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Hannovers Männer und Spandaus Frauen verteidigen ihre Pokaltitel
Die gemeinsame DSV-Pokalendrunde von Frauen und Männern im Wasserball sah am Samstag gleich zwei Titelverteidigungen. Denn sowohl die Männer von Waspo 98 Hannover, die sich mit 11:8 gegen Bundesliga-Spitzenreiter Wasserfreunde Spandau 04 durchsetzten, als auch die Spandauer Frauen, die zuvor den SV Bayer Uerdingen 08 mit 14:9 besiegten, konnten im Düsseldorfer Rheinbad ihre Erfolge aus dem Vorjahr wiederholen.
Für Hannover war es der siebte Pokalsieg insgesamt und der sechste in den vergangenen sieben Jahren. Trotz dieser eindrucksvollen Bilanz lag die Favoritenrolle im Vorfeld eher bei den Spandauern, die in der laufenden Saison die bisherigen Duelle zweimal mit 12:9 und zuletzt deutlich mit 15:9 gewinnen konnten. Im Pokalfinale zeigte sich aber wieder einmal, dass Waspo immer dann zu Bestform aufläuft, wenn ein Titel zu vergeben ist. Nach einem torarmen ersten Viertel (2:2), in dem auf beiden Seiten die Abwehrreihen dominierten, brachte Hrvoje BenicWaspo im zweiten Viertel erstmals in Führung. Mit vier Treffern war er am Ende auch bester Torschütze auf Seiten der Niedersachsen. Zur Halbzeit führte Hannover 6:5, kurz nach Wiederanpfiff traf erneut Benic dann zur ersten Zwei-Tore-Führung des Spiels.
Doch die Partie blieb auch in der Folge umkämpft. Spandau schlug zurück, nach drei Vierteln war beim Stand von 8:8 weiter alles offen. Erst im Schlussabschnitt zog Waspo erst erneut auf zwei Tore und rund 100 Sekunden vor Schluss dann sogar erstmals auf vier Tore davon – das war die Entscheidung. Spandau konnte durch Dimitri Kholod, der gemeinsam mit Luca Marziali (je drei Treffer) bester Torschütze seiner Mannschaft war, nur noch verkürzen. „Wir haben 32 Minuten so gespielt, wie Spandau es nicht verträgt und selbst dabei keinen Aussetzer gehabt, am Ende gewinnt man dann“, jubelte Waspo-Coach Karsten Seehafer.
Bronze ging an den OSC Potsdam, der sich im Spiel um Platz drei mit 13:4 gegen den SV Ludwigsburg 08 durchsetzte. Im Halbfinale hatten am Tag davor Spandau mit 19:7 gegen Potsdam und Hannover mit 25:3 gegen Ludwigsburg gewonnen.
Emmerson Joy Houghton trifft acht Mal für die Spandauerinnen
Für Spandaus Frauen war ihr Pokalerfolg bereits der fünfte Pokalerfolg hintereinander – der erste Titel war den Berlinerinnen 2019 übrigens ebenfalls in Düsseldorf gelungen. Dabei führten zunächst die Uerdingerinnen, 5:2 betrug ihr Vorsprung Anfang des zweiten Viertels. Nationalspielerin Marijke Kijlstra traf bis zu diesem Zeitpunkt schon dreimal, im Tor glänzte Darja Heinbichner mit starken Paraden. So sah sich Wasserfreunde-Trainer Marko Stammfrüh genötigt, eine Auszeit zu nehmen – und die zeigte Wirkung.
Nach vier Treffern in Folge führten auf einmal die Spandauerinnen 6:5 und zur Pause dann mit 7:6. Danach begann die große Show der Emmerson Joy Houghton, mit acht Treffern am Ende beste Torschützin des Tages. In der zweiten Halbzeit erzielte die überragende Neuseeländerin allein sechs Tore, so dass Berlin nach und nach davonzog. Beim Spielstand von 11:8 vergab Bayer zudem einen Strafwurf und damit die Chance, noch einmal zu verkürzen. „Ich bin tierisch stolz auf meine Mädels“, sagte Marko Stamm. „Wir haben 2:5 hinten gelegen und uns davon trotzdem nicht aus der Ruhe bringen lassen. Wir haben gezeigt, dass wir die bessere Mannschaft sind, wir waren im Angriff viel aktiver und in der Verteidigung auch deutlich stabiler als Bayer. Am Anfang haben wir es spannend gemacht und am Ende das Ding sicher nach Hause gebracht.“
Im Halbfinale am Freitag hatte Spandau mit 13:6 gegen den SV Blau-Weiß Bochum gewonnen, Uerdingen den SSV Esslingen mit 17:1 geschlagen. Die Esslingerinnen sicherten sich schließlich Platz drei durch ein 11:9 nach Fünfmeter-Werfen gegen Bochum. In dieser Partie hatte der SSV lange geführt, doch dann kamen die Blau-Weißen mit einem 6:0-Lauf im letzten Viertel noch einmal stark auf. Das bessere Ende hatte am Ende dann aber das junge Team aus Esslingen.
Uerdingen gewinnt das Spitzenspiel in der Frauen-Bundesliga gegen Spandau
In der vergangenen Saison mussten die Frauen der Wasserfreunde Spandau 04 auf dem Weg zum Double in der Bundesliga und im Pokal keine einzige Niederlage im Becken hinnehmen. In dieser Saison deutet sich nun ein spannender Kampf um die Meisterschaft an: Im Spitzenspiel in der Wasserball-Bundesliga mussten sich die Titelverteidigerinnen am Wochenende in eigener Halle mit 9:10 gegen den SV Bayer Uerdingen 08 geschlagen geben und kassierten damit die erste Niederlage gegen einen nationalen Gegner seit Juni 2021.
Die Berlinerinnen führten tatsächlich kein einziges Mal, trotzdem blieb die Partie bis zuletzt eng. Aylin Fry hatte mit fünf Toren entscheidenden Anteil am Auswärtscoup für die Bayer-Frauen. „Das war ein guter Schritt in die richtige Richtung, aber wir haben immer noch vier Spiele vor uns, eines davon gegen Spandau. Wir werden weiter hart an uns arbeiten und noch härter trainieren, so dass wir zuhause hoffentlich noch einmal gewinnen können“, so die Nationalspielerin. Im zweiten Spiel des Wochenendes feierte der SSV Esslingen im Neckar-Derby gegen den SV Nikar Heidelberg einen klaren 23:8-Sieg. Die beiden DSV-Auswahlspielerinnen Ioanna Petiki (sechs Tore) und Elena Ludwig (fünf) trafen am häufigsten für Esslingen.
Spandaus Männer haben Platz eins nach der Hauptrunde sicher
Die Spandauer Männer setzten dagegen ihre Erfolgsserie fort. Nach dem 19:4 gegen den OSC Potsdam stehen die Berliner als Sieger der Hauptrunde in der A-Gruppe fest und können in den verbleibenden Spielen nicht mehr von Platz eins verdrängt werden. Damit geht der Rekordmeister, der in dieser Saison noch kein Spiel in der Liga verloren hat, mit Heimvorteil in allen entscheidenden Spielen in die Play-off-Phase.
Auch die Verfolger hielten sich schadlos: Der Deutsche Meister Waspo 98 Hannover siegte bei der SG Neukölln Berlin mit 23:7, der ASC Duisburg gewann beim SV Ludwigsburg 08 mit 14:7. Am Sonntag setzten sich außerdem die White Sharks Hannover mit 16:8 gegen den SSV Esslingen durch.
B-Gruppe: Plauen überrascht gegen zwei Topteams
In der B-Gruppe hatte Aufsteiger SVV Plauen mit Spitzenreiter SV Krefeld 72 und dem Tabellendritten SV Bayer Uerdingen 08 ein denkbar schwieriges Programm vor der Brust, doch die Vogtländer meisterten diese doppelte Herausforderung mit Bravour. Gegen Krefeld erkämpfte sich Plauen beim 11:11 einen Punkt, tags darauf wurde Uerdingen dann gleich mit 7:2 aus der Halle geschossen – überragender Mann war hier SVV-Torwart Gianmarco-Mergen Serio, der mit zahlreichen Paraden glänzte. Die Uerdinger hatten zuvor auch schon das erste Spiel des Wochenendes beim SV Weiden 1921 mit 8:12 verloren. Krefeld dagegen gewann mit 11:8 beim SV Würzburg 05 und verteidigte damit die Tabellenführung.
Auf Platz zwei dieser Gruppe steht der Duisburger SV 98, der seine beiden Partien gegen den Düsseldorfer SC 1898 mit 16:9 und gegen den SV Cannstatt mit 10:5 erfolgreich gestalten konnte. In den weiteren Spielen siegte der SV Cannstatt mit 21:1 beim SV Poseidon Hamburg und die SGW Rhenania/BW Poseidon Köln sogar mit 25:1 ebenfalls gegen die Hansestädter, die bereits als Absteiger feststehen.
Potsdam als dritte Mannschaft in der Pokal-Endrunde
Gespielt wurde schließlich auch noch im DSV-Pokal der Männer. Der OSC Potsdam entschied das Viertelfinal-Duell mit der SG Neukölln mit 10:8 für sich und steht damit als dritte Mannschaft in der Endrunde am 24./25. März in Düsseldorf. Zuvor hatten sich bereits Titelverteidiger Waspo Hannover und Rekordpokalsieger Spandau ihre Plätze gesichert; das letzte Halbfinalticket wird am 09. März noch zwischen Cannstatt und Ludwigsburg ausgespielt. In der Begegnung am Sonntag führten die Potsdamer nach drei Vierteln bereits mit 8:4, bevor Neukölln noch einmal bis auf 8:9 herankam. Ferdinand Korbel machte mit seinem Treffer dann aber alles klar für die Gastgeber.
Spandau dominiert das Bundesliga-Topspiel gegen Duisburg
Es war das Spitzenspiel Erster gegen Zweiter in der Wasserball-Bundesliga – und wurde am Ende doch eine deutliche Sache. Die Wasserfreunde Spandau 04 dominierten beim 23:5 gegen den allerdings personell arg geschwächten ASC Duisburg nach Belieben. In der vorgezogenen Partie des 13. Spieltags führten die Berliner schon nach dem ersten Viertel mit 5:0, zur Halbzeit dann bereits mit 13:1. Yannek Chiru und Dimitri Kholod trafen je fünfmal für den Rekordchampion, der durch den zehnten Sieg im zehnten Spiel seine Tabellenführung ausbaute. Duisburg bleibt aber trotz der Niederlage vorerst Zweiter.
Dahinter folgen im Klassement der A-Gruppe die beiden Vereine aus der niedersächsischen Landeshauptstadt. Der amtierende Deutsche Meister Waspo 98 Hannover feierte beim 18:6 gegen den nach wie vor punktlosen SSV Esslingen einen ebenso klaren Erfolg, die White Sharks Hannover unterlagen dagegen gegen Spandau mit 7:24, das damit am Wochenende gleich doppelt erfolgreich war – diesmal waren Luca Marziali und erneut Kholod (je fünf Treffer) die besten Torschützen. Auch die Duisburger stiegen am Wochenende noch ein zweites Mal ins Becken und betrieben mit dem 16:11 bei der SG Neukölln Berlin erfolgreich Wiedergutmachung. Europokalteilnehmer SV Ludwigsburg 08 behielt beim 11:9 gegen den OSC Potsdam knapp die Oberhand. Auch die Potsdamer warten damit ebenso wie Esslingen weiterhin auf ihren Punkt.
Krefeld verteidigt die Tabellenführung in der B-Gruppe
Auch in der B-Gruppe waren einige Vereine mehrfach im Einsatz, neben der regulären zehnten Runde standen nämlich auch noch drei verschobene Partien von anderen Spieltagen auf dem Programm. Der Duisburger SV 98 durfte so beim 12:9 gegen den SVV Plauen sowie beim anschließenden 16:9 gegen Schlusslicht SV Poseidon Hamburg 16:9 gleich doppelt jubeln. Der Klub hatte sich erst kürzlich mit Torjäger Djordje Tanaskovic vom Lokalrivalen ASC Duisburg verstärkt, der mit sieben Treffern gegen Plauen und weiteren fünf gegen Hamburg auch diesmal wieder seine Qualitäten unter Beweis stellte.
Aufsteiger Plauen gewann tags darauf dafür beim Düsseldorfer SC 1898 mit 14:11, der wiederum zuvor auch schon die Partie bei Spitzenreiter SV Krefeld 1972, wenn auch knapp, mit 6:9 verloren hatte. Krefeld verteidigte damit die Tabellenführung in dieser Gruppe vor dem SV Bayer Uerdingen 08, der sich beim 13:10 beim SV Würzburg 05 ebenfalls schadlos hielt.
Auch der zweite Aufsteiger SV Cannstatt war erfolgreich und gewann gegen die SGW Rhenania/BW Poseidon Köln mit 15:9. Einen Tag später unterlagen die Kölner dann auch in Würzburg mit 8:9 und beendeten das Wochenende somit mit null Punkten. Gleiches gilt auch für den SV Poseidon: Die Hamburger sind sogar als einzige Mannschaft der B-Gruppe noch komplett punktlos und haben in der Tabelle bereits einen deutlichen Rückstand auf den Rest des Feldes. Außer gegen Duisburg verlor man am Wochenende auch gegen den SV Weiden 1921 mit 5:6.
Nationalspielerin Aylin Fry führt Bayers Frauen zu zwei Siegen
Spannend verlief die Neuauflage des letztjährigen Spiels um Platz drei in der Bundesliga der Frauen zwischen dem Eimsbütteler Turnverband und dem SV Blau-Weiß Bochum. Mit 12:10 setzten sich letztlich die Bochumerinnen durch und feierten damit einen wichtigen Auswärtssieg. Die Hamburgerinnen waren tags darauf gleich wieder im Einsatz, gegen den SV Bayer Uerdingen 08 unterlagen sie am Sonntag mit 5:17. Nationalspielerin Aylin Fry war mit fünf Treffern beste Torschützin bei Bayer und hat für den Moment auch in der ligaweiten Torschützinnenliste die Führung übernommen. Auch beim 19:10-Auswärtssieg der Uerdingerinnen bei Waspo 98 Hannover war sie am Samstag viermal erfolgreich gewesen.
ASC Duisburg setzt ein Ausrufezeichen mit Sieg über Meister Hannover
Bereits in der vergangenen Spielzeit mischte der ASC Duisburg in der Wasserball-Bundesliga als Dritter oben mit, verlor dort lediglich gegen die beiden Top-Teams Waspo 98 Hannover und Wasserfreunde Spandau 04. Im Vorfeld dieser Saison machte ASC-Sportvorstand Julian Real dann deutlich, dass der Blick nach vorne gehe und man auch die Spiele gegen die beiden Spitzenklubs auf keinen Fall herschenken wolle. „In einem Spiel ist jeder schlagbar“, hatte der frühere Nationalspieler schon damals gesagt – und sollte jetzt Recht behalten. Am Wochenende setzten die Duisburger mit dem 9:7-Auswärtserfolg bei Waspo Hannover ein deutliches Ausrufezeichen. Es war der erste Sieg gegen Hannover seit 2016 für den Verein aus dem Ruhrpott, bei dem Denys Gusakov mit vier Treffern glänzte.
Duisburg führt die Tabelle nun mit 6:0 Punkten zusammen mit den Wasserfreunden Spandau an, die das Berliner Lokalduell bei der SG Neukölln mit 36:6 für sich entschieden. Auch im neuen Stuttgarter Sportbad herrschte vor mehreren hundert Zuschauer*innen beste Derbystimmung beim Spiel zwischen dem SV Ludwigsburg 08 und dem SSV Esslingen, das die Ludwigsburger mit 13:9 gewannen. „Derbys sind nie leicht, aber mit Routine haben wir uns durchgesetzt. Ich bin zufrieden mit der Mannschaftsleistung. Wir sind happy“, erklärte SVL-Goalgetter Sergio Prieto Hernandez. In einer weiteren Partie der A-Gruppe bezwangen die White Sharks Hannover den OSC Potsdam mit 9:5.
Plauen siegt in der Liga und im Pokal
In der B-Gruppe setzten die beiden Krefelder Vereine ihre Siegesserien fort. Der SV Krefeld 72 gewann gegen die SGW Rhenania Köln/BW Poseidon Köln mit 15:5, Stadtrivale SV Bayer Uerdingen 08 gegen den Duisburger SV 98 mit 16:11. Der SV Würzburg 05 schlug Aufsteiger SV Cannstatt mit 12:8, der damit weiter auf den ersten Punkt wartet. Mitaufsteiger SVV Plauen durfte dagegen den ersten Sieg nach der Rückkehr ins Oberhaus bejubeln: Gegen den SV Weiden 1921 setzten sich die Vogtländer am Samstag mit 11:6 durch.
Nur einen Tag später gab es für den SVV direkt das nächste Erfolgserlebnis: Im Spiel der zweiten Pokalrunde gewannen die Plauener gegen den Zweitligisten SC Wedding 1929 glatt mit 19:0 und zogen damit ins Achtelfinale ein. Am Wochenende wurden auch die Partien für die nächste Runde ausgelost, am 21. Januar 2023 kommt es dort zu folgenden Partien:
SGW Rhenania Köln/BW Poseidon Köln – SV Bayer Uerdingen 08
SSV Esslingen – SV Ludwigsburg? 08
Wasserfreunde Spandau 04 – White Sharks Hannover?
SC Wasserfreunde Fulda – ASC Duisburg?
SVV Plauen – SV Cannstatt
?SV Blau-Weiß Bochum – OSC Potsdam?
Duisburger SV 98 – Waspo 98 Hannover?
SV Weiden 1921 – SG Neukölln Berlin
Spandaus Frauen spielen im Euro Cup weiter
In der Bundesliga der Frauen standen am Wochenende keine Spiele an, stattdessen waren die Deutschen Meisterinnen von den Wasserfreunden Spandau 04 international unterwegs in der ersten Runde der Champions League (vormals LEN Euro League). Ein Sieg war den Berlinerinnen beim Turnier in Mulhouse (FRA) nicht vergönnt, alle vier Spiele gegen die Gastgeberinnen von Mulhouse WP (12:19), SIS Rom (ITA/5:23) sowie gegen die beiden letztjährigen LEN-Trophy-Finalisten Ethnikos Piräus (GRE/6:20) und Dunaujvarosi VC (HUN/7:23) gingen verloren. Dank des neuen Modus im Europapokal, bei dem die aus der Königsklasse ausgeschiedenen Teams die Saison im Euro Cup fortsetzen, geht die Reise durch Europa für Spandau aber noch weiter.
Rekordchampion Wasserfreunde Spandau 04 setzt zum Start ein Zeichen
Das neu eröffnete Sportpark Neckarbad in Stuttgart hat sich schnell zu einem Epizentrum des deutschen Wasserballs entwickelt; gleich vier Mannschaften der Bundesligen – der SV Ludwigsburg 08 und Aufsteiger SV Cannstatt bei den Männern sowie das Männer- und Frauenteam des SSV Esslingen – sind in dieser Saison dort beheimatet. Zum Saisonauftakt am vergangenen Wochenende bekamen die Zuschauer*innen direkt ein Spitzenspiel geboten, Ludwigsburg, der Bundesligavierte der Vorsaison, empfing Rekordchampion Wasserfreunde Spandau 04. An Toren mangelte es nicht, allerdings hätte sich das Heimpublikum sicher einen etwas knapperen Ausgang gewünscht. Doch die Spandauer bewiesen ihre Klasse und wurden beim 22:4-Auswärtserfolg ihrer Favoritenrolle gerecht. Neuzugang Luca Marziali aus Italien (sechs Treffer) und Dimitri Kholod (fünf) waren dabei die besten Torschützen auf Seiten der Gäste, die beiden anderen Neuen Roman Shepelev und Andrei Prioteasa steuerten ebenfalls je zwei Tore zum deutlichen Sieg bei.
Auch die weiteren Partien der A-Gruppe waren klare Angelegenheiten. Die White Sharks Hannover siegten mit 16:7 bei der SG Neukölln Berlin, der ASC Duisburg schlug Esslingen zuhause mit 16:8. Vor dem Spiel wurde Duisburgs Djordje Tanaskovic als bester Torschütze der vergangenen Saison mit der Torjägerkanone geehrt und netzte nach dieser zusätzlichen Motivation als Bester seines Teams direkt wieder vier Tore ein.
Noch keine Punkte für die beiden Aufsteiger
In der B-Gruppe mussten sich die beiden Aufsteiger SVV Plauen und SV Cannstatt bei ihrer Rückkehr ins Oberhaus jeweils geschlagen geben. Plauen unterlag daheim dem Duisburger SV 1898 mit 10:13, Cannstatt verlor bei der SGW Rhenania/BW Poseidon Köln mit 5:9. Ein Torfestival feierte der SV Weiden 1921 beim 23:13 gegen den SV Poseidon Hamburg, außerdem siegten der SV Bayer Uerdingen 08 mit 14:12 gegen den SV Würzburg 05 und der SV Krefeld 1972 mit 9:5 beim Düsseldorfer SC 1898.
Bochum nach Pokal-Krimi in der zweiten Runde
Ebenfalls am Wochenende wurde die letzte noch ausstehende Partie in der ersten Runde des DSV-Pokals ausgetragen. In einem echten Pokal-Krimi setzte sich der SV Blau-Weiß Bochum in eigener Halle mit 19:18 nach Fünfmeter-Werfen gegen die SG Stadtwerke München durch, den entscheidenden Treffer erzielte Mario Guth. In der zweiten Runde haben die Bochumer dann erneut ein Heimspiel und treffen Anfang November auf den SV Krefeld 1972.
Uerdingen mit zwei Siegen zum Auftakt der Frauen-Bundesliga
Auch in der Wasserball-Bundesliga der Frauen wurde die Saison am Wochenende eröffnet. Zwar waren zum Auftakt nur vier der sieben Klubs im Einsatz, diese dann aber jeweils gleich doppelt. Die Vizemeisterinnen der vergangenen Saison vom SV Bayer Uerdingen 08 feierten gleich zwei Heimsiege, gegen Waspo 98 Hannover hieß es am Samstag 20:5, gegen den Eimsbütteler Turnverband tags darauf dann 14:5. Bayers Nationalspielerinnen Aylin Fry (insgesamt zehn Tore) und Greta Tadday (neun) zeigten sich dabei zum Start am torfreudigsten und führen somit für den Moment die Torschützinnenliste an.
In einer Neuauflage der Spiele um Platz drei bezwang der SV Blau-Weiß Bochum Eimsbüttel mit 14:7 und bescherte seiner neuen Trainerin Oleksandra Mirinenko damit einen gelungenen Einstand – die Ukrainerin war nach ihrer Flucht aus der Heimat vor dem russischen Angriff im Frühjahr in Bochum untergekommen und hat zur neuen Spielzeit nun das dortige Bundesligateam übernommen. Am Sonntag mussten sich die Blau-Weißen dann allerdings mit einem 14:14 gegen Hannover zufrieden geben. Anfang des letzten Viertels hatten die Bochumerinnen noch mit drei Toren geführt und Mitte des Abschnitts immer noch mit zwei, doch Waspo kam in den Schlussminuten noch zum Ausgleich.
Bundesligastart mit neuem Modus, neuen Teams und alten Favoriten
Neue Saison, neue Runde im ewigen Duell zwischen Waspo 98 Hannover und den Wasserfreunden Spandau 04? Vor dem Auftakt der Wasserball-Bundesliga an diesem Samstag gelten der amtierende Deutsche Meister und der Rekordchampion jedenfalls erneut als erste Anwärter auf die Meisterschaft. Die Niedersachsen holten viermal in den vergangenen fünf Jahren und zuletzt sogar dreimal in Folge den Titel, in der vergangenen Saison außerdem erneut den DSV-Pokal. Im Sommer haben nun allerdings gleich sieben Spieler den Klub verlassen, die Mannschaft wurde neu formiert. In Berlin setzt man dagegen beim Spielerpersonal weitgehend auf Kontinuität, lediglich zwei Spieler gingen. Dafür müssen sich Spandaus Spieler nach acht Jahren erstmals wieder an einen neuen Trainer gewöhnen: Nachfolger des nach Frankreich gewechselten Petar Kovacevic ist der Grieche Athanasios Kechagias.
Ambitionen hat außerdem der Bundesligadritte ASC Duisburg. „Unser Ziel ist wieder eine Medaille, aber wir gucken definitiv auch nach oben“, erklärte der neue Sportvorstand Julian Real im DSV-Verbandsmagazin „Swim&More“ – der langjährige Nationalspieler hatte am Ende der vergangenen Saison seine Badehose an den Nagel gehängt und ist nun in die Rolle des Funktionärs geschlüpft. In dieser Saison kommt ein ernsthafter Angriff auf die Spitze womöglich noch zu früh. „Aber wir werden die Spiele gegen Waspo und Spandau ganz sicher nicht herschenken, es soll auf jeden Fall knapper sein als zuletzt“, sagte Real.
Saisonstart ist am 22. Oktober mit neuem Modus. Die acht Mannschaften in der A-Gruppe und die zehn Teams der B-Gruppe spielen zunächst jeder gegen jeden, am Ende der Vorrunde steigen dann der Letzte und Vorletzte der B-Gruppe in die Landesgruppen ab. Der Achte der A-Gruppe und der Erste der B-Gruppe tauschen für den weiteren Saisonverlauf direkt die Plätze, die Teams auf den Plätzen sechs und sieben (A) beziehungsweise zwei und drei (B) bestreiten Relegationsspiele. In den beiden neu entstandenen Achtergruppen geht es anschließend jeweils in die Play-offs, wobei alle 16 Plätze im K.-o.-System ausgespielt werden. „Wir haben ein klares, verständliches und einheitliches Spielsystem in beiden Gruppen und Spannung bis zum letzten Spiel der Platzierungen“, erklärte Rundenleiter Holger Sonnenfeld.
Der Verein auf Platz 16 steigt am Ende ebenfalls noch ab, der 15. bekommt im Aufstiegsturnier mit den Landesgruppenvertretern eine weitere Chance zum Klassenerhalt. Nachdem im Vorjahr beide Aufsteiger direkt wieder runtermussten, hoffen die beiden neuen Klubs dieser Saison, dass ihnen dieses Schicksal erspart bleibt. Der SVV Plauen und der SV Cannstatt bringen jede Menge Tradition mit: Plauen spielte bereits von 2013 bis 2019 erstklassig, Cannstatt war 2006 sogar Deutscher Meister und zuvor 1973 DSV-Pokalsieger.
Die wichtigsten Termine der Bundesligasaison 2022/23 der Männer:
22. Oktober: Bundesliga-Start
12. November: Supercup in Hannover (Waspo 98 Hannover – Wasserfreunde Spandau 04)
22. März – 02. April: Relegationsspiele zwischen A- und B-Gruppe
15. April: Start der Play-offs
17. Mai: Beginn der Finalserie um die Deutsche Meisterschaft
Bei den Frauen sind die Spandauerinnen in der Rolle der Gejagten
Auch bei den Frauen beginnt an diesem Wochenende die neue Spielzeit, diesmal mit sieben Mannschaften, nachdem der SC Chemnitz in dieser Saison auf eine Teilnahme verzichtet. Anders als die Bundesliga der Männer ist die Frauenliga eine Meldeliga. In der Rolle der Gejagten sind 2022/23 trotz der Abgänge der Nationalspielerinnen Belén Vosseberg, Gesa Deike und Lynn Krukenberg erneut die Titelverteidigerinnen der Wasserfreunde Spandau 04, daneben meldet zudem Vorjahresfinalist SV Bayer Uerdingen 08 ebenfalls Ansprüche an.
FINA gibt Qualifikationsmodus für die Olympischen Spiele 2024 in Paris bekannt
Gut zwei Jahre sind es noch bis zu den Olympischen Spielen 2024 in Paris (FRA). Deutschlands beste Schwimmsportler*innen wissen aber bereits jetzt, wie sie sich für das weltgrößte Sportereignis vom 24. Juli – 11. August 2024 qualifizieren können, nachdem der Weltschwimmverband FINA und das Internationale Olympische Komitee (IOC) am Montag die Qualifikationskriterien für die Spiele in der französischen Hauptstadt veröffentlicht hat. Demnach werden in Paris erneut insgesamt 49 Entscheidungen im Becken- (35) und Freiwasserschwimmen (zwei), Wasserspringen (acht), Wasserball (zwei) und Synchronschwimmen (zwei) ausgetragen.
>> Zur Meldung der FINA mit allen Qualifikationskriterien
Allein im Becken werden vom 27. Juli – 04. August in der La Defénse Arena 35 Goldmedaillen vergeben, erstmalig erstrecken sich die Finals dann über einen Zeitraum von neun Tagen. Nach der erfolgreichen Premiere der 4x100m-Lagen-Mixedstaffel steht diese Disziplin auch diesmal wieder im olympischen Programm, auch ansonsten gab es hier keine Veränderungen im Vergleich zu den vergangenen Spielen in Tokio (JPN). Jedes Land kann pro Disziplin maximal zwei Athlet*innen entsenden (und je 26 Frauen und Männer insgesamt), der Qualifikationszeitraum läuft vom 01. März 2023 bis zum 23. Juni 2024. Für die Staffelwettbewerbe gilt, dass sich nur die jeweils besten drei Teams der Weltmeisterschaften 2023 in Fukuoka (JPN) vorzeitig qualifizieren – die verbliebenen 13 Plätze werden dann erst bei der WM 2024 in Doha (QAT) vergeben. In der Vergangenheit waren zuletzt immer schon die zwölf schnellsten Staffeln der Welttitelkämpfe im Jahr vor Olympia automatisch qualifiziert.
Beim Freiwasserschwimmen sind für die beiden Rennen über zehn Kilometer jeweils 22 Frauen und Männer startberechtigt, auch hier maximal zwei pro Nation und Geschlecht. Die drei Medaillengewinner*innen von Fukuoka sichern sich vorzeitig ihren Startplatz, die weiteren Plätze werden aber auch hier erst bei der WM in Doha vergeben (an die Top 13 sowie an die jeweils Besten jedes Kontinents). In Paris finden die Wettbewerbe dann am 08./09. August 2024 direkt im Stadtzentrum in der Seine statt, im Schatten des Eiffelturms.
Die Wettbewerbe im Wasserspringen und Synchronschwimmen werden im Aquatics Centre ausgetragen. Das Wasserspringen startet ebenfalls schon am 27. Juli und läuft dann bis zum 10. August. In den Einzeldisziplinen lösen jeweils die besten zwölf Springer*innen der WM 2023 in Fukuoka und der WM 2024 in Doha einen Quotenplatz für ihr Land, gleiches gilt für die jeweiligen Kontinentalchampions. Wer die Quotenplätze dann belegt, ergibt sich allerdings erst später. In den Synchrondisziplinen gehen die Quotenplätze an die Top drei aus Fukuoka und die Top vier aus Doha sowie an ein Team des Gastgeberlandes.
Beim Synchronschwimmen (05. – 10. August) darf jede Nation ein Team und ein Duett entsenden, wobei insgesamt maximal acht Sportler*innen pro Land erlaubt sind (das Duett muss also aus dem Kreis des Teams gebildet werden). Die besten Teams jedes Kontinents (mit Ausnahme von Europa, wo dieser Platz an Gastgeber Frankreich geht) sowie die fünf Besten der WM in Doha lösen das Ticket; die Duette dieser Nationen sind dann automatisch ebenfalls qualifiziert. Die weiteren Plätze gehen dort dann ebenfalls an die stärksten Duette jedes Kontinents (die Ausnahme ist hier erneut Europa), alle dann noch offenen Plätze werden bei der WM in Doha vergeben. Insgesamt können 18 Duette bei Olympia an den Start gehen.
Auch die Vorrunden der beiden Wasserballturniere (27. Juli – 11. August) werden im Aquatics Centre ausgetragen, die Finalspiele dann in der großen La Défense Arena. Wie zuletzt in Tokio, sind in Paris erneut zwölf Männerteams und zehn Frauenteams dabei, je ein Platz steht dabei den französischen Gastgeber*innen zu. Bei den Männern gehen weitere Tickets an die beiden besten Mannschaften der WM 2023 in Fukuoka, an die jeweiligen Sieger der Kontinentalmeisterschaften sowie die Top vier der WM 2024 in Doha. Analog dazu gehen die Startplätze bei den Frauen an die beiden besten Teams aus Fukuoka, fünf kontinentale Champions und die beiden Topnationen aus Doha.
Spandau und Uerdingen bestreiten das Finale in der Bundesliga der Frauen
Das Finale in der Wasserball-Bundesliga der Männer läuft bereits und hat nach dem ersten Spandauer Sieg am Sonntag noch einmal an Spannung dazugewonnen. Am kommenden Samstag (28. Mai) beginnen dann auch die Endspiele in der Bundesliga der Frauen, für die die Paarung nun ebenfalls feststeht. Es ist die gleiche wie im Vorjahr, die Titelverteidigerinnen der Wasserfreunde Spandau 04 treffen also erneut auf den SV Bayer Uerdingen 08. Die Berlinerinnen machten im Halbfinale gegen den Eimsbütteler Turnverband kurzen Prozess und dominierten nach dem 26:12 im ersten Spiel auch die zweite Partie mit 33:4, mit jeweils elf Treffern waren die beiden Nationalspielerinnen Belén Vosseberg und Gesa Deike die besten Torschützinnen. Dabei führte Spandau im dritten Viertel bereits 18:0, bevor den Hamburgerinnen, die ohne ihre beiden Routiniers Pauline Pannasch und Maren Hinz angetreten waren, überhaupt der erste Treffer durch Marte Skibba gelang.
Spannender verlief das andere Halbfinale zwischen Uerdingen und dem SV Blau-Weiß Bochum. Schon das erste Spiel der Serie im Modus „Best of Three“ hatte Bayer nur knapp mit 12:11 gewonnen. Auch in der zweiten Partie war es lange ausgeglichen, weniger als vier Minuten vor dem Ende führte Uerdingen lediglich mit einem Treffer (10:9). Dann aber erzielte Alexandra Greine im Schlussviertel noch zwei Tore, bevor Aylin Fry – mit fünf Treffern beste Torschützin bei den Siegerinnen – den Sieg endgültig klar machte.
Duisburg liegt bei den Männern auf Bronzekurs, Potsdam sichert sich Platz fünf
Bei den Männern werden neben dem Deutschen Meister aktuell auch noch die weiteren Platzierungen ausgespielt. Im ersten Spiel um Platz drei setzte sich der ASC Duisburg mit 15:9 beim SV Ludwigsburg 08 durch. Zur Halbzeit hatten die Gäste nur knapp mit 7:5 vorne gelegen, doch das dritte Viertel ging anschließend klar mit 5:0 an den ASC, der in Djordje Tanaskovic (fünf Tore) seinen fleißigsten Torschützen hatte. Dass Ludwigsburg im letzten Viertel (4:3) noch einmal um ein Tor besser war, änderte danach am Ausgang des Spiels nichts mehr.
Platz fünf hat sich derweil der OSC Potsdam gesichert. Nach dem 11:8 gegen die White Sharks Hannover im Hinspiel konnten sich die Brandenburger im Rückspiel sogar eine 14:15-Niederlage leisten – in der Addition beider Spiele setzte sich der OSC trotzdem mit 25:23 durch. „Wir freuen uns sehr. Jeder von uns wollte die Saison vernünftig auf dem fünften Platz beenden“, sagte Kapitän Ferdinand Korbel. Ein besonderes Spiel war es auch für Ex-Nationalspieler Hannes Schulz: Mit seinem 209. Bundesligamatch für Potsdam stellte er einen neuen Vereinsrekord auf, zudem zog er mit seinem 303. Treffer mit seinem guten Freund Matteo Dufour auf den zweiten Platz der ewigen Torschützenliste des Klubs gleich.
Im Spiel um Platz sieben siegte die SV Esslingen mit 8:7 bei der SG Neukölln Berlin.
Erster Saisonsieg für Aufsteiger Hamburger TB von 1862
In der Abstiegsrunde in Gruppe F waren die beiden Hamburger Vereine gleich doppelt gefordert. Der SV Poseidon konnte seine beiden Spiele mit 10:4 gegen den SC Neustadt/Weinstraße und mit 17:9 gegen den SV Würzburg 05 jeweils gewinnen und machte damit einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt. Der Hamburger TB von 1862 unterlag Würzburg mit 9:14, doch im zweiten Spiel des Wochenendes durfte der Aufsteiger dann endlich den ersten Saisonsieg bejubeln. Gegen Mitaufsteiger Neustadt siegte der HTB mit 11:7, Justus Gläser war mit sechs Treffern der Mann des Tages. Zur Halbzeit hatte Hamburg noch mit 1:6 zurückgelegen. In der zweiten Hälfte wurden die ohnehin ersatzgeschwächten Neustädter allerdings durch zahlreiche Hinausstellungen weiter dezimiert, so dass die Partie kippte und einen gänzlich anderen Verlauf nahm. Am Ende hatten die Gäste lediglich noch vier Spieler und keinen Torwart mehr.
Titelverteidiger Hannover startet als Favorit in die Finalserie gegen Spandau
Am Ende dieser Saison wird Wasserballer Julian Real seine Karriere beenden. Der 32-Jährige war WM-Sechster und EM-Fünfter und nahm 2008 in Peking (CHN) sogar an den Olympischen Spielen teil, auch auf Klubebene räumte er mit seinem Verein Waspo 98 Hannover zahlreiche Titel ab. Bevor er die Badehose an den Nagel hängt, möchte Real noch ein letztes Mal auf sich aufmerksam machen. „Als im Februar den Entschluss gefasst habe, dass es tatsächlich meine letzte Saison sein wird, habe ich gleichzeitig beschlossen, dass ich mich jetzt noch einmal richtig in Form bringen will. Beim Pokalsieg hat das Anfang Mai schon super geklappt, als ich im Finale vier Tore erzielt habe. So kann es jetzt gern auch in der Meisterschaft weitergehen.“
Die Finalserie gegen die Wasserfreunde Spandau 04 startet am Mittwoch (18.00 Uhr) in Hannover. Das zweite und dritte Spiel finden am Wochenende (21./22. Mai) in Berlin statt. Gespielt wird im Modus „Best of Five“ – sollte nach den ersten drei Spielen noch keine Entscheidung gefallen sein, folgen weitere Partien am 25. Mai in Hannover und eventuell am 28. Mai in Berlin. Spätestens dann steht der Meister fest.
Zum sechsten Mal in Folge stehen diese beiden Vereine im Finale. Es ist das Duell des Titelverteidigers und Pokalsieger gegen den Rekordmeister und Vorrundengewinner. Oder einfach: das Duell der Giganten im deutschen Wasserball. In der laufenden Spielzeit trafen beide Klubs in den verschiedenen Wettbewerben bereits sechsmal aufeinander. In der Bundesliga siegte Spandau zweimal, ebenso beim Supercup; in der Champions League sowie zuletzt im Pokal gewann Waspo; einmal trennte man sich unentschieden. Obwohl die Saisonbilanz bisher also für die Wasserfreunde spricht, ist vor allem der deutliche Sieg Hannovers aus dem Pokalendspiel in Erinnerung geblieben, welches die Niedersachsen gleich mit 17:9 für sich entschieden. Es war die höchste Niederlage für Berlin gegen einen nationalen Kontrahenten seit 1979. „Da haben wir sie dominiert und hatten auf alles, was sie angeboten haben, immer eine Antwort parat“, sagt Julian Real. Er glaubt: „Diese Niederlage haben sie auf jeden Fall immer noch in ihren Köpfen.“
Dass dieses Ergebnis nicht einfach so abgehakt werden kann, bestätigt auf der Gegenseite auch Spandaus Kapitän Maurice Jüngling, der daran naturgemäß aber auch etwas Positives sieht: „Dieses Spiel sollte sich jeder von uns noch einmal ins Gedächtnis rufen und dann mit der nötigen Portion Wut in die Serie gehen. Wir haben auf jeden Fall etwas wiedergutzumachen. Das war sicher nicht die Leistung, zu der wir imstande sind. Im Finale werden wir ein anderes Gesicht zeigen“, betont er.
Jüngling geht davon aus, dass eine sehr intensive und defensiv geprägte Finalserie bevorsteht. „Der Schlüssel liegt in der Verteidigung. Hannover in einem Shootout zu besiegen, ist sehr schwer, dafür haben sie zu gute Einzelspieler. Unser Ziel muss es deshalb sein, so wenige Tore wie möglich zuzulassen“, so der Nationalspieler. Spandau baut außerdem auf den Heimvorteil, den man sich als Erstplatzierter nach der Vorrunde verdient hat. Im vergangenen Jahr half dieser allerdings auch nicht, die Niederlage in glatten drei Spielen zu verhindern. Überhaupt hat Hannover dem Hauptstadtklub zuletzt zunehmend den Rang abgelaufen: Von den 16 Endspielen auf nationaler Ebene seit 2017 gewann Waspo in Meisterschaft, DSV-Pokal und Supercup ganze zwölf, Spandau dagegen nur vier. In der Liga wartet der Rekordchampion (37 Meisterschaften) seit 2019 auf den nächsten Erfolg.
Die Rolle des Favoriten, da sind sich beide Seiten einig, liegt deshalb diesmal bei den Hannoveranern. „Sie sind der amtierende Deutsche Meister und haben uns auch im Pokal besiegt, deshalb ist Waspo ganz klar der Favorit“, meint Maurice Jüngling. Und fügt hinzu: „Was aber nicht heißt, dass sie auch automatisch gewinnen werden.“ Auch Julian Real sagt: „Wir gehen als Favorit in die Finalserie. Der klare Sieg im Pokal hat uns noch einmal Aufwind gegeben. Das erste Spiel wird richtungsweisend, wohin die Serie gehen kann. Und der Druck liegt bei uns, dieses erste Spiel zuhause im Volksbad Limmer zu gewinnen.“
Die Finaltermine im Überblick:
18. Mai, 18.00 Uhr: Waspo 98 Hannover – Wasserfreunde Spandau 04
21. Mai, 16.00 Uhr: Wasserfreunde Spandau 04 – Waspo 98 Hannover
22. Mai, 14.00 Uhr: Wasserfreunde Spandau 04 – Waspo 98 Hannover
25. Mai (falls nötig): Waspo 98 Hannover – Wasserfreunde Spandau 04
28. Mai (falls nötig): Wasserfreunde Spandau 04 – Waspo 98 Hannover
Waspo 98 Hannover und die Wasserfreunde Spandau 04 im Finale
Die Finalpaarung in der Wasserball-Bundesliga der Männer steht fest, und es ist die gleiche wie schon in den vergangenen fünf Spielzeiten. Ab Mittwoch duellieren sich in der Finalserie im Modus „Best of Five“ erneut Titelverteidiger Waspo 98 Hannover und Rekordchampion Wasserfreunde Spandau 04. Spiel eins findet am Mittwochabend (18:00 Uhr) zunächst in Hannover statt, das zweite und dritte Spiel dann am kommenden Wochenende in Berlin.
Im Halbfinale setzten sich beide Klubs ungefährdet durch. Vorrundensieger Spandau bezwang den SV Ludwigsburg 08, dabei war bereits nach dem 20:9 im Hinspiel in Ludwigsburg eigentlich alles klar. Die Spandauer ließen sich dabei auch von einer massiven Bahnverspätung bei der Anreise und dem daraufhin ausgefallenen Einschwimmen nicht irritieren. Auch das Rückspiel war mit 17:6 eine klare Angelegenheit für Berlin, Nationalspieler Marin Restovic traf allein fünfmal. Die Ludwigsburger grämten sich allerdings nicht, immerhin hatte es der Verein zum ersten Mal in die Vorschlussrunde geschafft, nachdem man erst seit 2019 überhaupt in der A-Gruppe der Bundesliga mitmischt. SVL-Präsident Volker Heyn sprach deshalb auch vom „größten Erfolg seit 1970“.
Der ASC Duisburg ist dagegen seit Jahren Stammgast in den Top vier, musste allerdings ebenfalls die Überlegenheit des Deutschen Meisters aus Hannover anerkennen. Erst am vergangenen Wochenende hatte Waspo in Duisburg den DSV-Pokal geholt, nun schlugen die Niedersachsen an gleicher Stelle den Weg zum möglichen nächsten Titelgewinn ein. Das Hinspiel am Rhein gewann man souverän mit 17:6, das Rückspiel im eigenen Becken dann sogar noch um ein Tor höher mit 17:5. Duisburg und Ludwigsburg spielen ab 21. Mai im Modus „Best of Three“ jetzt also den dritten Platz aus.
Esslingen verbleibt in der A-Gruppe
Im letzten noch offenen Relegationsduell setzte sich der SSV Esslingen mit 2:0 Siegen gegen den SV Krefeld 1972 durch. Allerdings ging die erste Partie auswärts mit 12:11 nur ganz knapp an den SSV, der in der ersten Halbzeit noch zurückgelegen hatten. Der Siegtreffer durch Kapitän Marvin Thran fiel erst eine Minute vor dem Abpfiff. Im zweiten Spiel sorgte Esslingen dagegen schnell für klare Verhältnisse: Zur Pause führten die Gastgeber bereits mit 8:1 und ließen dann auch in der zweiten Halbzeit nichts mehr anbrennen. Zuvor hatten sich bereits die SG Neukölln Berlin, die White Sharks Hannover und der OSC Potsdam den Verbleib in der A-Gruppe für die neue Saison 2022/23 gesichert, damit bleibt das Teilnehmerfeld dort im vierten Jahr in Folge unverändert.
Die White Sharks und Potsdam hatten später noch das Viertelfinale bestritten, waren dort jedoch gegen Ludwigsburg und Duisburg unterlegen. Nun geht es für beide Vereine in Hin- und Rückspiel noch um Platz fünf in der Liga. Das erste Spiel entschieden am Wochenende dabei die Potsdamer mit 11:8 für sich.
Weiden macht großen Schritt in Richtung Klassenerhalt
In der Abstiegsrunde in Gruppe F war der SV Weiden 1921 gleich doppelt in Hamburg gefordert. Das erste Spiel beim SV Poseidon Hamburg gewannen die Bayern mit 13:6, der Sieg am nächsten Tag gegen den Hamburger TB von 1862 fiel mit 21:6 sogar noch deutlich aus. Nikolaj Neumann traf siebenmal gegen den Aufsteiger, der in dieser Saison noch immer keinen einzigen Punkt einfahren konnte. Weiden dagegen baute seine Tabellenführung in der Gruppe aus und dürfte den Klassenerhalt so gut wie sicher haben.
Favoritinnen legen in den Halbfinals der Frauen vor
Auch bei den Frauen sieht es so aus, als würde sich die Paarung der letztjährigen Finalserie auch in dieser Saison wiederholen. Die Favoritinnen konnten in den beiden Halbfinals im Modus „Best of Three“ jedenfalls vorlegen. Die Wasserfreunde Spandau 04 gewannen beim Eimsbütteler Turnverband mit 26:12, Nationalspielerin Belén Vosseberg erzielte allein zehn Tore für die Deutschen Meisterinnen des Vorjahres. Unter der Woche hatten sich beide Klubs noch im letzten Vorrundenspiel duelliert, auch dort hatte Spandau beim 30:8 klar dominiert. In dieser Partie hatte Vosseberg sogar 13-mal getroffen, mit 90 Treffern in 13 Partien (im Schnitt also fast sieben pro Spiel) war sie auch insgesamt die beste Torschützin der ersten Saisonphase. Durch den Sieg beendete Spandau die Vorrunde als einziger Klub verlustpunktfrei.
Knapper verlief das erste Spiel der zweiten Halbfinalserie zwischen den Vorrundenzweiten SV Bayer Uerdingen 08 und dem SV Blau-Weiß Bochum. In der Vorrunde hatten die Uerdingerinnen erst kürzlich klar gewonnen, diesmal blieb es bis ins dritte Viertel hinein eng. Nach einem Zwischenspurt zog Bayer dann zwischenzeitlich zwar auf fünf Tore davon (12:7), doch Bochum gab sich im Heimspiel nicht auf und kam noch einmal bis auf einen Treffer heran. Der Ausgleich wollte allerdings nicht mehr gelingen, der Endstand lautete 12:11 für die Gäste.
