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Olympiasieger Wellbrock nimmt Rivale Romanchuk in seine Trainingsgruppe auf
Im Höhentrainingslager in der Sierra Nevada (ESP) hat Freiwasser-Olympiasieger Florian Wellbrock neuerdings namhaften Zuwachs in seiner Trainingsgruppe bekommen. Denn seit einigen Tagen schwimmt dort auch Mykhailo Romanchuk mit. Der Ukrainer war bei den Olympischen Spielen in Tokio Zweiter über 1500m Freistil vor Wellbrock geworden, doch die sportliche Rivalität ist derzeit nicht das Thema für ihn. Nach dem kriegerischen Angriff auf seine Heimat hat Romanchuk ganz andere Sorgen.
In einem am Mittwoch ausgestrahlten ARD-Bericht zeigt er Handyvideos von der zerstörten Schwimmhalle, in der jetzt eigentlich die Landesmeisterschaften stattfinden sollten. Doch stattdessen herrscht dort nun Krieg und totale Verwüstung. Auf Wunsch der Nationalen Olympischen Komitees und des Schwimmverbandes sollte der Schwimmer das Land dann verlassen, um es auch in der kommenden Zeit international repräsentieren zu können, Familie und Freunde blieben aber zurück. Florian Wellbrock und seine Frau Sarah Wellbrock boten Hilfe an und organisierten dann auch die Aufnahme in ihrem Umfeld.
„Wir würden ihn jetzt einfach in die Gruppe aufnehmen, ihm Halt geben, ein soziales Umfeld anbieten und natürlich das, was er liebt, das Schwimmen, dass er das weiter verfolgen kann. Vielleicht lenkt ihn das ein bisschen ab“, sagte Bundestrainer Bernd Berkhahn am ARD-Mikrofon. Nach der Rückkreise aus Spanien in der nächsten Woche wird Romanchuk dann also auch in Magdeburg weiter mit den Topstars des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) mittrainieren und so versuchen, sich für die EM in Rom (11. – 21. August) vorzubereiten. Die WM in Budapest (18. Juni – 03. Juli) ist auch wegen des zuletzt entstandenen Trainingsrückstands demnach wohl noch kein Thema.
„Ich denke die ganze Zeit an die Ukraine, an meine Frau, an meine Familie, meine Freunde. Ich kann nicht normal ans Training denken. Es ist schwer“, sagte Romanchuk in der ARD. Er zeigte sich aber sehr dankbar für die Aufnahme bei den deutschen Sportfreund*innen. „Wenn ich nicht hergekommen wäre, hätte ich wohl meine Schwimmkarriere beendet. Dann hätte ich eine Waffe bekommen und in den Krieg ziehen müssen.“ Die Farben seines Landes auf der weltweit vielbeachteten Sportbühne hochzuhalten, ist aber auch ein wichtiger Auftrag in dieser schweren Zeit.
Erster Heimauftritt der DSV-Wasserballer seit zwei Jahren endet ohne Sieg
Als das Spiel zu Ende war, bedankten sich die deutschen Wasserballer bei ihren Fans für die Unterstützung. Einen Sieg bekam das Hamburger Publikum am Dienstag zwar nicht geboten – die Partie in der Weltliga gegen Frankreich endete mit 16:11 für die Equipe Tricolore. Dennoch bedeutete das erste Länderspiel vor Zuschauer*innen seit ziemlich genau zwei Jahren eine weitere Rückkehr zur Normalität. Kurioserweise hatte auch schon das letzte Länderspiel in Deutschland vor dem Ausbruch der Coronavirus-Pandemie im März 2020 in Hamburg stattgefunden, so dass sich für das DSV-Team mit dem Auftritt in der Schwimmhalle Inselpark gewissermaßen ein Kreis schloss. Damals wie heute sorgte der Hamburger Schwimmverband für eine ausgezeichnete Organisation des Events.
Dabei begann die DSV-Auswahl durchaus schwungvoll. Marko Stamm, der in Abwesenheit von Moritz Schenkel diesmal als Kapitän fungierte, nutzte gleich die erste Überzahl zum ersten deutschen Treffer, anschließend brachte Marin Restovic sein Team sogar mit 2:1 in Führung. Nach dem ersten Viertel war beim Stand von 2:2 noch alles drin, doch in der Folge war die deutsche Mannschaft gerade in Überzahl oft nicht effektiv genug. Nur drei von sieben Angriffsversuchen bei personeller Überlegenheit führten in der ersten Halbzeit zu Toren. Die Franzosen dagegen nutzten im zweiten Viertel sämtliche drei Überzahlspiele und führten zur Pause entsprechend mit 7:4.
Auch in der zweiten Halbzeit war der Olympiagastgeber von 2024, der auch schon das erste Gruppenspiel gegen Vizeweltmeister Spanien mit 14:11 gewonnen hatte, zunächst effizienter und konnte seine Führung bis zum Ende des dritten Viertels auf sechs Tore ausbauen (13:7). Doch Deutschland gab nicht auf und hatte im Schlussabschnitt noch einige schöne Aktionen vor allem durch Denis Strelezkij. Mit drei Treffern war er am Ende bester Torschütze auf DSV-Seite und sorgte dafür, dass die Gastgeber zumindest dieses Viertel für sich entscheiden und das Ergebnis somit noch etwas freundlicher gestalten konnten. Bundestrainer Petar Porobic hatte ohnehin schon im Vorfeld der Weltliga betont, dass die Spiele in diesem Wettbewerb nur eine Zwischenetappe darstellten auf dem Weg zu den Weltmeisterschaften im Juni in Budapest (HUN) und zur EM Ende August in Split (CRO).
Frankreich sicherte sich durch den Sieg auch den Gruppensieg und fährt damit ebenso wie Spanien zum Europafinale der Weltliga, das Ende April stattfinden soll. Die Spanier hatten vergangene Woche mit 16:7 gegen Deutschland gewonnen.
Timo Barthel und Saskia Oettinghaus mit den dritten Goldmedaillen bei der DHM
Vor den Deutschen Hallenmeisterschaften in Rostock hatten die Hallenser Wasserspringer Timo Barthel und Moritz Wesemann gemeinsam mit ihrem Trainer Norman Becker einen Pakt geschworen. Ziel war, alle Wettbewerbe, in denen sie antreten, auch zu gewinnen und damit sämtliche Titel nach Halle zu holen. Das ist ihnen tatsächlich gelungen: Denn nach Wesemanns Sieg vom 1m-Brett und den Erfolgen von Barthel vom 3m-Brett und im Turmspringen gewann dieser am Sonntag auch noch im 3m-Synchronspringen an der Seite von Lars Rüdiger (Berliner TSC) mit 400,83 Punkten. Wesemann und sein Partner Alexander Lube (SV Neptun Aachen) belegten dahinter mit 366,75 Punkten Platz zwei, Dritte wurden Lou Massenberg und Patrick Kreisel (beide Berliner TSC/366,18).
„Mit einer guten Leistung sind sie hier Deutscher Meister geworden, auch wenn sie noch den einen oder anderen Fehler etwa beim 4,5-fachen Vorwärtssalto oder beim 3,5-fachen Auerbachsalto mit drin hatten“, bewertete Chef-Bundestrainer Lutz Buschkow den Auftritt von Barthel und Rüdiger. „Da sieht man, dass noch mehr gemeinsames Training notwendig ist, um die Wettkampfserie stabiler hinzubekommen.“ Lars Rüdiger war im Vorjahr noch mit Patrick Hausding (Berliner TSC) gesprungen, bei den Olympischen Spielen in Tokio (JPN) gewann das Duo die Bronzemedaille. Hausding fehlte in Rostock allerdings ebenso wie einige andere etablierte Athlet*innen.
Dazu zählten zum Beispiel auch Tina Punzel (Dresdner SC 1898) und Lena Hentschel (Berliner TSC). In Abwesenheit der Titelverteidigerinnen gingen die Goldmedaillen im 3m-Synchronspringen der Frauen deshalb an Saskia Oettinghaus (Dresdner SC 1898) und Jana Lisa Rother (Berliner TSC), die als einziges Paar gemeldet hatten. Mit 292,59 Punkten erzielten sie aber auch eine gute Leistung und erfüllten damit die Norm für die Universiade vom 26. Juni – 07. Juli in Chengdu (CHN).
Im Mixed-Synchronspringen vom 3m-Brett holte Saskia Oettinghaus anschließend noch ihren zweiten Titel des Tages (und dritten insgesamt bei diesen Hallenmeisterschaften). Sie und Alexander Lube setzten sich mit 282,48 Punkten vor Christel Honeck und Jannik Gimmer (beide Mainzer SV/201,90) durch.
Levelpässe für das Synchronschwimmen können ab sofort bestellt werden
Seesterne sind nicht nur wunderschön anzuschauen. Mit ihren Füßchen und Saugnäpfen können sie sich im Wasser auch äußerst geschickt bewegen. Kein Wunder also, dass die filigranen Meerestiere als Namensgeber für die ersten sechs Stufen des neuen Level-Systems dienen, mit dem in der Abteilung Synchronschwimmen einheitliche Standards in der Ausbildung erreicht werden sollen.
Insgesamt gibt es zwölf Leistungsstufen. Bei jeder Stufe werden den Aktiven mehrere Übungen abgefordert, sowohl im Wasser als auch an Land; zudem werden bei den unteren Leveln auch theoretische Kenntnisse abgefragt. „Das sind bestimmte schwimmerische Leistungen, die es einfach braucht, um entsprechend voranzukommen“, erläuterte Abteilungsleiter Udo Lehmann in der aktuellen Ausgabe des DSV-Verbandsmagazins „Swim & More“, wobei die Anforderungen immer weiter steigen.
Das System bietet Vorteile sowohl für die Sportler*innen als auch für die Heim- und Bundestrainer*innen. Aufseiten der Aktiven befeuert der Levelpass die Motivation; für die Coaches wiederum bietet das Level-System die Möglichkeit, sich einen schnellen Überblick über die Kenntnisse und Fähigkeiten ihrer Schützlinge zu verschaffen. Sämtliche Fortschritte werden im sogenannten Levelpass dokumentiert. „So haben die Kinder auch etwas in der Hand und können stolz vorzeigen, was sie schon alles beherrschen“, erklärte Udo Lehmann.
Ab sofort kann der Levelpass bestellt werden. Die Bestellung kann per E-Mail, postalisch oder telefonisch erfolgen unter:
Deutscher Schwimm-Verband e.V.
Abteilung Wettkampfsport Synchronschwimmen
Frau Simone Stensen
Korbacher Str. 93
34123 Kassel
E-Mail: stensen@dsv.de
Telefon: 0561 940 83-14 (Montag bis Donnerstag 08.30 Uhr bis 13.30 Uhr)
Für die Bestellung sind folgende Angaben erforderlich:
- Name des Bestellers: Verein/Trainer*in (Ansprechpartner*in)
- Anzahl der Pässe
- Lieferadresse
- Beleg der Bezahlung
Die Kosten für den Levelpass belaufen sich auf zwei Euro pro Exemplar. Die Gesamtsumme der Bestellung ist auf folgendes Konto zu überweisen:
Deutscher Schwimm-Verband e.V.
IBAN: DE54 5205 0353 0002 0650 69
Kasseler Sparkasse (BIC/SWIFT: HELADEF1KAS)
Bei der Zahlung müssen das Stichwort „Levelpass“ und der bestellende Verein angegeben werden. Nach Eingang der Gebühr wird der Pass ausgeliefert.
Ebenfalls in der Geschäftsstelle ist eine Urkunde zur Bestätigung der Teilnahme am Level-System erhältlich. Diese wird kostenfrei in Papierform versandt.
Jahrgänge für die JWM in Kazan stehen fest
In den Nominierungsrichtlinien des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) für die Schwimm-Weltmeisterschaften der Junior*innen fehlte bislang noch ein entscheidendes Detail. Nämlich der Hinweis, wer überhaupt bei der JWM startberechtigt ist. Das lag vor allem daran, dass der Weltschwimmverband FINA bislang noch nicht kundgetan hatte, für welche Jahrgänge die Titelkämpfe vom 22. – 28. August in Kazan (RUS) ausgeschrieben werden.
In dieser Woche verkündete die FINA nun, dass bei den Mädchen die 14- bis 17-Jährigen (Jahrgänge 2005 bis 2008) und bei den Jungen die 15- bis 18-Jährigen (Jahrgänge 2004 bis 2007) in Kazan an den Start gehen dürfen. Nachdem die JWM im vergangenen Jahr wegen der Coronavirus-Pandemie ausgefallen war, wurde die Startberechtigung dennoch nicht auf den Jahrgang 2004 der Mädchen beziehungsweise 2003 der Jungen erweitert. Diejenigen, die letzten Jahr noch einmal bei den Junior*innen hätten starten können, nun aber dafür zu alt sind, bekommen also keine zusätzliche Chance.
Beim DSV betrifft das zu Beispiel den Dortmunder Cedric Büssing, der bei den Nachwuchs-Europameisterschaften 2021 Gold über 400m Lagen gewonnen hatte und sich bestimmt auch für die JWM einiges ausgerechnet hätte. Auch Brustspezialistin Nele Schulze (TSB Flensburg) wäre dafür eine Kandidatin gewesen. „Für diese Sportler*innen wäre eine Weltmeisterschaft sicher noch einmal ein schönes Highlight zum Abschluss ihrer Junior*innenzeit gewesen. Andererseits geht der Fokus bei ihnen auch eher schon auf andere Wettkämpfe wie die EM der Erwachsenen“, sagt der Carsten Gooßes, DSV-Bundestrainer Nachwuchs. Er kann die Entscheidung der FINA deshalb nachvollziehen. „Wichtig war, dass wir die Informationen frühzeitig erhalten, damit alle Beteiligten Planungssicherheit haben.“ Die DSV-Nominierungskriterien sollen demnächst entsprechend konkretisiert werden.
Die Qualifikation für die JWM läuft in jedem Fall über die Europameisterschaften der Junior*innen, die vom 05. – 10. Juli in Otopeni (ROM) stattfinden. Athlet*innen, die bei den JEM 2022 eine Platzierung unter den ersten Vier in einer olympischen Einzeldisziplin erreichen, können danach für die JWM nominiert werden. Für die JEM hat Europas Dachverband LEN die Jahrgänge zwar bislang noch nicht bestätigt. „Wir gehen aber davon aus, dass es die gleichen sind wie bei der Weltmeisterschaft“, sagt Carsten Gooßes.
DSV-Team erkämpft Bronze beim Auftakt in Abu Dhabi
Das große Aquatics Festival am Persischen Golf hat für die Mannschaft des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) erfolgreich begonnen. Beim Finale der FINA Marathon Swim World Series erkämpften Leonie Beck, Jeannette Spiwoks, Oliver Klemet und Florian Wellbrock beim Freiwasser-Teamevent über 4x1,5 Kilometer in 1:07:29,00 Stunden den dritten Platz hinter Italien (1:06:49,10) und Ungarn (1:06:51,70). „Diese Bronzemedaille ist ein ordentlicher Auftakt und wird sicher der gesamten Mannschaft Schwung geben“, lobte Bundestrainer Bernd Berkhahn. Am Donnerstag stehen dann bereits beide Einzelrennen über 10km (Männer 05:00 Uhr, Frauen 08:00 Uhr, jeweils live auf Youtube) an, in der Etihad Arena beginnen zudem die Kurzbahn-Weltmeisterschaften (Vorläufe 06:30 Uhr, Finals 15:00 Uhr, jeweils live auf aquatics.eurovisionsports.tv). Bei idealen Bedingungen mit jeweils 25 Grad in Luft und Wasser hatte Leonie Beck einen guten Starteinsatz hingelegt: Obwohl einige andere Teams Männer an die erste Position gesetzt hatten, hielt die Olympiafünfte das Tempo an der Spitze mit und übergab auch ohne optimale Orientierung auf der Zielgeraden auf Rang vier. „Ich bin schon öfter als Staffelstarterin gegen Männer angetreten, und ich finde das auch cool. Diesmal war aber ein richtiger Muskelprotz neben mir, durch die Verdrängung wurde mir das Wasser dabei dann abgegraben wie noch nie. Man kann sich dann auch beim Endspurt nicht mehr so recht lösen“, erzählte Beck. „Trotzdem lässt mich diese Medaille nun sehr optimistisch ins Einzelrennen gehen.“
Jeannette Spiwoks musste anschließend zwar einige Kontrahent*innen ziehen lassen und übergab dann als Siebte an Oliver Klemet, dieser konnte die verlorenen drei Plätze aber umgehend wieder gutmachen. Olympiasieger Florian Wellbrock kämpfte sich nach dem Wechsel sehr schnell an den USA vorbei auf den dritten Platz, auf die führenden Schlussschwimmer Gregorio Paltrinieri (ITA) und Kristof Razovsky (HUN) war der Abstand aber schon uneinholbar groß. „Gegen so gute Leute sind 30 Sekunden auf dieser kurzen Distanz nicht aufzuholen, deswegen gab es von mir keinen großen Angriff mehr“, sagte Wellbrock. „Wir können insgesamt zufrieden sein mit dem dritten Platz, mehr war heute nicht drin. Jetzt gilt es, gut zu regenerieren, damit wir morgen alle wieder fit sind.“ >> Alle Ergebnisse im Überblick
Florian Wellbrock geht trotz gutem EM-Start auf Nummer sicher
Der Start bei den Kurzbahn-Europameisterschaften in Kazan (RUS) ist Florian Wellbrock gut gelungen, und doch geht der Olympiasieger auf Nummer sicher. Im Vorlauf über 400m Freistil kraulte der 24-Jährige in 3:41,09 Minuten nur zwei Zehntel über seiner Bestzeit, verzichtet aber trotz Platz vier auf den Start im Finalabschnitt am Nachmittag. Der Grund dafür: Schon am Mittwochvormittag steht dann der Vorlauf über sein Hauptrennen über 1500m Freistil an, dafür will er nun lieber seine Körner schonen. Denn die Erholungszeit ist knapp und der Trainingszustand so kurz nach der Olympiapause noch nicht wieder auf Topniveau.
>> Alle EM-Ergebnisse im Überblick
„Florian verzichtet wegen der 1500m Freistil. Das war nicht so geplant“, räumte Bundestrainer Bernd Berkhahnein. Grund für Pessimismus sieht der Coach deswegen allerdings nicht: „Wir sind sehr zufrieden mit der Zeit und der Einteilung des Rennens.“ Wellbrock selber formulierte es ähnlich: „Über die 400m Freistil konnte ich im Vorlauf eine persönliche Saison-Bestleistung abrufen. Da ich mich aber auf die 1.500m fokussieren möchte und weiß, dass ich mich im Finale über die 400m nicht mehr steigern werde, habe ich das Finale abgesagt“, sagte er.
Ins morgige Finale schwamm sich zudem Wellbrocks Magdeburger Vereinskollegin Isabel Gose, im Vorlauf über 800m Freistil erreichte die 19-Jährige in 8:16,92 Minuten die drittschnellste Zeit. In den Endlauf über 50m Rücken kämpfte sich als Siebter (23,38 Sekunden) auch Ole Braunschweig. Für Nele Schulze, die vergangene Woche bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften in Berlin von sich reden machte, ist es die erste internationale Meisterschaft in der offenen Klasse. Im Vorlauf über 100m Brust (1:07,55 Minuten) schied sie als 28. nicht unerwartet aus. Sie möchte in Kazan hauptsächlich Erfahrungen sammeln.
Die Ergebnisse des DSV-Teams am Dienstag:
400m Lagen Frauen:
13. Zoe Vogelmann - 4:39,12
14. Giulia Goerigk - 4:39,65
18. Leonie Kullmann - 4:45,77
400m Freistil Männer:
4. im Vorlauf Florian Wellbrock - 3:41,09 Q (Finale abgemeldet)
17. Lukas Märtens - 3:45,56
50m Freistil Frauen:
22. Jessica Felsner - 24,85
30. Hannah Küchler - 25,34
50m Rücken Männer:
Vorlauf: 11. Ole Braunschweig - 23,72 Q
Halbfinale: 7. Ole Braunschweig - 23,38 Q
100m Brust Frauen:
28. Nele Schulze - 1:07,55
800m Freistil Frauen:
4. Isabel Gose - 8:16,92 Q
Zweite Plätze samt Dollar-Bonus für Gose und Schwingenschlögl
Am dritten Tag des FINA Swimming World Cups in Budapest konnten sich Isabel Gose und Fabian Schwingenschlögl noch jeweils einen zweiten Platz sichern. Die Magdeburgerin musste über 800m Freistil in 8:19,62 Minuten nur das 16-jährige US-Talent Cavan Gormsen (8:16,76) ziehen lassen. Der Neckarsulmer holte in 2:05,84 Minuten Silber über 200m Brust hinter Arno Kamminga (NED/2:02,07). Damit sicherten sich Gose als Sechste und Schwingenschlögl als Achter auch gute Platzierungen in der Meeting-Wertung des zweiten von vier Weltcup-Events – 5.400 bzw. 5.200 US-Dollar Prämie sind dafür der Lohn.
>> Alle Ergebnisse von Budapest auf einen Blick
Die meisten Punkte in Ungarns Hauptstadt und damit 12.000 Dollar verdienten Emma McKeon (AUS) und Tom Shields (USA). Die vierfache Olympiasiegerin stellte dabei sogar einen Weltcup-Rekord über 100m Freistil (50,58 Sekunden) auf und führt jetzt auch in der Gesamtwertung knapp vor Kira Toussaint (NED). Isabel Gose kletterte hier auf Rang elf.
>> Zur Weltcup-Wertung der Frauen
Bei den Männern liegt der Südafrikaner Matthew Sates beim Kampf um den Sieger-Jackpot von 100.000 US-Dollar knapp vor Shields, Schwingenschlögl ist mit sechs Podestplätzen in sechs Rennen Gesamtsechster. Und der deutsche Brustschwimmer gehört auf jeden Fall auch zu jenen, die nun auch noch Starts bei den weiteren Weltcup-Stationen in Doha (QAT21. – 23. Oktober) und Kazan (RUS/28. – 30. Oktober) planen. „Ich wusste ja vorher, dass ich mich in der Weltcupwertung mit vorn einsortieren kann, und bisher geht der Plan gut auf. Natürlich merke ich bei den vielen Rennen gerade bei den 200 Metern dann die wachsende Müdigkeit, deswegen war heute der Platz wichtiger als die Zeit“, sagte Schwingenschlögl. Wenn es weiter so gut läuft in diesem Kurzbahn-Wettbewerb, kann das Oktober-Einkommen des 30-Jährigen auf über 30.000 Dollar anwachsen. Gose dagegen richtet ihr Augenmerk wie alle anderen in der Magdeburger Trainingsgruppe von Bundestrainer Bernd Berkhahn nun dagegen lieber auf Kurzbahn-EM (02. – 07. November) und Kurzbahn-WM (16. – 21. Dezember) aus.
DKM-Double gibt Angelina Köhler Schwung für den Weltcup
An Kathrin Demler kam niemand mehr heran, mit fünf Titeln blieb die 25-Jährige von der SG Essen auch ohne Einsatz am abschließenden Sonntag die erfolgreichste Teilnehmerin der Deutschen Kurzbahn-Meisterschaften in Wuppertal. Trotzdem erlebte die Schwimmoper noch einige andere Seriensiege.
So feierten Angelina Köhler (Hannover 96) über 100m Schmetterling (58,30 Sekunden), Jessica Steiger (VFL Gladbeck) über 100m Lagen (1:00,86 Minuten), Giulia Goerigk (SGR Karlsruhe) über 400m Freistil (4:10,38) und Kim Kristin Krüger (SG Dortmund) über 50m Rücken (27,46 Sekunden) sowie Jeremias Pock (SG Mittelfranken) über 100m Lagen (55,05 Sekunden) ihren jeweils zweiten DKM-Triumph 2021. Der Hamburger Björn Kammann glänzte sogar mit einem Doppelschlag im Abschlussabschnitt, neben den Siegen über 100m Schmetterling (52,39 Sekunden) und 50m Rücken (24,19 Sekunden) gewann er zudem auch noch Silber über 100m Lagen. Lediglich acht Hundertstel fehlten da letztlich zum goldenen Hattrick.
Meistertitel für junge Toptalente Nele Schulze und Kiran Winkler
Gelungene Premieren auf dem obersten Treppchen feierten zudem zwei erst 17-jährige Talente. Nele Schulze (TSB Flensburg) setzte sich über 200m Brust (2:26,24 Minuten) durch. Kiran Winkler (SC Magdeburg) war über 400m Freistil (3:49,09 Minuten) der Schnellste. „Die junge Garde hat sich hier prima präsentiert, damit meine ich auch die noch viel jüngeren Jahrgänge, die es mitunter schon in die B-Finals geschafft haben“, lobte Nachwuchs-Bundestrainer Carsten Gooßes.
Für die besten DKM-Teilnehmer*innen um Demler, Köhler oder auch Dreifach-Meister Sven Schwarz (Waspo 98 Hannover) steht nun ab Freitag der FINA World Swimming Cup in Berlin (01. – 03. Oktober) an. „Das Teilnehmerfeld ist dort mit vielen absoluten Topstarts gespickt, da wird man dann auch am Vormittag schon ganz schnell schwimmen müssen, um es ins Finale zu schaffen. Die DKM-Rennen waren dafür eine gute Vorbereitung“, sagte Angelina Köhler.
Kathrin Demler im Goldrausch, Adieu für Christian vom Lehn
Zwar ist Kathrin Demler ohnehin eines der fröhlicheren Wesen im deutschen Schwimmsport, bei den Deutschen Kurzbahn-Meisterschaften (DKM) in Wuppertal sieht man ihr ansteckendes Lächeln dieser Tage aber besonders oft. Nach zwei Siegen zum Auftakt (200m Schmetterling und Mixed-Staffel) ließ die 25-Jährige von der SG Essen am Freitag zwei weitere Goldmedaillen über 400m Lagen (4:37,46 Minuten) und 200m Freistil (1:57,87 Minuten) folgen. „Ich spüre dabei schon auch Müdigkeit“, sagte Demler. „Aber wenn ich dann wieder auf dem Startblock stehe, kommt bei mir immer wieder der Ehrgeiz durch.“ Die anderen beiden Siege des Tages sicherten sich Angelina Köhler (Hannover 96) über 50m Schmetterling (26,45 Sekunden) und Sonnele Öztürk (Wasserfreunde Spandau 04) über 200m Rücken.
Bei den Männern sicherte Sven Schwarz (Waspo 98 Hannover) über 200m Freistil (1:48,03 Minuten) seinen zweiten DKM-Titel, das größte Ausrufezeichen setzte allerdings Cornelius Jahn (Ahrensburger TSV) bei seinem überlegenen Sieg über 200m Rücken (1:55,35 Minuten). „Es ist sehr erfreulich, wenn sich Talente wie Cornelius hier so ins Rampenlicht schwimmen, da“, lobte Nachwuchs-Bundestrainer Carsten Gooßes den 18-Jährigen. „Das lässt weiter auf eine positive Entwicklung beim Übergang in die offene Klasse hoffen. Bei der JEM in Rom war er im Sommer ja leider von einer Magenverstimmung ausgebremst worden.“ Für neue Namen in der Meisterliste sorgten zudem Felix Ziemann(SC Wiesbaden) mit dem Sieg über 400m Lagen (4:19,23) und Moritz Schaller (SG Bayer) über 50m Schmetterling (23,59 Sekunden).
Einen großen Auftritt hatte in der „Schwimmoper“ am Freitag auch noch einmal Christian vom Lehn. Am Vormittag hatte sich der Brustschwimmer, der mit WM-Bronze 2011 seinen größten Erfolg feiern konnte und an den Olympischen Spielen in London 2012 und Rio 2016 teilnahm, mit der Staffel der SG Essen noch einmal den Titel über 4x50m Freistil gesichert. Am Nachmittag erfolgte dann die feierliche Verabschiedung vom Leistungssport durch Harald Walter, den Vizepräsidenten des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV). „Du hast dich ein halbes Leben für unseren Sport engagiert und bist ein großes Vorbild für unseren Nachwuchs. Dafür möchten wir dir danken“, so Walter. Vom Lehn steigt nach erfolgreichem Studium (Medienkommunikation und Multimedia) nächste Woche beim REWE-Konzern ins Berufsleben ein.
