Website-Suche
Ihre Suchergebnisse:
Das waren die Schwerpunkte beim DSV-Diagnostiktreffen 2026
Vom 28. bis 30. April 2026 fand das DSV-Diagnostiktreffen für das Becken- und Freiwasserschwimmen am Olympiastützpunkt Sachsen-Anhalt in Magdeburg statt. Vertreter*innen aller DSV-Diagnosezentren – IAT Leipzig, Olympiastützpunkte Hamburg Schleswig-Holstein und Metropolregion Rhein-Neckar – kamen zusammen, um sich über aktuelle Entwicklungen, strategische Ausrichtungen und sportwissenschaftliche Schwerpunkte auszutauschen.
Das Treffen der DSV-Expert*innen findet seit 2020 jährlich statt. Während in den vergangenen Jahren vor allem die DSV-Diagnosezentren selbst Gastgeber dieser Zusammenkunft waren, werden nun schrittweise die Standorte der Bundesstützpunkte als Tagungsorte eingebunden.
Im Mittelpunkt des diesjährigen Treffens standen neben aktuellen strategischen und organisatorischen Themen des Deutschen Schwimm-Verbandes insbesondere folgende Schwerpunkte:
- sportfachlicher Austausch zum 3-Minuten-Stufentest
- strategische sportwissenschaftliche Ansätze mit Blick auf die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles
- Begehung des Olympiastützpunktes Magdeburg sowie Gespräche zur Zukunftsperspektive des deutschen Schwimmzentrums in Magdeburg
- Digitalisierung leistungsdiagnostischer Daten und aktueller Entwicklungsstand der Athletendatenbank IDA des IAT Leipzig
- Wettkampfanalyse
- umfassender sportfachlicher Austausch zur Schwimmtechnik
Der zuletzt genannte Themenschwerpunkt nahm rund zwei Drittel des gesamten Programms ein. Ziel dieses intensiven Austauschs war es, ein gemeinsames Verständnis über eine effiziente und effektive Schwimmtechnik weiter zu schärfen, bestehende Auffassungen abzugleichen und auf ein einheitliches fachliches Niveau zu heben.
Im Rahmen des Diagnostiktreffens wurden zunächst die Schwimmtechniken in Kraul, Rücken und Brust sowie der Startsprung intensiv besprochen. Die Wendentechniken sowie die Technik des Schmetterlingsschwimmens werden im Anschluss in digitalen Gesprächsrunden weiter vertieft. Beim Diagnostiktreffen vor Ort stand zunächst die gemeinsame kritische Auseinandersetzung mit den technischen Anforderungen im Leistungsschwimmen im Mittelpunkt der Diskussion. Mittelfristig soll dieses abgestimmte Verständnis auch an Trainerinnen und Trainer weitergegeben werden, um eine fachliche Grundlage in der Trainingspraxis zu geben.
Dr. Alexander Törpel, der Bundestrainer Diagnostik im DSV, betont die Bedeutung des Formats: „Das DSV-Diagnostiktreffen hat nun bereits zum sechsten Mal stattgefunden und ist aus meiner Sicht für alle Teilnehmenden immer wieder bereichernd. In diesem vertrauten Rahmen können wir uns die Zeit nehmen, Themen konzentriert zu besprechen, Standards und strategische Vorgehensweisen festzulegen und abzustimmen sowie zukunftsweisende Perspektiven aus Sicht der Sportwissenschaft für den DSV gemeinsam zu diskutieren.“
DSV investiert in die Zukunft der Trainer*innenbildung
Der Deutsche Schwimm-Verband e.V. (DSV) modernisiert sein Bildungsangebot für Trainer*innen. Mit dem Ausbau der DSV-Schwimmakademie als digitale Lernplattform, neuen E-Learning-Formaten und einer stärkeren Qualitätssicherung in der Aus- und Fortbildung investiert der Verband gezielt in die Zukunft des Schwimmsports. Um diese Entwicklung nachhaltig zu finanzieren, führt der DSV zum 01. Juli 2026 einheitliche Verwaltungsgebühren für die Ausstellung, Verlängerung und Anerkennung von Trainer*innen-A-Lizenzen ein.
„Die Aus- und Fortbildung von Trainer*innen im organisierten Schwimmsport ist kein kurzfristiges Angebot, sondern ein komplexes Bildungssystem mit hohen Qualitätsansprüchen. Diese Qualität entsteht nicht zum Nulltarif – und sie verdient eine nachhaltige Finanzierung“, erklärt Stephan Haumann als Bundestrainer für Wissenschaft und Bildung. Die Gebühren seien dabei kein Selbstzweck, sondern ein klares Bekenntnis des Verbandes zu moderner, hochwertiger Aus- und Fortbildung.
Die Einnahmen fließen direkt in den Ausbau der Bildungsinfrastruktur. Darunter die Weiterentwicklung der DSV-Schwimmakademie als digitale Plattform für Aus- und Fortbildungsangebote, die Förderung innovativer Lehrformate wie E-Learning sowie eine angemessene Vergütung qualifizierter Referent*innen. Dabei schaffen einheitliche und transparente Gebührenregelungen Verbindlichkeit – und entlasten die ehrenamtlichen Strukturen des Verbandes. „Gebühren sind keine Hürde – sie sind eine Investition in bessere Trainer*innen, bessere Trainingsqualität und somit bessere Zukunftschancen für unsere Aktiven“, sagt der DSV-Vorstandsvorsitzende Jan Pommer. „Damit tragen sie zur langfristigen Entwicklung des Schwimmsports in Deutschland bei.“
Alle Anträge werden künftig über die DSV-Schwimmakademie abgewickelt, die nach Schwimmsportarten und Antragsarten strukturiert ist. Die Gebühren für die Erstausstellung einer Lizenz betragen 50,00 Euro. Für eine fristgerechte Verlängerung mit DSV-anerkannten Fortbildungsnachweisen sind es 20,00 Euro beziehungsweise 50,00 Euro nach Ablauf der Gültigkeit. Bei Anträgen mit Teilnahmenachweisen von Fortbildungen, die nicht vom DSV oder dessen anerkannten Bildungspartnern angeboten wurden, liegen sie etwas höher.
Weitere Informationen sind auf der DSV-Website verfügbar. Dort findet sich auch die vollständige Beitrags- und Gebührenordnung.
Ihr Weg zur Spitze: Werden Sie Diplom-Trainer*in
Der Trainer*innen-A-Ausbildungslehrgang des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) hat bereits wertvolle Impulse gegeben. Nun geht es auf die nächste Stufe: Das Diplom-Trainer*innen-Studium an der Trainerakademie Köln des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) setzt neue Maßstäbe für Trainer*innen im Leistungssport.
Der 34. Ausbildungsjahrgang läuft vom 01. Oktober 2026 – 30. September 2029. Dieses Studium stellt die höchste Qualifikationsstufe im organisierten deutschen Sport dar und richtet sich an Personen, die im Leistungssport arbeiten, potentielle zukünftige Bundestrainer*innen, Landestrainer*innen und Mitarbeiter*innen an den Bundesstützpunkten, die ihre fachliche, methodische und wissenschaftliche Kompetenz auf ein neues Niveau heben möchten.
Die Ausbildung verbindet praxisorientierte Trainingsarbeit mit sportwissenschaftlichen Inhalten und fördert gezielt die Weiterentwicklung im Spitzen- und Nachwuchsleistungssport. Theorie und Praxis sind eng verzahnt, sodass Sie direkt aus dem Studium für Ihre tägliche Arbeit profitieren.
Was das Diplom-Trainer*innen-Studium auszeichnet
- Inhalte direkt aus den Praxisanforderungen moderner Trainer*innen im Leistungssport
- Lernaktivitäten abgestimmt auf erfahrene Leistungssport-Trainer*innen
- Nahtlose Verbindung von Theorie und beruflicher Praxis
- Sportartübergreifender Ansatz
- Expertenpool aus Wissenschaft, Forschung und Leistungssportpraxis
- Systematische Begleitung und intensive Betreuung während des gesamten Studiums
- Möglichkeit, einen B.A.-Abschluss innerhalb der dreijährigen Ausbildung zu erwerben
Bewerbungsverfahren
Interessierte Trainer*innen aus dem Schwimmsport bewerben sich zunächst beim DSV (Bewerbung an bildung@dsv.de, Betreff „Bewerbung Trainerakademie“). Nach interner Prüfung und Befürwortung wird die Bewerbung durch den DSV an die Trainerakademie Köln des DOSB weitergeleitet. Bewerbungsschluss beim DSV ist der 15. April 2026. Er ist so gewählt, dass eine fristgerechte Weiterleitung an die Trainerakademie gewährleistet werden kann.
Benötigte Unterlagen
- Anti-Doping-Erklärung (Formblatt ausgefüllt & unterschrieben)
- Ehrenkodex (Formblatt ausgefüllt & unterschrieben)
- Formblatt vom Spitzenverband ausgefüllt und unterschrieben (Formblatt Vorgesehener Einsatzbereich)
- Empfehlungsschreiben des Vereins, Landesverbandes oder Spitzenverband
- Digitales Passbild
- A-Lizenz des Fachverbandes
- Schulabschluss/Berufsabschluss (beglaubigte Kopie)
- Erweitertes polizeiliches Führungszeugnis (kann nachgereicht werden)
- Ärztliches Gesundheitszeugnis (max. sechs Monate alt,) auf dem die gesundheitliche Eignung für das Diplom-Trainer*innen- Studium attestiert ist (kann nachgereicht werden)
- ggf. Nachweis deutscher Sprachkenntnisse (B2/C1) für Bewerber*innen ohne deutsche Staatsbürgerschaft
Über die Zulassung entscheidet die Zulassungskommission der Trainerakademie Köln. Weitere Informationen zum Studium finden Sie hier: https://www.trainerakademie-koeln.de/studium.
Wir freuen uns auf qualifizierte Bewerbungen aus unseren Landesverbänden und Bundesstützpunkten.
Favoritinnensieg bei den 3m-Synchronfrauen, Finaldrama bei den Männern
Eins plus zwei ergibt wieder Platz eins, diese Gleichung galt am Sonntag bei den Deutschen Mannschaftsmeisterschaften im Wasserspringen in Berlin. Man nehme die beiden ersten Springerinnen aus dem 3m-Einzel vom Tag zuvor. Gemeinsam gewannen Jette Müller (WSC Rostock) und Lena Hentschel (Berliner TSC) zum Abschluss der Titelkämpfe auch noch das 3m-Synchronspringen souverän mit 280,62 Punkten vor Henni Louise Mehner und Sonja Thulke (beide Dresdner SC 1898/235,38). Im Vorkampf sammelten Müller und Hentschel mit 282,30 sogar noch ein paar Pünktchen mehr. Da sie unterschiedlichen Vereinen angehören, werden die Punkte für den Sieg für die Mannschaftswertung übrigens geteilt. Dort war in diesem Jahr insgesamt der Berliner TSC der führende Verein vor dem SC DHfK Leipzig.
Drama bot der 3m-Synchronwettbewerb bei den Männern. Im Vorkampf hatten Jonathan Schauer (SV Halle) und Lou Massenberg (Berliner TSC) mit 401,40 Punkten geglänzt – damit lagen sie bereits über der Norm des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) für Paris (FRA) 2026. „Das war saustark. Sie haben vom Schwierigkeitsgrad her nochmal aufgestockt und sehr schöne Synchronität gezeigt“, sagte Chef-Bundestrainer Christoph Bohm.
Im Finale lagen die beiden bis zum letzten Durchgang auf einem ähnlichen Kurs. Doch dann bekam Massenberg dort einen sogenannten Sacker beim Absprung, konnte das Brett also nicht mehr drücken und musste den Versuch abbrechen, während Schauer absprang. Das bedeutete null Punkte für diese Runde und insgesamt 333,93 Zähler. Platz eins mit 353,94 ging deshalb an Tim Axer (SV Neptun Aachen) und Finn Awe (WSC Rostock). Das Hallenser Paar mit Moritz Wesemann und Timo Barthel, das bei der WM für Deutschland gesprungen war, war in Berlin nicht am Start, weil Barthel sich erst kürzlich einer weiteren Handgelenks-OP unterzogen hat.
Den Sieg im Mixed-Turm-Synchronspringen holten WM-Teilnehmer Jaden Eikermann und seine jüngere Schwester Jazzelle Eikermann (beide SV Neptun Aachen) mit 268,08 Punkten.
Moritz Wesemann ist der Beste in einem starken 3m-Feld
Anderthalb Jahre hatte Wasserspringer Moritz Wesemann vermehrt in den USA trainiert. Die Deutschen Mannschaftsmeisterschaften in Berlin markieren in diesen Tagen nun eine Art Neuanfang für den 23-Jährigen. Zwar wird er auch weiterhin regelmäßig über den großen Teich fliegen – jetzt allerdings nach Kanada, genauer: nach Montreal, wo seine Freundin lebt. Seinen Trainingsmittelpunkt hat Wesemann jetzt jedoch wieder ausschließlich nach Deutschland verlegt. „Ich will künftig wieder näher dran sein an der Nationalmannschaft. So kann ich bei mehr Lehrgängen dabei sein und zudem noch häufiger mit Timo Barthel für das 3m-Synchronspringen trainieren“, erklärte der Hallenser seine Beweggründe.
Vereinskollege Barthel ist nach einer erneuten Handgelenks-OP momentan allerdings nur Zuschauer. Bei den Mannschaftsmeisterschaften liegt Wesemanns Fokus deshalb ganz auf dem Einzel. Nachdem er zum Auftakt gestern bereits vom 1m-Brett der Beste war, siegte er am Freitag auch noch vom 3m-Brett. Mit 474,50 Punkten behauptete sich der Europameister von 2023 vor Lou Massenberg (Berliner TSC/467,90) und Jonathan Schauer (SV Halle/441,65).
>> Zum Zeitplan und zu den Ergebnissen
Zum Vergleich: Die EM-Norm des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) für Paris (FRA) 2026 steht bei 440,00 Punkten. Diese wurde bereits zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison von gleich drei Athleten übertroffen. „Wir haben in diesem Jahr bei den Mannschaftsmeisterschaften nicht nur erfreulich große Felder, sondern auch ein für diesen frühen Termin schon erstaunlich hohes Niveau. Die Athleten haben hier einen hervorragenden Wettkampf geboten“, sagte Chef-Bundestrainer Christoph Bohm.
Vizeweltmeisterin Pauline Pfeif siegt vom Turm trotz Trainingsrückstand
Beim Turmspringen der Frauen waren derartige Punktzahlen noch nicht zu erwarten. Vizeweltmeisterin Pauline Pfeif (Berliner TSC) hat nach einem mehrwöchigen Bundeswehrlehrgang im Herbst und einer weiteren krankheitsbedingten Pause in der Vorbereitung noch Trainingsrückstand und absolvierte deshalb auch drei ihrer fünf Sprünge aus nur fünf statt zehn Metern. Den deutlichen Sieg mit 292,10 vor Karina Hlyzhina (Dresdner SC 1898/267,35) und Jazzelle Eikermann (SV Neptun Aachen/252,25) ließ sie sich trotzdem nicht nehmen.
>> Zum Livestream auf Sporteurope.TV
Im Mixed-3m-Synchronspringen lagen ebenfalls wie erwartet die amtierenden Europameister*innen Lena Hentschel und Luis Avila Sanchez (beide Berliner TSC) vorn. Sie gewannen mit 286,77 Punkten vor Vanessa Röhniß und Ursus Fleck (beide SC DHfK Leipzig/258,21).
DSV begrüßt Unterstützung des Bundes für neues nationales Schwimmzentrum in Magdeburg
Große Freude im Deutschen Schwimm-Verband e.V. (DSV) löste die Kunde aus, dass das in Magdeburg geplante erste nationale Schwimmzentrum die Förderzusage des Bundes erhalten hat. In der Bereinigungssitzung des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestages wurde am Donnerstag eine Erhöhung der Mittel für den Spitzensport beschlossen, um unter anderem das Schwimmzentrum für Deutschland in der Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts finanzieren zu können.
„Wir sind sehr glücklich, dass die Arbeit der Verantwortlichen des Landes Sachsen-Anhalt und der Landeshauptstadt Magdeburg, die wir in zahlreichen Gesprächen mit politischen Entscheidungsträger*innen unterstützt haben, nun auch auf Bundesebene mit voller Kraft vorangetrieben wird. Es wird die leistungssportliche Arbeit des DSV mit seinen fünf olympischen Sportarten auf eine ganz neue Ebene heben. Das beflügelt uns für die nun notwendigen Detailplanungen sehr. Das ist sehr guter Tag für den Schwimmsport!“, sagte der DSV-Vorstandsvorsitzende Jan Pommer. „Unser Ziel, ab 2040 zuverlässig zu den Top-fünf-Nationen in der Welt des Schwimmens gehören zu wollen, wird damit nachhaltig unterstützt.“
„Das Schwimmzentrum in Magdeburg wird nicht nur dem Schwimmsport, sondern auch dem Sportland Sachsen-Anhalt einen starken Impuls geben“, freute sich auch Sachsen-Anhalts Sportministerin Dr. Tamara Zieschang. Und sprach dabei auch gleich der neuen Staatsministerin für Sport und Ehrenamt, Dr. Christiane Schenderlein, großen Dank aus.
Zieschang bekundete aber auch Hochachtung für die Schwimmstars um die Olympiasieger Lukas Märtens und Florian Wellbrock. „Das ist vor allem ein Verdienst der Schwimmerinnen und Schwimmer am Bundesstützpunkt Beckenschwimmen in Magdeburg und der Trainingsgruppe um Bundestrainer Bernd Berkhahn. Ihren eindrucksvollen internationalen Erfolgen ist es zu verdanken, dass sich Magdeburg zu einem Aushängeschild des deutschen Schwimmsports entwickelt hat.“
Für das Schwimmzentrum sind den Angaben der Stadt zufolge ein 50m-Becken im Wettkampfformat, ein Strömungskanal, Krafträume, eine Höhenkammer und Diagnostik-Räume geplant. Auch Tagungsräume für Weiterbildungen sind vorgesehen. Es soll neben der Handball-Arena in der Nähe der Magdeburger Sportschulen errichtet werden. Die Stadt rechnete bislang mit Kosten von 51 Millionen Euro. Davon soll der Bund 90 Prozent übernehmen, den Rest das Land Sachsen-Anhalt.
DKM in Wuppertal: Das Meldeergebnis ist veröffentlicht
In der kommenden Woche stehen mit den Deutschen Kurzbahn-Meisterschaften (DKM) in Wuppertal (13. – 16. November) bereits die ersten nationalen Titelkämpfe der neuen Saison an. Insgesamt 882 Aktive werden dabei in der Schwimmoper erwartet. Das heute veröffentlichte Meldeergebnis offenbart, dass Angelina Köhler dabei besonders intensive Tage mit mindestens acht verschiedenen Rennen bevorstehen.
>> Alle Startlisten und Ergebnisse der DKM
Die Welt- und Europameisterin von der SG Neukölln kehrt am Montag erst aus dem Höhentrainingslager in der Türkei zurück, plant nach ihrem 25. Geburtstag am Mittwoch dann mit DKM-Starts über 50m, 100m und 200m über Schmetterling und Freistil sowie 50m und 100m Rücken. „Nach einem intensiven Trainingsblock sind die DKM eine wichtige Standortbestimmung für uns“, sagt der Berliner Stützpunkttrainer Lasse Frank. „Angelina ist täglich zweimal gemeldet. Das Ziel lautet tatsächlich, inklusive der Finals dann 16 Starts auf einem möglichst hohen Niveau zu absolvieren, vor allem beim Start, den Unterwasserkicks und Wenden.“
Spannende Duelle mit vielen WM-Stars
An den vier Wettkampftagen werden die letzten Tickets für die Kurzbahn-Europameisterschaften in Lublin (POL/02. – 07. Dezember) vergeben, die in den Nominierungsrichtlinien festgelegten Qualifikationszeiten sind dafür in zwei verschiedene Altersbereiche unterteilt. Da das bei den Weltmeisterschaften in Singapur erfolgreiche DSV-Team für diese EM jedoch vorab komplett gesetzt wurde, verzichten Champions wie Anna Elendt und Lukas Märtens auf DKM-Starts. Märtens testet gemeinsam mit Isabel Gose, Florian Wellbrock und vielen anderen aus der Magdeburger Topgruppe von Bundestrainer Bernd Berkhahn stattdessen gerade die Bedingungen im Höhentrainingslager in Flagstaff (Arizona), als eine Option für die Olympiavorbereitung auf LA 2028.
Hochklassiger Schwimmsport ist trotzdem zu erwarten. So streiten auf den Bruststrecken die WM-Starter Lucas Matzerath (SG Frankfurt) und Melvin Imoudu mit dem neuen Junioren-Weltrekordler Jan Malte Gräfe (beide Potsdamer SV) um die Titel. Spannung verspricht auch das Rücken-Duell von WM-Teilnehmer Vincent Passek (Berliner TSC) mit Ole Braunschweig (SG Neukölln), der nach einem Pausensommer nun sein Comeback feiert. Und Luca Armbruster (SG Neukölln) und Josha Salchow (SV Nikar Heidelberg) kämpfen um den Ruf als schnellster Schmetterling des Landes gegeneinander.
Besondere Auflagen am Volkstrauertag
Da am Sonntag der Volkstrauertag ist, ist besondere Rücksicht gefordert. Gemäß Auflage der zuständigen Behörden zur Genehmigung der Veranstaltung werden beim Vorlaufabschnitt keine Zuschauer*innen zugelassen, auch wird am Sonntagvormittag keine Musik abgespielt.
Isabel Gose als WM-Fünfte über 400m Freistil einmal mehr in der Weltspitze
Isabel Gose ist bei der WM in Singapur wie schon bei den Olympischen Spielen von Paris (FRA) Fünfte über 400m Freistil geworden. Damit hat die 23-Jährige vom SC Magdeburg einmal mehr bewiesen, dass sie auf den langen Strecken zur absoluten Weltspitze zählt und die Leistungen im Vorjahr kein Zufall gewesen sind.
„Es geht mir gut mit diesem Platz. Auf die Platzierung kam es jetzt nicht direkt an, sondern mehr auf die Zeit, um einfach diese Umstellung vom Freiwasser in den Pool hinzubekommen und direkt auf die 400 Meter zu gehen. Ich glaube, das ist mir ganz gut gelungen”, sagte Gose, die in Singapur bereits Weltmeisterin mit der Freiwasser-Staffel geworden war. Und freute sich auch über den Weltmeistertitel ihres Trainingskollegen Lukas Märtens (SC Magdeburg) über die gleiche Strecke nur wenige Minuten zuvor. Es ist schön zu sehen, wir durften letzte Woche schon ein paar Siege feiern und jetzt Lukas. Das zeigt einfach, dass sich die harte Arbeit bezahlt macht.”
Eine Zeit von 4:02,90 Minuten stand am Ende für Gose auf der Anzeigetafel, nur knapp acht Zehntel über ihrem eigenen deutschen Rekord (4:02,14). Den WM-Titel sicherte sich Summer McIntosh in 3:56,26 – der kanadische Superstar startete seine Vielfach-Gold-Mission in Singapur damit erfolgreich. McIntosh hatte das Rennen von Anfang an dominiert, selbst US-Legende Katie Ledecky (3:58,49) konnte da nicht mithalten. Die 28-Jährige, die in ihrer Karriere schon 16 WM-Goldmedaillen gewonnen hat, musste am Ende sogar noch Li Bingjie aus China passieren lassen, die mit neuem Asienrekord von 3:58,21 Silber holte.
>> Alle WM-Ergebnisse vom Schwimmen
Mit Maya Werner (SC Magdeburg) stand noch eine zweite Deutsche im Endlauf, die U23-Europameisterin wurde bei ihrem WM-Debüt auf Anhieb Achte in 4:09,38. Vor der Saison war die 20-Jährige aus Heidelberg in die Gruppe von Bundestrainer Bernd Berkhahn nach Magdeburg gewechselt; dass sie sich dort tagtäglich mit Top-Leuten wie Isabel Gose messen kann, hat ihr in diesem Jahr einen deutlichen Schub versetzt. Das Erreichen des WM-Finals war für sie ein schöner Erfolg.
Celine Rieder wird bei der WM starke Fünfte über fünf Kilometer
Celine Rieder hat bei den Weltmeisterschaften in Singapur ein ganz starkes Ergebnis abgeliefert. Bei ihrem ersten WM-Einzelstart im Freiwasser schwamm die 24-Jährige von der Sport-Union Neckarsulm am Freitag über fünf Kilometer nach 1:02:34,10 Stunden auf Rang fünf. Zur Bronzemedaille fehlten ihr im Ziel nur rund fünf Sekunden. Rieder lag damit einen Platz vor 10km-Bronzemedaillengewinnern Lisa Pou (MON) und zum Beispiel auch vor Ana Marcela Cunha (BRA), die auf der kürzeren Strecke seit 2017 stets auf dem Podium gestanden hatte.
„Ich bin definitiv zufrieden. Gerade bei diesen Bedingungen hier habe ich das wirklich gut gemacht fürs erste Mal über fünf Kilometer“, meinte Rieder selbst über ihren Auftritt. Nach Platz vier im europäischen Vergleich bei der EM 2025 in Stari Grad (CRO) und mehreren starken Auftritten im Weltcup gelang ihr bei den Weltmeisterschaften also einmal mehr ein starkes Resultat, mit dem sie die jüngste Leistungsentwicklung bestätigte.
Bei Wassertemperaturen von diesmal „nur“ 30,2 Grad hielt sich die Athletin aus der Magdeburger Trainingsgruppe von Bundestrainer Bernd Berkhahn während des gesamten Rennens immer in den Top Ten. „Ich bin ganz gut zurechtgekommen mit der Hitze und konnte dann auf der letzten Runde nochmal Plätze gutmachen. Das hat gut funktioniert“, sagte sie. Und verriet: „Gerade die Verpflegung hat in der zweiten Runde nochmal einen kleinen Kick gegeben.“ Aufgrund der äußeren Bedingungen war in Singapur erstmals bei einem 5km-Rennen Verpflegung erlaubt, die normalerweise nur bei den längeren Rennen üblich ist.
Jeannette Spiwoks (SG Essen) war aus gesundheitlichen Gründen nicht an den Start gegangen. Den Titel sicherte sich wie schon über zehn Kilometer erneut die Australierin Moesha Johnson, die ebenfalls in Magdeburg trainiert. Nach 1:02:01,30 Stunde schlug sie vor Ginevra Taddeucci (1:02:02,30) aus Italien als Erste an – auf den ersten beiden Plätzen waren es somit die gleichen Athletinnen wie vor zwei Tagen. Bronze ging an Ichika Kajimoto (JPN/1:02:28,90). Moesha Johnson machte damit das Double perfekt wie zuletzt auch Olympiasiegerin Sharon van Rouwendaal (NED) 2024 in Doha (QAT) und zuvor 2023 in Fukuoka (JPN) Leonie Beck. Die Würzburgerin ist in Singapur diesmal nicht am Start und kommentiert die Schwimmwettbewerbe stattdessen im ZDF.
DM in Rostock: 10km-Titel an Lea Boy und Finn Kleinheinz
Bei den Deutschen Meisterschaften im Freiwasserschwimmen in Rostock sicherten sich Lea Boy (SV Würzburg 05) und Finn-Constantin Kleinheinz (SC Magdeburg) am Freitag erstmals den Titel auf der olympischen 10km-Distanz. Die EM-Dritte Boy setzte sich nach 1:59:47,49 Stunden mit deutlichem Vorsprung vor Anna Barth (SC Magdeburg/2:02:19,53) und Fabienne Wenske (SV Nikar Heidelberg/2:02:20,63) durch. Bei den Männern gewann Kleinheinz nach 1:49:49,09 und einem spannenden Zielsprint knapp vor Jonas Kusche (SC Chemnitz/1:49:49,77) und Mika Kovacs (SC Freital/1:49:50,19). Barth und Kleinheinz sicherten sich zugleich damit den Sieg in der Junior*innen-Wertung.
Zuvor hatten sich Melina Nitschke (SC Chemnitz) und Ivan Korolev (SC Magdeburg) Gold im Jugendrennen über 7,5km erkämpft. Dieses Rennen war am Vormittag noch bei 18,9 Grad Wassertemperatur gestartet worden. Da anhaltender Wind, Regen und dichte Wolken für starke Abkühlung und viele Ausstiege sorgten, gab das Kampfgericht für das 10km-Rennen ab 13:30 Uhr dann Neoprenanzüge vor.
Lea Boy ist auch von der Kulisse beeindruckt
Für eine erfahrene Athletin wie Boy, die in diesem Jahr bereits EM-Bronze gewonnen hatte, war dieser kurzfristige Umstieg kein Problem. „Es war echt kühl, der Neopren die richtige Entscheidung. Ich freue mich natürlich über den ersten Titel. Und das auch noch vor so einer tollen Kulisse, das riesige Schiff hier auf dem Kurs war mal etwas Neues für mich“, sagte Boy.
Nachwuchs-Bundestrainer Stephen Bibow war aber auch vom Auftritt seines JEM-Starters Kleinheinz angetan. „Man hat gesehen, dass Finn diesen Titel heute unbedingt gewinnen wollte. Er hat viel Führungsarbeit geleistet und dann auch beim Endspurt die Kontrolle behalten. Das war sehr überzeugend“, so Bibow.
