„Mir geht es so gut“: Leonie Beck macht Schluss mit dem Leistungssport
- 24.08.2026
Nach zwei Jahren Abstand vom professionellen Schwimmsport wird Freiwasserschwimmerin Leonie Beck nicht noch einmal in den Leistungssport zurückkehren und ihre Karriere beenden.
Ihre Entscheidung verkündete die 29-Jährige am Sonntagabend in der Sendung „Blickpunkt Sport“ im Bayerischen Rundfunk. „Mir geht es so gut, ich habe so viel Spaß, bei dem, was ich jetzt mache. Ich bin auf tausend Events und auch in die Medien eingestiegen. Und deswegen habe ich jetzt entschieden, dass ich in diese Richtung weitergehen möchte und nicht wieder in den Leistungssport zurückkehre“, erklärte Beck.
Drei WM-Titel und drei Mal Europameisterin
Die Würzburgerin zählte in den vergangenen Jahren zu den erfolgreichsten Schwimmerinnen der Welt. Nach Olympia 2016 mit Platz 25 über 800m Freistil war sie ins Freiwasser gewechselt, dort feierte sie ihre größten Erfolge. Je drei Mal wurde sie Welt- und Europameisterin, bei der WM 2023 und bei der EM 2024 gewann sie jeweils das Double über 10km und 5km. 2023 holte sie zudem den Weltcupgesamtsieg, insgesamt drei Mal startete sie bei Olympischen Spielen, ihr bestes Ergebnis dort war der fünfte Mal 2021 in Tokio (JPN). Danach zog sie Ende 2021 dann nach Italien, um mit der dortigen Spitzengruppe zu trainieren.
„Das Schwimmen hat mein Leben auf eine Weise geprägt, die ich mir niemals hätte vorstellen können. Ich bin unglaublich dankbar für jedes Rennen, jede Herausforderung, jede Medaille, jede Freundschaft und jede Erinnerung. Der Sport hat mir einige der größten Glücksmomente, aber auch die schwierigsten Zeiten beschert – und Erinnerungen, die ich für immer mit mir tragen werde“, teilte Leonie Beck auf ihrem Instagram-Profil mit. „Schwimmen ist vielleicht nicht länger mein Beruf, aber Wasser und Sport werden immer ein Teil von mir sein.“
Engagement fürs Schwimmenlernen und für sauberes Wasser
Das Schwimmen habe ihr so viel mehr gegeben als Medaillen und Ergebnisse. „Es hat Türen geöffnet, mit denen ich nie gerechnet hätte, und mir Ehrungen eingebracht, die mir viel bedeuten – den Fair-Play-Preis von World Aquatics, den Bayerischen Verdienstorden und das Silberne Lorbeerblatt, Deutschlands höchste sportliche Auszeichnung. Sie erinnern mich daran, dass es im Sport immer um mehr als nur Ergebnisse ging“, so Beck. „Der Sport hat mir außerdem eine Stimme für Dinge gegeben, die mir wirklich wichtig sind: saubereres Wasser, die Möglichkeit, mehr Kindern das Schwimmenlernen zu ermöglichen, und die Unterstützung des Juliusspital Hospizes als Schirmherrin. Für diese Anliegen werde ich mich auch über den Leistungssport hinaus einsetzen.“
Nach den Olympischen Spielen 2024 in Paris (FRA) hatte sich Beck eine Pause vom Wettkampfsport genommen und in dieser Zeit überlegt, wie es weitergeht und was sie nach dem Leistungssport machen möchte. „Mein Studium und die Entscheidung für eine duale Karriere haben mir die Möglichkeit gegeben, Interessen jenseits des Schwimmens zu entdecken und mich auf das vorzubereiten, was als Nächstes kommen würde. Ich finde, darüber sollten wir im Sport viel häufiger sprechen. Athletinnen und Athleten sind immer mehr als ihre Ergebnisse – und sich auf das Leben nach der aktiven Karriere vorzubereiten, bedeutet nicht, dass man sich weniger für den Sport engagiert, den man liebt.“
Dem Schwimmsport bleibt sie eng verbunden
Der Übergang ins neue Leben ist ihr gelungen. Bei der WM 2025 in Singapur war Leonie Beck als Co-Kommentatorin der Schwimmwettkämpfe im ZDF im Einsatz, auch bei den gerade zu Ende gegangenen Europameisterschaften in Paris war sie zuletzt sehr präsent. „Lange Zeit dachte ich, dass sich die Menschen nach dem Karriereende von Athletinnen und Athleten auch nicht mehr für deren Geschichte interessieren würden. Doch die vergangenen zwei Jahre haben mir gezeigt, dass noch so viel vor mir lieg“, schrieb sie nun auf Instagram.
Und versicherte ihren Fans: „Ich verschwinde nicht – ganz im Gegenteil. Ich werde mein Leben weiterhin teilen, nur aus einer anderen Perspektive. Ich möchte dem Sport verbunden bleiben, Teil spannender Projekte und Veranstaltungen sein, mich weiterhin für Anliegen einsetzen, die mir wichtig sind, und ganz besonders herausfinden, wohin mich mein Weg in den Medien und als Moderatorin führt. Hinter den Kulissen passiert bereits eine Menge, und ich kann es kaum erwarten, euch mitzunehmen.“
















