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Lukas Märtens in Rekordrennen wieder in Topform

Auf den 400m Freistil war Elijah Winnington (AUS) vor zwei Tagen noch schneller gewesen als Lukas Märtens, der am Samstag auf dieser Distanz die Silbermedaille gewonnen hatte. Im Finale über die 200m Freistil drehte der Magdeburger diesmal den Spieß um und schlug vor dem Australier an. In 1:45,73 kam Märtens am Montagabend bei den Weltmeisterschaften in Budapest (HUN) auf Platz sieben an und blieb dabei nur knapp drei Zehntel über seiner eigenen Bestzeit (1:45,44). Auch ganz vorne ging die Post ab, mit 1:43,21 konnte der Rumäne David Popovici seinen Junioren-Weltrekord aus dem Halbfinale ein weiteres Mal verbessern und schwamm mit großem Vorsprung zur Goldmedaille. Silber ging an Sunwoo Hwang (Südkorea/1:44,47), Bronze an Tokio-Olympiasieger Tom Dean (GBR/1:44,98).

Lukas Märtens war der erster Deutsche in einem 200m-Finale seit sieben Jahren. 2015 bei der Weltmeisterschaft in Kazan (RUS) hatte Paul Biedermann über diese Distanz die Bronzemedaille gewonnen. “Ich bin super zufrieden. Ich hatte im vorhinein schon gedacht, dass ich so schnell sein könnte. Aber es hat sich auch einfach gut angefühlt, im ganzen Rennen. Dass ich den Australier dann noch bekommen habe, ist dann noch ein schöneres Gefühl”, sagte Märtens. Ich denke, so kann ich jetzt erstmal zufrieden in die drei Tage Pause starten, denn die brauche ich jetzt definitiv.”

Am Vormittag war der 20-Jährige auch schon im Vorlauf über 800m Freistil angetreten, hatte dort jedoch das Finale verfehlt. Mit seinem Ergebnis am Abend betrieb er jedoch umgehend Wiedergutmachung. Während andere Schwimmer wie Winnington oder Felix Auböck (AUT) auf die 800 Meter verzichteten, um sich für das 200m-Finale zu schonen, hatte sich Märtens gemeinsam mit Bundestrainer Bernd Berkhahn bewusst für dieses anspruchsvolle Programm entschieden, um für künftige Wettkämpfe wie die Olympischen Spiele 2024 in Paris (FRA) die richtigen Taktiken und Automatismen zu entwickeln. “Es ist hart, aber ich habe mir das so ausgesucht und genau so soll es sein”, meinte Märtens. In Paris werde er wahrscheinlich nicht über fünf Strecken an den Start gehen, “da ist es besser, das Rennen jetzt mitzunehmen. In so einem WM-Finale steht man ja auch nicht jeden Tag.”

Bernd Berkhahn erklärte dazu: “Wir ziehen nicht zurück. Die Perspektive ist, dass Lukas das irgendwann schafft, diesen Stiefel durchzuziehen. Daher pokern wir hier nicht. Bis zu den 1500 Metern sind es nun ein paar Tage, auch weil die Staffel weggefallen ist (weil Josha Salchow mit einer Coronavirus-Infektion ausfällt, Anm. d. Red.), da wird er sich wieder erholen und um die Medaillen mitkämpfen können.” Der Vorlauf über die 1500m Freistil ist am Freitag, das Finale am kommenden Samstag. Dann will sich Lukas Märtens in der Duna-Arena erneut in Topform präsentieren.

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Lukas Märtens schwimmt souverän ins Finale über 400m Freistil

Schon bei den Olympischen Spielen waren die 400m Freistil so etwas wie der „Türöffner“ für das deutsche Schwimmteam. Damals war es Henning Mühlleitner, der gleich am ersten Wettkampftag mit Bestzeit und Top-Platzierung glänzen konnte und damit das gesamte Team in eine positive Grundstimmung versetzte. Bei den Weltmeisterschaften in Budapest (HUN) könnte Lukas Märtens (SC Magdeburg) nun diese Rolle erfüllen. Der 20-Jährige schwamm am Samstagvormittag in 3:45,04 Minuten sicher ins Finale am Abend. Märtens ist der erste Deutsche in einem 400m-Finale seit 2015, als Clemens Rapp in Kazan (RUS) Achter wurde.

“Ich bin froh, dass ich das erste Finale erreicht habe. Das war das Ziel von Anfang an, jetzt kann ich da ganz locker ran gehen. Wenn mehr als der vierte Platz drin ist, dann wär das natürlich toll, aber ich bin erstmal super happy”, bewerte Märtens seinen ersten von insgesamt vier Auftritten bei dieser WM.

Im Frühjahr war er in Stockholm (SWE) sogar 3:41,60 geschwommen. Weltweit war seit fünf Jahren niemand schneller auf dieser Strecke als der Magdeburger, der damit nun unweigerlich die Rolle des Mitfavoriten trägt. Doch der Schützling von Bundestrainer Bernd Berkhahn meisterte den Druck hervorragend: Zunächst Zweiter in seinem Vorlauf hinter dem Italiener Lorenzo Galossi, hatte er das Rennen stets unter Kontrolle. Kurz vor der 300-Meter-Marke setzte er sich dann erstmals in Führung, die er bis zum Schluss nicht mehr abgab. “Ich bin das Rennen ein bisschen ruhiger angegangen, das wollte ich aber auch. Letztes Jahr hatte ich das Problem, ich war viel zu schnell am Anfang und bin dann hinten geplatzt. Ich denke, jetzt hat man schon gesehen, dass da ein deutlicher Fortschritt ist.”

Im selben Vorlauf direkt neben Lukas Märtens war auch Henning Mühlleitner angetreten. Der Neckarsulmer begann sein Rennen eher verhalten und hielt sich strikt an seine eigene Taktik, schob sich dann aber mit zunehmender Rennlänge immer weiter nach vorne. Am Ende schlug er nach 3:47,17 als Fünfter an, als Gesamtelfter reichte das um sieben Zehntel knapp nicht für das Finale. “Eine WM im Becken habe ich nie erlebt. Es war dann das Rennen so, wie ich es trainiert hatte. Das Ergebnis hat dann knapp nicht gereicht, aber ich glaube, ich hätte es nicht anders machen können heute früh”, resumierte Mühlleitner. Schnellster Schwimmer am Vormittag war der Österreicher Felix Auböck in 3:43,83.

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Florian Wellbrock sichert sich mit Sieg in Spanien seinen vierten WM-Start

Olympiasieger Florian Wellbrock hat bei den Spanish Open im Freiwasserschwimmen in Banyoles (ESP) am Samstag auch das 5km-Rennen gewonnen. Der Magdeburger sicherte sich damit seinen vierten Startplatz bei den Weltmeisterschaften in Budapest (HUN/18. Juni – 03. Juli). Für die 800m und 1500m Freistil im Becken sowie den 10km war er nach seinen Olympiaerfolgen in Tokio 2021 vorab bereits fest gesetzt worden vom Deutschen Schwimm-Verband e.V. (DSV).

Im 21,8 Grad warmen Wasser hatte sich Wellbrock mit Mykhailo Romanchuk (UKR) früh vom Rest des Feldes absetzen können, im weiteren Rennverlauf behielt der 24-Jährige den verbliebenen Rivalen stets unter Kontrolle und schlug nach 51:43,6 Minuten als Erster an, wie schon am Tag zuvor über die 10km. „Das waren zwei richtig starke Auftritte von Florian. Wir sind hier direkt aus dem Höhentrainingslager angereist, wo er im Gegensatz zu einigen anderen in der Trainingsgruppe bis zum letzten Tag hart durchgezogen hat, daher war das in einer solch überzeugender Art nicht unbedingt zu erwarten gewesen“, sagte Bundestrainer Bernd Berkhahn. „Vier WM-Starts waren von Anfang an unser Plan, entsprechend gern stellen wir uns dieser Herausforderung in Ungarn nun auch.“

Auch Wellbrock freute sich über seine Leistungen. „Ich bin mit den 5 Kilometern hier mega happy. Es war ein sehr schnelles und faires Rennen mit Misha“, sagte der Olympiasieger. „Ich werde also viermal an den Start gehen bei der WM. Jetzt heißt es aber erst einmal, gesund bleiben und weiter fleißig trainieren.“ Die weitere WM-Vorbereitung wird daheim bestritten, ehe es Mitte Juni dann nach Ungarn geht.

Im Kampf um Platz drei gewann Niklas Frach (SV Gelnhausen/53:05,6) erneut den Zielsprint hauchdünn gegen Oliver Klemet (SG Frankfurt) und sicherte so auch hier den zweiten WM-Startplatz im deutschen Team. Klemet darf als Drittbester im DSV-Team auf jeden Fall mit zu den Europameisterschaften nach Rom (ITA/11. – 21. August), der JEM-Zweite des Vorjahres ist mit erfüllter WM-Normzeit über 1500m Freistil aber auch ein Kandidat für die Freiwasserstaffel über 4x1,5km bei der WM. Über die endgültige Nominierung entscheiden die DSV-Verantwortlichen dann in der kommenden Woche.

Bei Frauen feierte Olympiasiegerin Ana Marcela Cunha (BRA) in 56:42,9 Minuten ebenfalls ihren zweiten Erfolg in Banyoles, in einem packenden Endkampf erkämpften sich die Würzburgerinnen Leonie Beck (56:43,8) als Zweite und Lea Boy (56:44,5) als Vierte hinter Sharon van Rouwendaal (NED/ 56:44,2) die beiden WM-Tickets für Deutschland. Als drittbeste Deutsche kam Jeannette Spiwoks (SG Essen/ 56:49,0) auf Rang fünf und sicherte sich damit das dritte EM-Ticket. Die Olympiadritte über 1500m Freistil, Sarah Wellbrock, belegte zudem Rang sieben (57:29,6) und zeigte damit, dass sie trotz Konzentration auf das Jura-Studium samt Abschluss des Staatsexamens weiter auf absoluten Topniveau trainiert.

„Ich freue mich natürlich sehr über mein zweites WM-Ticket. Ich war durch den Verzicht auf das 10km-Rennen am Freitag etwas frischer als alle anderen und konnte mich so dann sogar zwischen die zwei Olympiasiegerinnen schieben. Mit entsprechend viel Schwung geht es nun auch zu den Weltcups in Setubal (POR) und Paris (FRA), und dann steht ja auch schon bald die WM an“, sagte Beck, die in der kommenden Woche 25 Jahre alt wird.

>> Die Ergebnisse von Banyoles

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DSV nominiert zwölf Wasserspringer*innen für die WM und EM

Manch einer mag sich nach dem Rücktritt der langjährigen Leistungsträger Patrick Hausding und Martin Wolfram in der vergangenen Woche schon Sorgen um die Zukunft des deutschen Wasserspringens gemacht haben. Mit starken Leistungen bei den Internationalen Deutschen Meisterschaften haben die DSV-Asse diese Zweifel allerdings direkt zerstreut. Die Titelkämpfe in Berlin hatten hohes Niveau, so dass Chef-Bundestrainer Lutz Buschkow optimistisch nach vorn blickt. „Unser System funktioniert, ich sehe für Wasserspringen also auch zukünftig großes Potenzial. Unser erklärtes Ziel ist es, dass wir weiterhin um die Medaillen mitspringen. In Europa gehören wir zu den führenden Nationen.“

Entsprechend groß fällt das Sprungteam für die Weltmeisterschaften vom 18. Juni – 03. Juli in Budapest (HUN) aus. Insgesamt zwölf Aktive stehen im deutschen Aufgebot, das von den drei letztjährigen Olympiamedaillengewinner*innen Tina Punzel (Dresdner SC 1898), Lena Hentschel und Lars Rüdiger (beide Berliner TSC) angeführt wird. Für Punzel wird es bereits die sechste WM – sie startet in Ungarn in gleich vier Disziplinen. Mit Saskia Oettinghaus (Dresdner SC 1898), Jaden Eikermann (SV Neptun Aachen), Jette Müller (WSC Rostock) und Moritz Wesemann (SV Halle) sind aber auch vier Athlet*innen zum ersten Mal bei einer Weltmeisterschaft im Erwachsenenbereich dabei, wobei die drei letztgenannten im vergangenen Jahr aber schon bei der WM der Junior*innen Medaillen abräumten und Eikermann in Tokio sogar Olympialuft schnupperte.

In Budapest ist der DSV im Wasserspringen mit einer Ausnahme in sämtlichen Disziplinen vertreten. Aufgrund von Verletzungen im Vorfeld der DM konnte für das Turm-Synchronspringen der Männer zunächst kein Paar nominiert werden; es wird aber versucht, aus dem Kreis der WM-Mannschaft noch ein Paar an den Start zu bringen. Im Turm-Einzel der Männer ist eine mögliche Besetzung des zweiten Startplatzes abhängig vom weiteren Genesungsprozess bei Timo Barthel. Der Hallenser hatte sich zuletzt eine Handgelenksverletzung zugezogen, die es ihm unmöglich machte, aus großer Höhe einzutauchen.

Die WM-Teilnehmer*innen sind automatisch auch für die Europameisterschaften vom 11. – 21. August in Rom (ITA) gesetzt, natürlich vorbehaltlich möglicher Ausfälle im weiteren Jahresverlauf.

Das DSV-Aufgebot im Wasserspringen für die WM in Budapest:

Frauen:

1m-Brett: Jette Müller (WSC Rostock), Saskia Oettinghaus (Dresdner SC 1898)

3m-Brett: Lena Hentschel (Berliner TSC), Tina Punzel (Dresdner SC 1898)

Turmspringen: Christina Wassen, Pauline Pfeif (beide Berliner TSC)

3m-Synchronspringen: Tina Punzel / Lena Hentschel

Turm-Synchronspringen: Tina Punzel / Christina Wassen

Männer:

1m-Brett: Moritz Wesemann, Timo Barthel (beide SV Halle)

3m-Brett: Moritz Wesemann, Lou Massenberg (Berliner TSC)

Turmspringen: Jaden Eikermann (SV Neptun Aachen)

3m-Synchronspringen: Lars Rüdiger (Berliner TSC) / Timo Barthel

Mixed:

3m-Mixed-Synchronspringen: Tina Punzel / Lou Massenberg

Turm-Mixed-Synchronspringen: Elena Wassen (Berliner TSC) / Lou Massenberg

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Lukas Märtens verbessert Florian Wellbrocks deutschen Rekord

Der Qualifikationszeitraum für die Weltmeisterschaften in Budapest (HUN/18. Juni – 03. Juli) und die Europameisterschaften in Rom (ITA/11. – 21. August) im Deutschen Schwimm-Verband e.V. (DSV) endete am Dienstag in Stockholm (SWE) so, wie er vor drei Wochen in Magdeburg begonnen hatte: mit einer Jahresweltbestzeit von Lukas Märtens. In Schweden siegte der Magdeburger am Dienstag über 800m Freistil in 7:41,43 Minuten vor seinem Vereinskollegen Florian Wellbrock (7:43,10) und verbesserte dabei sogar dessen deutschen Rekord aus dem Olympiavorlauf in Tokio (7:41,77). Diese tolle Form lässt bei den internationalen Saisonhöhepunkten für beide nun einiges erhoffen.

Insgesamt hat Märtens damit nun auf fünf Einzelstrecken die WM-Normzeiten unterboten und dabei im Freistil über 200m, 400m, 800m und 1500m jeweils Weltjahresbestzeiten aufgestellt. Die kürzeren drei davon zuletzt in Stockholm, was ihm dort dann auch 4.000 Euro Prämie für die beste Performance der Veranstaltung einbrachte. „Ich bin sehr zufrieden mit den Ergebnissen. Es hat sich im Trainingslager schon gezeigt, dass die Werte und Zeiten ganz gut sind für den frühen Saisonzeitpunkt. Dass es hier in Stockholm dann so gut lief, freut mich natürlich. Das gibt Selbstvertrauen für die anstehenden zwei Großereignisse im Sommer“, sagte Märtens.

Auf welchen Strecken Märtens bei der WM in Ungarn dann aber tatsächlich starten wird, entscheidet sich erst nach der Nominierungssitzung der DSV-Verantwortlichen rund um Leistungssportdirektor Christian Hansmann und Bundestrainer Bernd Berkhahn am Ende der Woche. Dann steht auch erst fest, wer neben den gesetzten Olympiafinalist*innen Sarah Wellbrock, Isabel Gose, Henning Mühlleitner und eben Wellbrock zum DSV-Team gehören wird. Insgesamt wurden jedenfalls 13 WM-Vorgaben in Einzeldisziplinen und für zwei Staffeln erfüllt, für die EM mit jeweils drei statt nur zwei Startplätzen pro Disziplin erwartungsgemäß noch deutlich mehr.

„Alle haben etwas gelernt aus den beiden Qualifikationswettkämpfen. Ziel ist es aber, bei den internationalen Meisterschaften die jeweiligen Topleistungen abzurufen“, betonte Berkhahn. Olympiasieger Wellbrock ordnete sein Abscheiden denn auch vor allem mit Blick auf die Saisonhöhepunkte ein: „Ich war im Trainingslager ein paar Tage krank und das hat man jetzt bei dem Wettkampf gesehen. Wenn man das berücksichtigt, waren die Ergebnisse ganz solide, auch wenn ich mir insgeheim natürlich mehr erhofft habe. Aber ich fühle mich körperlich fit und bin zuversichtlich, dass sich das bei den nächsten Wettkämpfen auch wieder in den Zeiten spiegeln wird.“

In Stockholm sorgten die Frauen über 800m Freistil zum Abschluss sogar für einen deutschen Dreifacherfolg. Isabel Gose siegte in 8:29,31 Minuten vor Sarah Köhler (8:35,69) und Celine Rieder (8:37,12). Dennoch war die Siegerin nicht ganz zufrieden: „Wir hatten im Training der letzten Wochen viel umgestellt. Im Training hat alles schon gut geklappt, aber im Wettkampf konnte ich das leider noch nicht umsetzen. Aber die WM-Norm, die ich schaffen wollte, habe ich erreicht“, sagte Gose. Ihr Magdeburger Vereinskollege Marius Zobel konnte sich zudem über Platz zwei über 200m Lagen (2:01,38 Minuten) freuen.

 

>>Alle Ergebnisse aus Stockholm

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Oliver Klemet und Sven Schwarz siegen zeitgleich unter der WM-Norm

Seit Freitag läuft im Deutschen Schwimm-Verband e.V. (DSV) der Qualifikationszeitraum für die internationalen Höhepunkte dieser Saison im Beckenschwimmen, er dauert bis 12. April an. Und nachdem an den ersten beiden Wettkampftagen in Magdeburg die dort beheimateten Isabel Gose und Lukas Märtens auf Anhieb eine bzw. sogar drei Normzeiten für die Weltmeisterschaften in Budapest (18. Juni – 03. Juli) unterbieten konnten, kamen am Sonntag in der Elbeschwimmhalle nun auch die Gäste zum Zug. Oliver Klemet (SG Frankfurt) und Sven Schwarz(Waspo 98 Hannover) schafften beim Sieg über 800m Freistil sogar das ungewöhnliche Kunststück, nach 7:48,96 Minuten zeitgleich als Erste und unter der WM-Norm anzuschlagen.

Wer den zweiten WM-Startplatz hinter dem wie alle Olympiafinalist*innen vom DSV bereits gesetzten Florian Wellbrock erhält, könnte sich nun im Fernduell entscheiden. Während Klemet noch bei den Swim Open Stockholm (09. – 12. April) antritt, bestreitet Schwarz die Berlin Swim Open (08. – 10. April) und will seine Zeit dort noch verbessern. „Ich konnte hier über 400m und 800m jetzt zwei Bestzeiten erzielen, mit denen ich erst einmal sehr zufrieden bin. Aber eigentlich ist ja alles auf Berlin ausgerichtet und dort die Topform geplant. In dem Becken dort bin ich immer auch besonders schnell, da könnte also noch mehr gehen“, sagte Schwarz. Aber auch Klemet meint: „Da ist noch Luft nach oben. Diese Zeitgleichheit ist ein lustiger Zufall, aber dabei bleibt es sicher nicht. Dafür sind die Plätze auf den Langstrecken in Deutschland viel zu sehr umkämpft.“

Denn auch der diesmal alle überragende Lukas Märtens plant in zwei Wochen in Schweden noch mit einem 800m-Start. Nach seiner 1500m-Weltjahresbestzeit vom Freitag, die vorigen Sommer in Tokio sogar zu Olympiasilber gereicht hätte, sollte auch hier nun sicher einiges möglich sein. Am heutigen Sonntag trat der 20-Jährige aber erst einmal noch über 200m Kraul an und zeigte hier eine weitere Topleistung (1:47,18 Minuten) unter der Normzeit für die Europameisterschaften in Rom (11. – 21. August). Bei der EM gibt es übrigens drei Startplätze pro Einzeldisziplin für jede Nation, also einen mehr als bei der WM.

Bundestrainer Bernd Berkhahn war nach dem Qualifikationsauftakt jedenfalls voll des Lobes. Denn es gab viele Weltklasseleistungen, und das obwohl Frontmann Wellbrock nach Trainingsausfall wegen Krankheit erwartungsgemäß noch nicht ganz wieder in Topform sein konnte. „So ein starkes 1500m-Rennen wie dieses am Freitag hat es in Deutschland bisher noch nie gegeben, und auch über die 800m kann man nun von einem Luxusproblem reden. Die Jungs haben sich ihr Rennen gut eingeteilt und sich gegenseitig angetrieben, das war richtig stark“, sagte Berkhahn.

Und macht auch Lust auf die kommenden Wettkämpfe mit Qualifikationsmöglichkeiten, in der Folgewoche stehen nun die Pro Swim Series in San Antonio (USA/30. März – 02. April), das Bergen Swim Festival (NOR/01. – 03. April) und der Q!-Cup in Heidelberg (02./03. April) mit deutschen WM-Anwärter*innen im Blickpunkt.

 

>> Alle Ergebnisse aus Magdeburg

 

>> Die DSV-Nominierungsrichtlinien mit allen Normzeiten

 

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Talente aus Bayern und NRW räumen bei der DM SMK die meisten Titel ab

Die Deutschen Meisterschaften Schwimmerischer Mehrkampf (DM SMK) wurden für den Ausrichterverein SG Dortmund nicht nur organisatorisch ein voller Erfolg. Bei der Großveranstaltung mit 315 Talenten, 200 Betreuer*innen und insgesamt rund 500 Zuschauer*innen aus allen Teilen der Bundesrepublik konnten sich die rührigen Gastgeber am vergangenen Wochenende im Südbad auch über die Goldmedaille von Sydney Savannah Ferch im Kraul-Wettbewerb des Jahrgangs 2009 freuen. Ein schöner Moment natürlich auch für Dortmunds Bürgermeisterin Ute Mais, die an der Seite von Claudia Heckmann (Präsidentin des SV NRW) die Siegerehrungen vornahm.

Erfolgreichste Vereine mit jeweils zwei Titelgewinnen wurden diesmal die SG Essen, die SG Mittelfranken und der TB 1888 Erlangen, erfolgreichster Landesverband wurde Bayern mit fünf Triumphen vor NRW (vier Titel). Für einen deutschen Altersklassenrekord für 13-Jährige sorgte Alina Baievych (TB 1888 Erlangen) über die 200m Schmetterling in 2:17,79 Minuten.

In die SMK-Endwertung fließen jeweils Punkte aus insgesamt fünf verschiedenen Rennen (50m Beine, 100m, 200m, 400m einer Lage plus 200m Lagen) ein. Um so ungewöhnlicher, dass sich im Jahrgang 2009 Thomas Donath (VfL Sindelfingen) und Noah Emmerlich-Mace (TB 1888 Erlangen) den Schmetterlingssieg bei Punktgleichheit teilten. Zwei mögliche Titelgewinne gingen übrigens jeweils im abschließenden Rennen über 200m Lagen wegen Disqualifikation verloren: Mit dadurch null Punkten wurden die bis dahin Führenden Eric Nickel (SG Mönchengladbach/Kraul Jahrgang 2010) und Michael Volkov (Waspo 98 Hannover/Schmetterling Jahrgang 2010) jeweils noch auf Rang sechs zurückgeworfen.

„Alle Aktiven und Coaches haben sich der besonderen Herausforderung dieses Mehrkampfes mit viel Motivation und Engagement gestellt. Es hat richtig Spaß gemacht, zu sehen, wie die Aktiven ihre Nervosität bei einem solchen Wettkampf auch beherrschen lernen“, sagte Nachwuchs-Bundestrainer Hannes Vitense. „Aber auch wenn viele diesen Wettkampf aus dem vollen Training heraus geschwommen sind, müssen wir das Leistungsniveau auf jeden Fall insgesamt auch noch steigern.“

Dortmund erwies sich wie schon bei der SMK-Premiere 2019 als ein wunderbarer Gastgeber, auch wenn es diesmal pandemiebedingt ein strenges Hygienekonzept inklusive Anmeldung bzw. Zugang via NOVA-App bedurfte. „Der gestaffelte Einlass dauerte etwas länger als geplant, zweimal mussten wir die Rennen mit leichter Verspätung beginnen. Aber alle haben diese Maßnahmen diszipliniert ertragen und waren froh, dass so ein Wettkampf wieder ermöglicht wurde“, freute sich OK-Chefin Heike Hundshagen.

Alle Meister*innen von Dortmund auf einen Blick:

Jahrgang 2010, weiblich

Schmetterling: Nika Benkler (SC Regensburg)

Rücken: Anna Rosenow (PSV Cottbus 90)

Brust: Valeria Alexandra Nekrasov (SG Mittelfranken)

Kraul: Carolina Guerra Gonzalez (SG Essen)

Jahrgang 2010, männlich

Schmetterling: Jacob Furqueron (Kaiserslauterer SK 1911)

Rücken: Benjamin Köhler (SC Chemnitz von 1892)

Brust: Frederik Raschke (SG Frankfurt)

Kraul: Bjarne Riß (SV Halle/Saale)

Jahrgang 2009, weiblich

Schmetterling: Alina Baievych (TB 1888 Erlangen)

Rücken: Nora Bölicke (Potsdamer SV)

Brust: Laura Sophie Kohlmann (SG Essen)

Kraul: Sydney Savannah Ferch (SG Dortmund)

Jahrgang 2009, männlich

Schmetterling: Thomas Donath (VfL Sindelfingen), Noah Emmerlich-Mace (TB 1888 Erlangen)

Rücken: Jonas Levin Reuther (WSG Jena-Lobeda)

Brust: Arnold Zinoviev (SG Mittelfranken)

Kraul: Larus Thiel (SG Bayer)

>> Alle Ergebnisse der DM SMK 2022 in Dortmund

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Tolle Stimmung und gute Leistungen beim DMSJ-Bundesfinale in Wuppertal

Natürlich durfte auch diesmal wieder die traditionelle Kostümparade nicht fehlen. Und so stürmte am Ende des Wettkampfes ein Sondereinsatzkommando der Polizei die Wuppertaler Schwimmoper, Haie und Löwen tobten am Beckenrand, während Römerinnen in eleganter Tunika und eine Gruppe Mexikaner mit ausladenden Sombrero-Hüten noch einmal ihre Kostüme richteten. Es ist längst gute Tradition, dass sich beim Bundesfinale des Deutschen Mannschaftswettbewerbs Schwimmen der Jugend (DMSJ) jede Mannschaft ein gemeinsames Outfit überlegt, um auf diese Weise auch nach außen hin Teamgeist zu demonstrieren. Auch in diesem Jahr legten sich die Teilnehmer*innen am letzten Januar-Wochenende bei ihrer Verkleidung wieder mächtig ins Zeug.

„Die Aktiven hatten auch diesmal wieder unglaublich viel Spaß. Man merkt einfach, dass bei den jungen Athlet*innen eine unglaubliche Dynamik drin ist“, sagte Hannes Vitense, Bundestrainer Nachwuchs/Jugend im Deutschen Schwimm-Verband e.V. (DSV). Letztlich setzten sich in den acht Wettbewerben der D- bis A-Jugendlichen (jeweils weiblich und männlich) nur viermal die Teams durch, die schon mit der schnellsten Vorleistung angereist waren. In der weiblichen A-Jugend (Jahrgänge 2004/2005) schoben sich die Mädchen vom SV Nikar Heidelberg von Platz drei der Meldeliste noch nach ganz vorn (Gesamtzeit 21:25,71 Minuten) – passend zu ihren Kostümen verschiedener Superheld*innen.

Und in der weiblichen B-Jugend (2006/2007) schwamm die SSG Leipzig sogar von Platz vier aus zur Goldmedaille (21:48,53). Die Entscheidung fiel dabei erst in der abschließenden Lagenstaffel. „Bei solchen Mannschaftswettbewerben weiß man nie, was passiert. Da wächst man schnell auch einmal über sich hinaus in der Mannschaft und holt dann ruck-zuck ein paar Sekunden auf. Zum Teil fallen da Bestzeiten, an die man das ganze Jahr nicht mehr herankommt. Staffelwettkämpfe sind ein sehr attraktives Format für den DSV, so dass wir überlegen sollten, inwieweit man solche Formate im Jahresverlauf gegebenenfalls noch ausbauen kann“, sagte Vitense.

Bei der DMSJ werden ausschließlich Staffelrennen in den verschiedenen Lagen ausgetragen. Die weiteren Gesamtsiege holten in der männlichen D-Jugend (2010/2011) die SG Frankfurt (22:25,87), in der männlichen B-Jugend die SSG Saar Max Ritter (19:50,86) sowie in der C-Jugend (2008/2009) die Mädchen des SC Chemnitz (22:15,22) und die Jungen vom SC Magdeburg (21:20,35).

Erfolgreichster Verein wurde am Ende aber die SG Essen mit gleich zwei Titeln, durch die Mädchen in der D-Jugend (21:52,67) sowie die Jungen in der A-Jugend (19:07,12). „Wir sind mit den Leistungen sehr zufrieden“, freute sich Bundesstützpunkttrainerin Nicole Endruschat. „Auch in der Breite. Es war uns wichtig, dass wir hier in allen Altersklassen ein Team an den Start bringen konnten.“ Mit insgesamt neun Mannschaften war die SG Essen in Wuppertal am zahlreichsten vertreten, in der weiblichen D-Jugend sogar gleich doppelt.

>>> Alle Ergebnisse des DMSJ-Bundesfinales in Wuppertal

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Der Kampf um die Tickets für WM und EM beginnt in Magdeburg

Der Kampf um die Tickets für die Weltmeisterschaften vom 13. – 29. Mai 2022 in Fukuoka (JPN) und die Europameisterschaften vom 11. – 21. August 2022 in Rom (ITA) beginnt für die Aktiven des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) an diesem Freitag wieder einmal im kleinen Rahmen. Nur 48 Schwimmer*innen aus dem absoluten Topbereich mit Olympiasieger Florian Wellbrock an der Spitze können am dritten Adventswochenende beim ersten Nominierungswettkampf in Magdeburg am Start sein. Aufgrund der Pandemieentwicklung wurde die Kapazität des ursprünglich größer geplanten Events begrenzt und als Bundesstützpunktwettkampf mit einem strengen Hygienekonzept versehen.

Gemäß der DSV-Nominierungsrichtlinien für das Jahr 2022 können sich die schnellsten Normerfüller*innen in der Elbeschwimmhalle (50m-Bahn) bereits jeweils einen Startplatz pro Einzeldisziplin bei den Saisonhöhepunkten sichern. Eine zweite Qualifikationsphase ist dann vom 25. März bis 12. April angesetzt. Danach werden für WM (maximal zwei Startplätze pro Nation) und EM (maximal drei Startplätze pro Nation) die restlichen Tickets vergeben – im Einzel an die Besten aus beiden Qualifikationsphasen, für die Staffeln zählen allerdings ausschließlich die Zeiten aus dem Frühjahr. Ausgenommen von diesen Regelungen sind die 400m, 800m und 1500m Freistil: Für diese Rennen sind neben Wellbrock auch Sarah Köhler, Isabel Gose und Henning Mühlleitner nach Erreichen der Einzelfinals bei den Olympischen Spielen in Tokio für die kommenden Jahreshöhepunkte jeweils gesetzt.

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>> Zu den DSV-Nominierungsrichtlinien mit allen Normzeiten

„Ich rechne fest damit, dass am Wochenende in mehreren Disziplinen die Normzeiten unterboten werden können“, sagte Bundestrainer Bernd Berkhahn. Viele Aktive hätten im gerade erst beendeten Höhentrainingslager in der Sierra Nevada (ESP) ein gutes Niveau gezeigt. „Mit der WM im Mai und der EM im August ist diese Saison für uns enger als sonst getaktet. Da kann es von großem Vorteil sein, sich früh die Qualifikation zu sichern und im Frühjahr nicht zwei Top-Wettkämpfe innerhalb weniger Wochen vorbereiten zu müssen. Dementsprechend groß ist auch die Motivation.“

Vorzeigeathlet Wellbrock plant am Wochenende mit nur zwei Starts, schließlich wartet nächste Woche ein hartes Programm auf ihn. Bei der Kurzbahn-WM in Abu-Dhabi (VAE) wird der Kurzbahn-Europameister nämlich nicht nur die 1500m Freistil schwimmen, sondern dort auch beim Freiwasser-Weltcup über 10km und im Teamevent antreten. „In Magdeburg möchte ich die 400 Meter auf jeden Fall so schnell wie möglich schwimmen, sowohl im Vorlauf als auch im Endlauf. Bei den 1500 Metern muss ich schauen, ob ich für andere eine eher unterstützende Rolle spielen kann oder ob ich mein Rennen durchziehe“, sagte Wellbrock der „Magdeburger Volksstimme“ zu den Starts in seiner Heimat. Die Ziele für den kommenden Sommer formulierte er dagegen anspruchsvoller. „Ich habe es bislang noch nicht geschafft, bei einem internationalen Saisonhöhepunkt Top-Ergebnisse sowohl über die 800 und die 1500 Meter als auch über die zehn Kilometer zu erzielen. Ich möchte einfach nach der WM sagen: Ich bin mit allen drei Starts zufrieden“, so Wellbrock. Langfristig sei über 1500m Freistil auch der Weltrekord das Ziel.

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Finnia Wunram gibt ihren Abschied vom Leistungssport bekannt

Die Trainingsgruppe von Olympiasieger Florian Wellbrock beim SC Magdeburg erfährt nach dem Abgang von Franziska Hentke (32) weiteren Aderlass, denn nun verkündete auch Finnia Wunram offiziell ihr Karriereende. „Es ist an der Zeit für mich, dem Leistungssport goodbye zu sagen und neue Herausforderungen anzunehmen“, schrieb die 25-Jährige am Samstag auf ihrem Instagram-Account. „Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist.“

Mit der Teilnahme an den Olympischen Spielen in Tokio habe sie sich ihren sportlichen Traum unlängst erfüllen können, in Japans Hitze (Kommentar Wunram damals: „Badewannenmäßig“) war die Freiwasserschwimmerin Zehnte über die 10km geworden. Zuvor hatte sie bei Welt- und Europameisterschaften sogar Silber- und Bronzemedaillen gewonnen und war auch mehrfach deutsche Meisterin gewesen. Als schönsten Moment ihrer Karriere beschreibt Wunram die Weltmeisterschaften 2019 in Gwangju (KOR). „Dort hatte ich mir über die 10km das Olympiaticket gesichert, war dann Zweite über 25km geworden und durfte zudem auch live miterleben, wie Florian und Rob (ihre Vereinskollegen Wellbrock und Muffels, Anm. d. Red.) Gold und Bronze gewannen, das war einfach eine perfekte Woche“, erinnert sich Wunram.

Der Weg nach oben war mit harter Arbeit verbunden, bis zu 4.000km im Jahr legte Finnia Wunram im Wasser zurück. Das erforderte viel Willen und Disziplin. Und trotzdem schrieb sie nun zum Abschied: „Mich dem Leistungssport zu verschreiben, war eine meiner besten Entscheidungen. Ich möchte keine Sekunde missen. Weil ich Erfahrungen sammeln durfte, neue Kulturen und Menschen kennenlernte, Orte und Länder bereiste, die sich sonst vielleicht nie gesehen hätte. Wasser ist Leben, es war auch meins.“

Ein großes Dankeschön ging natürlich an ihren Trainer Bernd Berkhahn, der sie seit 16 Jahren nicht nur begleitet und trainiert hatte, „sondern immer an mich geglaubt und unterstützt hat“. Ihm war sie 2012 von Elmshorn nach Magdeburg gefolgt, mit Norbert Warnatzsch kam dort noch ein weiterer wichtiger Unterstützer hinzu. „Beiden habe ich enorm viel zu verdanken“, schrieb Wunram in ihrem Abschieds-Post. „Genauso wichtig waren meine Familie, meine Freunde, meine Trainingsgruppen, meine Vereine, der Verband, die Bundeswehr und die Deutsche Sporthilfe. Ohne sie wäre mein Traum vielleicht nie wahr geworden. Dafür sage ich heute danke, danke, danke.“

Bei Bundestrainer Bernd Berkhahn weckt der Abschied auch besondere Gefühle: „Mir ihrer Akribie, ihrem Fleiß und einer maximalen Zielorientierung ist Finnia Wunram ein Vorbild für den deutschen Schwimmsport“, sagte der 50-Jährige. Mit ihren körperlichen Voraussetzungen war sie nämlich nicht prädestiniert für eine international so erfolgreiche Karriere, aber sie hat ihre Möglichkeiten trotzdem für eine herausragende Karriere genutzt. Berkhahn: „Finnia nutzte ihre besonderen technischen Fähigkeiten und arbeitete hart. Fast nie hat sie im Training gefehlt, nur wenn es wirklich überhaupt nicht mehr ging.“

Künftig will sich Finnia Wunram beruflich der Innenarchitektur und Raumgestaltung widmen, inzwischen ist sie zu ihrem Freund in die Nähe von Bremen umgezogen. Doch trotz dieser Distanz es ist ihr wichtig zu betonen: „Ich möchte mich weiterentwickeln. Trotzdem bleibe ich dem Sport auch künftig verbunden. Denn gerade Schwimmen, bei dem man viel mit sich alleine ist, körperlich und mental an seine Grenzen stößt, hat mich eines gelehrt: Du erreichst deine Ziele, wenn du an dich glaubst und du Leute hast, die dir vertrauen.“

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