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Deutschland bezwingt zum EM-Abschluss Malta und wird 13.
Deutschlands Wasserballer haben die Europameisterschaften in Split (CRO) mit zwei Siegen abgeschlossen. Am Dienstag setzte sich die Auswahl des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) in einem phasenweise hektischen und am Ende nickeligen Spiel um Platz 13 mit 14:11 gegen Malta durch.
Zum ersten Mal überhaupt trafen diese beiden Nationen bei einer EM-Endrunde aufeinander. Das DSV-Team hatte im ersten Viertel zunächst mehr vom Spiel und ging gleich dreimal in Führung, doch der Gegner glich stets wieder aus. Im zweiten Viertel lag Malta dann sogar erstmals mit 3:4 vorne, anschließend verhinderte Deutschlands Torhüter Moritz Schenkel in seinem 225. Länderspiel bei einer Zwei-gegen-eins-Kontersituation der Malteser einen möglichen Zwei-Tore-Rückstand. Mateo Cuk, Lukas Küppers und Mark Gansen brachten die DSV-Sieben stattdessen bis zur Halbzeit ihrerseits erstmals mit zwei Toren in Führung.
Doch Malta blieb dran und glich erneut aus, vor allem in Überzahl waren die Männer von der Mittelmeerinsel stets gefährlich. Die Malteser hatten schon mit dem Erreichen des Spiels um Platz 13 ein historisch gutes Ergebnis erzielt und nahmen diesen Schwung auch in das Duell mit der deutschen Mannschaft mit. Auf DSV-Seite übernahm jetzt Linkshänder Fynn Schütze Verantwortung und traf im dritten Viertel gleich dreimal - er war am Ende zusammen mit Lukas Küppers (ebenfalls drei Treffer) bester deutscher Torschütze. Mit 9:9 ging es in den Schlussabschnitt, wo Malta zunächst wieder in Führung ging. Dann sah auch noch Bundestrainer Petar Porobic Rot und musste auf die Tribüne, doch seine Spieler konnten die Partie in den letzten acht Minuten noch drehen und überstanden dabei sogar eine doppelte Überzahl der Malteser.
Kurz vor Schluss wurde es dann noch einmal hektisch: Maltas Dino Zammit leistete sich eine Tätlichkeit gegen Denis Strelezkij, doch als sich Maurice Jüngling zur Verteidigung des Teamkollegen einmischte, bekamen zunächst nur er und der Malteser Liam Galea die rote Karte. Nachdem Zammit kurz darauf erneut mit Strelezkij aneinandergeraten war, wurde dann aber auch er des Feldes verwiesen, ebenso wie der Deutsche. “Ich weiß nicht, was am Ende passiert ist, aber das kommt davon, wenn man Schiedsrichter einsetzt, die keine klare Struktur haben, dann versteht niemand die Entscheidungen in einem Spiel wie diesem", übte Kapitän Moritz Schenkel anschließend deutliche Kritik an den Offiziellen.
Deutsche Wasserballerinnen unterliegen Kroatien mit 8:15
Es war der erste Heimsieg der Kroatinnen bei diesen Europameisterschaften in Split (CRO), entsprechend groß war der Jubel bei den kroatischen Fans. Bei der deutschen Mannschaft herrschte nach der 8:15 Niederlage hingegen Enttäuschung vor. “Wir sind wirklich sehr traurig, dass wir das heute nicht geschafft haben, wir haben uns etwas ganz anderes vorgenommen. Wir wollten auf jeden Fall die Top-Acht erreichen, das haben wir heute leider nicht geschafft. Die kroatischen Mädels waren einfach am Anfang stark überlegen und wir konnten diese Differenz im Laufe des Spiels nicht mehr retten”, resümiert DSV-Kapitänin Gesa Deike (Wasserfreunde Spandau 04).
Als Bundestrainer Sven Schulz nach wenigen Minuten die erste Auszeit einberief, lagen die deutschen Wasserballerinnen bereits 1:5 im Rückstand gegen den EM-Zehnten von 2020. Doch auch anschließend konnte bis zum Ende des ersten Viertels neben Gesa Deike nur noch ihre jüngere Schwester Ira Deike (Wasserfreunde Spandau 04) einen Treffer erzielen. Für beide ist es bereits die vierte EM-Teilnahme.
Diesen enormen Vorsprung ließ sich Kroatien auch bis zum Ende des Spiels nicht mehr nehmen. Lediglich im dritten Abschnitt schaffte es die deutsche Mannschaft den Abstand nochmal bis auf fünf Tore zu reduzieren (7:12). Mit insgesamt vier Toren, zwei durch Aylin Fry (SV Bayer Uerdingen) und jeweils einem durch Belén Vosseberg (Wasserfreunde Spandau 04) und Darja Heinbichner (SV Bayer Uerdingen 08) konnte das deutsche Team dieses Viertel sogar für sich entscheiden.
An ein Einholen der Kroatinnen war jedoch nicht mehr zu denken, sie beendeten die Partie mit insgesamt sieben Zählern Vorsprung. Fünf der 15 Tore auf kroatischer Seite erzielten dabei Jelena Butic, Domina Butic und Ivana Butic, die sich an der Seite ihrer vierten Schwester Magdalena Butic vom heimischen Publikum feiern ließen. Beste Torschützin war die Kroatin Emmi Miljkovic mit sechs Toren.
“Herzlichen Glückwunsch an Kroatien für diesen Sieg und jetzt müssen wir schauen, was noch so in diesem Turnier geht”, resümierte Kapitänin Gesa Deike hinterher. Das nächste Spiel der Frauen steht bereits am Dienstag an, diesmal trifft das Team auf die Vizeweltmeisterinnen aus Ungarn (11:30 Uhr).
Zu starke Wellen: 25km-Rennen nach Runde zehn abgebrochen
Zuerst wurden die Freiwasserrennen in Lido di Ostia (ITA) am Tyrrhenischen Meer aufgrund der Bedingungen um zwei Tage verschoben, heute morgen um 10:00 Uhr gingen dann die 5km-Starter*innen ins Rennen. Das anschließend ab 13:00 Uhr gestartete 25km-Marathonrennen musste aufgrund immer stärker werdenden Seegangs nach zehn von 15 Runden jedoch ohne Wertung abgebrochen werden.
Einige Aktive hatten zu diesem Zeitpunkt bereits aufgegeben, andere wurden mit Booten und Jetskis zurück an Land gebracht oder kämpften sich nach und nach unter Applaus der Zuschauer*innen und Teams zurück an den Strand. Nichts hielt den Wellen stand, der Zieleinlauf und die Bojen waren nicht mehr zu erkennen und das Ponton mit den Anschlagtafeln auf dem offenen Meer machte den Eindruck, jede Sekunde auseinanderzubrechen. An weitere fünf Runden unter diesen Bedingungen war nicht zu denken.
Der deutsche Starter Andreas Waschburger (SSG Saar Max Ritter) empfing seinen ebenfalls erschöpften Teamkollegen Ben Langner (SC Magdeburg) nachdem er sich aus den Wellen an den Strand geschleppt hatte, doch zuerst herrschte Chaos über den endgültigen Rennausgang. “Am Ende war es sehr windig, man hat die Bojen gar nicht mehr gesehen, einmal habe ich mich verschwommen”, so Waschburger. “Jetzt ist Rennabbruch, aber niemand weiß genau, was passiert ist”, ergänzte Langner. Als letzte Schwimmerin insgesamt schaffte es dann auch Elea Linka (SG Stormarn Barsbüttel) gegen 17:38 Uhr aus dem Wasser, als der Sprecher verlauten ließ, dass alle Aktiven aus allen Nationen nun sicher wären.
Gemäß der Regularien müssen bei einem Rennabbruch mindestens 15 Kilometer der Strecke bereits geschwommen sein, um trotzdem eine Wertung vornehmen zu können. Das war zwar der Fall, allerdings war wohl versäumt worden, das vorzeitige Ende des Rennens ausreichend und an alle rechtzeitig zu kommunizieren. Ein fairer Ausgang war somit nicht möglich. “Wenn sich die Aktiven ein Jahr auf so eine Meisterschaft vorbereiten und dann kein Ergebnis ermöglicht wird, dann ist das mehr als ärgerlich und braucht auch eine Entschuldigung seitens der LEN”, sagte Bundestrainer Constantin Depmeyer. “Für unseren Sport ist so ein Tag leider als Rückschritt anzusehen.” Die offizielle Pressemitteilung der LEN enthielt dann tatsächlich eine Entschuldigung an alle Aktiven.
Deutsches Synchronpaar beendet die WM als bestes europäisches Team auf Platz vier
Als amtierende Europameisterinnen waren Tina Punzel (Dresdner SC 1898) und Lena Hentschel (Berliner TSC) in das WM-Finale im 3m-Synchronspringen gegangen, und diese Position als bestes europäisches Team konnten sie dort einmal mehr verteidigen. Die andere Medaille, die bronzene von den letztjährigen Olympischen Spielen in Tokio (JPN), konnten sie in Budapest (HUN) indes nicht wiederholen.
Mit 282,99 Punkten kamen Punzel und Hentschel am Ende auf Platz vier, wobei sie sich im letzten Durchgang noch an den Teams aus Malaysia und Kanada vorbeischieben konnten. Gold ging an die erneut überragenden Chinesinnen Yiwen Chen und Yani Chang (343,14), dahinter komplettierten Japan (303,00) und Australien (294,12) das Podium. Für China war es im zwölften Wettbewerb im Wasserspringen bei diesen Weltmeisterschaften bereits der zwölfte Titel.
Es war ein solider Auftritt des deutschen Synchronpaares. Jedoch spritzte es bei mehreren Sprüngen beim Eintauchen etwas zu stark, und so lag die Punktzahl am Ende nur knapp über der aus dem Vorkampf. “Unsere Wünsche sind leider nicht in Erfüllung gegangen. Die Pflicht war einfach zu schwach, da haben sie ein paar Defizite gehabt, besonders in der Eintauchphase. Da haben wir leider Punkte liegen lassen”, sagte Chef-Bundestrainer Lutz Buschkow. “Bei der Kür sind sie dann eigentlich erst richtig in den Wettkampf gekommen. Mit der richtigen Pflicht und dem ersten gelungenen Kürsprung wäre sicher auch eine Medaille drin gewesen. Aber die Mädels werden bei der EM nochmal die Chance haben, ihre Leistung zu zeigen.”
Insgesamt erzielte die DSV-Wasserspringer*innen bei dieser WM elf Finalplatzierungen (vier im Einzel, sieben in den Synchron- und Mixed-Disziplinen) und konnten damit das Ergebnis der vergangenen Titelkämpfe 2019 in Gwangju (KOR) jeweils verbessern, wo es vor drei Jahren acht Finalplatzierungen gegeben hatte (drei im Einzel, fünf im Synchron bzw. Mixed). Rechnet man Moritz Wesemann (SV Neptun Aachen) noch hinzu, der sich vom 3m-Brett ebenfalls fürs Finale qualifiziert hatte, nach einem positiven Corona-Befund dann aber nicht antreten konnte, waren es diesmal sogar zwölf Finalplätze. “Die Tendenz von 2019 zu 2022 ist gut”, bilanzierte Buschkow. Auch nach den Rücktritten der beiden langjährigen Leistungsträger Patrick Hausding und Martin Wolfram mischt Deutschland im Wasserspringen in der Weltspitze mit. Die einzige Medaille in Budapest hatten direkt am ersten Tag der Sprungwettbewerbe Timo Barthel (SV Halle) und Lars Rüdiger (Berliner TSC) im 3m-Synchronspringen gewonnen.
Turmspringer Timo Barthel kämpft sich bei der WM ins Halbfinale
Noch vor wenigen Wochen war sich Wasserspringer Timo Barthel (SV Halle) nicht sicher, ob er bei der WM in Budapest (HUN) überhaupt im Turmspringen würde antreten können. Im April hatte er sich am Handgelenk verletzt und konnte danach zeitweise nur noch fußwärts eintauchen, insbesondere auf die hohen Belastungen vom Turm aus zehn Metern musste er danach erst einmal verzichten. Mittlerweile ist der EM-Vierte von 2021 aber soweit wieder fit und steht bei den Weltmeisterschaften nun zumindest schon einmal im Halbfinale.
Mit 365,30 Punkten schaffte der 26-Jährige jedoch nur knapp den Sprung in die nächste Runde. Allerdings musste Barthel bis zur letzten Runde bangen, denn nur die besten 18 Springer lösten das Ticket fürs Halbfinale. Nach dem vierten Durchgang war der Hallenser zwischenzeitig sogar aus den Top 18 herausgerutscht, gab im fünften Versuch beim Auerbachsalto aber direkt die passende Antwort und darf nun am Nachmittag (16:00 Uhr) noch einmal ran. Für das Finale müsste er dort sicher noch einige Punkte drauflegen, doch die Qualität dazu hat der Weltcup-Vierte des Vorjahres allemal. „Timo hat noch deutlich Luft nach oben. Er hat mehrere Schusseligkeitsfehler gemacht beim Delfinsalto und beim Rückwärtssalto. Ich hoffe, dass er heute Nachmittag wacher ist und das realisiert“, sagte Chef-Bundestrainer Lutz Buschkow.
Der zweite deutsche Starter Jaden Eikermann (SV Neptun Aachen) hat den Sprung ins Halbfinale als 27. mit 325,20 Punkten indes verpasst. „Jaden hat leider zwei große Fehler gemacht beim Auerbach und bei der Rückwärtsschraube, und die werden in so einem Feld nicht verziehen“, sagte Buschkow. Der Aachener ist mit 17 Jahren jedoch der Jüngste im gesamten DSV-Team und wird in den kommenden Jahren noch viele Gelegenheiten bekommen, sein Können unter Beweis zu stellen. Beste Springer im Vorkampf waren die beiden Chinesen Jian Yang und Hao Yang mit 495,65 bzw. 468,20 Punkten.
Hentschel und Punzel gemeinsam im WM-Finale
Zusammen holten sie im vergangenen Jahr Olympiabronze und EM-Gold im 3m-Synchronspringen, bei den Weltmeisterschaften in Budapest (HUN) ist nun vielleicht auch im Einzelwettbewerb Edelmetall möglich. Mit Lena Hentschel (Berliner TSC) und Tina Punzel (Dresdner SC 1898) haben jedenfalls erstmals seit 1994 in Rom (ITA) wieder zwei deutsche Wasserspringerinnen das WM-Finale vom 3m-Brett erreicht.
Die 21-jährige Hentschel belegte im Halbfinale mit 297,60 Punkten Platz fünf, die 26-jährige Punzel rangierte mit 285,00 Punkten auf Rang acht, im Vorkampf hatten sie noch Rang zwölf bzw. sieben gelegen. Beste Springerinnen am Freitag waren mit Abstand die beiden Chinesinnen Yiwen Chen (356,45) und Yani Chang (345,80). Zum Bronzerang fehlten Hentschel aber nur gut sechs Punkte.
“Ich bin total zufrieden, dass ich mich als eine von wenigen noch einmal steigern konnte und freue mich auf mein erstes Einzelfinale bei einer WM”, sagte Hentschel. “Im ersten Durchgang war der Rückwärtssprung noch etwas holprig, aber das war für mich dann auch der Anstoß, so richtig Gas zu geben. Ich habe mich danach von Sprung zu Sprung gesteigert und das abgerufen, was ich trainiert hatte in den letzten Wochen.”
Auch Punzel war durchaus zufrieden. “Ich freue mich, dass wir es beide geschafft haben, uns fürs Finale zu qualifizieren. Ich denke, das wird wird cool morgen und da freue ich mich jetzt drauf”, sagte die Europameisterin, die in der WM-Vorbereitung von einer Erkältung etwas ausgebremst worden war. “Es war ein langer Tag und da zählt erst einmal durchzukommen, und das habe ich solide geschafft – jeweils mit einem kleineren Patzer, daher ist für morgen auch noch was drin.”
“Das ist ein tolles Ergebnis, das uns stolz macht. Aber beide haben auch durchaus noch Reserven”, sagte Chef-Bundestrainer Lutz Buschkow. “Ein Fehler weniger im Finale, dann ist hinter den beiden Chinesinnen alles möglich.” Und vielleicht ist die WM 1994 ja dabei ein gutes Omen: Damals gewann Claudia Bockner Bronze und Simona Koch wurde Sechste. Das Finale findet am Samstagabend (19:00 Uhr) statt.
Timo Barthel und Lars Rüdiger vom 1m-Brett auf den Plätzen 20 und 21
Das Finale vom 1m-Brett findet bei der Weltmeisterschaft in Budapest (HUN) ohne deutsche Beteiligung statt. Timo Barthel (SV Halle) als 20. mit 329,15 Punkten und Lars Rüdiger (Berliner TSC) direkt dahinter als 21. mit 327,85 verpassten am Donnerstag den Sprung in die Entscheidung am Abend. In der nicht-olympischen Disziplin gibt es anders als vom 3m-Brett und vom Turm kein Halbfinale, sondern direkt ein Finale, für das sich nur die besten zwölf Springer des Vorkampfs qualifizieren. Die stärkste Leistung zeigten dort der Italiener Giovanni Tocci (396,15) sowie die beiden Chinesen Zongyuan Wang (380,95) und Jiuyuan Zhang (375,75).
Ursprünglich sollte neben Timo Barthel in dieser Disziplin Moritz Wesemann (SV Halle) antreten, der nach einem positiven Corona-Test jedoch wie zuvor schon für das Finale vom 3m-Brett erneut passen musste. “Mit seiner Wettkampfserie hätte er hier einen guten Eindruck hinterlassen”, war sich Chef-Bundestrainer Lutz Buschkow sicher und kündigte bereits an: “Wir werden das bei der EM nachholen.”
So kam Lars Rudiger unverhofft zu seinem zweiten WM-Start. “Ja, es war echt ganz schön kurzfristig”, meinte er. Erst am Vortag gegen 17:00 Uhr habe ihn Lutz Buschkow das erste Mal gefragt, ob er bereit wäre, im 1m-Wettbewerb zu springen, “und natürlich habe ich dann gesagt, klar, das mache ich.” Mit seinem Wettkampf war der 26-Jährige insgesamt zufrieden: “Die ersten zwei drei Sprünge waren echt voll gut. Der Rückwärtssprung ist eben so ein bisschen eine Schwachstelle von mir, den trainiere ich auch nicht so häufig. Vorwärts wollte ich dann nicht wieder so ängstlich sein und habe dann etwas auf Risiko gemacht, aber er ging ein bisschen drüber. Und dann war eigentlich die Chance so ein bisschen vertan. Im Großen und Ganzen bin ich aber zufrieden mit der Leistung.”
Wassen-Schwestern als Dritte des Vorkampfs aussichtsreich im Rennen
Sie sind das erfolgreichste Schwesternpaar im deutschen Wasserspringen. Zusammen angetreten waren Christina Wassen und Elena Wassen (beide Berliner TSC) im Turm-Synchronspringen allerdings schon längere Zeit nicht mehr - auf internationaler Bühne war das zuletzt vor fünf Jahren bei der WM 2017 in Budapest (HUN) der Fall. Bei den laufenden Weltmeisterschaften gab es nun unverhofft eine Neuauflage, die im Turm-Synchron-Vorkampf schon einmal sehr vielversprechend aussah. Mit 281,88 Punkten kamen die Geschwister auf Platz drei und ganz nah an ihre gemeinsame Bestleistung (285,93) heran. Vor ihnen lagen am Vormittag lediglich die Paare aus China (352,08) und den USA (296,28). Insgesamt waren nur neun Teams am Start, die damit alle bei der Entscheidung am Nachmittag (17:00 Uhr) noch einmal springen dürfen.
“Mit dem Vorkampf sind wir sehr, sehr zufrieden. Dafür, dass wir jetzt nur zwei Wochen zusammen trainiert haben, lief das schon sehr gut. Wir hoffen, dass es jetzt im Finale so ähnlich läuft mit unseren Sprüngen, und dann werden wir sehen, wofür es am Ende reicht”, sagte Elena Wassen, mit 21 Jahren die Jüngere der beiden (Christina ist 23).
Ursprünglich hätte Christina Wassen zusammen mit Tina Punzel (Dresdner SC 1898) vom Turm springen sollen - das Paar war im vergangenen Jahr als Weltcup-Dritte, EM-Vierte und Olympia-Fünfte sehr erfolgreich. Die Dresdnerin war in der Vorbereitung jedoch erkältet und soll sich nun auf die Wettbewerbe vom 3m-Brett konzentrieren. “Tina hatte Trainingsrückstand und sah jetzt im Trainingsprozess nicht so belastbar aus, deshalb haben wir uns dazu entschieden, das Experiment zu wagen und die Wassens zusammen springen zu lassen. Sie haben beide eine gleiche technische Ausbildung, sind groß gewachsen, können gut tauchen. Da bekommen sie in der Pflicht natürlich auch schöne Punkte”, erklärte Chef-Bundestrainer Lutz Buschkow. Mit dem ersten Auftritt war er schon einmal sehr glücklich: “Die Vorkampfleistung war sehr schön, und wenn ihnen dann gelingt, das heute Nachmittag nochmal umzusetzen und ein paar kleine Fehler auszubessern, dann bin ich schon sehr zufrieden. Wenn wir da zwischen Platz drei und sechs rausgehen, würde ich mich tierisch freuen.”
Anna Elendt kratzt im WM-Vorlauf an ihrem deutschen Rekord
In ihrem Gepäck für die WM hat Anna Elendt (SG Frankfurt) auch einen Glücksbringer dabei, eine kleine Robbe aus einem Überraschungsei. Elegant und schnell wie diese glitt sie auch im Vorlauf über 50m Brust wieder durchs Budapester Becken, in 30,12 Sekunden blieb sie sogar nur zwei Hundertstel über ihrem eigenen deutschen Rekord (30,10), den sie erst in diesem Frühjahr aufgestellt hatte. Als Zweite ihres Laufs und Gesamt-Vierte zog sie damit souverän ins Halbfinale ein.
“Das war ganz gut. Ich hatte nicht erwartet, dass ich morgens schon so schnell bin, und freue ich mich auf jeden Fall”, sagte die 20-Jährige. Denn: “Ich bin eigentlich morgens eher der müdere Typ. Ich habe auf jeden Fall erstmal einen Kaffee gebraucht, um richtig wach zu werden.”
Bereits bei den vergangenen Weltmeisterschaften 2019 in Gwangju (KOR) war die Frankfurterin im Brustsprint ins Finale geschwommen und dort Siebte geworden, ähnliches scheint auch dieses Mal wieder möglich. Auf den 100m Brust hatte Elendt am Montag sogar die Silbermedaille gewonnen. “Anna macht hier einen super Eindruck. Sie ist ein Wettkampftyp. Je größer die Belastung wird, je größer der Stress wird, umso besser performt sie”, hatte Bundestrainer Bernd Berkhahn in diesen Tagen gelobt. Mit Blick auf die 50m-Strecke bleibt Elendt dennoch zurückhaltend. “Ich weiß noch nicht, was über 50 Meter für mich drin ist. Die Strecke ist immer so eng, das sieht man ja jetzt auch schon bei den Ergebnissen eben. Ich meine, 30,1 ist wirklich schnell und ich bin jetzt damit ,nur’ Vierte, also mal schauen. Es muss halt alles passen. Wenn nur der Anschlag nicht passt oder der Startsprung, dann kann man auch schnell mal raus sein.”
Schnellste am Vormittag war die Südafrikanerin Lara van Niekerk mit 29,77, dagegen tat sich die zweifache Weltmeisterin Lilly King (USA) erneut schwer und kam mit 30,70 lediglich auf Rang neun. Die Halbfinals finden am Abend statt, das Finale am Samstag. Am Sonntag wird Anna Elendt dann auch noch bei den Deutschen Meisterschaften im Rahmen von “DIE FINALS - Berlin 2022” schwimmen, dort dann allerdings über 200m Brust. Karten fu?r den nationalen Saisonhöhepunkt gibt es online u?ber den offiziellen DM-Ticketshop.
DSV-Team hält im Testspiel gegen den Olympiasechsten USA gut mit
Die Bedingungen beim Testländerspiel der deutschen Wasserballer gegen die USA waren wenig einladend, nahezu während der gesamten Partie im Duisburger Freibad regnete es mal mehr und mal weniger heftig. Auch der Gegner erwies sich am Mittwochabend als äußerst unangenehm, was in Vorbereitung auf die bevorstehenden Weltmeisterschaften in Budapest (HUN/18. Juni – 03. Juli) von Bundestrainer Peter Porobic jedoch durchaus so gewollt gewesen war, schließlich warten auch dort mit Japan, Kroatien und Griechenland durchweg anspruchsvolle Gegner auf das DSV-Team.
Das Spiel am Mittwoch zeigte, dass sich die deutsche Mannschaft an guten Tagen vor den Großen der Szene nicht verstecken muss. Zwar ging das Duell mit den Amerikanern, die aktuell zum gemeinsamen Training in Duisburg gastieren, letztlich mit 10:12 verloren, doch die Gäste waren im vergangenen Jahr immerhin auch Olympiasechster von Tokio (JPN). Trotzdem waren es im ersten Viertel zunächst die Gastgeber, die durch Tore von Fynn Schütze und Denis Strelezkij zweimal führten. Mit 3:3 ging es in die erste Pause, bevor sich im zweiten Abschnitt das Blatt wendete und nun die Amerikaner jeweils vorlegten. Zweimal konnte Deutschland durch Jan Rotermund direkt ausgleichen, der mit insgesamt drei Treffern am Ende auch bester Torschütze wurde, doch dann zog das US-Team erstmals auf zwei Tore davon. Erneut Schütze konnte aber noch vor der Halbzeit wieder auf 6:7 verkürzen.
Direkt nach Wiederanpfiff gelang den Deutschen durch Zoran Bozic der schnelle Ausgleich. Anderthalb Minuten vor Ablauf des dritten Viertels brachte Jan Rotermund seine Mannschaft mit seinem dritten Treffer dann sogar ein letztes Mal an diesem Abend in Führung und ließ das Publikum von einem Sieg gegen den Weltliga-Zweiten des vergangenen Jahres träumen. Doch die USA schlugen noch einmal zurück und erzielten drei Treffer in Folge zur erneuten Zwei-Tore-Führung, die Lukas Küppers per Fünfmeter-Strafwurf nur noch halbieren konnte, ehe die Amerikaner knapp vier Minuten vor Schluss mit dem Tor zum 10:12 dann endgültig alles klar machten.
