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Diese acht Belastungszonen sollte jeder Coach präzise einsetzen können

Hinter den Erfolgen von Schwimmer*innen wie Lukas Märtens, Florian Wellbrock, Oliver Klemet oder Isabel Gose steckt bekanntlich viel Trainingsfleiß, aber auch sehr viel wissenschaftliches Know-how. Seit Jahren arbeitet Bundestrainer Bernd Berkhahn eng mit dem Sportwissenschaftler Dr. Alexander Törpel zusammen. Als Bundestrainer Diagnostik beim Deutschen Schwimm-Verband e.V. (DSV) setzt sich Törpel seit 2019 dafür ein, dass das Wissen aus dem Hochleistungssport breiter gestreut wird sowie der wechselseitige Transfer zwischen Praxis und Wissenschaft erfolgt.

Mit dem Beginn des neuen Olympiazyklus wird von ihm aktuell besonders das Thema der individuell präzisen Steuerung der Trainingsintensität samt dem dazugehörigen Belastungs- und Beanspruchungsmanagement fokussiert. Zu diesem Thema ist er mit den Coaches im Spitzenbereich seit Saisonbeginn sehr viel im Austausch. Bei der Jahrestagung der Deutschen Schwimm-Trainer-Vereinigung (DSTV) wird es auch einen Workshop dazu geben. Die genaue Steuerung von Trainingsintensitäten und die damit verbundene Definition von Belastungszonen bzw. Trainingszonen soll helfen, das Training effektiver zu gestalten und Leistungsreserven gezielt zu erschließen.

Besonders im Hochleistungsbereich kann die individualisierte Steuerung der Belastung und Beanspruchung den entscheidenden Unterschied machen, um das letzte Prozent auch noch herauszukitzeln.

Was sind Belastungszonen und warum sind sie wichtig?

Um Training zu steuern und damit die gewünschten Anpassungen im Körper optimal zu erzielen, wird die Intensität in verschiedene Zonen unterteilt – sogenannte Belastungs- bzw. Trainingszonen. Diese Zonen können anhand von unterschiedlichen Parametern zueinander abgegrenzt werden. Dies kann anhand folgender Parameter erfolgen:

  • Messbare Faktoren: Herzfrequenz, Blutlaktatkonzentration, Sauerstoffaufnahme – als jeweilige Indikatoren für die kardiale, metabolische und ventilatorische Beanspruchung
  • Subjektives Empfinden: Wie anstrengend fühlt sich das Training an, wiedergegeben anhand der sogenannten RPE-Skala (engl. für „rating of perceived exertion“, Skala von 0-10)? Vorteil dieser subjektiven Rückmeldung ist, dass auch aktuelle Lebensumstände (z.B. Schlafmangel, Prüfungsstress) in die Bewertung mit einfließen. Da diese Faktoren einen unmittelbaren Einfluss auf die körperliche Leistungsfähigkeit haben können, kann dadurch eine übergeordnete Bewertung des aktuellen Zustandes der Beanspruchung erfolgen.

Die unterschiedlichen Belastungs- bzw. Trainingszonen werden nun im Trainingsprozess in Verbindung mit Trainingsmethoden eingesetzt, um gezielt Trainingsreize zu setzen. Bedeutsam ist, dass erst die richtige Verbindung eines Intensitätsbereichs mit einer Trainingsmethode zu einer wirksamen Reizsetzung führt – nicht jede Kombination ist möglich. Im Weiteren hinterlegen wir den Belastungs- bzw. Trainingszonen, in Abhängigkeit der Gestaltung mit einer Trainingsmethode, eine gewisse Regenerationszeit, die wiederum im Rahmen der Trainingsplanung berücksichtigt werden sollte . Entweder um Regeneration in Vorbereitung auf bevorstehende Trainingseinheiten abzusichern, oder hinsichtlich einer bestimmten Reizsetzung, bewusst Ermüdung in einem gewissen Maße zu provozieren.

Einheitliche Definition für bessere Verständigung

Eine klare Einteilung und Definition des Intensitätsspektrums in Belastungs- bzw. Trainingszonen hilft, ein gemeinsames Verständnis über diese Zonen zu schaffen. Coaches und Sportler*innen können so besser kommunizieren und Trainingspläne feiner abstimmen. Laut Törpel gab es in der Vergangenheit große Unterschiede in der Nutzung von Begriffen – oft wurde die gleiche Bezeichnung für unterschiedliche Intensitäten verwendet: „Es war durchaus festzustellen, dass es große Abweichungen gab, wenn man sich hierzulande über Intensitäten unterhielt. Es werden mitunter die gleichen Bezeichnungen benutzt, aber nicht immer dasselbe gemeint“, so Törpel. Mit einer einheitlicheren Sprachregelung wird also der Austausch national und auch international erleichtert. „Wir möchten wieder eine eindeutige Definition von Intensität etablieren. Wenn wir alle die gleiche Sprache sprechen, können wir noch intensiver über Trainingsinhalte sprechen und sie auch noch besser anpassen“, erklärt der Leipziger Hypoxie-Experte.

Die acht Belastungszonen im Schwimmen

Die von Törpel, Berkhahn und Prof. Dr. Thomas Gronwald erarbeitete Definition basiert auf neuesten sportwissenschaftlichen Erkenntnissen. Sie greift die bereits bekannten acht Zonen des DSV auf, die seiner Zeit von Örjan Madsen und Dr. Klaus Rudolph definiert wurden, es findet jedoch eine aktualisierte Abgrenzung der Zonen statt:

Belastungszone 1 (Regeneration & extensives, aerobes Training) Diese Zone dient der aktiven Erholung und unterstützt die Regeneration nach intensiven Belastungen. Weiterhin wird die aerobe Basis aufgebaut, ohne den Körper zu ermüden.

Belastungszone 2 (extensives, aerobes Training) Hier wird die aerobe Ausdauer durch extensiv gestaltetes Training verbessert. Sie fördert die ökonomische Bewegungsausführung und die Fettverbrennung.

Belastungszone 3 (moderatintensive Beanspruchung) Das Training findet nahe der aeroben Laktatschwelle statt und steigert die Belastungstoleranz. Die Laktatproduktion beginnt in diesem Bereich, Laktatkonzentrationen sind aber noch gering (ca. 1,0-2,5 mmol/l).

Belastungszone 4 (moderat-intensive Beanspruchung, Bereich am maximalen Laktat Steady State) Diese Zone liegt an der anaeroben Laktatschwelle und verbessert die Fähigkeit, hohe Belastungen länger aufrechtzuerhalten. Trainingssets in diesem Bereich führen noch zu einem Laktat Steady State und Laktatkonzentrationen von ca. 2,5-5,0).

Belastungszone 5 & 6 (VO2MAX-Training, hochintensive Beanspruchung) Belastungen ab der Zone 5 führen zu einer kontinuierlichen Laktatproduktion. In Abhängigkeit der trainingsmethodischen Gestaltung können sowohl aerobe, als auch vermehrt anaerobe Trainingsreize gesetzt werden. Die Zone 6 ist nahe der VO2MAX-Leistung, die als maximale Drei-Minuten-Leistung definiert wird.

Belastungszone 7 & 8 (Sprintbereich, submaximale und maximale Belastung) Die Zone 7 umfasst maximale Geschwindigkeiten über Strecken von bis zu maximal 100m, im Sprintbereich eher 50m. In Zone 8 werden maximale Geschwindigkeiten über kürzere Strecken von bis maximal 25-35m realisiert. In beiden Zonen ist die technisch kontrollierte Ausführung stets von Bedeutung.

 

Die Einteilung der Belastungszonen kann auch gröber vorgenommen werden – anstatt acht Zonen können drei Zonen plus der Sprintbereich definiert werden; 1, 2, 3 & 3+. Dies ist beispielsweise für den Nachwuchsbereich sinnvoll, wo eine so feine Differenzierung der Trainingsintensität noch nicht so bedeutungsvoll ist. Die Unterteilung in drei Zonen (inklusive des Sprintbereichs 3+ in der dritten Zone) orientiert sich hierbei am internationalen, sportartübergreifenden Standard für die Abstufung von Intensitätsbereichen.

 

Tabelle 1: Charakterisierung der einzelnen Belastungszonen Wie liest man die Belastungszonen richtig? Jede Belastungszone hat spezifische Merkmale, die bei der Bestimmung helfen können. Manchmal sind die Grenzen sehr fließend und einer der Marker gibt den entscheidenden Hinweis.

  • Schwimmgeschwindigkeit (v): Gibt an, mit welcher Geschwindigkeit die jeweilige Belastungszone trainiert wird. Diese steht natürlich in Abhängigkeit der Dauer oder auch Streckenlänge.
  • Trainingsmethoden & Intensitätssteuerung: Natürlich muss eine zur gewünschten Intensität passende Methode gewählt werden. In den höheren Belastungszonen (>BZ5) ist die Intensitätssteuerung über belastungsorientierte Vorgaben besser, in den unteren Zonen (?BZ5) über die beanspruchungsorientierten Parameter (siehe die grauen Keile rechts von Tabelle 1).
  • Blutlaktatkonzentration (bLa): Beschreibt den Anteil von Laktat im Organismus.
    • Aerobe Schwelle (LT1): Punkt, an dem Laktatbildung leicht ansteigt – moderate Beanspruchung.
    • Anaerobe Schwelle (LT2): Punkt, an dem Laktatbildung und -abbau ausgeglichen sind – höhere Beanspruchung.
    • Anstrengungsempfinden (RPE-Skala): Subjektives Gefühl der Belastung – hilfreich, um Trainingsintensität individuell zu steuern.
    • VO2MAX: Der Wert gibt an, wie viel Sauerstoff ein Mensch maximal verwerten kann und definiert die Ausdauerleistungsfähigkeit. Die Beanspruchung der VO2MAX ist eine etablierte Größe im Ausdauersport zur Darstellung von Intensität und wird auch im Schwimmsport immer mehr eingesetzt.
       
 

 

 

Tabelle 2: Schwimmspezifische Ableitungen und trainingspraktische Beispiele für die Belastungszonen

 

 

Erklärungen zu Tabelle 2:

A/An: Gibt die Reizwirksamkeit der Trainingsmethode und der Belastungszone auf das aerobe oder anaerobe System an.

tReg: Gibt an, wieviel Zeit bis zur vollständigen Regeneration nach einem Training innerhalb dieser Belastungszone vergeht. Dies steht jedoch auch in Abhängigkeit der Dauer des Trainings innerhalb der Belastungszonen, weshalb die angegebenen Zeiten eher der ersten Orientierung dienen.

Beispiel 1-4: Mögliche Sets für das Training, passend zur Hauptstreckenlänge und zum Trainingszustand insgesamt. Von links nach rechts mit zunehmender Teilstreckenlänge.

Sets mit Abstufung: Trainingssets können nicht nur einheitlich innerhalb einer Belastungszone gestaltet werden, sondern auch über mehrere Belastungszonen – abgestuft. Entsprechende Beispiele sind im rechten Abschnitt der Tabelle gegeben.. Eine Beispielerklärung dafür steht unter der Tabelle selbst.

Fazit: Wissen nutzen für besseres Training

Die aktualisierte Definition der Belastungszonen liefert eine wertvolle Orientierung für Trainer*innen und Athlet*innen. Sie hilft, Trainingsreize gezielter zu setzen und vergrößert damit auch den kreativen Gestaltungsraum bei der Trainingsplanung. Die Einteilung ist laut Törpel keine starre Vorgabe, sondern soll vor allem als Denkanstoß und Diskussionsgrundlage dienen. „Wir wollen niemand bekehren damit. Sondern einfach den Impuls setzen zu überprüfen, ob das Training auch immer reizwirksam genug ist. Natürlich gibt es auch viele erfolgreiche Trainer*innen mit feinem Gespür, die ihre Aktiven mit ihrem Ansatz der Intensitätssteuerung und ihrer Definition von Trainingszonen entwickeln können. Uns geht es darum, eine einheitliche und zeitgemäße Orientierung zu geben die Belastung genau zu akzentuieren und auch zu differenzieren, damit das beste Ergebnis erzielt werden kann. Dabei hilft unsere aktuelle Definition auf jeden Fall.“

 

 

Dr. Alexander Törpel ist seit 2019 der Bundestrainer Diagnostik im DSV

 

 

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Diese DSV-Aktiven schwimmen bei den Freiwasser-Europacups

Am Ende des Sommers ist das Wasser in den südlichen Gefilden oftmals noch angenehm warm, beim Freiwasserschwimmen wird das nach einer kurzen Saisonpause noch für einige Europacup-Rennen genutzt. So steht am kommenden Sonntag in Tenero (SUI) im Lago Maggiore das zweite 10km-Rennen der Europacupsaison an. Anschließend folgen noch weitere Stationen in Razanac (CRO/26. September) und Barcelona (ESP/03. Oktober).

 

Der Deutsche Schwimm-Verband e.V. (DSV) ist bei allen drei Veranstaltungen mit größeren Teams als sonst am Start. „Wir möchten vor allem unseren jüngeren Aktiven die Möglichkeit geben, so viel wie möglich Wettkampferfahrungen auf internationalem Niveau zu sammeln. Das ist wichtig mit Blick auf die folgenden Karriereschritte“, erklärte Nachwuchs-Bundestrainer Stephen Bibow. Im Frühjahr war die Qualifikation für die internationalen Saisonhöhepunkte auch aufgrund der klimatischen Gegebenheiten im Nachwuchsbereich komplett im Becken ausgetragen worden.

 

JWM in Argentinien passt nicht in die Saisonplanung

 

In der Schweiz sind neben der bei der EM erkrankten Fabienne Wenske (SV Nikar Heidelberg) und Moritz Bockes (SG Stadtwerke München) vor allem hoffnungsvolle Talente wie Sydney Savannah Ferch (SG Dortmund), Diego Heinze (SC Wiesbaden 1911) oder Lukas Steuter (Wasserfreunde Spandau 04) dabei. In Kroatien stoßen dann noch Staffel-Europameisterin Julia Ackermann sowie die JEM-Starter Moritz Erkmann (beide SC Chemnitz) und Simon Brugger (SG Stadtwerke München) hinzu. Und in Spanien schwimmen dann sogar Topleute wie Lea Boy (SV Würzburg 05) und Jeannette Spiwoks (SG Essen) den Europacup mit.

 

Für die am Donnerstag beginnenden Junior*innen-Weltmeisterschaften in Argentinien (03. – 06. September) hatten sich zwar Julia Ackermann und Johannes Liebmann (SC Magdeburg) mit ihren JEM-Erfolgen in Ungarn qualifiziert, beide richten ihre Saisonplanung nun allerdings lieber auf weitere Erfolge in der Eliteklasse aus. Beim Freiwasserschwimmen beginnt der Weltcup 2027 zudem bereits am 06./07. November in Cancun (MEX). Und bei den Weltmeisterschaften 2027 in Budapest (HUN) werden im 10km-Rennen (03. Juli) dann bereits die ersten drei Olympiatickets für 2028 vergeben. Gute Weltcup-Platzierungen können ebenfalls nach Los Angeles führen, Anfang des Jahres 2028 wird erstmals ein Olympia-Quotenplatz an die jeweils besten noch nicht Qualifizierten in der Weltrangliste vergeben.

 

Die DSV-Teams

Europacup in Tenero (SUI): Luisa Rumler, Fabienne Wenske, Sydney Savannah Ferch, Mika Kovács, Diego Heinze, Moritz Bockes, Lukas Steuter.

 

Europacup in Razanac (CRO): Luisa Rumler, Fabienne Wenske, Melina Nitschke, Julia Ackermann, Mika Kovács, Simon Reinke, Mattheo Straßburger, Moritz Erkmann, Simon Brugger, Lukas Steuter.

 

Europacup in Barcelona (ESP): Luisa Rumler, Fabienne Wenske, Julia Ackermann, Jeannete Spiwoks, Lea Boy, Marie Strohalm, Simon Reinke, Diego Heinze, Simon Brugger, Lukas Steuter, Ben David Preuß.

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Magdeburg gibt grünes Licht für das Schwimmzentrum für Deutschland

Die Stadt Magdeburg hat den nächsten großen Schritt auf dem Weg zum nationalen Schwimmzentrum vollzogen. Am Donnerstag hat der Stadtrat einstimmig die Entwurfsplanung für den Neubau südlich der GETEC-Arena beschlossen sowie den Kostenrahmen von 51 Millionen Euro bestätigt. Zugleich wurde das Kommunale Gebäudemanagement der Landeshauptstadt mit der weiteren Genehmigungsplanung und der Realisierung des Projekts beauftragt.

„Der Beschluss ist ein wichtiger Meilenstein für das Schwimmzentrum für Deutschland. Die geplante Einrichtung soll schon bald zu einem Dreh- und Angelpunkt unserer Leistungssportaktivitäten im Schwimmen werden“, sagte Jan Pommer, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV). „Unser Dank gilt den politischen Entscheidungsträger*innen sowie den Verantwortlichen bei der Kommune und im Land Sachsen-Anhalt, die dieses wichtige Vorhaben so engagiert vorantreiben.“

 

Meilenstein auf dem Weg zur Umsetzung

 

Seit April wurden die Grundlagen-, Vor- und Entwurfsplanung erarbeitet. Als nächste Schritte sind jetzt die Genehmigungsplanung und die Prüfung der Baugenehmigung vorgesehen. Parallel soll die Ausschreibung für einen Generalunternehmer vorbereitet werden. Dieser soll die Bauausführung aus einer Hand übernehmen und damit zu mehr Kosten- und Terminsicherheit beitragen.

Die ersten Vorarbeiten auf dem Grundstück sollen ab Februar 2027 beginnen, die eigentliche Bauausführung dann im November kommenden Jahres starten und bis August 2029 dauern. Die Freigabe des Nationalen Schwimmzentrums ist schließlich für Oktober 2029 geplant.

 

Optimale Bedingungen für den Leistungssport

 

Das Zentrum soll ein 50m-Becken mit zehn Bahnen im Wettkampfformat beherbergen. Hinzu kommen ein eigener Strömungskanal, Krafträume, eine Höhenkammer sowie Räume für sportwissenschaftliche Diagnostik. Auch Tagungs- und Weiterbildungsräume sind vorgesehen. Der Komplex soll in der Nähe der Magdeburger Sportschulen entstehen und die Bedingungen für den Schwimmleistungssport nachhaltig verbessern. Es soll damit die Arbeit des DSV in seinen fünf olympischen Schwimmsportarten unterstützen und Magdeburg als erfolgreichen Standort des deutschen Schwimmsports weiter stärken. Der Bund und das Land Sachsen-Anhalt fördern das Projekt umfassend. Die Stadt beziffert die avisierten Fördermittel auf insgesamt 40,8 Millionen Euro.

 

Übergangslösung für die marode Elbe-Schwimmhalle

 

Für die Zeit bis zur Fertigstellung des Nationalen Schwimmzentrums gibt es zudem eine Übergangslösung für die marode Elbe-Schwimmhalle. Am Donnerstag beschloss der Stadtrat ebenfalls ohne Gegenstimmen nämlich auch, die Halle des ehemaligen Gerichtsgebäudes am Jerichower Platz anzumieten und behelfsmäßig mit einem 50m-Becken mit acht Bahnen auszustatten. Nach den erforderlichen Um- und Einbauten im September und Oktober könnte der Standort ab November vom Bundesstützpunkt und vom Nachwuchsleistungssport genutzt werden.

Seit Schließung der Elbe-Schwimmhalle trainieren die Top-Leute der Gruppe von Bundestrainer Bernd Berkhahn in der Schwimmhalle an der Großen Diesdorfer Straße. Durch die Einrichtung einer Behelfsschwimmhalle ausschließlich für den Leistungssport würden dort erhebliche Kapazitäten für Schulen, Vereine und den öffentlichen Badebetrieb frei. Die Übergangslösung ist bis Juni 2028 vorgesehen. Die Kosten für Miete, Pool und Umbauten werden auf rund 3,76 Millionen Euro geschätzt; das Land Sachsen-Anhalt soll sich mit rund 700.000 Euro beteiligen und die benötigte Fläche bis Juni 2028 kostenfrei zur Verfügung stellen.

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Sprinttalent Larus Thiel wechselt an den Bundesstützpunkt nach Essen

In der Sommerpause steht in diesem Jahr so mancher Umzug an. Denn schließlich gehört zur Leistungssport-Strategie des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV), die besten Talente an die Bundesstützpunkte zu lotsen. Am Freitag machte Larus Thiel (SG Bayer) via Instagram öffentlich, dass er aus Wuppertal nach Essen in die Topgruppe von Trainerin Nicole Endruschat wechselt.

 

Der Sprinter sichert sich damit optimale Förderbedingungen und liegt damit auch voll im Trend. Deutschlands schnellste Rückenschwimmerin Lise Seidel (SC Chemnitz) gehört ab der neuen Saison zur Trainingsgruppe von Bundestrainer Bernd Berkhahn in Magdeburg. Vereinskollegin Yara Fay Riefstahl wird künftig tagtäglich an der Seite von Angelina Köhler in der Berliner Topgruppe von Lasse Frank trainieren. EM-Starter Subäjr Bilatev (SV Cannstatt) geht zu Melvin Imoudu und Co. nach Potsdam, das Jörg Hoffmann immer mehr zur Metropole des Brustschwimmens ausbaut.

 

Johannes Liebmann und Linda Roth schafften so schnell den Sprung in die Nationalmannschaft

 

„Nach vielen Jahren beim SV Bayer Wuppertal steht für mich eine große Veränderung an: Ab der Saison 26/27 werde ich für die SG Essen an den Start gehen. Diese Entscheidung ist mir alles andere als leichtgefallen. Seit 2021 schwimme ich für Wuppertal, und der SV Bayer war ein unglaublich wichtiger Teil meines bisherigen Weges. Ich habe hier so viel erlebt, wertvolle Erfahrungen gesammelt, Erfolge gefeiert und – was am wichtigsten ist – gemeinsam mit großartigen Menschen trainiert und mich weiterentwickelt. Vom ersten Tag an wurde ich von meinen Teamkollegen, den Trainern und der Vereinsführung herzlich aufgenommen und stets bestmöglich unterstützt. Dafür bin ich wirklich dankbar“, schrieb Thiel auf Instagram.

 

Im Saisonverlauf hatte sich sein langjährige Trainer Hennig Lambertz aus dem Leistungssport verabschiedet. Keine leichte Situation, die auch Einfluss auf die Entscheidung nahm. Thiel umschrieb es so: „Gleichzeitig spüre ich, dass jetzt der richtige Moment für den nächsten Schritt gekommen ist. In Essen habe ich die Möglichkeit, Leistungssport und Schule optimal miteinander zu verbinden. Die schulische Förderung dort eröffnet mir Chancen, die eine reguläre Schule so einfach nicht bieten kann. Das ermöglicht es mir, mich nicht nur sportlich weiterzuentwickeln, sondern auch meine schulische Ausbildung mit meiner Sportkarriere in Einklang zu bringen und meine Ziele in beiden Bereichen zu verfolgen. Mit Blick auf meine langfristigen Ziele – sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene – möchte ich diese Chance nutzen und alles geben.“

 

Bei den Junioren-Europameisterschaften in München hatte Thiel im Juli Rang fünf und sechs über 50m Freistil beziehungsweise 50m Schmetterling belegt. Und das, obwohl er als Sportler aus dem Jahrgang 2009 dort zu den jüngeren Aktiven gehörte und im kommenden Jahr in Bjelovar (CRO/29. Juni – 04. Juli 2027) noch einmal startberechtigt sein wird. Thiel macht allerdings keinen Hehl daraus, dass er den Sprung in die Nationalmannschaft so schnell wie möglich schaffen würde. So wie zuletzt Johannes Liebmann oder Linda Roth.

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Zweites Silber für Turmspringerin Pauline Pfeif in Paris

Montage werden ja gern als unproduktiv verschrien, weil nach einem schönen Wochenende die Konzentration noch nicht wieder auf Topniveau gelangt. Beim Team Wasserspringen des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) ist das aber nicht so, ganz im Gegenteil. Bei den Europameisterschaften in Paris (FRA) konnten sie sich nach dem Triumph von Lou Massenberg und Jonathan Schauer (beide SV Halle) im 3m-Synchronspringen auch noch über eine Silbermedaille freuen.  Wie schon bei den Weltmeisterschaften 2025 in Singapur und auch bei der EM im Vorjahr wurde Pauline Pfeif am Montag Zweite vom Turm.

 

>> Alle EM-Ergebnisse aus Paris

 

Die 24-Jährige vom Berliner TSC kam nach fünf Sprüngen auf 305,30 Punkte, musste damit nur Maisie Bond (GBR/327,05) den Vortritt lassen. Bronze ging an Else Guurtje Praasterink (NED/305,15). Elena Wassen, die mit ihrer Vereinskollegin Pfeif zuvor schon ebenfalls EM-Silber im Turm-Synchronspringen erkämpft hatte, landete diesmal auf Rang zehn (275,85).

Nach einem starken dreieinhalbfachen Vorwärtssalto zu Beginn kam Hoffnung auf, dass Deutschland 16 Jahre nach Christin Steuer mal wieder eine Europameisterin vom Turm bekommen könnte. Doch wie schon im Vorkampf ließ Pfeif danach beim Delfinsalto einige Punkte liegen. Mit einem tollen Schraubensalto übernahm zwar noch einmal die Führung, fiel nach einem überzogenen Rückwärtssalto dann aber weit hinter Bond zurück. Mit einem sauberen Handstandsprung zum Abschluss sicherte sich Pfeif mit hauchdünnem Vorsprung dann Silber.

„Ich hatte mir Gold vorgenommen. Aber auch Silber muss man erst einmal gewinnen, ich bin also trotzdem stolz auf mich“, stellte Pfeif fest. Natürlich wissend, dass an diesem Abend vielleicht auch noch mehr drin gewesen wäre.  Aber womöglich hatte sie sich nach dem WM-Erfolg im Vorjahr als beste Europäerin ein wenig zu viel Druck auferlegt. „Ich bin heute Morgen aufgestanden und war aufgeregter als sonst“, räumte die Berlinerin ein: „Ärgerlich, dass der vierte Sprung nicht so kam, wie ich es geübt habe.“

Enttäuschter klang dagegen Wassen: „Ein Medaille wäre auf jeden Fall drin gewesen, wenn ich den dritten Sprung nicht so verhauen hätte. Aber mir fehlt einfach noch ein bisschen Training“, sagte die 25-Jährige. Im vergangenen Jahr hatte sie aufgrund einer Handgelenks-Operation ausgesetzt, die EM war nun ihr erster internationaler Einzelwettkampf seit über als zwei Jahren.

Die passenden Worte fand letztlich Chef-Bundestrainer Christoph Bohm am Ende dieses produktiven Montags: „Das war schon ein sehr geiler Tag. Wir haben viele Medaillen, das war als Ziel ausgegeben. So macht das Spaß.“

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Deutschlands Sprungteam Siebter beim EM-Auftakt in Paris

Die erste Goldmedaille bei den Europameisterschaften in Paris (FRA) sicherten sich die Wasserspringer*innen aus Italien. Beim Team-Event setzten sich die Azzurri mit 410,60 Punkte vor den Neutralen Athlet*innen aus Russland (385,80) und der Ukraine (368,20) durch. Für die Mannschaft des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) begannen die Titelkämpfe im Centre Aquatique Olympique mit Rang sieben (319,20).

 

Beim Team-Event bestreiten zunächst je eine Frau und ein Mann die Sprünge vom 3m-Brett und das 3m-Mixed-Synchronspringen, anschließend geht es für die Einzelsprünge beider Geschlechter und das Turm-Mixed-Synchronspringen hoch auf die 10m-Plattform. Die besondere Herausforderung dieses Wettbewerbs liegt darin, dass die Aktiven im Gegensatz zu den sonst üblichen Sprungserien bei jeweils nur einem Versuch auf ihrem Spezialgebiet perfekt abliefern müssen. Während Italien am Freitag dabei ohne große Wackler durchkam, gelang das bei den Deutschen nur teilweise.

 

>> Alle EM-Ergebnisse in  Paris

 

Ausgerechnet die erfahrenen Lena Hentschel (Berliner TSC) und Moritz Wesemann (SV Halle) – beide konnten in der Vergangenheit bereits EM-Gold vom Brett gewinnen – bekamen ihre Einzelsprünge nicht sauber ins Wasser. Erst beim gemeinsamen Synchronsprung blitzte ihr großartiges Potenzial dann auf. Vom Turm brach die mögliche Aufholjagd nach einem guten Sprung der WM-Zweiten Pauline Pfeif (Berliner TSC) dann schon bald wieder ab, da Jaden Eikermann (SV Neptun Aachen) bei seinem Auerbach ebenfalls Probleme bekam.

 

„Ich würde nicht sagen, dass der Druck zu groß war. Es ist ein Einstiegswettkampf, es ist ein schöner Wettkampf. Vor allem finde ich das Team-Event unfassbar schön, weil es einfach Spaß zusammen macht – wir gewinnen zusammen, wir verlieren zusammen.“, sagte Pfeif. „Es sollte heute leider nicht so sein, und ich würde sagen: Die Fehler, die wir gemacht haben, sortieren wir aus. Die kommen nicht mehr vor, und dann wird es auf jeden Fall besser laufen die nächsten Tage. Fehler passieren, das ist nun mal so, wir sind menschlich. Abhaken, morgen geht es weiter.“  

 

Am Samstag steht für Pfeif das Turm-Synchronspringen mit Vereinskollegin Elena Wassen auf dem Programm, bei den Männern wird vom 1m-Brett gesprungen. Wesemann ist dort Titelverteidiger, als zweiter DSV-Starter geht Jonathan Schauer (SV Halle) ins Rennen.  Und auch Bundestrainer Christoph Bohm weiß, dass da alles schon wieder ganz anders aussehen kann. „Ich habe ja auch im Vorfeld gesagt, dass wir in jeder Disziplin medaillenfähig sind – also nicht, dass wir in jeder eine holen, aber dass wir das Potenzial dazu haben. Heute ist es uns nicht gelungen, dieses abzurufen. Aber wir haben noch so viele Wettbewerbe. Wir haben uns gut vorbereitet, wir müssen nach vorne schauen und fokussiert bleiben.“ Auch Hentschel sah das so: „Wir wissen, woran wir noch arbeiten müssen und dass es besser wird die nächsten Tage.“ 

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DSV nominiert Aufgebot im Wasserspringen für die EM in Paris

Nach den Deutschen Meisterschaften in Berlin geht es für die besten Wasserspringer*innen des Landes in dieser Woche direkt weiter zum nächsten Wettkampf. Bereits am kommenden Wochenende steht für sie das International Diving Meet in Madrid (ESP) an – ein weiterer wichtiger Schritt in Vorbereitung auf die EM in Paris (FRA/31. Juli – 16. August).

Für die Europameisterschaften selbst hat der Deutsche Schwimm-Verband e.V. (DSV) im Anschluss an die DM ebenfalls sein Aufgebot nominiert. Elf Aktive treten in sieben Wochen die Reise in die französische Hauptstadt an – fünf Frauen und sechs Männer. Bei den Männern sind damit sämtliche Disziplinen voll besetzt, wobei der zweite Teilnehmer im 3m-Einzel neben Moritz Wesemann sich erst kurzfristig zwischen Lou Massenberg und Jonathan Schauer (alle SV Halle) entscheidet.

Bei den Frauen ist Deutschland ebenfalls in allen Wettbewerben vertreten, nur vom 1m-Brett wird der zweite Startplatz nicht ausgeschöpft. Dabei gibt es zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Festlegung über die zweite Athletin neben Lena Hentschel (Berliner TSC) im 3m-Synchronspringen – in Frage kommen hierfür Jette Müller (Dresdner SC 1898) oder die erst 17 Jahre alte Emily Deml (SV Halle), die sich bei der DM in starker Verfassung präsentiert hat. Für sie wäre Paris ihre EM-Premiere bei den Erwachsenen. Ob aus den qualifizierten Athlet*innen auch ein Mixed-Turm-Synchronpaar besetzt wird, entscheidet sich ebenfalls kurzfristig. Gleiches gilt für die Aufstellung im Team-Event.

Bei den vergangenen Europameisterschaften 2025 in Belek (TUR) hatten die deutschen Wasserspringer*innen insgesamt zwölf Podestplätze erreicht (3-5-4) – mehr als jede andere Nation. Deutschland gewann damit auch die Team-Trophy. „Natürlich wissen wir, dass in Belek nicht alle Nationen in Top-Besetzung angetreten waren. Trotzdem möchten wir in Paris an die dortigen Ergebnisse anknüpfen und wieder um die Medaillen mitspringen. Die bei den Deutschen Meisterschaften gezeigten Leistungen waren vielversprechend und geben uns viel Rückenwind auf dem Weg zur EM“, sagte Chef-Bundestrainer Christoph Bohm. Moritz Wesemann vom 1m-Brett und im 3m-Synchronspringen (damals mit dem diesmal nicht nominierten Timo Barthel) sowie Lena Hentschel und ihr Vereinskollege Luis Avila Sanchez im Mixed-3m-Synchronspringen gehen in Frankreich sogar als Titelverteidiger*innen an den Start. 

 

Das DSV-Aufgebot zur EM im Wasserspringen:

 

Männer:

Lou Massenberg (3m-Synchron), Moritz Wesemann (1m-Brett, 3m-Brett), Jonathan Schauer (alle SV Halle/1m-Brett, 3m-Synchron), Luis Avila Sanchez (Berliner TSC/Turm-Synchron, Mixed-3m-Synchron), Jaden Eikermann (SV Neptun Aachen/Turmspringen, Turm-Synchron), Ole Rösler (WSC Rostock/Turmspringen)

Frauen:

Lena Hentschel (1m-Brett, 3m-Brett, 3m-Synchron, Mixed-3m-Synchron), Pauline Pfeif (Turmspringen, Turm-Synchron), Elena Wassen (alle Berliner TSC/Turmspringen, Turm-Synchron), Emily Deml (SV Halle/ggf. 3m-Synchron), Jette Müller (Dresdner SC 1898/3m-Brett, ggf. 3m-Synchron)

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Lea Boy schiebt sich im Weltcup auf Rang drei vor

Mit dem dritten Sieg im dritten Weltcuprennen des Jahres dominiert Moesha Johnson (AUS) das Freiwasserschwimmen in dieser Saison nach Belieben. Die in Magdeburg trainierende Doppelweltmeisterin absolvierte die 10km-Distanz in Golfo Aranci (ITA) in 1:54:12,10 Stunden und hatte so über eine halbe Minute Vorsprung vor Angela Martinez-Guillen (ESP/1:54:37,20) und Caroline Jouisse (FRA/1:54:38,60). Im Endspurt der Verfolgergruppe verpasste Lea Boy (1:54:40,00) als Vierte eine Podestplatzierung nur ganz knapp.

 

>> Alle Weltcupergebnisse in Golfo Aranci

 

„Die Männer sind früh bei 18,7 Grad Wassertemperatur ohne Neoprenanzug geschwommen, bei uns wurden am Mittag dann nur noch 17,6 Grad gemessen. Manch eine musste dann schnell mal ins Hotel, um den Neo zu holen. Ich selber habe dann auch noch mindestens eine Runde gebraucht, um mich an den Druck auf den Schultern zu gewöhnen. Und am Ende des Rennens haben sich Hände und Füße dann trotzdem angefühlt wie Eiszapfen. Mit dem Ergebnis bin ich am Ende aber zufrieden, nachdem ich zu Wochenbeginn noch mit Magenproblemen zu kämpfen hatte“, meinte Boy.

 

Isabel Gose im Neoprenanzug vorsichtig wegen der Schulter

 

Am Ende eines herausfordernden Monats mit insgesamt drei Freiwasserrennen und weiteren Beckenwettkämpfen für die EM-Qualifikation rückte die 26-Jährige vom SV Würzburg in der Weltcup-Gesamtwertung damit sogar auf Rang drei hinter Johnson und Martinez-Guillen vor. Verteidigt sie diese Position beim vierten und letzten Weltcup in Sétubal (POR/20. Juni), würde das mit 25.000 US-Dollar belohnt.

 

Zum vorzeitigen Ausstieg aus dem Rennen entschied sich Isabel Gose (SC Magdeburg), um nach Schulterproblemen in den vergangenen Wochen kein Risiko einzugehen. Zudem steht mit dem Knockout Sprint am Samstag noch ein weiteres Rennen auf dem Programm (Männer ab 15:00 Uhr, Frauen ab 17:00 Uhr im Livestream bei Eurovisionsport). „Isa hat ein top Rennen gezeigt bis dahin, war sich aber unsicher wegen der Schulter. Der Ausstieg war daher eine gute Entscheidung von ihr“, sagte Bundestrainer Bernd Berkhahn.

 

Bei den Männern belegte Oliver Klemet (SG Frankfurt) in 1:49:20,70 Stunden Rang zehn. Der Olympiazweite von 2024 hatte in der vorletzten Runden einen Ausreißversuch gestartet, konnte sich aber nicht entscheidend vom Feld lösen. „Oliver hat in der vorletzten Runde zu hart angezogen. Das hat bei der niedrigen Temperatur zu viel Energie gekostet“, analysierte Coach Berkhahn.

 

Den Sieg ersprintete sich Sacha Velly (FRA/1:49:07,50) vor Landsmann Marc-Antoine Olivier (1:49:07,80) und Andrea Filadelli (ITA/1:49:08,30). Olivier und Filadelli führen die mit 50.000 US-Dollar dotierte Gesamtwertung vor dem letzten Rennen nun gemeinsam an. Florian Wellbrock (SC Magdeburg) liegt hier aufgrund des Sieges beim Weltcup-Auftakt in Ägypten auf Rang sieben, der Weltmeister war wegen Trainingsdefiziten in Sardinien diesmal aber nicht am Start. Der in der Vorwoche auf Ibiza erfolgreiche David Betlehem (HUN) kam diesmal auf Rang 18.

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Trainer*innen-Entwicklungsprogramm beim Euro Camp Dijon 2026

Es fing mal klein an als Kooperation zwischen dem Deutschen Schwimm-Verband e.V. (DSV) und seinem Pendant in den Niederlanden. Mittlerweile ist das European Youth Camp eine richtige große Nummer in Schwimmsport-Europa. Bei seiner dritten Auflage in Dijon (FRA/24. Oktober – 01. November 2026) arbeiten mittlerweile über 20 europäische Nationalverbände in dieser einzigartigen Initiative zusammen, die die Entwicklung talentierter Athlet*innen und vor allem auch deren Trainer*innen unterstützt.

 

Über 120 talentierte Nachwuchstalente, mehr als 80 Coaches und Betreuer*innen sowie führende Expert*innen aus den Bereichen Trainingswissenschaft, Leistungsanalyse und Athlet*innenentwicklung kommen für eine Woche des intensiven Austauschs und Lernens zusammen. Die Atmosphäre des Camps war schon in Potsdam 2024 und 2025 in Eindhoven (NED) geprägt von Offenheit, Neugier und dem gemeinsamen Ziel, besser zu verstehen, wie erfolgreiche internationale Leistungswege gestaltet werden. Die Teilnehmenden profitieren dabei nicht nur vom Wissen international anerkannter Fachleute, sondern auch vom direkten Austausch untereinander, dem Teilen von Ideen, der Diskussion von Herausforderungen und dem Reflektieren erfolgreicher Trainingsansätze in verschiedenen nationalen Systemen.

 

Die Teilnehmenden des Trainer*innen-Entwicklungsprogramms erhalten exklusive Einblicke in den täglichen Trainingsprozess von Nachwuchsathlet*innen auf hohem Niveau und haben die Möglichkeit, sich direkt mit international anerkannten Experten auszutauschen. Dazu zählen in diesem Jahr unter anderem:

  • Eric Rebourg (FRA)
  • Geert Janssen (NED)
  • Kevin Renshaw (GBR)
  • Ben Titley (GBR)
  • Walter Bolognani (ITA)
  • Balasz Fehervari (HUN)
  • Dinko Jukic (AUT)
  • Robin van Aggele (NED)

 

Das Programm bietet Einblicke in:

  • praktische Trainingseinheiten mit international erfolgreichen Nachwuchsathlet*innen
  • bewährte Konzepte der langfristigen Athlet*innenentwicklung
  • leistungsorientierte Trainingsmethodik im Jugend-Hochleistungssport
  • Analyse von Trainingsprozessen und Leistungsentwicklung
  • praxisnahe Herausforderungen im Coaching und angewandte Lösungen
  • Aufbau nachhaltiger internationaler Netzwerke unter Trainer*innen

 

Um die Teilnahme für Interessierte aus ganz Europa zu gewährleisten, wird das Programm in Englisch und Französisch angeboten. „Es gibt kaum eine bessere Möglichkeit, seinen Horizont übers Schwimmtraining zu erweitern als in diesem erlesenen Kreis. Deswegen hoffe ich auch diesmal auf rege Beteiligung aus Deutschland“, betont Nachwuchs-Bundestrainer Hannes Vitense. In die offizielle DSV-Delegation sollen bis zu zwölf Trainer*innen berufen werden, die sich im Nachwuchsleistungssport in diesem und im vorherigen Jahr besonders hervorgetan haben.

 

Wer sich die Chance zur Erweiterung seines Horizonts als Coach nicht entgehen lassen möchte, meldet sich am besten sofort unter diesem Link an: Denn bis zum 17. Mai 2026 wird ein Frühbucherrabatt gewährt. Die Kapazitäten sind letztlich begrenzt. In der zweiten Anmeldungsphase bis zum 19. Juli 2026 ist eine Teilnahme dann nur noch vorbehaltlich der Verfügbarkeit möglich.

 

Die Anreise wird individuell organisiert. Informationen zu Hotelbuchungen und Buchungscodes erhalten Sie bei Bedarf vom Veranstalter. Die Teilnahmegebühren betragen mit Rechnungsstellung im Juli 2026:

 

  • Frühbucherrabatt bis 17. Mai 2026:
    • 4 Tage: 200,00 Euro
    • Woche: 300,00 Euro
  • Anmeldung bis 19. Juli 2026 (nach Verfügbarkeit):
    • 4 Tage: 250,00 Euro
    • Woche: 375,00 Euro

 

>> Zur Anmeldung

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Zwei Debüts im Blickpunkt zum Start des Weltcups im Wasserspringen

Der Deutsche Schwimm-Verband e.V. (DSV) startet mit einem großen Team in die neue Weltcupsaison im Wasserspringen. Beim Auftakt in Montréal (CAN) an diesem Wochenende (26. Februar – 01. März) stehen dabei zwei Aktive besonders im Blickpunkt: Jonathan Schauer und Emily Deml – beide vom SV Halle. Beide feiern ihr Debüt auf internationaler Bühne. 

Jonathan Schauer tritt an der Seite von Vereinskollege Lou Massenberg im 3m-Synchronspringen an. Anfang des Monats triumphierte das Paar bereits bei den Deutschen Hallenmeisterschaften in Berlin und hat sich dort durch einen deutlichen Qualitätssprung in ihrer Wettkampfserie für den Weltcupstart empfohlen. Schauer blickt der Premiere mit Vorfreude entgegen. „Das ist ein Privileg und ein sehr geiles Gefühl“, sagt der 20-Jährige.

An Montréal hat er gute Erinnerungen: 2022 gewann er dort bei der WM der Junior*innen Silber im 3m-Einzel. Mit diesem Gefühl im Kopf will er sich nun auch im Erwachsenenbereich beweisen. Seit Lou Massenberg in Halle weilt, läuft das Synchrontraining spürbar besser. „Wir können dadurch einfach viel mehr zusammen trainieren. So wird es von Einheit zu Einheit immer besser. Eigentlich haben wir keine große Schwachstelle in unserer Serie“, so Schauer.

Auch sonst hilft ihm die Präsenz von Massenberg bei seiner persönlichen Weiterentwicklung. „Für mich ist das ganz wichtig, dass er da ist. Ich brauche einen gestandenen Athleten, der mich mitzieht“, sagt er. Gemeinsam wollen sie im nationalen Vergleich das WM-Duo Moritz Wesemann und Timo Barthel (beide ebenfalls SV Halle) unter Druck setzen. Und sich im Weltcupauftakt schon einmal in eine gute Ausgangsposition für die Qualifikation zum Super Final bringen. Nach dem Start in Montréal geht die Serie eine Woche später in Zapopan (MEX) weiter. Das Weltcupfinale steigt Anfang Mai in China. Alle Wettkämpfe werden im Livestream bei Eurovisionsport übertragen.

Auch Emily Deml, die wie Schauer und Massenberg bei Norman Becker trainiert, feiert in Montréal ihre Premiere im Erwachsenenbereich. Die 17-Jährige, im Vorjahr Juniorinnen-Europameisterin vom 1m-Brett, springt im 3m-Sychronwettbewerb an der Seite von Jette Müller (Dresdner SC 1898). Deren etatmäßige Partnerin Lena Hentschel (Berliner TSC) ist wegen mehrerer College-Wettkämpfe in den USA beim Weltcup verhindert.

Chef-Bundestrainer Christoph Bohm sagt über Deml: „Emily ist ein hoffnungsvolles Talent, das jetzt ihre Frauenserie aufgebaut und dort teilweise auch schöne Qualitäten gezeigt hat. Sie soll hier vor allem Erfahrung sammeln und einfach Spaß haben.“ Die Schülerin selbst meint: „Ich freue mich, bei so einem großen Event dabei zu sein und bin glücklich über diese Chance. Jette ist eine erfahrene Springerin, das gibt mir Sicherheit.“ Deml wird allerdings nur beim ersten Weltcup dabei sein, ihr Fokus liegt in ihrem letzten Jugendjahr noch einmal hauptsächlich auf der JEM und JWM, wo sie um die Medaillen mitspringen will.

 

Das DSV-Team beim Weltcup

 

Emily Deml (SV Halle/nur Montréal): 3m-Synchron

Jette Müller (Dresdner SC 1898): 3m, 3m-Synchron (nur Montréal), Team-Event

Pauline Pfeif (Berliner TSC): Turm, Turm-Synchron, Team-Event

Elena Wassen (Berliner TSC): Turm-Synchron

 

Luis Avila Sanchez (Berliner TSC/nur Montréal): Turm, Turm-Synchron

Jaden Eikermann (SV Neptun Aachen): Turm, Turm-Synchron, Team-Event

Lou Massenberg (SV Halle): 3m, 3m-Synchron

Ole Rösler (WSC Rostock/nur Zapopan): Turm

Jonathan Schauer (SV Halle): 3m-Synchron

Moritz Wesemann (SV Halle): 3m, Team-Event

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