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Historischer Tag für den Cannstatter Wasserball
Der SV Cannstatt ist endgültig wieder in der Wasserball-Bundesliga angekommen. Im vergangenen Sommer war der Deutsche Meister von 2006 ins Oberhaus zurückgekehrt, in den ersten Wochen der neuen Saison ließ ein Erfolgserlebnis dann allerdings noch auf sich warten. Am Wochenende feierten die Stuttgarter beim 15:12 gegen die White Sharks Hannover nun ihren ersten Sieg nach dem Aufstieg. Spieler des Tages war Torwart Max Vernet Schweimer mit zahlreichen Paraden, in der Offensive glänzte Sergio Prieto Hernandez mit fünf Treffern als bester Torschütze.
Damit schlossen die Cannstatter nach Punkten zur SG Neukölln Berlin auf, bleiben vorerst aber Tabellenletzter. An der Spitze steht unverändert der Deutsche Meister Waspo 98 Hannover, der sich beim 25:5 gegen den Duisburger SV 1898 für das entscheidende Champions-League-Spiel am Mittwoch (20:00 Uhr, kostenpflichtiger Livestream bei Euroaquatics.tv) in Barcelona (ESP) bei Zodiac CNAB warmschoss.
Zweitligist Neustadt weiter auf der Siegerstraße
Das einzige noch sieglose Team in den beiden Wasserball-Bundesligen ist damit nun in der 2. Liga die SpVg Laatzen 1894. Auch die Niedersachsen waren im Sommer aufgestiegen – gegen Zweitliga-Spitzenreiter Düsseldorfer SC 1898 hielt man am Wochenende zwar über lange Zeit gut mit, musste die Punkte beim 9:13 letztlich aber doch dem Gegner überlassen. Auf dem Vormarsch bleibt dagegen der andere Aufsteiger SC Neustadt/Weinstraße, der beim SSV Esslingen bereits den fünften Saisonsieg holte (16:15) und so in die Top vier vorrückte.
| Wasserball-Bundesliga | ||
| SG Neukölln Berlin | ASC Duisburg | 11:24 (3:7, 2:6, 3:3, 3:8) |
| SV Cannstatt | White Sharks Hannover | 15:12 (4:1, 4:6, 2:2, 5:3) |
| Waspo 98 Hannover | Duisburger SV 1898 | 25:5 (6:1, 8:1, 5:2, 6:1) |
| OSC Potsdam | Wasserfreunde Spandau 04 | 9:22 (2:4, 3:10, 2:3, 2:5) |
| 2. Wasserball-Bundesliga | ||
| SSV Esslingen | SC Neustadt/Weinstraße | 15:16 (2:3, 3:5, 7:5, 3:3) |
| SV Würzburg 05 | SVV Plauen | 15:16 (4:5, 3:4, 5:4, 3:3) |
| Düsseldorfer SC 1898 | SpVg Laatzen 1894 | 13:9 (4:5, 3:2, 4:0, 2:2) |
| Wasserball-Bundesliga | |||||
| 1. | Waspo 98 Hannover | 9 | 27 | 250:57 | +193 |
| 2. | Wasserfreunde Spandau 04 | 8 | 20 | 169:87 | +82 |
| 3. | ASC Duisburg | 8 | 18 | 151:92 | +59 |
| 4. | White Sharks Hannover | 8 | 10 | 106:131 | -25 |
| 5. | OSC Potsdam | 8 | 9 | 90:147 | -57 |
| 6. | Duisburger SV 1898 | 8 | 9 | 86:142 | -56 |
| 7. | SG Neukölln Berlin | 8 | 3 | 90:167 | -77 |
| 8. | SV Cannstatt | 9 | 3 | 77:196 | -119 |
| 2. Wasserball-Bundesliga | |||||
| 1. | Düsseldorfer SC 1898 | 9 | 22 | 120:98 | +22 |
| 2. | SV Krefeld 72 | 6 | 15 | 98:63 | +35 |
| 3. | Uerdinger SV 08 | 7 | 14 | 100:89 | +11 |
| 4. | SC Neustadt/Weinstraße | 8 | 14 | 117:105 | +12 |
| 5. | SVV Plauen | 9 | 13 | 138:131 | +7 |
| 6. | SSV Esslingen | 8 | 12 | 111:115 | -4 |
| 7. | SV Würzburg 05 | 7 | 3 | 89:119 | -30 |
| 8. | SpVg Laatzen 1894 | 8 | 0 | 86:139 | -53 |
Von wegen EM-Müdigkeit: Spandaus Frauen im doppelten Torrausch
In der Wasserball-Bundesliga der Frauen wurde der Spielbetrieb nach Abschluss der Europameisterschaften – bei denen sich die Niederländerinnen im Finale gegen Ungarn mit 15:13 nach Fünfmeterwerfen den Titel sicherten – mit einem Doubleheader fortgesetzt. Die Deutschen Meisterinnen der Wasserfreunde Spandau 04 trafen binnen 24 Stunden gleich zweimal auf den SSV Esslingen, der dafür auf sein Heimrecht verzichtet und sich bereiterklärt hatte, beide Partien in Berlin auszutragen. Spandau dominierte beide Spiele und siegte mit 20:7 und 27:7. Von Müdigkeit war also auch bei den EM-Teilnehmerinnen auf Spandauer Seite nichts zu spüren, obwohl sie zum Teil erst in der Nacht aus Madeira (POR) zurückgekehrt waren.
| Platz | Verein | Spiele | Punkte | Torverhältnis | Tordifferenz |
| 1. | Wasserfreunde Spandau 04 | 6 | 18 | 168:40 | +128 |
| 2. | SV Blau-Weiß Bochum | 5 | 12 | 108:48 | +60 |
| 3. | SSV Esslingen | 6 | 9 | 81:83 | -2 |
| 4. | Eimsbütteler Turnverband | 5 | 6 | 62:90 | -28 |
| 5. | SC Chemnitz 1892 | 5 | 3 | 40:116 | -76 |
| 6. | Uerdinger SV 08 | 5 | 0 | 39:121 | -82 |
Neuausrichtung im Wasserball: DSV setzt auf nachhaltigen Aufbau und konsequente Nachwuchsförderung
Der Deutsche Schwimm-Verband e.V. (DSV) treibt die notwendige strategische Neuausrichtung im Wasserball entschlossen voran. Bereits im Frühjahr wurden zentrale Reformen auf den Weg gebracht – darunter die Einführung einer Positivquote für deutsche Spieler*innen und die Weiterentwicklung der Ligenstruktur. Das jüngste Verpassen der EM-Qualifikation unterstreicht, wie essenziell dieser Kurs ist. Mit einem klaren Fokus auf nachhaltige Nachwuchsförderung und stabile Strukturen verfolgt der DSV das Ziel, den deutschen Wasserball schrittweise zurück in den Kreis der internationalen Top-Nationen zu führen.
„Wir machen uns nichts vor – das ist eine sehr schwierige und ernüchternde Situation. Aber wir fügen uns dem nicht, sondern sehen die Defizite. Wir haben bereits begonnen, sie anzugehen und kontinuierlich an der Optimierung zu arbeiten“, sagt DSV-Chef Jan Pommer. Ein zentraler Baustein der Reform ist die neue Positivquote: Ab der Saison 2025/26 müssen mindestens sieben deutsche Spieler auf dem Spielprotokoll jeder Bundesligamannschaft stehen. In den Folgejahren steigt die Zahl auf acht (2026/27) und neun (ab 2027/28). „Diese Maßnahme ist ein wichtiger Schritt, um deutschen Talenten mehr Spielzeit auf höchstem Niveau zu ermöglichen“, betont Christian Hansmann, DSV-Vorstand Leistungssport.
Parallel entwickelt der Verband weitere Fördermaßnahmen. In Planung sind unter anderem ein bundesweiter Ausbildungsfonds sowie neue Programme zur langfristigen Entwicklung von jungen deutschen Spielern hin zu den Jugend-Nationalteams. Dass Potenzial vorhanden ist, zeigt der Nachwuchs selbst: Die deutsche U20 hat sich bereits zum dritten Mal in Folge für die Weltmeisterschaften qualifiziert – ein starkes Signal.
„Wir wissen, dass tiefgreifende Veränderungen Zeit brauchen – und diese Zeit nehmen wir uns. Jetzt stellen wir die Weichen, um die Mannschaft in den nächsten fünf bis acht Jahren zurück in den Kreis der weltbesten Nationen zu führen“, betont Hansmann. „Wir setzen dabei auf die Jugend. Sie wird die Nationalmannschaft der Zukunft bilden.“
Die Neuausrichtung bringt auch personelle Veränderungen mit sich: Nach dem Verpassen der EM-Qualifikation hat der DSV Bundestrainer Milos Sekulic und dessen Co-Trainer Vladimir Markovic abberufen. „Wir danken beiden ausdrücklich für ihr Engagement in einer herausfordernden Phase. Für den nächsten Schritt braucht es nun aber auch an der Spitze einen Neuanfang“, erklärt der Vorstand Leistungssport.
Die Entscheidung über die zukünftige Leitung der Nationalmannschaft wird der Verband mit der gebotenen Sorgfalt und Ruhe treffen. Interimistisch werden Luka Sekulic – Bundesstützpunkttrainer Wasserball in Hannover und Co-Trainer beim Deutschen Meister Waspo 98 Hannover – sowie der bisherige Bundestrainer Diagnostik Dirk Hohenstein die Betreuung des Teams bei den Partien der FISU World University Games 2025 vom 17. – 26. Juli in Duisburg übernehmen.
Der erste deutsche Profi in Spanien: Wasserballer Uwe Sterzik wird 60
Dieser Erfolg hat sich hierzulande in das kollektive Wasserballgedächtnis eingebrannt. 1989 bei der Heim-EM in Bonn gewann die Auswahl des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) die Goldmedaille, das entscheidende „Golden Goal“ in der Verlängerung beim 10:9 gegen Olympiasieger und Weltmeister Jugoslawien erzielte der leider viel zu früh verstorbene Rainer Osselmann. Mit dabei im Europameisterteam war damals auch Uwe Sterzik, der am heutigen Montag (27. April) 60 Jahre alt wird „Die Stimmung beim Finale war unglaublich, wir hatten noch nie so viele Zuschauer“, erinnert er sich. Das Spiel wurde sogar live im Fernsehen übertragen.
„Der EM-Titel war mein größter Erfolg“, sagt Sterzik. Aber längst nicht der einzige. Über ein Jahrzehnt zählte er zu den Führungsspielern im DSV-Team, bestritt von 1985 bis 1997 insgesamt 342 Länderspiele. 1995 bei der EM in Wien hatte der in Ostrov nad Ohří im heutigen Tschechien geborene Sterzik entscheidenden Anteil am deutschen Bronzegewinn – es war die bislang letzte DSV-Medaille bei den Männern bei einer EM, WM oder Olympia. „Weil ich in Wien in der Mannschaft noch eine viel größere Rolle hatte, zählt dieser dritte Platz für mich fast so viel wie der Titel 1989“, meint Sterzik.
Drei Mal bei Olympischen Spielen, zweimal Spieler des Jahres
Dreimal – 1988 in Seoul (KOR), als Deutschland starker Vierter wurde, 1992 in Barcelona (ESP) und 1996 in Atlanta (USA) – nahm er außerdem an Olympischen Spielen teil. „An die Eröffnungsfeier bei meinen ersten Spielen in Seoul erinnere ich mich bis heute, das war ein ergreifender Moment“, sagt er. In der Wasserball-Bundesliga spielte er für den Ersten Offenbacher SC, den Duisburger SV 1898, SSF Delphin Wuppertal und den Düsseldorfer SC 1898. Zweimal in Folge wurde er Wasserballer des Jahres. 1996/97 wechselte er für eine Saison zum CN Teneriffa und wurde damit der erste deutsche Profi in Spanien, damals die Liga des amtierenden Olympiasiegers. Kontakte auf die Kanaren bestehen bis heute.
Nach Ende seiner aktiven Karriere war Uwe Sterzik von 1998 bis 2000 Bundestrainer für die DSV-Männer, später dann auch Vereinstrainer beim Duisburger SV, dem ASC Duisburg sowie in der Schweiz. Hier hatte er seine spektakulärste Zeit beim drittältesten Schwimmverein der Schweiz, dem SC Schaffhausen. Auf Anhieb gewann er das „Double“ aus Meisterschaft und Pokalsieg. Damit schrieb er Vereinsgeschichte: Der Traditionsclub holte erstmals Wasserballtitel – und legte im Jahr darauf mit einer weiteren Meisterschaft direkt nach. Von 2012 bis 2020 verantwortete er auch die Schweizer Nationalmannschaft. „Ich war schon als Spieler der Typ Spielmacher, der sich viel mit Taktik beschäftigt hat. Da lag der Wechsel ins Traineramt nahe“, erzählt er.
Heute lebt Uwe Sterzik in der Schweiz – und spielt immer noch
Inzwischen lebt Sterzik in der Nähe von Zürich (SUI) und ist an der dortigen Universität als Trainingsleiter im Hochschulsport tätig. Dem Wasserball ist er nach wie vor eng verbunden. Auf nationaler Ebene spielt er regelmäßig für die Duisburger Masters-Mannschaft, international mit den Spandau All Star Masters, mit denen er 2024 in Doha (QAT) sogar Weltmeister in der Altersklasse 50 wurde. Im Sommer geht es für das Team als nächstes zur Masters-EM nach Samorin (SVK). „Bei den Deutschen Meisterschaften spiele ich dieses Jahr mit Duisburg erstmals in der AK 60“, sagt Sterzik und lacht. „Früher dachte ich, mit 60 sei man schon Opa. Aber ich habe immer noch ein sehr aktives und tolles Leben.“
Packender Abstiegskampf in der Wasserball-Bundesliga
Neben den beiden Meisterschaftsentscheidungen bei Frauen und Männern werden in den Wasserball-Bundesligen in diesen Tagen auch noch die weiteren Platzierungen ausgespielt. Besonders dramatisch ging es dabei am Pfingstwochenende in der Serie um Platz sieben bei den Männern zu, deren Verlierer den bitteren Gang in die 2. Liga antreten muss, während der Sieger noch eine weitere Chance in der Relegation bekommt. Im Abstiegskampf setzte sich im ersten Spiel der Serie im Modus „Best of Three“ die SG Neukölln Berlin mit 21:10 gegen den Duisburger SV 98 durch. Terrence Smit war mit neun Toren der Mann des Tages bei den Berlinern, der entscheidende Treffer gelang allerdings Philipp Gottfried 42 Sekunden vor dem Ende.
Im Duell um Bronze hat derweil der ASC Duisburg vorgelegt und auswärts mit 21:5 gegen die White Sharks Hannover gewonnen. Die beiden Nationalspieler Elias Metten und Vukasin Simic trafen je fünf Mal für den ASCD. Im ersten Spiel um Platz fünf setzte sich der OSC Potsdam mit 23:14 beim Vorjahresaufsteiger SV Cannstatt durch.
Krefeld steht kurz vor dem Aufstieg
In die Fußstapfen der Cannstätter als Aufsteiger könnte bald schon die SV Krefeld 72 treten. Im ersten Finalspiel der 2. Liga siegten die Rheinländer mit 15:10 beim SSV Esslingen. Die Entscheidung über den Aufstieg fällt am kommenden Wochenende, dabei gilt in der 2. Liga anders als in der Bundesliga das Gesamtergebnis aus nur zwei Partien. Krefeld geht dann mit einem Fünf-Tore-Vorsprung ins Rückspiel.
Ebenfalls Auswärtssiege feierten im Spiel um Platz drei der Düsseldorfer SC 1898 (17:8 beim SVV Plauen) sowie im Spiel um Platz fünf der SC Neustadt/Weinstraße (13:12 bei der SpVg Laatzen 1894). Den einzigen Heimsieg des Wochenendes erlebten die Fans in Würzburg, wo sich der SV Würzburg 05 mit einem 18:15 gegen den Uerdinger SV 08 vorlegte. Der Verlierer dieser Serie steigt ab. Der Gewinner muss ins Aufstiegsturnier mit den Vertretern der Landesgruppen und dort seinen Platz in der Liga verteidigen.
Esslingens Frauen feiern erneut die Bronzemedaille
Bei den Frauen steht seit dem Pfingstwochenende bereits das finale Ranking fest. Die Bronzemedaille sicherte sich wie im Vorjahr der SSV Esslingen, der auch das zweite Spiel gegen den SC Chemnitz mit 29:4 gewann und damit auch die Serie mit 2:0 Siegen. Nationalspielerin Jamie-Julique Haas steuerte neun Treffer zum Esslinger Erfolg bei.
Ebenfalls glatt in zwei Spielen setzte sich der Eimsbütteler Turnverband im Duell um Platz fünf gegen den Uerdinger SV 08 durch. Das Endergebnis der zweiten Partie lautete 18:10 für die Hamburgerinnen. Den deutschen Meistertitel hatten sich am Pfingstsonntag zum siebten Mal in Serie die Frauen der Wasserfreunde Spandau 04 gesichert.
U20-WM im Wasserball: Deutschlands Junioren fordern Montenegro alles ab
Deutschlands Wasserball-Junioren spielen bei der U20-WM in Zagreb (CRO) um die Plätze neun bis zwölf. Damit wird das Team des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) in jedem Fall eine bessere Platzierung erreichen als bei den vorherigen Weltmeisterschaften in der Altersklasse, denn 2023 war man zuletzt 13. geworden. Nächster Gegner ist nun am Freitag China (13:30 Uhr, kostenloser Livestream auf dem YouTube-Kanal von World Aquatics).
Den Einzug ins Viertelfinale – es wäre der erste seit 18 Jahren gewesen – hat die Auswahl von Nachwuchs-Bundestrainer Nebojsa Novoselac derweil knapp verpasst. Die bis zuletzt spannende Partie im Achtelfinale gegen den Nachwuchs von Olympiateilnehmer Montenegro ging am Mittwoch mit 10:11 verloren. In der weitgehend ausgeglichenen ersten Halbzeit verzeichnete Deutschland sogar mehr Würfe aufs Tor, trotzdem führten die Montenegriner zur Pause mit 7:6. Im dritten Viertel konnte das Team vom Balkan seinen Vorsprung zwischenzeitig sogar auf drei Tore ausbauen. Auch zu Beginn des Schlussabschnitts sah es zunächst weiter nach einem Erfolg für Montenegro aus. Dank dreier Treffer der Brüder Lennox Metten und Elias Metten (beide ASC Duisburg) wurde es aber noch einmal spannend – zwei Minuten vor dem Ende waren die Deutschen beim Stand von 10:11 auf einmal wieder ganz nah dran an der Sensation. Doch das starke Comeback blieb unbelohnt: Montenegro verteidigte seinen Ein-Tore-Vorsprung bis zum Schluss.
Das erste Spiel der Medaillenrunde, in dem die genauen Paarungen für das Achtelfinale ermittelt wurden, hatte Deutschland tags zuvor mit 22:6 gegen den Iran gewonnen. Spieler des Tages wurde Luk Jäschke (Waspo 98 Hannover/drei Tore), bester Torschütze gegen die Iraner war jedoch Till Hofmann (OSC Potsdam) mit vier Treffern.
DSV-Wasserball-Junioren fahren mit breiter Brust zur U20-WM
Bereits zum dritten Mal in Folge nehmen Deutschlands Wasserball-Junioren vom 14. – 21. Juni in Zagreb (CRO) an den U20-Weltmeisterschaften teil. Nach einer zuvor 14-jährigen Durststrecke, in der man von 2007 bis 2021 gar nicht bei diesem Event vertreten gewesen war, hat sich der Nachwuchs des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) mittlerweile im Kreis der WM-Nationen etabliert. Dieses Mal reist das Team von Nachwuchs-Bundestrainer Nebojsa Novoselac zudem mit breiter Brust an: Die U19-EM hatte die Mannschaft im vergangenen Jahr nämlich als Fünfter abgeschlossen und war damit so gut wie kein anderes DSV-Team in dieser Altersklasse seit mehr als drei Jahrzehnten. Das gibt ordentlich Rückenwind auch für die bevorstehenden globalen Titelkämpfe.
Bei der U20-WM trifft Deutschland in Vorrundengruppe C zunächst auf Südafrika (Sonntag, 13:30 Uhr) und Brasilien (Montag, 12:00 Uhr). Für den Einzug in die Medaillenrunde ist nach dem neuen Modus dabei der erste Platz zwingend erforderlich. Als Gruppensieger bekäme es die DSV-Auswahl dort dann mit dem Gewinner der Gruppe D mit Kasachstan, dem Iran und Neuseeland zu tun. Je nach Ausgang dieser Partie würde es im Achtelfinale dann gegen den Dritten oder Vierten der Gruppe A mit den Top-Teams Ungarn, Kroatien, Montenegro und USA gehen.
In der Vorbereitung absolvierten die DSV-Junioren der Jahrgänge 2005 und jünger zuletzt noch einmal ein zehntägiges Trainingslager in Trebinje in Bosnien-Herzegowina. Als letzter Spieler wurde danach Aleksandar Mityska (White Sharks Hannover) noch aus dem Aufgebot gestrichen. Er verbleibt aber auf eigenen Wunsch und auf eigene Kosten bei der Mannschaft, um seine Kollegen während der WM zu unterstützen – auch das unterstreicht den enormen Teamspirit in der deutschen Truppe. Zum Kader gehören mit Lennox Metten, Vukasin Simic (beide ASC Duisburg), Max Spittank (White Sharks Hannover) sowie Finn Taubert und Till Hofmann (beide OSC Potsdam) auch fünf Spieler, die bei der letztjährigen EM beziehungsweise beim Weltcup auch bereits in der A-Nationalmannschaft Erfahrung sammeln konnten.
Das DSV-Aufgebot für die U20-WM in Zagreb:
Florian Burger, Till Hofmann, Fynn Klaffke, Max Rössel, Finn Taubert (alle OSC Potsdam), Florian Bruns, Fynn Janke, Max Spittank (alle White Sharks Hannover), Elias Metten, Lennox Metten, Vukasin Simic (alle ASC Duisburg), Fabio de Marco, Tobias Scherrieble (beide SV Cannstatt), Andrei Covaci (Duisburger SV 1898), Luk Jäschke (Waspo 98 Hannover)
Ausschließlich Heimsiege am dritten Spieltag der Wasserball-Bundesliga
In der Wasserball-Bundesliga der Männer war für die Gästeteams am vergangenen Wochenende nichts zu holen. Vier Spiele, vier Heimsiege – so lässt sich der dritte Spieltag zusammenfassen. Was auch daran lag, dass diesmal die Top vier der Vorsaison geschlossen zu Hause antraten. Spitzenreiter bleibt Waspo 98 Hannover, der Deutsche Meister feierte im Stadtderby gegen die White Sharks mit 31:6 den höchsten Sieg des Wochenendes und kassierte dabei in der zweiten Halbzeit nicht einen Gegentreffer. Aber auch die Wasserfreunde Spandau 04 und der ASC Duisburg sind nach wie vor verlustpunktfrei.
Auf die Duisburger wartet am kommenden Wochenende nun das Spitzenspiel gegen Tabellenführer Waspo. Dabei treffen die ersten drei der Torschützenliste aufeinander: Elias Metten für den ASCD (bislang 17 Treffer) sowie Nikola Milardovic (16) und Lazar Vukicevic (14) bei Hannover.
Krefeld und Düsseldorf an der Spitze der 2. Wasserball-Bundesliga
Ganz anders verlief der Spieltag in der 2. Wasserball-Bundesliga der Männer. Dort durfte nämlich nur ein Heimteam jubeln: Der Uerdinger SV 08 gewann mit 17:14 gegen den SV Würzburg 05. Ansonsten gab es gleich drei Auswärtssiege, den höchsten für die SV Krefeld 72 beim 18:11 in Esslingen. Krefeld ist als einer von zwei Klubs nach dem zweiten Spieltag noch ohne Punktverlust – der andere ist der Düsseldorfer SC 1898 nach einem 14:13 beim SVV Plauen.
| Wasserball-Bundesliga | ||
| Waspo 98 Hannover | White Sharks Hannover | 31:6 (4:3, 8:3, 8:0, 11:0) |
| ASC Duisburg | SV Cannstatt | 27:12 (5:3, 5:2, 6:4, 11:3) |
| Wasserfreunde Spandau 04 | Duisburger SV 1898 | 23:9 (6:1, 9:2, 2:3, 6:3) |
| OSC Potsdam | SG Neukölln Berlin | 17:9 (3:0, 2:3, 7:3, 5:3) |
| 2. Wasserball-Bundesliga | ||
| SSV Esslingen | SV Krefeld 72 | 11:18 (2:3, 1:6, 3:4, 5:5) |
| SpVg Laatzen 1894 | SC Neustadt/Weinstraße | 13:18 (2:2, 4:5, 4:4, 3:7) |
| Uerdinger SV 08 | SV Würzburg 05 | 17:14 (2:4, 5:5, 4:1, 6:4) |
| SVV Plauen | Düsseldorfer SC 1898 | 13:14 (5:5, 3:2, 4:3, 1:4) |
| Spiele | Punkte | Tore | Tordifferenz | ||
| Wasserball-Bundesliga | |||||
| 1. | Waspo 98 Hannover | 3 | 9 | 84:19 | +65 |
| 2. | Wasserfreunde Spandau 04 | 3 | 9 | 75:27 | +48 |
| 3. | ASC Duisburg | 3 | 9 | 65:33 | +32 |
| 4. | OSC Potsdam | 3 | 6 | 37:43 | -6 |
| 5. | White Sharks Hannover | 3 | 3 | 31:57 | -26 |
| 6. | SG Neukölln Berlin | 3 | 0 | 22:54 | -32 |
| 7. | SV Cannstatt | 3 | 0 | 27:67 | -40 |
| 8. | Duisburger SV 1898 | 3 | 0 | 27:68 | -41 |
| 2. Wasserball-Bundesliga | |||||
| 1. | SV Krefeld 72 | 2 | 6 | 31:17 | +14 |
| 2. | Düsseldorfer SC 1898 | 2 | 6 | 29:20 | +9 |
| 3. | SVV Plauen | 2 | 3 | 37:24 | +13 |
| 4. | Uerdinger SV 08 | 2 | 3 | 23:27 | -4 |
| 5. | SSV Esslingen | 2 | 3 | 24:28 | -4 |
| 6. | SC Neustadt/Weinstraße | 2 | 3 | 28:26 | +2 |
| 7. | SpVg Laatzen 1894 | 2 | 0 | 20:33 | -13 |
| 8. | SV Würzburg 05 | 2 | 0 | 24:41 | -17 |
Wasserballer Kevin Götz bleibt Sprecher der DSV-Athlet*innenkommission
In den olympischen Sportarten, die im Deutschen Schwimm-Verband e.V. (DSV) beheimatet sind, wurden von den Bundeskadern in den vergangenen Wochen turnusgemäß die Sprecher*innen der Aktivenräte gewählt. Diese bilden gemeinsam die Athlet*innenkommission. Sprecher dieser Kommission bleibt nach interner Wahl wie bisher Nationalspieler Kevin Götz, der wie seine Stellvertreterin Gesa Deike (Spandau) aus dem Wasserball kommt.
„Ich bedanke mich für das Vertrauen, das mir nach zwei Jahren in dieser Funktion erneut entgegengebracht wurde. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit den neugewählten Athlet*innenvertreter*innen“, sagte Götz. Der Wasserball-Torwart von Bundesligist White Sharks Hannover gehört seit 2024 auch dem DSV-Präsidium an. Denn die DSV-Satzung räumt der Athlet*innenkommission auch ein entsprechendes Vorschlagsrecht bei den Verbandswahlen ein.
Die Aktivenräte in den einzelnen Sportarten:
Beckenschwimmen
Vincent Passek
Synchronschwimmen
Klara Bleyer
Wasserspringen
Elena Wassen (Sprecherin)
Moritz Wesemann (Stellvertreter)
Lou Massenberg
Wasserball Männer
Kevin Götz
Wasserball Frauen
Gesa Deike (Sprecherin)
Belén Vosseberg (Stellvertreterin)
Wasserball-Supercup wird 2025 als Viererturnier ausgetragen
Die neue Saison in der Wasserball-Bundesliga der Männer startet am 18. Oktober mit den acht besten Mannschaften des Landes. Eine Woche später greifen am 25. Oktober dann auch die Teams der 2. Wasserball-Bundesliga (ehemals B-Gruppe) ins Geschehen ein. Nach der im April beschlossenen Ligareform, die die Weiterentwicklung der Sportart in Deutschland befördern soll, ist es die erste Spielzeit unter der neuen Bezeichnung.
Passend dazu findet in diesem Jahr auch der Supercup in einem veränderten Format statt. Am 10./11. Oktober gibt es anstelle des Einzelspiels der vergangenen Jahre ein Viererturnier, an dem neben Double-Gewinner Waspo 98 Hannover auch Vizemeister und Rekordchampion Wasserfreunde Spandau 04, Pokalfinalist ASC Duisburg und der Bundesliga-Vierte der Vorsaison OSC Potsdam teilnehmen werden. Schauplatz des Events ist das Stadionbad in Hannover.
In den Halbfinals am Freitag treffen Gastgeber Waspo und Potsdam sowie Spandau und Duisburg aufeinander, das Spiel um Platz drei und das Finale folgen einen Tag später. „Ein solches Supercup-Format mit vier Mannschaften hatten wir in der Vergangenheit auch schon mal“, sagte Rundenleiter Holger Sonnenfeld – zuletzt 2018. „Das wird ein spannendes Kräftemessen der Top-Teams kurz vor dem Saisonstart und ist für die vier Klubs, die allesamt ja auch international spielen, noch einmal eine gute Vorbereitung.“
Spielplan Supercup Männer
Freitag, 10. Oktober:
17:00 Uhr: Waspo 98 Hannover – OSC Potsdam
18:45 Uhr: ASC Duisburg – Wasserfreunde Spandau 04
Samstag, 11. Oktober:
16:00 Uhr: Spiel um Platz drei
18:00 Uhr: Finale
Wasserball-EM 2026 in Belgrad mit neuem Modus
Die Europameisterschaften im Wasserball werden im kommenden Jahr wie schon die Turniere 2024 an zwei unterschiedlichen Orten ausgetragen – in Belgrad (SRB) für die Männer und einem noch bekanntzugebenden Ort für die Frauen. Seit 1985 gab es das zuvor erst fünf Mal, dass beide Geschlechter nicht gemeinsam antreten, dreimal davon war es aber zumindest im gleichen Land und in nahegelegenen Städten.
Für die EM der Männer hat European Aquatics auch schon den Termin verkündet: Europas beste Wasserballteams kämpfen demnach vom 10. – 25. Januar um die Medaillen. Und das mit einem neuen Modus. In der ersten Gruppenphase treten die 16 Nationen in vier Gruppen à vier Mannschaften an – immer jeweils zwei Länder, die 2024 unter den besten Acht gelandet und damit automatisch qualifiziert waren, und zwei Länder, die erst noch durch die Qualifikation mussten. Letzteres würde auch auf Deutschlands Männer zutreffen, sie bestreiten ihr EM-Qualifikationsturnier vom 09. – 11. Juni in Istanbul (TUR).
So funktioniert der neue Modus der Wasserball-EM
Nach dieser ersten Gruppenphase ziehen die drei besten Teams jeder Gruppe in die Gruppenphase II ein, in der die besten zwölf Teams in zwei neue Sechsergruppen aufgeteilt werden. Die bis dahin erreichten Punkte werden mitgenommen. In der zweiten Gruppenphase bestreitet jede Mannschaft dann drei weitere Spiele. Die besten beiden jeder Gruppe ziehen ins Halbfinale ein, während die anderen in Platzierungsspielen um die Plätze fünf bis zwölf kämpfen.
Das Frauenturnier folgt einem ähnlichen Ablauf wie das der Männer. Die Teams werden zunächst nach dem gleichen Schlüssel ebenfalls in vier Vierergruppen aufgeteilt. Allerdings erreichen bei den Frauen nur die ersten beiden Teams jeder Gruppe die zweite Gruppenphase, die dann entsprechend auch nur in abermals Vierer- und nicht in Sechsergruppen ausgetragen wird. Die Punkte werden auch hier mitgenommen. Die Erst- und Zweitplatzierten der Gruppenphase II stehen im Halbfinale, die restlichen Teams absolvieren Platzierungsspiele. Deutschlands Frauen kämpfen bei der EM-Qualifikation vom 06. – 08. Juni in Hannover um ihr Endrundenticket.
