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Wellbrock & Muffels: Eiskalte EM-Duelle mit den Toprivalen
Rund 1.500 Aktive werden in Budapest erwartet, wenn unter aufwändigen Hygienevorkehrungen vom 10. - 23. Mai die Europameisterschaften mit Entscheidungen im Schwimmen, Freiwasserschwimmen, Wasserspringen und Synchronschwimmen stattfinden. Der Deutsche Schwimm-Verband e.V. (DSV) schickt dabei ein schlagkräftiges Team mit insgesamt 45 Aktiven an den Start.
„Wir gehen diese EM mit großem Ernst an, auch wenn es in einem Olympiajahr noch einen wichtigeren Höhepunkt gibt“, sagte Leistungssportdirektor Lutz Buschkow. „Dieses internationale Kräftemessen ist eine wichtige Standortbestimmung für unsere Athlet*innen und Trainer*innen, so viele hochkarätige Wettkampfalternativen gibt es ja derzeit nicht.“
Das gilt auch und besonders für Schwimmer Florian Wellbrock. Nach zwei Jahresweltbestzeiten im 50m-Becken im April tritt der Doppelweltmeister gemeinsam mit seinem Magdeburger Trainingskollegen und WM-Dritten Rob Muffels im kristallklaren Lupa-See erstmals in dieser Olympiasaison in zwei Freiwasserrennen an, womöglich bleiben es für Wellbrock sogar die einzigen Open-Water-Tests vor dem Saisonhöhepunkt in Japan (23. Juli - 08. August). Bundestrainer Bernd Berkhahn erwartet bei deutlich kühleren Bedingungen (nahe der Mindestwassertemperatur von 16 Grad) als später in Tokio aufschlussreiche Duelle über 5 und 10km mit dem WM-Zweiten und Weltcup-Führenden Marc-Antoine Olivier aus Frankreich und dem Italiener Gregorio Paltrinieri. „Ich bin sehr gespannt auf die Form bei Florian nach den starken Beckenwettbewerben“, sagte Berkhahn. „Und auch für Rob ist es wichtig, dass er nach vielen Monaten mal wieder im Wettkampfpulk schwimmen kann.“
EM-Rennen ohne Wunram und Köhler
Bei den Frauen tragen Leonie Beck und Lea Boy im Freiwasser ebenfalls Medaillenhoffnungen, mit Finnia Wunrammusste die zweite deutsche Olympiastarterin neben Beck ihre EM-Teilnahme wegen Krankheit dagegen kurzfristig absagen. Auch Sarah Köhler wird entgegen ursprünglicher Planungen nicht nach Ungarn reisen. Um dort neben dem Teamevent wie gewünscht auch ein Einzelrennen bei der EM bestreiten zu können, wäre aus Gründen der Gleichbehandlung und Fairness innerhalb des DSV-Kaders ein internes Ausschwimmen nötig geworden - Köhler entschied sich mit ihrem Trainer gegen diesen zusätzlichen Aufwand und konzentriert sich nun lieber voll auf das Beckenschwimmen bei Olympia.Beim Beckenschwimmen in der zweiten EM-Woche sind mit Marco Koch und Lucas Matzerath zwei qualifizierte Olympiastarter in Budapest dabei, alle anderen konzentrieren sich nach der nationalen Qualifikation im April erst einmal wieder auf das Training zur Olympiavorbereitung. „Ein so erfolgreicher Athlet wie Marco Koch tritt bei einer EM natürlich immer mit Ambitionen an, aber auch andere in unserem Team sollen in den Finals durchaus eine Rolle spielen“, sagte Bundestrainer Hannes Vitense. Er meint damit nicht nur erfahrenere Kräfte wie Jessica Steiger, Ramon Klenz oder Marek Ulrich, sondern auch Talente wie Angelina Köhler, Kim Herkle und Zoe Vogelmann. „Es ist wichtig, dass unsere jungen Leute mit Blick auf die Olympischen Spiele 2024 in Paris diese internationale Erfahrung sammeln.“
Silber und Bronze beim Weltcup bringen zwei weitere Olympiaplätze
Bei den Olympischen Spielen (23. Juli - 08. August) wird Deutschland im Wasserspringen in zwei weiteren Disziplinen mit dabei sein. Patrick Hausding und Lars Rüdiger im Synchronspringen vom 3m-Brett sowie Christina Wassen (alle Berliner TSC) und Tina Punzel (Dresdner SC 1898) im Turm-Synchronspringen sicherten am zweiten Tag des Weltcups in Tokio (JPN) die nächsten Quotenplätze für den Deutschen Schwimm-Verband e.V. (DSV). „Wir sind heute überglücklich. Unsere Athlet*innen haben in beiden Disziplinen hochkarätige Leistungen gezeigt“, lobte Bundestrainer Lutz Buschkow.
Damit wird der DSV bei Olympia wie schon 2016 in Rio de Janeiro (BRA) in drei der vier Synchronwettbewerbe vertreten sein. Am Samstag hatte Punzel zusammen mit Lena Hentschel (Berliner TSC) bereits den Startplatz im 3m-Synchronspringen geholt. Wer die Quotenplätze besetzt und für Deutschland beim Saisonhöhepunkt an den Start geht, entscheidet sich bei den Deutschen Meisterschaften im Rahmen der „FINALS 2021“ vom 01. - 06. Juni in Berlin. Erst dort werden die personengebundenen Olympiatickets vergeben.
Ausrufezeichen in Richtung Olympia
Patrick Hausding und Lars Rüdiger wurden am Sonntag mit persönlicher Bestleistung von 433,92 Punkten Zweite beim Weltcup hinter den bereits für Olympia qualifizierten Vizeweltmeistern aus Großbritannien (440,94). Bereits im Vorfeld zählten sie als WM-Vierte von 2019 zum Favoritenkreis für einen der vier noch zu vergebenen Startplätze für die Sommerspiele und hatten diese Erwartung mit Platz zwei im Vorkampf noch untermauert.
Auch im Finale mischten die beiden DSV-Springer von Anfang an vorne mit. Einen leichten Wackler im dritten Versuch machten sie in der nächsten Runde mit einer blitzsauberen Ausführung beim 3,5-fachen Salto rückwärts gehockt direkt wieder wett und brachten den Wettkampf danach souverän nach Hause. „Wir sind sehr stolz auf uns“, sagte Hausding, „wir haben hier einen super Wettkampf hingelegt und nach so langer Pause sogar eine Bestleistung erzielt.“ Dabei ließen die Deutschen sowohl Vizeweltmeister Malaysia als auch den amtierenden Europameister Russland hinter sich. „Das ist ein Ausrufezeichen in Richtung Olympia“, so der Bundestrainer.
Treppchenplatz als Bonus
Auch Tina Punzel und Christina Wassen sprangen als Dritte hinter den Paaren aus Kanada (305,94) und Großbritannien (302,88) aufs Treppchen. Mit 292,86 Punkten erzielte auch dieses Duo eine neue persönliche Bestleistung. „Es ist traumhaft. Wir wollten unbedingt den Quotenplatz holen – dass es jetzt sogar eine Medaille geworden ist, ist ein schöner Bonus“, jubelte Punzel. „Ich bin sehr stolz auf uns, dass wir das geschafft haben“, meinte auch Wassen. In Rio de Janeiro war Deutschland im 3m-Synchronspringen zuletzt nicht bei Olympia vertreten gewesen.
Nach den ersten drei Sprüngen lag Deutschland zwischenzeitig sogar auf Platz zwei. Im vierten Versuch leisteten sich Punzel und Wassen dann zwar einen kleinen Fehler. Doch mit einer starken Leistung beim abschließenden 2,5-fachen Salto rückwärts mit 1,5 Schrauben machten sie den Podiumsplatz perfekt.
Schlagkräftiges Team für den Kampf um die Olympia-Quotenplätze
Das große Ziel lautet Tokio, doch für die Wasserspringer*innen bedeutet die japanische Hauptstadt zugleich auch den Anfang ihrer Olympiakampagne. Beim Weltcup vom 18. - 23. April werden dort zunächst die Quotenplätze für die Sommerspiele vergeben. Der Deutsche Schwimm-Verband e.V. (DSV) wird mit einem schlagkräftigen Team nach Tokio reisen und hat in sämtlichen Disziplinen gute Chancen, einen oder sogar zwei Quotenplätze zu sichern.
Bundestrainer Lutz Buschkow hat dafür insgesamt 15 Springer*innen nominiert. Bei den Frauen wird das Aufgebot angeführt von Tina Punzel (Dresdner SC 1898), die mit ihrem zehnten Platz bei der WM 2019 bereits einen Quotenplatz vom 3m-Brett geholt hat. Außer ihr sind auch noch Lena Hentschel, Christina Wassen, Elena Wassen, Pauline Pfeif, Jana Lisa Rother (alle Berliner TSC) und Saskia Oettinghaus (Dresdner SC 1898) in Tokio mit dabei. Bei den Männern ist Patrick Hausding (Berliner TSC) das Aushängeschild, der ebenso wie Punzel bei der WM bereits einen Olympia-Startplatz für den DSV sichern konnte. Verstärkung bekommt er beim Weltcup durch seine Vereinskollegen Lars Rüdiger und Lou Massenberg sowie durch Timo Barthel (SV Halle), Martin Wolfram (Dresdner SC 1898) und das Aachener Trio aus Alexander Lube, Moritz Wesemann und Jaden Eikermann.
Wer letztlich in welcher Disziplin an den Start geht und in welcher Besetzung die Paare in den Synchronwettbewerben antreten, wird der Bundestrainer auch mit Blick auf die aktuelle Pandemielage mit all ihren Unwägbarkeiten erst kurzfristig vor Ort entscheiden.
Das Ziel beim Weltcup ist mindestens das Halbfinale
Bereits die Nominierung wurde durch die Pandemie nicht leichter, nachdem der geplante zweite Qualifikationswettkampf im Februar in Rostock wegen des Coronavirus ausgefallen war. Stattdessen zog Buschkow nun die Eindrücke aus diversen Trainingswettkämpfen für die Auswahl heran. „Wir haben eine starke Mannschaft beisammen. Es ist eine gute Mischung aus arrivierten Athlet*innen und jungen, aber sehr talentierten Sportler*innen“, sagt er. Während Hausding beispielsweise schon dreimal bei Olympia dabei war und im internationalen Vergleich bereits zahlreiche Medaillen verbuchen konnte, wären die Spiele für den erst 16-Jährigen Eikermann eine Premiere. Bei den Deutschen Meisterschaften 2020 in Rostock sowie beim ersten Qualifikationswettkampf kurz vor Weihnachten wusste der Youngster bereits mit starken Leistungen zu überzeugen.
Um den Quotenplatz zu sichern, müssen die Deutschen beim Weltcup im Einzel mindestens das Halbfinale der besten 18 Springer*innen erreichen. Landen schon qualifizierte Springer*innen unter den Top 18 – die besten Zwölf der WM 2019 haben dort schon einen Quotenplatz für ihr Land geholt –, rücken die dahinter Platzierten entsprechend auf. In den Synchrondisziplinen erhalten die besten Vier einen Quotenplatz, den die Medaillengewinner der WM sowie Japan als Gastgeber bereits sicher haben. Auch hier wird je nach Ausgang des Weltcups eventuell noch aufgefüllt.
Wer die Quotenplätze aus deutscher Sicht letztlich wahrnehmen darf, wird allerdings erst bei den Deutschen Meisterschaften vom 01. - 06. Juni in Berlin ermittelt. Das große Finale der nationalen Olympiaqualifikation wird erstmals im Rahmen der „FINALS 2021“ ausgetragen.
So läuft die Olympiaqualifikation im April in Berlin
Der Deutsche Schwimm-Verband e.V. (DSV) hat die Ausschreibung für die „DSV Olympiaqualifikation Beckenschwimmen“ in Berlin (16. - 18. April) veröffentlicht, die nach weiteren Qualifikationsmöglichkeiten im April den finalen Höhepunkt im Kampf um die Startplätze bei den Olympischen Spielen in Tokio (23. Juli - 08. August) im diesjährigen Qualifikationszeitfenster bildet. Gemäß den vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) verabschiedeten nationalen Nominierungskriterien müssen spätestens hier die geforderten Olympianormzeiten erbracht werden. >> Ausschreibung DSV Olympiaqualifikation
Aufgrund der Coronavirus-Pandemie handelt es sich hierbei diesmal um einen Einladungswettkampf für die auf der sogenannten Longlist stehenden Kader-Athlet*innen, bei dem zum Schutz aller Beteiligten ein strenges Hygienekonzept samt umfangreicher Testungen und eine Bubble-Konstellation zur Anwendung kommen wird. Alle Teilnehmer*innen haben sich dabei nach Anreise einem Corona-Test zu unterziehen. Zudem werden in der Schwimm-und Sprunghalle am Europasportpark (SSE) im April keine Zuschauer*innen zugelassen. Natürlich können Athlet*innen, die bislang keine Kaderzugehörigkeit zum Olympia-, Perspektiv- oder Ergänzungskader besitzen (aber auf der Longlist stehen und im natioanlen Testpool gemeldet sind), bei entsprechender Leistungsentwicklung auch noch kurzfristig auf den Olympiazug aufspringen. Sie müssen im Qualifikationszeitraum vom 01. Januar 2019 bis einschließlich 11. April 2021 dann allerdings mindestens schon eine der folgenden Pflichtzeiten erfüllt haben, um in Berlin starten zu dürfen. Pflichtmeldezeiten für die Olympiaqualifikation in Berlin
Pflichtzeiten | Frauen | Männer |
50m Freistil | 00:25,25 | 00:22,40 |
100m Freistil | 00:56,00 | 00:50,50 |
200m Freistil | 02:01,10 | 01:50,70 |
400m Freistil | 04:12,45 | 03:51,15 |
800m Freistil | 08:40,20 | 07:59,75 |
1500m Freistil | 16:35,55 | 15:17,00 |
100m Brust | 01:08,35 | 01:01,00 |
200m Brust | 02:27,80 | 02:12,50 |
100m Rücken | 01:01,20 | 00:54,80 |
200m Rücken | 02:12,10 | 01:59,35 |
100m Schmetterling | 00:59,10 | 00:52,85 |
200m Schmetterling | 02:10,80 | 01:58,65 |
200m Lagen | 02:14,55 | 02:01,80 |
400m Lagen | 04:43,95 | 04:20,10 |
Tobias Preuß fehlt dem DSV-Team bei der Olympia-Qualifikation
Am Dienstagabend beim 18:9-Sieg gegen Georgien saß Tobias Preuß noch am Beckenrand und drückte den Teamkollegen die Daumen. Die überzeugende Vorstellung der DSV-Auswahl im Testspiel gegen den EM-Zehnten machte Hoffnung, dass die deutschen Wasserballer auch beim bevorstehenden Olympia-Qualifikationsturnier vom 14. - 21. Februar in Rotterdam (NED) bestehen können. Allerdings wird Preuß auch dann nur die Rolle des Zuschauers einnehmen. Der Rechtsaußen von Waspo 98 Hannover kann wegen anhaltender Schulterprobleme nicht an der Qualifikation teilnehmen.
„Das war die schwerste Entscheidung, die ich im Sport je treffen musste. Sie ist mir nicht leichtgefallen, aber am Ende habe ich mich bewusst so entschieden“, sagt er. „Ich möchte durch das Festhalten an meinem eigenen Traum von Olympia am Ende nicht den Traum der anderen gefährden. Da sehe ich mich als langjähriger Führungsspieler in der Pflicht für die gesamte Mannschaft.“
Preuß hatte sich 2018 an der Schulter verletzt. Er hatte danach auf eine Operation verzichtet und mit Blick auf die WM 2019 und die Olympischen Spiele eine konservative Behandlung vorgezogen. Die Schmerzen gingen jedoch nicht weg, immer öfter musste er im Nationalteam und im Verein im Training kürzertreten. Der 32-Jährige will sich nun noch einmal mit den Ärzten beraten, ob er sich doch noch operieren lässt und dann womöglich für die Olympischen Spiele im Sommer wieder zur Verfügung steht, sollte Deutschland das Tokio-Ticket lösen.
Teamplayer mit Vorbildcharakter
Schon 2009 gehörte Preuß erstmals zum deutschen Aufgebot. „Er war mit seinem Einsatzwillen stets ein Vorbild. Er ist ein Teamplayer und immer bereit, im Wasser zusätzliche Wege zu gehen, viele Mitspieler haben von ihm profitiert“, sagt Bundestrainer Hagen Stamm. Als Aktivensprecher erfüllte er auch außerhalb des Wassers eine wichtige soziale Funktion innerhalb der Mannschaft.
Mit Ben Reibel (krank) und Dennis Eidner (beide ASC Duisburg/Karriereende) muss Stamm für die Olympia-Qualifikation auf zwei weitere Spieler aus dem WM-Team von 2019 verzichten, das in Gwangju (KOR) Platz acht erreichte. Dafür meldete sich gegen Georgien der zuletzt ebenfalls angeschlagene Mateo Cuk (Wasserfreunde Spandau 04) mit vier Toren erfolgreich zurück.
In Anbetracht der jüngsten Ausfälle wird der Bundestrainer seinen Kader für die weitere Vorbereitung vorerst nicht reduzieren. Damit bleiben die jungen Spieler im Aufgebot, die bei den ersten beiden Lehrgängen in Warendorf bislang mit guten Leistungen überzeugten. Zoran Bozic (SSV Esslingen) traf gegen Georgien viermal, daneben waren auch Niclas Schipper (Hannover/2x) und Marc Gansen (Duisburg) erfolgreich. Das nächste Trainingslager in Warendorf startet bereits am Sonntag, Ab 26. Januar stößt dann für vier Tage der deutsche Meister Waspo Hannover mit seinen Spielern dazu, um das Niveau im Training weiter zu erhöhen.
Der Beruf geht vor: Dennis Eidner verlässt das Nationalteam
Wenn die deutschen Wasserballer vom 14. - 21. Februar in Rotterdam (NED) um das Olympiaticket kämpfen, wird einer der langjährigen Leistungsträger fehlen. Center Dennis Eidner hat seine Karriere im DSV-Team beendet und wird künftig nur noch in der Bundesliga für den ASC Duisburg auflaufen. Der 31-Jährige ist durch seine Ausbildung bei der Duisburger Feuerwehr beruflich sehr eingespannt und kann das Olympiaprojekt der Mannschaft von Bundestrainer Hagen Stamm daher nicht länger begleiten. „Gerade in der Grundausbildung gibt es fixe Termine, die sich nicht beliebig verschieben lassen. Ich hätte sonst die ganze Ausbildung um ein weiteres Jahr vertagen müssen, das wollte ich nicht. In den vergangenen 15 Jahren stand bei mir immer der Sport im Vordergrund. Jetzt ist es Zeit, meinen beruflichen Werdegang voranzutreiben“, erklärt Eidner.
Erst wegen der Coronavirus-Pandemie und der daraus resultierenden Olympia-Verschiebung um ein Jahr stand er auf einmal vor der Situation, sich entscheiden zu müssen. Denn im Normalfall hätte Eidner erst nach den Spielen in Tokio seine internationale Karriere beendet. Leicht ist ihm die Entscheidung für den Rücktritt nicht gefallen. „Diese Mannschaft bedeutet mir so viel, ich habe so viele gute Erinnerungen“, sagt er. Mehrfach war der gebürtige Berliner bei Welt- und Europameisterschaften für den Deutschen Schwimm-Verband e.V. (DSV) im Einsatz. Zuletzt spielte er bei der WM 2019 in Gwangju (KOR) und wurde mit DSV-Auswahl starker Achter.
Freundschaften fürs Leben
Seine WM-Premiere erlebte er bereits 2011 in Shanghai (CHN), ein Tattoo dieser Titelkämpfe prangt seitdem auf seinem rechten Spann. 2018 ließ er sich dann am Knöchel auch noch das Logo des Weltcups in seiner Heimatstadt stechen – mit den Füßen wird Eidner immer Teil des Nationalteams sein. Und mit dem Herzen sowieso: „Es war eine geile Zeit. In all den Jahren habe ich mit den Jungs Freundschaften fürs Leben geschlossen“, sagt er. Bundestrainer Stamm meint: „Er war ein wichtiger Leistungsfaktor auf der Centerposition und auch menschlich ein toller Typ, der viel zur guten Stimmung innerhalb der Mannschaft beigetragen hat.“
DSV-Sportdirektor Thomas Kurschilgen sagt: „Es war eine sehr schwierige Entscheidung für Dennis, der beruflichen Karriere den Vorzug geben zu müssen und auf die Olympiachance zu verzichten. Das konnte ich aus den stets offenen und konstruktiven Gesprächen mit ihm entnehmen. Auch wenn es für die Nationalmannschaft nicht leicht sein wird, auf ihn zu verzichten: Sein Entschluss findet meinen größten Respekt.“
Die anstehende Olympia-Qualifikation wird Eidner im Livestream verfolgen. Der ausgebildete Koch glaubt fest an seine Kollegen: „Wir haben schon oft gezeigt, was in uns steckt und die großen Nationen geschlagen. Ich drücke den Jungs die Daumen. Und wenn Corona es zulässt, werden wir danach gemeinsam feiern und ich werde mir etwas Leckeres für sie einfallen lassen.“
DM Freiwasserschwimmen: 5km-Titel für Julia Barth und Lukas Steuter
Zum Abschluss der Deutschen Meisterschaften im Freiwasserschwimmen im Guggenberger See unweit von Regensburg haben sich Julia Barth (SC Magdeburg) und Lukas Steuter (Wasserfreunde Spandau 04) die Titel im 5km-Rennen erkämpft.
>> Alle Ergebnisse der DMF 2026
Bei großer Hitze setzte sich Barth im Zielsprint nach 1:01:42,64 Stunden knapp vor Liska Sophie Richter (SV Halle/1:01:44,40) und EM-Starterin Julia Ackermann (SC Chemnitz/1:01:45,20) durch. Bei den Männern war am Sonntag Steuter der Stärkste. Im 10km-Rennen hatte der JEM-Teilnehmer aus dem Jahrgang 2007 als Vierter das Podium noch knapp verpasst, diesmal setzte er sich am Ende in 57:01,00 Minuten vor Diego Heinze (SC Wiesbaden 1911/57:02,36) und Simon Brugger (SG Stadtwerke München/57:04,66) durch.
München ist diesmal der erfolgreichste Verein
„Das war ein sehr gutes Rennen von Lukas. Wenn er es so offensiv angeht, ist er auch international konkurrenzfähig“, lobte Nachwuchs-Bundestrainer Stephen Bibow. Generell zeigten viele der Aktiven, die für die Junior*innen-Europameisterschaften Ende Juli in Ungarn nominiert sind, überzeugende Leistungen. „Bei Wassertemperaturen zwischen 27 und 29 Grad zeigt sich zwangsläufig, wer mit solch besonderen Bedingungen gut zurechtkommt“, erklärte Bibow. Auch bei den europäischen Titelkämpfen werden warme Bedingungen erwartet.
Bereits am Samstag war die SG Stadtwerke München zum erfolgreichsten Verein dieser Titelkämpfe aufgestiegen. An der Seite von 10km-Siegerin Kirke Motsnik (EST) waren Luisa Rumler, Paulo Strehlke Delgado und Moritz Bockes mit großem Vorsprung zum Gold mit der Mixedstaffel über 4x1,25 km gekrault. In der Jugendwertung schwammen die Münchner Alexandra Traise, Hanna Mitterer, Simon Brugger und Max Dieckmann ähnlich überlegen zum Sieg.
DeepDive by DSV – Session 3: Von der DJM zur CECJM 2026 – Trainingspraxis für den internationalen Erfolg im Nachwuchs
Die Entwicklung unserer Nachwuchsathlet*innen entscheidet über die Zukunft des deutschen Spitzensports. In dieser DeepDive‑Session zeigt Hannes Vitense, wie wir Talente gezielt auf internationale Erfolge vorbereiten – und welche Stellschrauben im Training wirklich den Unterschied machen. Dich erwartet ein Abend voller praxisnaher Impulse, aktueller Analysen und konkreter Trainingsideen, die du direkt in deinem Verein oder Stützpunkt umsetzen kannst.
Welche Erkenntnisse liefern die Deutschen Jahrgangsmeisterschaften 2026 für die Entwicklung unserer Nachwuchsspitze? Anhand der Leistungen der Jugendnationalmannschaft beleuchtet Hannes Vitense:
- zentrale Erfolgsfaktoren auf dem Weg zur internationalen Spitze
- Trainingsschwerpunkte und Entwicklungsfelder
- die Bedeutung des Trainingslagers als Schlüsselphase vor der CECJM 2026
- konkrete Impulse für die tägliche Trainingspraxis im Verein und an den Stützpunkten
Hannes Vitense ist Bundestrainer Nachwuchs des Deutschen Schwimm‑Verbandes e.V. (DSV) und seit 2022 verantwortlich für die strategische Weiterentwicklung des deutschen Nachwuchsleistungssports. Der Sportwissenschaftler und Diplom‑Trainer bringt über 20 Jahre Erfahrung im olympischen Schwimm‑ und Triathlonsport mit. Er führte Athlet*innen zu Medaillen und Finalplatzierungen bei Olympischen Spielen sowie Welt‑ und Europameisterschaften – vom Nachwuchs bis zur Weltklasse. Als Vereins‑ und Landestrainer hat er die Entwicklung des Schwimmsports im DSV aus verschiedenen Perspektiven geprägt. Als Teamcoach der deutschen Nationalmannschaft bei den Olympischen Spielen in Tokio 2021 und Initiator des Projekts „European Cooperation“ steht er für nachhaltige Athletenentwicklung und internationale Zusammenarbeit im europäischen Spitzensport.
Termin: 03. August 2026, Online via Zoom
Uhrzeit: 19:00 – 20:30 Uhr
Die Teilnahme an dieser Session wird mit zwei Lerneinheiten für die Verlängerung der A Trainer*innenlizenz im Schwimmen anerkannt. Nicht verpassen und meldet euch direkt über die DSV‑Schwimmakademie – sonst schwimmt dir dieser Wissens‑Vorsprung einfach davon!
Deutsche Meisterschaften Freiwasserschwimmen: Das Meldeergebnis ist online
Am kommenden Wochenende ist so richtig was los am Guggenberger See unweit von Regensburg. Und das liegt diesmal nicht nur am heißen Badewetter. Am „Guggi“ finden von Freitag bis Sonntag (26. – 28. Juni) nämlich die Internationalen Deutschen Meisterschaften im Freiwasserschwimmen statt. Laut Meldeergbnis gehen dabei insgesamt 559 Aktive aus 125 Vereinen an den Start.
>> Startlisten und Ergebnisse der DMF 2026
Los geht es am Freitag ab 10:00 Uhr mit den Rennen über die olympische 10km-Distanz. Als Titelverteidigerin und Favoritin geht dabei Lea Boy an den Start. Die 26-Jährige vom SV Würzburg 05 hatte am vergangenen Wochenende mit Top-Platzierungen in Setúbal (POR) Rang drei in der Weltcup-Gesamtwertung erkämpft.
„Als Vierte habe ich das Podest in Portugal zweimal nur knapp verpasst, das fand ich ein wenig ärgerlich. Um so motivierter gehe ich jetzt das DM-Rennen an, da soll auf jeden Fall mehr herausspringen“, sagte Boy. Bei den Männern wird es auf jeden Fall einen neuen Champion geben, denn Titelverteidiger Finn-Constantin Kleinheinz (SC Magdeburg) ist in diesem Jahr nicht am Start.
Neben EM-Teilnehmerin Boy sind bei diesen Titelkämpfen auch viele Aktive dabei, die die deutschen Farben bei den Junior*innen-Europameisterschaften in Sukoró (HUN/23. – 26. Juli) vertreten werden. „Nachdem die Qualifikation im Frühjahr bei Beckenrennen ausgetragen wurde, ist es für unsere Aktiven wichtig, auch spezifische Erfahren bei Freiwasserrennen sammeln zu können. Deswegen sind diese Deutschen Meisterschaften ein wichtiger Meilenstein für uns“, betonte Nachwuchs-Bundestrainer Stephen Bibow. Zudem können sich die Nachwuchstalente gemäß Kaderbildungsrichtlinen des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) hier mit guten Ergebnissen auch für eine Aufnahme in den Nationalkader 1 empfehlen.
Silber in Sardinien: Isabel Gose feiert erste Weltcup-Medaille
Mit vier Goldmedaillen war Isabel Gose erfolgreichste Schwimmerin bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin. Mit Blick auf die Europameisterschaften in Paris (FRA/31. Juli – 16. August) hat die nächste Woche 24 Jahre alt werdende Magdeburgerin aber noch mehr Optionen. Das zeigte sich beim Weltcup im Freiwasserschwimmen in Golfo Aranci (ITA). Auf Sardinien gewann Gose nämlich Silber im Knockout Sprint und damit ihre erste Einzelmedaille in diesem Metier.
Zugleich war Gose schnellste Europäerin bei diesem Eliminationswettbewerb über drei Runden. Lediglich Doppelweltmeisterin und Trainingskollegin Moesha Johnson (AUS) war diesmal nicht zu schlagen. „Ich bin sehr happy über meine erste Einzelmedaille. Das war auch viel cleverer als in Singapur“, meinte die Deutsche. Bei der WM im vorigen Sommer hatte sie sich zu früh im Duell mit Johnson ausgepowert und war Fünfte geworden, diesmal ließen sich beide unterwegs genügend Raum und Gose blieb ihrer Konkurrentin an den Füßen.
Mexikaner aus München auf dem Podest
Im Zielsprint konnte die derzeit alles überragende Australierin dann ihre Führungsposition behaupten. Gose, die in ihrer Premierensaison im Freiwasser gleich Staffelweltmeisterin geworden war, wird nun in Ruhe mit Bundestrainer Bernd Berkhahn abwägen, ob sie ihr Glück im Sommer dann auch in der Pariser Seine versuchen möchte.
Hinter Paula Otero Fernandez (ESP) erkämpfte Lea Boy (SV Würzburg) wie schon am Vortag über 10km den vierten Rang. Das gleiche Topergebnis schaffte auch Oliver Klemet (SG Frankfurt), der im Zielsprint der finalen 500m-Runde hinter David Betlehem (HUN), dem in München beheimateten Paulo Strehlke Delgado (MEX) und Gregorio Paltrinieri (ITA) anschlug.
