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Lutz Buschkow wird kommissarisch Leistungssportdirektor
Der Deutsche Schwimm-Verband e.V. (DSV) steuert nach einem unerwartet turbulenten Jahresbeginn wieder ruhigere Gewässer an. Bei einem Treffen mit dem Präsidium stellte der Vorstand um DSV-Präsident Marco Troll am Freitag einen Plan vor, der den Weg in eine erfolgreiche Zukunft ebnen soll. „Wir begrüßen es, dass wir uns ausführlich und konstruktiv über die aktuelle Situation austauschen konnten“, erklärte Troll anschließend.
Für den Leistungssportbereich wird Lutz Buschkow (63) kommissarisch als Leistungssportdirektor die Verantwortung übernehmen und das neugeschaffene „DSV-Projektteam Olympia 2021“ für die Koordination der sportlichen und organisatorischen Vorbereitung auf die Olympischen Spiele in Tokio anführen. Der Chef-Bundestrainer Wasserspringen war zwischen 2008 und 2016 bereits als Direktor Leistungssport im DSV tätig gewesen und bringt so die entsprechende Expertise mit. „Damit halten wir den Bundestrainer*innen den Rücken frei und die Athlet*innen können sich voll auf die Olympischen Spiele sowie weitere Jahreshöhepunkte konzentrieren“, erklärte Marco Troll.
Gleichzeitig wird die Stelle des Direktors Leistungssport nun neu ausgeschrieben. „Der DSV dankt ausdrücklich Dr. Michael Groß für seine Bereitschaft, den Verband als Interims-Leistungssportdirektor zur Verfügung zu stehen. Der Vorstand hat sich jedoch für eine interne kommissarische Lösung entschieden, damit die Stelle flexibel neu besetzt werden kann, um möglichst schnell eine dauerhafte Lösung auf dieser zentralen Position zu installieren“, betonte Troll, der die Funktion als Teilmannschaftsleiter bei den Olympischen Spielen in Tokio (23. Juli – 08. August) übernehmen wird.
Das Präsidium befürwortet die Entscheidung für Buschkow, lediglich die Aktivensprecherin Sarah Köhler außerte sich wie folgt: "Von der Personalie Lutz Buschkow haben wir erst in der Präsidiumssitzung erfahren. Somit war kein umfassendes Meinungsbild der Athlet*innen einzuholen. Als mündige Athlet*innen erwarten wir, dass wir in den Entscheidungsprozess einbezogen werden und wollen uns ein Meinungsbild über diese Thematik schaffen."
Am Montag ist ein Treffen zwischen dem Vorstand und den Landesverbänden anberaumt, bei dem die weitere strategische Ausrichtung des Verbandes diskutiert werden soll.
Freiwasserschwimmen: 12 Athlet*innen für die EM in Budapest nominiert
Der Deutsche Schwimm-Verband e.V. (DSV) hat sein Team für die Wettbewerbe im Freiwasserschwimmen bei den Europameisterschaften in Budapest (12. - 16. Mai) nominiert. Dazu gehören neben Doppel-Weltmeister Florian Wellbrock auch die drei anderen für die Olympischen Spiele in Tokio (23. Juli - 08. August) bereits qualifizierten Athlet*innen Leonie Beck, Finnia Wunram und Rob Muffels. Im kristallklaren Lupa-See ebenfalls an den Start gehen wird Sarah Köhler, die WM-Zweite über 1500m Freistil.
In Ungarn stehen bei beiden Geschlechtern Einzelrennen über die olympischen 10 Kilometer sowie jeweils über 5km und 25km sowie ein Teamevent (Mixed über 4x1,25 km) auf dem Programm. „Nachdem seit über einem Jahr nur wenige Wettkämpfe im Freiwasser stattfinden konnten und es leider auch zuletzt noch sehr viele Absagen gab wie für den Weltcup auf den Seychellen, werden wir in Budapest sicher alles antreffen, was in Europa Rang und Namen in unserem Sport hat. In Hinblick auf die Spiele in Tokio ist es nämlich für alle sehr wichtig, Wettkampferfahrung zu sammeln und wieder in den richtigen Rhythmus zu kommen“, sagte Constantin Depmeyer.
Der Bundestrainer Nachwuchs wird das DSV-Team vor Ort gemeinsam mit seinem Bundestrainer-Kollegen und Teamchef Beckenschwimmen Bernd Berkhahn betreuen. „Budapest ermöglicht uns eine wichtige Standort-Überprüfung, bevor es in die Vorbereitungsphase für Tokio geht. Daher hoffen wir sehr, dass die Entwicklung der Pandemie die EM-Austragung wie geplant zulässt“, sagte Berkhahn.
Bei der EM 2018 in Glasgow hatte das DSV-Team Silber über die 5km der Frauen (Leonie Beck) und im Teamevent (Leonie Beck, Sarah Köhler, Florian Wellbrock, Sören Meissner) sowie Bronze über 10km der Männer (Rob Muffels) gewonnen.
Die Olympia-Qualifikation im Freiwasserschwimmen, die ursprünglich Ende Mai in Tokio stattfinden sollte, wurde vom Weltverband FINA jetzt für 19./20. Juni 2021 in Setubal (POR) angesetzt. DSV-Starter*innen müssen dort nicht an den Start gehen, weil Deutschland bereits alle vier maximal möglichen Olympiastartplätze gesichert hat.
Das Freiwasser EM-Team 2021
Frauen: Leonie Beck, Lea Boy (beide SV Würzburg), Finnia Wunram (SC Magdeburg), Jeanette Spiwoks (SG Essen), Sarah Köhler (SG Frankfurt), Elea Linka (SG Stormarn Barsbüttel).
Männer: Florian Wellbrock, Rob Muffels (SC Mageburg), Oliver Klemet (SG Frankfurt), Ruwen Straub (SV Würzburg), Andreas Waschburger (SSG Saar Max Ritter), Niklas Frach (SV Gelnhausen).
U16-Weltmeisterschaft: Deutschland überzeugt beim größten WM-Turnier aller Zeiten
Mit dem 13. Platz unter insgesamt 36 Mannschaften hat der deutsche U16-Nachwuchs bei den Weltmeisterschaften in Zagreb (CRO) ein bemerkenswertes Ergebnis erzielt. Niemals zuvor war eine WM im Wasserball mit so vielen teilnehmenden Nationen ausgetragen worden. Für die Mannschaft des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) war der Weg durch das Turnier allerdings alles andere als einfach. Bereits die Auslosung bescherte dem Team einige äußerst starke Gegner. Mit etwas mehr Losglück wäre sicherlich auch eine bessere Platzierung möglich gewesen. Umso höher ist die gezeigte Leistung einzuschätzen.
Das Turnier begann mit einem überzeugenden 19:0 gegen Uruguay, ehe mit den USA bereits im zweiten Spiel ein absolutes Top-Team wartete. Deutschland hielt stark dagegen, musste sich nach Führung im dritten Viertel am Ende aber mit 8:12 geschlagen geben. Im dritten Spiel folgte ein deutlicher 25:0-Erfolg gegen Tschechien.
Im vierten Spiel gegen Montenegro zeigte die deutsche Mannschaft erneut, dass sie auch mit der Weltspitze mithalten kann. Nach einer spannenden Partie stand am Ende eine denkbar knappe 10:11-Niederlage. Gleichzeitig sollte dieses Spiel einen bitteren Einschnitt für die Mannschaft bedeuten: Der bärenstarke Neuköllner Center Justus Oestreich erlitt einen Bruch des Brustbeins.
Trotz dieser schweren Verletzung spielte Justus die Partie gegen Montenegro noch zu Ende und war auch im darauffolgenden fünften Spiel gegen Ungarn noch im Wasser. Erst anschließend wurde der Bruch diagnostiziert. Die Konsequenz war ein absolutes Sportverbot für acht Wochen. Für die Mannschaft war der Ausfall ein schwerer Rückschlag. Umso bemerkenswerter war es, wie das Team anschließend zusammenrückte und sich auch in den letzten beiden Spielen noch einmal voll auf den Wasserball konzentrierte.
Gegen die Top-Nation Ungarn musste sich Deutschland zwar mit 11:13 geschlagen geben, doch gegen Neuseeland folgte ein überzeugender 11:8-Erfolg. Im abschließenden Spiel wartete mit Australien erneut ein starker Gegner. Deutschland ließ jedoch keinen Zweifel aufkommen und setzte sich souverän mit 10:5 durch. Neben den Ergebnissen stimmten vor allem Teamgeist, Motivation und Einsatzbereitschaft. Gerade nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Justus Oestreich und einigen angeschlagenen Spielern bewies die Mannschaft, dass sie füreinander einsteht und gemeinsam weiterkämpft.
Auch sonst gab es aus deutscher Sicht einen besonderen Grund zur Freude: Deutschland war auch im Kampf um die Medaillen vertreten, Ralf Müller als Schiedsrichter konnte ein für ihn sehr erfolgreiches Turnier mit einem souveränen Auftritt im Spiel um die Bronzemedaille abrunden. Den Weltmeistertitel sicherte sich am Ende Gastgeber Kroatien, der vor heimischem Publikum eine beeindruckende Weltmeisterschaft spielte.
Für Deutschland spielten:
Basil Blanc, Luka Filipovic, Julian Konitzer, Justus Oestreich, Jonas Seidel (alle SG Neukölln Berlin), Nico Buchelt, Georg Metzler (beide OSC Potsdam), Felix Burger, Fritz Burger (beide SC DhfK Leipzig), Nico Khokhobashvili, Gabriel Slugecic (beide Post SV Nürnberg), Philipp Matziou, Anton Pirija (beide SV Cannstatt), Paul Hildebrandt (ASC Duisburg), Karlo Thiele (White Sharks Hannover)
In der Bundesliga der Frauen kommt es zur Neuauflage des Vorjahresfinales
Die beiden Top-Teams des Landes kämpfen in der Wasserball-Bundesliga um den Titel. Sowohl die Wasserfreunde Spandau 04 als frischgebackene Pokalsiegerinnen als auch Rekordchampion SV Blau-Weiß Bochum machten aus ihrer Halbfinalserie eine schnelle Angelegenheit und zogen glatt mit 2:0 Siegen wieder ins Finale ein. Die Bochumerinnen siegten gegen den SSV Esslingen mit 24:7 – schon das erste Spiel vor gut einem Monat hatten die Blau-Weißen mit 21:9 gewonnen. Spandau traf nur eine Woche nach dem Pokalerfolg erneut auf den SC Chemnitz und dominierte auch diese Partie. 33:3 lautete der Endstand, auch Spiel eins hatten die Berlinerinnen mit 25:9 klar für sich entschieden. Das erste Endspiel zwischen Spandau und Bochum steigt bereits am kommenden Samstag (16. Mai).
Der Sieg von Spandaus Männern setzt Duisburg unter Druck
Während die Spandauer Frauen also erwartungsgemäß die Endspiele erreicht haben, wollen ihnen die Männer des Vereins noch dorthin folgen. Den ersten Schritt hat der Rekordsieger gemacht: Im ersten Halbfinale der Serie „Best of Three“ setzten sich die Wasserfreunde überraschend deutlich mit 21:11 gegen den ASC Duisburg durch. Marek Tkac erzielte drei Treffer für die Berliner und wurde anschließend auch zum Spieler des Tages gewählt. Der Rekordmeister, der in der Hauptrunde erstmals nur Dritter geworden war, strafte mit diesem starken Auftritt alle Kritiker Lügen, während Duisburg im eigenen Becken nun mächtig unter Druck ist, die Serie noch zu seinen Gunsten zu drehen.
Im zweiten Halbfinale gewann Titelverteidiger Waspo 98 Hannover mit 20:7 im Stadtderby gegen die White Sharks. Spannend ging es in den Play-offs um die Plätze fünf bis acht zu: Zweimal entschied dort erst das Fünfmeterwerfen über den Sieger. Der OSC Potsdam behauptete sich auswärts mit 19:18 gegen die SG Neukölln Berlin, der SV Cannstatt mit 16:15 gegen den Duisburger SV 98. Am Tag danach konnte Duisburg allerdings direkt zurückschlagen und durch ein 13:11 im zweiten Spiel die Serie ausgleichen.
Play-offs in der 2. Liga: Favoriten legen vor
Auch in der 2. Wasserball-Bundesliga der Männer haben die Halbfinals begonnen. Dort ist der Modus ein anderer: Das kumulierte Ergebnis aus Hin- und Rückspiel entscheidet über das Weiterkommen. Hauptrundengewinner Düsseldorfer SC 1898 legte mit einem 18:16 gegen den SSV Esslingen ebenso vor wie der Vorrundenzweite SV Krefeld 72 durch einen 16:10-Auswärtssieg beim SVV Plauen. In der Runde um die Plätze fünf bis acht gewann der SC Neustadt/Weinstraße mit 13:11 beim SV Würzburg 05.
Diese besonderen Spiele erwarten uns im Bundesliga-Halbfinale
Ein Lokalderby und ein Duell, in dem alles offen scheint: Das sind die beiden Halbfinals in der Wasserball-Bundesliga. Im Kampf um den Titel trifft in der Vorschlussrunde zum einen der Deutsche Meister Waspo 98 Hannover auf die White Sharks aus der eigenen Stadt. Im zweiten Halbfinale bekommt es der ASC Duisburg als Tabellenzweiter der Vorrunde mit Rekordchampion Wasserfreunde Spandau 04 zu tun, der in dieser Saison erstmals seit Einführung der eingleisigen Bundesliga 1977 nur als Dritter in die Play-offs gegangen war.
Im Viertelfinale machten die Spandauer mit einem anderen Duisburger Vertreter allerdings kurzen Prozess. Gegen den Duisburger SV 98 hieß es am Wochenende 27:7 und 19:7. Auch Waspo 98 Hannover siegte in seiner Serie im Modus „Best of Three“ gegen die SG Neukölln Berlin glatt in zwei Spielen. Nach dem 33:7 vor Wochenfrist ging auch Spiel zwei mit 33:9 deutlich an den Titelverteidiger.
Als einzige Viertelfinalserie ging das Duell zwischen dem OSC Potsdam und den White Sharks Hannover über die volle Distanz. Nach Hannovers Sieg zum Auftakt konnten die Potsdamer im heimischen Becken durch ein 10:7 im zweiten Spiel zunächst ausgleichen. In der entscheidenden Partie am Sonntag jubelten aber wieder die Gäste aus Niedersachsen: 18:11 lautete der Endstand, Matchwinner für die White Sharks war Fynn Janke mit fünf Treffern.
Der OSC Potsdam trifft in der Runde um die Plätze fünf bis acht nun auf die SG Neukölln Berlin, der Duisburger SV 98 spielt gegen den SV Cannstatt. In den Platzierungsspielen geht es um den Klassenerhalt, aber auch noch um zwei Plätze im Europapokal für den Fünft- und Sechstplatzierten.
Plauen verteidigt in den Zweitliga-Play-offs erfolgreich seinen Vorsprung
Im Kampf um den Aufstieg stehen auch in der 2. Wasserball-Bundesliga die Halbfinalpaarungen fest. Dort trifft der Düsseldorfer SC 1898 als bestes Team der Hauptrunde auf den SSV Esslingen, außerdem spielt die SV Krefeld 72 gegen den SVV Plauen. Anders als in der ersten Liga fällt die Entscheidung über das Weiterkommen hier jeweils durch das bessere Gesamtergebnis aus Hin- und Rückspiel.
Im Viertelfinale setzten sich von den genannten Vereinen fast alle mit zwei Siegen glatt durch. Sowohl Düsseldorf (11:9 gegen die SpVg Laatzen) als auch Krefeld (17:11 gegen den SV Würzburg 05) und der SSV Esslingen (19:16 beim Uerdinger SV 08) gewannen nach dem Hin- auch noch das Rückspiel. Der SVV Plauen spielte beim SC Neustadt/Weinstraße 11:11, verteidigte mit diesem Unentschieden aber ebenfalls erfolgreich seinen Vorsprung aus der ersten Partie (14:11).
Neustadt trifft in der Platzierungsrunde nun auf Würzburg. Aufsteiger Laatzen, der in dieser Saison noch sieglos ist, sich gegen Hautrundensieger Düsseldorf aber teuer verkauft hat, bekommt es mit Uerdingen zu tun.
Elite und Masters vereint bei der WM 2027 in Budapest
Der Weltverband World Aquatics hat die Termine für die Weltmeisterschaften 2027 in Budapest (HUN) festgelegt. Nachdem Singapur im Vorjahr die längste WM aller Zeiten erlebte (11. Juli – 22. August) wird Ungarns Hauptstadt nun die größten Wassersport-Titelkämpfe ausrichten. Mit 10.500 Aktiven wird dabei wohl sogar die Dimension Olympischer Spiele erreicht.
>> So beeindruckend ist die WM-Arena von 2027
In Singapur wurden die Wettkämpfe der Elite und der Masters noch meist nacheinander durchgeführt, in Budapest vermischt man nun beides noch kompakter in nur 23 Tagen zu einem Gesamtkonzept. Die bekannte Duna Arena wird dabei Austragungsort im Wasserspringen und Synchronschwimmen sein, während Schwimmen und Wasserball in eine der größten Indoor-Sportarenen Europas, den MVM Dome mit seinen über 20.000 Plätzen, verlegt werden. Die Masters schwimmen im Becken diesmal sogar direkt vor der Elite.
Elite und Masters gemeinsam: Schwimm-WM mit olympischen Ausmaßen
Auf seiner Website schreibt World Aquatics, dass zur WM 2027 über 2.500 Athlet*innen aus mehr als 200 Ländern erwartet werden, schließlich beginnt dort auch schon die Olympia-Qualifikation für LA 2028. Und zu den Wettbewerben in den verschiedenen Altersklassen rechnet man mit mehr als 8.000 Aktiven aus über 180 Ländern. Die Masters-Aktiven aus aller Welt sollen nicht nur gegeneinander antreten und ihre Leidenschaft teilen, sondern auch den aktuellen globalen Stars des Wassersports zuschauen können.
| Termine einzelner Sportarten bei der Schwimm-WM 2027 | ||
| Sportart | WM 2027 | Masters-WM 2027 |
| Schwimmen | 10. – 18. Juli | 03. – 09. Juli |
| Freiwasserschwimmen | 03. – 08. Juli | 29./30. Juni |
| Synchronschwimmen | 10. – 17. Juli | 26. – 30. Juni |
| Wasserball | 26. Juni – 09. Juli | 11. – 17. Juli |
| Wasserspringen | 26. Juni – 04. Juli | 05. – 10. Juli |
| High Diving | 08. – 11. Juli | |
„Wir begrüßen, wenn die Masters eine wachsende Wertschätzung erfahren“, sagte Ulrike Urbaniak als zuständige Abteilungsleiterin im Deutschen Schwimm-Verband e.V. (DSV). „Unserer Erfahrungen mit Budapest sind komplett positiv. Wenn jemand eine solche Mammutveranstaltung gut organisieren kann, dann die Ungarn mit ihrer besonderen Bäderkultur.“
„Die Bestätigung der Wettkampftermine bietet den Aktiven, Teams und nationalen Verbänden wichtige Klarheit, wenn sie mit ihrer langfristigen Planung für Budapest 2027 beginnen“, sagte Sandor Wladar, Präsident des ungarischen Schwimmverbands. Weltverbandspräsident Husain Al Musallam meinte: „Budapest hat sich in der Vergangenheit als Austragungsort außergewöhnlicher Wassersportveranstaltungen bewährt, und wir sind zuversichtlich, dass die 2027 Athlet*innen in jeder Phase ihrer sportlichen Laufbahn ein hervorragendes Wettkampfumfeld bieten werden. Wir laden die Weltgemeinschaft ein, uns auf dieser spannenden Reise zu begleiten und die Aktiven jeden Alters auf ihrem Weg zu Spitzenleistungen zu unterstützen.“
Waspo Hannover gelingt Champions-League-Coup gegen Marseille
Der Deutsche Meister Waspo 98 Hannover hat in der Champions League im Wasserball für eine kleine Sensation gesorgt. Die Niedersachsen gewannen in dieser Woche mit 14:13 gegen Frankreichs Meister CN Marseille, Final-Four-Teilnehmer in der Königsklasse in der vergangenen Saison.
Das Hinspiel hatte Hannover noch mit 9:20 verloren, doch im heimischen Stadionbad gelang nun der Coup gegen eines der Top-Teams des Kontinents. „Im Heimspiel haben wir vor allem mental viel stabiler gespielt. Die Mannschaft war kompakter, hat klarere Entscheidungen getroffen und wir haben unser Tempo besser kontrolliert. Defensiv waren wir aggressiver und haben weniger einfache Tore zugelassen. Außerdem haben wir im Angriff viel geduldiger agiert und unsere Chancen konsequenter genutzt“, freute sich Trainer Aleksandar Radovic.
Es war Waspos zweiter Sieg in der laufenden Champions-League-Saison. Nach vier von sechs Spieltagen bleibt man damit mittendrin im Kampf um den Einzug in die nächste Runde. „Es lief einfach perfekt für uns, wir haben das als Team geschafft“, sagte Torhüter Max Spittank der „Hannoverschen Allgemeinen“, der mit zahlreichen starken Paraden selbst großen Anteil am Sieg hatte. Dabei war es eine enge und spannende Partie, die lange hin und her wog. Erst im letzten Viertel konnte sich Waspo dann vorentscheidend auf drei Tore absetzen und verteidigte diesen Vorsprung bis zum Schluss. Bester Torschütze bei den Gastgebern war Nationalspieler Niclas Schipper mit drei Treffern.
Duisburg siegt in Euro Cup, Spandau verliert beim Spitzenreiter
Im Euro Cup hat sich derweil auch der ASC Duisburg endlich mit einem Sieg belohnen können, nachdem man schon an den Spieltagen zuvor oft gute Auftritte hinlegte, dort aber stets noch leer ausgegangen war. Im Heimspiel gegen VK Solaris Sibenik (CRO) gelang den Westdeutschen nun ein viel umjubelter 14:13-Erfolg.
Nach zunächst noch Rückstand zur Halbzeit (6:8) wurde Duisburg in der zweiten Hälfte immer stärker und drehte die Partie zu seinen Gunsten – auch wenn es am Ende noch einmal eng wurde. Elias Metten und Vukasin Simic mit je vier Treffern waren die besten Torschützen beim ASCD. Eine Niederlage kassierten dagegen die Wasserfreunde Spandau 04, die beim Tabellenführer ihrer Gruppe RN Savona (ITA) mit 11:17 unterlagen.
Auslosung im Conference Cup: Potsdam mit Heimrecht
In dieser Woche wurden außerdem die nächsten Runden im neu geschaffenen Conference Cup ausgelost, dem dritthöchsten Europapokalwettbewerb nach Champions League und Euro Cup. Bei den Männern darf sich der OSC Potsdam als Gastgeber eines Turniers vom 20. – 22. Februar 2026 auf Heimspiele gegen Apollon Smyrnis und Panionios GSS (beide GRE) sowie Partizan Belgrad (SRB) freuen, 1964 der erste Europapokalsieger im Wasserball. Eine Woche später vom 27. Februar bis 01. März sind dann die Frauen des SV Blau-Weiß Bochum in Serbien zu Gast. Sie treffen dort auf Ausrichter Vojvodina Novi Sad, CN Tenerife Echeyde (ESP) und NC Chania (GRE).
Spandau jubelt doppelt in Europa und in der Bundesliga
Schon in der Qualifikation zur Champions League hatten die Männer der Wasserfreunde Spandau 04 zwei starke Auftritte abgeliefert, auch wenn diese dort letztlich noch nicht zum Weiterkommen reichen sollten. In der Qualifikation zum Euro Cup ließ der deutsche Rekordchampion und Vizemeister der vergangenen Saison nun aber nichts anbrennen und löste dort am Wochenende als Gruppensieger souverän das Ticket für die Hauptrunde. Damit ist der deutsche Wasserball im zweithöchsten Europapokalwettbewerb in dieser Saison gleich doppelt vertreten. Der ASC Duisburg als Bundesligadritter war schon zuvor fest für die Hauptrunde gesetzt gewesen.
Nach zwei Siegen aus den ersten beiden Partien in Athen (GRE) mit 14:10 gegen Gastgeber GS Apollon Smyrnis (GRE) sowie mit 21:9 gegen ZV De Zaan (NED) waren die Spandauer als erste Mannschaft vorzeitig qualifiziert. Auch dass danach im letzten Spiel beim 11:16 gegen A-Polo Sport Management (GEO) ein wenig die Spannung fehlte, änderte nichts mehr daran, dass Berlin die Gruppe auf Platz eins beendete.
In der Hauptrunde ab 16. Oktober treffen die Wasserfreunde nun in Gruppe D auf die Italiener von RN Savona (ITA), VK Sabac Elixir aus Serbien sowie auf Steaua Bucharest (ROU), das ebenso wie Spandau in der Qualifikation zur Königsklasse gescheitert war, im Euro Cup jetzt aber seine zweite Chance nutzten will. Der ASC Duisburg trifft in Gruppe A auf den viermaligen Champions-League-Sieger VK Jug Dubrovnik (CRO), VK Solaris Sibenik als weiteres kroatisches Team sowie CN Terrassa (ESP).
Der OSC Potsdam setzt seine Europapokalsaison derweil im Conference Cup fort. In der Qualifikation zum Euro Cup gab es für die Brandenburger drei Niederlagen mit 9:24 gegen CN Terrassa, 10:14 gegen Szolnoki Dozsa Praktiker (HUN) und 8:13 gegen Pays d’Aix Natation (FRA). Insbesondere das Auftreten gegen die Ungarn aus Szolnok war allerdings sehr beachtlich: Nach dem ersten Viertel hatte Potsdam mit 5:2 geführt, zur Halbzeit noch 7:6, erst danach erwies sich der Champions-League-Gewinner von 2017 als zu stark.
Torreicher Auftakt in der Frauen-Bundesliga
Erfolgreich waren am Wochenende auch die Frauen der Wasserfreunde Spandau 04. Zum Auftakt der neuen Saison in der Wasserball-Bundesliga feierten die Double-Gewinnerinnen einen Kantersieg und setzten sich durch das 27:5 gegen den Eimsbütteler Turnverband direkt wieder an die Tabellenspitze. Dora Kangler und Carolina Hendrika Slagter trafen beide jeweils sechs Mal und damit häufiger als die Hamburgerinnen insgesamt.
Neben Spandau geht auch Rekordmeister SV Blau-Weiß Bochum mit großen Ambitionen in die neue Spielzeit und setzte zum Start ebenfalls ein erstes Ausrufezeichen. Mit 27:7 dominierten die Bochumerinnen das Auswärtsspiel beim Uerdinger SV 08, dabei waren Aylin Fry und Kapitänin Jana Stüwe sogar je sieben Mal erfolgreich.
Wasserballerinnen gewinnen sensationell Gold bei der Universiade
Es war ein großer Feiertag für den deutschen Wasserball bei den FISU World University Games in Duisburg. Denn die Frauen des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) gewannen am Sonntag sensationell die Goldmedaille bei den Weltspielen der Studierenden. Vor allem dank einer überragenden Defensive siegten die Deutschen im Endspiel mit 9:6 gegen den Uni-Nachwuchs von Rekordweltmeister und Rekordolympiasieger USA. Zuvor hatten bereits die DSV-Männer die Bronzemedaille gesichert durch ein 21:20 nach Fünfmeterwerfen gegen die Top-Nation Ungarn.
>> Alle Ergebnisse der World University Games
Bis zu diesem Jahr hatte es bei einer Universiade im Wasserball noch nie deutsches Edelmetall gegeben – und nun also gleich doppelt. Für die Wasserballerinnen war der Titelgewinn sogar wettbewerbsübergreifend die erste Medaille im Erwachsenenbereich seit 40 Jahren, seit dem EM-Bronze 1985. „Ich hoffe, dass die Spielerinnen ihren Erfolg genießen können. Neben Olympischen Spielen und der Weltmeisterschaft sind die FISU Games ein Event, an das sie sich immer erinnern werden“, sagte Trainer Karsten Seehafer.
Gegen die USA war sein Team als klare Außenseiterinnen ins Spiel gegangen. Doch das DSV-Team erspielte sich schnell einen Vorsprung und ließ vor dem eigenen Tor nichts zu. Dank einer erneut hervorragend aufgelegten Darja Heinbichner (SV Blau-Weiß Bochum) zwischen den Pfosten und starker Verteidigung gelang das Kunststück, die USA in der ersten Halbzeit bei null Toren zu halten. Erst Mitte des dritten Viertels, als Deutschland bereits mit 4:0 führte, gelang den Amerikanerinnen der erste Treffer. Deutschland verstand es anschließend geschickt, den Abstand zu verwalten, und brachte die Goldmedaille über die Zeit. „Ich bin sprachlos, das Ergebnis ist noch nicht so ganz in meinem Kopf angekommen. In der ersten Hälfte gab es sehr wenig Tore – dann so ein gigantisches Publikum hinter sich zu haben, hilft einfach enorm“, bedankte sich Emma Seehafer (Waspo 98 Hannover) auch beim Publikum im ASCD-Freibad. Beste Torschützin beim Gold-Coup war Kapitänin Sinia Plotz (Uerdinger SV 08) mit drei Treffern.
Deutschlands Männer holen im Penalty-Thriller die Bronzemedaille
Deutschlands Wasserballerinnen waren zum ersten Mal überhaupt bei einer Universiade dabei, bei der erst seit 2009 auch ein Turnier für die Frauen stattfindet. Aber auch für die DSV-Männer bedeutete die Bronzemedaille eine Premiere – nämlich die erste Medaille in 66 Jahren. Gegen Ungarn erwischte Deutschland den deutlich besseren Start und erspielte sich eine komfortable Führung von 11:7 zur Halbzeit. Nach dem Seitenwechsel wirkten die Deutschen dann aber auf einmal zu passiv, so dass die Magyaren erst ausgleichen konnten und sogar in Führung gingen. „Im dritten Viertel haben wir den Kopf verloren und leider unsauber gespielt. Aber wir haben am Ende noch den Ausgleich gemacht, und das ist das Wichtigste“, sagte Kapitän Mark Gansen (Waspo 98 Hannover).
Die Entscheidung fiel im Penalty-Shootout. Die Spannung stieg bei Publikum und Spielern, wobei Gansen seinen ganz eigenen Umgang mit dieser Situation offenbarte: „Fünf-Meter-Schießen heißt für mich immer untertauchen, möglichst wenig nachdenken, und wenn ich dran bin, einfach reinschießen!“. Das gelang dem 23-Jährigen gleich zweimal. Zudem konnte Torwart Max Spittank (White Sharks Hannover) zwei Penaltys der Ungarn parieren. Als Till Hofmann (OSC Potsdam) den entscheidenden Wurf im gegnerischen Netz versenkte, kannte der Jubel im Stadion keine Grenzen mehr. Den Titel bei den Männern holte Italien durch ein 16:12 über die USA.
Lena Hentschel verabschiedet sich mit Bronze von der Universiade
Nach Gold im Mixed und der Bronzemedaille im 3m-Synchronspringen hat Lena Hentschel (Berliner TSC) bei den FISU World University Games in Berlin ihre erste Einzelmedaille gewonnen. Vom 3m-Brett sicherte sich die 24-Jährige am Montag Bronze mit 265,75 Punkten, hauchdünn vor ihrer Synchronpartnerin Jette Müller (WSC Rostock/265,55) auf Rang vier. Ganz vorne landeten die beiden Chinesinnen Wang Weiying (344,25) und Qu Zhixin (318,55).
>> Zum Livestream aller Sportarten
Während sich die meisten ihrer Teamkolleg*innen aus dem WM-Aufgebot zu diesem Zeitpunkt bereits in der Luft auf dem Weg nach Singapur befanden – Hentschel und Müller reisten mit Coach Shahbaz Shahnazi erst etwas später hinterher –, tankte Hentschel also noch einmal Selbstvertrauen für die Weltmeisterschaften als eigentlichem Saisonhöhepunkt. „Es war nicht meine beste Leistung heute, aber ich bin glücklich über Bronze und darüber, wie das gesamte Event für mich gelaufen ist“, sagte die Berlinerin. „Neuntes Finale, achte Medaille, Team Studi ist im Wasserspringen einfach stark“, meinte auch Stefan Nitsche als Sportartenverantwortlicher des Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverbandes (adh). Tim Axer (SV Neptun Aachen) gelang zudem vom 1m-Brett die Qualifikation für das Finale.
Platz fünf für Eidam, Platz sechs für Plöger und fünf Finaltickets beim Schwimmen
Nach Platz vier über 50m Schmetterling hat beim Schwimmen auch Ole Mats Eidam (Potsdamer SV) ein weiteres Top-Ergebnis erzielt. Über 100m Freistil wurde er beim Sieg von Matthew King (USA/48,01) Fünfter in 48,80 Sekunden. Und Eidam bekommt bei den Weltspielen der Studierenden noch eine weitere Medaillenchance: Über 100m Schmetterling zog er am Montag mit 52,03 und damit der zweitbesten Zeit der Halbfinals ins Finale ein. Im Endlauf steht auf dieser Strecke auch Björn Kammann (AMTV-FTV Hamburg) als Fünfter (52,24).
>> Alle Ergebnisse der World University Games
Über 1500m Freistil belegte Marian Plöger (SV Cannstatt) in Berlin Rang sechs in 16:31,98 Minuten, es siegte Kate Hurst (USA/16:15,40).
Die Finals am Dienstag erreichten neben Eidam und Kammann auch noch Jeremias Pock (1. FCN Schwimmen) als Dritter über 50m Brust mit persönlicher Bestzeit von 27,53 Sekunden, Simon Reinke (SG Essen) als Siebter über 800m Freistil (8:03,45) und dessen Vereinskollegin Nicole Maier als Siebte über 200m Freistil (1:59,22). Kim Herkle (SV Cannstatt) kam über 200m Lagen auf Rang 15 (2:17,24).
Wasserballer treffen im Viertelfinale auf Südkorea
Beim Wasserball haben die deutschen Männer derweil die erste Turnierniederlage kassiert. Im Duell um den Gruppensieg in der Vorrunde unterlag das Team in Duisburg gegen die Auswahl aus Ungarn mit 13:15, zeigte dabei aber erneut eine starke Leistung. Mark Gansen und Luk Jäschke (beide Waspo 98 Hannover) erzielten je drei Treffer für Deutschland, das im Viertelfinale am Mittwoch nun auf Außenseiter Südkorea trifft. Dann geht es um den erstmaligen Halbfinaleinzug einer deutschen Mannschaft im Wasserball in der Geschichte der Universiade.
