Lena Hentschel und Jette Müller sichern in einem wilden Wettkampf die Bronzemedaille

©Jo Kleindl

Geteilte Freude ist doppelte Freude, diesem Motto folgt bei den Europameisterschaften in Paris (FRA) auch Wasserspringerin Lena Hentschel. Zwei Medaillen gewann die 25-Jährige vom Berliner TSC bei dieser EM, beide davon mit einer zweiten Person an ihrer Seite. Nach dem dritten Platz im Mixed-3m-Sychronspringen zusammen mit Vereinskollege Luis Avila Sanchez gab es am Donnerstag auch im 3m-Synchronspringen mit Jette Müller (Dresdner SC 1898) Bronze. Mit 274,59 Punkten lag das deutsche Paar hinter Italien mit Chiara Pellacani und Elisa Pizzini (308,07) und den Vorjahressieger*innen Kseniia Bochek und Diana Karnafel (278,40) aus der Ukraine. Für Pellacani bedeutete der Sieg beim fünften Start in Paris die fünfte Goldmedaille.

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„Ich bin sehr glücklich, dass nach diesem Wettkampf die Drei bei uns stand“, meinte Hentschel. „Das war nicht unsere Topleistung, aber es war das, was wir heute gebraucht haben, um aufs Podium zu steigen. Und ich glaube, es war wirklich einer der wildesten Wettkämpfe, die ich in meinem Leben je erlebt habe.“

Drama um die Olympia-Dritten aus Großbritannien

Das britische Paar mit Yasmin Harper und Scarlett Mew Jensen erlebte dabei ein wahres Drama. Bereits in der Pflicht legte Harper im zweiten Durchgang bei einem relativ einfachen Sprung einen Bauchklatscher hin. Das setzte ihr offenbar stärker zu, denn nur eine Runde später musste sie ihren Sprung noch auf dem Brett abbrechen. Nach diesen beiden Salti Nullo beendeten die Britinnen – auf dieser Anlage 2024 immerhin Olympia-Dritte – dann den Wettkampf vorzeitig. Auch das Paar der Neutralen Athletinnen aus Russland erlebte einen Schreckmoment, als eine von ihnen mit dem Fuß am Brett hängenblieb.

„Die Britin ist auf dem Brett stehen geblieben und dann zurückgelaufen – und kam uns entgegen. Sowas passiert eigentlich nie“, schilderte Hentschel die kuriose Situation. „In dem Moment waren wir beide so: Wow, jetzt müssen wir wirklich noch mal kurz durchatmen. Ich habe zu den Trainern runtergeguckt, die haben auch noch mal mit Handbewegungen gezeigt: Atmet noch mal durch, kommt runter, bleibt bei euch. Und das ist uns gelungen.“

Edelmetall zum Abschluss vor den Augen der Eltern

Jette Müller bringt nach diesem dritten Platz also ebenfalls Edelmetall aus Paris mit nach Hause. „Ich habe sehr viel an meinen vorwärtsdrehenden Sprüngen gearbeitet, weil das immer ein bisschen das Problem war – dass ich ein bisschen weiter als Lena gesprungen bin. Es ist noch nicht so, dass ich sage, es ist jetzt top – aber es hat sich verbessert. Ich bin wirklich sehr glücklich, wie generell die Woche lief, mit der Bronzemedaille hier und auch dem sechsten Platz im Drei-Meter-Einzel“, so die Dresdnerin.

Die 22-Jährige bekam dann auch noch ein großes Lob von ihrer Synchronpartnerin und Zimmerkollegin. „Es war eine wirkliche Achterbahnfahrt diese Woche. Fünf Wettkämpfe in sieben oder acht Tagen, das war dann doch ganz schön viel. Deswegen bin ich wirklich richtig stolz, dass ich das jetzt noch mal geschafft habe – dass wir das am Ende noch mal geschafft haben. Und ich glaube, ich hätte diese Woche auch nicht durchgestanden ohne Jette. Wir haben uns wirklich gegenseitig hochgezogen, da bin ich ihr unglaublich dankbar“, sagte Hentschel.

„Jetzt gemeinsam noch mal aufs Podium zu steigen, vor unseren Eltern auf der Tribüne, ist noch mal was ganz Besonderes. Ich kann hier mit einem Lachen rausgehen. Und vielleicht finden wir auch das ein oder andere Gläschen Wein zum Anstoßen heute.“

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