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Moritz Wesemann springt bei seiner ersten WM souverän ins Halbfinale
Moritz Wesemann (SV Halle) steht bei den Weltmeisterschaften in Budapest (HUN) im Halbfinale des Wettbewerbs vom 3m-Brett. Er kam im Vorkampf auf 390,35 Punkte und löste als Neunter das Ticket für die nächste Runde. Nach nur kurzer Verschnaufpause findet das Halbfinale ebenfalls noch heute Nachmittag (16:00 Uhr) statt, die besten Zwölf qualifizieren sich dann für das Finale am Dienstag.
Für den Hallenser ist es die erste WM bei den Erwachsenen. “Ich bin mit dem Vorkampf mehr als zufrieden, ich habe keinen großen Patzer gemacht. Klar hätte man beim 3,5-fachen Rückwärtssalto was besser machen können oder bei der Dreifach-Wurfachse am Ende, aber im Großen und Ganzen bin ich mehr als zufrieden”, sagte Wesemann. Auch Bundestrainer Lutz Buschkow lobte den Auftritt des 20-Jährigen: “Moritz ist eine schwere Serie gesprungen, sein einziger kleinerer Fehler ist beim 3,5-fachen Rückwärtssalto passiert. Aber ansonsten bin ich mit Platz neun sehr zufrieden und hoffnungsvoll, dass wir das im Halbfinale heute Abend nochmal wiederholen können.”
Beste Springer in großen Teilnehmerfeld der 55 insgesamt Starter waren im Vorkampf der Olympiazweite von Tokio (JPN) Wang Zongyuan (CHN/492,00) sowie der Brite Jack Laugher (457,80).
Dagegen ist der zweite Teilnehmer Lou Massenberg (Berliner TSC) leider ausgeschieden - Platz 25 mit 353,80 Punkten reichten für ihn nicht, nur die besten 18 Springer erreichen das Halbfinale. “Lou hat einen schweren Fehler beim 3,5-fachen Auerbachsalto gemacht und damit seine Chance, ins Halbfinale zu kommen, verschenkt, ansonsten ist er normal durchgesprungen. Aber in der Konkurrenz lässt sich kein großer Fehler vertuschen. Die elf Punkte, die da gefehlt haben, hätte er locker drin gehabt”, sagte Bundestrainer Buschkow. Auch für Massenberg sind es die ersten Weltmeisterschaften in einer olympischen Disziplin. „Ich bin doch ein bisschen enttäuscht, dass ich es nicht ins Halbfinale geschafft habe. Mit fünf von sechs Sprüngen war ich sehr zufrieden und mein Coach auch. Leider ist ein grober Fehler schon einer zuviel in so einem gut besetzten Feld. Platz 25 kann sich dennoch eigentlich sehen lassen meiner Meinung nach”, sagte der 21-Jährige. “Für mich war es trotzdem ein guter Start in die WM, ich konnte ein bisschen Selbstvertrauen aus den Sprüngen ziehen. Ich habe ja noch zwei weitere Starts in den beiden Mixed-Disziplinen. Jetzt fokussiere ich mich voll auf diese Disziplinen und werde heute erstmal noch die anderen anfeuern.”
Julia Ackermann sorgt für goldenen JEM-Start in Setúbal
Die Chemnitzerin Julia Ackermann hat dem Team des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) bei den Europameisterschaften der Junior*innen im Freiwasserschwimmen in Setúbal (POR) einen Traumstart beschert. Die 15-Jährige gewann beim JEM-Auftakt am Freitag das Rennen über 5km nach 1:13:10 Stunden mit acht Sekunden Vorsprung vor den beiden Türkinnen Sevim Supurgeci und Talya Erdogan. Sie trifft damit die Nachfolge von Julia Barth (Erlangen) an, die diesen Titel im vergangenen Jahr erkämpft hatte. Aliyah Höse (Chemnitzer SC) und Eva Gräfin von Brühl (Dresdener SC) kamen auf die Plätze 14 und 15.
Freiwasser-Bundestrainer Constantin Depmeyer war anschließend voll des Lobes. „Mit viel Wind und hohen Wellen herrschten heute sehr schwierige Bedingungen, doch Julia hat sich hier souverän durchsetzen können. Lange wurde an ihren Beinen und ihrer Hüfte gegrabbelt, aber auf den letzten Metern konnte ihr dann niemand mehr folgen.“ Ackermann ließ sich bei ihrem Erfolg auch nicht beeindrucken davon, dass der Start um rund eine halbe Stunde verschoben wurde, nachdem einige Busse mit Aktiven im Verkehrsstau steckengeblieben waren. Das Selbstvertrauen war nach vier überzeugenden Siegen bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften in der Woche zuvor in Berlin ohnehin riesig.
Das erste Rennen der männlichen Jugend endete mit einem türkischen Dreifach-Erfolg. Über 5km siegte Emir Albayrak(1:06:42), vor Tuncer Erturk (1:07:32) und Kadem Erdagli (1:07:51). Hinter drei weiteren Italienern kam Finn-Constantin Kleinheinz (SC Magdeburg/1:09:44) als bester DSV-Vertreter auf Rang sieben. „Auch Finn-Constantin und Diego Alfonso Heinze auf Rang 14 haben das insgesamt gut gemacht, auch wenn sie das hohe Tempo am Ende dann nicht mehr mitgehen konnten“, sagte Bundestrainer Depmeyer.
Nach dem Jahrgang 2007 wussten aber auch die älteren DSV-Teilnehmer*innen zu glänzen. Über 7,5km gewannenLara Braun (Jahrgang 2005) und Linus Schwedler (2005/beide SC Magdeburg) jeweils Bronze. Bei den Mädchen lagen hier Clemence Coocordano (FRA/1:46:06) und Federica Senatore (ITA/1:47:21) vor Braun (1:47:40), Hannah Gätjen (Storman Barsbüttel/1:49:50) auf Rang sieben und Marian Plöger auf Rang elf (VFL Sindelfingen 1:50:21) rundeten das gute DSV-Abschneiden ab. Bei den Jungs war der Franzose Sacha Velly (1:32:46) vor Vincenzo Caso (ITA/1:34:33) und Schwedler (1:34:34)erfolgreich, auch Arne Schubert (SC Magdeburg/1:36:39) als Vierter und Jonas kusche als Neunter (Chemnitzer SC/1:37:38) landeten noch in den Top10.
Christina Wassen springt nach Verletzungssorgen zur Goldmedaille vom Turm
Das Turmspringen bleibt bei den laufenden Internationalen Deutschen Meisterschaften eine Familienangelegenheit. Bei den Titelkämpfen im Wasserspringen in Berlin hatte zuvor schon Christina Wassen (Berliner TSC) das Turm-Synchronspringen mit Tina Punzel (Dresdner SC 1898) gewonnen, ihre Schwester Elena Wassen anschließend das Mixed-Turm-Synchronspringen zusammen mit Lou Massenberg. Im Einzelwettbewerb war nun wieder Christina an der Reihe. Die Olympiateilnehmerin setzte sich mit 357,00 Punkten vor Pauline Pfeif (alle Berliner TSC) mit 327,40 und ihrer Schwester Elena (319,15) durch und konnte somit ihren Titel aus dem Vorjahr erfolgreich verteidigen. Alle drei Springerinnen übertrafen in Vorkampf, Halbfinale und Finale jeweils deutlich die WM-Norm (305,00).
Zum siebten Mal in den vergangenen zehn Jahren gab es damit ein rein Berliner Podium. Dass Christina Wassen am Ende ganz oben stand, kam dabei durchaus überraschend, denn die 23-Jährige hatte seit den Olympischen Spielen in Tokio (JPN) immer wieder gesundheitliche Probleme gehabt, die sie im Training einschränkten. Auch im Synchronwettbewerb war am Mittwoch trotz des Titelgewinns längst nicht alles so gut gelaufen. „Ich glaube, dass der Druck dadurch nicht mehr so groß war und ich relativ entspannt an den Wettkampf herangehen konnte. Ich war einfach froh, dass ich hier überhaupt in der Lage war, dreimal meine fünf Sprünge zu machen“, erklärte die Siegerin. „Jetzt bin ich natürlich sehr glücklich und erleichtert, dass die Sprünge dann alle so gut geklappt haben.“
Überglücklich war aber auch die Zweitplatzierte Pauline Pfeif, die nach ihrer Silbermedaille bei der WM der Junior*innen im Vorjahr nun endgültig den Sprung zu den Erwachsenen geschafft hat. In Berlin zeigte sie einen Tag vor ihrem 20. Geburtstag die höchste Gesamtschwierigkeit des gesamten Feldes. „Das ist ein schönes Zeichen, dass wir auch weiterhin sehr gute Nachwuchsspringerinnen haben“, freute sich Chef-Bundestrainer Lutz Buschkow.
Erster Einzeltitel für Lou Massenberg vom 3m-Brett
Im Wettbewerb der Männer vom 3m-Brett war schon im Vorfeld klar, dass es einen neuen Meister geben würde, denn sowohl Titelverteidiger Patrick Hausding, als auch der Vorjahreszweite Martin Wolfram hatten in dieser Woche ihren Rücktritt vom Leistungssport erklärt. So durfte am Ende Lou Massenberg über seinen ersten Einzeltitel jubeln, mit 464,10 Punkten erfüllte er dabei zugleich die Norm für die Weltmeisterschaften in Budapest (HUN/18. Juni – 03. Juli).
Der Berliner zählt seit Jahren zu den verlässlichsten Springern, er ist eine Bank in den Synchron- und Mixed-Wettbewerben, wo er bereits etliche Medaillen holte, sowohl national als auch international. Im Einzel war bisher aber immer jemand noch etwas besser gewesen. Dass es nun endlich einmal für Gold reichte, bewegte anschließend nicht nur ihn selbst. „Er ist sehr gut durchgesprungen und hat hier eine überzeugende Leistung gezeigt“, meinte auch Bundestrainer Buschkow. Silber ging dahinter an Lars Rüdiger (Berliner TSC), der Olympia-Bronzemedaillengewinner von Tokio und letztjährige Europameister im 3m-Synchronspringen übertraf mit 457,35 Punkten ebenfalls die WM-Norm. Platz drei sicherte sich der Schweizer Guillaume Dutoit (431,90), in der nationalen Wertung ging die Bronzemedaille stattdessen an den Gesamt-Vierten Alexander Lube (SV Neptun Aachen/424,95). Dagegen ging 1m-Sieger Moritz Wesemann (SV Halle) als Fünfter mit 410,35 leer aus, nachdem er nach dem Vorkampf noch geführt hatte und auch nach dem Halbfinale noch Zweiter gewesen war.
Drei Siege und ein Unentschieden zum Auftakt der EM-Qualifikation
Die deutschen Wasserballerinnen haben einen perfekten Start in die EM-Qualifikation hingelegt. Beim Qualifikationsturnier in Bukarest (ROM) bezwangen die DSV-Frauen zum Auftakt erst die Slowakinnen – den vermeintlich schwersten Gruppengegner – mit 12:4 und ließen anschließend auch der Ukraine beim 15:6 keine Chance. Das Ticket für die Endrunde vom 27. August – 10. September in Split (CRO) ist damit bereits jetzt zum Greifen nah.
„Wir möchten dieses erste Spiel gleich gewinnen und darüber eine gewisse Sicherheit für den weiteren Turnierverlauf bekommen“, hatte Bundestrainer Sven Schulz vor dem Slowakei-Spiel angekündigt. Tatsächlich gingen seine Spielerinnen gegen die Achten der vergangenen Europameisterschaften von Anfang an hochkonzentriert zur Sache und lagen nach dem ersten Viertel bereits mit 4:1 vorne. Bis zur Halbzeit konnte sich der EM-Elfte Deutschland sogar bis auf 9:3 absetzen, Kapitänin Gesa Deike war dabei in der ersten Hälfte allein dreimal erfolgreich. Sie war am Ende mit insgesamt vier Treffern die beste Torschützin im DSV-Team. Auch in der zweiten Halbzeit kontrollierte Deutschland die Partie und konnte im Schlussviertel sogar schon ein paar Kräfte schonen für den folgenden Auftritt gegen die Ukraine.
Im zweiten Spiel ging die DSV-Auswahl erneut früh mit 3:0 in Führung, doch die Ukrainerinnen kamen noch im ersten Abschnitt wieder bis auf ein Tor heran. Die deutsche Mannschaft geriet dadurch aber nur kurzzeitig unter Druck und baute ihren Vorsprung bis zur Halbzeit wieder auf vier Tore aus. Nach dem Wechsel geriet der Sieg dann nicht mehr in Gefahr, auch dank insgesamt sechs Treffern von Belén Vosseberg.
Spannendes Duell mit dem Olympiagastgeber
Auch die deutschen Männer liegen bei ihrem EM-Qualifikationsturnier in Kranj (SLO) auf Kurs. Bei der Beckenrand-Premiere von Bundestrainer Petar Porobic dominierte der EM-Neunte im ersten Spiel gegen die Schweiz in allen Belangen und bezwang den Außenseiter deutlich mit 19:1. Nur im ersten Viertel (3:1) konnten die Eidgenossen noch einigermaßen mithalten, auch weil Deutschland durch mehrere Pfostentreffer eine noch höhere Führung verpasste. Im weiteren Spielverlauf saßen die Würfe des DSV-Teams dann aber immer besser, insgesamt acht verschiedene Spieler konnten sich in die Torschützenliste eintragen. Marin Restovic war mit sechs Treffern am erfolgreichsten.
Nach diesem leichten Auftakt wartete am Abend noch der Vergleich mit den Franzosen, die erst vor wenigen Tagen in der Weltliga mit einem 14:11 gegen Vizeweltmeister Spanien aufhorchen ließen. Der Olympiagastgeber von 2024 gilt neben Deutschland als stärkste Mannschaft der Gruppe, und so entwickelte sich von Anfang an ein Duell auf Augenhöhe. 2:2 stand es nach dem ersten Viertel – zweimal war Frankreich in Führung gegangen, beide Male konnte Deutschland gleichziehen. Auch in der Folge war die Partie umkämpft, aber torarm. Bis zur Halbzeit fielen nur zwei weitere Treffer, beide für die Equipe Tricolore. Deutschland kam danach aber besser aus der Pause, erzielte drei Tore hintereinander und führte somit erstmals mit 5:4 und kurz darauf mit 6:5, ehe Frankreich seinerseits ausgleichen konnte. Es blieb also spannend. Eine halbe Minute vor Schluss führten dann wieder Franzosen, doch Mateo Cuk – mit drei Treffern bester Mann auf deutscher Seite – gelang 16 Sekunden vor dem Abpfiff in Überzahl noch der verdiente Ausgleich zum 9:9-Endstand.
Perfekter Auerbachsalto beschert Timo Barthel erstes Gold vom 3m-Brett
Vor zwei Tagen hatte Timo Barthel (SV Halle) bei den Deutschen Hallenmeisterschaften in Rostock noch passen müssen, Schulterprobleme zwangen den 25-Jährigen zum Startverzicht beim Turm-Synchronspringen. Zwei Tage später präsentierte sich der Olympiateilnehmer aber wieder in Bestform. Am Freitag sicherte er sich mit 436,00 Punkten den Titel vom 3m-Brett, gefolgt von Vereinskollege Moritz Wesemann (408,00) und Lars Rüdiger (Berliner TSC/373,85), dem Olympia-Bronzemedaillengewinner im 3m-Synchronspringen.
Es war ein aufregender Wettkampf, und das nicht nur, weil im dritten Durchgang auf einmal ein Feueralarm ausgelöst wurde und alle Besucher*innen die Neptun-Schwimmhalle kurzzeitig verlassen mussten. Immer wieder wechselten die Positionen – so fiel etwa der zur Halbzeit des Wettkampf Führende Patrick Kreisel (Berliner TSC/331,10) am Ende noch bis auf Rang sechs zurück. Timo Barthel trumpfte nach der Zwangsunterbrechung dagegen erst so richtig auf – für seinen nahezu perfekten 3,5-fachen Auerbachsalto bekam er im vierten Durchgang satte 94,50 Punkte. Der Hallenser war zuletzt eher im Turmspringen aktiv, wo er in der Vergangenheit schon mehrfach Deutscher Meister war. Vom 3m-Brett war es dagegen sein erster nationaler Titel. „Das hat er sehr gut gemeistert. Er hat gezeigt, dass mit ihm auch im Kunstspringen zu rechnen ist“, sagte Chef-Bundestrainer Lutz Buschkow. Bereits im Halbfinale war Barthel der beste Springer gewesen, nach dem Vorkampf lag zuvor noch Moritz Wesemann an Position Platz eins. Alle drei Runden wurden an einem Tag absolviert.
In kleiner Besetzung ging der Wettbewerb im Turmspringen der Frauen über die Bühne. Lediglich zwei Springerinnen waren am Start, nachdem nach Titelverteidigerin Christina Wassen auch noch die Zweitplatzierte der Juniorinnen-WM Pauline Pfeif abgemeldet hatte. Damit war der Weg frei für die Olympia-Achte Elena Wassen (alle Berliner TSC), die mit neuer persönlicher Bestleistung von 340,35 Punkten an diesem Tag aber auch so nur schwer zu schlagen gewesen wäre. „Es ist nicht ganz einfach, mit nur einer Konkurrentin seine Leistung abzurufen, aber das ist mir im Finale trotzdem sehr gut gelungen. Ich bin auf jeden Fall sehr zufrieden mit meinem Wettkampf“, sagte sie. Auch der Bundestrainer bescheinigte der Berlinerin eine gute Leistung: „Sie ist sehr stabil gesprungen. Auch bei ihrem neuen Sprung, dem 2,5-fachen Delfinsalto“, lobte Lutz Buschkow.
Für Wassen war es bereits der zweite Titel bei diesen Deutschen Hallenmeisterschaften – am Vortag hatte sie zusammen mit Vereinskollege Lou Massenberg auch schon Gold im Mixed-Turm-Synchronspringen gewonnen. Silber im Turmspringen sicherte sich Carolina Coordes (Berliner TSC) mit 259,55 Punkten.
Jette Müller springt zum Heimsieg, Moritz Wesemann zur Titelverteidigung
Das Kunstspringen vom 1m-Brett ist zwar keine olympische Disziplin, aber das heißt nicht, dass die Wettbewerbe dort deswegen weniger interessant wären. Die Sprünge vom niedrigsten Brett haben ihre eigenen Tücken. Auf die technischen Details kommt es an; oft sind es Kleinigkeiten, die am Ende den Ausschlag geben.
Bei den Deutschen Hallenmeisterschaften (DHM) in Rostock kamen Jette Müller (WSC Rostock) und Moritz Wesemann (SV Halle) am besten mit dem 1m-Brett zurecht. Müller setzte sich am Donnerstag auf ihrer Heimanlage mit 254,30 Punkten durch. Nach ihrem Weltmeistertitel bei den Juniorinnen in dieser Disziplin im vergangenen November ließ die 18-Jährige nun auch noch den Deutschen Meistertitel folgen, übrigens ihr erster bei den Erwachsenen. Ihre Serie war zwar nicht ganz so schwierig wie die von Titelverteidigerin Saskia Oettinghaus (Dresdner SC 1898/264,50), auch weil sie im Vorfeld krank gewesen war. Ihre Sprünge führte sie dafür aber umso sauberer aus. „Sie ist sehr stabil durchgesprungen und hier verdient Deutsche Meisterin geworden“, bewertete Chef-Bundestrainer Lutz Buschkow den Auftritt. Für Oettinghaus, die im Vorkampf (264,50) noch die Beste gewesen war, blieb Silber, Bronze ging dahinter ebenfalls nach Rostock an Thalea Paschel (248,75).
Während bei den Frauen also die Titelverteidigerin entthront wurde, setzte sich bei den Männern mit Moritz Wesemann erneut der gleiche Springer durch, der auch schon bei den vergangenen Deutschen Meisterschaften im Juni 2021 in Berlin ganz oben auf dem Treppchen stand. Damals startete der 19-Jährige noch für den SV Neptun Aachen, inzwischen tritt er für Halle an. Wesemann zeigte von allen Teilnehmern das schwierigste Programm und sprang mit 394,20 Punkten souverän zum Sieg. „Das hat er sehr gut gemacht“, lobte Lutz Buschkow. Auch seine 3,5-fache Auerbachschraube habe er sehr gut hinbekommen – dieser Sprung wird vom 1m-Brett nur selten gezeigt, weil er so schwierig ist. Als Zweiter und Dritter vervollständigten Lars Rüdiger (Berliner TSC/336,15) und Lokalmatador Espen Prenzyna (WSC Rostock/329,00) das Podium. Wesemann übertraf mit seiner Leistung ebenso wie Jette Müller auch die Normen für die WM vom 18. Juni – 03. Juli in Budapest (HUN) und für die Europameisterschaften Ende August in Rom (ITA). Allerdings war die DHM kein offizieller Qualifikationswettkampf, sondern dient mit Blick auf die internationalen Höhepunkte lediglich als wichtige Standortbestimmung.
Den Titel im Mixed-Turm-Synchronspringen holten Lou Massenberg und Elena Wassen (beide Berliner TSC) mit 301,44 Punkten mit großem Abstand vor Christel Honeck und Jakob Batzer (beide Mainzer SV/190,98). In dieser Disziplin waren lediglich zwei Paare am Start. Für Massenberg war es bereits der zweite Erfolg bei diesen Meisterschaften, nachdem er am Vortag auch schon Gold im Turm-Synchronspringen an der Seite von Tom Waldsteiner (Berliner TSC) holte. Mit Elena Wassen sprang er in Rostock zum ersten Mal, trotzdem lag das Berliner Paar ebenfalls über den internationalen Normen. „Für ihr Debüt war das eine sehr stabile Leistung, die die beiden gezeigt haben“, freute sich der Bundestrainer.
Fabian Schwingenschlögl zieht sicher ins WM-Finale ein
Am ersten Tag der Kurzbahn-Weltmeisterschaften in Abu Dhabi (VAE) hat sich Fabian Schwingenschlögl ins Finale über 100m Brust geschwommen, in welches er dann am Freitag (16:02 Uhr MEZ, Livestream bei aquatics.eurovisionsports.tv) durchaus mit Medaillenchancen startet. In 56,80 Sekunden belegte der Neckarsulmer im Halbfinale den vierten Platz, Schnellster war der Niederländer Arno Kamminga (56,41). Der Frankfurter Lucas Matzerath, in der Vorbereitung von einem schweren Autounfall beeinträchtigt, belegte in 57,57 Sekunden Rang elf. Nur gut zwei Zehntel fehlten ihm damit zum Endlauf.
Im Halbfinale ausgeschieden ist Rückenschwimmer Christian Diener. 50,30 Sekunden bedeuteten Rang zehn über die 100 Meter für den 28-jährigen Potsdamer, der den deutschen Rekord im vorigen Monat auf 49,65 verbessert hatte. Der Berliner Ole Braunschweig war am Vormittag in 51,87 Sekunden auf Platz 20 geschwommen.
Den Sprung in die nächste Runde verpassten über 200m Freistil leider auch Isabel Gose (1:56,36/Rang zwölf) und Annika Bruhn (1:57,74/Rang 19), gemeinsam mit Marie Pietruschka und Leonie Kullmann landeten beide über 4x100m Freistil zudem auf Rang neun (3:39,22). Der WM-Titel ging am Abend dann mit Weltrekordzeit (1:50,31) an Siobhan Haughey – es war das erste Gold überhaupt für Hongkong bei einer Schwimm-WM.
Etwas schneller hätte sich Bundestrainer Bernd Berkhahn Goses Zeit dabei gewünscht, allerdings weiß er auch um die Gründe für dieses Abschneiden seines Schützlings. „Wir haben zuletzt einiges aufgebrochen und Isabels Technik stark verändert, da hat sich in der kurzen Zeit längst noch nicht alles automatisiert. Manchmal muss man eben auch mal einen Schritt zurückgehen, um dann zwei vorwärtszukommen“, erklärte Berkhahn. Und das Hauptrennen der Olympiasechsten, die 400m Freistil, steht ja ohnehin erst am Sonntag an.
Mit einer persönlichen Bestzeit über 400m Freistil konnte der 19-jährige Lukas Märtens glänzen (3:43,64), auch wenn es damit nur für Rang 22 reichte. Der Olympiavierte Henning Mühlleitner (3:46,05) musste sich mit Platz 31 zufriedengeben, für den Finaleinzug war diesmal eine Zeit unter 3:40 Minuten nötig. Dass dies auch Tunesiens Olympiasieger Ahmed Hafnaoui (3:40,30) nicht gelang, nutzte am Abend der Österreicher Felix Auböck (3:37,91) zum Titelgewinn. „Insgesamt hatte ich mir etwas mehr erwartet“, lautete letztlich das Fazit von Bundestrainer Berkhahn nach dem ersten WM-Tag. Ramon Klenz landete über 200m Schmetterling in 1:53,61 Minuten auf dem 16. Platz, Laura Riedemann kam über 100m Rücken in 59,64 Sekunden auf Rang 23.
Florian Wellbrock führt DSV-Teams bei EM und WM auf der Kurzbahn an
Im Schwimmen stehen gleich zwei internationale Meisterschaften in diesem Herbst an: die Kurzbahn-EM in Kazan (02. – 07. November) und die Kurzbahn-WM in Abu Dhabi (16. – 21. Dezember). Für beide Events hat der Deutsche Schwimm-Verband e.V. (DSV) nun seine Teams nominiert. An der Spitze beider Aufgebote steht dabei jeweils Florian Wellbrock. Der Freiwasser-Olympiasieger hatte seine großen Titel im Becken bei der WM und EM bislang zwar allesamt auf der 50m-Bahn gewonnen, die nacholympische Saison aber mit seinen ersten Siegen beim Kurzbahn-Weltcup begonnen. In Berlin und in Budapest konnte der Magdeburger jeweils die 1500m Freistil für sich entscheiden. „Jetzt ist nicht der Zeitpunkt zu sagen, ich schwimme bei Kurzbahn-EM und -WM Rekorde“, sagte Wellbrock. Die Zielstellung für diesen Herbst ist dennoch ziemlich anspruchsvoll: „Ich möchte versuchen, mich auch auf der Kurzbahn in der Weltspitze zu etablieren, das ist mir bislang noch nicht gelungen.“ Auch die Olympiasechste Isabel Gose gehört nach zwei Weltcupsiegen über 400m Freistil zu den Medaillenfavoritinnen.
Rückeschwimmer Christian Diener, beim Weltcup in Berlin sogar dreimal erfolgreich, konzentriert sich wie die Olympiadritte Sarah Köhler auf die WM im Dezember, bei der EM sind stattdessen auch einige jüngere Talente dabei. „Neben Teilnehmer*innen der Olympischen Spiele und der EM haben wir auch erfolgreiche Nachwuchsathlet*innen berufen, um ihnen in Russland die Gelegenheit zu geben, Erfahrungen auf internationalem Topniveau zu sammeln. Das gehört zu unserem Konzept und war in unseren Nominierungsrichtlinien langfristig so festgeschrieben“, erklärte Bundestrainer Hannes Vitense mit Blick auf Hoffnungsträger*innen wie Nele Schulze(17), Sven Schwarz und Oliver Klemet (beide 19). „Tokio hat uns gezeigt, dass einigen Aktiven nach dem Coronajahr die Praxis teilweise etwas fehlte“, hatte Bundestrainer-Kollege Bernd Berkhahn festgestellt. „Ziel ist bei diesen Titelkämpfen daher auch, Geschwindigkeit zu entwickeln und sich Sicherheit für die Höhepunkte im Sommer zu erarbeiten.“
Das DSV-Team für die Kurzbahn-EM in Kazan (02. – 07. November):
Frauen: Jessica Felsner (SC Aqua Köln), Giulia Goerigk (SG Region Karlsruhe), Isabel Gose (SC Magdeburg), Angelina Köhler (Hannover 96), Hannah Küchler (AMTV-FTV Hamburg), Leonie Kullmann (SG Neukölln), Jenny Mensing (SC Wiesbaden), Sonnele Öztürk (Wasserfreunde Spandau), Nele Schulze (TSB Flensburg), Zoe Vogelmann (SV Nikar Heidelberg)
Männer: Ole Braunschweig (SG Neukölln), Oliver Klemet (SG Frankfurt), Marco Koch (SG Frankfurt), Lukas Märtens (SC Magdeburg), Lucas Matzerath (SG Frankfurt), Sven Schwarz (Waspo Hannover), Florian Wellbrock (SC Magdeburg)
Das DSV-Team Kurzbahn-WM in Abu Dhabi (16. – 21. Dezember):
Frauen: Annika Bruhn (Neckarsulmer Sport-Union), Isabel Gose (SC Magdeburg), Leonie Kullmann (SG Neukölln), Sarah Köhler (SG Frankfurt), Marie Pietruschka (SSG Leipzig), Laura Riedemann (SV Halle)
Männer: Ole Braunschweig (SG Neukölln), Christian Diener (Potsdamer SV), Ramon Klenz (Neckarsulmer Sport-Union), Marco Koch (SG Frankfurt), Lukas Märtens (SC Magdeburg), Lucas Matzerath (SG Frankfurt), Henning Mühlleitner (Neckarsulmer Sport-Union), Fabian Schwingenschlögl (Neckarsulmer Sport-Union), David Thomasberger (SSG Leipzig), Florian Wellbrock (SC Magdeburg)
Christian Hansmann wird ab Januar neuer DSV-Sportdirektor
Der Deutsche Schwimm-Verband e.V. (DSV) hat eine neue Führungskraft für seinen Leistungssportbereich verpflichtet: Christian Hansmann (44) wird zum 01. Januar 2022 den Posten des Leistungssportdirektors übernehmen. Der gebürtige Erfurter war als Aktiver einst selbst für den DSV erfolgreich und gewann als mehrmaliger deutscher Meister im Freiwasserschwimmen (1997 und 2002) mit der DSV-Mannschaft unter anderem EM-Gold (2002 und 2004) und WM-Silber (2003). Anschließend war der diplomierte Medienwissenschaftler und Inhaber der Trainer-A-Lizenz für den DSV auch schon einmal als Funktionär tätig: Zwischen 2006 und 2010 arbeitete Hansmann als Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in der Geschäftsstelle in Kassel. Im Jahr 2011 war er dann nach Luxemburg umgezogen und seither als Technischer Direktor des dortigen Nationalverbandes tätig. Hier betreute er zuletzt auch die Teilnehmer*innen bei den Olympischen Spielen in Tokio und unterstützte das Nationale Olympische Komitee sportartenübergreifend bei der Organisation sämtlicher Maßnahmen in Japan.
„Christian Hansmann bringt alles mit, was man für diese zentrale Position in unserem Verband braucht: sportfachliche und kommunikative Expertise, jahrelange Erfahrung im In- und Ausland und natürlich den nötigen Stallgeruch“, betont DSV-Präsident Marco Troll: „Wir freuen uns sehr, dass er sich nun für die Heimkehr entschieden hat.“ Die kommissarische Führung des Leistungssports in Doppelfunktion durch Lutz Buschkow (Chef-Bundestrainer Wasserspringen) endet damit zum Jahresende. Der Übergang sollte dabei leichtfallen: Buschkow und viele andere handelnde Personen wie beispielsweise Bernd Berkhahn (Bundestrainer Schwimmen) oder Tjark Schroeder (Leiter der Abteilung Wettkampfsport Schwimmen) kennen Hansmann schon aus früheren Zeiten.
„Ich freue mich auf meine neuen Aufgaben im DSV. Der Verband hat im Leistungssport in den letzten Jahren sichtlich Fortschritte gemacht. Diesen positiven Trend gilt es jetzt fortzusetzen und für alle Bereiche weiter auszubauen. Als Leistungssportdirektor möchte ich aber auch dafür sorgen, dass ein neuer Teamgeist entsteht und die Identifikation mit einem Verband gestärkt wird, der sich aktiv um die Belange seiner Aktiven und Trainer*innen kümmert und in dem ein gegenseitiges Vertrauensverhältnis besteht. Ich kenne den Verband als Sportler und auch als Funktionär und weiß, dass wir einen positiven Wandel hin zu einem zukunftsfähigen Verband nur durch eine gemeinsame Kraftanstrengung erzielen können“, sagte Hansmann. Die sportlichen Entwicklungen im DSV-Team habe er in den vergangenen Jahren stets verfolgt und sich zuletzt auch „von Herzen“ über die Olympiaerfolge in Tokio gefreut. „Ich glaube fest daran, dass für den DSV mit den richtigen Rahmenbedingungen in den kommenden Olympiazyklen noch mehr möglich ist. Dafür werde ich mich nun mit aller Energie einsetzen“, betonte Hansmann.
Wasserspringer Patrick Hausding trägt die deutsche Fahne
Ein Wasserspringer trägt bei der Eröffnungsfeier die deutsche Flagge! Patrick Hausding hat sich bei der Wahl zum Fahnenträger durchgesetzt und wird das deutsche Team am Freitag (13:00 MESZ) gemeinsam mit Beachvolleyballerin Laura Ludwig ins Olympiastadion von Tokio führen. „Ich bin sehr stolz“, sagte der Berliner. „Es gibt bei Olympischen Spielen weitaus weniger Flaggenträger*innen als Medaillengewinner*innen. Das sind Dinge, die über den Sport hinausgehen. Ich kann Medaillen gewinnen, so viel ich kann, aber Fahnenträger kann man in seinem Leben nur einmal werden. An diesem Abend repräsentiert man die gesamte Nation. Wenn man sich die Persönlichkeiten anschaut, die in den vergangenen Jahren die Fahne getragen haben, sind das alles Leute, die in Sportkreisen auch international sehr bekannt sind. Wenn man sich da einreiht, ist man im sportlichen Adel angekommen.“
Auch Lutz Buschkow, Sportdirektor des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) und Chef-Bundestrainer der deutschen Wasserspringer*innen, sprach von einem „Ritterschlag“. „Das ist für Patrick Hausding als Person, für das Wasserspringen und auch insgesamt für den DSV eine besondere Sache“, sagte er. In der langen Geschichte Olympischer Spiele hatte bislang erst einmal ein*e Schwimmsportler*in die Fahne getragen: Ingrid Krämer-Engel bei den Olympischen Spielen 1964, damals übrigens ebenfalls in Tokio. Die Wasserspringerin war damals auch die erste deutsche Frau, der diese Ehre zuteilwurde.
In diesem Jahr werden die teilnehmenden Nationen bei der Eröffnungsfeier erstmals von einer Frau und einem Mann gemeinsam angeführt. Für das Team Deutschland hatte der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) jeweils fünf Frauen und Männer zur Wahl gestellt, für die Entscheidung wurden die Stimmen der Athlet*innen und die der Fans mit jeweils 50 Prozent gewertet. Patrick Hausding setzte sich bei den Männern gegen Turner Andreas Toba, Tischtennisspieler Dimitri Ovtcharov, Ruderer Richard Schmidt und Hockeyspieler Tobias Hauke durch.
Der 32-Jährige erlebt in Tokio bereits seine vierten Olympische Spiele. 2008 in Peking (CHN) holte Hausding zusammen mit Sascha Klein Silber im Turm-Synchronspringen, 2016 in Rio de Janeiro (BRA) zuletzt Bronze vom 3m-Brett. Er war 2013 Weltmeister im Turm-Synchronspringen, gewann zudem zweimal Silber und einmal Bronze bei Weltmeisterschaften und ist mit unglaublichen 17 Titeln auch Rekord-Europameister. „Er springt schon über einen sehr langen Zeitraum in der absoluten Weltspitze mit und hat das Wasserspringen seit über einem Jahrzehnt mitgeprägt“, sagte Chef-Bundestrainer Lutz Buschkow.
Mit seiner Ernennung zum Fahnenträger reiht sich Patrick Hausding nun ein in so große Namen wie Kanutin Birgit Fischer (2000), Basketballer Dirk Nowitzki (2008), Hockeyspielerin Natascha Keller (2012) oder Tischtennis-Ass Timo Boll (2016). „Das ist eine Riesenehre für mich und gibt ganz sicher schöne Erinnerungen. Ich denke, das macht sich ganz gut in der Vita“, sagte er.
