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Weltcup in Singapur als Testlauf für die WM: Drei Deutsche dabei
Für die Weltbesten des Schwimmsports ist Singapur in dieser nacholympischen Saison das Sehnsuchtsziel schlechthin. Hier finden im kommenden Sommer nicht nur die Weltmeisterschaften 2025 statt, ab Donnerstag dieser Woche wird im wohlhabenden Stadtstaat auch das Finale des Kurzbahn-Weltcups aufgetragen. Die Entscheidungenan allen drei Wettkampftagen sind aufgrund der Zeitverschiebung bereits ab 11:30 Uhr deutscher Zeit im Livestream auf Europavisionsport.com (oder der gleichnamigen Smartphone-App) zu sehen.
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Das Weltcupteam des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) wächst diesmal nun auf drei Aktive an. Neben in der vergangenen Woche bereits in Südkorea aktiven Marius Kusch und Rafael Miroslaw mischt an diesem Wochenende auch Maya Werner über 200m, 400m und 800m Freistil sowie 200m Rücken mit. Die Heidelbergerin war im Sommer nach Magdeburg umgezogen und trainiert dort nun in der Topgruppe von Bernd Berkhahn.
„Die ersten Wochen in Magdeburg waren eine sehr große Umstellung für mich, im Training und Alltag. Das hat erstmal seine Zeit gedauert, bis ich damit zurechtgekommen bin. Aber jetzt läuft es ganz gut“, erzählte Werner. „Da ich im September bei der Grundausbildung der Bundeswehr war und jetzt erst seit Anfang Oktober richtig wieder mit Training begonnen habe, kann ich noch nicht allzu viel erwarte. Jedoch hoffe ich, viele Erfahrungen auf der internationalen Ebene zu sammeln und mich in die Finals zu schwimmen.“
Coach Berkhahn kam direkt vom Freiwasser-Weltcup aus Hongkong eingeflogen und schaut sich die Gegebenheiten am WM-Ort mit dem neuen Schützling dieser Tage schon einmal etwas näher an. Während der Weltcup allerdings im OCBC Aquatic Centre ausgetragen wird, wo im Juli 2025 dann die WM-Wettbewerbe im Wasserspringen und Wasserball steigen, werden für das Beckenschwimmen im kommenden Jahr dann noch zwei mobile 50m-Pools von DSV-Partner Myrtha und Tribünen für 4.800 Gäste auf dem dortigen Sportgelände errichtet, direkt daneben soll es dann auch eine große Fanzone geben. „Es ist auf jeden Fall gut, schon mal einen Eindruck zu erhalten und auch die hohe Luftfeuchtigkeit schon einmal zu fühlen“, meinte Miroslaw.
Im Fokus des Publikums steht am Wochenende natürlich der Kampf um den Sieg im Gesamtweltcup, der mit 100.000 US-Dollar dotiert ist. Für Platz zwei gibt es 70.000 und für Rang drei 30.000, dahinter wird abgestuft bis Rang acht (10.000 US-Dollar) prämiert. Bei den Frauen liegen die US-Amerikanerinnen Regan Smith und Kate Douglass nach zwei Stationen nur einen Zehntelpunkt auseinander an der Spitze, beide konnten bisher auch jeweils einen Weltrekord aufstellen in der Vorwoche. Weitere liegen da förmlich in der Luft.
Aber auch das Duell zwischen den beiden führenden Männern Léon Marchand (FRA) und Noe Ponti (SUI) ist viel enger, als es derzeit bei 1,4 Punkten Unterschied vielleicht aussieht. Vieles hängt dabei vom direkten Duell über 100m Lagen am ersten Finalabend ab, da man für Platz eins immer zehn und für Platz zwei stets nur acht Platzierungspunkte gibt. Beim Auftakt in Shanghai (CHN) siegte Marchand auf dieser Strecke noch mit einer Hundertstelsekunde Vorsprung vor Ponti, zuletzt in Incheon lagen beide dann zeitgleich vorn. Mit einem Sieg in Singapur würde Ponti aber sofort zwei Punkte gutmachen können. Auch dank des Weltrekords über 50m Schmetterling, der in der 1000-Punktetabelle besonders viele Zähler wert war, ist er abseits der Platzierungspunkte bislang der stärkere Schwimmer. Für die Weltcupwertung wird immer der Punktewert einer Zeit in der 1000-Punktetabelle durch 100 dividiert und dann zu den Platzierungspunkten addiert, sodass man die einzelnen Leistungen quer über alle Disziplinen vergleichen kann.
Jung, talentiert, ambitioniert: Esslingens Wasserballerinnen streben nach oben
Die gemeinsame Trainingseinheit auf dem Trampolin in der Vorbereitung diente in erster Linie dem Teambuilding, zudem sollten auf diese Weise mal andere Reize gesetzt werden. In gewisser Weise stand die Session aber auch für das Motto des SSV Esslingen für die kommende Spielzeit in der Wasserball-Bundesliga. Neues wagen und dabei auch vor großen Sprüngen nicht zurückschrecken – das haben sich die Frauen des Traditionsklubs für die an diesem Samstag startende Saison vorgenommen, in der sie einmal mehr mit einem sehr jungen Kader an den Start gehen.
Jung, talentiert, ambitioniert: Esslingens Wasserballerinnen streben nach oben. In der vergangenen Saison 2023/24 schaffte man erstmals den Sprung ins Finale, und auch wenn man dort gegen die Übermannschaft der Wasserfreunde Spandau 04 den Kürzeren zog, war Trainerin Iris Schneider zu Recht stolz auf ihre Rasselbande. „Zu Beginn der Saison war das so noch nicht absehbar. Aber dann haben wir gemerkt, was für ein Potenzial in der Mannschaft steckt. In der Rückrunde lief es dann echt gut, da haben die Spielerinnen nochmal einen oder sogar mehrere Schritte nach vorn gemacht.“
Das Ziel ist auch diesmal wieder das Finale
Daran will der SSV in dieser Saison nun anknüpfen. „Das Ziel ist auch diesmal wieder das Finale“, sagt Schneider. Top-Favoritinnen sind abermals die Spandauerinnen, die seit 2019 fünfmal hintereinander den Titel gewannen. Unterbrochen wurde diese Erfolgsserie nur 2020 nur von der Coronavirus-Pandemie, wegen der die Saison damals vorzeitig abgebrochen werden musste. Hinter den Berlinerinnen rechnen sich neben Esslingen auch noch der SV Bayer Uerdingen 08 sowie der SV Blau-Weiß Bochum Chancen auf eine vordere Platzierung aus.
Iris Schneider betreut das Team schon seit vielen Jahren. Einige Spielerinnen wie Ioanna Petiki kennt sie, seit diese acht Jahre alt war. „Ich habe viele von ihnen von Klein auf begleitet, auch wenn natürlich noch andere Trainer*innen ebenfalls großen Anteil an deren Entwicklung hatten“, sagt sie. Seit der U12 ist das Team im Kern zusammengeblieben und dann in immer größere Aufgaben hineingewachsen. 2021 wagte der SSV Esslingen dann den Schritt in die Bundesliga. „Das war damals der logische Schritt, um unseren Nachwuchsnationalspielerinnen weiter zu fördern und im Verein zu halten“, so die Trainerin.
Spielerinnen wie Jamie-Julique Haas, Georgia Sopiadou und eben Kapitänin Ioanna Petiki, allesamt DSV-Auswahlspielerinnen und Führungskräfte im Team. Petiki ist mit ihren 18 Jahren schon Spielführerin, überhaupt ist der gesamte Kader noch sehr jung. Die Jüngsten sind gerade mal 15 Jahre alt, die beiden Routiniers im Aufgebot auch erst gerade 20 geworden.
Auf zu neuen Ufern im Europapokal
Viele von ihnen haben bereits im Nationalteam auf sich aufmerksam gemacht. Esslingen hat zahlreiche Nationalspielerinnen hervorgebracht, bei der vergangenen U19-EM stellte man mit sechs Spielerinnen das größte Kontingent im Aufgebot des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV). „Das macht uns hier alle sehr stolz, wie engagiert die Mädels bei der Sache sind“, freut sich Iris Schneider.
In dieser Saison sammeln sie zusätzliche internationale Spielerfahrung auch mit dem Verein. Denn Esslingen hat erstmals für den Challenger Cup gemeldet, den dritthöchsten Wettbewerb im Europapokal. Mit Bochum ist dort noch ein weiteres deutsches Team vertreten. Die Deutschen Meisterinnen aus Spandau spielen eine Stufe höher im Euro Cup, nachdem sie die Champions-League-Qualifikation verpasst haben. „Nach dem Erreichen des Finals in der Bundesliga war der Challenger Cup der nächste logische Schritt. Da mussten wir gar nicht lange überlegen“, sagt Schneider. „Wir freuen uns auf diese neue Herausforderung. In unserer Gruppe haben wir ziemlich starke Gegnerinnen, deswegen haben wir die Ziele erstmal nicht zu hoch gesteckt. In erster Linie geht es auch dort um die Weiterentwicklung der Mannschaft.“ Und davon würde dann auch das Nationalteam profitieren.
Spandau verpasst die Gruppenphase der Champions League knapp
Drei Siege aus vier Spielen waren am Ende nicht genug für die Männer der Wasserfreunde Spandau 04 in der Qualifikation zur Champions League. Ganz knapp hat der deutsche Rekordmeister im Wasserball den Einzug in die Gruppenphase der Königsklasse verpasst; stattdessen sicherte sich der rumänische Klub C.S.M. Oradea (ROU) als Gastgeber des Qualifikationsturniers mit dem 14:13-Erfolg nach Fünfmeterwerfen gegen AN Brescia (ITA) am Sonntag die entscheidenden Punkte auf dem Weg in die Hauptrunde. Gegen Oradea, bei dem der frühere Spandauer Trainer Petar Kovacevic mittlerweile als Coach tätig ist, hatten die Berliner mit 7:8 verloren. Gegen den eigentlichen Turnierfavoriten Brescia (9:7) sowie gegen PAOK Saloniki (GRE/12:10) und Außenseiter Enka SC aus Istanbul (TUR/15:11) waren die Wasserfreunde dagegen erfolgreich. Sie setzen ihre Europapokalsaison nun im Euro Cup fort.
Einziger DSV-Vertreter in der Champions League bleibt damit Waspo 98 Hannover, der als Deutscher Meister automatisch für die Gruppenphase gesetzt war. In Gruppe A treffen die Niedersachsen ab 08. Oktober mit Oradea und Steaua Bukarest auf gleich zwei rumänische Teams sowie auf den serbischen Meister und zweimaligen Champions-League-Finalisten (2021 und 2022, dazu Platz vier 2024) VK Novi Belgrad. Zuvor wartet auf Waspo aber noch das ewig junge nationale Duell gegen die Wasserfreunde Spandau im Supercup, der diesmal am 23. September in Magdeburg ausgetragen wird, da das Stadionbad in Hannover aktuell noch renoviert wird.
DSV-Vertreter im Euro Cup kennen ihre Gegner
Für Spandau dient das Supercup-Duell an diesem besonderen Montagstermin auch als direkte Vorbereitung auf die Qualifikation im Euro Cup, die für den 27. – 29. September angesetzt ist. Seit Montag kennen die Berliner auch ihre Gegner im zweithöchsten europäischen Klubwettbewerb: In Gruppe E spielen die Wasserfreunde gegen Gastgeber Panionios GSS Athen (GRE), das ungarische Team von Szolnoki DP sowie CN Teneriffa Echeyde (ESP) von den Kanaren.
Mit dem ASC Duisburg, dem OSC Potsdam und dem SV Ludwigsburg 08 sind aus Deutschland drei weitere Vereine im Euro Cup vertreten. Der Bundesligadritte aus Duisburg reist nach Slowenien und misst sich in Gruppe G ebenfalls in einer Vierergruppe mit Gastgeber AVK Triglav Kranj (SLO), PAOK Saloniki (GRE) und CC Ortigia 1928 (ITA).
Die anderen beiden DSV-Klubs wurden jeweils in eine Fünfergruppe gelost: Potsdam spielt in Gruppe A gegen Gastgeber VK Sabac (SRB), Dinamo Bukarest (ROU), OSC Budapest (HUN) und Team Strasbourg (FRA); Ludwigsburg trifft in Gruppe F in Aix-en-Provence (FRA) auf Gastgeber Pays d‘Aix Natation, Panathinaikos Athen (GRE), VK Jug Dubrovnik (CRO) und De Akker Team aus Bologna (ITA). Die jeweils ersten beiden Teams aller Gruppen ziehen in die Gruppenphase ein.
Challenger Cup mit gleich zwei Frauenteams aus Deutschland
Ebenfalls ausgelost wurden am Montag die Gruppen für die erste Runde im Challenger Cup der Frauen, an dem sich in diesem Jahr mit dem SSV Esslingen und dem SV Blau-Weiß Bochum erstmals gleich zwei deutsche Klubs beteiligen – für die Vizemeisterinnen aus Esslingen bedeutet das sogar die erste Europapokalteilnahme überhaupt.
Der SSV bekommt es dabei in Gruppe D in der einzigen Fünfergruppe neben den rumänischen Gastgeberinnen von CSM Unirea Alba Iulia mit gleich drei Klubs zu tun, deren Namen aus dem Fußball einen großen Klang haben und allesamt auch eine erfolgreiche Wasserballabteilung vorweisen können: Galatasaray Istabul (TUR), Roter Stern Belgrad (SRB) und Sporting Lissabon (POR). Bochums Gegnerinnen in Gruppe B sind der gastgebende Sirens ASC Malta (MLT) sowie VK Jadran Split (CRO) und Hapoel Emek Hayarden (ISR). Die Spiele finden vom 08. – 10. November statt, die besten beiden Teams jeder Gruppe kommen eine Runde weiter.
Männer von Waspo 98 Hannover wieder Deutscher Meister
Die Wasserball-Männer von Waspo 98 Hannover haben sich am Samstag den deutschen Meistertitel erkämpft. Im fünften und entscheidenden Spiel der Finalserie gegen die Wasserfreunde Spandau 04 setzten sich die Gäste aus Niedersachsen mit 9:6 (3:1, 2:1, 2:4, 2:0) durch. Erstmals seit Einführung dieses Modus* im Jahr 2001 konnte sich damit eine Mannschaft zum Champion krönen, die die ersten beiden Partien einer Best-of-five-Finalserie verloren hatte.
„Erst als unser Kapitän Marko Macan und Niclas Schipper eineinhalb Minuten vor Schluss mit zwei Blöcken erfolgreich waren, habe ich angefangen zu glauben, dass es mit dem Titel etwas werden könnte“, sagte Hannoversüberragender Nationaltorwart Felix Benke, der bei seinem ersten Titelgewinn als Stammkeeper auch an diesem Tag mit insgesamt elf Paraden geglänzt hatte. „Da ich die gesamte Saison über meistens gespielt habe, ist das für mich natürlich eine besondere Meisterschaft. Wir haben auch nach den beiden Niederlagen noch fest daran geglaubt, dass wir Spandau schlagen können. Und haben uns gesagt: wenn nicht jetzt, wann dann.“
Und dann ist es am Samstag wirklich passiert. Hannover hatte dank starkem Beginn zur Halbzeit bereits 5:2 geführt, doch der Rekordmeister gab sich nie auf. Als Hannover Kristof Takacs kurz vor dem letzten Wechsel wegen brutalemSpiels Rot sah und Mitte des letzten Viertels dann sogar der Ausgleich zum 6:6 fiel, schien der 39. Titelgewinn für Spandau plötzlich wieder möglich. Doch kurz darauf sah dann auch Spandaus Tomas Sedlmayer Rot – den fälligen Strafwurf verwandelt Andrija Basic zur Führung, die zusätzlich damit verbundene Überzahl nutzte Hannover zur Vorentscheidung.
Mit drei Treffern war Niclas Schipper erfolgreichster Torschütze in diesem denkwürdigen Spiel, vom Kampf gezeichnet humpelte er anschließend aus der Schöneberger Halle. „Das kam überraschend, fühlt sich aber sehr gut an. Wir haben die ganze Saison lang nur auf die Schnauze bekommen von Spandau, aber die letzten drei Spiele waren einfach nur unglaublich von uns. Vor allem der erste Sieg hat uns viel Rückenwind gegeben und dann wurde es immer besser“, sagte Schipper vor der Heimfahrt.
„Gratulation an Waspo. Man darf allerdings auch ganz klar sagen, dass Waspo das hier nicht gewonnen hat, sondern Spandau hat dieses Finale als klar bessere Mannschaft selbst verloren. Nachdem der 2:0-Vorsprung in Spiel drei und vier verspielt war, machte sich plötzlich viel Unsicherheit bei uns breit. Und die Entscheidungen der Schiedsrichter haben nicht dazu beigetragen, diese zu verringern“, sagte Spandaus Präsident Hagen Stamm. „Die Saison ist für uns damit verhagelt. Wir haben den Supercup und den Pokal gewonnen, zudem haben wir im Europcup die Finalrunde erreicht. Alles war gut, bis auf die Meisterschaft nun. Das hat auch Nachwirkungen für uns. Wir müssen die nächste Saison nun vier Wochen früher starten für die Qualifikationsrunde der Champions League.“ Hannover ist als Meister dagegen direkt qualifiziert.
Spandaus langjähriger Nationalspieler Marko Stamm konnte zwar als Spieler nicht jubeln, später am Abend aber dann als Trainer. Die von ihm betreuten Spandauer Frauen besiegten den SSV Esslingen auch im zweiten Finalspiel deutlich mit 23:6 und sicherten sich damit den fünften Meistertitel in Folge. Ira Deike mit fünf Treffern sowie Gesa Deike und Elena Ludwig mit je vier waren die erfolgreichsten Torschützinnen. “Natürlich wünscht man sich ein engeres Finale. Aber so ein Ausgang ist mir natürlich lieber als der bei den Männern”, sagte Stamm.
David Profit ist neuer DSV-Präsident
Die Mitgliederversammlung des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) hat am Samstag David Profit zum neuen Präsidenten gewählt. Bei der geheimen Abstimmung setzte sich der 47-Jährige am Samstag in Kassel gleich im ersten Durchgang mit 216 Stimmen gegen seine Konkurrenten Kai Morgenroth (170 Stimmen) und Oliver Großmann (5) durch.
Bei der Wahl der Vizepräsidenten fiel das Votum auf Prof. Dr. Lutz Thieme und Lars Kalenka. Ebenfalls gewählt wurde auf Vorschlag der DSV-Athlet*innenkommission dessen neuer Sprecher, der Wasserballtorwart Kevin Götz. Erst im Dezember hatte der DSV sich eine neue Satzung gegeben, heute wurde erstmalig nach dieser gewählt. Dementsprechend fungiert das ehrenamtliche Präsidium fortan in der Rolle eines Aufsichtsrats. Die Geschäfte des Spitzenverbandes mit über 560.000 Mitgliedern werden hingegen von einem hauptamtlichen Vorstand geführt, welchen es durch das neue Präsidium zu berufen gilt.
„Wir werden im DSV als Aufsichtsrat die wichtigen Anliegen im Wassersport vom Schwimmenlernen bis zum Spitzensport und beim Erhalt der Bäder als Team begleiten“, sagte Profit. „Die Mitglieder des Aufsichtsrats bringen aus vielen Bereichen des Wassersports Expertise mit. Der Weg unserer Strukturreform ist mit dem heutigen Tag noch nicht beendet. Es bedarf nun der gemeinsamen Arbeit an einem Kulturwandel und zur Weiterentwicklung der Strategien des DSV gemeinsam mit allen Ebenen des Schwimmsports.“ Aus seiner beruflichen Expertise bringt der Jurist viel Erfahrung aus der Organisationsentwicklung mit. Aktuell arbeitet er als Beauftragter für Bauangelegenheiten in der Hochschule RheinMain.
Im deutschen Schwimmsport ist Profit schon länger aktiv. Seit 2017 ist er Vorsitzender des Schwimmvereins Freibad Gimbsheim e.V., der das rheinhessische Freibad im Jahr 2001 vor der Schließung bewahrte und seither erfolgreich betreibt und mit über 5.000 Mitgliedern inzwischen auch der größte in seinem Bundesland Rheinland-Pfalz ist. Seit 2019 ist er Mitglied der DSV-Kommission, die sich um die Schwimmbäderpolitik kümmert. Die vor einigen Monaten von mehreren großen Dachverbänden des Wassersports gemeinsam in der Bäderallianz gestartete Initiative, eine Anerkennung der Schwimmkultur als Immaterielles Kulturerbe zu beantragen, geht auf seine Idee zurück.
Als Vizepräsident unterstützt Lutz Thieme, der von vornherein im Team zusammen mit Profit angetreten war. Als Professor für Sportmanagement an der Hochschule Koblenz leitete der 57-Jährige das Forschungsprojekt „Bäderleben“, das für das Bundesinstitut für Sportwissenschaft (Bisp) den Aufbau einer deutschlandweiten Datenbank zu Schwimmbädern und Wasserflächen beinhaltete, die den Bäderbestand in Deutschland abbildet und als Grundlage einer Investitionsstrategie dienen soll. Aktuelle Forschungsprojekte beschäftigen sich mit Sportstätten, der Entwicklung des Ehrenamtes und der Organisationsentwicklung von Sportvereinen und -verbänden. Der ehemalige Leistungsschwimmer spielt bis heute aktiv Wasserball, kennt den Sport aber auch noch aus anderen Perspektiven. So war er lange Jahre Vorstandschef beim Großverein SSF Bonn oder auch schon Präsident des Landessportbundes Rheinland-Pfalz. Zuletzt wirkte Thieme bereits entscheidend in der Satzungskommission des DSV mit und schob in der Länderfachkonferenz Bildung den Ausbau didaktisch, inhaltlich und auch administrativ durchgehender Bildungsangebote an. „Ich hatte ein Engagement auf Ebene eines Bundesverbandes für mich schon längst ausgeschlossen. Ich bin jedoch zu dem Entschluss gekommen, dass es nicht genug ist, neue Strukturen zu schaffen, sondern sie müssen auch durch Menschen gelebt werden. Deswegen habe ich mich gefragt, was ich einbringen kann und unter welchen Bedingungen. Ein wichtiger Baustein für mich war die Kandidatur des heute gewählten DSV-Präsidenten David Profit und der gemeinsamen Vision für diesen Verband“, sagte Thieme.
Zum neuen DSV-Präsidium gehört als Vizepräsident ab sofort auch der ehemalige Leistungssportler Lars Kalenka. Als aktiver Schwimmer gehörte der heute 50-Jährige zehn Jahre zur Nationalmannschaft, der einstige Jugend-Europameister wurde in Doha (QAT) unlängst auch Masters-Weltmeister. Schon früher engagierte er sich als Aktivensprecher und Mitglied der Anti-Doping-Kommission im DSV. Beim SV Nikar Heidelberg, wo heute auch seine beiden Töchter schwimmen, gehört er aktuell dem Vorstand an. Als Prokurist einer großen Personalberatungsfirma bringt er aber auch eine profunde Erfahrung mit Change-Management-Prozesse mit. Seine beruflichen Erfahrungen sollen nun bei der Auswahl und Besetzung der hauptamtlichen Führungspositionen im DSV helfen. „Ich sehe in der Entwicklung des Schwimmsports in Deutschland deutliches Potenzial und möchte meine Erfahrungen aktiv einbringen“, sagte Kalenka.
Großen Dank sprach David Profit am Ende der Sitzung dem bisherigen Vorstand bestehend aus den zwei Vizepräsidenten Kai Morgenroth und Wolfgang Rupieper aus. Sie waren in einer schweren Zeit im Verband in die Verantwortung gegangen und haben den DSV mit ruhiger und besonnener Hand geführt. Und die Zusammenarbeit ist auch noch nicht vorbei. Bis das neue Präsidium den hauptamtlichen Vorstand beruft, bleiben die ehemaligen Vizepräsidenten weiterhin Vorstände des Verbandes. Eine geordnete Übergabe ist somit gesichert.
Glänzende Ausbeute der deutschen Masters und ein kurioser Weltrekord!
Die Weltmeisterschaften der Masters in Doha/Katar 2024 sind Geschichte. Sportpolitisch nicht ganz so heiß diskutiert wie zum Beispiel die Fussball-WM an gleicher Stelle, fanden die Weltmeisterschaften nur ein gutes halbe Jahr nach der WM 2023 in Fukuoka/Japan statt, was noch den Nachwirkungen der Corona-Pandemie geschuldet war. Die insgesamt 10-tägigen Wettbewerbe im Schwimmen, Wasserball, Wasserspringen und Synchronschwimmen endeten am 3. März mit den letzten Schwimmwettbewerben im Aspire Dome Main Competition Pool. Nicht alles lief ganz rund vor dem ersten Startpfiff; immer wieder war von Problemen mit Überbuchungen in den Hotels zu hören. Doch die schwimmerischen Rahmenbedingungen schienen zu passen und das temporäre Wettkampfbecken im Aspire Dome war beeindruckend.
Die sportliche Bilanz der deutschen Mastersschwimmer*innen kann sich sehen lassen. Die Freiwasserergebnisse miteingerechnet haben die deutschen Starterinnen 154 Medaillen gewonnen, davon 27 Weltmeistertitel bei den Frauen und 20 bei den Männern (alle Angaben ohne Gewähr). Hinter den Zahlen verstecken sich packende Rennverläufe mit zum Teil sehr knappen Ausgängen, undankbare vierte Plätze, viele gute Top-Ten-Plätze und persönliche Bestleistungen. Leider können nicht immer alle namentlich genannt werden und so habe ich einige Beispiele als Berichterstatterin aus der Ferne den Ergebnissen entnommen.
Einmal mehr war es Alisa Fatum (AK 25, SSV Leutzsch), die mit 5 Weltmeistertiteln über die 3000m Freiwasser, über die 200m, 400m und 800m Freistil und 200m Schmetterling ein Ausrufungszeichen in der deutschen Mannschaft setzte. Ihr persönlich bedeutete der Sieg über die 400m Freistil in persönlicher Bestzeit in 4:26,75 und mit Champions-Record besonders viel. Ebenfalls ganz vorne in dem Medaillenspiegel findet sich die älteste deutsche Teilnehmerin Helga Reich (AK 85, SC Wiking Herne) wieder. Sie gewann viermal Gold über die 100m, 200m, 400m und 800m Freistil und Silber über 50m Schmetterling. Ähnlich unterwegs war auch Nicole Heidemann (AK 40, TV Meppen) mit vier Goldmedaillen über alle Bruststrecken, 200m Schmetterling und Silber über 100m Schmetterling. Mit ihrer Zeit von 2:40,75 über 200m Brust wäre sie übrigens in der AK 25 noch Dritte geworden.
Bei den Herren zeigten die Deutschen Masters ihre besondere Klasse über die Rückenstrecken in der AK 50. War Frank Gruner (SCW Eschborn) über die 100m und 200m Rücken vor Lars Kalenka (Nikar Heidelberg) siegreich, gewann Lars Kalenka dann über die 50m Rücken deutlich, während Frank Gruner die 50m Rücken ausließ, um über beide Lagenstrecken Gold und über die 400m Freistil Silber zu gewinnen. Lars Kalenka vervollständigte seinen Medaillensatz noch mit einer Bronzemedaille über 200m Freistil. Als einer der ältesten deutschen Schwimmer bei den Herren sei Günter Kallenbach (AK 80, SSV Leutzsch) genannt, der über 200m und 400m Freistil zu Gold und über die 100m und 800m Freistil zu Silber schwamm.
Mit zu den engsten Entscheidungen gehörte sicherlich das Rennen der Zwillinge Maren und Anna Spietzack (AK 35, SG Heddesheim) über 200m Schmetterling. Die ungarischer Siegerin Viktoria Felfoldi schlug mit 2:25,35 an, Maren folgte mit 2:25,37 und Anna mit 2:25,42. Ähnlich der Anschlag bei den Herren über 50m Schmetterling in der AK 70. Klaus Dockhorn (SV Halle) schwamm zu Bronze über 50m Schmetterling und verfehlte die Goldmedaille um 0,27 Sekunden, hatte jedoch die Goldmedaille über 100m Schmetterling bereits gewonnen.
Am Schluss ein kurioser Weltrekord!
Brigitte Merten (AK 75, SG Neukölln Berlin) blieb es vorbehalten am Schlusstag über 400m Lagen für einen kuriosen (und den einzigen deutschen) Weltrekord zu sorgen. Der von ihr gehaltene aktuelle deutsche Rekord und Europarekord steht bei 7:29,06 und wurde bei der Masters-EM in Rom 2022 geschwommen. Die ausgefüllten Formulare für die Anerkennung als Weltrekord gingen 2022 auf dem Weg von Rom zu World Aquatics verloren und der Rekord wurde so bis heute nicht anerkannt. Den bisherigen Weltrekord aus dem Jahr 2006 hielt die Britin Jane Asher mit 7:39,96. Mit der jetzt geschwommenen Zeit von 7:35,32 ist es nun (hoffentlich) amtlich, dass die neue Weltmeisterin von Doha 2024 und Weltrekordhalterin über 400m Lagen Brigitte Merten heißt.
Allen Masters sei herzlich gratuliert zu ihren persönlichen Leistungen und Erfolgen!
Ausführliche Tagesberichte (Schwimmen) und Informationen rund um die WM finden sich unter folgendem Link masterschwimmer-deutschland.de
Alle deutschen Medaillengewinner*innen im Schwimmen stehen in der folgenden Übersicht » ansehen
Die Ergebnisse aller Wettbewerbe der WM finden sich hier Link zum Ergebnisdienst
https://wmc2024.microplustimingservices.com/#/general-schedule Auf dem Foto: das WM-Team der SG Neukölln Berlin mit Brigitte Merten ( 2. von links)
Europapokalreise von Waspo und Duisburg geht im Euro Cup weiter
Zwei Siege aus vier Spielen gegen starke europäische Konkurrenz haben für den deutschen Vizemeister Waspo 98 Hannover am Ende nicht gereicht, um sich für die Gruppenphase der Wasserball-Champions-League zu qualifizieren. Beim Qualifikationsturnier im heimischen Volksbad Limmer zeigten die Niedersachsen im Duell mit gleich vier ehemaligen Europapokalgewinnern dennoch eine starke Leistung. Am Sonntag gab es gegen Honved Budapest (HUN) – den Champions-League-Sieger von 2004 – noch einmal einen 13:12-Sieg und damit den zweiten Erfolg des Wochenendes nach dem 11:10 am Freitag gegen die Griechen von Apollon Smyrnis, den Premieren-Gewinner des im vergangenen Jahr neu eingeführten Challenger Cups.
Auch im Auftaktspiel gegen Spaniens Rekordchampion CN Barcelona (9:11) hielt Waspo gut mit, einzig gegen Roter Stern Belgrad (SRB) war es beim 6:14 eine recht klare Angelegenheit. Die Serben beendeten das Turnier letztlich ungeschlagen und sicherten sich als Turniersieger das Ticket für die Hauptrunde. Doch auch Hannovers Trainer Karsten Seehafer zog nach dem Auftritt gegen Budapest ein positives Fazit: „Solche Spiele sind wichtig für uns. Wir haben unsere Chance der Entwicklung genutzt, ich freue mich, dass Spieler wie Luk Jäschke, Mark Gansen und Niclas Schipper Verantwortung übernehmen. Mit den Etablierten ist das um einen souveränen Felix Benke schon eine recht schlagkräftige Mannschaft.“
Viel mitgenommen hat auch der ASC Duisburg von seinem Qualifikationsturnier Kragujevac (SRB), auch wenn dem Bundesliga-Dritten der vergangenen Saison ein Sieg gegen Top-Teams wie AN Brescia (ITA/4:11), SPD Radnicki (SRB/8:13), CN Noisy-le-sec (FRA/8:17) und VPK Primorac Kotor (MNE/10:16) dort nicht vergönnt war. Hier ging der Turniersieg an die Italiener aus Brescia, die in den vergangenen drei Jahren stets im Finalturnier der Königsklasse standen und deshalb schon im Vorfeld favorisiert waren.
Einziger deutscher Vertreter in der Champions-League-Gruppenphase ist damit der Deutsche Meister Wasserfreunde Spandau 04, der durch den nationalen Titelgewinn automatisch qualifiziert war. Nach Abschluss der Qualifikationsrunde kennen die Berliner nun auch alle ihre Gegner, sie treffen in der Vorrunde ab 26. September demnach auf Zodiac CNA Barceloneta (ESP), CN Marseille (FRA) sowie den griechischen Vertreter Vouliagmeni NC.
Duisburg ist Gastgeber für eines der Quali-Turniere im Euro Cup
Für Waspo und Duisburg geht die Europapokalreise dagegen vom 22. – 24. September im Euro Cup weiter, dem zweithöchsten kontinentalen Wettbewerb für Vereinsteams. Mit den White Sharks Hannover, dem SV Ludwigsburg 08 und dem OSC Potsdam, die die vergangene Bundesligasaison auf den Plätzen vier bis sechs abgeschlossen hatten, sind hier noch drei weitere deutsche Klubs vertreten. Am Montagabend erfolgte die Auslosung für die Qualifikationsrunde der insgesamt 36 Mannschaften, die in acht Gruppen antreten, wobei sich die jeweils ersten beiden Teams jeder Gruppe für die Hauptrunde qualifizieren. Die fünf DSV-Vertreter bekamen dabei folgende Gegner zugeteilt:
Gruppe A in Budapest (HUN): SV Ludwigsburg 08, BVSC-Zuglo Budapest (HUN), A-Hid VasasPlaket Budapest (HUN), CN Mataro (ESP)
Gruppe E in Athen (GRE): White Sharks Hannover, Panionios GSS Athen (GRE), Genesys-OSC Budapest (HUN), EPS-Honved Budapest (HUN), CN Echeyde (ESP)
Gruppe F in Duisburg: ASC Duisburg, RN Savona (ITA), Telimar Palermo (ITA), VK Partizan Belgrad (SRB), Sète Natation (FRA)
Gruppe G in Barcelona (ESP): OSC Potsdam, CN Barcelona (ESP), HAVK Mladost Zagreb (CRO), Apollon Smyrnis (GRE)
Gruppe H in Kotor (MNE): Waspo 98 Hannover, VK Primorac Kotor (MNE), CN Terrassa (ESP), GS Peristeriou (GRE), Panathinaikos SC Athen (GRE)
Die Frauen von Spandau und Uerdingen stehen erneut im Bundesligafinale
Die Frauen der Wasserfreunde Spandau 04 und des SV Bayer Uerdingen 08 bestreiten auch in diesem Jahr wieder das Finale um die Deutsche Meisterschaft im Wasserball. In den Halbfinalserien setzten sich beide Klubs jeweils mit 2:0 Siegen gegen ihre Gegnerinnen durch. Die Titelverteidigerinnen aus Spandau gewannen gegen den Eimsbütteler Turnverband mit 21:3 und 30:6, Uerdingen bekam beim 14:7 und 10:8 gegen den SV Blau-Weiß Bochum schon deutlich mehr Gegenwehr. Vor allem im zweiten Spiel lagen die Bayer-Frauen zu Hause im dritten Viertel bereits mit drei Treffern zurück, konnten die Partie in der Schlussphase aber noch drehen – auch dank gleich sieben Treffern von Nationalspielerin Aylin Fry.
Es wird das vierte Mal in Folge, dass Spandau und Uerdingen in den Finals aufeinandertreffen. 2019 und 2021 setzten sich die Berlinerinnen jeweils mit 2:1 Siegen durch, im vergangenen Jahr dann glatt mit 2:0 Siegen, 2020 war die Saison coronabedingt abgebrochen worden. Die diesjährigen Endspiele starten am 27. Mai im Modus „Best of Three“. Am gleichen Tag beginnen für Bochum und Eimsbüttel auch die Spiele um Platz drei.
Auch die Runde um die Plätze fünf bis acht in der Bundesliga der Frauen ist gestartet. Dabei gelang dem SSV Esslingen mit Siegen gegen Waspo 98 Hannover (19:10) und den SV Nikar Heidelberg (19:5) ein Traumstart, zudem siegten die Hannoveranerinnen mit 8:4 in Heidelberg.
DM-Bronze für den ASC Duisburg, Ludwigsburg sichert Europapokalplatz
In der Bundesliga der Männer hat in der A-Gruppe derweil der ASC Duisburg wie im Vorjahr die Bronzemedaille gewonnen. Die Duisburger gewannen am Wochenende auch das zweite Spiel gegen die White Sharks Hannover mit 12:9, nachdem man auch schon die erste Partie mit 11:7 für sich entschieden hatte.
Platz fünf und damit das letzte Europapokalticket sicherte sich der SV Ludwigsburg 08. In einer spannenden und bis zuletzt umkämpften Partie siegten die Barockstädter mit 8:7 gegen den OSC Potsdam und damit in der Serie mit 2:0. Platz sieben ging an die SG Neukölln Berlin durch ein 11:5 und damit ein 2:0 in der Serie gegen A-Gruppen-Aufsteiger SV Krefeld 1972.
Köln steigt ab, Weiden rettet sich in die Relegation
Auch in der B-Gruppe sind bei den Männern die letzten Entscheidungen gefallen. Ein bitteres Saisonende erlebte die SGW Rhenania/BW Poseidon Köln, die nach der Niederlage im Spiel um Platz 15 gegen den SV Weiden 1921 abgestiegen ist. Zwar konnten die Kölner die Serie im Modus „Best of Three“ am Samstag zunächst ausgleichen durch einen 11:10-Heimsieg in Spiel zwei. Die entscheidende Partie am Sonntag ging dann aber mit 13:14 verloren. Allerdings ist auch Weiden noch nicht sicher gerettet, bekommt aber in der Aufstiegsrunde gegen die Vertreter der Landesgruppen noch eine weitere Chance, sich ein weiteres Jahr im Oberhaus zu sichern.
In den weiteren Platzierungsspielen setzte sich im Spiel um Platz neun A-Gruppen-Absteiger SSV Esslingen mit 2:1 Siegen gegen den SV Bayer Uerdingen 08 durch. Nach der Auftaktniederlage in Spiel eins konnten die Esslinger die Serie durch zwei Siege mit 14:9 und 12:10 noch drehen. Platz elf sicherte sich der Duisburger SV 1898 durch ein 16:9 gegen den SV Würzburg 05 (Serienendstand: 2:0), Platz 13 ging an den SVV Plauen nach einem 8:6 gegen den Düsseldorfer SC 1898 (Endstand ebenfalls 2:0).
Waspo 98 Hannover steht wieder im Finale um die Deutsche Meisterschaft
Titelverteidiger Waspo 98 Hannover steht erneut im Finale um die Deutsche Meisterschaft im Wasserball. Waspo setzte sich in der Halbfinalserie gegen den ASC Duisburg mit 2:0 Siegen durch und greift nun bei insgesamt siebten Endspielteilnahme hintereinander wieder nach dem Titel. In der Vorrunde hatte noch der ASC dieses Duell zweimal gewonnen, der dadurch im Halbfinale auch Heimrecht hatte, doch Hannover konnte diesen gleich im ersten Spiel stehlen und siegte unter der Woche auswärts mit 10:4. Im heimischen Bad machten die Niedersachsen anschließend beim 16:9 am Samstag alles klar. Gerade in dieser Partie überzeugte der Deutsche Meister mit einer geschlossene Teamleistung, bis auf einen erzielten hier alle Feldspieler mindestens einen Treffer.
Hannovers Finalgegner werden wahrscheinlich die Wasserfreunde Spandau 04, die sich im ersten Halbfinale gegen die White Sharks Hannover keine Blöße gaben und souverän mit 26:5 gewannen. Der Vorrundenerste kann somit ebenfalls schon im zweiten Spiel der Serie im Modus „Best of Three“ am kommenden Wochenende alles klar machen.
In den Play-offs um die Ränge fünf bis acht hat sich der OSC Potsdam mit 2:0 Siegen gegen die SG Neukölln durchgesetzt. Die Potsdamer gewannen im Berlin-Brandenburg-Derby mit 12:9 und 15:10 und spielen jetzt um Platz fünf, der noch zur Europapokalteilnahme berechtigt. In der anderen Serie führt der SV Ludwigsburg 08 nach einem 17:10 gegen die SV Krefeld 1972 mit 1:0.
B-Gruppe: Würzburg ringt Plauen in drei Spielen nieder
In den Play-offs der B-Gruppe um die Plätze neun bis 16 ist man noch nicht ganz so weit, hier wurden am Wochenende erst die Viertelfinals abgeschlossen. Der SV Bayer Uerdingen 08 (16:8 im zweiten Spiel gegen den Düsseldorfer SC 1898), der Duisburger SV 1898 (16:9 i Spiel zwei gegen die SGW Rhenania/BW Poseidon Köln) sowie A-Gruppen-Absteiger SSV Esslingen (17:7 im zweiten Spiel gegen den SV Weiden 1921) brauchten jeweils nur zwei Partien, um die nächste Runde zu erreichen. Als einzige Serie ging das Duell zwischen dem SV Würzburg 05 und dem SVV Plauen über die volle Distanz von drei Spielen. Nachdem Plauen durch ein 12:6 ausgeglichen hatte, ging die entscheidende Partie am Sonntag dann mit 8:7 wieder an Würzburg, das damit das Ticket fürs Weiterkommen löste.
Im Halbfinale um die Plätze neun bis zwölf treffen die Bayern jetzt auf Esslingen, außerdem spielt Duisburg gegen Uerdingen. Die vier Unterlegenen der Viertelfinals müssen dagegen weiter um den Klassenerhalt bangen. In den Abstiegs-Play-offs spielen als nächstes Plauen gegen Weiden und Düsseldorf gegen Köln.
Frauen: Spandau gewinnt Topspiel gegen Bayer, Eimsbüttel löst Halbfinalticket
Der abschließende Doppelspieltag in der Bundesliga der Frauen stand zum einen im Zeichen des Dreikampfs um das letzte Halbfinalticket zwischen dem SSV Esslingen, Waspo 98 Hannover und dem Eimsbütteler Turnverband. Dieses sicherten sich am Ende die Hamburgerinnen, die zunächst beim punktlosen Schlusslicht SV Nikar Heidelberg mit 21:4 gewinnen konnten und anschließend im direkten Duell mit Esslingen beim 13:13 den letzten noch fehlenden Punkt klarmachten, um wie im Vorjahr die Top vier zu erreichen. Die Esslingerinnen hatten zuvor gegen Waspo mit 15:10 gewonnen, die Hannoveranerinnen wiederum triumphierten am Sonntag mit 20:5 in Heidelberg, was mit Blick auf das Halbfinale aber keinen Einfluss mehr hatte.
Zum anderen stand mit der Partie zwischen den Tabellenführerinnen vom SV Bayer Uerdingen 08 und den Titelverteidigerinnen der Wasserfreunde Spandau 04 das Spitzenspiel an. Wie zuletzt im DSV-Pokalfinale setzte sich hier Spandau mit 10:4 durch und sicherte sich damit auch den direkten Vergleich, nachdem das erste Ligaduell im Februar noch mit 10:9 an Bayer gegangen war. Die Berlinerinnen könnten so mit zwei Siegen aus ihren beiden noch ausstehenden Vorrundenpartien doch noch auf Platz eins rücken.
Halbfinals komplett: Spandau, Duisburg und zweimal Hannover in den Top vier
Die Halbfinals im Kampf um die Deutsche Meisterschaft im Wasserball stehen. Als letzte Mannschaft lösten am Sonntag auch die White Sharks Hannover ihr Ticket für die Runde der letzten Vier durch einen 16:7-Auswärtssieg beim SV Ludwigsburg 08 im entscheidenden dritten Spiel dieser Viertelfinalserie. Die White Sharks hatten unter der Woche auch schon die erste Partie der Serie im Modus „Best of Three“ mit 17:12 gewonnen. Spiel zwei am Samstag ging dann auf dramatische Weise an Ludwigsburg, das nach langem Rückstand quasi mit dem Schlusspfiff noch ausgleichen konnte und schließlich nach Fünf-Meter-Werfen mit 12:11 triumphierte. Das bessere Ende in der Serie hatte schließlich aber dennoch Hannover.
Die White Sharks treffen nun im Halbfinale auf Rekordmeister Wasserfreunde Spandau 04. Der Hauptrundensieger setzte sich mit 25:5 und 21:6 deutlich gegen die SV Krefeld 1972 durch, die aus der B-Gruppe den Sprung in die Top acht geschafft hatten und trotz des Ausscheidens auf eine erfolgreiche Saison zurückblicken können.
Das zweite Semifinale wird ab Mittwoch (19. April) ebenfalls mit Hannoveraner Beteiligung über die Bühne gehen. Der amtierende Deutsche Meister Waspo 98 Hannover wurde seiner Favoritenrolle gerecht und bezwang die SG Neukölln Berlin glatt in zwei Spielen mit 17:6 und 22:2. Waspos Gegner wird der ASC Duisburg sein, der gegen den OSC Potsdam ebenfalls nur zwei Spiele benötigte, sich beim 6:5 und 12:7 aber vor allem im ersten Duell überraschend schwertat. Trotzdem verspricht das anstehende Halbfinale zwischen dem ASC und Hannover viel Spannung: Duisburg konnte in der Vorrunde beide Spiele gegen den Titelverteidiger gewinnen, Waspo wiederum kommt immer besser in Fahrt und gewann zuletzt auch den DSV-Pokal und damit weiteres Selbstvertrauen für die entscheidende Saisonphase.
In den Platzierungsspielen um die Plätze fünf bis acht kommt es in der A-Gruppe nun zum Berlin-Brandenburg-Derby zwischen Potsdam und Neukölln sowie zum Duell zwischen Ludwigsburg und Krefeld.
Absteiger Esslingen mühsam beim Start der Play-offs in der B-Gruppe
Auch in der B-Gruppe haben am vergangenen Wochenende die Play-offs um die Plätze neun bis 16 begonnen, bei denen neben den finalen Platzierungen auch noch ein direkter Absteiger in die Landesgruppen (Platz 16) und ein Teilnehmer an den Relegationsspielen (Platz 15) ermittelt werden. A-Gruppen-Absteiger SSV Esslingen tat sich dabei unerwartet schwer und siegte nur hauchdünn mit 13:12 beim SV Weiden 1921.
Auch der SV Bayer Uerdingen 08 (14:7 beim Düsseldorfer SC 1898) und der Duisburger SV 1898 (12:11 bei der SGW Rhenania/BW Poseidon Köln) legten jeweils auswärts vor und können am kommenden Wochenende in eigener Halle die Serien im Modus „Best of Three“ vorzeitig beenden. Den einzigen Heimsieg der ersten Runde feierte der SV Würzburg 05 mit einem 5:3 gegen den SVV Plauen.
Spandaus Frauen auf Rang vier in der Donauliga
In der Bundesliga wurde zwar nicht gespielt, die Deutschen Meisterinnen der Wasserfreunde Spandau 04 waren dafür beim Finalturnier der Donauliga in Belgrad (SRB) im Einsatz. Im Viertelfinale gewannen die Berlinerinnen zunächst gegen Fezko Strakonice aus Tschechien mit 17:3, anschließend lieferte man im Halbfinale auch dem Vorrundenzweiten BSVC Zuglo Budapest (HUN) einen harten Kampf und unterlag erst nach Fünf-Meter-Werfen mit 15:16. Nach dem nur knapp verpassten Finaleinzug verlor Spandau dann das Spiel um Platz drei gegen VK Vojvodina (SRB) mit 11:12 und beendete die Saison in der Donauliga damit auf einem guten vierten Rang. Es war die erste Spielzeit in der transnationalen Liga für die Berlinerinnen, die dort zusätzliche Spielpraxis auf hohem Niveau sammeln wollten.
