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"Wie im Märchen": Patrick Hausding und Lars Rüdiger springen im letzten Versuch zu Bronze
Diese Olympischen Spiele in Tokio wird Patrick Hausding (Berliner TSC) so schnell sicher nicht vergessen. Erst durfte der 32-Jährige bei der Eröffnungsfeier die Fahne für das deutsche Team tragen. Und nun hat er sich bei seinen insgesamt vierten Sommerspielen auch sportlich seinen großen Traum von einer weiteren Medaille erfüllt. Gemeinsam mit Vereinskollege Lars Rüdiger gewann Hausding in einem bis zum letzten Versuch packenden Wettkampf die Bronzemedaille im 3m-Synchronspringen. „Ich bin so glücklich, was wir für eine Saison hingelegt haben“, jubelte er am ZDF-Mikrofon. „Ich habe zwei Wettkämpfe gehabt, die ich in meiner Karriere so noch nie erreicht habe: Mit Lars Europameister zu werden in dieser Disziplin und nun auch noch darin eine olympische Medaille zu holen. Dass ich in dieser letzten olympischen Saison für mich noch so viele Meilensteine erreiche, kann ich gar nicht in Worte fassen.“
Vor dem letzten Durchgang hatten die beiden nur auf Platz sechs gelegen, der Rückstand zu den Podestplätzen betrug bereits 15 Punkte. Doch während die Konkurrenz patzte, hatte sich das deutsche Paar seinen besten Sprung für den Schluss aufgehoben und schob sich mit 404,73 Punkten noch auf Rang drei. Gold ging an die Chinesen Zongyuan Wang und Siyi Xie (467,82), Silber an die USA mit Andrew Capobianco und Michael Hixon(444,36). Zuletzt hatten in dieser Disziplin Andreas Wels und Tobias Schellenberg die bislang einzige Medaille für Deutschland geholt, die 2004 in Athen (GRE) Silber gewannen.
Der Wettkampf im Tokyo Aquatics Centre war an Dramatik nicht zu überbieten. Kaum ein Paar kam fehlerfrei durch sein Programm – die hochgehandelten Briten etwa, in anderer Besetzung 2016 noch Olympiasieger, landeten am Ende nur auf Platz sieben. Nach dem dritten Durchgang lagen die Deutschen als Vierter nur knapp hinter den Medaillenrängen zurück, doch die nächsten beiden Sprünge verliefen danach nicht ganz sauber. In der letzten Runde wurde das Feld dann noch einmal komplett durcheinandergemischt. Die Russen bekamen nach einem völlig verkorksten Versuch null Punkte, auch die Mexikaner – bis dahin Dritte – leisteten sich beim Eintauchen zu viele Spritzer. So konnten Patrick Hausding und Lars Rüdiger mit einem tollen 4,5-fachen Vorwärtssalto gehockt noch aufs Podium vorrücken.
„Wir haben nicht den besten Wettkampf heute erwischt. Wir haben gut angefangen, dann hatte in der dritten, vierten und fünften Runde jeder aber einen kleinen Fehler drin. Unser Trainer hat uns abseits des Beckens immer gepusht: ,Gebt alles, gebt alles, da ist noch was drin. Egal, was jetzt kommt, einfach Vollgas geben!‘ Das haben wir gemacht. Ich hätte nicht gedacht, dass es noch für Bronze reicht“, sagte Hausding. Für den Routinier war es bei seinen vierten Olympischen Spielen die dritte Medaille. „Das ist eine tolle Bilanz“, freute sich Chef-Bundestrainer und DSV-Sportdirektor Lutz Buschkow mit seinem Schützling.
Lars Rüdiger wiederum wurde bei seiner Olympiapremiere auf Anhieb mit Edelmetall dekoriert. „Da war Riesendruck, es sind meine ersten Spiele. Man hat es gemerkt, ich war ein bisschen wackelig am Anfang. Aber ich finde, wir haben es gut gemacht und am Ende gut gekämpft. Es war nicht unser bester Wettkampf. Aber es zählt, was am Ende herauskommt. Und damit können wir sehr zufrieden sein.“ Lob für seinen Auftritt gab es auch vom Bundestrainer: „Lars hat als Debütant bei seinen ersten Olympischen Spielen gleich eine Medaille geholt, das ist ein super Einstand für ihn. Nach all dem Fleiß der vergangenen Wochen und Monate, die er und die Mannschaft investiert haben, ist das ein wunderschönes Geschenk.“
Nach der Bronzemedaille für Tina Punzel und Lena Hentschel ebenfalls im 3m-Synchronspringen war es bei diesen Olympischen Spielen in Tokio bereits das zweite Edelmetall für den Deutschen Schwimm-Verband e.V. (DSV) im Wasserspringen. 2008 hatte der DSV in dieser Sportart zuletzt zwei Medaillen eingefahren, damals Silber und Bronze. Dieses Ergebnis haben die deutschen Wasserspringer*innen jetzt bereits nach den Synchronwettbewerben eingestellt. „Das ist hervorragend“, findet Bundestrainer Buschkow. Am Freitag beginnen die Wettkämpfe im Einzel, am kommenden Montag (02. August) hat dort auch Patrick Hausding vom 3m-Brett seinen nächsten Einsatz. „Alles, was jetzt kommt, ist Zusatz“, meinte er. „Ich werde mich natürlich weiter anstrengen, aber dass alles so geklappt hier, ist wie im Märchen.“
DSV arbeitet mit niederländischem Coach Jacco Verhaeren zusammen
Der Niederländer Jacco Verhaeren ist einer der erfolgreichsten Trainer der Schwimmwelt. Der 52-Jährige formte in seiner Heimat unter anderem Inge de Bruin, Pieter van den Hoogenband und Ranomi Kromowidjojo zu Olympiasieger*innen und ermöglichte insgesamt Oranjes Aufstieg zu einer der führenden Schwimmnationen in diesem Jahrtausend. Im Jahr 2013 wechselte Verhaeren dann nach Australien und verhalf der Nationalmannschaft dort als Cheftrainer nach der Olympiaenttäuschung von 2012 wieder zu den gewünschten Erfolgen. Beim bislang letzten internationalen Höhepunkt, der WM 2019 in Südkorea, war Australien unter Verhaerens Leitung mit 19 Medaillen hinter den USA (26) zweiterfolgreichste Nation im Becken geworden – ähnlich wie schon bei den Olympischen Spielen in Rio 2016. Nach Ende seines Vertrages in „down under“ kehrte Verhaeren im September 2020 etwas überraschend nach Europa zurück. Diese Fügung konnte der Deutsche Schwimm-Verband e.V. (DSV) nun für sich nutzen und wird Verhaeren in sein Bundestrainer-Team einbinden. Im Mittelpunkt der Arbeit in Deutschland soll dabei nicht etwa die aktuelle Vorbereitung auf die Olympischen Spiele 2021 in Tokio stehen, sondern vor allem eine auch langfristig erfolgreiche Zukunft, die insbesondere die Nachwuchsarbeit umfasst. Mithilfe Verhaerens anerkannter Expertise soll gemeinsam mit den DSV-Trainer*innen und Trainingswissenschaftlern ein neues Leistungssportkonzept für die Kurzstrecken von 50 bis 200 Meter entwickelt und an den DSV-Bundesstützpunkten – beginnend mit dem Nachwuchsbereich – umgesetzt werden. „Jacco Verhaeren ist fraglos einer der namhaftesten Coaches unserer Zeit, wir freuen uns sehr über die Möglichkeit eines solchen Wissenstransfers“, erklärte Bundestrainer Hannes Vitense. „Von der Beratung und dem Input Jacco Verhaerens wird vor allem unser Nachwuchs auch langfristig profitieren. Gerade für die so wichtige Übergangsphase in den Erwachsenenbereich wollen wir unsere Reserven identifizieren und künftig besser nutzen.“ Auch Leistungssportdirektor Thomas Kurschilgen sieht den internationalen Know-how-Transfer als vielversprechende Strategie an. „Wir müssen die Internationalisierung im Leistungssport sinnvoll nutzen und ausgewiesene ausländische Trainerkompetenzen für den DSV systematisch und nachhaltig integrieren. Das ist eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten.“
Berkhahn und Vitense freuen sich auf den Austausch Um die rasante Entwicklung in der Weltspitze auf den Kurzstrecken in den vergangenen Jahren zu beantworten, soll eine neue Trainingsphilosophie für den Sprintbereich entwickelt werden. Das begrüßt ausdrücklich auch Bundestrainer Bernd Berkhahn: „Wir wollen mit dem DSV auch über die kurzen Distanzen erfolgreich sein, wie wir es beispielsweise mit den beiden Olympiasiegen 2008 durch Britta Steffen ja schon einmal waren. Deswegen freue ich mich auf den Austausch mit so einem erfolgreichen Mann wie Jacco Verhaeren“, betont der Magdeburger. Von einer Neudefinition des Landtrainings, der Diagnostik oder auch Kommunikation bis hin zu einer völlig neuen Zyklisierung soll alles erst einmal neu und anders gedacht werden dürfen im Trainerteam. „Als Ausländer bist du zwar nicht Teil der Geschichte und Kultur, aber du bist auch nicht Teil möglicher Probleme. Es hat mir schon in Australien geholfen, mit einem weißen Blatt beginnen zu können, um dann eine nachhaltige Entwicklung anstoßen zu können. Ich hoffe, das gelingt mir nun auch hier mithilfe der derzeitigen Trainer*innen und dem gesamten Staff des DSV“, sagt Jacco Verhaeren. „Ich freue mich jedenfalls sehr auf diese Aufgabe in einer so traditionsreichen Schwimmnation wie Deutschland. Als Niederländer kenne ich Anspruch und Möglichkeiten des Nachbarlandes jedenfalls gut genug, um diesen Job nun maximal motiviert anzugehen. Ich habe natürlich nicht alle Antworten, aber zusammen können wir viel voneinander lernen und uns gegenseitig inspirieren.
Emotionaler Ort und spezieller Modus beim Weltcupfinale im Wasserspringen
Dass das Weltcupfinale im Wasserspringen in China stattfindet, in der Wassersprung-Nation schlechthin, macht den Wettkampf vom 01. – 03. Mai allein schon besonders. „Das ist immer ein großes Ding. Wasserspringen ist hier Volkssport, das merkt man dann schon“, berichtet Chef-Bundestrainer Christoph Bohm. Dass die Wettbewerbe in Peking zudem in der Olympiahalle von 2008 ausgetragen werden, sorgt bei ihm noch zusätzlich für Ansporn. „Das erweckt natürlich Erinnerungen an die Silbermedaille von Sascha Klein und Patrick Hausding im Turm-Synchronspringen“, so Bohm. Und fügt noch hinzu: „Die Halle ist richtig cool. Wir freuen uns sehr, beim Weltcupfinale dabei zu sein.“
Im Einzel gibt es in der ersten Runde ein K.o.-System
Außergewöhnlich ist das Super Final auch wegen des besonderen Modus in den Einzeldisziplinen, der im vergangenen Jahr erstmals eingeführt wurde und den es in dieser Form nur beim Weltcupfinale gibt. In einer ersten Phase (Head-to-Head) treten die Athlet*innen dabei in insgesamt sechs Duellen gegeneinander an – jeweils der/die Bestplatzierte der Qualifikation gegen den/die Zwölfte*n, die Nummer zwei gegen die Nummer elf, und so weiter. Wer in drei Durchgängen mehr Punkte holt, ist eine Runde weiter.
>> Zum Zeitplan des Weltcupfinals
Für das Halbfinale werden die sechs verbliebenen Aktiven in zwei Dreiergruppen aufgeteilt, die Punkte aus der ersten Runde werden übernommen. Die Teilnehmer*innen führen dann die restlichen Sprünge aus ihrer Serie durch (noch drei bei den Männern, zwei bei den Frauen), anschließend scheidet der/die Schwächste jeder Gruppe aus. Die besten Vier bestreiten das Finale. Sie starten dort wieder bei Null und zeigen noch einmal ihre komplette Serie (sechs bzw. fünf Versuche).
Vier DSV-Springer*innen beim Weltcupfinale am Start
Vom Deutschen Schwimm-Verband e.V. (DSV) sind in den Einzeldisziplinen zwei Aktive vertreten. Lou Massenberg (SV Halle) startet vom 3m-Brett und bekommt es im K.o.-Duell zunächst mit Luis Felipe Uribe (COL) zu tun. Der Kolumbianer war Ende Februar beim ersten Weltcup der Saison in Montréal (CAN) Dritter geworden, Massenberg hatte dort Platz sieben belegt. Es war auch das bislang einzige Weltcup-Event in diesem Frühjahr: Die geplante zweite Station in Mexiko musste abgesagt werden, weil dort nach dem Tod eines Drogenbosses schwere Unruhen ausgebrochen waren. Beim Turmspringen trifft Vize-Weltmeisterin Pauline Pfeif (Berliner TSC) auf die Kanadierin Katelyn Fung.
Beide Deutschen sind auch in den Synchronwettbewerben dabei. Pfeif springt im Turm-Synchronspringen mit Vereinskollegin Elena Wassen, Massenberg im 3m-Synchronwettbewerb zusammen mit Jonathan Schauer, ebenfalls aus Halle. „Wir wollen wie schon beim Weltcup in Montréal wieder in beiden Disziplinen unter die Top sechs kommen“, sagt Bundestrainer Bohm. Alle Wettkämpfe werden im kostenfreien Livestream bei Eurovisonsport übertragen.
Das sind die Normzeiten für die JEM in München 2026
Für die Schwimmtalente der Jahrgänge 2008 bis 2010 wird der internationale Saisonhöhepunkt in diesem Jahr zu einem besonderen Heimspiel, denn die Junior*innen-Europameisterschaften (JEM) sollen bekanntlich vom 07. – 12. Juli in München stattfinden. Nun hat der Deutsche Schwimm-Verband e.V. (DSV) in den Nominierungsrichtlinien festgelegt, wie man sich für die Nachwuchs-Titelkämpfe in der Olympiahalle von 1972 qualifizieren kann und welche Normzeiten dafür erzielt werden müssen.
Pro Einzelstrecke können demnach bis zu vier Startplätze vergeben werden, bei den Mädchen gelten wie in den vergangenen Jahren für die beiden jüngeren Jahrgänge dabei gesonderte Normzeiten. „Natürlich wünschen wir uns, dass wir ein besonders großes und schlagkräftiges Team in München an den Start schicken können. So ein Heimspiel setzt schließlich auch zusätzliche Motivation frei“, sagte Nachwuchs-Bundestrainer Carsten Gooßes.
DSV-Normzeiten für die JEM 2026
| Frauen Jahrgang 2008 | Frauen Jahrgang 2009/10 | Strecke | Männer |
| 25,50 | 25,80 | 50m Freistil | 23,00 |
| 55,60 | 56,20 | 100m Freistil | 50,50 |
| 2:00,60 | 2:02,27 | 200m Freistil | 1:50,90 |
| 4:15,00 | 4:16,50 | 400m Freistil | 3:54,00 |
| 8:41,80 | 8:51,90 | 800m Freistil | 8:07,00 |
| 16:45,80 | 16:58,00 | 1500m Freistil | 15:33,00 |
| 27,10 | 27,30 | 50m Schmetterling | 24,40 |
| 1:00,00 | 1:00,73 | 100m Schmetterling | 54,20 |
| 2:13,20 | 2:13,60 | 200m Schmetterling | 2:01,50 |
| 28,80 | 29,00 | 50m Rücken | 25,80 |
| 1:02,00 | 1:02,80 | 100m Rücken | 56,10 |
| 2:13,30 | 2:14,70 | 200m Rücken | 2:02,40 |
| 31,70 | 31,90 | 50m Brust | 28,30 |
| 1:09,40 | 1:10,20 | 100m Brust | 1:03,00 |
| 2:29,00 | 2:31,40 | 200m Brust | 2:17,00 |
| 2:16,50 | 2:18,00 | 200m Lagen | 2:04,20 |
| 4:49,50 | 4:53,50 | 400m Lagen | 4:27,10 |
| 3:44,00 | 4x100m Freistil | 3:20,80 | |
| 8:10,00 | 4x200m Freistil | 7:24,00 | |
| 4:08,00 | 4x100 m Lagen | 3:41,00 | |
| 3:52,00 | 4x100m Lagen Mixed | ||
| 3:32,00 | 4x100m Freistil Mixed |
Der Qualifikationszeitraum für die JEM beginnt am 17. April und geht über zwei Wochenenden. Den krönenden Abschluss bilden wie im Elitebereich die Deutschen Meisterschaften in Berlin (23. – 26. April).
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Festgelegt wurde auch, wie sich die Talente der Jahrgänge 2011/2012 für das Central European Countries Junior Meeting (CECJM) in Slowenien (17.-19. Juli 2026) qualifizieren können. Die insgesamt 20 Plätze in den verschiedenen Disziplinblöcken werden bei den Deutschen Jahrgangs-Meisterschaften (DJM) in Berlin (09. – 13. Juni 2026) vergeben. „Die Jahrgänge 2011 und 2012 haben die Chance, sich zum ersten Mal für einen Einsatz in der Nationalmannschaft für das CECJM zu empfehlen. Das gibt den nationalen Titelkämpfen auch im Nachwuchsbereich eine besondere Bedeutung“, sagte Nachwuchs-Bundestrainer Hannes Vitense.
DSV-Nominierungsrichtlinien 2026
Nominierungsrichtlinien für EM und JEM mit neuem Ansatz
Die Europameisterschaften in Paris (31. Juli – 16. August) bilden auch im Freiwasserschwimmen den internationalen Wettkampfhöhepunkt im Jahr 2026. Drei Einzelrennen pro Geschlecht und die Mixedstaffel werden dann in der Seine ausgetragen, am Bras de Grenelle diesmal allerdings etwas weiter westlich als bei den Olympischen Spielen zwei Jahre zuvor. Öffentlich bekannt gemacht wurde nun auch der nationale Qualifikationsweg. Für die Aktiven des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) ist laut Nominierungsrichtlinie auf der olympischen 10km-Distanz der Weltcupauftakt in Soma Bay (EGY/27. – 28. März) von entscheidender Bedeutung für die EM-Tickets.
Bis zu drei Startplätze werden bei den Frauen in Ägypten vergeben, wenn man dort im bereinigten Ranking (also drei Aktive pro europäischer Nation) wenigstens Platz zwölf belegt. Bei den Männern ist unter Umständen aber nur noch ein EM-Platz frei. Denn Aktive mit einer Top-vier-Platzierung bei den vorherigen Weltmeisterschaften können vom DSV auf der jeweiligen Strecke wieder vorrangig nominiert werden bei Erfüllung bestimmter Vorbedingungen. Das träfe dann auf Weltmeister Florian Wellbrock (SC Magdeburg) in allen drei Einzeldisziplinen zu, bei Oliver Klemet (SG Frankfurt) kann diese Regelung über 10km greifen, über diese Distanz war der Olympiazweite von 2024 im Vorjahr in Singapur nämlich WM-Vierter geworden. Da beide Topschwimmer mit Doppelstarts im Becken planen, wird diese Regelung auch deren Saisonplanung erleichtern.
Für die 5km-Rennen beginnt die Qualifikation bereits im Februar
Für die EM-Rennen über 5km wird das Qualifikations-Ranking bei Beckenrennen über diese Distanz im Zeitraum zwischen 14. Februar und 07. März ermittelt, also bei Landesgruppenmeisterschaften oder als vorab angemeldeter Time Trial. Ein Weltcupstart in Soma Bay ist anschließend jedoch obligatorisch.
Zur EM-Qualifikation für den Knockout Sprint können im Zeitraum der EM-Qualifikation fürs Beckenschwimmen (30. März bis 26. April) dann Punkte auf den drei Langstrecken 400m, 800m und 1500m Freistil gesammelt werden, wobei die kürzeren Strecken wegen ihrer größeren Relevanz für diese Disziplin einen höheren Multiplikator erhalten. Für die Staffelbesetzung sind dagegen allein die 1500m-Zeiten in diesem Zeitraum maßgeblich. „Diese EM-Saison bietet die Möglichkeit, in die Freiwasser-Nationalmannschaft aufzusteigen. Wir hoffen auf zahlreiche Ergänzungen des etablierten Teams“, betonte Bundestrainer Bernd Berkhahn.
JEM-Qualifikation erfolgt komplett im Becken
Für die JEM-Teilnahme in Ungarn (23. – 26. Juli 2026) wird für die Aktiven der Jahrgänge 2007 bis 2012 ein Punkte-Ranking erstellt, dass Zeiten über die drei Langstrecken im Becken (geschwommen zwischen September 2025 und 26. April 2026) sowie die 5km-Rennen im Frühjahr 2026 berücksichtigt. Außer beim Knockout Sprint, da greift die gleiche Multiplikationsregelung wie im Elitebereich. Eine Teilnahme an der Junior*innen-WM im September in Argentinien setzt zudem starke JEM-Ergebnisse voraus.
„Die neuen Nominierungskriterien berücksichtigen die methodische Hinführung auf die längeren Strecken und ermöglichen zudem einen direkten Leistungsvergleich auch schon im Frühjahr“, sagte Nachwuchs-Bundestrainer Stephen Bibow. „Neben den Leistungen über 1500m Freistil gehören für uns auch Leistungen über 5000m Freistil im Beckenschwimmen zu bedeutsamen Voraussetzungen für das Freiwasserschwimmen."
Jeannette Spiwoks erzielt in Singapur ihr bestes WM-Ergebnis
Freiwasserschwimmerin Jeannette Spiwoks hat bei den Weltmeisterschaften in Singapur ihr bislang bestes WM-Ergebnis über zehn Kilometer erreicht. Nach Platz 16 im vergangenen Jahr in Doha (QAT) sprang bei ihrem zweiten WM-Einzelstart hintereinander dieses Mal Rang 15 heraus für die 26-Jährige von der SG Essen.
Spiwoks beendete das Rennen bei schwierigen, weil sehr heißen und welligen Bedingungen mit Wassertemperaturen jenseits der 30-Grad-Marke – knapp unterhalb der von World Aquatics erlaubten 31 Grad – nach 2:12:36,30 Stunden. Lea Boy (SV Würzburg 05) als zweite Starterin des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) musste dem Wetterverhältnissen Tribut zollen und war nach der fünften von insgesamt sechs Runden ausgestiegen. Aber auch Spiwoks hatte sich völlig verausgabt und konnte in der Mixed-Zone zunächst nichts sagen, sondern musste vor Ort erstmal versorgt werden.
Eigentlich hatte das Rennen der Frauen bereits am Dienstag stattfinden sollen. Aufgrund grenzwertiger Wasserqualität war es jedoch ebenso verschoben worden wie das Männerrennen über die gleiche Distanz. Am Mittwochnachmittag (Ortszeit) konnten beide Wettbewerbe dann endlich ausgetragen werden, nachdem sich die Messwerte für E.coli-Bakterien zwischenzeitig gebessert hatten – nun aber in der größten Nachmittagshitze. Dabei krönte sich bei den Männern Florian Wellbrock (SC Magdeburg) zum Champion und gewann als neuer Rekordweltmeister über die zehn Kilometer bereits zum dritten Mal WM-Gold über die olympische Distanz.
Aber auch bei den Frauen durfte in Magdeburg gejubelt werden.
Denn Weltmeisterin wurde dort nicht unerwartet Moesha Johnson. Die Olympiazweite aus Australien, die in der Gruppe von Bundestrainer Bernd Berkhahn trainiert, hatte bereits die gesamte Saison über mit starken Leistungen geglänzt und seit den Spielen von Paris (FRA) alle drei Weltcups gewonnen, an denen sie teilnahm. In Singapur setzte sich die 27-Jährige nach der Hälfte des Rennens vor der Insel Sentosa an die Spitze und nach 2:07:31,30 schließlich vor Ginevra Taddeucci (ITA/2:07:55,70) und der Monegassin Lisa Pou (2:07:57,50) durch.
>>> Alle WM-Ergebnisse im Freiwasser
Es war übrigens mit Ausnahme der WM-Premiere dieser Strecke 2001 in Fukuoka (JPN), als die Deutsche Peggy Büchse mit 2:17:32 Stunden zum Titel geschwommen war, die langsamste Siegerinnenzeit, die jemals über zehn Kilometer erzielt wurde. Ein Indikator, wie schwierig die Bedingungen in Singapur tatsächlich waren. „Das war kein schönes Rennen. Es ging ja eigentlich darum, wer das am meisten ertragen kann“, meinte auch Bundestrainer Berkhahn. „Und bei den Männern war es ja ähnlich. So viele Ausstiege, und auch Leute wie Marc-Antoine Olivier, der ausgestiegen ist als Mitfavorit, weil er nicht mehr konnte. Ich hatte das ja befürchtet, dass es nicht so schön wird. Und dass wir jetzt am Nachmittag starten mussten, tut dann sein Übriges dazu. Die Sonne knallt von oben runter. Das ist schon grenzwertig für den menschlichen Körper.“
„Geiler geht’s nicht“: Moritz Wesemann wird Europameister vom 1m-Brett
Von seinem Synchronpartner Timo Barthel war Moritz Wesemann nach dem gemeinsamen EM-Titel im 3m-Synchronspringen jüngst als einer der besten Brettspringer der Welt geadelt worden. Diesen lobenden Worten ließ Wesemann bei den Europameisterschaften in Belek (TUR) auch im Finale vom 1m-Brett Taten folgen. Der 23-Jährige vom SV Halle sprang am Montag auch in dieser Disziplin zu Gold. Mit 400,60 Punkten lag der Deutsche vor Lorenzo Marsaglia aus Italien (391,75) und dem Ukrainer Danylo Konovalov (390,55). Wesemann sorgte damit für die erste internationale Medaille für den Deutschen Schwimm-Verband e.V. (DSV) vom 1m-Brett seit dem Europameistertitel von Patrick Hausding im Jahr 2021.
>> Alle Ergebnisse der EM Wasserspringen
Es war nicht das einzige Edelmetall für den DSV an diesem Tag. Zuvor hatten bereits Pauline Pfeif und Luis Avila Sanchez (beide Berliner TSC) Bronze im Turm-Mixed-Synchronspringen gesichert. Deutschland hat bei den laufenden Titelkämpfen damit jetzt schon acht Medaillen geholt (3-4-1) – mehr, nämlich zehn, gab es zuletzt 2013 bei der Heim-EM in Rostock. Und die Wettbewerbe in der Türkei gehen ja noch bis Mittwoch.
Müde Beine sind kein Problem für Moritz Wesemann
„Ich bin Europameister, geiler geht‘s nicht“, jubelte Moritz Wesemann. In der vierten Runde hatte der Hallenser die Führung übernommen; mit der Auerbachschraube im letzten Durchgang, die mit ihrem hohen Schwierigkeitsgrad (3,6) ansonsten im Feld kein anderer Springer anbot, setzte er schließlich den goldenen Schlusspunkt.
„Ich bin begeistert“, meinte auch Chef-Bundestrainer Christoph Bohm. „Es hatte sich heute früh schon angedeutet, weil er im Vorkampf schon sehr stark gesprungen ist, aber das muss man im Finale dann auch erst nochmal abrufen. Mich hat besonders beeindruckt, welche Ruhe und Sicherheit er hier die ganze Zeit ausgestrahlt hat“, so Bohm. Zwar würden die Beine langsam müde, nachdem es für die DSV-Asse von den Deutschen Meisterschaften ja direkt weiter zur EM ging. Doch Wesemann hatte sich gestern extra frei genommen, um dann zum 1m-Finale wieder voll da zu sein. „Die Pause hat mir sehr gutgetan“, sagte er.
Berliner Mixed-Paar Pfeif/Avila Sanchez gewinnt Bronze vom Turm
Auch im Turm-Mixed-Synchronspringen hätten Pauline Pfeif und Luis Avila Sanchez beinahe Gold gewonnen. Nach einem starken Auftakt lag das Berliner Paar vor dem letzten Durchgang noch in Führung, „die ersten vier Sprünge waren grandios“, meinte Bundestrainer Bohm. Letztlich zogen dort dann aber die Ukrainer*innen Kseniia Bailo und Kirill Boliukh (308,34) sowie Sarah Jodoin di Maria und Riccardo Giovannini aus Italien (298,74) noch vorbei. Für Pfeif und Avila Sanchez blieb mit 297,00 Punkten die Bronzemedaille.
Auch die ist ein großer Erfolg, vor allem wenn man die Umstände berücksichtigt. Es war nämlich der erste gemeinsame Wettkampf für die beiden – sehr kurzfristig war Luis Avila Sanchez aus Gründen der Belastungssteuerung für Ole Rösler eingesprungen, zusammen trainieren konnten er und Pfeif deshalb kaum. „Das war eine aufregende Erfahrung. Wir sind in den Wettkampf reingegangen, ohne zu wissen, wie es laufen wird“, sagte Avila Sanchez. Auch Pauline Pfeif sprach von einem „abenteuerlichen Wettkampf.“ Und war selbst erstaunt über das Ergebnis: „Ich bin überrascht, wie gut es gelaufen ist. Wir freuen uns über die Bronzemedaille“, so die 23-Jährige.
23-köpfiges Schwimmteam für die WM in Singapur nominiert: Eine Überraschung dabei
Neun Frauen und 14 Männer wurden vom Deutschen Schwimm-Verband e.V. (DSV) für die Beckenrennen bei den Weltmeisterschaften in Singapur (11. Juli – 03. August) nominiert. Zum 23-köpfigen Team gehören neben Olympiasieger Lukas Märtens und Titelverteidigerin Angelina Köhler auch alle anderen Aktiven, die 2024 bei den Olympischen Spielen in Paris (FRA) oder den Weltmeisterschaften in Doha (QAT) Medaillen gewannen: Isabel Gose, Oliver Klemet und Florian Wellbrock. Die drei letztgenannten gehen zuvor auch schon bei den WM-Rennen im Freiwasser an den Start.
Der Qualifikationszeitraum hatte mit den Deutschen Meisterschaften in Berlin am 04. Mai geendet, die dabei als Staffelschwimmerin qualifizierte Nele Schulze sagte ihre WM-Teilnahme aus gesundheitlichen Gründen anschließend jedoch ab. Berücksichtigt wurde Nachwuchstalent Vincent Passek. Der 18-Jährige hatte mit einem deutschen Jahrgangsrekord über 50m Rücken (24,87 Sekunden) die WM-Pflichtzeit (A-Cut: 25,11) von World Aquatics unterboten. „Bei den Nominierungsrichtlinien haben wir uns an den Top zwölf der letzten drei Weltmeisterschaften orientiert. Nachdem die 50-Meter-Strecken nun ins olympische Programm aufgenommen wurden, haben wir dort nun die gleichen Maßstäbe angelegt“, erklärte Stephan Wittky als Bundestrainer Sprint und Mittelstrecke. Neben Passek werden außerdem Anna Elendt, Melvin Imoudu, Lucas Matzerath (jeweils 50m Brust), Angelina Köhler und Luca Nik Armbruster (beide 50m Schmetterling) die neuen Olympiadisziplinen bei der WM 2025 bestreiten.
Wittky freut zudem, dass sämtliche Staffelwettbewerbe in Singapur mit deutscher Beteiligung stattfinden werden. Erstmals seit drei Jahren ist auch wieder ein Frauen-Quartett über 4x100m Freistil international dabei. „Schon bei der Kurzbahn-WM im Dezember hatte sich ein Aufwärtstrend gezeigt, den wir nun in Singapur fortsetzen wollen“, so der Bundestrainer. Bei den Mixedstaffeln lag die Summe der Qualifikationszeiten sogar unter den aktuellen deutschen Rekorden, das verspricht einiges.
„Unsere etablierten Kräfte haben nach den tollen Erfolgen in Paris 2024 auch im nacholympischen Frühjahr schon wieder reihenweise Weltklasseleistungen gezeigt, die uns optimistisch stimmen. Genauso erfreulich ist mit Blick auf Singapur aber auch, dass wir Maya Werner, Lise Seidel, Nina Jazy, Julianna Dora Bocska, Jarno Bäschnitt und Vincent Passek gleich eine ganze Reihe junger Nationalmannschaftsneulinge dabei haben, von denen wir uns im neuen Olympiazyklus eine erfolgreiche Entwicklung versprechen und die von der WM-Erfahrung ganz sicher profitieren werden“, sagte Christian Hansmann, DSV-Vorstand Leistungssport.
Das WM-Team des DSV
Frauen: Julianna Dora Bocska (SG Essen), Anna Elendt (SG Frankfurt), Isabel Gose (SC Magdeburg), Nina Holt (SC Magdeburg), Nina Sandrine Jazy (SG Essen), Angelina Köhler (SG Neukölln), Julia Mrozinski (SCW Eschborn), Lise Seidel (SC Chemnitz), Maya Werner (SC Magdeburg)
Männer: Luca Nik Armbruster (SG Neukölln), Jarno Bäschnitt (Team Bochum), Cedric Büssing (SG Essen), Melvin Imoudu (Potsdamer SV), Oliver Klemet (SG Frankfurt), Lukas Märtens (SC Magdeburg), Lucas Matzerath (SG Frankfurt), Rafael Miroslaw (SG HT16 Hamburg), Vincent Passek (Berliner TSC), Josha Salchow (SV Nikar Heidelberg), Sven Schwarz (Waspo 98 Hannover), Timo Sorgius (SSG Leipzig), Kaii Liam Winkler (SG Neukölln), Florian Wellbrock (SC Magdeburg)
Sieg gegen Japan beschert DSV-Wasserballern Platz sieben beim Weltcupfinale
Deutschlands Wasserballer haben das Weltcupfinale in Podgorica (MNE) als Siebter abgeschlossen und damit einen Platz besser als vor zwei Jahren. Zum Abschluss des hochkarätig besetzten Turniers gelang am Sonntag ein 16:11 gegen Japan. Zoran Bozic an seinem 23. Geburtstag mit fünf sowie Denis Strelezkij und Mark Gansen mit jeweils drei Treffern waren dabei die besten Torschützen im Team des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV). „Diese Spiele gegen die besten Teams der Welt sind sehr wichtig, denn dadurch erkennt man die eigene Leistung ganz deutlich und gewinnt an Qualität hinzu. Wir haben eine gute Truppe, die stolz auf sich sein kann“, sagte Bundestrainer Milos Sekulic.
Bereits zur Halbzeit führte die DSV-Auswahl im Spiel um Platz sieben mit 9:4. Zwar kamen die Japaner im dritten Viertel beim zwischenzeitlichen 10:8 sowie im vierten Viertel (12:10) noch zweimal bis auf zwei Tore heran. Doch die deutsche Mannschaft verteidigte ihren Vorsprung erfolgreich und konnte ihn gegen Ende der Partie sogar noch einmal ausbauen.
Aus gegen den späteren Turniersieger, dann Moral gezeigt gegen Montenegro
Beim Weltcupfinale ging es für das DSV-Team um die letzte Chance, gegen sehr starke Konkurrenz vielleicht doch noch ein Ticket für die Weltmeisterschaften in Singapur (11. Juli – 03. August) zu erobern. Dieser Traum platzte jedoch schon im Viertelfinale, wo sich Europameister Spanien als zu stark erwies. 22:9 gewann der spätere Turniersieger, nachdem Deutschland im ersten Viertel noch gut mithalten konnte, ehe man die offensive Qualität des Gegners anerkennen musste. „Spanien war an diesem Tag doch zu stark für uns“, so der Bundestrainer. Die Spanier hatten schon 2023 beim Weltcup triumphiert und konnten ihren Titel nun erfolgreich verteidigen. Im Finale am Sonntagabend setzten sich die Iberer mit 16:14 gegen Griechenland durch.
Alle Ergebnisse vom Weltcupfinale
Das erste Platzierungsspiel gegen Montenegro gestaltete das DSV-Team am nächsten Tag dann deutlich ausgeglichener, 15:19 hieß es dort am Ende aus deutscher Sicht. „Das Spiel war bis auf das zweite Viertel in Ordnung“, urteilte Sekulic, „mit ein paar Verbesserungen wäre sogar ein noch engeres Ergebnis möglich gewesen“. Seine Mannschaft führte zunächst, musste die Gastgeber dann im zweiten Abschnitt aber wegziehen lassen – 7:13 betrug deshalb der Rückstand zur Halbzeit. Doch das junge deutsche Team zeigte Moral. Die beiden Abschnitte nach der Pause gingen jeweils an die Deutschen, die so zwei Minuten vor Schluss sogar noch einmal bis auf drei Treffer herankamen. Aber Montenegro brachte die knappe Führung vor heimischer Kulisse nach Hause.
Statt zur WM geht es für Deutschlands Wasserballer im Sommer zur Universiade
Auch ohne WM-Teilnahme steht für Deutschlands Wasserballer im Sommer aber noch ein internationales Großereignis an. Sie treten ebenso wie die deutschen Frauen vom 17. – 26. Juli bei den World University Games in Duisburg an. Vergangene Woche waren die Vorrundengruppen für die Welttitelkämpfe der Studierenden ausgelost worden. Die Männer treffen in der Gruppenphase auf Ungarn, die USA und Neuseeland. Die Frauen spielen ebenfalls gegen Ungarn, dazu gegen Australien und Chile.
Nach starkem Vorkampf springt Christina Wassen im Turm-Halbfinale auf Platz 17
Zu den Olympischen Spielen gab es bei der Familie von Wasserspringerin Christina Wassen ein großes Public Viewing im Garten, die ganze Familie fieberte beim Wettbewerb vom Turm daheim in Baesweiler kollektiv mit. Es wurde am Montag eine längere Zusammenkunft, souverän qualifizierte sich die 25-Jährige vom Berliner TSC am Vormittag mit 303,20 Punkten als Siebte für das Halbfinale.
Am Nachmittag misslang ihr dort jedoch gleich der Delfinsalto zum Auftakt, den Bundestrainer Christoph Bohm schon im Vorfeld als Gradmesser für den erfolgreichen Wettkampfverlauf bezeichnet hatte und der im Vorkampf noch so gut geklappt hatte. Auch wenn Wassen danach weiterkämpfte und sich in den folgenden Sprüngen stetig steigern konnte, reichte es für sie nicht mehr für einen Platz im Finale. Mit 255,55 stand letztlich Rang 17 zu Buche – einen Platz besser als vor drei Jahren in Tokio (JPN). Beste in den ersten beiden Runden war jeweils die Tokio-Olympiasiegerin und amtierende Weltmeisterin Quan Hongchan aus China (Vorkampf: 421,25, Halbfinale: 421,05), die auch für die Entscheidung am Dienstag (15:00 Uhr) die Goldfavoritin Nummer eins ist.
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„Ich habe natürlich gehofft, dass ich jetzt im Halbfinale nochmal das zeigen kann, was ich im Vorkampf und auch im Training gezeigt habe“, sagte die Deutsche Meisterin. Dort hatte der Delfinsalto zuletzt meist gut funktioniert – bloß eben nicht im entscheidenden Moment, wie es in einer technisch so anspruchsvollen Disziplin wie Wasserspringen immer passieren kann. „So ist der Sport, würde ich sagen“, meinte Wassen. Nach dem schwierigen Beginn sammelte sie mit dem Rückwärts- und Schraubensalto anschließend deutlich mehr Punkte als noch am Morgen, wie auch Bundestrainer Bohm anerkannte: „Sie hat auf jeden Fall stark gekämpft hintenraus“, betonte er. Und man darf nicht vergessen, dass schon die Vorbereitung nicht optimal verlaufen war für Christina Wassen; gerade der Delfinsalto war einer der Sprünge, den sie im Vorfeld wegen ihrer Schienbeinprobleme nur eingeschränkt trainieren konnte. Auch deswegen fiel das Fazit nach ihren wohl letzten Spielen vom Turm am Ende versöhnlich aus: „Ich bin trotzdem sehr stolz über die Entwicklung, die ich in den letzten Wochen noch gemacht habe, und wie mein Körper und ich das durchgezogen haben.“
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Die zweite deutsche Starterin Pauline Pfeif (Berliner TSC) kam bei ihrer Olympiapremiere mit 264,15 Punkten auf Platz 21. Im Vorkampf hatte sie nach vier Runden noch auf Kurs Halbfinale gelegen, der abschließende 3,5-fache Salto vorwärts brachte dann aber zu wenig Punkte ein. „Das muss ich jetzt erstmal verarbeiten“, meinte die 22-Jährige. Bei der WM in Doha (QAT) hatte Pfeif im Februar noch im Finale gestanden, bei der EM vor zwei Jahren war sie im europäischen Vergleich als Vierte nah dran an einer Medaille. „Aber Olympische Spiele sind immer nochmal was ganz anderes vom Kopf her. Sie hat hier Lehrgeld bezahlen müssen, aber sie ist noch jung und eine große Hoffnung für Olympia 2028 in Los Angeles“, erklärte Christoph Bohm.
