Website-Suche
Ihre Suchergebnisse:
Timo Barthel und Lars Rüdiger sorgen für Traumstart beim Wasserspringen
Bei den vergangenen Weltmeisterschaften 2019 in Gwangju (KOR) mussten die deutschen Wasserspringer*innen auf eine Medaille bis zum letzten Wettkampftag warten. In Budapest (HUN) gab es dieses Mal gleich in der ersten Entscheidung Edelmetall - im 3m-Synchronspringen gewannen Timo Barthel (SV Halle) und Lars Rüdiger (Berliner TSC) mit 406,44 Punkten Bronze. Gold ging nach China mit Olympiasieger Wang Zongyuan und Weltmeister Cao Yuan (459,18) vor den Briten Anthony Harding und Jack Laugher (451,71).
“Für mich ist ein Traum in Erfüllung gegangen”, sagte Barthel. “Lars hat ja letztes Jahr bei Olympia schon Bronze gewonnen, und ich glaube, ich kann seit zwei Wochen nicht mehr schlafen, weil ich nur von dieser Medaille träume. Und jetzt neben Lars das geschafft zu haben, ist für mich einfach unfassbar.” Deutsche Springer waren in dieser Disziplin bislang immer unter den Top Sechs, doch eine Medaille hatte es seit 2007 in Melbourne (AUS) nicht mehr gegeben - damals gewannen Tobias Schellenberg und Andreas Wels ebenfalls Bronze.
Bei den Olympischen Spielen in Tokio (JPN) stand Lars Rüdiger im vergangenen Jahr als Dritter ebenfalls schon auf dem Treppchen, damals noch an der Seite von Patrick Hausding. Nach dessen Rücktritt wurde das deutsche Paar neu zusammengestellt, an Rüdigers Seite springt seit Anfang des Jahres nun Timo Barthel, mit dem er von Größe und Statur gut zusammenpasst. “Ich habe mich gefreut, dass das junge Paar ihren ersten internationalen Wettkampf hier gleich mit einer Bronzemedaille kürt und die Fußstapfen von Patrick mindestens ein bisschen gefüllt sind”, sagte Bundestrainer Lutz Buschkow.
Dass es direkt so gut läuft, war nicht unbedingt abzusehen. “Wir haben dieses Jahr angefangen, zusammen zu trainieren, ich glaube im Dezember oder im Januar, also vor jetzt knapp sechs Monaten. Wir hatten nicht so viel Training, weil wir ein paar Probleme hatten mit dem Körper und der Gesundheit. Wir haben uns jetzt zwei Wochen vor der WM erst so richtig mal zusammengefunden und intensiv trainiert”, erzählte Rüdiger. Umso größer war auch bei ihm der Jubel: “Jetzt mit der Medaille hier zu stehen, ist echt mein Lebenstraum. Diese WM-Medaille hat mir persönlich gefehlt, und das ist einfach unglaublich.” Seine Eltern waren in Budapest vor Ort, “ich werde mich mit denen vielleicht im FINA-Park mal kurz hinsetzen und das eine oder andere Getränk zu mir nehmen”, beschrieb der Berliner seine Pläne für den weiteren Abend.
Während es für ihn sein einziger WM-Start war, hat Timo Barthel in den kommenden Tagen noch ein straffes Programm vor sich. “Für mich kommen noch ein paar Disziplinen. Lars hat es natürlich wieder top gemacht - ein Wettkampf und direkt eine Medaille und er hat jetzt frei. Bei mir kommt noch Turm-Synchronspringen, das Team-Event, der Wettbewerb vom 1m-Brett und zum Schluss noch Turm-Einzel. Ich habe noch eine wilde Fahrt vor mir.” Nach dem glänzenden Auftakt darf er die kommenden Aufgaben selbstbewusst angehen.
“Nochmal alles rausgeledert”: Lagen-Staffel als Sechste nah dran an einer Medaille
Auch das letzte WM-Finale der Männer bei den Beckenwettbewerben - die 4x100m Lagen - ging am Samstagabend noch einmal mit deutscher Beteiligung über die Bühne. Mit insgesamt 15 Finalteilnahmen war das Beckenteam des Deutschen Schwimm-Verbands e.V. (DSV) damit erfolgreicher als noch 2019 in Gwangju (KOR), wo es 13 Finalteilnahmen gewesen waren, und das mit einem deutlich kleineren Team als noch in Südkorea. “Wenn unsere Sportler*innen es schaffen, an ihre Bestleistungen heranzukommen, dann hat man gute Chancen, bis ins Finale vorzustoßen. Wir nutzen diese Möglichkeiten, und der Spirit geht so durch, das ist toll und macht Spaß. Keiner hat Ängste oder Sorgen, alle haben Bock, zu performen, und darum geht’s”, erklärte Bundestrainer Bernd Berkhahn dieser Tage.
Richtig Bock auf dieses Finale hatten auch die deutschen Lagen-Männer. Zum Abschluss belegte die Staffel mit Ole Braunschweig (SG Neukölln Berlin), Lucas Matzerath (SG Frankfurt), Eric Friese (Potsdamer SV) und Rafael Miroslaw (SG HT16 Hamburg) in einer Zeit von 3:32,63 Minuten Platz sechs in der Welt und konnte sich damit gegenüber dem Vorlauf noch einmal um mehr als eine Sekunde verbessern. Es war zudem die beste deutsche Platzierung im Weltvergleich seit dem fünften Platz bei der WM 2015 in Kazan (RUS). “Wir haben nochmal alles rausgeledert, was wir hatten”, sagte Braunschweig. Gold ging nach Italien, das mit 3:27,51 den Europarekord der Briten von den Olympischen Spielen in Tokio (JPN) einstellte, Silber an die USA (3:27,79), Bronze an Großbritannien (3:31,31).
Auch das DSV-Quartett durfte zwischenzeitlich sogar von einer Medaille träumen. Noch beim letzten Wechsel lag man lediglich vier Zehntel hinter den Briten, nachdem Ole Braunschweig (Rücken/53,94), Lucas Matzerath (Brust/59,32) und ganz besonders Eric Friese (Schmetterling/51,03) auf den ersten drei Lagen ein hervorragendes Rennen hinlegten. “Ich hab gesehen, James Guy (GBR, Anm. d. Red.) ist recht kurz vor mir reingesprungen. Ich habe meinen Coach vorher schon gefragt: ,Was meinst du, wenn James vor mir reinspringt, sollte ich mitziehen?’ Er meinte dann: ,Ja, zieh mit, nimm die Welle.’ Die habe ich dann recht gut geholt, glaube ich, die Welle. Da war ich, soweit ich weiß, die ganzen 100 Meter über drin”, sagte Friese.
Dass es dann trotz einer ebenfalls schnellen letzten Lage von Rafael Miroslaw (48,34) am Ende nicht ganz für das Podium reichte, konnten die vier gut verschmerzen. “Wir haben uns echt gut geschlagen”, meinte Matzerath. Es war ein sehr enges Feld und wir konnten gut zeigen, dass wir da mitmischen können.” Mit diesem Gefühl gehen die Deutschen optimistisch in die kommenden Wettkämpfe. Ole Braunschweig meinte bereits: “Nächstes Jahr greifen wir dann mal die Medaillen an.”
Knapper Verlust trotz starker Aufholjagd des verjüngten DSV-Teams
Zweieinhalb Minuten vor Ende des dritten Viertels des WM-Auftakts der deutschen Wasserballer gegen Japan sah sich Bundestrainer Petar Porobic gezwungen, eine Auszeit zu nehmen. Und der Montenegriner fand ganz offensichtlich die passenden Worte, um seine Mannschaft noch einmal voranzutreiben. Auf einmal fielen die Treffer, zwei noch in diesem Viertel, ganze fünf dann im vierten.
Das Problem war nur, dass das DSV-Team zum Zeitpunkt der Auszeit bereits mit 4:11 zurückgelegen hatte. Zwar startete man danach eine grandiose Aufholjagd und kam so noch bis auf ein Tor heran, doch zum Sieg reichte es nicht mehr. Mit 11:12 ging die Partie gegen den Zehnten der letztjährigen Olympischen Spiele in Tokio (JPN) verloren. In den weiteren Gruppenspielen trifft Deutschland am Donnerstag (23. Juni) auf Kroatien und am Samstag (25. Juni) auf den Olympiazweiten Griechenland.
Das deutsche Team bestreitet die Vorrunde in Debrecen ganz im Osten Ungarns. Die Mannschaft präsentiert sich bei diesen Weltmeisterschaften stark verjüngt, für viele Spieler ist es das erste große Turnier. Aus dem Kader der vergangenen WM 2019 in Gwangju (KOR) sind lediglich noch vier Spieler mit dabei. Kapitän Moritz Schenkel ist einer von ihnen, er sieht in der fehlenden Routine von großen Teilen des Kaders auf diesem Level auch den Hauptgrund für die Niederlage zum Auftakt. “Man hat gesehen, dass wir gar keine Spielerfahrung auf diesem Niveau haben, gerade mit dieser jungen Mannschaft. Wir haben zwar ein Länderspiel gegen die USA gemacht, aber das ist auch schon wieder eine Woche her. Uns haben jetzt am Ende auch einfach Spielpartner gefehlt, wir hatten also keine Chance, das alles mal zu üben. Das hat man auch die ersten drei Viertel gesehen”, sagte er.
Beste Torschützen auf deutscher Seite waren Fynn Schütze mit drei und Niclas Schipper mit zwei Treffern, beide von Double-Gewinner Waspo 98 Hannover, daneben trafen sechs weitere Spieler je einmal. Für die Japaner, die mit ihren ungewöhnlichen Spielweise auch schon für andere Teams ein unangenehmer Gegner waren, war Yusuke Inaba fünfmal erfolgreich. “Positiv aus dem Spiel kann man sicherlich mitnehmen, dass die Spieler ihre erste Erfahrung auf so einem großen Turnier gemacht haben, und dass, wenn sie das spielen, was der Trainer vorgibt, es dann auch durchaus zum Erfolg führen kann. Und jetzt müssen wir weiter daran arbeiten, dass wir als Team zusammenwachsen und hier noch achtbare Ergebnisse gegen die Gruppenfavoriten Kroatien und Griechenland rausholen”, so Schenkel.
Lukas Märtens in Rekordrennen wieder in Topform
Auf den 400m Freistil war Elijah Winnington (AUS) vor zwei Tagen noch schneller gewesen als Lukas Märtens, der am Samstag auf dieser Distanz die Silbermedaille gewonnen hatte. Im Finale über die 200m Freistil drehte der Magdeburger diesmal den Spieß um und schlug vor dem Australier an. In 1:45,73 kam Märtens am Montagabend bei den Weltmeisterschaften in Budapest (HUN) auf Platz sieben an und blieb dabei nur knapp drei Zehntel über seiner eigenen Bestzeit (1:45,44). Auch ganz vorne ging die Post ab, mit 1:43,21 konnte der Rumäne David Popovici seinen Junioren-Weltrekord aus dem Halbfinale ein weiteres Mal verbessern und schwamm mit großem Vorsprung zur Goldmedaille. Silber ging an Sunwoo Hwang (Südkorea/1:44,47), Bronze an Tokio-Olympiasieger Tom Dean (GBR/1:44,98).
Lukas Märtens war der erster Deutsche in einem 200m-Finale seit sieben Jahren. 2015 bei der Weltmeisterschaft in Kazan (RUS) hatte Paul Biedermann über diese Distanz die Bronzemedaille gewonnen. “Ich bin super zufrieden. Ich hatte im vorhinein schon gedacht, dass ich so schnell sein könnte. Aber es hat sich auch einfach gut angefühlt, im ganzen Rennen. Dass ich den Australier dann noch bekommen habe, ist dann noch ein schöneres Gefühl”, sagte Märtens. Ich denke, so kann ich jetzt erstmal zufrieden in die drei Tage Pause starten, denn die brauche ich jetzt definitiv.”
Am Vormittag war der 20-Jährige auch schon im Vorlauf über 800m Freistil angetreten, hatte dort jedoch das Finale verfehlt. Mit seinem Ergebnis am Abend betrieb er jedoch umgehend Wiedergutmachung. Während andere Schwimmer wie Winnington oder Felix Auböck (AUT) auf die 800 Meter verzichteten, um sich für das 200m-Finale zu schonen, hatte sich Märtens gemeinsam mit Bundestrainer Bernd Berkhahn bewusst für dieses anspruchsvolle Programm entschieden, um für künftige Wettkämpfe wie die Olympischen Spiele 2024 in Paris (FRA) die richtigen Taktiken und Automatismen zu entwickeln. “Es ist hart, aber ich habe mir das so ausgesucht und genau so soll es sein”, meinte Märtens. In Paris werde er wahrscheinlich nicht über fünf Strecken an den Start gehen, “da ist es besser, das Rennen jetzt mitzunehmen. In so einem WM-Finale steht man ja auch nicht jeden Tag.”
Bernd Berkhahn erklärte dazu: “Wir ziehen nicht zurück. Die Perspektive ist, dass Lukas das irgendwann schafft, diesen Stiefel durchzuziehen. Daher pokern wir hier nicht. Bis zu den 1500 Metern sind es nun ein paar Tage, auch weil die Staffel weggefallen ist (weil Josha Salchow mit einer Coronavirus-Infektion ausfällt, Anm. d. Red.), da wird er sich wieder erholen und um die Medaillen mitkämpfen können.” Der Vorlauf über die 1500m Freistil ist am Freitag, das Finale am kommenden Samstag. Dann will sich Lukas Märtens in der Duna-Arena erneut in Topform präsentieren.
Lukas Märtens schwimmt souverän ins Finale über 400m Freistil
Schon bei den Olympischen Spielen waren die 400m Freistil so etwas wie der „Türöffner“ für das deutsche Schwimmteam. Damals war es Henning Mühlleitner, der gleich am ersten Wettkampftag mit Bestzeit und Top-Platzierung glänzen konnte und damit das gesamte Team in eine positive Grundstimmung versetzte. Bei den Weltmeisterschaften in Budapest (HUN) könnte Lukas Märtens (SC Magdeburg) nun diese Rolle erfüllen. Der 20-Jährige schwamm am Samstagvormittag in 3:45,04 Minuten sicher ins Finale am Abend. Märtens ist der erste Deutsche in einem 400m-Finale seit 2015, als Clemens Rapp in Kazan (RUS) Achter wurde.
“Ich bin froh, dass ich das erste Finale erreicht habe. Das war das Ziel von Anfang an, jetzt kann ich da ganz locker ran gehen. Wenn mehr als der vierte Platz drin ist, dann wär das natürlich toll, aber ich bin erstmal super happy”, bewerte Märtens seinen ersten von insgesamt vier Auftritten bei dieser WM.
Im Frühjahr war er in Stockholm (SWE) sogar 3:41,60 geschwommen. Weltweit war seit fünf Jahren niemand schneller auf dieser Strecke als der Magdeburger, der damit nun unweigerlich die Rolle des Mitfavoriten trägt. Doch der Schützling von Bundestrainer Bernd Berkhahn meisterte den Druck hervorragend: Zunächst Zweiter in seinem Vorlauf hinter dem Italiener Lorenzo Galossi, hatte er das Rennen stets unter Kontrolle. Kurz vor der 300-Meter-Marke setzte er sich dann erstmals in Führung, die er bis zum Schluss nicht mehr abgab. “Ich bin das Rennen ein bisschen ruhiger angegangen, das wollte ich aber auch. Letztes Jahr hatte ich das Problem, ich war viel zu schnell am Anfang und bin dann hinten geplatzt. Ich denke, jetzt hat man schon gesehen, dass da ein deutlicher Fortschritt ist.”
Im selben Vorlauf direkt neben Lukas Märtens war auch Henning Mühlleitner angetreten. Der Neckarsulmer begann sein Rennen eher verhalten und hielt sich strikt an seine eigene Taktik, schob sich dann aber mit zunehmender Rennlänge immer weiter nach vorne. Am Ende schlug er nach 3:47,17 als Fünfter an, als Gesamtelfter reichte das um sieben Zehntel knapp nicht für das Finale. “Eine WM im Becken habe ich nie erlebt. Es war dann das Rennen so, wie ich es trainiert hatte. Das Ergebnis hat dann knapp nicht gereicht, aber ich glaube, ich hätte es nicht anders machen können heute früh”, resumierte Mühlleitner. Schnellster Schwimmer am Vormittag war der Österreicher Felix Auböck in 3:43,83.
Florian Wellbrock sichert sich mit Sieg in Spanien seinen vierten WM-Start
Olympiasieger Florian Wellbrock hat bei den Spanish Open im Freiwasserschwimmen in Banyoles (ESP) am Samstag auch das 5km-Rennen gewonnen. Der Magdeburger sicherte sich damit seinen vierten Startplatz bei den Weltmeisterschaften in Budapest (HUN/18. Juni – 03. Juli). Für die 800m und 1500m Freistil im Becken sowie den 10km war er nach seinen Olympiaerfolgen in Tokio 2021 vorab bereits fest gesetzt worden vom Deutschen Schwimm-Verband e.V. (DSV).
Im 21,8 Grad warmen Wasser hatte sich Wellbrock mit Mykhailo Romanchuk (UKR) früh vom Rest des Feldes absetzen können, im weiteren Rennverlauf behielt der 24-Jährige den verbliebenen Rivalen stets unter Kontrolle und schlug nach 51:43,6 Minuten als Erster an, wie schon am Tag zuvor über die 10km. „Das waren zwei richtig starke Auftritte von Florian. Wir sind hier direkt aus dem Höhentrainingslager angereist, wo er im Gegensatz zu einigen anderen in der Trainingsgruppe bis zum letzten Tag hart durchgezogen hat, daher war das in einer solch überzeugender Art nicht unbedingt zu erwarten gewesen“, sagte Bundestrainer Bernd Berkhahn. „Vier WM-Starts waren von Anfang an unser Plan, entsprechend gern stellen wir uns dieser Herausforderung in Ungarn nun auch.“
Auch Wellbrock freute sich über seine Leistungen. „Ich bin mit den 5 Kilometern hier mega happy. Es war ein sehr schnelles und faires Rennen mit Misha“, sagte der Olympiasieger. „Ich werde also viermal an den Start gehen bei der WM. Jetzt heißt es aber erst einmal, gesund bleiben und weiter fleißig trainieren.“ Die weitere WM-Vorbereitung wird daheim bestritten, ehe es Mitte Juni dann nach Ungarn geht.
Im Kampf um Platz drei gewann Niklas Frach (SV Gelnhausen/53:05,6) erneut den Zielsprint hauchdünn gegen Oliver Klemet (SG Frankfurt) und sicherte so auch hier den zweiten WM-Startplatz im deutschen Team. Klemet darf als Drittbester im DSV-Team auf jeden Fall mit zu den Europameisterschaften nach Rom (ITA/11. – 21. August), der JEM-Zweite des Vorjahres ist mit erfüllter WM-Normzeit über 1500m Freistil aber auch ein Kandidat für die Freiwasserstaffel über 4x1,5km bei der WM. Über die endgültige Nominierung entscheiden die DSV-Verantwortlichen dann in der kommenden Woche.
Bei Frauen feierte Olympiasiegerin Ana Marcela Cunha (BRA) in 56:42,9 Minuten ebenfalls ihren zweiten Erfolg in Banyoles, in einem packenden Endkampf erkämpften sich die Würzburgerinnen Leonie Beck (56:43,8) als Zweite und Lea Boy (56:44,5) als Vierte hinter Sharon van Rouwendaal (NED/ 56:44,2) die beiden WM-Tickets für Deutschland. Als drittbeste Deutsche kam Jeannette Spiwoks (SG Essen/ 56:49,0) auf Rang fünf und sicherte sich damit das dritte EM-Ticket. Die Olympiadritte über 1500m Freistil, Sarah Wellbrock, belegte zudem Rang sieben (57:29,6) und zeigte damit, dass sie trotz Konzentration auf das Jura-Studium samt Abschluss des Staatsexamens weiter auf absoluten Topniveau trainiert.
„Ich freue mich natürlich sehr über mein zweites WM-Ticket. Ich war durch den Verzicht auf das 10km-Rennen am Freitag etwas frischer als alle anderen und konnte mich so dann sogar zwischen die zwei Olympiasiegerinnen schieben. Mit entsprechend viel Schwung geht es nun auch zu den Weltcups in Setubal (POR) und Paris (FRA), und dann steht ja auch schon bald die WM an“, sagte Beck, die in der kommenden Woche 25 Jahre alt wird.
DSV nominiert zwölf Wasserspringer*innen für die WM und EM
Manch einer mag sich nach dem Rücktritt der langjährigen Leistungsträger Patrick Hausding und Martin Wolfram in der vergangenen Woche schon Sorgen um die Zukunft des deutschen Wasserspringens gemacht haben. Mit starken Leistungen bei den Internationalen Deutschen Meisterschaften haben die DSV-Asse diese Zweifel allerdings direkt zerstreut. Die Titelkämpfe in Berlin hatten hohes Niveau, so dass Chef-Bundestrainer Lutz Buschkow optimistisch nach vorn blickt. „Unser System funktioniert, ich sehe für Wasserspringen also auch zukünftig großes Potenzial. Unser erklärtes Ziel ist es, dass wir weiterhin um die Medaillen mitspringen. In Europa gehören wir zu den führenden Nationen.“
Entsprechend groß fällt das Sprungteam für die Weltmeisterschaften vom 18. Juni – 03. Juli in Budapest (HUN) aus. Insgesamt zwölf Aktive stehen im deutschen Aufgebot, das von den drei letztjährigen Olympiamedaillengewinner*innen Tina Punzel (Dresdner SC 1898), Lena Hentschel und Lars Rüdiger (beide Berliner TSC) angeführt wird. Für Punzel wird es bereits die sechste WM – sie startet in Ungarn in gleich vier Disziplinen. Mit Saskia Oettinghaus (Dresdner SC 1898), Jaden Eikermann (SV Neptun Aachen), Jette Müller (WSC Rostock) und Moritz Wesemann (SV Halle) sind aber auch vier Athlet*innen zum ersten Mal bei einer Weltmeisterschaft im Erwachsenenbereich dabei, wobei die drei letztgenannten im vergangenen Jahr aber schon bei der WM der Junior*innen Medaillen abräumten und Eikermann in Tokio sogar Olympialuft schnupperte.
In Budapest ist der DSV im Wasserspringen mit einer Ausnahme in sämtlichen Disziplinen vertreten. Aufgrund von Verletzungen im Vorfeld der DM konnte für das Turm-Synchronspringen der Männer zunächst kein Paar nominiert werden; es wird aber versucht, aus dem Kreis der WM-Mannschaft noch ein Paar an den Start zu bringen. Im Turm-Einzel der Männer ist eine mögliche Besetzung des zweiten Startplatzes abhängig vom weiteren Genesungsprozess bei Timo Barthel. Der Hallenser hatte sich zuletzt eine Handgelenksverletzung zugezogen, die es ihm unmöglich machte, aus großer Höhe einzutauchen.
Die WM-Teilnehmer*innen sind automatisch auch für die Europameisterschaften vom 11. – 21. August in Rom (ITA) gesetzt, natürlich vorbehaltlich möglicher Ausfälle im weiteren Jahresverlauf.
Das DSV-Aufgebot im Wasserspringen für die WM in Budapest:
Frauen:
1m-Brett: Jette Müller (WSC Rostock), Saskia Oettinghaus (Dresdner SC 1898)
3m-Brett: Lena Hentschel (Berliner TSC), Tina Punzel (Dresdner SC 1898)
Turmspringen: Christina Wassen, Pauline Pfeif (beide Berliner TSC)
3m-Synchronspringen: Tina Punzel / Lena Hentschel
Turm-Synchronspringen: Tina Punzel / Christina Wassen
Männer:
1m-Brett: Moritz Wesemann, Timo Barthel (beide SV Halle)
3m-Brett: Moritz Wesemann, Lou Massenberg (Berliner TSC)
Turmspringen: Jaden Eikermann (SV Neptun Aachen)
3m-Synchronspringen: Lars Rüdiger (Berliner TSC) / Timo Barthel
Mixed:
3m-Mixed-Synchronspringen: Tina Punzel / Lou Massenberg
Turm-Mixed-Synchronspringen: Elena Wassen (Berliner TSC) / Lou Massenberg
Lukas Märtens verbessert Florian Wellbrocks deutschen Rekord
Der Qualifikationszeitraum für die Weltmeisterschaften in Budapest (HUN/18. Juni – 03. Juli) und die Europameisterschaften in Rom (ITA/11. – 21. August) im Deutschen Schwimm-Verband e.V. (DSV) endete am Dienstag in Stockholm (SWE) so, wie er vor drei Wochen in Magdeburg begonnen hatte: mit einer Jahresweltbestzeit von Lukas Märtens. In Schweden siegte der Magdeburger am Dienstag über 800m Freistil in 7:41,43 Minuten vor seinem Vereinskollegen Florian Wellbrock (7:43,10) und verbesserte dabei sogar dessen deutschen Rekord aus dem Olympiavorlauf in Tokio (7:41,77). Diese tolle Form lässt bei den internationalen Saisonhöhepunkten für beide nun einiges erhoffen.
Insgesamt hat Märtens damit nun auf fünf Einzelstrecken die WM-Normzeiten unterboten und dabei im Freistil über 200m, 400m, 800m und 1500m jeweils Weltjahresbestzeiten aufgestellt. Die kürzeren drei davon zuletzt in Stockholm, was ihm dort dann auch 4.000 Euro Prämie für die beste Performance der Veranstaltung einbrachte. „Ich bin sehr zufrieden mit den Ergebnissen. Es hat sich im Trainingslager schon gezeigt, dass die Werte und Zeiten ganz gut sind für den frühen Saisonzeitpunkt. Dass es hier in Stockholm dann so gut lief, freut mich natürlich. Das gibt Selbstvertrauen für die anstehenden zwei Großereignisse im Sommer“, sagte Märtens.
Auf welchen Strecken Märtens bei der WM in Ungarn dann aber tatsächlich starten wird, entscheidet sich erst nach der Nominierungssitzung der DSV-Verantwortlichen rund um Leistungssportdirektor Christian Hansmann und Bundestrainer Bernd Berkhahn am Ende der Woche. Dann steht auch erst fest, wer neben den gesetzten Olympiafinalist*innen Sarah Wellbrock, Isabel Gose, Henning Mühlleitner und eben Wellbrock zum DSV-Team gehören wird. Insgesamt wurden jedenfalls 13 WM-Vorgaben in Einzeldisziplinen und für zwei Staffeln erfüllt, für die EM mit jeweils drei statt nur zwei Startplätzen pro Disziplin erwartungsgemäß noch deutlich mehr.
„Alle haben etwas gelernt aus den beiden Qualifikationswettkämpfen. Ziel ist es aber, bei den internationalen Meisterschaften die jeweiligen Topleistungen abzurufen“, betonte Berkhahn. Olympiasieger Wellbrock ordnete sein Abscheiden denn auch vor allem mit Blick auf die Saisonhöhepunkte ein: „Ich war im Trainingslager ein paar Tage krank und das hat man jetzt bei dem Wettkampf gesehen. Wenn man das berücksichtigt, waren die Ergebnisse ganz solide, auch wenn ich mir insgeheim natürlich mehr erhofft habe. Aber ich fühle mich körperlich fit und bin zuversichtlich, dass sich das bei den nächsten Wettkämpfen auch wieder in den Zeiten spiegeln wird.“
In Stockholm sorgten die Frauen über 800m Freistil zum Abschluss sogar für einen deutschen Dreifacherfolg. Isabel Gose siegte in 8:29,31 Minuten vor Sarah Köhler (8:35,69) und Celine Rieder (8:37,12). Dennoch war die Siegerin nicht ganz zufrieden: „Wir hatten im Training der letzten Wochen viel umgestellt. Im Training hat alles schon gut geklappt, aber im Wettkampf konnte ich das leider noch nicht umsetzen. Aber die WM-Norm, die ich schaffen wollte, habe ich erreicht“, sagte Gose. Ihr Magdeburger Vereinskollege Marius Zobel konnte sich zudem über Platz zwei über 200m Lagen (2:01,38 Minuten) freuen.
Oliver Klemet und Sven Schwarz siegen zeitgleich unter der WM-Norm
Seit Freitag läuft im Deutschen Schwimm-Verband e.V. (DSV) der Qualifikationszeitraum für die internationalen Höhepunkte dieser Saison im Beckenschwimmen, er dauert bis 12. April an. Und nachdem an den ersten beiden Wettkampftagen in Magdeburg die dort beheimateten Isabel Gose und Lukas Märtens auf Anhieb eine bzw. sogar drei Normzeiten für die Weltmeisterschaften in Budapest (18. Juni – 03. Juli) unterbieten konnten, kamen am Sonntag in der Elbeschwimmhalle nun auch die Gäste zum Zug. Oliver Klemet (SG Frankfurt) und Sven Schwarz(Waspo 98 Hannover) schafften beim Sieg über 800m Freistil sogar das ungewöhnliche Kunststück, nach 7:48,96 Minuten zeitgleich als Erste und unter der WM-Norm anzuschlagen.
Wer den zweiten WM-Startplatz hinter dem wie alle Olympiafinalist*innen vom DSV bereits gesetzten Florian Wellbrock erhält, könnte sich nun im Fernduell entscheiden. Während Klemet noch bei den Swim Open Stockholm (09. – 12. April) antritt, bestreitet Schwarz die Berlin Swim Open (08. – 10. April) und will seine Zeit dort noch verbessern. „Ich konnte hier über 400m und 800m jetzt zwei Bestzeiten erzielen, mit denen ich erst einmal sehr zufrieden bin. Aber eigentlich ist ja alles auf Berlin ausgerichtet und dort die Topform geplant. In dem Becken dort bin ich immer auch besonders schnell, da könnte also noch mehr gehen“, sagte Schwarz. Aber auch Klemet meint: „Da ist noch Luft nach oben. Diese Zeitgleichheit ist ein lustiger Zufall, aber dabei bleibt es sicher nicht. Dafür sind die Plätze auf den Langstrecken in Deutschland viel zu sehr umkämpft.“
Denn auch der diesmal alle überragende Lukas Märtens plant in zwei Wochen in Schweden noch mit einem 800m-Start. Nach seiner 1500m-Weltjahresbestzeit vom Freitag, die vorigen Sommer in Tokio sogar zu Olympiasilber gereicht hätte, sollte auch hier nun sicher einiges möglich sein. Am heutigen Sonntag trat der 20-Jährige aber erst einmal noch über 200m Kraul an und zeigte hier eine weitere Topleistung (1:47,18 Minuten) unter der Normzeit für die Europameisterschaften in Rom (11. – 21. August). Bei der EM gibt es übrigens drei Startplätze pro Einzeldisziplin für jede Nation, also einen mehr als bei der WM.
Bundestrainer Bernd Berkhahn war nach dem Qualifikationsauftakt jedenfalls voll des Lobes. Denn es gab viele Weltklasseleistungen, und das obwohl Frontmann Wellbrock nach Trainingsausfall wegen Krankheit erwartungsgemäß noch nicht ganz wieder in Topform sein konnte. „So ein starkes 1500m-Rennen wie dieses am Freitag hat es in Deutschland bisher noch nie gegeben, und auch über die 800m kann man nun von einem Luxusproblem reden. Die Jungs haben sich ihr Rennen gut eingeteilt und sich gegenseitig angetrieben, das war richtig stark“, sagte Berkhahn.
Und macht auch Lust auf die kommenden Wettkämpfe mit Qualifikationsmöglichkeiten, in der Folgewoche stehen nun die Pro Swim Series in San Antonio (USA/30. März – 02. April), das Bergen Swim Festival (NOR/01. – 03. April) und der Q!-Cup in Heidelberg (02./03. April) mit deutschen WM-Anwärter*innen im Blickpunkt.
>> Alle Ergebnisse aus Magdeburg
>> Die DSV-Nominierungsrichtlinien mit allen Normzeiten
Talente aus Bayern und NRW räumen bei der DM SMK die meisten Titel ab
Die Deutschen Meisterschaften Schwimmerischer Mehrkampf (DM SMK) wurden für den Ausrichterverein SG Dortmund nicht nur organisatorisch ein voller Erfolg. Bei der Großveranstaltung mit 315 Talenten, 200 Betreuer*innen und insgesamt rund 500 Zuschauer*innen aus allen Teilen der Bundesrepublik konnten sich die rührigen Gastgeber am vergangenen Wochenende im Südbad auch über die Goldmedaille von Sydney Savannah Ferch im Kraul-Wettbewerb des Jahrgangs 2009 freuen. Ein schöner Moment natürlich auch für Dortmunds Bürgermeisterin Ute Mais, die an der Seite von Claudia Heckmann (Präsidentin des SV NRW) die Siegerehrungen vornahm.
Erfolgreichste Vereine mit jeweils zwei Titelgewinnen wurden diesmal die SG Essen, die SG Mittelfranken und der TB 1888 Erlangen, erfolgreichster Landesverband wurde Bayern mit fünf Triumphen vor NRW (vier Titel). Für einen deutschen Altersklassenrekord für 13-Jährige sorgte Alina Baievych (TB 1888 Erlangen) über die 200m Schmetterling in 2:17,79 Minuten.
In die SMK-Endwertung fließen jeweils Punkte aus insgesamt fünf verschiedenen Rennen (50m Beine, 100m, 200m, 400m einer Lage plus 200m Lagen) ein. Um so ungewöhnlicher, dass sich im Jahrgang 2009 Thomas Donath (VfL Sindelfingen) und Noah Emmerlich-Mace (TB 1888 Erlangen) den Schmetterlingssieg bei Punktgleichheit teilten. Zwei mögliche Titelgewinne gingen übrigens jeweils im abschließenden Rennen über 200m Lagen wegen Disqualifikation verloren: Mit dadurch null Punkten wurden die bis dahin Führenden Eric Nickel (SG Mönchengladbach/Kraul Jahrgang 2010) und Michael Volkov (Waspo 98 Hannover/Schmetterling Jahrgang 2010) jeweils noch auf Rang sechs zurückgeworfen.
„Alle Aktiven und Coaches haben sich der besonderen Herausforderung dieses Mehrkampfes mit viel Motivation und Engagement gestellt. Es hat richtig Spaß gemacht, zu sehen, wie die Aktiven ihre Nervosität bei einem solchen Wettkampf auch beherrschen lernen“, sagte Nachwuchs-Bundestrainer Hannes Vitense. „Aber auch wenn viele diesen Wettkampf aus dem vollen Training heraus geschwommen sind, müssen wir das Leistungsniveau auf jeden Fall insgesamt auch noch steigern.“
Dortmund erwies sich wie schon bei der SMK-Premiere 2019 als ein wunderbarer Gastgeber, auch wenn es diesmal pandemiebedingt ein strenges Hygienekonzept inklusive Anmeldung bzw. Zugang via NOVA-App bedurfte. „Der gestaffelte Einlass dauerte etwas länger als geplant, zweimal mussten wir die Rennen mit leichter Verspätung beginnen. Aber alle haben diese Maßnahmen diszipliniert ertragen und waren froh, dass so ein Wettkampf wieder ermöglicht wurde“, freute sich OK-Chefin Heike Hundshagen.
Alle Meister*innen von Dortmund auf einen Blick:
Jahrgang 2010, weiblich
Schmetterling: Nika Benkler (SC Regensburg)
Rücken: Anna Rosenow (PSV Cottbus 90)
Brust: Valeria Alexandra Nekrasov (SG Mittelfranken)
Kraul: Carolina Guerra Gonzalez (SG Essen)
Jahrgang 2010, männlich
Schmetterling: Jacob Furqueron (Kaiserslauterer SK 1911)
Rücken: Benjamin Köhler (SC Chemnitz von 1892)
Brust: Frederik Raschke (SG Frankfurt)
Kraul: Bjarne Riß (SV Halle/Saale)
Jahrgang 2009, weiblich
Schmetterling: Alina Baievych (TB 1888 Erlangen)
Rücken: Nora Bölicke (Potsdamer SV)
Brust: Laura Sophie Kohlmann (SG Essen)
Kraul: Sydney Savannah Ferch (SG Dortmund)
Jahrgang 2009, männlich
Schmetterling: Thomas Donath (VfL Sindelfingen), Noah Emmerlich-Mace (TB 1888 Erlangen)
Rücken: Jonas Levin Reuther (WSG Jena-Lobeda)
Brust: Arnold Zinoviev (SG Mittelfranken)
Kraul: Larus Thiel (SG Bayer)
