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Spandau und Duisburg auf Halbfinalkurs, Hannover und Potsdam sicher dabei
Der amtierende deutsche Meister geht auch in dieser Saison wieder voran. Als erste Mannschaft in der Wasserball-Bundesliga hat Titelverteidiger Waspo 98 Hannover sicher das Halbfinale erreicht. Nach drei Siegen beim ersten Turnier hielt sich der Champion in Gruppe A auch an diesem Wochenende schadlos und gewann gegen den ASC Duisburg (19:2) und den SSV Esslingen (27:6) jeweils deutlich. „Wir haben von der ersten bis zur letzten Minute sehr konzentriert gespielt“, lobte Waspo-Trainer Karsten Seehafer.
Ebenfalls fast sicher in der Runde der besten vier steht der ASC Duisburg. Die Duisburger haben nach einem weiteren Sieg gegen Esslingen (18:12) jetzt sechs Zähler zu Buche stehen und können nur noch theoretisch von den White Sharks Hannover verdrängt werden. Die Niedersachsen verpassten das zweite Turnier aufgrund mehrerer Corona-Fälle im Team und haben deshalb noch drei Spiele weniger absolviert, müssten davon aber alle – darunter auch das Duell mit Titelverteidiger Waspo – gewinnen, um die Duisburger noch verdrängen zu können. Wann die Partien der White Sharks nachgeholt werden, steht noch nicht fest.
Die letzten Plätze werden in den Nachholspielen vergeben
In Gruppe B ist ebenfalls die erste Entscheidung gefallen. Der OSC Potsdam hat nach dem 14:11 gegen die SG Neukölln und der Punkteteilung beim 11:11 gegen den SV Ludwigsburg 08 nun sieben Punkte auf seinem Konto und kann nicht mehr von einem der ersten beiden Plätze verdrängt werden. Zwar könnte der SV Ludwigsburg 08 (fünf Punkte) mit einem Erfolg im Nachholspiel gegen Rekordmeister Wasserfreunde Spandau 04 (noch nicht terminiert) noch gleichziehen, doch würde in diesem Fall der direkte Vergleich herangezogen werden – und dort haben die Potsdamer die Nase vorn.
Im Spitzenspiel am Sonntag hielt der OSC gegen Pokalsieger Spandau über drei Viertel gut mit und unterlag am Ende recht knapp mit 5:9. „Das war das bisher beste Spiel, dass wir gegen Spandau gemacht haben. Wir haben sie ganz schön geärgert und sind auf einem guten Weg“, befand Potsdams sportlicher Leiter André Laube. Die Berliner (sechs Punkte) gewannen somit am Wochenende alle drei Spiele und benötigen nur noch einen weiteren Sieg aus den Nachholspielen gegen Potsdam (16. April) und Schlusslicht Neukölln (17. April), um ihrerseits das Halbfinale klarzumachen, woran kaum jemand ernsthaft zweifelt. Die Partien waren vor zwei Wochen wegen eines Corona-Falls auf Spandauer Seite verlegt worden.
Guter Auftakt für Uerdingen in Gruppe C
Beim Auftaktturnier in Gruppe C war derweil der SV Bayer Uerdingen 08 mit drei Siegen am stärksten, doch dahinter geht es zwischen dem Düsseldorfer SC 1898, der SGW Rhenania/BW Poseidon Köln und dem SV Würzburg 05 (jeweils ein Sieg) äußerst eng zu. Das zweite Turnier findet am 24. April statt, dann starten mit der D-Gruppe auch die letzten vier Vereine in die Saison. Die beiden ersten Mannschaften dieser beiden Gruppen haben in der Relegation noch die Chance, sich für die Saison 2021/22 für die obere Hälfte der Bundesliga zu qualifizieren.
Deutsches Team startklar für FISU World University Games in Chengdu
In einer Woche fällt der Startschuss für die 31. Ausgabe der FISU World University Games in Chengdu (CHN). Der Allgemeine Deutsche Hochschulsportverband (adh) hat nun auch in den Sportarten Wasserball und Volleyball die Mannschaften nominiert. Damit steht das komplette deutsche Team, das 160 Aktive umfasst. Vom 28. Juli – 8. August kämpfen sie in 14 Sportarten um persönliche Bestleistungen sowie Final- und Podestplatzierungen.
>> Die vollständige Nominierungsliste des adh
Die FISU Games ermöglichen studentischen Spitzensportler*innen aus dem Nachwuchsbereich, sich auf internationaler Bühne zu präsentieren und mit den Weltbesten zu messen. Dabei sollen sie persönliche Bestleistungen zeigen und Erfahrung und Motivation für zukünftige Zielwettkämpfe wie Weltmeisterschaften und Olympische Spiele sammeln. Zudem bieten die FISU Games für international erfahrene Aktive die ideale Möglichkeit, sich im vorolympischen Jahr auf großer Bühne zu messen und sich auf die Spiele in Paris (FRA) vorzubereiten.
Olympionik*innen im deutschen Team Für Deutschland startet in Chengdu die Olympia-Dritte im Stufenbarren von Rio de Janeiro (BRA) 2016, Sophie Scheder (DBA Sport und Gesundheit). Sie möchte an ihre Erfolge anknüpfen und hat sich die Olympiateilnahme 2024 zum Ziel gesetzt. Der Leichtathlet Leo Köpp (HU zu Berlin), der 2020 in Tokio (JPN) am Start war, möchte in Chengdu im Gehen über 20 Kilometer eine neue persönliche Bestleistung abliefen. Auch für ihn ist Chengdu eine wichtige Station auf dem Weg nach Paris. Für Schwimmer Henning Mühlleitner (HS Heilbronn), Olympia-Vierter 2020 und EM-Dritter 2022 über 400 Meter Freistil, sind die FISU Games in Chengdu ein Saisonhöhepunkt. Nach seinen Finalteilnahmen bei den Spielen in Neapel (ITA) 2019 will er auch diesmal unter die Top Acht kommen. Sein Karriereziel ist die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Paris. „Ich finde die Olympischen Spiele und die World University Games ähneln sich in vielen Punkten. Dabei habe ich den Eindruck, dass alle die World University Games etwas ungezwungener wahrnehmen. Natürlich bin ich schon sehr gespannt darauf, wie das Event organisiert ist und was die chinesischen Gastgeber uns bieten werden. Ich bin großer Fan des asiatischen Lebensstils, der Kultur und vor allem des Essens! Die Zeit in Chengdu gemeinsam mit anderen Sportlerinnen und Sportlern zu erleben, wird sicher super“, so Mühlleitner. Erfahrene Spitzensportler*innen erneut bei FISU Games am Start Auf ihre erneute Teilnahme an den FISU World University Games freuen sich die international erfahrenen Sportlerinnen und Sportler Alexander Lube (Wasserspringen/RWTH Aachen), Annika Würfel (Judo/HU zu Berlin), David Koenders (Sportschießen/West Virginia University, USA), Madeline Folgmann (Taekwondo/DSHS Köln) sowie Florian Bluhm (Uni Hohenheim), Nils Hohmeier (IU Internationale HS), Janina Kämmerer (Uni Frankfurt) und Alena Lemmer (HS Fresenius, alle Tischtennis). Sie alle hatten 2019 an den FISU Games in Neapel (damals noch „Universiade“) teilgenommen und zeigten sich begeistert von der Atmosphäre und den hochklassigen Rahmenbedingungen. Alexander Lube, der bei den Europa Games 2023 die Silbermedaille im Mixed-Turm-Synchronspringen gewonnen hatte, blickt optimistisch auf Chengdu: „Meine Teilnahmen an den FISU Games 2017 und 2019 zählen zu den absoluten Höhepunkten meiner Karriere. Das Besondere an diesen Events ist der enge Austausch mit Athletinnen und Athleten aus anderen Sportarten und Nationen und die unfassbar gute Stimmung im deutschen Team. Bisher habe ich bei keinen anderen Wettkämpfen eine so fantastische gegenseitige Unterstützung erlebt. Nach einem unglücklichen vierten Platz in Neapel möchte ich dieses Jahr gern mit einer Medaille nach Hause reisen!“ Nachwuchsathlet*innen mit Perspektive auf Rhine-Ruhr 2025 Ergänzt wird das Team von zahlreichen jungen Nachwuchsathlet*innen, die erste Erfahrungen auf internationalem Parkett sammeln. Ein wichtiges Karriereziel für viele von ihnen ist die Teilnahme an den Rhine-Ruhr 2025 FISU World University Games vor heimischem Publikum.Die 20-jährige Taekwondo-Kämpferin Franziska Drucklieb (TH Köln) ist stolz darauf, in Chengdu für Deutschland an den Start gehen zu dürfen. „Die Teilnahme an den FISU Games wird mit Sicherheit ein unvergessliches Erlebnis. Sie bietet mir eine super Möglichkeit, weitere wichtige Erfahrungen in meiner leistungssportlichen Entwicklung zu sammeln. Natürlich wäre ich in zwei Jahren gern auch bei den Spielen an Rhein und Ruhr dabei. Ich bin mir sicher, dass Deutschland ein begeisterndes Event ausrichten wird und der Hochschulsport und die Duale Karriere so in Deutschland die Aufmerksamkeit bekommen, die sie verdient haben.“ Spitzenleistungen in Sport und Studium Delegationsleiter Jörg Förster blickt auf die kommenden Wochen: „Ich freue mich sehr darauf, die deutschen Athlet*innen unterstützen zu können, die durch ihre großartigen Leistungen in Studium und Spitzensport überzeugen. Im Betreuungsteam werden wir gemeinsam dafür sorgen, dass sie optimale Bedingungen vorfinden, um in Chengdu ihre Bestleistungen abrufen zu können. Für viele von ihnen sind die FISU Games der sportliche Höhepunkt des Jahres. Wir freuen uns auf zwölf Tage studentischen Spitzensport auf Topniveau, bevor wir bei der Abschlussfeier den Staffelstab für Deutschland als nächsten Ausrichter der FISU World University Games 2025 erhalten.” Hintergrund FISU World University Games 2023 Studentische Spitzensportler*innen im Alter von 18 bis 27 Jahren – bedingt durch die Verschiebung des Events wurde die Altersgrenze um zwei Jahre erweitert – messen sich mit Aktiven aus rund 150 Ländern. Insgesamt reisen etwa 10.000 Sportler*innen Offizielle für das größte Multisport-Event nach den Olympischen und Paralympischen Spielen nach Chengdu. Die Deutsche Studierenden-Nationalmannschaft ist in den 14 Sportarten Badminton, Bogenschießen, Fechten, Gerätturnen, Judo, Leichtathletik, Rudern, Sportschießen, Schwimmen, Taekwondo, Tischtennis, Volleyball, Wasserball und Wasserspringen vertreten. Mit 160 Aktiven und 76 Offiziellen entsendet Deutschland die historisch größte Delegation zu FISU World University Games. Knapp ein Jahr vor den Olympischen Sommerspielen in Paris bieten die FISU World University Games einen Vorgeschmack auf spannende sportliche Wettkämpfe der akademischen Jugend der Welt unter den bekannten olympischen Prinzipien des Fair Play, der Toleranz und der Freundschaft. Außerdem sind die Spiele Generalprobe für den „Summer Cum Laude“, das Heimspiel, die Rhine-Ruhr 2025 FISU World University Games, die vom 16. – 27. Juli 2025 in Nordrhein-Westfalen stattfinden.
Diese acht Belastungszonen sollte jeder Coach präzise einsetzen können
Hinter den Erfolgen von Schwimmer*innen wie Lukas Märtens, Florian Wellbrock, Oliver Klemet oder Isabel Gose steckt bekanntlich viel Trainingsfleiß, aber auch sehr viel wissenschaftliches Know-how. Seit Jahren arbeitet Bundestrainer Bernd Berkhahn eng mit dem Sportwissenschaftler Dr. Alexander Törpel zusammen. Als Bundestrainer Diagnostik beim Deutschen Schwimm-Verband e.V. (DSV) setzt sich Törpel seit 2019 dafür ein, dass das Wissen aus dem Hochleistungssport breiter gestreut wird sowie der wechselseitige Transfer zwischen Praxis und Wissenschaft erfolgt.
Mit dem Beginn des neuen Olympiazyklus wird von ihm aktuell besonders das Thema der individuell präzisen Steuerung der Trainingsintensität samt dem dazugehörigen Belastungs- und Beanspruchungsmanagement fokussiert. Zu diesem Thema ist er mit den Coaches im Spitzenbereich seit Saisonbeginn sehr viel im Austausch. Bei der Jahrestagung der Deutschen Schwimm-Trainer-Vereinigung (DSTV) wird es auch einen Workshop dazu geben. Die genaue Steuerung von Trainingsintensitäten und die damit verbundene Definition von Belastungszonen bzw. Trainingszonen soll helfen, das Training effektiver zu gestalten und Leistungsreserven gezielt zu erschließen.
Besonders im Hochleistungsbereich kann die individualisierte Steuerung der Belastung und Beanspruchung den entscheidenden Unterschied machen, um das letzte Prozent auch noch herauszukitzeln.
Was sind Belastungszonen und warum sind sie wichtig?
Um Training zu steuern und damit die gewünschten Anpassungen im Körper optimal zu erzielen, wird die Intensität in verschiedene Zonen unterteilt – sogenannte Belastungs- bzw. Trainingszonen. Diese Zonen können anhand von unterschiedlichen Parametern zueinander abgegrenzt werden. Dies kann anhand folgender Parameter erfolgen:
- Messbare Faktoren: Herzfrequenz, Blutlaktatkonzentration, Sauerstoffaufnahme – als jeweilige Indikatoren für die kardiale, metabolische und ventilatorische Beanspruchung
- Subjektives Empfinden: Wie anstrengend fühlt sich das Training an, wiedergegeben anhand der sogenannten RPE-Skala (engl. für „rating of perceived exertion“, Skala von 0-10)? Vorteil dieser subjektiven Rückmeldung ist, dass auch aktuelle Lebensumstände (z.B. Schlafmangel, Prüfungsstress) in die Bewertung mit einfließen. Da diese Faktoren einen unmittelbaren Einfluss auf die körperliche Leistungsfähigkeit haben können, kann dadurch eine übergeordnete Bewertung des aktuellen Zustandes der Beanspruchung erfolgen.
Die unterschiedlichen Belastungs- bzw. Trainingszonen werden nun im Trainingsprozess in Verbindung mit Trainingsmethoden eingesetzt, um gezielt Trainingsreize zu setzen. Bedeutsam ist, dass erst die richtige Verbindung eines Intensitätsbereichs mit einer Trainingsmethode zu einer wirksamen Reizsetzung führt – nicht jede Kombination ist möglich. Im Weiteren hinterlegen wir den Belastungs- bzw. Trainingszonen, in Abhängigkeit der Gestaltung mit einer Trainingsmethode, eine gewisse Regenerationszeit, die wiederum im Rahmen der Trainingsplanung berücksichtigt werden sollte . Entweder um Regeneration in Vorbereitung auf bevorstehende Trainingseinheiten abzusichern, oder hinsichtlich einer bestimmten Reizsetzung, bewusst Ermüdung in einem gewissen Maße zu provozieren.
Einheitliche Definition für bessere Verständigung
Eine klare Einteilung und Definition des Intensitätsspektrums in Belastungs- bzw. Trainingszonen hilft, ein gemeinsames Verständnis über diese Zonen zu schaffen. Coaches und Sportler*innen können so besser kommunizieren und Trainingspläne feiner abstimmen. Laut Törpel gab es in der Vergangenheit große Unterschiede in der Nutzung von Begriffen – oft wurde die gleiche Bezeichnung für unterschiedliche Intensitäten verwendet: „Es war durchaus festzustellen, dass es große Abweichungen gab, wenn man sich hierzulande über Intensitäten unterhielt. Es werden mitunter die gleichen Bezeichnungen benutzt, aber nicht immer dasselbe gemeint“, so Törpel. Mit einer einheitlicheren Sprachregelung wird also der Austausch national und auch international erleichtert. „Wir möchten wieder eine eindeutige Definition von Intensität etablieren. Wenn wir alle die gleiche Sprache sprechen, können wir noch intensiver über Trainingsinhalte sprechen und sie auch noch besser anpassen“, erklärt der Leipziger Hypoxie-Experte.
Die acht Belastungszonen im Schwimmen
Die von Törpel, Berkhahn und Prof. Dr. Thomas Gronwald erarbeitete Definition basiert auf neuesten sportwissenschaftlichen Erkenntnissen. Sie greift die bereits bekannten acht Zonen des DSV auf, die seiner Zeit von Örjan Madsen und Dr. Klaus Rudolph definiert wurden, es findet jedoch eine aktualisierte Abgrenzung der Zonen statt:
Belastungszone 1 (Regeneration & extensives, aerobes Training) Diese Zone dient der aktiven Erholung und unterstützt die Regeneration nach intensiven Belastungen. Weiterhin wird die aerobe Basis aufgebaut, ohne den Körper zu ermüden.
Belastungszone 2 (extensives, aerobes Training) Hier wird die aerobe Ausdauer durch extensiv gestaltetes Training verbessert. Sie fördert die ökonomische Bewegungsausführung und die Fettverbrennung.
Belastungszone 3 (moderatintensive Beanspruchung) Das Training findet nahe der aeroben Laktatschwelle statt und steigert die Belastungstoleranz. Die Laktatproduktion beginnt in diesem Bereich, Laktatkonzentrationen sind aber noch gering (ca. 1,0-2,5 mmol/l).
Belastungszone 4 (moderat-intensive Beanspruchung, Bereich am maximalen Laktat Steady State) Diese Zone liegt an der anaeroben Laktatschwelle und verbessert die Fähigkeit, hohe Belastungen länger aufrechtzuerhalten. Trainingssets in diesem Bereich führen noch zu einem Laktat Steady State und Laktatkonzentrationen von ca. 2,5-5,0).
Belastungszone 5 & 6 (VO2MAX-Training, hochintensive Beanspruchung) Belastungen ab der Zone 5 führen zu einer kontinuierlichen Laktatproduktion. In Abhängigkeit der trainingsmethodischen Gestaltung können sowohl aerobe, als auch vermehrt anaerobe Trainingsreize gesetzt werden. Die Zone 6 ist nahe der VO2MAX-Leistung, die als maximale Drei-Minuten-Leistung definiert wird.
Belastungszone 7 & 8 (Sprintbereich, submaximale und maximale Belastung) Die Zone 7 umfasst maximale Geschwindigkeiten über Strecken von bis zu maximal 100m, im Sprintbereich eher 50m. In Zone 8 werden maximale Geschwindigkeiten über kürzere Strecken von bis maximal 25-35m realisiert. In beiden Zonen ist die technisch kontrollierte Ausführung stets von Bedeutung.
Die Einteilung der Belastungszonen kann auch gröber vorgenommen werden – anstatt acht Zonen können drei Zonen plus der Sprintbereich definiert werden; 1, 2, 3 & 3+. Dies ist beispielsweise für den Nachwuchsbereich sinnvoll, wo eine so feine Differenzierung der Trainingsintensität noch nicht so bedeutungsvoll ist. Die Unterteilung in drei Zonen (inklusive des Sprintbereichs 3+ in der dritten Zone) orientiert sich hierbei am internationalen, sportartübergreifenden Standard für die Abstufung von Intensitätsbereichen.
Tabelle 1: Charakterisierung der einzelnen Belastungszonen Wie liest man die Belastungszonen richtig? Jede Belastungszone hat spezifische Merkmale, die bei der Bestimmung helfen können. Manchmal sind die Grenzen sehr fließend und einer der Marker gibt den entscheidenden Hinweis.
- Schwimmgeschwindigkeit (v): Gibt an, mit welcher Geschwindigkeit die jeweilige Belastungszone trainiert wird. Diese steht natürlich in Abhängigkeit der Dauer oder auch Streckenlänge.
- Trainingsmethoden & Intensitätssteuerung: Natürlich muss eine zur gewünschten Intensität passende Methode gewählt werden. In den höheren Belastungszonen (>BZ5) ist die Intensitätssteuerung über belastungsorientierte Vorgaben besser, in den unteren Zonen (?BZ5) über die beanspruchungsorientierten Parameter (siehe die grauen Keile rechts von Tabelle 1).
- Blutlaktatkonzentration (bLa): Beschreibt den Anteil von Laktat im Organismus.
- Aerobe Schwelle (LT1): Punkt, an dem Laktatbildung leicht ansteigt – moderate Beanspruchung.
- Anaerobe Schwelle (LT2): Punkt, an dem Laktatbildung und -abbau ausgeglichen sind – höhere Beanspruchung.
- Anstrengungsempfinden (RPE-Skala): Subjektives Gefühl der Belastung – hilfreich, um Trainingsintensität individuell zu steuern.
- VO2MAX: Der Wert gibt an, wie viel Sauerstoff ein Mensch maximal verwerten kann und definiert die Ausdauerleistungsfähigkeit. Die Beanspruchung der VO2MAX ist eine etablierte Größe im Ausdauersport zur Darstellung von Intensität und wird auch im Schwimmsport immer mehr eingesetzt.
Tabelle 2: Schwimmspezifische Ableitungen und trainingspraktische Beispiele für die Belastungszonen
Erklärungen zu Tabelle 2:
A/An: Gibt die Reizwirksamkeit der Trainingsmethode und der Belastungszone auf das aerobe oder anaerobe System an.
tReg: Gibt an, wieviel Zeit bis zur vollständigen Regeneration nach einem Training innerhalb dieser Belastungszone vergeht. Dies steht jedoch auch in Abhängigkeit der Dauer des Trainings innerhalb der Belastungszonen, weshalb die angegebenen Zeiten eher der ersten Orientierung dienen.
Beispiel 1-4: Mögliche Sets für das Training, passend zur Hauptstreckenlänge und zum Trainingszustand insgesamt. Von links nach rechts mit zunehmender Teilstreckenlänge.
Sets mit Abstufung: Trainingssets können nicht nur einheitlich innerhalb einer Belastungszone gestaltet werden, sondern auch über mehrere Belastungszonen – abgestuft. Entsprechende Beispiele sind im rechten Abschnitt der Tabelle gegeben.. Eine Beispielerklärung dafür steht unter der Tabelle selbst.
Fazit: Wissen nutzen für besseres Training
Die aktualisierte Definition der Belastungszonen liefert eine wertvolle Orientierung für Trainer*innen und Athlet*innen. Sie hilft, Trainingsreize gezielter zu setzen und vergrößert damit auch den kreativen Gestaltungsraum bei der Trainingsplanung. Die Einteilung ist laut Törpel keine starre Vorgabe, sondern soll vor allem als Denkanstoß und Diskussionsgrundlage dienen. „Wir wollen niemand bekehren damit. Sondern einfach den Impuls setzen zu überprüfen, ob das Training auch immer reizwirksam genug ist. Natürlich gibt es auch viele erfolgreiche Trainer*innen mit feinem Gespür, die ihre Aktiven mit ihrem Ansatz der Intensitätssteuerung und ihrer Definition von Trainingszonen entwickeln können. Uns geht es darum, eine einheitliche und zeitgemäße Orientierung zu geben die Belastung genau zu akzentuieren und auch zu differenzieren, damit das beste Ergebnis erzielt werden kann. Dabei hilft unsere aktuelle Definition auf jeden Fall.“
Zweites Silber für Turmspringerin Pauline Pfeif in Paris
Montage werden ja gern als unproduktiv verschrien, weil nach einem schönen Wochenende die Konzentration noch nicht wieder auf Topniveau gelangt. Beim Team Wasserspringen des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) ist das aber nicht so, ganz im Gegenteil. Bei den Europameisterschaften in Paris (FRA) konnten sie sich nach dem Triumph von Lou Massenberg und Jonathan Schauer (beide SV Halle) im 3m-Synchronspringen auch noch über eine Silbermedaille freuen. Wie schon bei den Weltmeisterschaften 2025 in Singapur und auch bei der EM im Vorjahr wurde Pauline Pfeif am Montag Zweite vom Turm.
>> Alle EM-Ergebnisse aus Paris
Die 24-Jährige vom Berliner TSC kam nach fünf Sprüngen auf 305,30 Punkte, musste damit nur Maisie Bond (GBR/327,05) den Vortritt lassen. Bronze ging an Else Guurtje Praasterink (NED/305,15). Elena Wassen, die mit ihrer Vereinskollegin Pfeif zuvor schon ebenfalls EM-Silber im Turm-Synchronspringen erkämpft hatte, landete diesmal auf Rang zehn (275,85).
Nach einem starken dreieinhalbfachen Vorwärtssalto zu Beginn kam Hoffnung auf, dass Deutschland 16 Jahre nach Christin Steuer mal wieder eine Europameisterin vom Turm bekommen könnte. Doch wie schon im Vorkampf ließ Pfeif danach beim Delfinsalto einige Punkte liegen. Mit einem tollen Schraubensalto übernahm zwar noch einmal die Führung, fiel nach einem überzogenen Rückwärtssalto dann aber weit hinter Bond zurück. Mit einem sauberen Handstandsprung zum Abschluss sicherte sich Pfeif mit hauchdünnem Vorsprung dann Silber.
„Ich hatte mir Gold vorgenommen. Aber auch Silber muss man erst einmal gewinnen, ich bin also trotzdem stolz auf mich“, stellte Pfeif fest. Natürlich wissend, dass an diesem Abend vielleicht auch noch mehr drin gewesen wäre. Aber womöglich hatte sie sich nach dem WM-Erfolg im Vorjahr als beste Europäerin ein wenig zu viel Druck auferlegt. „Ich bin heute Morgen aufgestanden und war aufgeregter als sonst“, räumte die Berlinerin ein: „Ärgerlich, dass der vierte Sprung nicht so kam, wie ich es geübt habe.“
Enttäuschter klang dagegen Wassen: „Ein Medaille wäre auf jeden Fall drin gewesen, wenn ich den dritten Sprung nicht so verhauen hätte. Aber mir fehlt einfach noch ein bisschen Training“, sagte die 25-Jährige. Im vergangenen Jahr hatte sie aufgrund einer Handgelenks-Operation ausgesetzt, die EM war nun ihr erster internationaler Einzelwettkampf seit über als zwei Jahren.
Die passenden Worte fand letztlich Chef-Bundestrainer Christoph Bohm am Ende dieses produktiven Montags: „Das war schon ein sehr geiler Tag. Wir haben viele Medaillen, das war als Ziel ausgegeben. So macht das Spaß.“
Deutschlands Sprungteam Siebter beim EM-Auftakt in Paris
Die erste Goldmedaille bei den Europameisterschaften in Paris (FRA) sicherten sich die Wasserspringer*innen aus Italien. Beim Team-Event setzten sich die Azzurri mit 410,60 Punkte vor den Neutralen Athlet*innen aus Russland (385,80) und der Ukraine (368,20) durch. Für die Mannschaft des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) begannen die Titelkämpfe im Centre Aquatique Olympique mit Rang sieben (319,20).
Beim Team-Event bestreiten zunächst je eine Frau und ein Mann die Sprünge vom 3m-Brett und das 3m-Mixed-Synchronspringen, anschließend geht es für die Einzelsprünge beider Geschlechter und das Turm-Mixed-Synchronspringen hoch auf die 10m-Plattform. Die besondere Herausforderung dieses Wettbewerbs liegt darin, dass die Aktiven im Gegensatz zu den sonst üblichen Sprungserien bei jeweils nur einem Versuch auf ihrem Spezialgebiet perfekt abliefern müssen. Während Italien am Freitag dabei ohne große Wackler durchkam, gelang das bei den Deutschen nur teilweise.
>> Alle EM-Ergebnisse in Paris
Ausgerechnet die erfahrenen Lena Hentschel (Berliner TSC) und Moritz Wesemann (SV Halle) – beide konnten in der Vergangenheit bereits EM-Gold vom Brett gewinnen – bekamen ihre Einzelsprünge nicht sauber ins Wasser. Erst beim gemeinsamen Synchronsprung blitzte ihr großartiges Potenzial dann auf. Vom Turm brach die mögliche Aufholjagd nach einem guten Sprung der WM-Zweiten Pauline Pfeif (Berliner TSC) dann schon bald wieder ab, da Jaden Eikermann (SV Neptun Aachen) bei seinem Auerbach ebenfalls Probleme bekam.
„Ich würde nicht sagen, dass der Druck zu groß war. Es ist ein Einstiegswettkampf, es ist ein schöner Wettkampf. Vor allem finde ich das Team-Event unfassbar schön, weil es einfach Spaß zusammen macht – wir gewinnen zusammen, wir verlieren zusammen.“, sagte Pfeif. „Es sollte heute leider nicht so sein, und ich würde sagen: Die Fehler, die wir gemacht haben, sortieren wir aus. Die kommen nicht mehr vor, und dann wird es auf jeden Fall besser laufen die nächsten Tage. Fehler passieren, das ist nun mal so, wir sind menschlich. Abhaken, morgen geht es weiter.“
Am Samstag steht für Pfeif das Turm-Synchronspringen mit Vereinskollegin Elena Wassen auf dem Programm, bei den Männern wird vom 1m-Brett gesprungen. Wesemann ist dort Titelverteidiger, als zweiter DSV-Starter geht Jonathan Schauer (SV Halle) ins Rennen. Und auch Bundestrainer Christoph Bohm weiß, dass da alles schon wieder ganz anders aussehen kann. „Ich habe ja auch im Vorfeld gesagt, dass wir in jeder Disziplin medaillenfähig sind – also nicht, dass wir in jeder eine holen, aber dass wir das Potenzial dazu haben. Heute ist es uns nicht gelungen, dieses abzurufen. Aber wir haben noch so viele Wettbewerbe. Wir haben uns gut vorbereitet, wir müssen nach vorne schauen und fokussiert bleiben.“ Auch Hentschel sah das so: „Wir wissen, woran wir noch arbeiten müssen und dass es besser wird die nächsten Tage.“
DSV nominiert Aufgebot im Wasserspringen für die EM in Paris
Nach den Deutschen Meisterschaften in Berlin geht es für die besten Wasserspringer*innen des Landes in dieser Woche direkt weiter zum nächsten Wettkampf. Bereits am kommenden Wochenende steht für sie das International Diving Meet in Madrid (ESP) an – ein weiterer wichtiger Schritt in Vorbereitung auf die EM in Paris (FRA/31. Juli – 16. August).
Für die Europameisterschaften selbst hat der Deutsche Schwimm-Verband e.V. (DSV) im Anschluss an die DM ebenfalls sein Aufgebot nominiert. Elf Aktive treten in sieben Wochen die Reise in die französische Hauptstadt an – fünf Frauen und sechs Männer. Bei den Männern sind damit sämtliche Disziplinen voll besetzt, wobei der zweite Teilnehmer im 3m-Einzel neben Moritz Wesemann sich erst kurzfristig zwischen Lou Massenberg und Jonathan Schauer (alle SV Halle) entscheidet.
Bei den Frauen ist Deutschland ebenfalls in allen Wettbewerben vertreten, nur vom 1m-Brett wird der zweite Startplatz nicht ausgeschöpft. Dabei gibt es zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Festlegung über die zweite Athletin neben Lena Hentschel (Berliner TSC) im 3m-Synchronspringen – in Frage kommen hierfür Jette Müller (Dresdner SC 1898) oder die erst 17 Jahre alte Emily Deml (SV Halle), die sich bei der DM in starker Verfassung präsentiert hat. Für sie wäre Paris ihre EM-Premiere bei den Erwachsenen. Ob aus den qualifizierten Athlet*innen auch ein Mixed-Turm-Synchronpaar besetzt wird, entscheidet sich ebenfalls kurzfristig. Gleiches gilt für die Aufstellung im Team-Event.
Bei den vergangenen Europameisterschaften 2025 in Belek (TUR) hatten die deutschen Wasserspringer*innen insgesamt zwölf Podestplätze erreicht (3-5-4) – mehr als jede andere Nation. Deutschland gewann damit auch die Team-Trophy. „Natürlich wissen wir, dass in Belek nicht alle Nationen in Top-Besetzung angetreten waren. Trotzdem möchten wir in Paris an die dortigen Ergebnisse anknüpfen und wieder um die Medaillen mitspringen. Die bei den Deutschen Meisterschaften gezeigten Leistungen waren vielversprechend und geben uns viel Rückenwind auf dem Weg zur EM“, sagte Chef-Bundestrainer Christoph Bohm. Moritz Wesemann vom 1m-Brett und im 3m-Synchronspringen (damals mit dem diesmal nicht nominierten Timo Barthel) sowie Lena Hentschel und ihr Vereinskollege Luis Avila Sanchez im Mixed-3m-Synchronspringen gehen in Frankreich sogar als Titelverteidiger*innen an den Start.
Das DSV-Aufgebot zur EM im Wasserspringen:
Männer:
Lou Massenberg (3m-Synchron), Moritz Wesemann (1m-Brett, 3m-Brett), Jonathan Schauer (alle SV Halle/1m-Brett, 3m-Synchron), Luis Avila Sanchez (Berliner TSC/Turm-Synchron, Mixed-3m-Synchron), Jaden Eikermann (SV Neptun Aachen/Turmspringen, Turm-Synchron), Ole Rösler (WSC Rostock/Turmspringen)
Frauen:
Lena Hentschel (1m-Brett, 3m-Brett, 3m-Synchron, Mixed-3m-Synchron), Pauline Pfeif (Turmspringen, Turm-Synchron), Elena Wassen (alle Berliner TSC/Turmspringen, Turm-Synchron), Emily Deml (SV Halle/ggf. 3m-Synchron), Jette Müller (Dresdner SC 1898/3m-Brett, ggf. 3m-Synchron)
Lea Boy schiebt sich im Weltcup auf Rang drei vor
Mit dem dritten Sieg im dritten Weltcuprennen des Jahres dominiert Moesha Johnson (AUS) das Freiwasserschwimmen in dieser Saison nach Belieben. Die in Magdeburg trainierende Doppelweltmeisterin absolvierte die 10km-Distanz in Golfo Aranci (ITA) in 1:54:12,10 Stunden und hatte so über eine halbe Minute Vorsprung vor Angela Martinez-Guillen (ESP/1:54:37,20) und Caroline Jouisse (FRA/1:54:38,60). Im Endspurt der Verfolgergruppe verpasste Lea Boy (1:54:40,00) als Vierte eine Podestplatzierung nur ganz knapp.
>> Alle Weltcupergebnisse in Golfo Aranci
„Die Männer sind früh bei 18,7 Grad Wassertemperatur ohne Neoprenanzug geschwommen, bei uns wurden am Mittag dann nur noch 17,6 Grad gemessen. Manch eine musste dann schnell mal ins Hotel, um den Neo zu holen. Ich selber habe dann auch noch mindestens eine Runde gebraucht, um mich an den Druck auf den Schultern zu gewöhnen. Und am Ende des Rennens haben sich Hände und Füße dann trotzdem angefühlt wie Eiszapfen. Mit dem Ergebnis bin ich am Ende aber zufrieden, nachdem ich zu Wochenbeginn noch mit Magenproblemen zu kämpfen hatte“, meinte Boy.
Isabel Gose im Neoprenanzug vorsichtig wegen der Schulter
Am Ende eines herausfordernden Monats mit insgesamt drei Freiwasserrennen und weiteren Beckenwettkämpfen für die EM-Qualifikation rückte die 26-Jährige vom SV Würzburg in der Weltcup-Gesamtwertung damit sogar auf Rang drei hinter Johnson und Martinez-Guillen vor. Verteidigt sie diese Position beim vierten und letzten Weltcup in Sétubal (POR/20. Juni), würde das mit 25.000 US-Dollar belohnt.
Zum vorzeitigen Ausstieg aus dem Rennen entschied sich Isabel Gose (SC Magdeburg), um nach Schulterproblemen in den vergangenen Wochen kein Risiko einzugehen. Zudem steht mit dem Knockout Sprint am Samstag noch ein weiteres Rennen auf dem Programm (Männer ab 15:00 Uhr, Frauen ab 17:00 Uhr im Livestream bei Eurovisionsport). „Isa hat ein top Rennen gezeigt bis dahin, war sich aber unsicher wegen der Schulter. Der Ausstieg war daher eine gute Entscheidung von ihr“, sagte Bundestrainer Bernd Berkhahn.
Bei den Männern belegte Oliver Klemet (SG Frankfurt) in 1:49:20,70 Stunden Rang zehn. Der Olympiazweite von 2024 hatte in der vorletzten Runden einen Ausreißversuch gestartet, konnte sich aber nicht entscheidend vom Feld lösen. „Oliver hat in der vorletzten Runde zu hart angezogen. Das hat bei der niedrigen Temperatur zu viel Energie gekostet“, analysierte Coach Berkhahn.
Den Sieg ersprintete sich Sacha Velly (FRA/1:49:07,50) vor Landsmann Marc-Antoine Olivier (1:49:07,80) und Andrea Filadelli (ITA/1:49:08,30). Olivier und Filadelli führen die mit 50.000 US-Dollar dotierte Gesamtwertung vor dem letzten Rennen nun gemeinsam an. Florian Wellbrock (SC Magdeburg) liegt hier aufgrund des Sieges beim Weltcup-Auftakt in Ägypten auf Rang sieben, der Weltmeister war wegen Trainingsdefiziten in Sardinien diesmal aber nicht am Start. Der in der Vorwoche auf Ibiza erfolgreiche David Betlehem (HUN) kam diesmal auf Rang 18.
Trainer*innen-Entwicklungsprogramm beim Euro Camp Dijon 2026
Es fing mal klein an als Kooperation zwischen dem Deutschen Schwimm-Verband e.V. (DSV) und seinem Pendant in den Niederlanden. Mittlerweile ist das European Youth Camp eine richtige große Nummer in Schwimmsport-Europa. Bei seiner dritten Auflage in Dijon (FRA/24. Oktober – 01. November 2026) arbeiten mittlerweile über 20 europäische Nationalverbände in dieser einzigartigen Initiative zusammen, die die Entwicklung talentierter Athlet*innen und vor allem auch deren Trainer*innen unterstützt.
Über 120 talentierte Nachwuchstalente, mehr als 80 Coaches und Betreuer*innen sowie führende Expert*innen aus den Bereichen Trainingswissenschaft, Leistungsanalyse und Athlet*innenentwicklung kommen für eine Woche des intensiven Austauschs und Lernens zusammen. Die Atmosphäre des Camps war schon in Potsdam 2024 und 2025 in Eindhoven (NED) geprägt von Offenheit, Neugier und dem gemeinsamen Ziel, besser zu verstehen, wie erfolgreiche internationale Leistungswege gestaltet werden. Die Teilnehmenden profitieren dabei nicht nur vom Wissen international anerkannter Fachleute, sondern auch vom direkten Austausch untereinander, dem Teilen von Ideen, der Diskussion von Herausforderungen und dem Reflektieren erfolgreicher Trainingsansätze in verschiedenen nationalen Systemen.
Die Teilnehmenden des Trainer*innen-Entwicklungsprogramms erhalten exklusive Einblicke in den täglichen Trainingsprozess von Nachwuchsathlet*innen auf hohem Niveau und haben die Möglichkeit, sich direkt mit international anerkannten Experten auszutauschen. Dazu zählen in diesem Jahr unter anderem:
- Eric Rebourg (FRA)
- Geert Janssen (NED)
- Kevin Renshaw (GBR)
- Ben Titley (GBR)
- Walter Bolognani (ITA)
- Balasz Fehervari (HUN)
- Dinko Jukic (AUT)
- Robin van Aggele (NED)
Das Programm bietet Einblicke in:
- praktische Trainingseinheiten mit international erfolgreichen Nachwuchsathlet*innen
- bewährte Konzepte der langfristigen Athlet*innenentwicklung
- leistungsorientierte Trainingsmethodik im Jugend-Hochleistungssport
- Analyse von Trainingsprozessen und Leistungsentwicklung
- praxisnahe Herausforderungen im Coaching und angewandte Lösungen
- Aufbau nachhaltiger internationaler Netzwerke unter Trainer*innen
Um die Teilnahme für Interessierte aus ganz Europa zu gewährleisten, wird das Programm in Englisch und Französisch angeboten. „Es gibt kaum eine bessere Möglichkeit, seinen Horizont übers Schwimmtraining zu erweitern als in diesem erlesenen Kreis. Deswegen hoffe ich auch diesmal auf rege Beteiligung aus Deutschland“, betont Nachwuchs-Bundestrainer Hannes Vitense. In die offizielle DSV-Delegation sollen bis zu zwölf Trainer*innen berufen werden, die sich im Nachwuchsleistungssport in diesem und im vorherigen Jahr besonders hervorgetan haben.
Wer sich die Chance zur Erweiterung seines Horizonts als Coach nicht entgehen lassen möchte, meldet sich am besten sofort unter diesem Link an: Denn bis zum 17. Mai 2026 wird ein Frühbucherrabatt gewährt. Die Kapazitäten sind letztlich begrenzt. In der zweiten Anmeldungsphase bis zum 19. Juli 2026 ist eine Teilnahme dann nur noch vorbehaltlich der Verfügbarkeit möglich.
Die Anreise wird individuell organisiert. Informationen zu Hotelbuchungen und Buchungscodes erhalten Sie bei Bedarf vom Veranstalter. Die Teilnahmegebühren betragen mit Rechnungsstellung im Juli 2026:
- Frühbucherrabatt bis 17. Mai 2026:
- 4 Tage: 200,00 Euro
- Woche: 300,00 Euro
- Anmeldung bis 19. Juli 2026 (nach Verfügbarkeit):
- 4 Tage: 250,00 Euro
- Woche: 375,00 Euro
Zwei Debüts im Blickpunkt zum Start des Weltcups im Wasserspringen
Der Deutsche Schwimm-Verband e.V. (DSV) startet mit einem großen Team in die neue Weltcupsaison im Wasserspringen. Beim Auftakt in Montréal (CAN) an diesem Wochenende (26. Februar – 01. März) stehen dabei zwei Aktive besonders im Blickpunkt: Jonathan Schauer und Emily Deml – beide vom SV Halle. Beide feiern ihr Debüt auf internationaler Bühne.
Jonathan Schauer tritt an der Seite von Vereinskollege Lou Massenberg im 3m-Synchronspringen an. Anfang des Monats triumphierte das Paar bereits bei den Deutschen Hallenmeisterschaften in Berlin und hat sich dort durch einen deutlichen Qualitätssprung in ihrer Wettkampfserie für den Weltcupstart empfohlen. Schauer blickt der Premiere mit Vorfreude entgegen. „Das ist ein Privileg und ein sehr geiles Gefühl“, sagt der 20-Jährige.
An Montréal hat er gute Erinnerungen: 2022 gewann er dort bei der WM der Junior*innen Silber im 3m-Einzel. Mit diesem Gefühl im Kopf will er sich nun auch im Erwachsenenbereich beweisen. Seit Lou Massenberg in Halle weilt, läuft das Synchrontraining spürbar besser. „Wir können dadurch einfach viel mehr zusammen trainieren. So wird es von Einheit zu Einheit immer besser. Eigentlich haben wir keine große Schwachstelle in unserer Serie“, so Schauer.
Auch sonst hilft ihm die Präsenz von Massenberg bei seiner persönlichen Weiterentwicklung. „Für mich ist das ganz wichtig, dass er da ist. Ich brauche einen gestandenen Athleten, der mich mitzieht“, sagt er. Gemeinsam wollen sie im nationalen Vergleich das WM-Duo Moritz Wesemann und Timo Barthel (beide ebenfalls SV Halle) unter Druck setzen. Und sich im Weltcupauftakt schon einmal in eine gute Ausgangsposition für die Qualifikation zum Super Final bringen. Nach dem Start in Montréal geht die Serie eine Woche später in Zapopan (MEX) weiter. Das Weltcupfinale steigt Anfang Mai in China. Alle Wettkämpfe werden im Livestream bei Eurovisionsport übertragen.
Auch Emily Deml, die wie Schauer und Massenberg bei Norman Becker trainiert, feiert in Montréal ihre Premiere im Erwachsenenbereich. Die 17-Jährige, im Vorjahr Juniorinnen-Europameisterin vom 1m-Brett, springt im 3m-Sychronwettbewerb an der Seite von Jette Müller (Dresdner SC 1898). Deren etatmäßige Partnerin Lena Hentschel (Berliner TSC) ist wegen mehrerer College-Wettkämpfe in den USA beim Weltcup verhindert.
Chef-Bundestrainer Christoph Bohm sagt über Deml: „Emily ist ein hoffnungsvolles Talent, das jetzt ihre Frauenserie aufgebaut und dort teilweise auch schöne Qualitäten gezeigt hat. Sie soll hier vor allem Erfahrung sammeln und einfach Spaß haben.“ Die Schülerin selbst meint: „Ich freue mich, bei so einem großen Event dabei zu sein und bin glücklich über diese Chance. Jette ist eine erfahrene Springerin, das gibt mir Sicherheit.“ Deml wird allerdings nur beim ersten Weltcup dabei sein, ihr Fokus liegt in ihrem letzten Jugendjahr noch einmal hauptsächlich auf der JEM und JWM, wo sie um die Medaillen mitspringen will.
Das DSV-Team beim Weltcup
Emily Deml (SV Halle/nur Montréal): 3m-Synchron
Jette Müller (Dresdner SC 1898): 3m, 3m-Synchron (nur Montréal), Team-Event
Pauline Pfeif (Berliner TSC): Turm, Turm-Synchron, Team-Event
Elena Wassen (Berliner TSC): Turm-Synchron
Luis Avila Sanchez (Berliner TSC/nur Montréal): Turm, Turm-Synchron
Jaden Eikermann (SV Neptun Aachen): Turm, Turm-Synchron, Team-Event
Lou Massenberg (SV Halle): 3m, 3m-Synchron
Ole Rösler (WSC Rostock/nur Zapopan): Turm
Jonathan Schauer (SV Halle): 3m-Synchron
Moritz Wesemann (SV Halle): 3m, Team-Event
Bei den Hallenmeisterschaften geht es auch für Pauline Pfeif noch um den Weltcupstart
Bei den Internationalen Deutschen Hallenmeisterschaften im Wasserspringen vom 05. – 08. Februar in Berlin geht es für Pauline Pfeif endlich wieder hoch hinaus. Bei den Mannschaftsmeisterschaften im Dezember absolvierte die WM-Zweite von Singapur große Teile ihrer Serie noch aus fünf statt aus zehn Metern – zu diesem Zeitpunkt hatte sie noch Trainingsrückstand aufgrund eines längeren Bundeswehrlehrgangs im Herbst. Den Sieg holte sie im Dezember trotzdem und ist jetzt, wo sie wieder aus ihrer angestammten Höhe ins Wasser springt, natürlich erst recht die Favoritin.
„Bei den Mannschaftsmeisterschaften war es eine Ausnahme, weil ich einfach noch nicht so weit war“, sagt Pfeif. „Seit ein paar Wochen springe ich jetzt wieder aus zehn Metern. Und ich sehe, dass die Sprünge schon wieder fast so sind, wie sie sein sollten.“ Entsprechend selbstbewusst formuliert sie auch ihre Erwartungen an die Berliner Titelkämpfe: „Ich möchte gleich zwei- oder am besten sogar drei Mal die Norm für die EM in Paris erfüllen (305,00 Punkte, Anm. d. Red.) und so Selbstbewusstsein mitnehmen für die bevorstehenden Weltcups.“
Sporteurope.TV überträgt die Wettkämpfe im Livestream
Die Wettbewerbe beginnen an allen drei Tagen jeweils um 09:30 Uhr und sind komplett live bei Sporteurope.TV zu sehen. Dank der neuen Partnerschaft des DSV mit dem Streaming-Anbieter erhalten auch die Wasserspringer*innen die Aufmerksamkeit und Bühne, die sie verdienen. Bei der Hallen-DM kostet der Eventpass 10,00 Euro, den Tagespass gibt es für jeweils 3,99 Euro.
>> Zum DSV-Kanal auf Sporteurope.TV
Der Online-Sportsender, der bis August 2025 noch unter dem Namen Sportdeutschland.TV bekannt war, ist seit November das neue Zuhause für den Live-Content der DSV-Sportarten. Künftig werden auf der Plattform alle Streams von DSV-Veranstaltungen übertragen, die nicht anderweitig exklusiv vergeben sind – ein weiterer wichtiger Schritt für mehr Sichtbarkeit des Schwimmsports.
Beim Turm-Synchronspringen geht es noch um das Weltcup-Ticket
Außer im Turm-Einzel tritt Pauline Pfeif gleich am ersten Tag auch noch im Turm-Synchronspringen zusammen mit Elena Wassen (Berliner TSC) an. „Es läuft ganz gut, die Synchronität passt“, sagt sie. Während die 23-Jährige als WM-Medaillengewinnerin im Einzel für die Weltcupserie gesetzt ist, fordert Bundestrainer Christoph Bohm vom Berliner Synchronpaar noch einen Leistungsnachweis – auch weil Wassen nach langer Verletzungspause erst langsam wieder einsteigt. „Sie müssen noch einmal zeigen, dass sie mit der Belastung bereits wieder klarkommen“, sagt er.
>> Zur Ergebnisseite samt Zeitplan
Gleiches gilt bei den Männern vom 3m-Brett auch für Olympiastarter Timo Barthel (SV Halle), der im Herbst ebenfalls längere Zeit pausieren musste. Der Weltcupauftakt steigt vom 26. Februar – 01. März in Montreal (CAN). Daneben geht es bei den Hallenmeisterschaften auch noch um die Startplätze beim Canada Cup of Diving (09. – 12. April in Windsor/CAN), einem ebenfalls gut besetzten internationalen Vergleichswettkampf.
