozinski (SCW Eschborn), Nele Schulze (SG Neukölln Berlin)
Männer: Cedric Büssing, Marius Kusch (beide SG Essen), Ole Braunschweig, Kaii Liam Winkler (beide SG Neukölln Berlin), Lukas Märtens, Florian Wellbrock (beide SC Magdeburg), Sven Schwarz, Martin Wrede (beide Waspo 98 Hannover), Melvin Imoudu (Potsdamer SV), Lucas Matzerath (SG Frankfurt), Rafael Miroslaw (SG HT16 Hamburg), Artem Selin (SC Wiesbaden 1911), Timo Sorgius (SSG Leipzig)
