Christa Kinast: Die erste deutsche Wassersprung-Weltmeisterin wird 75

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Die Leistung von Christa Kinast ist im deutschen Schwimmsport einzigartig. 1973 in Belgrad (SRB) wurde sie mit ihrem Sieg vom 3m-Brett nicht nur zur ersten deutschen Weltmeisterin im Wasserspringen, sondern sie gewann damit auch das erste WM-Gold überhaupt in diesem Sport. „Das macht einen natürlich stolz“, sagt die Rostockerin, die am heutigen Dienstag (18. August) 75 Jahre alt wird.

Kinast – damals noch Christa Köhler – gewann für die DDR den Titel vom 3m-Brett, vor Ulrika Knape aus Schweden und der Berlinerin Marina Janicke. Bis heute gab es für Deutschland bei Weltmeisterschaften nur noch ein weiteres Gold im Wasserspringen: 2013 in Barcelona (ESP) durch Patrick Hausding und Sascha Klein im Turm-Synchronspringen.

 

Kienast wagte sich als eine der Ersten an die schweren Sprünge 

 

Die Goldmedaille aus Belgrad hat bis heute einen Ehrenplatz im Haus von Christa Kinast. Sie erinnert sich noch gut an die kuriosen Umstände beim Premierentitel. „Die Wettkampfstätten waren noch nicht mal ganz fertig, drumherum war noch alles braun statt grün“, erzählt sie. Überhaupt sah das Wasserspringen damals noch ganz anders aus. „Wir hatten andere Voraussetzungen als die Springerinnen heute. Ich habe zum Beispiel noch auf Holzbrettern angefangen, auf denen man solche Sprünge, wie sie heute üblich sind, gar nicht umsetzen konnte“, sagt Kinast.

Trotzdem war sie eine der ersten, die sich an die schwierigeren „Männer-Sprünge“ wagte. Ihr Paradesprung war der anderthalbfache Salto vorwärts mit drei Schrauben. „Mein Trainer hat zu mir gesagt: ,Du kannst das‘. Und dann haben wir hart daran gearbeitet“, sagt sie und lacht. „Mal haben die Sprünge geklappt, mal nicht. Das war bei mir immer auch ein bisschen Glückssache, ich hatte es aber oft genug.“ Denn der WM-Titel war längst nicht ihr einziger Erfolg. 1976 bei den Olympischen Spielen in Montréal (CAN) gewann Christa Kinast Silber vom 3m-Brett. Ein Jahr später wurde sie in dieser Disziplin Europameisterin. Danach beendete sie ihre Karriere und heiratete später ihren Trainer Maximilian Kinast. 

 

Ihr Mann initiierte den Rostocker Springertag

 

Auch sie selbst wurde nach ihrer aktiven Laufbahn Trainerin. Mit kurzer Unterbrechung in der Wendezeit war sie von 1978 bis 2013 beim SC Empor Rostock, beim Olympiastützpunkt Mecklenburg-Vorpommern sowie beim WSC Rostock als Coach tätig, betreute unter anderem Annika Walter, 1996 in Atlanta (USA) Olympia-Zweite vom Turm. Zudem engagierte sie sich zusammen mit ihrem inzwischen verstorbenen Mann auch für den Internationalen Springertag in der Hansestadt, den dieser schon 1956 zusammen mit Heinz Kitzig aus der Taufe gehoben hatte. In diesem Jahr musste das Event aufgrund der Baumaßnahmen in der Neptun-Schwimmhalle leider ausfallen. 2027 wird der Springertag vom 08. – 11. April aber wieder stattfinden – es wird die 68. Auflage dieser Traditionsveranstaltung. Und Christa Kinast ist als Ehrengast sicher gern gesehen.

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