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Timo Barthel und Lars Rüdiger vom 1m-Brett auf den Plätzen 20 und 21
Das Finale vom 1m-Brett findet bei der Weltmeisterschaft in Budapest (HUN) ohne deutsche Beteiligung statt. Timo Barthel (SV Halle) als 20. mit 329,15 Punkten und Lars Rüdiger (Berliner TSC) direkt dahinter als 21. mit 327,85 verpassten am Donnerstag den Sprung in die Entscheidung am Abend. In der nicht-olympischen Disziplin gibt es anders als vom 3m-Brett und vom Turm kein Halbfinale, sondern direkt ein Finale, für das sich nur die besten zwölf Springer des Vorkampfs qualifizieren. Die stärkste Leistung zeigten dort der Italiener Giovanni Tocci (396,15) sowie die beiden Chinesen Zongyuan Wang (380,95) und Jiuyuan Zhang (375,75).
Ursprünglich sollte neben Timo Barthel in dieser Disziplin Moritz Wesemann (SV Halle) antreten, der nach einem positiven Corona-Test jedoch wie zuvor schon für das Finale vom 3m-Brett erneut passen musste. “Mit seiner Wettkampfserie hätte er hier einen guten Eindruck hinterlassen”, war sich Chef-Bundestrainer Lutz Buschkow sicher und kündigte bereits an: “Wir werden das bei der EM nachholen.”
So kam Lars Rudiger unverhofft zu seinem zweiten WM-Start. “Ja, es war echt ganz schön kurzfristig”, meinte er. Erst am Vortag gegen 17:00 Uhr habe ihn Lutz Buschkow das erste Mal gefragt, ob er bereit wäre, im 1m-Wettbewerb zu springen, “und natürlich habe ich dann gesagt, klar, das mache ich.” Mit seinem Wettkampf war der 26-Jährige insgesamt zufrieden: “Die ersten zwei drei Sprünge waren echt voll gut. Der Rückwärtssprung ist eben so ein bisschen eine Schwachstelle von mir, den trainiere ich auch nicht so häufig. Vorwärts wollte ich dann nicht wieder so ängstlich sein und habe dann etwas auf Risiko gemacht, aber er ging ein bisschen drüber. Und dann war eigentlich die Chance so ein bisschen vertan. Im Großen und Ganzen bin ich aber zufrieden mit der Leistung.”
Wassen-Schwestern als Dritte des Vorkampfs aussichtsreich im Rennen
Sie sind das erfolgreichste Schwesternpaar im deutschen Wasserspringen. Zusammen angetreten waren Christina Wassen und Elena Wassen (beide Berliner TSC) im Turm-Synchronspringen allerdings schon längere Zeit nicht mehr - auf internationaler Bühne war das zuletzt vor fünf Jahren bei der WM 2017 in Budapest (HUN) der Fall. Bei den laufenden Weltmeisterschaften gab es nun unverhofft eine Neuauflage, die im Turm-Synchron-Vorkampf schon einmal sehr vielversprechend aussah. Mit 281,88 Punkten kamen die Geschwister auf Platz drei und ganz nah an ihre gemeinsame Bestleistung (285,93) heran. Vor ihnen lagen am Vormittag lediglich die Paare aus China (352,08) und den USA (296,28). Insgesamt waren nur neun Teams am Start, die damit alle bei der Entscheidung am Nachmittag (17:00 Uhr) noch einmal springen dürfen.
“Mit dem Vorkampf sind wir sehr, sehr zufrieden. Dafür, dass wir jetzt nur zwei Wochen zusammen trainiert haben, lief das schon sehr gut. Wir hoffen, dass es jetzt im Finale so ähnlich läuft mit unseren Sprüngen, und dann werden wir sehen, wofür es am Ende reicht”, sagte Elena Wassen, mit 21 Jahren die Jüngere der beiden (Christina ist 23).
Ursprünglich hätte Christina Wassen zusammen mit Tina Punzel (Dresdner SC 1898) vom Turm springen sollen - das Paar war im vergangenen Jahr als Weltcup-Dritte, EM-Vierte und Olympia-Fünfte sehr erfolgreich. Die Dresdnerin war in der Vorbereitung jedoch erkältet und soll sich nun auf die Wettbewerbe vom 3m-Brett konzentrieren. “Tina hatte Trainingsrückstand und sah jetzt im Trainingsprozess nicht so belastbar aus, deshalb haben wir uns dazu entschieden, das Experiment zu wagen und die Wassens zusammen springen zu lassen. Sie haben beide eine gleiche technische Ausbildung, sind groß gewachsen, können gut tauchen. Da bekommen sie in der Pflicht natürlich auch schöne Punkte”, erklärte Chef-Bundestrainer Lutz Buschkow. Mit dem ersten Auftritt war er schon einmal sehr glücklich: “Die Vorkampfleistung war sehr schön, und wenn ihnen dann gelingt, das heute Nachmittag nochmal umzusetzen und ein paar kleine Fehler auszubessern, dann bin ich schon sehr zufrieden. Wenn wir da zwischen Platz drei und sechs rausgehen, würde ich mich tierisch freuen.”
Anna Elendt kratzt im WM-Vorlauf an ihrem deutschen Rekord
In ihrem Gepäck für die WM hat Anna Elendt (SG Frankfurt) auch einen Glücksbringer dabei, eine kleine Robbe aus einem Überraschungsei. Elegant und schnell wie diese glitt sie auch im Vorlauf über 50m Brust wieder durchs Budapester Becken, in 30,12 Sekunden blieb sie sogar nur zwei Hundertstel über ihrem eigenen deutschen Rekord (30,10), den sie erst in diesem Frühjahr aufgestellt hatte. Als Zweite ihres Laufs und Gesamt-Vierte zog sie damit souverän ins Halbfinale ein.
“Das war ganz gut. Ich hatte nicht erwartet, dass ich morgens schon so schnell bin, und freue ich mich auf jeden Fall”, sagte die 20-Jährige. Denn: “Ich bin eigentlich morgens eher der müdere Typ. Ich habe auf jeden Fall erstmal einen Kaffee gebraucht, um richtig wach zu werden.”
Bereits bei den vergangenen Weltmeisterschaften 2019 in Gwangju (KOR) war die Frankfurterin im Brustsprint ins Finale geschwommen und dort Siebte geworden, ähnliches scheint auch dieses Mal wieder möglich. Auf den 100m Brust hatte Elendt am Montag sogar die Silbermedaille gewonnen. “Anna macht hier einen super Eindruck. Sie ist ein Wettkampftyp. Je größer die Belastung wird, je größer der Stress wird, umso besser performt sie”, hatte Bundestrainer Bernd Berkhahn in diesen Tagen gelobt. Mit Blick auf die 50m-Strecke bleibt Elendt dennoch zurückhaltend. “Ich weiß noch nicht, was über 50 Meter für mich drin ist. Die Strecke ist immer so eng, das sieht man ja jetzt auch schon bei den Ergebnissen eben. Ich meine, 30,1 ist wirklich schnell und ich bin jetzt damit ,nur’ Vierte, also mal schauen. Es muss halt alles passen. Wenn nur der Anschlag nicht passt oder der Startsprung, dann kann man auch schnell mal raus sein.”
Schnellste am Vormittag war die Südafrikanerin Lara van Niekerk mit 29,77, dagegen tat sich die zweifache Weltmeisterin Lilly King (USA) erneut schwer und kam mit 30,70 lediglich auf Rang neun. Die Halbfinals finden am Abend statt, das Finale am Samstag. Am Sonntag wird Anna Elendt dann auch noch bei den Deutschen Meisterschaften im Rahmen von “DIE FINALS - Berlin 2022” schwimmen, dort dann allerdings über 200m Brust. Karten fu?r den nationalen Saisonhöhepunkt gibt es online u?ber den offiziellen DM-Ticketshop.
DSV-Team hält im Testspiel gegen den Olympiasechsten USA gut mit
Die Bedingungen beim Testländerspiel der deutschen Wasserballer gegen die USA waren wenig einladend, nahezu während der gesamten Partie im Duisburger Freibad regnete es mal mehr und mal weniger heftig. Auch der Gegner erwies sich am Mittwochabend als äußerst unangenehm, was in Vorbereitung auf die bevorstehenden Weltmeisterschaften in Budapest (HUN/18. Juni – 03. Juli) von Bundestrainer Peter Porobic jedoch durchaus so gewollt gewesen war, schließlich warten auch dort mit Japan, Kroatien und Griechenland durchweg anspruchsvolle Gegner auf das DSV-Team.
Das Spiel am Mittwoch zeigte, dass sich die deutsche Mannschaft an guten Tagen vor den Großen der Szene nicht verstecken muss. Zwar ging das Duell mit den Amerikanern, die aktuell zum gemeinsamen Training in Duisburg gastieren, letztlich mit 10:12 verloren, doch die Gäste waren im vergangenen Jahr immerhin auch Olympiasechster von Tokio (JPN). Trotzdem waren es im ersten Viertel zunächst die Gastgeber, die durch Tore von Fynn Schütze und Denis Strelezkij zweimal führten. Mit 3:3 ging es in die erste Pause, bevor sich im zweiten Abschnitt das Blatt wendete und nun die Amerikaner jeweils vorlegten. Zweimal konnte Deutschland durch Jan Rotermund direkt ausgleichen, der mit insgesamt drei Treffern am Ende auch bester Torschütze wurde, doch dann zog das US-Team erstmals auf zwei Tore davon. Erneut Schütze konnte aber noch vor der Halbzeit wieder auf 6:7 verkürzen.
Direkt nach Wiederanpfiff gelang den Deutschen durch Zoran Bozic der schnelle Ausgleich. Anderthalb Minuten vor Ablauf des dritten Viertels brachte Jan Rotermund seine Mannschaft mit seinem dritten Treffer dann sogar ein letztes Mal an diesem Abend in Führung und ließ das Publikum von einem Sieg gegen den Weltliga-Zweiten des vergangenen Jahres träumen. Doch die USA schlugen noch einmal zurück und erzielten drei Treffer in Folge zur erneuten Zwei-Tore-Führung, die Lukas Küppers per Fünfmeter-Strafwurf nur noch halbieren konnte, ehe die Amerikaner knapp vier Minuten vor Schluss mit dem Tor zum 10:12 dann endgültig alles klar machten.
DM Wasserspringen neu terminiert für Anfang Mai in Berlin
In den vergangenen Wochen haben zahlreiche Wasserspringer*innen aus der Ukraine Zuflucht in Deutschland gefunden und trainieren hier nun in den verschiedenen Vereinen. Einige von ihnen dürften vom 04. – 08. Mai auch an den Deutschen Meisterschaften in der Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark (SSE) in Berlin teilnehmen, die in diesem Jahr als Internationale Deutsche Sommermeisterschaften Offene Klasse und Junioren*innen ausgeschrieben sind – auch wenn es weiterhin getrennte Wertungen für einheimische und ausländische Starter*innen geben wird.
>> Ausschreibung Int. DM Wasserspringen 2022
Ein Wettkampf zur WM- und EM-Qualifikation war schon länger für diesen Termin angesetzt, die nun also im Rahmen der verschobenen Deutschen Meisterschaften erfolgt. Diese waren ursprünglich auf den 23. – 26. Juni terminiert und sollten im Rahmen der „FINALS 2022“ ebenfalls in Berlin stattfinden. Nachdem der Weltverband FINA allerdings die WM in Budapest (HUN) neu für den 18. Juni – 03. Juli angesetzt hat – wobei die Wettbewerbe im Wasserspringen ab 26. Juni dran sind –, war dieser bisherige Termin nicht mehr zu halten.
„Der neue DM-Termin vom 04. – 08. Mai ist im Jahreszyklus jetzt der geeignetste, der Abstand zu den Weltmeisterschaften ist ideal. Direkt im Anschluss an die DM findet eine Woche später noch der Wettkampf in der FINA Diving World Series in Montréal (CAN) statt, an dem wir mit den für die World Series qualifizierten Athlet*innen(im Einzel jeweils die besten Acht der Olympischen Spiele, in den Synchrondisziplinen die sechs besten Paare; Anm. d. Red.) teilnehmen wollen. Danach haben wir acht Wochen Zeit, um die Mannschaft auf die WM optimal vorzubereiten“, sagt Chef-Bundestrainer Lutz Buschkow. Teilnahmeberechtigt an den Internationalen Deutschen Meisterschaften sind die Mitglieder von Vereinen, die einem der FINA angeschlossenen nationalen Schwimmverband angehören und im Besitz der Verbandsrechte sind. In der Offenen Klasse sind Sportler*innen der Jahrgänge 2008 und älter, bei den Junior*innen nur der Jahrgänge 2002 und 2003 zugelassen.
Ebenfalls neu terminiert wurden die Deutschen Jugendmeisterschaften, diese sollen nun vom 25. – 29. Mai stattfinden. Austragungsort wird Dresden sein.
Lukas Märtens knackt in Magdeburg zwei weitere WM-Normen
Gleich zu Beginn des noch bis 12. April dauernden Qualifikationszeitraums für die internationalen Saisonhöhepunkte im Deutschen Schwimm-Verband e.V. (DSV) zeigt Lukas Märtens beim Wettkampf „Gothaer&Friends“ in der Magdeburger Elbeschwimmhalle der Konkurrenz, dass mit ihm in diesem Sommer schwer zu rechnen ist. Der 20-jährige Lokalmatador unterbot am Tag nach seiner Weltjahresbestzeit über 1500m Freistil gleich noch zwei weitere Normzeiten für die Weltmeisterschaften in Budapest (18. Juni – 03. Juli). Beim Sieg über 200m Rücken erzielte Märtens in 1:56,97 Minuten eine weitere persönliche Bestzeit, um nicht mal eine Stunde später auch über 400m Freistil eine Topzeit unter der Verbandsvorgabe (3:46,10) zu kraulen. Als Zweiter blieb Sven Schwarz (Waspo 98 Hannover) in 3:48,85 zudem unter der Norm für die Europameisterschaften in Rom (11. – 21. August).
Dass Märtens bei den Olympischen Spielen in Tokio noch Lehrgeld gezahlt und trotz entsprechender Möglichkeiten kein Einzelfinale erreicht hatte, hat ihn offenbar nur motiviert. „Wenn ein internationaler Wettkampf so läuft wie bei mir in Japan, ist das natürlich ärgerlich. Aber davon lasse ich mich nicht beirren“, sagte Märtens. „Ich bin noch relativ jung. Dass da noch einiges besser geht, das weiß ich ja.“ Sein Vereinskollege Florian Wellbrock wurde nach Platz zwei über 1500m (mit ebenfalls sehr starker Zeit) am Samstag dann Dritter über 400m Freistil. „Florian hatte im Höhentrainingslager einen krankheitsbedingt langen Ausfall und ist auch nur schwer wieder in Training reingekommen“, klärte Bundestrainer Bernd Berkhahn über die Ursache auf. Grund zur Beunruhigung besteht also nicht: Wie alle anderen deutschen Olympiafinalist*innen ist Florian Wellbrock auf seinen Paradestrecken 800m und 1500m Freistil zudem gesetzt für die internationalen Titelkämpfe.
Über 400m Freistil unterbot mit Leonie Kullmann (SG Neukölln/4:12,37) am Samstag auch eine Frau die EM-Norm, aber die Olympiateilnehmerin wird sich in den nächsten zwei Wochen sicher noch ihrer sechs Sekunden schnelleren Bestzeit annähern. Wie für die meisten Aktiven bilden auch bei ihr erst die Berlin Swim Open (08- 10. April) und die Swim Open Stockholm (10. – 12. April) den Formhöhepunkt in der Qualifikationsphase.
3x Titelkämpfe für Nachwuchs und Masters mit über 900 Aktiven
Der Deutsche Schwimm-Verband e.V. (DSV) ist die Heimat für Sportler*innen aller Altersgruppen, das zeigt sich auch wieder am kommenden Wochenende. Denn vom 18. – 20. März finden in Dortmund die Deutschen Meisterschaften Schwimmerischer Mehrkampf (DM SMK) mit 315 Kindern im Alter zwischen zwölf und 13 Jahren statt, und in Solingen treffen sich zeitgleich sogar 530 Aktive zu den Deutschen Masters-Meisterschaften Lange Strecken. Ältester Starter ist hier Werner Beil mit 90 Jahren. Bereits am Donnerstag (17. März) starten außerdem die Deutschen Meisterschaften der Jugend A und B im Wasserspringen in Halle (Saale) mit fast 60 Aktiven, die ebenfalls bis Sonntag gehen. „Nach zwei Jahren mit viel Stillstand geht es für unsere Kinder endlich wieder so richtig los“, sagte Norman Becker, der Wettkampfleiter in Halle.
Bei der DM SMK im Dortmunder Südbad handelt es sich dabei sogar noch um die Titelkämpfe des Jahres 2021, deren Austragung aufgrund der Pandemie im vergangenen Dezember ein weiteres Mal verschoben werden musste. Diesmal ist nun sogar wieder Publikum zugelassen, natürlich noch in begrenzter Anzahl unter Auflagen und nur mit Anmeldung per NOVA-App. „Die Vorgaben unseres Hygienekonzeptes gelten während der gesamten Veranstaltung, auch wenn am Sonntag ja so manche Beschränkung vom Gesetzgeber aufgehoben wird“, betonte Organisationschefin Heike Hundshagen. Nachwuchs-Bundestrainer Hannes Vitense sagte: „Wir sind dankbar dafür, dass der Nachwuchs nun wieder die Chance erhält, sich bei diesen Titelkämpfen zu messen, und sind zugleich auch sehr gespannt darauf zu sehen, wer sich jetzt in den Vordergrund drängt.“
Zeitpläne, Hygienekonzepte, Startlisten und Ergebnisse finden sich auf den jeweiligen Veranstaltungsseiten:
>> Zur Webseite der DM SMK in Dortmund
ACHTUNG: Wegen Serverproblemen wurde ein neuer Link zum Livetiming eingerichtet: http://liveresults.swimticker.de
>> Zur Webseite der DMM lange Strecken in Solingen
>> Zu den Ergebnissen der DJM Wasserspringen in Halle (Saale)
Olympiasieger Wellbrock nimmt Rivale Romanchuk in seine Trainingsgruppe auf
Im Höhentrainingslager in der Sierra Nevada (ESP) hat Freiwasser-Olympiasieger Florian Wellbrock neuerdings namhaften Zuwachs in seiner Trainingsgruppe bekommen. Denn seit einigen Tagen schwimmt dort auch Mykhailo Romanchuk mit. Der Ukrainer war bei den Olympischen Spielen in Tokio Zweiter über 1500m Freistil vor Wellbrock geworden, doch die sportliche Rivalität ist derzeit nicht das Thema für ihn. Nach dem kriegerischen Angriff auf seine Heimat hat Romanchuk ganz andere Sorgen.
In einem am Mittwoch ausgestrahlten ARD-Bericht zeigt er Handyvideos von der zerstörten Schwimmhalle, in der jetzt eigentlich die Landesmeisterschaften stattfinden sollten. Doch stattdessen herrscht dort nun Krieg und totale Verwüstung. Auf Wunsch der Nationalen Olympischen Komitees und des Schwimmverbandes sollte der Schwimmer das Land dann verlassen, um es auch in der kommenden Zeit international repräsentieren zu können, Familie und Freunde blieben aber zurück. Florian Wellbrock und seine Frau Sarah Wellbrock boten Hilfe an und organisierten dann auch die Aufnahme in ihrem Umfeld.
„Wir würden ihn jetzt einfach in die Gruppe aufnehmen, ihm Halt geben, ein soziales Umfeld anbieten und natürlich das, was er liebt, das Schwimmen, dass er das weiter verfolgen kann. Vielleicht lenkt ihn das ein bisschen ab“, sagte Bundestrainer Bernd Berkhahn am ARD-Mikrofon. Nach der Rückkreise aus Spanien in der nächsten Woche wird Romanchuk dann also auch in Magdeburg weiter mit den Topstars des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) mittrainieren und so versuchen, sich für die EM in Rom (11. – 21. August) vorzubereiten. Die WM in Budapest (18. Juni – 03. Juli) ist auch wegen des zuletzt entstandenen Trainingsrückstands demnach wohl noch kein Thema.
„Ich denke die ganze Zeit an die Ukraine, an meine Frau, an meine Familie, meine Freunde. Ich kann nicht normal ans Training denken. Es ist schwer“, sagte Romanchuk in der ARD. Er zeigte sich aber sehr dankbar für die Aufnahme bei den deutschen Sportfreund*innen. „Wenn ich nicht hergekommen wäre, hätte ich wohl meine Schwimmkarriere beendet. Dann hätte ich eine Waffe bekommen und in den Krieg ziehen müssen.“ Die Farben seines Landes auf der weltweit vielbeachteten Sportbühne hochzuhalten, ist aber auch ein wichtiger Auftrag in dieser schweren Zeit.
Erster Heimauftritt der DSV-Wasserballer seit zwei Jahren endet ohne Sieg
Als das Spiel zu Ende war, bedankten sich die deutschen Wasserballer bei ihren Fans für die Unterstützung. Einen Sieg bekam das Hamburger Publikum am Dienstag zwar nicht geboten – die Partie in der Weltliga gegen Frankreich endete mit 16:11 für die Equipe Tricolore. Dennoch bedeutete das erste Länderspiel vor Zuschauer*innen seit ziemlich genau zwei Jahren eine weitere Rückkehr zur Normalität. Kurioserweise hatte auch schon das letzte Länderspiel in Deutschland vor dem Ausbruch der Coronavirus-Pandemie im März 2020 in Hamburg stattgefunden, so dass sich für das DSV-Team mit dem Auftritt in der Schwimmhalle Inselpark gewissermaßen ein Kreis schloss. Damals wie heute sorgte der Hamburger Schwimmverband für eine ausgezeichnete Organisation des Events.
Dabei begann die DSV-Auswahl durchaus schwungvoll. Marko Stamm, der in Abwesenheit von Moritz Schenkel diesmal als Kapitän fungierte, nutzte gleich die erste Überzahl zum ersten deutschen Treffer, anschließend brachte Marin Restovic sein Team sogar mit 2:1 in Führung. Nach dem ersten Viertel war beim Stand von 2:2 noch alles drin, doch in der Folge war die deutsche Mannschaft gerade in Überzahl oft nicht effektiv genug. Nur drei von sieben Angriffsversuchen bei personeller Überlegenheit führten in der ersten Halbzeit zu Toren. Die Franzosen dagegen nutzten im zweiten Viertel sämtliche drei Überzahlspiele und führten zur Pause entsprechend mit 7:4.
Auch in der zweiten Halbzeit war der Olympiagastgeber von 2024, der auch schon das erste Gruppenspiel gegen Vizeweltmeister Spanien mit 14:11 gewonnen hatte, zunächst effizienter und konnte seine Führung bis zum Ende des dritten Viertels auf sechs Tore ausbauen (13:7). Doch Deutschland gab nicht auf und hatte im Schlussabschnitt noch einige schöne Aktionen vor allem durch Denis Strelezkij. Mit drei Treffern war er am Ende bester Torschütze auf DSV-Seite und sorgte dafür, dass die Gastgeber zumindest dieses Viertel für sich entscheiden und das Ergebnis somit noch etwas freundlicher gestalten konnten. Bundestrainer Petar Porobic hatte ohnehin schon im Vorfeld der Weltliga betont, dass die Spiele in diesem Wettbewerb nur eine Zwischenetappe darstellten auf dem Weg zu den Weltmeisterschaften im Juni in Budapest (HUN) und zur EM Ende August in Split (CRO).
Frankreich sicherte sich durch den Sieg auch den Gruppensieg und fährt damit ebenso wie Spanien zum Europafinale der Weltliga, das Ende April stattfinden soll. Die Spanier hatten vergangene Woche mit 16:7 gegen Deutschland gewonnen.
Timo Barthel und Saskia Oettinghaus mit den dritten Goldmedaillen bei der DHM
Vor den Deutschen Hallenmeisterschaften in Rostock hatten die Hallenser Wasserspringer Timo Barthel und Moritz Wesemann gemeinsam mit ihrem Trainer Norman Becker einen Pakt geschworen. Ziel war, alle Wettbewerbe, in denen sie antreten, auch zu gewinnen und damit sämtliche Titel nach Halle zu holen. Das ist ihnen tatsächlich gelungen: Denn nach Wesemanns Sieg vom 1m-Brett und den Erfolgen von Barthel vom 3m-Brett und im Turmspringen gewann dieser am Sonntag auch noch im 3m-Synchronspringen an der Seite von Lars Rüdiger (Berliner TSC) mit 400,83 Punkten. Wesemann und sein Partner Alexander Lube (SV Neptun Aachen) belegten dahinter mit 366,75 Punkten Platz zwei, Dritte wurden Lou Massenberg und Patrick Kreisel (beide Berliner TSC/366,18).
„Mit einer guten Leistung sind sie hier Deutscher Meister geworden, auch wenn sie noch den einen oder anderen Fehler etwa beim 4,5-fachen Vorwärtssalto oder beim 3,5-fachen Auerbachsalto mit drin hatten“, bewertete Chef-Bundestrainer Lutz Buschkow den Auftritt von Barthel und Rüdiger. „Da sieht man, dass noch mehr gemeinsames Training notwendig ist, um die Wettkampfserie stabiler hinzubekommen.“ Lars Rüdiger war im Vorjahr noch mit Patrick Hausding (Berliner TSC) gesprungen, bei den Olympischen Spielen in Tokio (JPN) gewann das Duo die Bronzemedaille. Hausding fehlte in Rostock allerdings ebenso wie einige andere etablierte Athlet*innen.
Dazu zählten zum Beispiel auch Tina Punzel (Dresdner SC 1898) und Lena Hentschel (Berliner TSC). In Abwesenheit der Titelverteidigerinnen gingen die Goldmedaillen im 3m-Synchronspringen der Frauen deshalb an Saskia Oettinghaus (Dresdner SC 1898) und Jana Lisa Rother (Berliner TSC), die als einziges Paar gemeldet hatten. Mit 292,59 Punkten erzielten sie aber auch eine gute Leistung und erfüllten damit die Norm für die Universiade vom 26. Juni – 07. Juli in Chengdu (CHN).
Im Mixed-Synchronspringen vom 3m-Brett holte Saskia Oettinghaus anschließend noch ihren zweiten Titel des Tages (und dritten insgesamt bei diesen Hallenmeisterschaften). Sie und Alexander Lube setzten sich mit 282,48 Punkten vor Christel Honeck und Jannik Gimmer (beide Mainzer SV/201,90) durch.
