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Zweite Plätze samt Dollar-Bonus für Gose und Schwingenschlögl
Am dritten Tag des FINA Swimming World Cups in Budapest konnten sich Isabel Gose und Fabian Schwingenschlögl noch jeweils einen zweiten Platz sichern. Die Magdeburgerin musste über 800m Freistil in 8:19,62 Minuten nur das 16-jährige US-Talent Cavan Gormsen (8:16,76) ziehen lassen. Der Neckarsulmer holte in 2:05,84 Minuten Silber über 200m Brust hinter Arno Kamminga (NED/2:02,07). Damit sicherten sich Gose als Sechste und Schwingenschlögl als Achter auch gute Platzierungen in der Meeting-Wertung des zweiten von vier Weltcup-Events – 5.400 bzw. 5.200 US-Dollar Prämie sind dafür der Lohn.
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Die meisten Punkte in Ungarns Hauptstadt und damit 12.000 Dollar verdienten Emma McKeon (AUS) und Tom Shields (USA). Die vierfache Olympiasiegerin stellte dabei sogar einen Weltcup-Rekord über 100m Freistil (50,58 Sekunden) auf und führt jetzt auch in der Gesamtwertung knapp vor Kira Toussaint (NED). Isabel Gose kletterte hier auf Rang elf.
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Bei den Männern liegt der Südafrikaner Matthew Sates beim Kampf um den Sieger-Jackpot von 100.000 US-Dollar knapp vor Shields, Schwingenschlögl ist mit sechs Podestplätzen in sechs Rennen Gesamtsechster. Und der deutsche Brustschwimmer gehört auf jeden Fall auch zu jenen, die nun auch noch Starts bei den weiteren Weltcup-Stationen in Doha (QAT21. – 23. Oktober) und Kazan (RUS/28. – 30. Oktober) planen. „Ich wusste ja vorher, dass ich mich in der Weltcupwertung mit vorn einsortieren kann, und bisher geht der Plan gut auf. Natürlich merke ich bei den vielen Rennen gerade bei den 200 Metern dann die wachsende Müdigkeit, deswegen war heute der Platz wichtiger als die Zeit“, sagte Schwingenschlögl. Wenn es weiter so gut läuft in diesem Kurzbahn-Wettbewerb, kann das Oktober-Einkommen des 30-Jährigen auf über 30.000 Dollar anwachsen. Gose dagegen richtet ihr Augenmerk wie alle anderen in der Magdeburger Trainingsgruppe von Bundestrainer Bernd Berkhahn nun dagegen lieber auf Kurzbahn-EM (02. – 07. November) und Kurzbahn-WM (16. – 21. Dezember) aus.
DKM-Double gibt Angelina Köhler Schwung für den Weltcup
An Kathrin Demler kam niemand mehr heran, mit fünf Titeln blieb die 25-Jährige von der SG Essen auch ohne Einsatz am abschließenden Sonntag die erfolgreichste Teilnehmerin der Deutschen Kurzbahn-Meisterschaften in Wuppertal. Trotzdem erlebte die Schwimmoper noch einige andere Seriensiege.
So feierten Angelina Köhler (Hannover 96) über 100m Schmetterling (58,30 Sekunden), Jessica Steiger (VFL Gladbeck) über 100m Lagen (1:00,86 Minuten), Giulia Goerigk (SGR Karlsruhe) über 400m Freistil (4:10,38) und Kim Kristin Krüger (SG Dortmund) über 50m Rücken (27,46 Sekunden) sowie Jeremias Pock (SG Mittelfranken) über 100m Lagen (55,05 Sekunden) ihren jeweils zweiten DKM-Triumph 2021. Der Hamburger Björn Kammann glänzte sogar mit einem Doppelschlag im Abschlussabschnitt, neben den Siegen über 100m Schmetterling (52,39 Sekunden) und 50m Rücken (24,19 Sekunden) gewann er zudem auch noch Silber über 100m Lagen. Lediglich acht Hundertstel fehlten da letztlich zum goldenen Hattrick.
Meistertitel für junge Toptalente Nele Schulze und Kiran Winkler
Gelungene Premieren auf dem obersten Treppchen feierten zudem zwei erst 17-jährige Talente. Nele Schulze (TSB Flensburg) setzte sich über 200m Brust (2:26,24 Minuten) durch. Kiran Winkler (SC Magdeburg) war über 400m Freistil (3:49,09 Minuten) der Schnellste. „Die junge Garde hat sich hier prima präsentiert, damit meine ich auch die noch viel jüngeren Jahrgänge, die es mitunter schon in die B-Finals geschafft haben“, lobte Nachwuchs-Bundestrainer Carsten Gooßes.
Für die besten DKM-Teilnehmer*innen um Demler, Köhler oder auch Dreifach-Meister Sven Schwarz (Waspo 98 Hannover) steht nun ab Freitag der FINA World Swimming Cup in Berlin (01. – 03. Oktober) an. „Das Teilnehmerfeld ist dort mit vielen absoluten Topstarts gespickt, da wird man dann auch am Vormittag schon ganz schnell schwimmen müssen, um es ins Finale zu schaffen. Die DKM-Rennen waren dafür eine gute Vorbereitung“, sagte Angelina Köhler.
Kathrin Demler im Goldrausch, Adieu für Christian vom Lehn
Zwar ist Kathrin Demler ohnehin eines der fröhlicheren Wesen im deutschen Schwimmsport, bei den Deutschen Kurzbahn-Meisterschaften (DKM) in Wuppertal sieht man ihr ansteckendes Lächeln dieser Tage aber besonders oft. Nach zwei Siegen zum Auftakt (200m Schmetterling und Mixed-Staffel) ließ die 25-Jährige von der SG Essen am Freitag zwei weitere Goldmedaillen über 400m Lagen (4:37,46 Minuten) und 200m Freistil (1:57,87 Minuten) folgen. „Ich spüre dabei schon auch Müdigkeit“, sagte Demler. „Aber wenn ich dann wieder auf dem Startblock stehe, kommt bei mir immer wieder der Ehrgeiz durch.“ Die anderen beiden Siege des Tages sicherten sich Angelina Köhler (Hannover 96) über 50m Schmetterling (26,45 Sekunden) und Sonnele Öztürk (Wasserfreunde Spandau 04) über 200m Rücken.
Bei den Männern sicherte Sven Schwarz (Waspo 98 Hannover) über 200m Freistil (1:48,03 Minuten) seinen zweiten DKM-Titel, das größte Ausrufezeichen setzte allerdings Cornelius Jahn (Ahrensburger TSV) bei seinem überlegenen Sieg über 200m Rücken (1:55,35 Minuten). „Es ist sehr erfreulich, wenn sich Talente wie Cornelius hier so ins Rampenlicht schwimmen, da“, lobte Nachwuchs-Bundestrainer Carsten Gooßes den 18-Jährigen. „Das lässt weiter auf eine positive Entwicklung beim Übergang in die offene Klasse hoffen. Bei der JEM in Rom war er im Sommer ja leider von einer Magenverstimmung ausgebremst worden.“ Für neue Namen in der Meisterliste sorgten zudem Felix Ziemann(SC Wiesbaden) mit dem Sieg über 400m Lagen (4:19,23) und Moritz Schaller (SG Bayer) über 50m Schmetterling (23,59 Sekunden).
Einen großen Auftritt hatte in der „Schwimmoper“ am Freitag auch noch einmal Christian vom Lehn. Am Vormittag hatte sich der Brustschwimmer, der mit WM-Bronze 2011 seinen größten Erfolg feiern konnte und an den Olympischen Spielen in London 2012 und Rio 2016 teilnahm, mit der Staffel der SG Essen noch einmal den Titel über 4x50m Freistil gesichert. Am Nachmittag erfolgte dann die feierliche Verabschiedung vom Leistungssport durch Harald Walter, den Vizepräsidenten des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV). „Du hast dich ein halbes Leben für unseren Sport engagiert und bist ein großes Vorbild für unseren Nachwuchs. Dafür möchten wir dir danken“, so Walter. Vom Lehn steigt nach erfolgreichem Studium (Medienkommunikation und Multimedia) nächste Woche beim REWE-Konzern ins Berufsleben ein.
DSV-Junioren mit erfolgreichem WM-Abschluss
Die deutsche Junioren-Nationalmannschaft hat die U20-WM in Prag (CZE) erfolgreich abgeschlossen und mit einem deutlichen 16:6 gegen Brasilien Platz neun gesichert. Es war der vierte Sieg in sechs Turnierspielen für die Mannschaft von Bundestrainer Nebojsa Novoselac. Die DSV-Sieben war erstmals seit 2007 wieder bei einer U20-WM vertreten und feierte nun eine gelungene Rückkehr in den Kreis der weltbesten Nachwuchsteams.
Bei der WM 2007 in den USA war Deutschland Achter geworden. Etliche Spieler von damals schafften danach den Sprung ins A-Nationalteam und sind dort zum Teil bis heute wichtige Leistungsträger. Auch die neue Generation hat eine glänzende Zukunft vor sich. Im Spiel um Platz neun gegen Brasilien ging die DSV-Auswahl der Jahrgänge 2001 und jünger schon im ersten Viertel mit 3:0 in Führung und hatte die Partie auch in der Folge stets im Griff. Bereits in der Vorrunde waren beide Teams aufeinandergetroffen, auch dort war Deutschland beim 14:5 schon die klar bessere Mannschaft gewesen.
Diesmal fiel das Ergebnis sogar noch etwas höher aus. Zoran Bozic (SSV Esslingen) gelangen allein acht Tore, aber auch Finn Rotermund (White Sharks Hannover) erwischte mit drei Treffern einen guten Tag. Bozic wurde am Ende mit 19 Toren auch insgesamt der beste deutsche Schütze bei diesem Turnier, gefolgt von Mark Gansen (ASC Duisburg), Niclas Schipper (Waspo 98 Hannover) und Yannek Chiru (Wasserfreunde Spandau 04) mit jeweils acht.
Das erste Platzierungsspiel hatten die Deutschen tags zuvor mit 8:7 gegen Russland gewonnen, dort war Schipper mit drei Treffern der erfolgreichste Torschütze. Gegen die Russen entschieden die Deutschen das erste Viertel mit 2:0 für sich und bauten ihre Führung danach auf 4:1 und 6:3 aus. Nach der Pause kam der Gegner noch einmal heran, doch zwei Treffer von Chiru sorgten für eine erneute 8:6-Führung. Russland konnte zwar noch einmal verkürzen. Doch auch dank eines gut aufgelegten Felix Benke (Waspo 98 Hannover) im Tor sicherte das DSV-Team den Sieg.
U20-WM: Deutschland spielt um die Plätze neun bis zwölf
Deutschlands Nachwuchswasserballer spielen bei der U20-WM in Prag (CZE) um die Plätze neun bis zwölf. Im Achtelfinale am Donnerstag unterlag das Team von Bundestrainer Nebojsa Novoselac mit 8:10 gegen die USA. Bereits am Freitag (14:00 Uhr) trifft Deutschland im ersten Platzierungsspiel nun auf Russland, den 13. der U20-WM 2019, der in seinem Achtelfinale gegen Titelverteidiger Griechenland mit 7:11 den Kürzeren zog.
Deutschland war vor zwei Jahren in Kuwait nicht dabei – die diesjährige Teilnahme ist die erste einer DSV-Auswahl bei einer Junioren-WM seit 2007. Im Verlauf des Turniers konnten die deutschen Talente dabei schon mehrfach auf sich aufmerksam machen und gingen entsprechend engagiert in das Duell mit den Amerikanern. Nach nur 22 Sekunden gelang Zoran Bozic (SSV Esslingen) bereits der erste Treffer. Anfangs wogte das Spiel hin und her, nach dem ersten Viertel stand es 2:2. Im zweiten Abschnitt zogen die Deutschen dann aber binnen 90 Sekunden auf 5:2 davon und führten zur Halbzeit mit 6:4.
Bereits zu diesem Zeitpunkt war es eine eher defensiv geprägte Partie mit relativ wenig Schüssen aufs Tor, wobei die Amerikaner letztlich vor allem in Überzahl die effektivere Mannschaft waren. Entscheidend war dabei das dritte Viertel, welches die Amerikaner mit 4:0 für sich entschieden und die Partie damit zu ihren Gunsten drehten. 8:6 führte die USA nach 24 Minuten, nachdem Zoran Bozic auf deutscher Seite kurz vor dem Viertelende noch einen Penalty vergeben hatte. Im Schlussviertel kam das DSV-Team durch zwei Treffer von Mark Gansen zwar noch einmal heran – der Duisburger war am Ende zusammen mit Bozic und Maximilian Froreich (Waspo 98 Hannover), die beide ebenfalls doppelt erfolgreich waren, der beste Torschütze der DSV-Sieben. Doch das 8:10 bei erneuter Unterzahl bedeutete 76 Sekunden vor Schluss die Entscheidung für die USA.
DSV-Junioren stehen bei der U20-WM im Achtelfinale
Zum ersten Mal seit 2007 ist in diesem Jahr wieder eine deutsche Junioren-Nationalmannschaft bei einer U20-Weltmeisterschaft am Start. Das DSV-Team hatte dabei schon im Vorfeld betont, dass es beim Turnier in Prag (CZE) nicht einfach bloß dabei sein will, sondern mit guten Leistungen überzeugen und damit an die erfreulichen Eindrücke aus der Vorbereitung anknüpfen möchte. Dieser Ansage ließ die Mannschaft von Bundestrainer Nebojsa Novoselac in der Vorrunde Taten folgen. In Gruppe C sicherte die DSV-Auswahl Platz zwei hinter Ungarn, das schon vorher als Favorit in dieser Gruppe galt, und hat damit in souveräner Manier das Achtelfinale erreicht.
Am Donnerstag (16:30 Uhr) geht es dort nun gegen die USA, das drittplatzierte Team aus Gruppe B. Die Amerikaner gelten als das beste nicht-europäische Team bei dieser WM. Der Gewinner dieser Partie trifft im Viertelfinale anschließend auf Montenegro als Sieger der Gruppe D. Sollte Deutschland das Viertelfinale erreichen, wäre man bei diesem Turnier schon mindestens so gut wie beim bislang letzten Auftritt einer deutschen Mannschaft im Kreis der weltbesten Nachwuchsteams. Bei der U20-WM 2007 in den USA war es am Ende ein achter Platz.
Beim aktuellen Turnier siegte die DSV-Sieben zum Auftakt gegen Ägypten mit 14:4. Auch gegen Brasilien war man beim 14:5 klar die bessere Mannschaft, wobei in dieser Partie insbesondere die Defensive um Torhüter Felix Benke (Waspo 98 Hannover) eine starke Leistung zeigte. Im abschließenden Duell mit den Ungarn, die bei U17-EM 2019 mit dem Jahrgang 2002 noch Bronze geholt hatten, war das deutsche Team bis zur Halbzeit ebenfalls auf Augenhöhe, musste dann aber das dritte Viertel mit 0:5 abgeben, so dass das Spiel zugunsten der Magyaren entschieden war. Niclas Schipper (Waspo 98 Hannover) war in dieser Partie mit zwei Toren bester Deutscher. Insgesamt war in der Vorrunde Zoran Bozic (SSV Esslingen) mit neun Treffern bester DSV-Torschütze, gefolgt von Yannek Chiru (Wasserfreunde Spandau 04/sechs) und Mark Gansen (ASC Duisburg/fünf).
Florian Wellbrock greift auch in der Kurzbahn-Saison voll an
Andere sind nach der Rückkehr von den Olympischen Spielen in Tokio direkt abgeflogen in den verdienten Urlaub. Oder haben sich wie Teamkollegin Leonie Beck daheim erst einmal die olympischen Ringe tätowieren lassen. Bei Florian Wellbrock läuft das dieser Tage jedoch alles ein wenig anders.
Der Freiwasser-Olympiasieger trainiert daheim in Magdeburg erst noch zwei Wochen weiter, nimmt viele Interviewtermine wahr und startet dann erst in einen zweiwöchigen Urlaub in Deutschland. Er überlegt zwar, ob er sich das Datum seines grandiosen Goldrennens über 10km in römischen Ziffern tätowieren lässt, wie er der „Sportbild“ verriet. Aber vermutlich passiert das erst einmal nicht so schnell. Denn Wellbrock hat im sportlichen Bereich eine Menge vor in nächster Zeit.
„Es ist einigermaßen viel zu tun“, sagte der 23-Jährige am Dienstag im MDR-Interview. Denn gleich nach dem kurzen Urlaub steht schon die Vorbereitung auf die Kurzbahn-EM in Kazan (02. – 07. November) und die Kurzbahn-WM in Abu Dhabi (16. – 21. Dezember) an. „Das nehme ich voll mit“, kündigte der Schützling von Bundestrainer Bernd Berkhahnbeim SC Magdeburg an. „Man könnte jetzt denken, dass man mit olympischem Gold zufrieden ist und Ruhe haben will, aber bei mir macht das Hunger auf mehr. Ich freue mich schon tierisch auf das nächste Jahr.“
Mit Olympiagold hat Wellbrock nach seinen Siegen bei der EM 2018 und der WM 2019 nun mit nur 23 Jahren alles schon gewonnen, was es in seinem Sport zu gewinnen gibt. Doch satt ist er deswegen noch lange nicht. Und das ist sicher hilfreich, stehen nach der Kurzbahnsaison doch auch 2022 mit der WM in Fukuoka (13. – 29. Mai) und der EM in Rom (11. – 21. August) gleich noch einmal zwei internationale Meisterschaften an wegen der Verschiebungen durch Corona. Und bis zu den nächsten Olympischen Spielen in Paris vergeht ja insgesamt auch weniger Zeit als sonst. Auch daran denkt Wellbrock schon. „Das Ziel für 2024 kann nun sein, diese Strecke ein zweites Mal zu gewinnen“, hatte er noch in Japan gesagt.
Tina Punzel erreicht das Halbfinale vom 3m-Brett
Der Traum vom olympischen Einzelfinale lebt weiter. Am Sonntag (01. August) wird Wasserspringerin Tina Punzel 26 Jahre alt, am selben Tag fällt auch die Entscheidung vom 3m-Brett, bei der sie an ihrem Ehrentag unbedingt mit dabei sein will. Den ersten Schritt dorthin hat die Europameisterin erfolgreich absolviert: Im Vorkampf kam sie mit 287,00 Punkten auf Rang 14 – die ersten 18 zogen ins Halbfinale ein, das bereits morgen (ab 08:00 Uhr MESZ) ausgetragen wird. Die besten zwölf Springerinnen erreichen dann den Endkampf.
Dabei startete die die Dresdnerin im Tokyo Aquatics Centre nicht optimal in den Wettkampf. Beim 2,5-fachen Salto rückwärts hatte sie zu viel Schwung, so dass es beim Eintauchen ordentlich spritzte – nach der ersten Runde lag sie so nur auf Platz 26 unter 27 Teilnehmerinnen. Doch mit all ihrer Erfahrung arbeitete sich Punzel danach Stück für Stück nach oben. „Ich hätte es natürlich gerne noch ein bisschen souveräner geschafft, nichtsdestotrotz bin ich erstmal froh, dass ich weiter bin“, sagte sie. „Ich habe mich heute ein bisschen schwergetan, in meinen Wettkampfrhythmus zu kommen. Vielleicht weil es hier schon mein dritter Wettkampf war, war ein bisschen die Anspannung nicht mehr da. Die musste ich mir dann zurückerkämpfen. In der vierten und fünften Runde ist mir das zum Glück gelungen und mit dem Gefühl gehe ich jetzt auch morgen in den Wettkampf. Ich kann einiges besser machen und will natürlich am Sonntag unbedingt im Finale springen.“
Ähnlich sah es auch Chef-Bundestrainer und DSV-Sportdirektor Lutz Buschkow: „Sie ist nicht so richtig in den Wettkampf gekommen, aber vor allem hinten raus hat sie ordentlich gekämpft und sich gesteigert und ist am Ende mit drei stabilen Sprüngen ins Halbfinale eingezogen. Beim 2,5-fachen Salto rückwärts und beim Auerbachsalto hat sie dort noch deutliche Reserven.“
Ganz vorne landeten am Freitag erwartungsgemäß die Chinesinnen. Beste Springerin im Vorkampf war die Rio-Olympiasiegerin Shi Tingmao (350,45) vor ihrer Landsfrau Wang Han (347,25). Überraschend ausgeschieden ist dagegen die Britin Grace Reid (268,15), die Europameisterin von 2018 scheiterte auf Rang 19 ganz knapp.
Lange Frauen-Staffel zieht ins Finale ein, auch Philip Heintz weiter
Nachdem Sarah Köhler am Mittwochvormittag die erste Olympiamedaille seit 13 Jahren gewonnen hatte für den Deutschen Schwimm-Verband e.V. (DSV), machte Bundestrainer Bernd Berkhahn aus seiner Erleichterung kein Geheimnis. „Dass dieser Knoten jetzt geplatzt ist. Dass man im Team sagen kann: Seht her, deutsche Schwimmer*innen können Medaillen bei Olympia gewinnen – darüber bin ich sehr froh“, hatte Berkhahn der Medienschar nach dem Bronzerennen gesagt.
Bevor auch Florian Wellbrock am Donnerstag seiner ersten Medaillenchance über 800m Freistil nachjagt (ab 03:30 Uhr), standen aber erst einmal wieder Vorläufe im Tokyo Aquatic Centre an. Und hier sorgten wieder die Frauen für eine positive Nachricht. Die Staffel über 4x200m Freistil sicherte sich nämlich in 7:52,06 Minuten als Sechste den Finalplatz. Isabel Gose (1:57,29 Minuten), Leonie Kullmann (1:58,59), Marie Pietruschka (1:58,72) und Annika Bruhn (1:57,04) sorgten damit für die erste Endlaufteilnahme des DSV-Teams in dieser Disziplin seit dem Bronzegewinn 2004. Vorlaufschnellster war Australien (7:44,61). „Wir wussten um unsere Chance, und ich bin sehr zufrieden, dass wir sie auch genutzt haben“, sagte Marie Pietruschka. „Und natürlich werden wir morgen dann all in gehen und mal schauen, ob noch mehr geht.“
Außerdem zog Philip Heintz mit einer wohl dosierten Leistung in 1:57,72 Minuten ins Halbfinale über 200m Lagen ein. Der Heidelberger liegt damit vorerst auf Rang 13, hat bei einer Bestzeit von 1:55,76 aber sicher noch Steigerungspotenzial „Ich war schon etwas aufgeregt, denn das wird ein sehr enges Feld morgen. Und um etwas Körner zu sparen, war es einfacher, anfangs etwas ruhiger zu machen und über die zweite Rennhälfte zu kommen, das ist mir gut gelungen. Platz 13, weiter, das passt schon alles. Daher bin ich bis hierher zufrieden“, sagte der WM-Vierte von 2019. Schnellster war der US-Amerikaner Michael Andrew (1:56,40).
Nach einem tollen Staffeleinsatz mit Platz sieben über die 4x200m Freistil am Vormittag verbesserte Jacob Heidtmannseine Bestzeit über die 200m Lagen am Nachmittag zwar um fast eine halbe Sekunde auf 1:58,80, schied damit auf Rang 23 aber aus. Enttäuschter war aber Christian Diener, da der Potsdamer als 19. über 200m Rücken (1:58,27 Minuten) weit unter seinen Möglichkeiten blieb. Schnellster in den Vorläufen war hier der Brite Luke Greenbank (1:54,63).
Je zwei Meistertitel für Leonie Beck und Oliver Klemet
Zum Abschluss der Deutschen Meisterschaften im Freiwasserschwimmen in Münster haben sich Leonie Beck (SV Würzburg) und Oliver Klemet (SG Frankfurt) ihren jeweils zweiten Titel sichern können. Damit stiegen beide auch zu den erfolgreichsten Teilnehmer*innen der hervorragend organisierten Titelkämpfe im Stadthafen auf.
>> Alle Ergebnisse der Freiwasser-DM 2021
Favoritin Beck siegte am Samstag über 5km in 1:00:00,12 Stunden. Dahinter rangierten 25km-Europameisterin Lea Boy(SV Würzburg/1:00:01,06) und 10km-Siegerin Jeannette Spiwoks (SG Essen/1:00:02,05). Am Vortag hatte die 23-jährige Olympiastarterin Beck mit ihrem Vereinsteam bereits in der 3x1,25km-Staffel triumphiert. "Nach der langen Pause ist jeder Wettkampf für mich hilfreich. Und natürlich gibt es immer auch ein gutes Gefühl, wenn man einen Titel verteidigen kann", sagte Beck.
Klemet war nach seinem Erfolg über die olympische Distanz von 10km am Donnerstag auch über die halb so lange Strecke erfolgreich. Nach 55:50,56 Minuten sicherte sich der 19-Jährige überlegen den Sieg vor Lars Bottelier (SV Würzburg/55:57,99) und Niklas Frach (SV Gelnhausen/56:00,58). „Mit seiner Vielseitigkeit ist Oliver ein hoffnungsvolles Talent, denn auch im Becken hat er in diesem Jahr schon Topzeiten abgeliefert“, lobte Constantin Depmeyer. Der Bundestrainer Nachwuchs gibt nach dieser Saison das Amt ab und wurde in Münster bereits offiziell verabschiedet. Das Lob für den Sieger hat dennoch Gewicht. „Oliver bringt zudem ein herausragendes Verständnis von Taktik in einem Schwimmfeld mit. Da werden wir in Zukunft noch einiges sehen können.“ Als nächstes wird der Schützling von Trainer Jan Wolfgarten im Juli nun bei den Europameisterschaften der Junior*innen in Paris starten.
Wunderbare Kulisse im Stadthafen von Münster
Aber nicht nur die Titelträger*innen genossen bei dieser DM Organisation und Ambiente. „Eine wunderbare Kulisse“, lobte Angela Delissen vom Deutschen Schwimm-Verband (DSV) das Areal an der Hafenmeile. Die Referentin für Freiwasserschwimmen hatte bei der Auswahl des Ausrichtungsortes aufgrund guter Erinnerungen an das frühere Ultra-Schwimmen den richtigen Riecher bewiesen. Eine Wiederkehr ist so nicht auszuschließen.
