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Florian Wellbrock gewinnt Weltcup-Auftakt in Ägypten und bucht WM-Ticket

Das neue Jahr begann beim Freiwasserschwimmen so, wie das vorherige endete: mit einem Weltcupsieg von Florian Wellbrock. Das Auftaktrennen 2025 über 10km in Soma Bay (EGY) gewann der 27-Jährige vom SC Magdeburg am Freitag in beeindruckend überlegener Manier. Nach 2:01:33,6 Stunden schlug der Olympiasieger von 2021 deutlich vor Logan Fontaine (FRA/2:01:44,1) und Weltcup-Titelverteidiger Marc-Antoine Olivier (FRA/2:01:44,4) an.

>> Alle Zeiten und Platzierungen des Weltcup-Auftakts

Damit sicherte sich Wellbrock zugleich auch das Ticket für die Weltmeisterschaften in Singapur (SGP/11. Juli – 03. August, die Freiwasserrennen sind vom 15. – 20. Juli), denn wie andere Nationen nutzte der Deutsche Schwimm-Verband e.V. (DSV) den ersten Weltcup des Jahres dafür als Qualifikationsrennen. Nach Olympiasilber in Paris (FRA) für die WM 2025 fest gesetzt worden war vorab Oliver Klemet (SG Frankfurt), der 22-Jährige war auf Rang 21 (2:02:25,8) in Soma Bay am Freitag zweitbester Deutscher. Jonas Kusche (SC Chemnitz) belegte zudem Rang 38 (2:04:31,4), Moritz Bockes (SG Stadtwerke München) Rang 40 (2:04:59,5), Noah Lerch (SSG Günzburg-Leipheim) kam auf Rang 41 (2:04:59,6). Niklas Frach (SG Frankfurt) brach das Rennen vorzeitig ab.

Die ägyptische Halbinsel Soma Bay gilt im Schwimmsport als perfekter Ort, um im Winter bei Sonnenschein trainieren zu können. Auch die DSV-Nationalmannschaft Beckenschwimmen hatte hier im Januar deswegen ein Trainingscamp absolviert. Die Freiwasserelite traf wie erwartet auf angenehme 21,5 Grad Wassertemperatur im Roten Meer, allerdings sorgte starker Wind mit bis zu 50km/h schnellen Böen für insgesamt schwierige Bedingungen.

Gelassenheit als Schlüssel zum Erfolg für Wellbrock

Nur Wellbrock schienen Wind und Wellen nichts anhaben zu können. Wie so oft setzte er sich bald an die Spitze des 69 Mann starken Feldes und diktierte an der Spitze das Tempo nach Belieben. Attacken einzelner Rivalen fing Wellbrock nach kurzer Zeit stets wieder ein. Und auf dem letzten Kilometer kraulte er dann einfach allen auf und davon, niemand konnte ihm da mehr folgen. „Das WM-Ticket war diesmal eher mein Ziel als eine Podiumsplatzierung. Um so schöner ist das Ergebnis nun für mich“, sagte Wellbrock im Ziel. „In Runde fünf haben die Franzosen richtig Druck gemacht, da war ich kurzzeitig nur auf Rang sechs oder sieben. Aber das haben sie später dann bitter bereut bei diesen Bedingungen. Es war auf jeden Fall clever, da die Ruhe zu bewahren und dann alles in die letzte Runde zu packen.“

Das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten war also der Schlüssel zum Sieg. Und nicht nur das. Wellbrock hatte zuletzt sogar das Trainingslager in Südafrika ausgelassen, stattdessen Frau Sarah und seine Eltern in den Winterurlaub begleitet. „Ich bin sehr ruhig in die Saison gestartet, habe viel mit meiner neuen Mentaltrainerin gearbeitet. Nun zeigt sich, dass der Ansatz mit mehr Ruhe und Gelassenheit besser funktioniert. Denn es war ja nie so, dass ich plötzlich nicht mehr Schwimmen kann. Ich habe es in Paris halt nur nicht ins Wasser gebracht.“

Oliver Klemet war dagegen nicht zufrieden mit seiner Leistung beim Weltcupauftakt. „Ich war am Anfang zu weit hinten, da gab es sehr viel Körperkontakt, nicht nur an den Bojen. Dann habe ich mich zwar nach vorn gearbeitet und lag in der vierten Runde sogar kurz mal an der Spitze. Aber am Ende haben dann einfach Energie und Kraftausdauer gefehlt bei diesen schwierigen Bedingungen“, sagte der Silbermedaillengewinner von Paris. Olympiasieger Kristóf Rasovszky (HUN) war in Ägypten nicht am Start.

Isabel Gose wird Weltcup-Vierte bei ihrer Freiwasser-Premiere

Im Pool gehört Isabel Gose längst zu erfolgreichsten Schwimmerinnen der Welt, am Freitag gelang der 22-Jährigen vom SC Magdeburg eine beeindruckende Premiere im Freiwasser. Beim Weltcup-Auftakt in Soma Bay wurde Gose in 2:08:35,9 Stunden auf Anhieb Vierte in ihrem allerersten 10km-Rennen überhaupt.

Die Olympiadritte von Paris über 1500m Freistil gewann dabei den Spurt der Verfolgerfeldes, nachdem sich nach vier von sechs Runden eine dreiköpfige Spitzengruppe abgesetzt hatte. Die wie der bei den Männern erfolgreiche Florian Wellbrock ebenfalls in Magdeburg trainierende Moesha Johnson (AUS/2:06:34,6) sicherte sich darin den Tagessieg vor Ginevra Tadeucci (ITA/2:06:37,6) und Chelsea Gubecka (AUS/2:06:51,0).

WM-Ticket auch für Jeannette Spiwoks

Aus der Mannschaft des DSV schafften es Jeannette Spiwoks (SG Essen) als Sechste (2:08:37,7) und Lea Boy (SV Würzburg 05) als Achte (2:08:43,4) ebenfalls in die Top Ten. Celine Rieder (Sport-Union Neckarsulm) belegte zudem Rang 18 (2:09:09,1). Laut DSV-Nominierungsrichtlinien haben sich Gose und Spiwoks damit die WM-Tickets für den kommenden Sommer erkämpft.

„Letztlich ist es auch nur Schwimmen, die Geschwindigkeit war gut machbar. Aber ich war ganz schön genervt zwischendurch. Denn da wird kräftig ausgeteilt. Man hatte mir das vorher zwar alles so erzählt, aber so richtig geglaubt hatte ich es nicht. Jetzt habe ich es am eigenen Leib erfahren, schön ist was anderes“, erzählte Gose hinterher. Die Olympiadritte und Kurzbahn-Weltmeisterin über 1500m Freistil hatte sich meist relativ weit vorn im Feld platziert. „Bei ein, zwei Bojen habe ich dann aber harte Schläge abbekommen und bin zurückgefallen beim Versuch, dem aus dem Weg zu gehen. Dadurch habe ich dann auch zu spät gesehen, dass vorn schon drei dann zu weit weg waren.“

Auch Bundestrainer Bernd Berkhahn lobte: „Das hat Isabel trotz der schwierigen Bedingungen alles sehr souverän gemeistert. So, als ob schon seit Jahren dabei wäre.“ An ihren Plänen ändern will Gose trotz der Topplatzierung in Ägypten aber erst einmal nichts, das Beckenschwimmen soll auch künftig ihre Heimat bleiben. „Im Freiwasser liegt mein Fokus vor allem auf der Staffel“, so Gose. Am Samstag (11:00 Uhr, live bei Eurovisionsport) steht in Soma Bay bereits ihre nächste Premiere an.

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Börstler und Liebmann sorgen für erfolgreichen JEM-Abschluss in Vilnius

Zum Abschluss der Europameisterschaften der Junior*innen in Vilnius (LTU) hat die Mannschaft des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) am Sonntag zwei weitere Bronzemedaillen gewonnen. Mit insgesamt 13-mal Edelmetall wurde Deutschland damit gemeinsam mit Großbritannien die zweiterfolgreichste Nation dieser Titelkämpfe hinter Italien (25 Medaillen).

Für das Highlight des Tages aus DSV-Sicht sorgte erneut Johannes Liebmann. Der 17-Jährige vom SC Magdeburg wurde über 400m Freistil in 3:49,32 Minuten Dritter hinter Alessandro Ragaini (ITA/3:47,96) und Ahmet Burak Isik (TUR/3:48,53). Der Schützling von Trainer Stefan Döbler gewann damit nicht nur seine vierte JEM-Medaille in diesem Sommer, er tilgte damit auch einen der ältesten deutschen Jahrgangsrekorde aus den DSV-Listen – die bisherige Bestmarke von 3:51,84 hatte Sven Lodziewski im Jahr 1982 beim WM-Bronze für die DDR ausgestellt. Der Wechsel aus Elmshorn zum Bundesstützpunkt in Sachsen-Anhalt im vorigen Sommer hat sich für Liebmann auf jeden Fall ausgezahlt.

>> Alle JEM-Ergebnisse auf einen Blick

Mit neuem Altersklassenrekord auf das JEM-Podest schaffte es am Sonntag auch noch Liebmanns Vereinskollegin Anna Maria Börstler (SC Magdeburg). Über 50 Schmetterling musste sie in 26,44 Sekunden nur den zeitgleichen Martine Damborg (DEN) und Jana Pavalic (CRO/beide 26,21) den Vortritt lassen, seit 2013 hatte Alexandra Wenk mit 26,54 die deutsche Bestmarke für die 18-Jährigen gehalten.  Die Winzigkeit von einer Hundertstelsekunde fehlte Linda Roth (SV Cannstatt) mit ihrer Zeit von 2:14,38 Minuten über 200m Lagen zu einer Medaille, Gold ging hier an Laura Cabanes Garzas (ESP/2:13,25). Noelle Benkler (SV Nikar Heidelberg) wurde in diesem Finale Achte (2:16,96).

Weitere Jahrgangsrekorde durch Schneider und Biltaev

Ebenfalls Vierter wurde Subäjr Biltaev (SV Cannstatt) über 100m Brust, trotz des neuen deutschen Jahrgangsrekords von 1:01,14 Minuten fehlten ihm vier Hundertstelsekunden zur zweiten Medaille. Den Titel gewann Evangelos Efraim Ntoumas (GRE/1:00,80). Sechste über 100m Brust wurde Hannah Schneider (Hofheimer SC), ihre 1:08,89 bedeuten ebenfalls neuen deutschen Jahrgangsrekord, der Sieg ging erwartungsgemäß an Eneli Jefimova (EST/1:06,12). Auch für Marian Plöger (VfL Sindelfingen) sprang am letzten Wettkampftag noch ein sechster Platz heraus, über 400m Freistil schwamm sie dabei 4:14,20 Minuten. Siegerin wurde Minna Abraham (HUN/4:09,85). Michael Raje (SSG Saar Max Ritter) wurde zudem Achter über 100m Freistil (50,04 Sekunden), Europas Schnellster war hierbei in diesem Jahr Tajus Juska (LTU/48,74).

In der Lagenstaffel glänzte Raje anschließend an der Seite von Vincent Passek (Berliner TSC/55,36), Subäjr Biltaev (1:01,41), Julian Koch (SG Essen) dann noch einmal mit einer ganz starken Freistilzeit (48,71), beim Sieg Italiens in 3:37,13 Minuten kam das DSV-Quartett damit auf Rang fünf (3:39,24). Auf Platz vier reihten sich in 4:06,72 Minuten die DSV-Frauen mit Linda Roth (1:02,62), Hannah Schneider (1:08,47), Alina Baievych (TB 1888 Erlangen/1:00,58) und Julianna Dora Bocska (SG Essen/55,05) ein. Es siegte Italien (4:04,48) mit der damit nun sechsfachen Goldmedaillengewinnerin Sara Curtis.

„Lena Ludwigs Titelgewinn über 200m Brust und die Medaillenrennen von Johannes Liebmann waren natürlich Höhepunkte, aber auch sonst haben unsere Talente hier in der Breite richtig gut abgeliefert gegen teilweise ältere oder sogar schon für Olympia qualifizierte Konkurrenz. Wir sind in der Nations Trophy verdient ganz weit vorn dabei“, sagte Nachwuchs-Bundestrainer Carsten Gooßes. „Der Teamgeist war besonders und sorgte auch dafür, dass wir in den Staffeln wieder deutlich besser abschneiden konnten als zuletzt. Das sind gute Zeichen für die Zukunft.“

Die DSV-Medaillengewinner*innen bei der JEM in Vilnius

Gold: Lena Ludwig (SV Nikar Heidelberg) 200m Brust (2:28,70)

Silber: Johannes Liebmann (SC Magdeburg) 1500m Freistil (15:04,04)

Silber: Subäjr Biltaev (SV Cannstatt) 50m Brust (27,78)

Silber: 4x200m Freistil männlich (7:19,85 Minuten) mit Lukas Fritzke (SSG Saar Max Ritter), Jonathan Samuel Turck (VfL Osnabrück), Daniel Olenberg (VfL Osnabrück), Johannes Liebermann (SC Magdeburg)

Silber: 4x100m Freistil Mixed (3:28,82) mit Michael Raje (SSG Saar Max Ritter), Julian Koch (SG Essen), Lise Seidel (Chemnitzer SC/54,75), Julianna Dora Bocska (SG Essen)

Bronze: Alina Baievych (TB 1888 Erlangen) 200m Schmetterling (2:10,09)

Bronze: Hannah Schneider (Hofheimer SC) 200m Brust (2:29,30)

Bronze: Johannes Liebmann (SC Magdeburg) 400m Freistil (3:49,32)

Bronze: Johannes Liebmann (SC Magdeburg) 800m Freistil (7:58,39)

Bronze: Finn Hammer (SG Essen) 200m Lagen (2:01,68)

Bronze: Anna Maria Börstler (SC Magdeburg) 50 Schmetterling (26,44)

Bronze: 4x200m Freistil weiblich (8:04,60 Minuten ) mit Julianna Dora Bocska (SG Essen), Linda Roth (SV Cannstatt), Jette Lenz (SV Nikar Heidelberg), Lise Seidel (SC Chemnitz)

Bronze: 4x100m Freistil weiblich (3:41,60) mit Linda Roth (SV Cannstatt), Julianna Dora Bocska (SG Essen), Selina Müller (SSG Leipzig), Lise Seidel (SC Chemnitz)

Johannes Liebmann mit seinem Trainer Stefan Döbler

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„Die Veranstalter in Paris sollten einen Plan B haben“

In gut drei Wochen beginnen die Olympischen Spiele in Paris (FRA/26. Juli – 11. August). In der ersten Woche stehen dabei die Wettbewerbe im Schwimmen an, in der zweiten dann auch Rennen im Freiwasser. Bundestrainer Bernd Berkhahn betreut in seiner Magdeburger Trainingsgruppe gleich mehrere Medaillenhoffnungen für beide Bereiche. Im Interview spricht der 53-Jährige über die Vorbereitung seiner Aktiven.

Wenn bislang nicht einmal das Team des Olympiagastgebers Frankreich wie geplant in der Seine trainiert hat, auch der Staatspräsident und die Bürgermeisterin ihr angekündigtes Bad im Fluss immer wieder verschieben, mit dem sie der Welt beweisen wollten, wie sauber er geworden ist: Was geht bei solch unsicheren Vorzeichen vor in einem Trainer, der weiß, dass das wichtigste Rennen seit drei Jahren ansteht?

Bernd Berkhahn: Das Rennen in der Seine ist von seinen Ansprüchen eine große Herausforderung. Dies gilt es im Training mit großem Aufwand vorzubereiten. Ich hoffe, diese Mühen waren nicht umsonst. Außerdem möchte ich das Rennen natürlich auch gerne in diesem Ambiente erleben.

Wie eng stehen Sie in Kontakt mit dem Weltverband und den Gastgebern, um immer die neuesten Infos über die Wasserqualität einzuholen?

Es gibt regelmäßig Meetings mit neuen Informationen. Außerdem erhalten wir mit circa einer Woche Verzögerung die Daten zur Wasserqualität.

Sie sind auch im Triathlon aktiv und vernetzt. Inwiefern kann das helfen, da bei Olympia bekanntlich erst die Rennen im Triathlon anstehen, die auch in der Seine beginnen?

Für die Sportart Triathlon ist die Situation etwas entspannter, weil der Wettbewerb auch als Duathlon ausgetragen werden kann. Das wäre nicht so ungewöhnlich. 

Welche Gedanken macht sich ein Trainer zu den Bedingungen, die aktuell herrschen? Schließlich wurden Auffangbecken für viel Geld errichtet. 

Stand jetzt wird das Auffangbecken für das verunreinigte Wasser noch nicht genutzt. Es hat auch keinerlei Einfluss auf Strömungsgeschwindigkeit oder Wassertemperatur. Beides ist abhängig von den Niederschlägen. Stand jetzt wäre eine Austragung in der Seine nicht möglich, weil die Strömungsgeschwindigkeit bei 2m/sec liegt. Da kommt man zwar schnell stromabwärts, aber nicht mehr zurück.

Paris will eine beeindruckende Kulisse bieten, aber auch sonst ein Freiwasserrennen ohne Beispiel. 800 Meter geradeaus mit Strömung, dann zwei Wendebojen und 800 Meter zurück gegen die Strömung – was heißt das aus fachlicher oder taktischer Sicht? Worauf kommt es an? Wie bereitet man so etwas im Training vor? Gibt es Aktive, denen das eher liegen könnte?

Die vorhergesagte Strömung soll bei 0,2-0,3m/sec liegen. Diese kann man zur normalen Schwimmgeschwindigkeit (liegt über 10km sonst bei durchschnittlich rund 1,55 m/sec, Anm. d. Red.) addieren beziehungsweise subtrahieren. Kraftausdauer ist bei diesem Wechsel der Bedingungen mit entscheidend. Und ebenso die Schwimmtechnik. 

IOC-Präsident Thomas Bach sprach gerade erstmals über eine mögliche Verlegung des Freiwasserschwimmens in das Ruderbecken. Würden Sie sich wünschen, dass es einen Plan B für ein Rennen an einem alternativen Ort gäbe? 

Ganz sicher sollten die Veranstalter einen Plan B haben. 

Florian Wellbrock und Oliver Klemet sind von den körperlichen Voraussetzungen sehr unterschiedlich – wie wirkt sich das aus bei diesem Sport? 

Der größte Unterschied sind sicher die Schwimmfrequenzen. Oliver benötigt eine deutliche höhere Frequenz, um das gleiche Tempo schwimmen zu können. Außerdem hat Florian größere Körpermaße, was ein Vorteil in Zweikämpfen sein kann.

Oliver bestreitet auch vorab ein Beckenrennen über 400m, verzichtet aber auf einen 800m-Start – wie läuft so eine Entscheidungsfindung ab? Können Sie uns über den Prozess und vor allem die Überlegungen dabei aufklären?

In die Entscheidung sind folgende Gedanken mit eingeflossen: Wie sieht der individuelle Wettkampfplan nach der Qualifikation aus? Wie sind die individuellen Platzierungschancen? Wie kann aufgrund der beiden vorangegangen Fragen eine Belastungsgestaltung zwischen den Wettkämpfen aussehen? Wie kann die Ergebnisbilanz des Verbandes optimiert werden? Oliver hatte diese Überlegungen bereits für sich angestellt und daraufhin Florian seinen Platz angeboten. Sicherlich ist so eine Absprache auch nur in einer engen Verbundenheit möglich. Letztendlich ist sie aber logisch. 

Auch Leonie Märtens ist fürs Freiwasserrennen gemeldet, nachdem sie sich über 1500m qualifizierte. Wie kam es dazu und was ist ihr zuzutrauen, nachdem sie länger nicht mehr im Freiwasser antrat?

Die Kriterien von World Aquatics geben es in diesem Jahr her, dass die Aktiven, die über 800m und 1500m Freistil die OQT (Olympic Qualification Time, Anm. d. Red.) unterboten haben, die Startfelder beim Marathonschwimmen ergänzen können. Die Begründung ist einfach: Das IOC hat drei Teilnehmerplätze pro Geschlecht für das Freiwasserschwimmen gestrichen, um die Gesamtteilnehmerzahl bei den Olympischen Spielen im Griff zu behalten. Dies wurde wohl auch bei anderen Sportarten so gemacht. Die Teilnehmer*innen der Rennen über 800m und 1500m Freistil sind nun aber bereits vor Ort und gehören bereits zum Gesamtkontingent. Jede Nation kann über dieses Kriterium seine Teilnehmer*innen auf zwei erhöhen, sollten noch nicht beide Plätze über die Freiwasserqualifikation abgedeckt sein. Die deutschen Frauen konnten in Doha leider keinen weiteren Platz neben Leonie Beck erringen. Damit war der Weg frei für eine Langstreckenqualifikantin. Isabel Gose hat keinerlei Freiwassererfahrung, sodass sie nicht in Frage kam. Leonie Märtens mit ihren Erfahrungen bei den Juniorinnen allerdings schon.

Mit Lukas Märtens, Isabel Gose und Nina Holt haben sich noch drei weitere Aktive aus Ihrer Gruppe für Paris qualifiziert. Wie kriegt man so viele unterschiedliche Rennprofile unter einen Hut vor Ort? 

Aus Magdeburg werden bei diesen Olympischen Spielen insgesamt acht Sportler*innen an den Start gehen. Im Training gibt es immer wieder Überschneidungen der Trainingsinhalte. Aber im Grunde nimmt jede*r einen anderen Weg zum Ziel. Dies erfordert eine gute Trainingsorganisation und ein gutes Team um den einzelnen herum. Dann ist es zu schaffen. Eine besondere Herausforderung stellte dabei Nina dar, die ja erst relativ kurze Zeit in Magdeburg trainiert und ein komplett anderes Anforderungsprofil hat.

Auch Sharon van Rouwendaal aus den Niederlanden und die Australierin Moesha Johnson trainieren in Magdeburg – betreuen Sie beide auch in Paris?

Beide werden durch ihre Trainer aus den Nationalmannschaften nach meinen Programmen trainiert und betreut. Natürlich gibt es auch immer mal wieder einen direkten Austausch und auch mal Einheiten, die ich mit verfolgen kann. Der Austausch mit beiden Nationen war bisher immer sehr positiv. 

Eine Frage noch zum gesamten Schwimmteam des DSV: Wird sich der in Tokio mit den Medaillen von Sarah und Florian Wellbrock begonnene Aufwärtstrend in Paris fortsetzen lassen können?

Ich glaube fest daran. Das Team hat sich seit Tokio überraschend gut verdichtet und wird in Paris seine Erfolge feiern.

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Alle wichtigen Informationen und Links zur JEM in Vilnius

An den Europameisterschaften der Junior*innen in Vilnius (LTU/02. – 07. Juli) nimmt der Deutsche Schwimm-Verband e.V. (DSV) mit 42 Aktiven teil.  Nachwuchs-Bundestrainer Carsten Gooßes hofft bei den am Dienstag beginnenden Wettbewerben auf ein ähnlich gutes Ergebnis wie im vergangenen Jahr, in Belgrad (SRB) konnten 2023 insgesamt zehn Medaillen – dreimal Silber und siebenmal Bronze – gewonnen werden. „Diesmal wollen wir in den Staffeln noch etwas besser abschneiden, die im vergangenen Sommer doch unter einigen krankheitsbedingten Ausfällen zu leiden hatten“, so Gooßes. Am Start sind Aktive aus den Jahrgängen 2006 bis 2010. Die Vorläufe beginnen jeweils um 08:30 Uhr deutscher Zeit, die Finals ab 17:00 Uhr. Einen Livestream aus Litauen bietet European Aquatics auf seiner neuen OTT-TV-Plattform in diesem Jahr gegen Bezahlung an, unter  www.euroaquaticstv.com kosten einzelne Sessions 6,99 Euro oder das komplette Event-Paket 34,99 Euro. Der Dachverband nutzt die JEM damit als Testlauf für sein neues Vertriebsmodell. >> Alle Startlisten und Ergebnisse der JEM 2024 Dienstag, 02. Juli 08:30 Uhr (Vorläufe) 200m Freistil weiblich (Linda Roth, Jette Lenz, Zara Selimovic) 200m Freistil männlich (Lukas Fritzke, Daniel Olenberg, Maximilian Warkentin, Jonathan Samuel Turck) 400m Lagen weiblich (Noelle Benkler, Sophie Lenze, Leni von Bonin) 50m Rücken weiblich (Anna Maria Börstler, Klara Sophie Beierling) 50m Rücken männlich (Vincent Passek, Noah Schötz) 50m Brust weiblich (Lena Ludwig, Hannah Schneider, Lena Sophie Bauer) 50m Brust männlich (Emilian Hollank, Subäjr Biltaev, Jan Malte Gräfe, Kenneth Bock) 200m Schmetterling männlich (Leo Leverkus) 4x100m Freistil weiblich (Julianna Dora Bocska, Jette Lenz, Selina Müller, Lise Seidel) 4x100m Freistil männlich (Jonathan Samuel Turck, Noah Schötz, Julian Koch, Sascha Macht) 1500m Freistil weiblich (Marian Plöger, Julia Ackermann) 17:00 Uhr 400m Lagen weiblich Finale 200m Freistil weiblich Halbfinale 200m Freistil männlich Halbfinale 50m Rücken weiblich Halbfinale 50m Rücken männlich Halbfinale 50m Brust weiblich Halbfinale 50m Brust männlich Halbfinale 200m Schmetterling männlich Halbfinale 4x100m Freistil weiblich Finale 4x100m Freistil männlich Finale Mittwoch, 03. Juli 08:30 Uhr (Vorläufe) 100m Schmetterling weiblich (Linda Roth, Alina Baievych, Yara Fay Riefstahl) 200m Lagen männlich (Finn Hammer, Franz Ahnert, Sascha Macht, Maximilian Warkentin) 50m Freistil weiblich (Julianna Dora Bocska, Klara Sophie Beierling, Lena Sophie Bauer) 1500m Freistil männlich (Johannes Liebmann, Finn Constantin Kleinheinz, Leo Leverkus) 4x100m Freistil Mixed (Jette Lenz, Selina Müller, Jonathan Samuel Turck, Michael Raje) 17:00 Uhr 200m Freistil weiblich Finale 200m Freistil männlich Finale 50m Rücken weiblich Finale 50m Rücken männlich Finale 100m Schmetterling weiblich Halbfinale 200m Lagen männlich Halbfinale 50m Brust weiblich Finale 50m Brust männlich Finale 50m Freistil weiblich Halbfinale 200m Schmetterling männlich Finale 1500m Freistil weiblich Finale 4x100m Freistil Mixed Finale Donnerstag, 04. Juli 08:30 Uhr (Vorläufe) 200m Rücken weiblich (Lise Seidel, Ewa zur Brügge, Laura Sophie Kohlmann) 100m Schmetterling männlich (Michael Raje, Julian Koch, Sascha Macht, Franz Ahnert) 200m Rücken männlich (Finn Hammer) 200m Brust weiblich (Lena Ludwig, Hannah Schneider, Sophie Lenze) 50m Freistil männlich (Michael Raje, Noah Schötz) 200m Brust männlich (Kenneth Bock, Hugo Engelien, Emilian Hollank, Jan Malte Gräfe) 4x200m Freistil weiblich (Julia Ackermann, Jette Lenz, Selina Müller, Zara Selimovic) 17:00 Uhr 200m Rücken weiblich Halbfinale 200m Lagen männlich Finale 50m Freistil weiblich Finale 50m Freistil männlich Halbfinale 200m Brust weiblich Halbfinale 200m Brust männlich Halbfinale 200m Rücken männlich Halbfinale 100m Schmetterling weiblich Finale 100m Schmetterling männlich Habfinale 1500m Freistil männlich Finale 4x200m Freistil weiblich Finale Freitag, 05. Juli 08:30 Uhr (Vorläufe) 100m Freistil weiblich (Linda Roth, Julianna Dora Bocska, Jette Lenz, Selina Müller) 400m Lagen männlich (Finn Hammer, Maximilian Warkentin) 200m Schmetterling weiblich (Alina Baievych, Leni von Bonin, Laura Sophie Kohlmann) 4x100m Lagen Mixed (Vincent Passek, Subäjr Biltaev, Yara Fay Riefstahl, Linda Roth) 800m Freistil weiblich (Marian Plöger, Julia Ackermann) 800m Freistil männlich (Johannes Liebmann, Simon Reinke, Leo Leverkus, Finn Constantin Kleinheinz) 17:00 Uhr 100m Schmetterling männlich Finale 100m Freistil weiblich Halbfinale 200m Brust männlich Finale 200m Schmetterling weiblich Halbfinale 50m Freistil männlich Finale 200m Brust weiblich Finale 200m Rücken männlich Finale 200m Rücken weiblich Finale 400m Lagen männlich Finale 4x100m Lagen Mixed Finale Samstag, 06. Juli 08:30 Uhr (Vorläufe) 100m Freistil männlich (Michael Raje, Sascha Macht, Jonathan Samuel Turck, Noah Schötz) 100m Rücken weiblich (Lise Seidel, Ewa zur Brügge) 100m Brust männlich (Subäjr Biltaev, Emilian Hollank, Kenneth Bock, Melvyn Faber-Billot) 100m Brust weiblich (Lena Ludwig, Hannah Schneider) 100m Rücken männlich (Vincent Passek, Franz Ahnert) 50m Schmetterling weiblich (Anna Maria Börstler, Klara Sophie Beierling, Yara Fay Riefstahl) 50m Schmetterling männlich (Julian Koch) 200m Lagen weiblich (Linda Roth, Noelle Benkler, Laura Sophie Kohlmann) 4x200m Freistil männlich (Lukas Fritzke, Daniel Olenberg, Simon Reinke, Maximilian Warkentin) 17:00 Uhr 800m Freistil männlich Finale 200m Schmetterling weiblich Finale 100m Freistil männlich Halbfinale 100m Freistil weiblich Finale 100m Rücken männlich Halbfinale 100m Brust weiblich Halbfinale 100m Brust männlich Halbfinale 50m Schmetterling weiblich Halbfinale 50m Schmetterling männlich Halbfinale 200m Lagen weiblich Halbfinale 100m Rücken weiblich Halbfinale 800m Freistil weiblich Finale 4x200m Freistil männlich Finale Sonntag, 07. Juli
08:30 Uhr (Vorläufe) 400m Freistil weiblich (Marian Plöger, Sophie Lenze, Julia Ackermann, Zara Selimovic) 400m Freistil männlich (Johannes Liebmann, Simon Reinke, Lukas Fritzke, Leo Leverkus) 4x100m Lagen weiblich (Lise Seidel, Lena Ludwig, Alina Baievych,) 4x100m Lagen männlich (Vincent Passek, Kenneth Bock, Julian Koch, Michael Raje) 17:00 Uhr 200m Lagen weiblich Finale 100m Rücken weiblich Finale 100m Rücken männlich Finale 100m Brust weiblich Finale 100m Freistil männlich Finale 100m Brust männlich Finale 50m Schmetterling weiblich Finale 50m Schmetterling männlich Finale 400m Freistil weiblich Finale 400m Freistil männlich Finale 4x100m Lagen weiblich Finale 4x100m Lagen männlich Finale

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Ferch, zur Brügge und Thiel glänzen am zweiten DJM-Tag besonders

 Am zweiten Tag der Deutschen Jahrgangsmeisterschaften Schwimmen (DJM) in Berlin glänzten die besten Talente des Landes wieder mit großartigen Leistungen. So blieb Larus Thiel (SG Bayer/Jahrgang 2009) beim Sieg über 50m Schmetterling in 24,67 Sekunden nur eine Hundertstelsekunde über dem deutschen Jahrgangsrekord von Luca Nik Armbruster aus dem Jahr 2016, der sich bekanntlich inzwischen zu einem Olympiateilnehmer entwickelt hat. Thiel hatte am Tag zuvor schon über 100m Freistil mit einer starken Zeit (50,83) geglänzt und in Berlin noch einiges vor: "Ich will auf jeden Fall meinen Titel über 100 und 200 Meter Schmetterling wieder zurückholen, da ich ja letztes Jahr nicht so gut in Form war und den Titel da nicht gewinnen konnte. Und über die 50 Meter Kraul will ich natürlich meinen Altersklassenrekord verbessern", sagte er. 

Die Riege der Seriensieger führt nach dem Donnerstag aber erst einmal Jannis Kube (Wasserfreunde Spandau 04) an. Im jüngsten DJM-Jahrgang 2011 gewann er über 200m Rücken und 50m Schmetterling und steht jetzt schon bei insgesamt vier Goldmedaillen. 

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Nachdem Johannes Liebmann (SC Magdeburg/Jahrgang 2007) sich im Rennen über 800m Freistil gleich zu Beginn des Finalabschnitts bereits das dritte und Christian Schubert (Dresdner SC) sein zweites Gold bei diesen Titelkämpfen gesichert hatten, zeigten anschließend auch die Schwimmerinnen über 400m Freistil, dass Deutschland wohl auch in Zukunft auf den langen Strecken gut aufgestellt sein wird. Als Siegerin des Jahrgangs 2009 verbesserte sich Sydney Savannah Ferch (SG Dortmund) am Donnerstag um gleich eineinhalb Sekunden und unterbot in 4:17,02 Minuten sogar die Normzeit für die EM der Junior*innen in Vilnius (LTU) – allerdings ist sie im Juli bereits für die JEM im Freiwasser eingeplant, und bei dieser Planung der Bundestrainer soll es nun trotzdem bleiben.

Im Beckenschwimmen wird Julia Ackermann (SC Chemnitz) den Deutschen Schwimm-Verband e.V. (DSV) bei der JEM repräsentieren, die Siegerin des Jahrgangs 2007 freute sich beim vierten Triumph in Folge auf dieser Strecke besonders über ihre gute Zeit von 4:15,83. „Ich bin sehr zufrieden, das war schneller als erwartet”, sagte die direkt vom Höhentraining in Spanien angereiste Ackermann. „Manchmal habe ich beim Schwimmen einen Ohrwurm im Kopf, aber heute ging mir nur meine Rennstrategie durch den Kopf, wie ich schwimmen sollte und was mein Trainer gesagt hat. Am Ende habe ich das umsetzen können, und darüber bin ich happy.“  

Mit einer tollen Bestzeit startete Marian Plöger (VfL Sindelfingen/Jahrgang 2006) in ihre letzte DJM. “Die 400 Meter sind für mich eher wie ein Sprint, nun will ich auch über 800 und 1500 Meter an meine Bestzeiten heranschwimmen”, sagte sie. Hannah Sabine Schmitt (SC Wiesbaden 1911) gewann über die gleiche Strecke zudem bereits ihren zweiten Titel im Jahrgang 2010.

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Im Jahrgang 2008 war Linda Roth (SV Cannstatt) die Schnellste über 400m Freistil, wenig später schwamm sie über 50m Schmetterling dann gleich noch zum dritten Sieg in diesem Jahr. Bei insgesamt elf Starts in dieser Woche könnte für sie sogar der Siegrekord von neun Goldmedaillen möglich sein. „Ich probiere auf jeden Fall, da heranzukommen oder vielleicht sogar die zehn Titel zu holen. Ich habe überall gute Chancen“, sagte Roth selbstbewusst. Nach vier Siegen und insgesamt sechs Medaillen beim European Youth Olympic Festival (EYOF) im Vorjahr freut sie sich nun auf ihre erste JEM-Teilnahme.  

  

Über 200m Rücken kam für Roth am Donnerstag auch noch einmal Silber hinzu, hier war aber Ewa zur Brügge (SV Halle) dank deutlich verbesserter Bestzeit (2:14,74) nicht zu schlagen. Mit der im Jahrgang 2006 siegreichen Lise Seidel (SC Chemnitz) glänzte noch eine weitere JEM-Teilnehmerin mit Bestzeit (2:13,18) auf dieser Strecke. Auch Noelle Benkler (SV Nikar Heidelberg) blieb als 2007er-Siegerin unter der JEM-Norm, will sich international aber auf die Lagenstrecken konzentrieren. 

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Am zweiten Wettkampftag konnte sich die SSG Leipzig unter anderem über Siege von Elias Himmelsbach und Arnim Hesse freuen, die auch zur Führung in der „Team Challenge powered by Aquafeel“ mit jetzt 219 Punkten beitrugen. Dahinter folgen der SC Magdeburg (195), die Wasserfreunde Spandau 04 (158), Vorjahressieger SG Essen (151), der SV Cannstatt (135) und die SSG Saar Max Ritter (127), Bei der Team-Challenge sammelt jede*r Finalteilnehmer*in automatisch Punkte für ihren oder seinen Verein. Mit Unterstützung von Aquafeel als Technical Partner des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) und exklusivem Ausstatter für Oberbekleidung der DSV-Teams werden die erfolgreichsten Teams der DJM am Ende mit Prämien im Gesamtwert von 5.900 Euro belohnt. 

Alle DJM-Sieger*innen des zweiten Tages:

800m Freistil männlich:

2011: Theodore Kappas (Kaiserlauterer SK) 9:18,29 

2010: Christian Schubert (Dresdner SC 1898) 8:49,02 

2009: Jonas Lieschke (Hamburger SC) 8:25,34 

2008: Leo Leverkus (SGR Karlsruhe) 8:20,49 

2007: Johannes Liebmann (SC Magdeburg)?8:05,99 

2006: Simon Reinke (SG Essen) 8:08,34 

400m Freistil weiblich:

2011: Alice Hennig (SV Halle/Saale) 4:30,97 

2010: Hannah Sabine Schmitt (SC Wiesbaden 1911) 4:28,29 

2009: Sydney Savannah Ferch (SG Dortmund) 4:17,02 

2008: Linda Roth (SV Cannstatt) 4:19,46 

2007: Julia Ackermann (SC Chemnitz von 1892) 4:15,83 

2006: Marian Plöger (VfL Sindelfingen) 4:12,57 

200m Lagen männlich:

2011: Theodor Büscher (SG Essen) 2:17,11? 

2010: Tamino Hensel (Aqua Berlin) 2:14,62 

2009: Jannes Schmidt (SC Wiesbaden 1911) 2:09,79 

2008: Leo Ilias Baumann (SSG Saar Max Ritter) 2:06,49 

2007: Niclas Jäger (SC Magdeburg) 2:05,26 

2006: Maximilian Warkentin (Berliner TSC) 2:05,04 

50m Schmetterling weiblich:

2011: Zoé Baillieu (SG Neukölln Berlin) 28,88 

2010: Lara Anna Vandenhirtz (Aachener SV 06) 27,38 

2009: Nora Bölicke (Potsdamer SV) 27,73 

2008: Linda Roth (SV Cannstatt) 27,17 

2007: Klara Sophie Beierling (SG Berliner Wasserratten) 27,24 

2006: Anna Maria Börstler (SC Magdeburg) 27,04 

50m Schmetterling männlich:

2011: Jannis Kube (Wasserfreunde Spandau 04) 26,92 

2010: Elias Himmelsbach (SSG Leipzig) 26,71 

2009: Larus Thiel (SG Bayer) 24,67 

2008: Felix Brandner (TSV Altenfurt-Nürnberg) 25,08 

2007: Daniel Olenberg (VfL Osnabrück) 25,20 

2006: Victor Sanin (SG Neuss) 24,11 

200m Rücken weiblich:

2011: Anja Schaumburger (SSG Saar Max Ritter) 2:26,24 

2010: Emma Antonia Schaal (Berliner TSC) 2:22,65 

2009: Laura Sophie Kohlmann (SG Essen) 2:15,64 

2008: Ewa zur Brügge (SV Halle/Saale) 2:14,74 

2007: Noelle Benkler (SV Nikar Heidelberg) 2:15,54 

2006: Lise Seidel (SC Chemnitz von 1892) 2:13,18 

200m Rücken männlich:

2011: Jannis Kube (Wasserfreunde Spandau 04) 2:13,21 

2010: Anass Lahrach (SV Cannstatt) 2:09,67 

2009: Arnim Hesse (SSG Leipzig) 2:09,89 

2008: David Cicero (SC Regensburg) 2:05,65 

2007: Ben Wichtermann (SV Blau-Weiß Bochum) 2:07,21 

2006: Peer Möller (SG Frankfurt) 2:04,23

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Neue Punktetabellen sollen für mehr Gerechtigkeit sorgen

Der Schwimmsport kann wirklich nur dankbar sein, dass Ehrenamtliche wie Dr. Jörg Fuchs aus Jena ihn so wunderbar unterstützen. Für seine Kinder und Jahrzehnte später auch noch mal für die Enkelkinder ließ er sich gern dazu überreden, als Übungsleiter am Beckenrand tätig zu werden – bis zu fünfmal die Woche war und ist er für den Nachwuchs im Einsatz. Doch damit nicht genug: Dass in Jena, der zweitgrößten Stadt Thüringens (111.000 Einwohner), im vorigen Sommer das moderne „Schwimmparadies“ mit einer teilbaren 50m-Bahn und einem Lehrschwimmbecken samt verstellbarem Hubboden eröffnet werden konnte, daran hat der promovierte Physiker ebenfalls erheblichen Anteil. Über zehn Jahre lang setzte sich der inzwischen 70-Jährige mit großem Engagement an der Spitze einer entsprechenden Bürgerinitiative auf kommunalpolitischer Ebene immer wieder für den Bau dieses 19 Millionen Euro teuren Schmuckstücks ein und gab dabei entscheidende Impulse für den Sport. >> Formular zur anonymen Leistungserfassung Manch einer hätte nach Erfüllung des langgehegten Pool-Traumes die Beine vielleicht hochgelegt, Fuchs dagegen steckt seine Energie direkt in sein nächstes Schwimmsportprojekt. Mittels Statistikrechnungen erstellt der Naturwissenschaftler, der beruflich im Gebiet der Mikrostrukturierung der Optik im High-End-Bereich forschte, nun Punktetabellen für Beine-Wettkämpfe sowie 25m-Sprintstrecken aller Schwimmarten. Insbesondere dem Nachwuchs hilft er damit sehr, da beim Training in diesem Altersbereich bekanntlich eine solide Grundausbildung im Vordergrund steht und daher auch die Deutschen Meisterschaften für Elf- und Zwölfjährige noch als Schwimmerischer Mehrkampf (SMK) ausgetragen werden. Zum SMK-Programm gehören mittlerweile sogar drei Beine-Rennen: über 50m in einer selbst gewählten Schwimmart sowie jeweils 25m Delfinbewegung in Bauch- und in Rückenlage. Die Kickbewegung als besonders wichtiges Element im späteren Wettkampfschwimmen soll nämlich besonders oft geübt werden.


Schon lange ist die jährlich aktualisierte Punktetabelle, die eine geschwommene Zeit ins Verhältnis zum jeweiligen Bestwert setzt, ein anerkanntes Werkzeug beim Vergleich von Leistungen auf unterschiedlichen Strecken und kommt auch im Spitzenbereich etwa bei der Verteilung von Weltcupprämien zum Einsatz. Allerdings gab es weder beim Weltschwimmverband World Aquatics noch beim Deutschen Schwimm-Verband e.V. (DSV) bislang Punktetabellen für die nichtolympischen 25m-Strecken und für Rennen nur mit den Beinen schon gar nicht. Bisher wurden die Beine-Zeiten daher meist nur mit der Tabelle der Gesamtschwimmart bewertet und dabei mit einem Faktor multipliziert. „Bei einem unserer kleineren Wettkämpfe wurde auch mal nur die Bestzeit einer Athletin des Gastgebervereins als Berechnungsgrundlage genommen, das war mir dann einfach zu willkürlich und schlichtweg eine grobe Wettbewerbsverzerrung“, erzählt Fuchs. „Nach diesem Tag habe ich dann angefangen, nach gerechteren Lösungen zu suchen. Trainingsinhalte im unteren Nachwuchsbereich dienen der Entwicklung der Beinarbeit, auf der sich vieles für die Gesamtschwimmart aufbaut. Wenn diese Arbeit aber nicht ordentlich bewertet wird, ist der Anreiz nicht gegeben, darauf großen Wert zu legen – erst recht, wenn ein Coach noch gar nicht genug Erfahrung mitbringt. Es fällt vielen schwer, die Beinarbeit im Verhältnis zu sonstigen Wettkampfergebnissen einzuordnen – wenn man das erst bei einem Wettkampf oder einer Sichtung richtig sieht, ist es eigentlich zu spät.“ >> Mehr Informationen zur Berechnung und zu den Quellen Also trug Fuchs mit Unterstützung von Nachwuchs-Bundestrainer Carsten Gooßes die benötigten Datensätze aus der DSV-Datenbank und den alljährlichen Landesvielseitigkeitstests (LVT) zusammen und begann, Basiszeiten für eine neue Punktetabelle zu berechnen, auch die Ergebnisse des Danish International Swim Cup (dort werden viele Rennen über 25m- und 50m-Strecken innerhalb kurzer Zeit von den gleichen Leuten geschwommen) flossen dafür mit ein. Bei nun mitunter über 1.000 Datensätzen pro Strecke lassen sich belastbare Rückschlüsse ziehen, der Faktor für die Beinarbeit liegt je nach Schwimmart und Geschlecht zwischen 1,28 (2,0971) und 1,54 (3,6522). „Laut meinen Berechnungen wurden die Zeiten für Freistilbeine gegenüber der Gesamtschwimmart beim SMK 2022 (damals galt Faktor 3 bzw. die 3. Wurzel (3) = 1,442196, Anm. d. Red.) also unterbewertet, bei Rücken und Brust kam es dagegen zu einer starken Überbewertung der Beine-Zeiten“, erklärt Fuchs. Im Endergebnis des SMK 2023, wo für Beine-Zeiten dann der Faktor 1 angesetzt wurde, hätte es mit der neuen Punktetabelle einige Unterschiede gegeben. Die Berechnungsmethode wurde mit Vergleichen olympischer Strecken geprüft. Die berechneten Basiszeiten weichen maximal um zwei Prozent von den Basiszeiten von World Aquatics ab. Die Methode ist damit also auch genauer als alle bisher verwendeten Ansätze im DSV. Kein Wunder also, dass der Leistungssportbereich im DSV Fuchs’ neue, rechnerisch gut nachvollziehbare Punktetabelle nun so bald wie möglich auch offiziell einführen will. Auch der DSV-Experte schlechthin auf diesem Gebiet, Dr. Klaus Rudolph, ist davon sehr angetan. „In diesem Jahr erschien es der Abteilung Wettkampfsport leider zu kurzfristig, aber nächstes Jahr werden wir eine Anpassung umsetzen“, sagt Leistungssportdirektor Christian Hansmann. Fuchs bittet derweil alle Coaches noch um Mithilfe durch Einsendungen von weiteren Zeiten mittels seiner Formularvorlage (siehe QR-Code). Er sagt: „Die statistische Sicherheit steigt mit wachsender Anzahl an Datensätzen noch weiter an. Die Zeiten können auch anonymisiert übermittelt werden. Allerdings sollte der Abstand zwischen den erbrachten Leistungen nie mehr als 60 Tage betragen, nur dann ist von einem ähnlichen Leistungsstand auszugehen. Und die Leistungen bei der Gesamtschwimmart sollten wenigstens schon im Bereich von über 300 Punkten liegen, da die Gesamtfertigkeiten sonst noch nicht ausreichend ausgeprägt sind. Werte aus dem Spitzenbereich sind sehr hilfreich, aber leider bisher kaum zu bekommen.“ Aufruf zur Mithilfe an die Coaches im DSV Für die Berechnung der Basiszeiten wurde als Arbeitshypothese angenommen, dass jede*r Schwimmer*in über 50m in einer Schwimmart ein bestimmtes Leistungsniveau hat. Für die Beinarbeit wird ihm das gleiche Leistungsniveau zugeordnet. Das ist in der Realität natürlich anders. Die Beinarbeitsleistung kann besser oder schlechter als das zur Berechnung angenommene Niveau der Gesamtschwimmart sein. Deshalb ist es notwendig, eine große Zahl von Datensätzen zur Verfügung zu haben, um mit statistischen Auswertemethoden zu verlässlichen Ergebnissen zu kommen. Zur weiteren Verbesserung der Datenbasis werden daher nun alle Vereine bzw. Landesschwimmverbände gebeten, entsprechende Schwimmtestwettkämpfe durchzuführen, die Ergebnisse in speziellen Erfassungsblättern (elektronisch, siehe Anhang) zu notieren und zurückzusenden. Die Erfassung erfolgt weitestgehend anonym. Die Nutzung der bislang vorliegenden Basiszeitentabellen steht allen Vereinen frei zur Verfügung. >> Formular zur anonymen Leistungserfassung >> Anleitung für die Datenerfassung zur Beinarbeit >> Erläuterungen zur Ausführung

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Kiley Wilhelm träumt in der neuen Heimat von Olympia

Am morgigen Donnerstag beginnen die Deutschen Meisterschaften in Berlin (25. – 28. April), und auf die ersten Höhepunkte muss man im ersten Finalabschnitt (16:30 Uhr im ZDF-Livestream) nicht lange warten. Gleich im allerersten Finale möchte nämlich Kiley Wilhelm von der SG Neukölln für Schlagzeilen sorgen und die Hallenserin Laura Riedemann, die die deutschen Farben bereits bei den Corona-Spielen von Tokio (JPN) 2021 vertrat, als schnellste Rückenschwimmerin im Olympiateam ablösen.

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Die 19-Jährige ist in den USA aufgewachsen und lebte bis zum vergangenen Frühjahr in Charlotte (North Carolina). Da ihre Mutter in Deutschland geboren wurde, bevor die deutsche Großmutter in den Siebzigern zu ihrem Ehemann nach Amerika zog, konnte sich Wilhelm nun für die deutsche Staatsbürgerschaft entscheiden, um ihrem Olympiatraum hierzulande nachzujagen. „Ich hatte die Option, für Deutschland zu starten, durch meine enge Bindung zur Oma eigentlich schon lange im Hinterkopf. Vor rund einem Jahr habe ich dann am Flughafen zufällig einen ehemaligen Schwimmer gesprochen, der ebenfalls in den USA geboren wurde, aber für das Heimatland seiner Familie antrat. Ich nahm dieses Gespräch als Zeichen und habe danach sofort beim DSV angefragt, zumal ich damals gerade keinen Zugang zu einem 50-Meter-Becken hatte. Nach ein paar Mails und einem Zoom-Meeting war die Sache dann relativ schnell beschlossen, und einen Monat später bin ich dann auch schon umgezogen.“ Zeitlich flexibel war sie ohnehin, der Start des Studiums in Harvard ist erst auf die Zeit nach Olympia gelegt.

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Kileys zweiter Vorname lautet witzigerweise Berlin, doch das hatte keinen Einfluss auf die Wahl ihres neuen Wohnortes. „Ich habe meine Eltern danach gefragt. Sie meinten, sie mögen diese Stadt halt sehr und auch den Klang meines vollen Namens damit“, so Wilhelm. „Dorthin zu gehen war letztlich die Empfehlung von Bundestrainer Hannes Vitense.“ Längst schwärmt Wilhelm nun von den tollen Möglichkeiten am Berliner Bundesstützpunkt, wo sie mittlerweile sogar mit einer Weltmeisterin trainiert. „Ich habe mir von Angelina Köhler bereits einiges abschauen können. Ich liebe aber die gesamte Gruppe, das sind alles tolle Athlet*innen. Und Lasse Frank ist ein überragender Coach mit einem großen Einfühlvermögen. Ohne sein riesiges Verständnis hätte ich die Herausforderungen eines solchen Wechsels gar nicht meistern können.“

Ihre Bestzeit über 100m Rücken aus dem Vorjahr müsste Wilhelm nun allerdings um gut eine Sekunde verbessern, um die Olympianorm (59,99 Sekunden) zu unterbieten. Die Fortschritte der vergangenen Wochen lassen sie glauben, dass sie das schaffen kann. Auch wenn die Generalprobe vorige Woche wegen einer beim Start verrutschten Badekappe ziemlich daneben ging. „Das ist ein großer Schritt, aber die Zeiten im Training waren zuletzt entsprechend schnell. Ich will ins Olympiateam und hoffe, dass ich eine 59er-Zeit schaffe. Auch Lasse meinte, das wäre möglich.“ Dann hätte sich der ganze Aufwand auch gelohnt.

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Zeiten in dieser Region traut sich aber auch Laura Riedemann inzwischen wieder zu, letzte Woche in Magdeburg schlug sie schon mal nach 1:00,96 Minuten an. Nachdem es nach zwei Trainerwechseln in den letzten beiden Jahren nicht so gut gelaufen war, wird sie in dieser Saison wieder von ihrer früheren Trainerin Heike Gabriel betreut. „Körperlich bin ich wieder gut drauf, jetzt fehlt nur noch ein wenig Sicherheit und Selbstbewusstsein“, meinte Riedemann. Um die neue Rivalin macht sie sich dabei wenig Gedanken: „Ich konzentriere mich nur auf mich und schaue, dass dabei das Optimum herauskommt. Und eigentlich hatte ich nach Tokio ja auch deswegen weitergemacht, um mir den deutschen Rekord zu holen.“ Der steht seit 2009 bei 59,77.

Auch bei den Männern wird es spannend

Bereits seit vielen Jahren tobt der Zweikampf zwischen Ole Braunschweig und Marek Ulrich. In Tokio waren vor drei Jahren sogar beide bei Olympia dabei, dabei war Ulrich als 13. der Schnellere über 100m Rücken und entsprechend auch in der Lagenstaffel im Einsatz. Danach hatte dann aber zumeist der Berliner Braunschweig die Nase vorn und gewann bei den Europameisterschaften 2022 und 2023 internationale Medaillen. Auch unterbot Braunschweig schon bei den Berlin Swim Open am vergangenen Samstag die Olympianorm. Doch verspricht Ulrich für diese DM noch einmal einen heißen Kampf, zuletzt quälte sich der Sportsoldat dafür drei Wochen im Höhentraining in der Sierra Nevada (ESP). „Bei mir lag es sicher auch etwas an der Motivation in den vergangenen Jahren, an Olympia kommt halt nichts anderes heran. Dieses Jahr will ich es aber noch einmal mit aller Konsequenz wissen“, so Ulrich.

Und das möglichst ohne Zittereinlage: Vor Tokio war Ulrich in der Qualifikation nämlich knapp über der Norm geblieben, wurde dann erst mit Verzögerung nach einem dreiwöchigen Trainingslager ohne jede Gewissheit per Einzelfallentscheidung doch noch nominiert, weil er den A-Cut des Weltverbandes unterboten hatte (der diesmal zugleich auch die deutsche Normzeit ist). „Diesmal sollte bitte unbedingt alles gleich glattgehen und eine Zeit unter der Norm herausspringen“, sagte er. Ulrichs in Tokio aufgestellte Bestzeit über 100m (53,54 Sekunden) liegt wie die von Braunschweig (53,47) klar unter der Vorgabe (53,74), doch für den Staffelplatz braucht es immer gleich zwei Topzeiten, da laut Nominierungskriterien hierfür das Mittel aus Vor- und Endlauf herangezogen wird. Ein Fakt, der vielleicht auch einem jungen Herausforderer wie Cornelius Jahn (20/Ahrensburger TSV) in die Karten spielen könnte.

Braunschweig verheimlicht nicht, dass er von einem Olympiafinale in Paris (FRA) träumt, nachdem er bei WM und EM zuletzt bereits Stammgast im Endlauf war. Das würde auch im familieninternen Wettstreit mit seinem Bruder Malte Braunschweig helfen. Der buchte am Dienstag bei der EM in Funchal (POR) das Ticket für Paris und bereitet sich nun auf die Paralympics vor, 2021 hatte er es dort schon ins Finale geschafft. Ein Ziel, von dem auch der große Bruder Ole träumt.

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Lian Junjie gewinnt das Turm-Duell der Weltmeister beim Weltcup in Berlin

Die weltbesten Wasserspringer*innen starten beim World Aquatics Diving World Cup in Berlin, zahlreiche Weltmeister*innen haben für das Event in der deutschen Hauptstadt gemeldet. Im Turmspringen der Männer kam es am Samstag sogar zum direkten Duell zweier schon mit WM-Gold dekorierter Athleten: Der Chinese Lian Junjie war schon dreimal Weltmeister im Synchronwettbewerb, so auch in diesem Jahr in Doha (QAT); der Australier Cassiel Rousseau hatte 2023 in Fukuoka (JPN) sensationell den Titel im Einzel gewonnen. In Berlin zeigten beide nun einmal mehr ihre Klasse: Lian Junjie gewann den Wettkampf mit 542,55 Punkten und glänzte dabei nicht nur beim abschließenden 4,5-fachen Salto vorwärts, für den er allein über 100 Punkte bekam; Rousseau wurde mit 476,90 Dritter. Zwischen die beiden schob sich mit 494,50 noch der Kanadier Rylan Wiens, der ebenfalls sehr stark auftrumpfte.

Als bester Deutscher landete Jaden Eikermann (SV Neptun Aachen) mit 359,05 auf Rang zehn. Der zweite DSV-Finalteilnehmer Luis Avila Sanchez (Berliner TSC) kam mit 344,90 auf Platz elf. Der 18-Jährige hatte sich zum ersten Mal überhaupt für ein internationales Finale qualifiziert. „Wir freuen uns, dass so ein junger Sportler ins Finale gekommen ist. Er war sehr aufgeregt, aber das war eine wichtige Erfahrung für ihn“, sagte Bundestrainer Christoph Bohm.

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Weltmeisterlich besetzt war zuvor auch das Finale vom 3m-Brett bei den Frauen, in dem die Chinesin Chen Yiwen – Weltmeisterin von 2022 und 2023 in dieser Disziplin – als Siegerin mit 356,40 Punkten ihrer Rolle als klare Favoritin gerecht wurde. Sehr zur Freude ihrer vielen Landsleute übrigens, die den Weg in die Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark (SSE) gefunden hatten. „Es hat sich angefühlt, als würde ich zu Hause springen“, freute sie sich über die Unterstützung. Platz zwei sicherte sich die Australierin Maddison Keeney (344,75) auch dank eines starken Schraubensaltos zum Abschluss – es war der schwerste Sprung der gesamten Konkurrenz. Bronze ging an Sarah Bacon (USA/327,75).

Als Achte mit 298,85 Punkten konnte Saskia Oettinghaus (Dresdner SC 1898) ihr Ergebnis aus dem Vorkampf noch einmal um zwölf Zähler verbessern. „Ich bin total zufrieden, Platz acht ist klasse“, meinte sie. Ganz besonders freute sie sich über ihren Auerbachsalto, für den sie in Runde vier auch die meisten Punkte bekommen hatte, „das ist mein Sternchensprung und es ist natürlich schön, wenn der im Wettkampf dann auch so gelingt“. Nachdem die 25-Jährige zum Weltcupauftakt in Montreal (CAN) bereits Zehnte gewesen war, sammelte sie nun in Berlin weitere Punkte und hat sich damit auch für das Super Final im April in Xi’an (CHN) qualifiziert. „Das ist mega cool, dass ich jetzt nach China fliegen darf. Jeder Wettkampf hilft auf dem Weg zu Olympia.“ Die Entscheidung, wer die beiden deutschen Quotenplätze vom 3m-Brett bei den Sommerspielen in Paris (FRA) bekommt, fällt allerdings erst vom 15. – 19. Mai bei den Deutschen Meisterschaften ebenfalls in Berlin.

Wassen-Schwestern auf Platz vier vom Turm

Ohne chinesische Beteiligung fanden am Samstag die beiden Synchronwettbewerbe statt, spannenden Sport bekam das Publikum aber auch dort geboten. Im Turm-Synchronspringen der Frauen setzten sich mit Delaney Schnell und Jessica Parratto (USA/306,00) die WM-Dritten dieses Jahres und Olympiazweiten von Tokio (JPN) 2021 durch, vor Kanada (282,72) und der Ukraine (276,36). Das deutsche Team mit Elena Wassen und Christina Wassen (beide Berliner TSC) sprang mit 269,16 als Vierte knapp an einer Medaille vorbei, die Schwestern erzielten damit aber fast 20 Punkte mehr als bei der ersten Weltcupstation Ende Februar in Montreal. „Platz vier ist immer bitter, aber wir wissen, dass wir mehr können. Vor allem die beiden Pflichtsprünge kann ich viel besser, das war heute der Knackpunkt. Bei den Kürsprüngen haben wir uns danach gut aus der Affäre gezogen und sind insgesamt ganz zufrieden“, beurteilte Elena Wassen den gemeinsamen Auftritt.

>> Alle Ergebnisse vom Diving World Cup in Berlin

Beim 3m-Synchronspringen der Männer maßen sich in Berlin gleich sechs der acht Teams, die im Sommer dann auch bei den Olympischen Spielen in Paris (FRA) um die Medaillen kämpfen werden. Als Sieger mit 423,27 Punkten tankten insbesondere Anthony Harding und Jack Laugher (GBR) noch einmal ordentlich Selbstvertrauen, Zweiter wurde Italien (397,62) vor den USA (374,85). Auch das deutsche Paar mit Moritz Wesemann (SV Halle) und Alexander Lube (SV Neptun Aachen) war nach drei Runden als Fünfter noch mittendrin im Medaillenrennen, ehe dann wie schon bei der WM in Doha der Auerbachsalto danebenging. Diesmal war es Wesemann, der schon im Ansatz des Sprungs Probleme hatte und abbrechen musste – das bedeutete null Punkte in dieser Runde und somit auch am Ende Platz elf mit 317,94.

„Das ist psychisch der schwerste Sprung unserer Serie. Beim Anlauf hat es mich sehr weit nach vorne getrieben, so dass ich mit den Zehen vorne übers Brett stand. Gerade in einem olympischen Jahr wollte ich lieber nicht riskieren, mich womöglich zu verletzen, und habe deshalb lieber abgebrochen. So ist der Sport, gerade vom Brett kann so etwas noch viel schneller passieren als auf dem Turm“, sagte er. Tatsächlich kamen auch andere Favoriten nicht sauber durch: So leisteten sich die Mexikaner als WM-Vierte von Doha im letzten Durchgang ebenfalls einen Salto Nullo, weil Rodrigo Diego Lopez eine Schraube zu wenig zeigte, und fielen noch von Platz zwei auf Platz neun zurück.

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Wassen-Schwestern verpassen olympischen Doppelstart nur knapp

In einer technisch so anspruchsvollen Sportart wie Wasserspringen entscheiden meist Nuancen. Oft ist es nur ein einziger Sprung, der zwischen Glückseligkeit und Enttäuschung den Unterschied bringt. Beim Turm-Synchronspringen der Frauen war dieser eine Sprung für Elena Wassen und Christina Wassen der dreieinhalbfache Delfinsalto im dritten Durchgang. Nach zwei starken Pflichtsprüngen lagen die Schwestern vom Berliner TSC am Dienstag sogar auf Rang drei in diesem Finale der Weltmeisterschaften in Doha (QAT), doch dann konnten sie einmal nicht ganz das abrufen, was sie eigentlich können. Und schon stand am Ende Platz sieben auf der Anzeigetafel, mit 277,98 Punkten.

Nur gut zehn Zähler fehlten zu Kanada (287,34) auf Rang sechs und letztlich auch zum möglichen Doppelstart bei den Olympischen Spielen in Paris. Elena und Christina hatten im vergangenen Jahr Deutschland nämlich schon beide Quotenplätze für den olympischen Einzelwettbewerb vom Turm gesichert, zu gern hätten sie das nun auch als Synchronpaar geschafft und Bundestrainer Christoph Bohm damit ein schönes Geschenk zum 40. Geburtstag gemacht.

Feiern durften – nicht ganz überraschend – mal wieder Chinas Frauen, Chen Yuxi und Quan Hongchan (362,22 Punkte) siegten mit großen Vorsprung vor Nordkorea (320,70) und Großbritannien (299,34). Wie Nordkorea sicherten sichern auch Mexiko als Vierter (296,34), die Ukraine als Fünfter (292,50) und Kanada als Sechster die Quotenplätze für Paris. China war wie Großbritannien, die USA (diesmal Achte) und Gastgeber Frankreich (Rang 14) bereits vorher qualifiziert.  

“Es sind nur zehn Punkte, die hätten wir beim ersten Kürsprung locker rausholen können. Aber es ist, was es ist - es geht weiter. Wir haben zwei Quotenplätze im Turm-Einzel und die probieren wir uns jetzt natürlich intern zu holen“ sagte Elena. Natürlich wurmt so ein Ergebnis, wenn man 2022 schon mal WM-Fünfter und im vorigen Jahr Sechster wurde. “Das waren zwei schöne Sprünge noch, besonders der nach dem Delfin. Klar, den können wir auch besser, keine Frage, aber da haben wir uns gut zusammengerissen. Und die Schraube am Ende war in Ordnung. Aber am Ende hat es nicht gereicht und da bringt es auch nicht viel zu philosophieren, was hätte anders laufen können”, sagte Christina Wassen. “Hier entscheiden es auf jeden Fall Nuancen. Wenn man sich das Einspringen schon anschaut, da sind auch einige andere durch die Gegend geflogen. Es kann von Sprung zu Sprung variieren, von 4,5 bis zu einer Acht – da weiß man nie, was passiert. Und so ist es im Wettkampf mit der Nervosität immer noch krasser. Aber so ist das Wasserspringen, und das macht es ja auch aus.” Und zum nächsten Happy End fehlen schließlich auch wieder nur Kleinigkeiten.

>> Alle Ergebnisse von Doha

Wesemann und Lube meistern Marathon-Vorkampf

 Zum Marathon war zuvor der Vorkampf der Männer vom 3m-Brett mit 70 Teilnehmern geraten. Erst nach rund fünf Stunden standen die 18 Qualifikanten für das Halbfinale am Mittwoch (08:00 Uhr MEZ) fest. Mit dabei sind auch beide deutschen Teilnehmer: Europameister Moritz Wesemann (SV Halle) als Fünfter mit 412,45 Punkten und Alexander Lube (SV Neptun Aachen) als Zehnter (387,05). Um die Olympia-Quotenplätze geht es in dieser Disziplin nicht mehr, hier hatte Deutschland durch Wesemanns EM-Titel und den Finaleinzug von Lars Rüdiger (Berliner TSC) bei der letztjährigen WM in Fukuoka (JPN) bereits die maximal möglichen zwei Startplätze gesichert.

Alexander Lube reduzierte für den Vorkampf vorsichtshalber die Schwierigkeiten seiner Sprünge etwas, um dafür lieber sauber durchzukommen. Es zahlte sich aus, während viele andere Fehler machten und es sogar Topleute wie Jack Laugher (GBR/20.) erwischte, den dreimaligen WM-Bronzemedaillengewinner und Olympiadritten von Tokio (JPN) in dieser Disziplin. „Die Sprünge kann man nicht mit einem normalen Wettkampf vergleichen. Wir haben hier so viele hochrangige Sportler patzen sehen, leider auch wirklich fatal. Das ist eine eigene Disziplin, so einen Vorkampf zu springen”, meinte der Aachener. „Ich bin auf jeden Fall zufrieden mit den Punkten. Gerade nach dem Synchronwettbewerb vorgestern gibt mir das jetzt wieder ein bisschen Vertrauen in mich selbst. Es war wieder ein Schritt in Richtung der Leistung, zu der ich hinwill.“ Beim 3m-Synchronspringen zusammen mit Wesemann hatte sich Lube am Sonntag beim Auerbachsalto einen Patzer geleistet, diesen nun aber schnell wieder wegstecken können. „Wir haben hier ein extrem tolles Team. Ich wurde mit so viel Empathie aufgefangen von unseren eigenen Sportler*innen, die haben unglaublich viel getan, um mich aufzubauen. Aber auch Herr Bohm als Cheftrainer ist wirklich super mit der Situation umgegangen, konstruktiv und aufmunternd, und mein betreuender Trainer Philipp (Philipp Becker-Heiden, Anm. d. Red.) hat mich nur in die richtige Richtung gepusht. Ich hatte wirklich unglaublich viel Unterstützung und Rückhalt.”

Beste im Vorkampf waren die beiden Chinesen Xie Siyi (493,05) und Wang Zongyuan (474,30), aber auch Moritz Wesemann kam souverän eine Runde weiter. „Es geht in so einem Wettkampf vor allem um die Stabilität. Weil es so ein langer Wettkampf ist, ist jeder Sprung eigentlich aus dem Kalten. Man erwärmt sich zwar neu, aber man hat kein Gefühl mehr fürs Brett und fürs Wasser. Deshalb geht es darum, stabil durchzuspringen, was ich geschafft habe. Dass dann nochmal ein Highlight kommt wie bei mir am Ende die Dreifachschraube, das macht einen natürlich umso glücklicher.” Der Sprung ist mit einer Schwierigkeit von 3,9 bewertet und zählt zu den schwersten Sprüngen überhaupt in der Welt.

Wer dieses und andere Highlights einmal live sehen will: Vom 21. – 24. März starten Wesemann und die gesamte nationale und internationale Weltelite beim World Aquatics Diving World Cup in Berlin. Das Publikum darf sich beim Weltcup dann erneut auf Wasserspringen auf absolutem Topniveau freuen.

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Luxus am Golf: Leonie Beck startet ihr WM-Rennen ohne Druck

Zuletzt schwamm Leonie Beck ständig auf der perfekten Welle. Nach zwei Weltcupsiegen im Frühjahr war die Würzburgerin im Sommer 2023 in Fukuoka (JPN) zur Doppel-Weltmeisterin im Freiwasserschwimmen aufgestiegen, im Dezember konnte sie dann auch noch den Gesamtweltcup gewinnen. Bei den am Freitag beginnenden Weltmeisterschaften 2024 in Doha (QAT) gehört die 26-Jährige daher auch wieder zu den Medaillenhoffnungen im Team des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV). >> Zum WM-Zeitplan mit allen DSV-Starter*innen Bevor das 10km-Rennen am Samstag (08:30 Uhr MEZ im Livestream von Eurovisionsport.com oder in der gleichnamigen App) mit großem Andrang und 72 gemeldeten Frauen startet, übt sich Beck dabei in Gelassenheit.„Natürlich wird das Rennen durch den Kampf um die Olympiatickets richtig schnell und spannend. Da ich als Weltmeisterin aber nun schon für Olympia qualifiziert bin, kann ich diese WM ganz ohne Druck angehen. Ich werde natürlich versuchen, meine Titel zu verteidigen. Aber wenn es nicht klappt, ist das nicht allzu schlimm, denn Doha ist für mich nur ein Zwischenhöhepunkt auf dem Weg nach Paris“, sagte Beck im DSV-Verbandsmagazin Swim&More. Die Top drei der WM 2023 hatten sich das Olympiaticket nämlich bereits gesichert, alle anderen Startplätze werden nun in Doha vergeben: 13 pro Geschlecht nach den WM-Platzierungen (bereinigt von den bereits Qualifizierten) und dann noch jeweils einer pro Kontinentalverband für die jeweils Besten (zudem hat Gastgeber Frankreich einen Platz sicher). Beck ist froh über diese komfortable Konstellation, die äußeren Bedingungen am Persischen Golf behagen ihr nämlich nicht besonders: Das Wasser hat nur um die 20 Grad, Neoprenanzüge sind dabei aber nicht mehr erlaubt. „Mit solchen Bedingungen kann ich mich bis heute nicht so recht anfreunden. Das ist auch typbedingt, man kann sich an kaltes Wasser nur ein Stück weit gewöhnen. Ich habe nun mal keine Fettschicht, die schützen könnte. Und meine Muskulatur wird bei Kälte immer sofort hart und fest“, erklärt Beck. Nun gab es zwar schon Weltcuprennen am Golf, Beck konnte dort auch schon gewinnen, zum Beispiel beim einzigen Weltcup im Coronajahr 2020. Aber: „Damals hatten wir immer 18 bis 20 Grad Wassertemperatur. Damals war da dann der Neoprenanzug noch erlaubt, jetzt aber eben nicht mehr.“ Nach einer Regeländerung des Weltverbandes ist wärmendes Neopren inzwischen nur noch unter 18 Grad zulässig. „Deswegen war es mir auch so wichtig, dass ich die Olympiaqualifikation bereits in Fukuoka klarmache. Weil ich wusste, dass es in Doha kalt werden kann und ich dann womöglich geringere Chance hätte“, so Beck. Für ihre italienischen Freund*innen geht es um alles Becks WM-Vorbereitung verlief zum Glück planmäßig, im Januar stand dabei ein zweites Höhentrainingslager über dreieinhalb Wochen auf dem Programm, während die anderen DSV-Aktiven in dieser Zeit die Wärme Südafrikas vorzogen. Schließlich müssen sich die Aktiven aus Italien, bei denen Beck seit drei Jahren nahe Rom mittrainiert, in Katar erst noch das Olympiaticket erkämpfen. Zwar hat fast jede*r von ihnen schon eine WM-Medaille gewonnen, aber zuletzt eben nicht über die olympische Distanz. „Das Verhältnis ist aber trotzdem weiter gut, ich bin eine von ihnen. Ich freue mich für meine Trainingskolleg*innen, wenn sie erfolgreich sind – und andersherum ist es ganz genauso. Da spielt die Nationalität doch keine Rolle“, beteuerte Beck. Als zweite Frau geht Jeannette Spiwoks für das DSV-Team an den Start. Natürlich wird die Essenerin versuchen, den zweiten Quotenplatz für Paris zu erobern. „Das Rennen wird hart, rabiat und körperbetont, jeder schwimmt um sein Leben“, umschreibt Bundestrainer Bernd Berkhahn seine Erwartungen. Nach den Eindrücken beim Vorbereitungslager in Südafrika ist er sich aber sicher: „Jeannette ist in der Lage, sich in den Top acht zu qualifizieren.“ Florian Wellbrock will den Ballast aus Fukuoka loswerden
Als Olympiageneralprobe taugt das Rennen in Doha für ihn allerdings nicht, „weil Paris ein Flussrennen mit Strömung und Gegenströmung sein wird und die Bedingungen hier nicht vergleichbar sind“. Auch für seinen Schützling Florian Wellbrock, der erst ein Drittel des geplanten Jahresumfangs von 3.900 Schwimmkilometern absolviert hat, stehe die Titelverteidigung daher nicht an oberster Stelle. „Florian ist bereits über 10km für Olympia qualifiziert, daher braucht man hier keinen Schwerpunkt zu setzen. Es geht für ihn eher darum, die Chance zu nutzen, sich vielleicht zwei Olympiastarts im Becken zu sichern“, erklärte Berkhahn auf der DSV-Pressekonferenz zu Wochenbeginn. Anders als manch andere*r in seiner Trainingsgruppe kam Wellbrock ohne größere Ausfälle durch diese Saison (Leonie Märtens musste ihren WM-Start nach Mandel-OP sogar absagen), das stimmt Berkhahn optimistisch: „Natürlich gibt es ein bisschen Ballast für die Beckenwettbewerbe, den Florian seit der letzten Weltmeisterschaft mit sich trägt (zweimal Aus im WM-Vorlauf, d.Red.). Wir werden sehen, ob er da gut durchkommt diesmal. Ich habe bei den Belastungsparametern ein bisschen was umgestellt, wir haben auch die Mentalarbeit verstärkt. Wir hoffen, dass er damit stabiler ist beim Übergang ins Becken. Es wird wahrscheinlich zwar noch schwieriger sein als in Fukuoka, weil durch die kühlere Wassertemperatur physiologisch und auch neurophysiologisch mehr zu tun ist. Aber ich denke, wir sind besser aufgestellt als beim letzten Mal.“ Und schon da schwammen Wellbrock und auch Oliver Klemet (Bronze über 10km) allen davon.

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