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Deutschlands Männer spielen bei der EM um die Plätze 13 bis 16
Erst wenige Tage ist es her, dass die deutschen Wasserballerinnen bei den Europameisterschaften in Split (CRO) gegen Rumänien gewinnen konnten. Jetzt hofften natürlich auch Deutschlands Männer darauf, dass sich dieses Ergebnis als gutes Omen herausstellen würde für ihr eigenes Duell mit dem EM-Elften von 2020 am Mittwoch. Diese Hoffnung wurde enttäuscht, stattdessen setzte es für die Auswahl des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) mit dem 4:11 bereits die zweite Niederlage des Turniers. Schon vor dem abschließenden Gruppenspiel am Freitag gegen Weltmeister Spanien steht damit fest, dass das Team von Bundestrainer Petar Porobi? die K.o.-Spiele verpassen wird und um die Plätze 13 bis 16 spielt.
Nach dem ersten Viertel war beim Stand von 2:2 noch alles offen, Routinier Mateo Cuk, der verpasster WM wieder ins Aufgebot gerückt war, und Denis Strelezkij hatten für Deutschland getroffen. Doch im weiteren Verlauf offenbarte das deutsche Angriffsspiel Schwächen insbesondere in Überzahl, wo auch im zweiten Turnierspiel kein Treffer gelingen wollte. “Das ist hier unser größtes Problem, dass wir unsere Sechs-gegen-fünf-Situationen nicht verwerten können. Wir haben vier oder fünf großartige Schützen, aber sie haben den richtigen Moment zum Werfen nicht gefunden”, sagte Porobi?. Nachdem erneut Cuk die rumänische Führung im zweiten Viertel zunächst ausgleichen konnte, setzten sich die Osteuropäer bis zur Halbzeit dann auf 5:3 ab, allein Tudor-Andrei Fulea (ROU) gelangen bis zu diesem Zeitpunkt bereits drei Tore. Er war am Ende mit fünf Treffern bester Torschütze des Spiels.
Nach dem Wiederanpfiff präsentierte sich das DSV-Team in der Verteidigung zunächst verbessert. Torhüter Moritz Schenkel zeigte in dieser Phase wie schon während des gesamten Spiel gleich mehrere starke Paraden. Doch nach wie vor fehlte es an der nötigen Präzision in der Offensive. Rumänien dagegen traf im dritten Viertel noch dreimal und sorgte mit dem zwischenzeitlichen 8:3 bereits für eine Vorentscheidung.
Im Schlussabschnitt brachte Fynn Schütze Deutschland per Fünfmeter noch einmal heran, doch anschließend wurden selbst beste Überzahlchancen erneut nicht genutzt. “Wir haben eine sehr junge Mannschaft, für neun unserer Spieler ist es die erste Europameisterschaft”, erinnerte Mateo Cuk, an diesem Tag bester Torschütze auf DSV-Seite. “Es fehlt ihnen an Erfahrung mit dieser Art von Spielen. Wir müssen versuchen, bestimmte Dinge zu ändern. Die Neulinge haben noch einen weiten Weg und viel harte Arbeit vor sich, um auf diesem internationalen Niveau konkurrenzfähig sein zu können. Wir hoffen auf bessere Zeiten."
Vizeweltmeister Ungarn zeigt dem jungen DSV-Team die Grenzen auf
Es war sicher nicht nur zum Vorteil von Deutschlands Wasserballerinnen, dass der dritte Gruppengegner Ungarn seine ersten beiden Spiele bei der EM in Split (CRO) gegen Griechenland und die Niederlande jeweils verloren hatte. Denn jetzt wollten die Vizeweltmeisterinnen dieses Jahres natürlich beweisen, dass diese Niederlagen lediglich Ausrutscher waren und sie immer noch zu den Top-Teams des Turniers zu zählen sind.
Das gelang ihnen in der Tat, sehr zum Leidwesen der Auswahl der Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV), die sich am Dienstag deutlich mit 4:26 (1:7, 0:10, 1:3, 2:6) geschlagen geben musste. Es war von Beginn an eine Machtdemonstration der Magyarinnen, nach nur vier Minuten führte Ungarn bereits mit 3:0. Zwar erzielte Belén Vosseberg anschließend mit dem ersten deutschen Torversuch überhaupt auch gleich den ersten Treffer - insgesamt kam sie heute als beste Deutsche auf zwei Tore und hat im gesamten Turnierverlauf in der Summe nun schon elf Treffer erzielt. Doch insgesamt präsentierte sich die DSV-Auswahl in der Offensive zu harmlos und kam viel zu oft erst gar nicht in Tornähe, bis zur Halbzeit standen so lediglich fünf Schüsse zu Buche. Die Ungarinnen dagegen präsentierten sich im Angriff eiskalt und entschieden schon das erste Viertel mit 7:1 klar für sich.
Im zweiten Abschnitt blieb Deutschland gar komplett ohne eigenen Treffer, während Ungarn weiter in Torlaune blieb und den Vorsprung bis zur Pause auf 17:1 ausbaute. Deutlich besser lief es dann im dritten Viertel: Anne Rieck gelang der zweite Treffer für die junge deutsche Mannschaft, die bei diesen Europameisterschaften mit acht Neulingen an den Start geht, Torhüterin Felicitas Guse konnte sich zudem mehrfach mit Paraden auszeichnen, über sechs Minuten hielt man Ungarn bei zunächst nur einem weiteren Gegentreffer.
Im Schlussviertel trafen dann noch einmal Vosseberg und Elena Ludwig. Aber auch die Ungarinnen, bei denen alle Feldspielerinnen bis auf eine mindestens ein Tor erzielten, waren noch sechsmal erfolgreich. “Im dritten und vierten Viertel haben wir es ein bisschen besser gemacht. Wir haben besser zusammengearbeitet, haben ein paar Bälle geklaut und gepasst. Wir müssen versuchen, von Anfang an so stark zu spielen. Wir haben eine sehr junge Mannschaft und hatten aus finanziellen Gründen nur sehr wenig Zeit zur Vorbereitung, also müssen wir diese Zeit nutzen, um zu lernen und zu wachsen”, sagte Lynn Krukenberg.
"Natürlich ist es nie einfach, gegen Ungarn zu spielen, schon gar nicht, wenn sie nach zwei Niederlagen kommen”, resümierte Bundestrainer Sven Schulz. “Wir haben unser Bestes versucht, die zweite Halbzeit war besser. Aber wir müssen sehen, wo wir uns verbessern und an welchen Elementen wir arbeiten müssen, und Spiele wie dieses heben diese noch besser hervor.” Aus den Duellen mit den Top-Nationen will das DSV-Team wertvolle Erkenntnisse mitnehmen und daran für die Zukunft weiter wachsen.
Gold bei der JEM: Nina Sandrina Jazy ist schnellste Europäerin über 50m Freistil
Bei den Europameisterschaften der Junior*innen in Otopeni (ROM) erklang am Donnerstag zum ersten Mal die deutsche Nationalhymne. Gespielt wurde sie zu Ehren von Nina Sandrine Jazy (SG Essen), nachdem sich die 16-Jährige über 50m Freistil in 25,22 Sekunden knapp gegen die rumänische Lokalmatadorin Bianca Costea (25,34) durchgesetzt hatte.
Nach dem Anschlag schlug Jazy ungläubig die Hände vor Gesicht, dann schaute sie noch einmal hinauf zur Anzeigetafel, so als ob sie sich vergewissern wollte, dass das dort angezeigte Resultat auch wirklich wahr ist. Im Finale blieb sie noch einmal um eine Hundertstel unter ihrer Bestzeit, die sie vor zwei Wochen bei ihrem Sieg bei der Schwimm-DM in Berlin aufgestellt hatte. „Im Moment läuft’s einfach“, meinte sie dort bereits, und unterstrich diese Aussage mit ihrem Erfolg bei der JEM jetzt einmal mehr. Nach den beiden Titeln im Kraulsprint bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften und bei den Deutschen Meisterschaften der Erwachsenen machte Jazy nun auf europäischer Ebene ihr goldenes Triple 2022 komplett. Es war bereits ihre zweite Medaille in Otopeni, denn am Dienstag hatte sie zuvor auch schon Bronze mit der deutschen 4x100m-Freistilstaffel gewonnen.
„Nina mit Gold bringt natürlich zusätzlich Aufschwung in die Mannschaft“, meinte Nachwuchs-Bundestrainer Carsten Gooßes, der aber auch insgesamt zufrieden war mit dem Auftreten des gesamten Teams: „Wir hatten heute viele Final- und Halbfinalplätze dabei. Der vierte Platz von Levin Peschlow war ebenfalls stark.“ Dieser verpasste über 1500m Freistil nur knapp eine weitere deutsche Medaille an diesem Tag. Mit der siebtschnellsten Zeit hatte sich der Sportler von W98 Hannover für die Entscheidung qualifiziert, im Finale hielt er sich dann fast durchgehend auf Platz fünf auf und konnte sich schließlich auf der letzten Bahn noch um einen weiteren Platz nach vorne schieben. Als Vierter in 15:15,96 Minuten steigerte er seine Bestzeit um rund neun Sekunden, nur sieben Zehntel fehlten ihm am Ende zu Bronze.
In den weiteren Finals mit DSV-Beteiligung kam Lisa-Marie Finger (SG Neukölln Berlin) über 100m Schmetterling in 1:01,39 Minuten auf Platz acht. Gold ging hier an die Belgierin Roos Vanotterdijk (57,85), die ganz knapp vor Lana Pudar (BIH/57,88) anschlug, die erst kürzlich bei den Erwachsenen im WM-Finale von Budapest (HUN) gestanden hatte. Über 4x200m Freistil belegte die deutsche Staffel mit Nina Sandrine Jazy, Julia Barth (TB 1888 Erlangen), Marian Plöger (VfL Sindelfingen) und Lisa-Marie Finger Rang sechs in 8:21,04.
Timo Barthel landet im Turmspringen auf Rang 14
Nach dem WM-Vorkampf im Turmspringen war sich Chef-Bundestrainer Lutz Buschkow sicher, dass sein Athlet Timo Barthel (SV Halle) sich zum Halbfinale noch einmal steigern würde. Das gelang dem 26-Jährigen tatsächlich, nach Platz 17 am Vormittag stand nach dem Halbfinale in Budapest (HUN) diesmal Platz 14 mit 366,20 Punkten zu Buche. Allerdings qualifizierten sich nur die besten zwölf Springer für das Finale am Sonntag - Barthel fehlten dafür am Ende rund siebeneinhalb Punkte. Die stärkste Leistung im Halbfinale zeigten erneut die Chinesen, die beide sogar die 500-Punkte-Marke überboten und gegenüber dem Vorkampf die Plätze tauschten: Dieses Mal lag Hao Yang (520,30) vor seinem Landsmann Jian Yang (503,85).
Im Vorkampf waren Timo Barthel noch mehrere Schusseligkeitsfehler beim Delfinsalto und beim Rückwärtssalto passiert, im Halbfinale gab es für den Hallenser bei ersterem nun gleich im ersten Durchgang eine höhere Punktzahl. Beim anschließenden Handstandsalto spritzte es leider ein wenig zu stark, ebenso wie danach auch wieder beim 3,5-fachen Salto rückwärts. Der Auerbachsprung im fünften Durchgang war dafür wunderschön - kein anderer Springer bekam in dieser Runde eine höhere Wertung als Barthel mit seinen 83,30 Punkten.
Weil aber der abschließende Schraubensalto erneut nicht ganz sauber gelang, findet das WM-Finale am Sonntag nun ohne deutsche Beteiligung statt. “Ich habe versucht, mich von Sprung zu Sprung durchzukämpfen, aber es lief heute einfach nicht so, wie es mir erhofft hatte”, meinte Barthel. “Das zeigt einfach, dass noch sehr viel Luft nach oben ist und ich mehr trainieren und weiter an den schweren Springen arbeiten muss, denn ich bin ja heute nur mit einer relativ leichten Serie an den Start gegangen und das ist halt echt nicht gut gewesen heute. Aber den Wettkampf werde ich jetzt auch versuchen abzuhaken.”
Wenn man bedenkt, dass Timo Barthel sich erst im April am Handgelenk verletzt hatte und zeitweise fraglich war, ob er bei der Weltmeisterschaft überhaupt im Turmspringen würde antreten können, dann ist seine Leistung trotzdem aller Ehren wert. Direkt am ersten Tag der Wettbewerbe im Wasserspringen hatte er zusammen mit Lars Rüdiger (Berliner TSC) zudem Bronze im 3m-Synchronspringen geholt und kehrt somit als Medaillengewinner nach Deutschland zurück. “Im großen Ganzen war meine Weltmeisterschaft eine Achterbahnfahrt mit Höhen und Tiefen. Mit den Erfolgen im Drei-Meter-Synchronspringen mit Lars zusammen, und dann eben einem 20. Platz im Wettkampf vom Ein-Meter-Brett oder jetzt dem 14 Platz im Turm-Einzel. Es sind komplett gemischte Gefühle hier bei der WM”, fasste Barthel zusammen. Sein Blick geht jedenfalls schon wieder voran: “Ich versuche das jetzt einfach alles abhaken, neu anzugreifen und dann Richtung EM in Rom Vollgas zu geben.”
Überzeugender Sieg zum Abschluss: Wasserballer beenden die WM auf Platz 13
Szeged ganz im Süden gilt als Ungarns “City of Sunshine”, keine andere Großstadt im Land hat so viele Sonnenstunden. Nach dem Platzierungsspiel gegen Kasachstan sah man auch bei den deutschen Wasserballer nur strahlende Gesichter. Zum Abschluss der WM feierte das DSV-Team einen deutlichen 16:7-Erfolg (4:2, 4:2, 3:1, 5:2) und beendete das Turnier damit auf Platz 13.
Gegen den Olympia-Elften von Tokio (JPN) lag Deutschland lediglich im ersten Viertel kurzzeitig in Rückstand, nahm danach aber zunehmend das Zepter des Handelns in die Hand und dominierte die Partie spätestens im zweiten Viertel dann vollends. Gleich vier Treffer hintereinander gelangen der deutschen Mannschaft in diesem Abschnitt, die zur Halbzeit bereits mit 8:4 führte. Nach der Pause baute das Team von Bundestrainer Petar Porobic den Vorsprung dann weiter aus und lag kurz vor Ende des vierten Viertels schließlich erstmals zweistellig in Führung. Beste Torschützen auf deutscher Seite waren Lukas Küppers (vier), Zoran Bozic und Fynn Schütze (je drei), die weiteren Treffer erzielten Phillip Kubisch, Ferdinand Korbel (je zwei), Jan Rotermund und Denis Strelezkij (je eins).
“Gott sei Dank haben wir es geschafft, mit zwei Siegen die WM zu beenden. Wir haben genauso viele Siege wie bei der WM in Gwangju, leider ein Tor weniger gegen Japan geschossen, und enden deswegen auf Platz 13 und nicht vielleicht auf Platz acht”, bilanzierte Kapitän Moritz Schenkel. “Natürlich ist das Überkreuzspiel da auch noch zwischen, das man noch hätte machen müssen, aber mit der Mannschaft ist das, glaube ich, eine gute Standortbestimmung. Erstmal genießen wir jetzt unseren Sieg. Mit dem 13. Platz können wir aktuell zufrieden sein.”
Deutschland bestritt diese Weltmeisterschaften mit einem sehr jungen und unerfahrenen Team, für viele Spieler war es das erste große Turnier. Nach einem größeren Umbruch standen aus dem Kader der vorherigen WM 2019 in Gwangju (KOR) lediglich noch vier Spieler im Aufgebot. Im Wettstreit mit den weltbesten Nationen konnte das junge Team wertvolle Erfahrungen sammeln und geht nun gestärkt in die kommenden Aufgaben. Bereits Ende August steht mit den Europameisterschaften in Split (CRO) das nächste Großereignis an. “Es war wichtig für das Team, Erfahrungen zu sammeln. Man hat gesehen, dass es mit neuen Leuten sehr schwierig ist, auf so einer großen Bühne zu bestehen. Ich glaube, dass wir zwei gute Monate vor uns haben, in denen wir zusammenarbeiten können und als Team wachsen und mehr lernen können”, sagte Schenkel. “Bei der EM wollen wir natürlich mit einer längeren Vorbereitung besser auftreten, weniger Fehler machen, und in der Gruppe mit Holland und Rumänien sind sicherlich auch zwei Teams, die eher unser Niveau haben.”
Timo Barthel und Jaden Eikermann werden WM-Fünfte im Turm-Synchronspringen
Wenig Aufwand, viel Ertrag - so könnte man etwas überspitzt den Auftritt von Timo Barthel (SV Halle) und Jaden Eikermann (SV Neptun Aachen) im Turm-Synchronspringen zusammenfassen. Im Vorfeld der Weltmeisterschaften in Budapest (HUN) hatte das Paar notgedrungen nur sehr wenig miteinander trainiert, “vielleicht sechs Mal”, wie der Hallenser nach dem Vorkampf berichtete. Trotzdem erreichten sie bei der WM ein starkes Ergebnis: Im Finale am Dienstagabend sprang das DSV-Duo mit 377,37 Punkten auf Platz fünf.
“Ich bin eigentlich sehr zufrieden”, lobte Chef-Bundestrainer Lutz Buschkow, vor allem angesichts der nicht ganz einfachen Umstände in der Vorbereitung. “Sie sind das erste Mal international zusammen gesprungen, haben im Jahresverlauf nicht sehr viel zusammen trainieren können aus unterschiedlichen Gründen - Jaden Eikermann aufgrund der Schule, Timo Barthel wegen seiner Handverletzung”, erklärte Buschkow. Die WM-Teilnahme sei daher durchaus ein Experiment gewesen, “wir haben es riskieren wollen, dass es einen Start gibt mit dem Ziel, dass die Deutschen in jeder Disziplin ins Finale kommen. Das haben sie sehr gut gemeistert und sich im Vergleich zum Vorkampf noch steigern können, das war sehr gut. Sicherlich haben wir noch ein paar Defizite im Schwierigkeitsgrad zur Weltspitze, aber das ist ein Team, was mir Hoffnungen macht in Richtung 2024.”
Gold holten die Chinesen Lian Junjie und Yang Hao mit 467,79 Punkten, Silber ging nach Großbritannien (427,71), Bronze an Kanada (417,12). Bei den Olympischen Spielen im vergangenen Jahr in Tokio (JPN) hatte China im Turm-Synchronspringen erstmals seit 2000 nur Platz zwei belegt - es war übrigens die einzige Disziplin, in der sie sich geschlagen geben mussten. Dieses Mal waren die Springer aus dem Reich der Mitte wieder zurück an der Spitze.
“Es war auf jeden Fall eine sehr gute Leistung von uns”, fand anschließend auch Timo Barthel. “Ich bin auch auf jeden Fall froh, dass wir im Finale waren und das jetzt hinter uns haben und uns auch für die Weltserie (gemeint ist die FINA Diving World Series, Anm. d. Red.) qualifiziert haben - das war mein großes Ziel mit Jaden. Ich bin sehr stolz auf ihn, denn er ist ja noch ein sehr junger Sportler. Dass er das so heute gemeistert hat, war Weltklasse.” Für Eikermann - mit 17 Jahren der jüngste im gesamten DSV-Team - war es die erste WM bei den Erwachsenen. “Für mich war es ein Traum, mit Timo Synchron springen zu dürfen. Ich habe auch als Hintergrundbild noch ein Bild, das ist bestimmt schon sechs, sieben Jahre alt, wo ich noch halb so groß war wie Timo. Timo war und ist immer ein großes Vorbild”, erzählte der Aachener.
Gegenüber dem Vorkampf konnten sich die Deutschen noch einmal deutlich steigern. “Da habe ich schon gesagt, es hätten 30, 40 Punkte besser sein können, und das war es jetzt auch”, sagte Barthel. “Aber ich hatte immer noch zwei grobe Fehler drin. Das heißt, es ist immer noch Luft nach oben. Wir werden weiter an uns arbeiten und Synchron trainieren, und ich bin mir sicher, das wird in Rom auch schon ganz anders aussehen”, versprach er mit Blick auf die EM im August.
26 DSV-Talente für die JEM nominiert, 16 Schwimmer*innen zum EOYF
Jeweils 13 weibliche und männliche Schwimmer*innen aus den Jahrgängen 2004 bis 2007 gehören zur Mannschaft des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) bei den Europameisterschaften der Junior*innen in Otopeni vor den Toren der rumänischen Hauptstadt Bukarest (05. – 10. Juli). Nachdem 19 Aktive sich das JEM-Ticket bereits im ersten Nominierungszeitraum bis Mitte April gesichert hatten, schafften bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften (DJM) Ende Mai noch sieben weitere den Sprung ins Team. Nach dem Vorbereitungslager in Heidelberg ist nun am Samstag Abflug. „Bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin haben Nina Sandrine Jazy, Ira Helene Hünnebck oder Lisa-Marie Finger mit ihren guten Platzierungen zuletzt noch einmal viel Selbstvertrauen holen können, das war prima“, lobte Nachwuchs-Bundestrainer Carsten Gooßes. „Wir haben sicher einige Medaillenchancen und wollen diese auch nutzen.“
Für die jüngeren Talente bildet das European Youth Olympic Festival (EYOF) mit rund 3.600 Teilnehmer*innen in Banska Bystrica (SVK/ 24. – 30. Juli) den Saisonhöhepunkt. In Abstimmung mit den jeweiligen Fachverbänden hat der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) nun 189 Aktive aus zehn Sportarten nominiert, darunter auch 16 fürs Schwimmen.
Patrizia Wittich, Chefin de Mission des Jugend Team D, sagte: „Für unsere Nachwuchsathlet*innen stellt das Europäische Olympische Jugendfestival eine einmalige Chance dar, erstes olympisches Feeling bei einem Multisport-Event zu spüren. Bei dem Festival steht die verbindende und völkerverständigende Kraft des Sports noch mehr als bei den Olympischen Spielen im Vordergrund. Alle jungen Sportler*innen werden ihre bestmöglichen Leistungen zeigen wollen. Der Medaillenspiegel wird für uns jedoch keine vordergründige Rolle einnehmen. Insbesondere das Sammeln von wertvollen Erfahrungen auf der großen internationalen Bühne sowie das Knüpfen von Freundschaften mit Sportler*innen aus anderen Nationen stehen im Fokus.“
Wittich betonte, dass die Sportler*innen des Jugend Team D Begeisterung aus dem Festival für ihren weiteren Weg im Sport mitnehmen sollten: „Wenn das Event Nachwuchsathlet*innen für eine längerfristige Karriere im Leistungssport motiviert und wir womöglich einige von ihnen später im Team D willkommen heißen können, dann ist das als klarer Erfolg zu werten.“
Das Team für die JEM Schwimmen
Weiblich: Julia Barth (TB 1888 Erlangen), Saskia Blasius (TSV Neustadt 1906), Julianna Dora Bocska (SG Essen), Anna Maria Börstler (SC Magdeburg), Laura Feldvoss (SC Magdeburg), Lisa-Marie Finger (SG Neukölln Berlin), Ira Helene Hünnebeck (Potsdamer SV), Nina Sandrine Jazy (SG Essen), Jette Koch (SC Magdeburg), Jette Lenz (SV Nikar Heidelberg), Marian Plöger (VfL Sindelfingen), Celina Springer (SG Dortmund), Maya Werner (SV Nikar Heidelberg)
Männlich: Jarno Bäschnitt (SG Ruhr), Oskar Dementiev (Berliner TSC), Maximilian Hagl (SC Delphin Ingolstadt), Lukas Klos (SG EWR Rheinhessen), Eric Mühlenbeck (Bitterfelder SV 1990), Philipp Peschke (SG Essen), Levin Peschlow (Waspo 98 Hannover), Oskar Schildknecht (Erfurter SSC), Mathis Schönung (SG EWR Rheinhessen), Louis Schubert (SSG Leipzig), Tobias van Aggelen (SG Neuss), Viktor Weizel (Berliner TSC), Martins Zabothens (PSV Cottbus 90)
Das Team für das EYOF
Weiblich: Danja Thelemann (SG Wago 1950), Zara Selimovic (SG Dortmund), Yara Fay Riefstahl (SC Chemnitz), Fee Lukosch (SG Essen), Lena Ludwig (SSKC Poseidon Aschaffenburg), Noelle Benkler (SC Regensburg), Klara Sophie Beierling (SG Berliner Wasserratten), Julia Ackermann (SC Chemnitz 1892)
Männlich: Arne Schubert (SC Magdeburg), Simon Reinke (SG Essen), Michael Raie (SSG Saar Max Ritter), Vincent Gregor Passek (Berliner TSC), Sascha Macht (SSG Leipzig), Emilian Hollank (TSV Riedlingen), Finn Hammer (SG Dortmund), Subäjr Biltaev (SV Cannstatt)
Christina Wassen belegt im WM-Finale Rang zwölf
Das vom Chef-Bundestrainer an jedem Morgen ans DSV-Team ausgegebene Tagesmotto lautete für diesen Montag “Erfolg hat drei Buchstaben: Tun.” Wasserspringerin Christina Wassen (Berliner TSC) hat es in der Duna Aréna dann wunderbar umgesetzt und ist bei den Weltmeisterschaften in Budapest (HUN) trotz einiger verletzungsbedingter Ausfälle im Saisonverlauf erstmals im Finale des Wettbewerbs vom Turm gesprungen - das war seit neun Jahren keiner Deutschen mehr gelungen. Mit 253,80 Punkten belegte die Deutsche Meisterin am Abend dort dann Rang zwölf.
”Vor ein paar Wochen habe ich nicht mal gedacht, dass ich an der Qualifikation teilnehmen kann. Ich musste da dann ohne Training an den Start gehen, aber es hat ja dann ganz gut geklappt. Ich habe natürlich probiert, diesen Rückstand jetzt in den letzten Wochen aufzuholen und das hat auch ganz gut geklappt, ich bin immerhin ins Finale gekommen”, sagte Wassen. “Schade, dass die Sprünge im Finale selbst dann nicht mehr so gelungen sind, vor allem da sie im Training vorher auch sehr viel besser gewesen sind. Aber es war mein erstes Einzelfinale und deswegen bin ich damit auch erst einmal zufrieden.”
Fünf schöne Sprünge wollte die 23-Jährige dem Publikum zeigen, doch es lief einfach nicht mehr so rund wie im Halbfinale, das Wassen noch als Achte beendet hatte. Nach dem dritten Durchgang wollte sie sogar eine Wiederholung ihres Sprungs beantragen, doch das Kampfgericht lehnte den Protest ab. “Wenn man auf dem Zehn-Meter-Turm steht, läuft unten immer so ein Video mit, was auch die Zuschauer*innen im TV sehen, wo man sich auch nach dem Sprung nochmal die Zeitlupe ansehen kann und dieser Bildschirm ist sehr groß und sehr hell und ich habe das Video mitlaufen sehen bzw. dass sich da etwas bewegt im Augenwinkel. Das ist mir bei den anderen Sprüngen nicht so aufgefallen, weil ich da weiter rechts springe und den Bildschirm nicht sehen konnte. Der Bildschirm wurde anschließend zwar ausgeschaltet, aber nochmal springen konnte ich leider nicht.” Allein bei diesem 2,5-fachen Salto rückwärts waren gegenüber dem Halbfinale so aber 20 Punkte verloren gegangen.
Dennoch gab es am Ende auch ein Lob von Chefbundestrainer Lutz Buschkow: “Christina ist frech an diese Aufgabe herangegangen, in den Endphasen ist ihr leider ihre Tauchleistung nicht so gelungen wie zuvor”, sagte er. “Aber nichtsdestotrotz ist ein zwölfter Platz ein Finalplatz. Und es war auch ihr erster Finalplatz im Weltranking, daher können wir zufrieden sein.”Gold ging an die erst 16-Jährige Chen Yuxi aus China (417,25), die damit ihren Titel von 2019 verteidigte. Sie lag knapp vor ihrer sogar noch ein Jahr jüngeren Landsfrau und Tokio-Olympiasiegerin Quan Hongchan (416,95). Beide erhielten vom Kampfgericht einige Male die höchste Punktzahl 10,0 für ihre Perfektion. Bronze sicherte sich Pandelela Pamg aus Malaysia (338,85).
Deutschlands Wasserballer spielen bei der WM um Platz 13
In der Schlussminute machte der Gegner noch einmal mächtig Druck. Die Brasilianer belagerten das Tor der deutschen Wasserballer, sie holten sogar ihren Torwart nach vorne, um so eine Überzahlsituation zu erzeugen. Doch sämtliche Schussversuche gingen entweder an den Pfosten, wurden geblockt oder von Moritz Schenkel im deutschen Kasten pariert. So durfte am Ende das DSV-Team jubeln: Mit dem 10:9 im ersten Platzierungsspiel gegen Brasilien fuhr die Mannschaft von Bundestrainer Petar Porobic den ersten Sieg bei der WM in Ungarn ein und trifft nun am Mittwoch (15:30 Uhr) im Spiel um Platz 13 auf Kasachstan. Die Kasachen waren kampflos weitergekommen, nachdem ihr designierter Gegner Kanada sein Team nach mehreren Coronafällen aus dem Turnier genommen hatte.
“Am Ende zählt nur der Sieg, der war super wichtig, um mal ein Erfolgserlebnis zu haben im Team. Wir hatten jetzt ein steigendes Niveau seit dem Freundschaftsspiel gegen die USA, und deswegen war es auch mal wichtig, einen Sieg feiern zu können”, sagte Lukas Küppers - mit drei Treffern bester Torschütze beim DSV-Team. “Am Ende gewinnen wir mit einem Tor und sind glaube ich auch die bessere Mannschaft. Wir schaffen es aber nicht, unsere Linie strikt und kontrolliert durchzuziehen und machen immer wieder Fehler, die dann zu Toren führen, was nicht sein muss. Umso wichtiger ist es, dass wir es auch mit der jungen Mannschaft schaffen, im vierten Viertel die Führung zu holen und dann auch nach Hause zu bringen in den den letzten 30 kritischen Sekunden.”
Mann des Tages war dabei am Montagabend Denis Strelezkij, dem ebenfalls drei Tore gelangen, darunter auch der entscheidende Treffer zum 10:9. Die weiteren Tore für Deutschland erzielten Ferdinand Korbel (zwei), Maurice Jüngling und Philipp Dolff (je eins). Für Brasilien, den einzigen Vertreter Südamerikas bei dieser WM, war Gustavo Coutinho dreimal erfolgreich.
Nach einem ausgeglichenen ersten Viertel (2:2) hatten die Brasilianer in der Partie in Szeged ganz im Süden Ungarns zur Halbzeit noch mit 5:4 geführt, auch nach dem dritten Abschnitt lagen sie mit 8:7 noch knapp vorne. Im Schlussviertel konnte die DSV-Auswahl die Partie dann aber zu ihren Gunsten entscheiden. “Vor dem letzten Viertel haben wir uns nochmal alle eingeschworen, dass wir nun unser wahres Gesicht zeigen sollen, und das haben wir dann am Ende mit ganz viel Kampf über die Bühne gebracht und den Sieg nach Hause gefahren”, sagte Philipp Dolff. “Im letzten Spiel wollen wir nochmal alles geben, um den 13. Platz klar zu machen.”
Als Fünfter ins WM-Finale: WM-Debütant Moritz Wesemann bekommt den Bonus
Viel Zeit blieb Moritz Wesemann (SV Halle) nach dem Vorkampf vom 3m-Brett nicht. Die Zeit reichte nicht einmal, um fürs Mittagessen zurück ins Hotel zu fahren, stattdessen gab es einen Snack in der Halle und direkt danach ging es schon wieder zum Einspringen fürs Halbfinale. “Neben der physischen ist das auch eine hohe mentale Belastung, die die Jungs hier haben”, sagte Bundestrainer Lutz Buschkow, erst Recht für jemanden wie Wesemann, der in Budapest (HUN) ja seine ersten Weltmeisterschaften bei den Erwachsenen erlebt.
Doch der 20-Jährige meisterte diese Herausforderung hervorragend. Mit 408,15 Punkten löste der Hallenser als Fünfter das Ticket für das Finale am Dienstag (16:00 Uhr). Dabei gelangen ihm gleich fünf von sechs Sprüngen besser als im Vorkampf. Zur Halbzeit des Wettkampfes lag Wesemann auf Platz vier, ehe im vierten Durchgang als einziger Sprung der 3,5-fache Salto rückwärts nicht so gelang wie erhofft. Schon im Vorkampf hatte Wesemann mit diesem Sprung ein paar Probleme, doch er gab danach die perfekte Antwort und zeigte mit dem 4,5-fachen Salto vorwärts seinen besten Sprung des Tages. “Mein Ziel war es, ins Halbfinale zu kommen, alles andere ist Bonus. Es ist mein erster internationaler Wettkampf bei den Erwachsenen und dann direkt eine Weltmeisterschaft, also ich bin mehr als zufrieden”, freute er sich.
Über seinen Wackler im vierten Versuch sagte er: “Der Sprung, der leider bei mir noch nicht geklappt hat, ist, würde ich behaupten, mit der schwerste Sprung von allen Drei-Meter-Sprüngen. Dass der mal in die Hose geht, das passiert. Das ist natürlich nicht gewollt, aber das einzige, was einem dann noch übrig bleibt, ist zu kämpfen und zu schauen, dass man das noch ausgleicht. Die letzten beiden Sprünge sind auch zwei schwierige Sprünge, vor allem vom Schwierigkeitsgrad. Aber dadurch, dass ich eine hohe Ständigkeit habe, kann ich die eigentlich gut, und das ist dann ein Motivationsschub. Durch den hohen Schwierigkeitsgrad kann man ordentlich Punkte nochmal raus holen.”
Am Ende war er damit sogar zweitbester Europäer hinter dem drittplatzierten Briten Jack Laugher (469,65), ganz vorne landeten wie erwartet die beiden Favoriten aus China mit dem Olympiazweiten Wang Zongyuan (547,95) und dem Vizeweltmeister von 2019 in Gwangju (KOR) Cao Yuan (482,50). Im Finale wolle er nun “einfach mitspringen und dann schauen, was rauskommt. Top Sechs wäre ein Ziel”, sagte Wesemann.
