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Deutsche Meisterschaften als WM-Qualifikation und Fingerzeig für Olympia
Die Olympischen Spiele 2024 in Paris (FRA) mögen vielen noch weit entfernt scheinen, doch für die deutschen Wasserspringer*innen hat der Countdown längst begonnen. Bei den Deutschen Meisterschaften vom 18. – 21. Mai in der Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark (SSE) in Berlin geht es in diesem Jahr nicht nur um die Medaillen, sondern vor allem auch um die Qualifikation für die Weltmeisterschaften im Sommer in Fukuoka (JPN/14. – 30. Juli) – bei denen dann bereits die ersten Quotenplätze für Olympia im nächsten Jahr vergeben werden. „Die Deutschen Meisterschaften sind quasi schon der Auftakt der Olympiavorbereitung“, sagt Bundestrainer Christoph Bohm. „Jetzt gilt es für alle, in dieser Woche Leistung zu zeigen.“
Auch für die Europameisterschaften vom 22. – 28. Juni in Rzeszów (POL) sowie für die Universiade Ende Juli in Chengdu (CHN) dient die DM als finaler Qualifikationswettkampf. Für die WM- und EM-Qualifikation müssen die Aktiven in den Einzeldisziplinen Rang eins oder zwei nach Addition der errungenen Punkte im Vorkampf, Semifinale und Finale (beziehungsweise nur Vorkampf und Finale beim 1m-Brett) belegen und zusätzlich eine vorgegebene Punktzahl mindestens einmal voll und ein zweites Mal zu 98 Prozent erfüllen. Gleiches gilt analog auch in den Synchrondisziplinen, dort kann allerdings nur jeweils ein deutsches Paar nominiert werden.
>> Zu den Nominierungsrichtlinien
Los geht es am Donnerstag mit den Entscheidungen vom (nicht-olympischen) 1m-Brett sowie im Turm-Synchronspringen der Männer und Frauen. Bereits am ersten Tag sind also gleich jene drei Athlet*innen im Einsatz, die zuletzt beim Weltcup in Montreal (CAN) das Treppchen erreichten – Moritz Wesemann (SV Halle) und die Geschwister Elena Wassen und Christina Wassen (beide Berliner TSC). Wesemann war schon bei den Deutschen Hallenmeisterschaften im Februar mit Einzeltiteln erfolgreich und zählt vom 1m- und 3m-Brett sowie im 3m-Synchronspringen an der Seite von Alexander Lube (SV Neptun Aachen) auch diesmal wieder zu den Favoriten. Im Synchronwettbewerb wartet mit Timo Barthel (SV Halle) und Lars Rüdiger allerdings namhafte Konkurrenz – das Duo gewann im vergangenen Jahr zusammen WM-Bronze. „Das wird sicher ein enger Wettkampf. Es sind beides sehr starke Paare – da geht es nicht darum, die Norm zu erfüllen, das sollten sie beide schaffen, sondern am Ende vor dem anderen Paar zu landen. Für uns ist das eine Luxussituation und wir freuen uns natürlich darüber, weil sie sich gegenseitig zu Höchstleistungen treiben“, so der Bundestrainer.
Spannung verspricht auch das Turmspringen der Frauen, bei dem sich neben den beiden Wassen-Schwestern auch Vereinskollegin Pauline Pfeif (Berliner TSC) Hoffnungen auf einen der nur zwei WM- und EM-Startplätze machen darf. Eng dürfte es bei den Frauen außerdem vom 3m-Brett zugehen: Mit Lena Hentschel, Jana Lisa Rother (beide Berliner TSC), Jette Müller (WSV Rostock) und der nach ihrem Meniskuseinriss im April wieder genesenen Dresdnerin Saskia Oettinghaus haben hier sogar mindestens vier Springerinnen Aussichten auf eine Medaille und ein Ticket für die internationalen Höhepunkte. „Diese beiden Disziplinen sind ebenfalls sehr spannend, da wird jeweils die Luft brennen“, ist sich Christoph Bohm sicher. Wer nicht selbst in der Halle dabei sein kann: Die Titelkämpfe können auch im Livestream verfolgt werden.
Heißer Kampf um die WM-Tickets beim Weltcup-Auftakt in Ägypten
Für Olympiasieger Florian Wellbrock und Co. beginnt mit dem Weltcup in Soma Bay (EGY) am 08. Mai nun auch die Saison im Freiwasserschwimmen, im Roten Meer geht es für die Aktiven des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) dabei gleich um die Qualifikation für die Weltmeisterschaften 2023 in Fukuoka (JPN/14. – 30. Juli 2023) über die olympische 10km-Distanz. Die Rennen der Männer (09:00 Uhr) und Frauen (12:00 Uhr) werden am Montag im YouTube-Kanal des Weltverbandes World Aquatics übertragen.
Laut Nominierungsrichtlinien des DSV wird der zweite WM-Startplatz hinter Wellbrock und Leonie Beck, die im Vorjahr bei der WM in Budapest (HUN) Bronze und Silber auf dieser Distanz gewonnen hatten und für Fukuoka gesetzt wurden, an diejenigen vergeben, die in Ägypten und beim zweiten Weltcup in Golfo Aranci auf Sardinien (ITA/20. und 21. Mai) in Summe die beste Platzierung erkämpfen. „Ich bin gespannt, wer das Team komplettiert. Oliver Klemet hat mit seinen starken Zeiten im Becken von den 400 Metern Freistil bis hin zu den fünf Kilometer Zeichen gesetzt, dass sich alle anderen warm anziehen müssen“, meinte Wellbrock über den jungen Kollegen aus seiner Magdeburger Trainingsgruppe.
Klemet war 2022 an Wellbrocks Seite bereits Team-Weltmeister geworden und hat sich als Ranglistenerster zuletzt auch schon für sein erstes WM-Einzelrennen auf der nichtolympischen 5km-Distanz empfohlen. Im Vorjahr war Niklas Frachder zweite Einzelstarter neben Wellbrock gewesen, auch Olympiastarter Rob Muffels rechnet sich als WM-Dritter von 2019 diesmal sicher wieder Chancen aus. Spannende Positionskämpfe sind auch bei den Frauen zwischen Lea Boy und Jeannette Spiwoks zu erwarten. „Da sich die drei Erstplatzierten der WM bereits Olympiastartplätze für Paris 2024 sichern können, hat auch die WM-Qualifikation diesmal eine besondere Bedeutung. Das wird sich in den ersten Weltcuprennen sicher zeigen, denn auch andere Nationen nutzen sie wie wir als Auswahlkriterium“, sagte Bundestrainer Constantin Depmeyer.
In dieser Saison gibt es im Reglement zwei Neuerungen, die in Soma Bay jedoch erst einmal nebensächlich erscheinen. In den Weltcuprennen gibt es ab sofort immer drei Sprintwertungen, die im Rennverlauf Akzente setzen sollen wie im Radsport. Wer im Jahresverlauf die meisten Sprintpunkte sammelt, kann 10.000 US-Dollar verdienen. Für die Weltcup-Gesamtwertung sind 50.000 US-Dollar ausgelobt. Zudem gelten für den Einsatz von Neoprenanzügen neue Vorgaben: Bei unter 18 Grad Wassertemperatur ist Neopren verpflichtend zu tragen, bei über 18 Grad sind nun nur noch Freiwasseranzüge erlaubt – die bisherige Wahlmöglichkeit bei Temperaturen zwischen 18 und 20 Grad wurde gestrichen. „Im aktuellen Weltcupkalender stehen aktuell zwar ausschließlich Orte mit wärmerem Wasser, dennoch begrüße ich diese Änderung und sehe sie als klares Bekenntnis zum ursprünglichen Freiwasserschwimmen“, so Bundestrainer Depmeyer.
„Die Richtung stimmt“: Fünf deutsche Medaillen beim Weltcupauftakt in China
Es war ein äußerst gelungener Saisonstart für die deutsche Wasserspringer*innen: Mit vier Medaillen – einmal Silber, dreimal Bronze – in den Synchron- und Teamwettbewerben und einer weiteren Bronzemedaille im Einzel sammelte das siebenköpfige Team des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) beim Auftakt des diesjährigen World Aquatics World Diving Cups in Xi’an (CHN) ordentlich Edelmetall. Der starke Auftritt schürte in jedem Fall schon einmal Vorfreude auf das Diving World Cup Super Final, das dann vor heimischer Kulisse vom 04. – 06. August in Berlin ausgetragen wird.
Erfolgreichster DSV-Starter in Xi’an mit gleich drei Medaillen war einmal mehr Moritz Wesemann (SV Halle), der kürzlich auch schon bei den Deutschen Hallenmeisterschaften geglänzt und seine Klasse bewiesen hatte. Mit 438,70 Punkten wurde Wesemann Dritter vom 3m-Brett, noch besser waren hier nur Sieger Wang Zongyuan (CHN/553,15) und Jack Laugher (GBR/442,95) – beide standen auch bei den Sommerspielen 2021 in Tokio (JPN) auf dem Treppchen. „Mit den Olympiamedaillengewinnern auf dem Podest zu stehen, ist grandios. Das war eine überragende Leistung von Moritz“, jubelte Bundestrainer Christoph Bohm.
Wesemann war zusammen mit Vereinskollege Timo Barthel, Lena Hentschel und Christina Wassen (beide Berliner TSC) außerdem an der abschließenden Silbermedaille am Sonntag im Team-Event beteiligt (425,35 Punkte – stärker waren nur die Chines*innen mit 469,35), zudem holten Lars Rüdiger (Berliner TSC) und er am ersten Tag Bronze im 3m-Synchronspringen. Mit 389,34 Punkten musste sich das neu formierte deutsche Paar dabei lediglich China (484,74) und Großbritannien (414,75) geschlagen geben. „Wir haben erst vor einer Woche mit dem Training begonnen und hatten nur ein paar Trainingseinheiten. Es war ein großartiges Ergebnis, und ich bin sehr dankbar“, erklärte Rüdiger. Und auch der Bundestrainer war begeistert: „Die beiden haben das aus meiner Sicht überragend gemacht. Moritz ist ja kurzfristig für Timo Barthel eingesprungen, der im Vorfeld verletzt war, weil wir die Disziplin nicht ausfallen lassen wollten. Jetzt sind sie sogar fast an die WM-Norm herangekommen. Das hat richtig Spaß gemacht“, lobte Bohm.
Ebenfalls Bronze im 3m-Synchronspringen holten Jana Lisa Rother (Berliner TSC) und Lena Hentschel mit 265,26 Punkten – ein weiteres neu zusammengestelltes Paar. Und auch die Schwestern Christina Wassen und Elena Wassen (Berliner TSC) sprangen im Turm-Synchronspringen als Dritte mit 282,78 Punkten aufs Treppchen. „Sie haben sich für eine gute Leistung mit Platz drei belohnt“, sagte Bohm. Sein Gesamtfazit: „Die Bilanz hier war sehr positiv. Wir haben schöne Sprünge und schöne Serien gezeigt, und auch schon einige Normerfüllungen für die WM und EM gesehen. Das gibt uns Selbstvertrauen für die kommenden Wochen. Die Richtung stimmt.“ Die zweite Station des Weltcups findet vom 05. – 07. Mai dann in Montreal (CAN) statt.
Moritz Wesemann und Jette Müller verteidigen DM-Titel vom 1m-Brett
Die Vorbereitung auf die Internationalen Deutschen Hallenmeisterschaften war für Jette Müller (WSC Rostock) nicht optimal verlaufen, wegen des anstehenden Abiturs hatte die 19-Jährige zuletzt etwas kürzertreten müssen und konnte somit nicht den gewohnten Trainingsumfang realisieren. Dass die Wettkämpfe in der heimischen Neptunschwimmhalle in Rostock stattfinden, hat bei ihr dann aber offenbar ein paar zusätzliche Kräfte freigesetzt: Denn mit starken 275,80 Punkten sicherte sich Müller am Donnerstag den Titel vom 1m-Brett und konnte damit ihre Goldmedaille aus dem Vorjahr verteidigen.
Silber holte Lena Hentschel (Berliner TSC) mit ebenfalls beachtlichen 264,10 Punkten. Die Berlinerin, die für diese Meisterschaften erst Anfang der Woche aus den USA angereist war, zeigte die mit Abstand schwierigste Serie und mit dem 2,5-fachen Auerbachsalto (Schwierigkeit 3,0) auch den schwersten Einzelsprung, brachte ausgerechnet diesen Versuch aber nicht ganz sauber ins Wasser. Bronze bei den international ausgeschrieben Titelkämpfen ging an die Ukrainerin Anna Arnautova (244,00)
Bei den Männern wiederholte kurz darauf auch Moritz Wesemann (SV Halle) seinen Triumph aus dem Vorjahr in dieser nichtolympischen Disziplin. Der EM-Vierte dominierte den Wettkampf und hatte am Ende mit 430,65 Punkten fast 100 Zähler Vorsprung auf Lou Massenberg (Berliner TSC/336,00) und Alexander Lube (SV Neptun Aachen/326,95) auf den Plätzen zwei und drei. „Das war eine überragende Leistung von ihm mit sehr hohem Schwierigkeitsgrad und einem Sprung, den, soweit mir bekannt ist, kein anderer sonst springt – die 3,5-fache Auerbachschraube. Die Männer zeigen den normalerweise vom 3m-Brett, er macht ihn vom 1m-Brett“, lobte der kommissarische Chef-Bundestrainer Christoph Bohm. Auch mit den Auftritten der Frauen war er sehr zufrieden: „Jette hat hier eine schöne Wettkampfleistung gezeigt, sie ist sehr elegant gesprungen. Lena war trotz der langen Anreise und der kurzen Vorbereitung auch sehr gut. Leider hat sie ihren schweren Sprung ein kleines bisschen versemmelt. Alles im allem waren das zwei sehr schöne Finalwettkämpfe.“
Am Abend des ersten Meisterschaftstages standen dann noch die beiden Wettbewerbe im Turm-Synchronspringen an. Bei den Frauen war mit Elena Wassen und Christina Wassen (beide Berliner TSC) zwar nur ein Team am Start, doch dieses ist schon seit Längerem Garant für gute Leistungen und zeigte auch diesmal wieder gute Sprünge – die beiden Geschwister kamen auf 271,74 Punkte. Bei den Männern gewannen Tom Waldsteiner und Luis Avila Sanchez (beide Berliner TSC) mit 388,05 Punkten vor den Lokalmatadoren Ole Rösler/Espen Prenzyna (beide WSC Rostock/360,66) und den Österreichern Dariush Lotfi/Anton Knoll (339,63). „Das sind alles noch sehr junge Sportler, die zum ersten Mal mit diesem Programm zusammengesprungen sind. Da können wir Richtung Zukunft sehr optimistisch sein“, so der Bundestrainer.
Florian Wellbrock mit vorsichtiger EM-Planung nach Coronainfektion
Olympiasieger und Weltmeister Florian Wellbrock kann in der kommenden Woche bei den Europameisterschaften in Rom (11. – 21. August) starten, wird nach seiner Coronainfektion wohl aber weniger Rennen schwimmen als ursprünglich geplant. Der 24-Jährige vom SC Magdeburg, der bei den Weltmeisterschaften im Juni in Budapest (HUN) in jedem seiner insgesamt fünf Rennen in Becken und Freiwasser jeweils eine Medaille hatte gewinnen können, wird nach dem Trainingsausfall mit seinem Coach nach jedem absolvierten Rennen erst über mögliche weitere EM-Einsätze oder auch eine vorzeitige Abreise entscheiden.
Diese Vorsicht ist gut nachvollziehbar. „Florian ist herz-kreislauf-gesund, das ist erst einmal das Wichtigste. Aber er hat noch nicht zu seinen vollen Kräften zurückgefunden“, erklärte Bundestrainer (Lange Strecke) Bernd Berkhahn auf einer Pressekonferenz des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) kurz vor Abreise nach Italien. Ein letzter Leistungstest am Donnerstag sei „ziemlich in die Hose“ gegangen, daher wolle man vor Ort jeden neuen Schritt jeweils aus der Situation heraus entscheiden. Möglich sei auch ein Verzicht auf das erste Rennen über 800m Freistil gleich zu EM-Beginn, um noch ein paar Tage mehr Zeit zur Vorbereitung zu gewinnen. „Man kann die Folgen der Reize im Training gerade schwer vorhersagen und muss daher viel nachsteuern. Da ist viel Empathie und Kreativität gefordert, und auch die Bereitschaft, im Training etwas zu ändern“, so Berkhahn. Das gelte für Lukas Märtens ebenso, auch wenn der WM-Zweite über 400m Freistil seine Coronainfektion nach der WM-Rückkehr aus Ungarn etwas eher und auch etwas besser wegstecken konnte.
Namhafte Ausfälle hat das DSV-Team dieser Tage trotzdem zu verkraften. Aufgrund von Krankheit oder Verletzung mussten mit Lars Rüdiger (Wasserspringen), Marek Ulrich (Schwimmen), Niklas Frach (Freiwasser), Johanna Bleyer (Synchronschwimmen) und Kai Kirbs (High Diving) gleich mehrere Aktive ihre EM-Teilnahme kurzfristig absagen.
Ob statt des Olympia- und WM-Dritten Rüdiger, der sich bei einem Trainingsunfall während der EM-Vorbereitung in der Türkei einen Knochenbruch am Finger zuzog, ein anderer Springer neben Timo Barthel im EM-Synchronwettbewerb vom 3m-Brett antritt, wird Chef-Bundestrainer Lutz Buschkow erst kurzfristig anhand der Trainingseindrücke vor Ort entscheiden. „Es ist schon mehr als unglücklich, dass ich erst Corona überstehe und mich nun so ein kleiner Kontrollverlust im Training dann doch noch den EM-Start kostet“, sagte Rüdiger. „Aber letztlich bin froh, dass nichts passiert ist, was mich länger aus der Bahn werfen könnte.“
Für den Teamwettbewerb im Synchronschwimmen wurde inzwischen Thea Zehentner vom DSV nachnominiert. Frachs Startplätze im Freiwasser werden nun durch Linus Schwedler (5km) und Oliver Klemet (10km) besetzt.
Moritz Wesemann springt bei seiner ersten WM souverän ins Halbfinale
Moritz Wesemann (SV Halle) steht bei den Weltmeisterschaften in Budapest (HUN) im Halbfinale des Wettbewerbs vom 3m-Brett. Er kam im Vorkampf auf 390,35 Punkte und löste als Neunter das Ticket für die nächste Runde. Nach nur kurzer Verschnaufpause findet das Halbfinale ebenfalls noch heute Nachmittag (16:00 Uhr) statt, die besten Zwölf qualifizieren sich dann für das Finale am Dienstag.
Für den Hallenser ist es die erste WM bei den Erwachsenen. “Ich bin mit dem Vorkampf mehr als zufrieden, ich habe keinen großen Patzer gemacht. Klar hätte man beim 3,5-fachen Rückwärtssalto was besser machen können oder bei der Dreifach-Wurfachse am Ende, aber im Großen und Ganzen bin ich mehr als zufrieden”, sagte Wesemann. Auch Bundestrainer Lutz Buschkow lobte den Auftritt des 20-Jährigen: “Moritz ist eine schwere Serie gesprungen, sein einziger kleinerer Fehler ist beim 3,5-fachen Rückwärtssalto passiert. Aber ansonsten bin ich mit Platz neun sehr zufrieden und hoffnungsvoll, dass wir das im Halbfinale heute Abend nochmal wiederholen können.”
Beste Springer in großen Teilnehmerfeld der 55 insgesamt Starter waren im Vorkampf der Olympiazweite von Tokio (JPN) Wang Zongyuan (CHN/492,00) sowie der Brite Jack Laugher (457,80).
Dagegen ist der zweite Teilnehmer Lou Massenberg (Berliner TSC) leider ausgeschieden - Platz 25 mit 353,80 Punkten reichten für ihn nicht, nur die besten 18 Springer erreichen das Halbfinale. “Lou hat einen schweren Fehler beim 3,5-fachen Auerbachsalto gemacht und damit seine Chance, ins Halbfinale zu kommen, verschenkt, ansonsten ist er normal durchgesprungen. Aber in der Konkurrenz lässt sich kein großer Fehler vertuschen. Die elf Punkte, die da gefehlt haben, hätte er locker drin gehabt”, sagte Bundestrainer Buschkow. Auch für Massenberg sind es die ersten Weltmeisterschaften in einer olympischen Disziplin. „Ich bin doch ein bisschen enttäuscht, dass ich es nicht ins Halbfinale geschafft habe. Mit fünf von sechs Sprüngen war ich sehr zufrieden und mein Coach auch. Leider ist ein grober Fehler schon einer zuviel in so einem gut besetzten Feld. Platz 25 kann sich dennoch eigentlich sehen lassen meiner Meinung nach”, sagte der 21-Jährige. “Für mich war es trotzdem ein guter Start in die WM, ich konnte ein bisschen Selbstvertrauen aus den Sprüngen ziehen. Ich habe ja noch zwei weitere Starts in den beiden Mixed-Disziplinen. Jetzt fokussiere ich mich voll auf diese Disziplinen und werde heute erstmal noch die anderen anfeuern.”
Julia Ackermann sorgt für goldenen JEM-Start in Setúbal
Die Chemnitzerin Julia Ackermann hat dem Team des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) bei den Europameisterschaften der Junior*innen im Freiwasserschwimmen in Setúbal (POR) einen Traumstart beschert. Die 15-Jährige gewann beim JEM-Auftakt am Freitag das Rennen über 5km nach 1:13:10 Stunden mit acht Sekunden Vorsprung vor den beiden Türkinnen Sevim Supurgeci und Talya Erdogan. Sie trifft damit die Nachfolge von Julia Barth (Erlangen) an, die diesen Titel im vergangenen Jahr erkämpft hatte. Aliyah Höse (Chemnitzer SC) und Eva Gräfin von Brühl (Dresdener SC) kamen auf die Plätze 14 und 15.
Freiwasser-Bundestrainer Constantin Depmeyer war anschließend voll des Lobes. „Mit viel Wind und hohen Wellen herrschten heute sehr schwierige Bedingungen, doch Julia hat sich hier souverän durchsetzen können. Lange wurde an ihren Beinen und ihrer Hüfte gegrabbelt, aber auf den letzten Metern konnte ihr dann niemand mehr folgen.“ Ackermann ließ sich bei ihrem Erfolg auch nicht beeindrucken davon, dass der Start um rund eine halbe Stunde verschoben wurde, nachdem einige Busse mit Aktiven im Verkehrsstau steckengeblieben waren. Das Selbstvertrauen war nach vier überzeugenden Siegen bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften in der Woche zuvor in Berlin ohnehin riesig.
Das erste Rennen der männlichen Jugend endete mit einem türkischen Dreifach-Erfolg. Über 5km siegte Emir Albayrak(1:06:42), vor Tuncer Erturk (1:07:32) und Kadem Erdagli (1:07:51). Hinter drei weiteren Italienern kam Finn-Constantin Kleinheinz (SC Magdeburg/1:09:44) als bester DSV-Vertreter auf Rang sieben. „Auch Finn-Constantin und Diego Alfonso Heinze auf Rang 14 haben das insgesamt gut gemacht, auch wenn sie das hohe Tempo am Ende dann nicht mehr mitgehen konnten“, sagte Bundestrainer Depmeyer.
Nach dem Jahrgang 2007 wussten aber auch die älteren DSV-Teilnehmer*innen zu glänzen. Über 7,5km gewannenLara Braun (Jahrgang 2005) und Linus Schwedler (2005/beide SC Magdeburg) jeweils Bronze. Bei den Mädchen lagen hier Clemence Coocordano (FRA/1:46:06) und Federica Senatore (ITA/1:47:21) vor Braun (1:47:40), Hannah Gätjen (Storman Barsbüttel/1:49:50) auf Rang sieben und Marian Plöger auf Rang elf (VFL Sindelfingen 1:50:21) rundeten das gute DSV-Abschneiden ab. Bei den Jungs war der Franzose Sacha Velly (1:32:46) vor Vincenzo Caso (ITA/1:34:33) und Schwedler (1:34:34)erfolgreich, auch Arne Schubert (SC Magdeburg/1:36:39) als Vierter und Jonas kusche als Neunter (Chemnitzer SC/1:37:38) landeten noch in den Top10.
Christina Wassen springt nach Verletzungssorgen zur Goldmedaille vom Turm
Das Turmspringen bleibt bei den laufenden Internationalen Deutschen Meisterschaften eine Familienangelegenheit. Bei den Titelkämpfen im Wasserspringen in Berlin hatte zuvor schon Christina Wassen (Berliner TSC) das Turm-Synchronspringen mit Tina Punzel (Dresdner SC 1898) gewonnen, ihre Schwester Elena Wassen anschließend das Mixed-Turm-Synchronspringen zusammen mit Lou Massenberg. Im Einzelwettbewerb war nun wieder Christina an der Reihe. Die Olympiateilnehmerin setzte sich mit 357,00 Punkten vor Pauline Pfeif (alle Berliner TSC) mit 327,40 und ihrer Schwester Elena (319,15) durch und konnte somit ihren Titel aus dem Vorjahr erfolgreich verteidigen. Alle drei Springerinnen übertrafen in Vorkampf, Halbfinale und Finale jeweils deutlich die WM-Norm (305,00).
Zum siebten Mal in den vergangenen zehn Jahren gab es damit ein rein Berliner Podium. Dass Christina Wassen am Ende ganz oben stand, kam dabei durchaus überraschend, denn die 23-Jährige hatte seit den Olympischen Spielen in Tokio (JPN) immer wieder gesundheitliche Probleme gehabt, die sie im Training einschränkten. Auch im Synchronwettbewerb war am Mittwoch trotz des Titelgewinns längst nicht alles so gut gelaufen. „Ich glaube, dass der Druck dadurch nicht mehr so groß war und ich relativ entspannt an den Wettkampf herangehen konnte. Ich war einfach froh, dass ich hier überhaupt in der Lage war, dreimal meine fünf Sprünge zu machen“, erklärte die Siegerin. „Jetzt bin ich natürlich sehr glücklich und erleichtert, dass die Sprünge dann alle so gut geklappt haben.“
Überglücklich war aber auch die Zweitplatzierte Pauline Pfeif, die nach ihrer Silbermedaille bei der WM der Junior*innen im Vorjahr nun endgültig den Sprung zu den Erwachsenen geschafft hat. In Berlin zeigte sie einen Tag vor ihrem 20. Geburtstag die höchste Gesamtschwierigkeit des gesamten Feldes. „Das ist ein schönes Zeichen, dass wir auch weiterhin sehr gute Nachwuchsspringerinnen haben“, freute sich Chef-Bundestrainer Lutz Buschkow.
Erster Einzeltitel für Lou Massenberg vom 3m-Brett
Im Wettbewerb der Männer vom 3m-Brett war schon im Vorfeld klar, dass es einen neuen Meister geben würde, denn sowohl Titelverteidiger Patrick Hausding, als auch der Vorjahreszweite Martin Wolfram hatten in dieser Woche ihren Rücktritt vom Leistungssport erklärt. So durfte am Ende Lou Massenberg über seinen ersten Einzeltitel jubeln, mit 464,10 Punkten erfüllte er dabei zugleich die Norm für die Weltmeisterschaften in Budapest (HUN/18. Juni – 03. Juli).
Der Berliner zählt seit Jahren zu den verlässlichsten Springern, er ist eine Bank in den Synchron- und Mixed-Wettbewerben, wo er bereits etliche Medaillen holte, sowohl national als auch international. Im Einzel war bisher aber immer jemand noch etwas besser gewesen. Dass es nun endlich einmal für Gold reichte, bewegte anschließend nicht nur ihn selbst. „Er ist sehr gut durchgesprungen und hat hier eine überzeugende Leistung gezeigt“, meinte auch Bundestrainer Buschkow. Silber ging dahinter an Lars Rüdiger (Berliner TSC), der Olympia-Bronzemedaillengewinner von Tokio und letztjährige Europameister im 3m-Synchronspringen übertraf mit 457,35 Punkten ebenfalls die WM-Norm. Platz drei sicherte sich der Schweizer Guillaume Dutoit (431,90), in der nationalen Wertung ging die Bronzemedaille stattdessen an den Gesamt-Vierten Alexander Lube (SV Neptun Aachen/424,95). Dagegen ging 1m-Sieger Moritz Wesemann (SV Halle) als Fünfter mit 410,35 leer aus, nachdem er nach dem Vorkampf noch geführt hatte und auch nach dem Halbfinale noch Zweiter gewesen war.
Drei Siege und ein Unentschieden zum Auftakt der EM-Qualifikation
Die deutschen Wasserballerinnen haben einen perfekten Start in die EM-Qualifikation hingelegt. Beim Qualifikationsturnier in Bukarest (ROM) bezwangen die DSV-Frauen zum Auftakt erst die Slowakinnen – den vermeintlich schwersten Gruppengegner – mit 12:4 und ließen anschließend auch der Ukraine beim 15:6 keine Chance. Das Ticket für die Endrunde vom 27. August – 10. September in Split (CRO) ist damit bereits jetzt zum Greifen nah.
„Wir möchten dieses erste Spiel gleich gewinnen und darüber eine gewisse Sicherheit für den weiteren Turnierverlauf bekommen“, hatte Bundestrainer Sven Schulz vor dem Slowakei-Spiel angekündigt. Tatsächlich gingen seine Spielerinnen gegen die Achten der vergangenen Europameisterschaften von Anfang an hochkonzentriert zur Sache und lagen nach dem ersten Viertel bereits mit 4:1 vorne. Bis zur Halbzeit konnte sich der EM-Elfte Deutschland sogar bis auf 9:3 absetzen, Kapitänin Gesa Deike war dabei in der ersten Hälfte allein dreimal erfolgreich. Sie war am Ende mit insgesamt vier Treffern die beste Torschützin im DSV-Team. Auch in der zweiten Halbzeit kontrollierte Deutschland die Partie und konnte im Schlussviertel sogar schon ein paar Kräfte schonen für den folgenden Auftritt gegen die Ukraine.
Im zweiten Spiel ging die DSV-Auswahl erneut früh mit 3:0 in Führung, doch die Ukrainerinnen kamen noch im ersten Abschnitt wieder bis auf ein Tor heran. Die deutsche Mannschaft geriet dadurch aber nur kurzzeitig unter Druck und baute ihren Vorsprung bis zur Halbzeit wieder auf vier Tore aus. Nach dem Wechsel geriet der Sieg dann nicht mehr in Gefahr, auch dank insgesamt sechs Treffern von Belén Vosseberg.
Spannendes Duell mit dem Olympiagastgeber
Auch die deutschen Männer liegen bei ihrem EM-Qualifikationsturnier in Kranj (SLO) auf Kurs. Bei der Beckenrand-Premiere von Bundestrainer Petar Porobic dominierte der EM-Neunte im ersten Spiel gegen die Schweiz in allen Belangen und bezwang den Außenseiter deutlich mit 19:1. Nur im ersten Viertel (3:1) konnten die Eidgenossen noch einigermaßen mithalten, auch weil Deutschland durch mehrere Pfostentreffer eine noch höhere Führung verpasste. Im weiteren Spielverlauf saßen die Würfe des DSV-Teams dann aber immer besser, insgesamt acht verschiedene Spieler konnten sich in die Torschützenliste eintragen. Marin Restovic war mit sechs Treffern am erfolgreichsten.
Nach diesem leichten Auftakt wartete am Abend noch der Vergleich mit den Franzosen, die erst vor wenigen Tagen in der Weltliga mit einem 14:11 gegen Vizeweltmeister Spanien aufhorchen ließen. Der Olympiagastgeber von 2024 gilt neben Deutschland als stärkste Mannschaft der Gruppe, und so entwickelte sich von Anfang an ein Duell auf Augenhöhe. 2:2 stand es nach dem ersten Viertel – zweimal war Frankreich in Führung gegangen, beide Male konnte Deutschland gleichziehen. Auch in der Folge war die Partie umkämpft, aber torarm. Bis zur Halbzeit fielen nur zwei weitere Treffer, beide für die Equipe Tricolore. Deutschland kam danach aber besser aus der Pause, erzielte drei Tore hintereinander und führte somit erstmals mit 5:4 und kurz darauf mit 6:5, ehe Frankreich seinerseits ausgleichen konnte. Es blieb also spannend. Eine halbe Minute vor Schluss führten dann wieder Franzosen, doch Mateo Cuk – mit drei Treffern bester Mann auf deutscher Seite – gelang 16 Sekunden vor dem Abpfiff in Überzahl noch der verdiente Ausgleich zum 9:9-Endstand.
Perfekter Auerbachsalto beschert Timo Barthel erstes Gold vom 3m-Brett
Vor zwei Tagen hatte Timo Barthel (SV Halle) bei den Deutschen Hallenmeisterschaften in Rostock noch passen müssen, Schulterprobleme zwangen den 25-Jährigen zum Startverzicht beim Turm-Synchronspringen. Zwei Tage später präsentierte sich der Olympiateilnehmer aber wieder in Bestform. Am Freitag sicherte er sich mit 436,00 Punkten den Titel vom 3m-Brett, gefolgt von Vereinskollege Moritz Wesemann (408,00) und Lars Rüdiger (Berliner TSC/373,85), dem Olympia-Bronzemedaillengewinner im 3m-Synchronspringen.
Es war ein aufregender Wettkampf, und das nicht nur, weil im dritten Durchgang auf einmal ein Feueralarm ausgelöst wurde und alle Besucher*innen die Neptun-Schwimmhalle kurzzeitig verlassen mussten. Immer wieder wechselten die Positionen – so fiel etwa der zur Halbzeit des Wettkampf Führende Patrick Kreisel (Berliner TSC/331,10) am Ende noch bis auf Rang sechs zurück. Timo Barthel trumpfte nach der Zwangsunterbrechung dagegen erst so richtig auf – für seinen nahezu perfekten 3,5-fachen Auerbachsalto bekam er im vierten Durchgang satte 94,50 Punkte. Der Hallenser war zuletzt eher im Turmspringen aktiv, wo er in der Vergangenheit schon mehrfach Deutscher Meister war. Vom 3m-Brett war es dagegen sein erster nationaler Titel. „Das hat er sehr gut gemeistert. Er hat gezeigt, dass mit ihm auch im Kunstspringen zu rechnen ist“, sagte Chef-Bundestrainer Lutz Buschkow. Bereits im Halbfinale war Barthel der beste Springer gewesen, nach dem Vorkampf lag zuvor noch Moritz Wesemann an Position Platz eins. Alle drei Runden wurden an einem Tag absolviert.
In kleiner Besetzung ging der Wettbewerb im Turmspringen der Frauen über die Bühne. Lediglich zwei Springerinnen waren am Start, nachdem nach Titelverteidigerin Christina Wassen auch noch die Zweitplatzierte der Juniorinnen-WM Pauline Pfeif abgemeldet hatte. Damit war der Weg frei für die Olympia-Achte Elena Wassen (alle Berliner TSC), die mit neuer persönlicher Bestleistung von 340,35 Punkten an diesem Tag aber auch so nur schwer zu schlagen gewesen wäre. „Es ist nicht ganz einfach, mit nur einer Konkurrentin seine Leistung abzurufen, aber das ist mir im Finale trotzdem sehr gut gelungen. Ich bin auf jeden Fall sehr zufrieden mit meinem Wettkampf“, sagte sie. Auch der Bundestrainer bescheinigte der Berlinerin eine gute Leistung: „Sie ist sehr stabil gesprungen. Auch bei ihrem neuen Sprung, dem 2,5-fachen Delfinsalto“, lobte Lutz Buschkow.
Für Wassen war es bereits der zweite Titel bei diesen Deutschen Hallenmeisterschaften – am Vortag hatte sie zusammen mit Vereinskollege Lou Massenberg auch schon Gold im Mixed-Turm-Synchronspringen gewonnen. Silber im Turmspringen sicherte sich Carolina Coordes (Berliner TSC) mit 259,55 Punkten.
