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Florian Wellbrock greift auch in der Kurzbahn-Saison voll an
Andere sind nach der Rückkehr von den Olympischen Spielen in Tokio direkt abgeflogen in den verdienten Urlaub. Oder haben sich wie Teamkollegin Leonie Beck daheim erst einmal die olympischen Ringe tätowieren lassen. Bei Florian Wellbrock läuft das dieser Tage jedoch alles ein wenig anders.
Der Freiwasser-Olympiasieger trainiert daheim in Magdeburg erst noch zwei Wochen weiter, nimmt viele Interviewtermine wahr und startet dann erst in einen zweiwöchigen Urlaub in Deutschland. Er überlegt zwar, ob er sich das Datum seines grandiosen Goldrennens über 10km in römischen Ziffern tätowieren lässt, wie er der „Sportbild“ verriet. Aber vermutlich passiert das erst einmal nicht so schnell. Denn Wellbrock hat im sportlichen Bereich eine Menge vor in nächster Zeit.
„Es ist einigermaßen viel zu tun“, sagte der 23-Jährige am Dienstag im MDR-Interview. Denn gleich nach dem kurzen Urlaub steht schon die Vorbereitung auf die Kurzbahn-EM in Kazan (02. – 07. November) und die Kurzbahn-WM in Abu Dhabi (16. – 21. Dezember) an. „Das nehme ich voll mit“, kündigte der Schützling von Bundestrainer Bernd Berkhahnbeim SC Magdeburg an. „Man könnte jetzt denken, dass man mit olympischem Gold zufrieden ist und Ruhe haben will, aber bei mir macht das Hunger auf mehr. Ich freue mich schon tierisch auf das nächste Jahr.“
Mit Olympiagold hat Wellbrock nach seinen Siegen bei der EM 2018 und der WM 2019 nun mit nur 23 Jahren alles schon gewonnen, was es in seinem Sport zu gewinnen gibt. Doch satt ist er deswegen noch lange nicht. Und das ist sicher hilfreich, stehen nach der Kurzbahnsaison doch auch 2022 mit der WM in Fukuoka (13. – 29. Mai) und der EM in Rom (11. – 21. August) gleich noch einmal zwei internationale Meisterschaften an wegen der Verschiebungen durch Corona. Und bis zu den nächsten Olympischen Spielen in Paris vergeht ja insgesamt auch weniger Zeit als sonst. Auch daran denkt Wellbrock schon. „Das Ziel für 2024 kann nun sein, diese Strecke ein zweites Mal zu gewinnen“, hatte er noch in Japan gesagt.
Tina Punzel erreicht das Halbfinale vom 3m-Brett
Der Traum vom olympischen Einzelfinale lebt weiter. Am Sonntag (01. August) wird Wasserspringerin Tina Punzel 26 Jahre alt, am selben Tag fällt auch die Entscheidung vom 3m-Brett, bei der sie an ihrem Ehrentag unbedingt mit dabei sein will. Den ersten Schritt dorthin hat die Europameisterin erfolgreich absolviert: Im Vorkampf kam sie mit 287,00 Punkten auf Rang 14 – die ersten 18 zogen ins Halbfinale ein, das bereits morgen (ab 08:00 Uhr MESZ) ausgetragen wird. Die besten zwölf Springerinnen erreichen dann den Endkampf.
Dabei startete die die Dresdnerin im Tokyo Aquatics Centre nicht optimal in den Wettkampf. Beim 2,5-fachen Salto rückwärts hatte sie zu viel Schwung, so dass es beim Eintauchen ordentlich spritzte – nach der ersten Runde lag sie so nur auf Platz 26 unter 27 Teilnehmerinnen. Doch mit all ihrer Erfahrung arbeitete sich Punzel danach Stück für Stück nach oben. „Ich hätte es natürlich gerne noch ein bisschen souveräner geschafft, nichtsdestotrotz bin ich erstmal froh, dass ich weiter bin“, sagte sie. „Ich habe mich heute ein bisschen schwergetan, in meinen Wettkampfrhythmus zu kommen. Vielleicht weil es hier schon mein dritter Wettkampf war, war ein bisschen die Anspannung nicht mehr da. Die musste ich mir dann zurückerkämpfen. In der vierten und fünften Runde ist mir das zum Glück gelungen und mit dem Gefühl gehe ich jetzt auch morgen in den Wettkampf. Ich kann einiges besser machen und will natürlich am Sonntag unbedingt im Finale springen.“
Ähnlich sah es auch Chef-Bundestrainer und DSV-Sportdirektor Lutz Buschkow: „Sie ist nicht so richtig in den Wettkampf gekommen, aber vor allem hinten raus hat sie ordentlich gekämpft und sich gesteigert und ist am Ende mit drei stabilen Sprüngen ins Halbfinale eingezogen. Beim 2,5-fachen Salto rückwärts und beim Auerbachsalto hat sie dort noch deutliche Reserven.“
Ganz vorne landeten am Freitag erwartungsgemäß die Chinesinnen. Beste Springerin im Vorkampf war die Rio-Olympiasiegerin Shi Tingmao (350,45) vor ihrer Landsfrau Wang Han (347,25). Überraschend ausgeschieden ist dagegen die Britin Grace Reid (268,15), die Europameisterin von 2018 scheiterte auf Rang 19 ganz knapp.
Lange Frauen-Staffel zieht ins Finale ein, auch Philip Heintz weiter
Nachdem Sarah Köhler am Mittwochvormittag die erste Olympiamedaille seit 13 Jahren gewonnen hatte für den Deutschen Schwimm-Verband e.V. (DSV), machte Bundestrainer Bernd Berkhahn aus seiner Erleichterung kein Geheimnis. „Dass dieser Knoten jetzt geplatzt ist. Dass man im Team sagen kann: Seht her, deutsche Schwimmer*innen können Medaillen bei Olympia gewinnen – darüber bin ich sehr froh“, hatte Berkhahn der Medienschar nach dem Bronzerennen gesagt.
Bevor auch Florian Wellbrock am Donnerstag seiner ersten Medaillenchance über 800m Freistil nachjagt (ab 03:30 Uhr), standen aber erst einmal wieder Vorläufe im Tokyo Aquatic Centre an. Und hier sorgten wieder die Frauen für eine positive Nachricht. Die Staffel über 4x200m Freistil sicherte sich nämlich in 7:52,06 Minuten als Sechste den Finalplatz. Isabel Gose (1:57,29 Minuten), Leonie Kullmann (1:58,59), Marie Pietruschka (1:58,72) und Annika Bruhn (1:57,04) sorgten damit für die erste Endlaufteilnahme des DSV-Teams in dieser Disziplin seit dem Bronzegewinn 2004. Vorlaufschnellster war Australien (7:44,61). „Wir wussten um unsere Chance, und ich bin sehr zufrieden, dass wir sie auch genutzt haben“, sagte Marie Pietruschka. „Und natürlich werden wir morgen dann all in gehen und mal schauen, ob noch mehr geht.“
Außerdem zog Philip Heintz mit einer wohl dosierten Leistung in 1:57,72 Minuten ins Halbfinale über 200m Lagen ein. Der Heidelberger liegt damit vorerst auf Rang 13, hat bei einer Bestzeit von 1:55,76 aber sicher noch Steigerungspotenzial „Ich war schon etwas aufgeregt, denn das wird ein sehr enges Feld morgen. Und um etwas Körner zu sparen, war es einfacher, anfangs etwas ruhiger zu machen und über die zweite Rennhälfte zu kommen, das ist mir gut gelungen. Platz 13, weiter, das passt schon alles. Daher bin ich bis hierher zufrieden“, sagte der WM-Vierte von 2019. Schnellster war der US-Amerikaner Michael Andrew (1:56,40).
Nach einem tollen Staffeleinsatz mit Platz sieben über die 4x200m Freistil am Vormittag verbesserte Jacob Heidtmannseine Bestzeit über die 200m Lagen am Nachmittag zwar um fast eine halbe Sekunde auf 1:58,80, schied damit auf Rang 23 aber aus. Enttäuschter war aber Christian Diener, da der Potsdamer als 19. über 200m Rücken (1:58,27 Minuten) weit unter seinen Möglichkeiten blieb. Schnellster in den Vorläufen war hier der Brite Luke Greenbank (1:54,63).
Je zwei Meistertitel für Leonie Beck und Oliver Klemet
Zum Abschluss der Deutschen Meisterschaften im Freiwasserschwimmen in Münster haben sich Leonie Beck (SV Würzburg) und Oliver Klemet (SG Frankfurt) ihren jeweils zweiten Titel sichern können. Damit stiegen beide auch zu den erfolgreichsten Teilnehmer*innen der hervorragend organisierten Titelkämpfe im Stadthafen auf.
>> Alle Ergebnisse der Freiwasser-DM 2021
Favoritin Beck siegte am Samstag über 5km in 1:00:00,12 Stunden. Dahinter rangierten 25km-Europameisterin Lea Boy(SV Würzburg/1:00:01,06) und 10km-Siegerin Jeannette Spiwoks (SG Essen/1:00:02,05). Am Vortag hatte die 23-jährige Olympiastarterin Beck mit ihrem Vereinsteam bereits in der 3x1,25km-Staffel triumphiert. "Nach der langen Pause ist jeder Wettkampf für mich hilfreich. Und natürlich gibt es immer auch ein gutes Gefühl, wenn man einen Titel verteidigen kann", sagte Beck.
Klemet war nach seinem Erfolg über die olympische Distanz von 10km am Donnerstag auch über die halb so lange Strecke erfolgreich. Nach 55:50,56 Minuten sicherte sich der 19-Jährige überlegen den Sieg vor Lars Bottelier (SV Würzburg/55:57,99) und Niklas Frach (SV Gelnhausen/56:00,58). „Mit seiner Vielseitigkeit ist Oliver ein hoffnungsvolles Talent, denn auch im Becken hat er in diesem Jahr schon Topzeiten abgeliefert“, lobte Constantin Depmeyer. Der Bundestrainer Nachwuchs gibt nach dieser Saison das Amt ab und wurde in Münster bereits offiziell verabschiedet. Das Lob für den Sieger hat dennoch Gewicht. „Oliver bringt zudem ein herausragendes Verständnis von Taktik in einem Schwimmfeld mit. Da werden wir in Zukunft noch einiges sehen können.“ Als nächstes wird der Schützling von Trainer Jan Wolfgarten im Juli nun bei den Europameisterschaften der Junior*innen in Paris starten.
Wunderbare Kulisse im Stadthafen von Münster
Aber nicht nur die Titelträger*innen genossen bei dieser DM Organisation und Ambiente. „Eine wunderbare Kulisse“, lobte Angela Delissen vom Deutschen Schwimm-Verband (DSV) das Areal an der Hafenmeile. Die Referentin für Freiwasserschwimmen hatte bei der Auswahl des Ausrichtungsortes aufgrund guter Erinnerungen an das frühere Ultra-Schwimmen den richtigen Riecher bewiesen. Eine Wiederkehr ist so nicht auszuschließen.
Deutsche Rekordhalterin Lisa Graf gibt Karriereende bekannt
Sie hält seit 2017 den deutschen Rekord über 200m Rücken (2:07,63 Minuten), für die Olympiaqualifikation hätte sie sogar fast zwei Sekunden langsamer sein dürfen. Doch Lisa Graf hatte in diesem Jahr leider keine Chance, sich den Traum von Tokio und ihren zweiten Spielen nach Rio 2016 erfüllen. Die 28-Jährige wurde ausgebremst von einer Covid19-Infektion im Januar. Ihr Körper hat seither mit den Langzeitfolgen zu kämpfen, zuverlässig abrufen ließ sich die gewohnte Leistungsfähigkeit so einfach nicht mehr. Nun hat Graf, die für den Olympiatraum extra noch einmal aus Leipzig an den Berliner Bundesstützpunkt zurückgekehrt war, auf Instagram ihr Karriereende bekannt gegeben. Gleich nach der Olympiaqualifikation Mitte April hatte sie sich trotz erfüllter EM-Norm auch bereits für den Verzicht auf die Titelkämpfe in Budapest entschieden. „Ich wurde Mitte Januar positiv auf Corona getestet und mein Körper hatte mit dem ein oder anderen Symptom zu kämpfen. Danach lag ein langer und steiniger Weg im Training vor mir.
Gemeinsam mit meinem Trainer Lasse Frank, gelang es mir, mich so gut es ging zurückzukämpfen. Doch leider plagten bzw. plagen mich auch jetzt noch Beschwerden, welche auf COVID zurückzuführen sind. Aus diesem Grund habe ich mich auch gegen eine Teilnahme bei den Europameisterschaften entschieden. Da Tokio für mich der letzte Stopp meiner Leistungssportkarriere sein sollte, werde ich mich deshalb jetzt aus dem Wettkampfsport zurückziehen und mich auf meine hundertprozentige Genesung, sowie mein Studium konzentrieren“, schrieb Lisa Graf nun auf Instagram. Für den Deutschen Schwimm-Verband e.V. (DSV) war Lisa Graf oft erfolgreich international gestartet. So war die mehrfache Deutsche Meisterin unter anderem EM-Vierte 2018 und WM-Neunte 2015 geworden. Und dass sie auch ein feiner Mensch ist, zeigen auch ihre Abschiedsworte auf Instagram. Da bedankt sie sich beim DSV, der Bundeswehr, bei Sporthilfe, Verein, Trainer und allen anderen für die Unterstützung während ihrer Laufbahn. „Ohne Euch könnte ich nicht auf all meine Erfolge, Erfahrungen und vor allem auch schöne Zeiten zurückblicken“, betonte Lisa Graf. Beim DSV ist man nicht weniger dankbar für die Zusammenarbeit. „Wir wünschen Lisa zuallererst gute Genesung, aber natürlich auch viel Erfolg für die Zeit nach dem Sport“, sagte Bundestrainer Hannes Vitense.
Florian Wellbrock setzt auch ohne Medaille ein Zeichen der Stärke
Eine Medaille hat Florian Wellbrock bei seinem ersten Rennen im Freiwasser über 5km bei den Europameisterschaften in Budapest (HUN) zwar nicht gewinnen können, aber trotzdem ein Zeichen der Stärke mit Blick auf die Olympischen Spiele gesetzt. Denn beim Sieg des Italieners Gregorio Paltrinieri (55:43,3 Minuten) verzichtete der Doppelweltmeister als Einziger im Feld auf den zusätzlichen Auftrieb eines Neoprenanzugs – und kam als Neunter (55:50,5) trotzdem mit der Spitzengruppe ins Ziel. Silber ging an diesem Mittwoch an Marc-Antoine Olivier (FRA), Bronze an Dario Verani (ITA). Der Würzburger Ruwen Straub wurde Zehnter vor Rob Muffels (Magdeburg).
„Nachdem das Wasser doch etwas wärmer geworden war, haben wir uns zwei Stunden vor dem Start entschieden, mal auszuprobieren, wie es im Vergleich gegen Neopronschwimmer aussieht“, erklärte Bundestrainer Bernd Berkhahn. „Natürlich ist das ein Nachteil, aber Florian hat das gut gemacht. Am Ende war dann doch etwas die Kälte mitentscheidend, dass er nicht mehr richtig zum Zug kam. Aber es war ein Rennen mit viel Action und taktischen Finessen – das war gut für alle.“ Morgen steht bereits die olympische Distanz über 10km auf dem Programm, laut Vorhersage allerdings bei deutlich trüberem Wetter als heute.
Trotzdem diktierte Wellbrock mit unbedeckter Schulter zu Beginn des Rennens längere Zeit das Tempo und glitt später mit ruhigem und kontrolliertem Armzug auch weiter neben den Rivalen. Manch einer dürfte da vielleicht ins Grübeln kommen, wie denn das Kräfteverhältnis unter gleichen Voraussetzungen aussehen würde. Bei Olympia wird Neopren nämlich ganz sicher kein Thema sein, Expert*innen rechnen in Tokio mit Wassertemperaturen von über 30 Grad.
„Das Wasser war heute bei 19,0 Grad, da habe ich mich für den normalen Open-Water-Anzug entschieden und wollte gucken, wie gut ich damit mithalten kann. Ich hatte ja schon vorher gesagt, dass der Wettkampf hier der Leistungsüberprüfung dient und der Fokus nicht auf Medaillen liegt“, erklärte Wellbrock dazu. „Mir war es wichtig, noch einmal einen Wettkampf in diesem Anzug zu haben. Das war für die 5km auch okay, morgen werde ich dann definitiv im Neo starten. Ich habe zum Ersten Gregorio Paltrinieri sieben Sekunden verloren, das war eine sehr gute Leistung, da der Geschwindigkeitsunterschied der Anzüge doch recht enorm ist.“
Martin Wolfram sorgt für goldenen Abschluss beim Weltcup
Als sein Name für die Siegerehrung aufgerufen wurde, schüttelte Martin Wolfram (Dresdner SC 1898) den Kopf, so als könnte er immer noch nicht fassen, dass er beim Weltcup in Tokio (JPN) wirklich gerade die Goldmedaille gewonnen hatte. Dann ballte er die Fäuste und sprang auf die oberste Stufe des Podiums. Mit neuer persönlicher Bestleistung von 467,75 Punkten siegte Wolfram vom 3m-Brett und bescherte dem Deutschen Schwimm-Verband e.V. einen goldenen Abschluss dieser erfolgreichen Weltcup-Woche.
„Das war eine super Leistung“, meinte Chef-Bundestrainer Lutz Buschkow. „Er hat eine sehr stabile Serie gezeigt und auch bei den schwierigen Sprüngen kaum Fehler gemacht. Damit hat er der Konkurrenz den Nerv gezogen.“
Zuletzt hatten 2016 in Rio de Janeiro (BRA) Patrick Hausding und Stephan Feck im 3m-Synchronspringen sowie Hausding und Sascha Klein im Synchronspringen vom Turm bei diesem Event Gold für Deutschland geholt. Dass es für Martin Wolfram dieses Mal zumindest zu einer Medaille reichen könnte, hatte sich bereits in den ersten Runden angedeutet. Schon im Vorkampf und im Halbfinale mischte er als Dritter ganz vorne mit. Im Finale lag er zur Halbzeit des Wettkampfes ebenfalls auf Rang drei, ehe er in der vierten Runde die Führung übernahm und diese bis zum Schluss nicht mehr abgab. Silber ging dahinter an James Heatly (GBR/461,25), Bronze sicherte sich Alexis Jandard(FRA/434,25).
Erfolgreich vom Turm auf das Brett umgesattelt
Nach dem Erfolg beim Weltcup ist Wolfram nun auch für die Olympischen Spiele in Tokio (23. Juli - 08. August) ein Kandidat für eine vordere Platzierung. 2012 in London (GBR) und 2016 in Rio de Janeiro stand er bereits jeweils im Finale, damals noch vom Turm. Nach mehreren Schulter-Operationen war die Belastung aus zehn Metern danach allerdings zu groß, so dass er sich fortan auf das 3m-Brett umorientierte, um dem Wasserspringen treu bleiben zu können.
Das hat ganz offensichtlich bestens funktioniert. „Das war eine ganz starke Leistung“, lobte auch Patrick Hausding, der in dieser Disziplin 2016 Olympia-Bronze gewonnen hatte. Er befand sich am Donnerstag zusammen mit weiteren Teammitgliedern bereits auf der Weiterreise zu den Europameisterschaften in Budapest (HUN) und hatte beim Umsteigen am Frankfurter Flughafen im Livestream die Übertragung vom Weltcup verfolgt. Die Sprungwettbewerben bei der EM beginnen am Montag. Dann will auch Martin Wolfram wieder ganz vorne mitspringen.
Streckenfolge für die DJM im Mai veröffentlicht
Bei den Mitarbeiter*innen der Abteilung Wettkampfsport Schwimmen herrscht in diesen Tagen Hochbetrieb. In der Hoffnung auf einen günstigen Pandemieverlauf wird für die kommenden Monate die Durchführung von möglichst vielen Wettkämpfen und Meisterschaften im Deutschen Schwimm-Verband e.V. (DSV) vorbereitet.
Zwei Wochen nach Ostern ist Berlin bekanntlich erst einmal Schauplatz der DSV Olympiaqualifikation Beckenschwimmen (16. – 18. April), doch Abteilungsleiter Tjark Schroeder und seine Kolleg*innen haben ja nicht nur die Top-Kader im Blick. Ebenfalls in der Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark (SSE) sollen daher vom 26. – 30. Mai dann auch die Deutschen Jahrgangsmeisterschaften Schwimmen (DJM) ausgetragen werden. Hierfür wurde zur besseren Planung und Vorbereitung nun sogar schon die Streckenfolge festgelegt und veröffentlicht, die offizielle Ausschreibung folgt noch. „Wir freuen uns, wenn auch im Nachwuchsbereich ein klares Ziel für Motivation sorgt“, erklärte Bundestrainer Hannes Vitense. „Natürlich wissen wir, dass sich die Trainingsmöglichkeiten aufgrund der Pandemieverordnungen in den einzelnen Bundesländern teilweise sehr stark unterscheiden. Aber hier hilft es nicht zu zaudern, in dieser Situation ist in allen Bereichen die größtmögliche Flexibilität gefragt.“
>> Die Streckenfolge der Deutschen Jahrgangsmeisterschaften Schwimmen (DJM)
Die DJM bilden zudem den Auftakt der großen Schwimmsportwochen in der Hauptstadt. Denn nur drei Tage später folgen im Rahmen von „DIE FINALS 2021“ dann auch die Deutschen Meisterschaften Schwimmen (03. – 06. Juni). Und auch die Wasserspringer*innen sind erstmals Teil dieses erfolgreichen Multisportevents und beginnen ihre Titelkämpfe mit der endgültigen Vergabe der Startplätze für die Olympischen Spiele in Tokio sogar schon zwei Tage eher.
Und auch für die jüngsten Wettkampfschwimmer*innen soll es ein Angebot vom DSV geben. Die Deutschen Meisterschaften im Schwimmmehrkampf (SMK) werden dieses Jahr für die Jahrgänge 2009 und 2010 ausgetragen und sind vom 18. – 20. Juni 2021 geplant. Der Austragungsort wird kurzfristig bekannt gegeben. Den Abschluss des ersten Halbjahres bilden dann die Deutschen Freiwassermeisterschaften vom 24. – 26. Juni in Münster, hierfür wurde bereits die Ausschreibung veröffentlicht.
Nach dem Olympiasommer geht es auf nationaler Ebene dann vom 23. – 26. September mit den Deutschen Kurzbahnmeisterschaften (DKM) weiter. Auch hier steht der Austragungsort bislang noch nicht fest. Klar ist allerdings, dass es in diesem Jahr nicht die Berliner SSE sein wird.
Nominierungskriterien für Universiade 2021 veröffentlicht
Der Allgemeine Deutsche Hochschulsportverband (adh) hat nach enger Abstimmung mit dem Deutschen Schwimm-Verband e.V. (DSV) die Nominierungsrichtlinien für die Summer World University Games (SWUG) in Chengdu (CHN) verabschiedet. Die als Universiade bekannt gewordene Veranstaltung findet vom 16. - 27. August 2021 statt.
>> Die Nominierungskriterien für die Universiade 2021
Interessierte Student*innen der Jahrgänge 1996 bis 2003 müssen bei Erfüllung aller Voraussetzungen (u.a. DSV-Mitgliedschaft und Nada-Testpool sowie Teilnahme an den Deutschen Hochschulmeisterschaften im Mai) bereits bis zum 31. März ihre Ambitionen hierfür offiziell beim adh anmelden. Die geforderten Normzeiten können dann bis 27. Juni 2021 erfüllt werden.
„Ich freue mich über die konstruktive Zusammenarbeit mit den adh-Disziplinchefs Dorothea Brandt und Hans-Peter Gratz, die dank ihrer eigenen Erfahrungen im Schwimmsport natürlich auch wissen, worauf es hierbei ankommt“, erklärte Bundestrainer Hannes Vitense. „Für jene Talente, für die die Olympischen Spiele auf ihrem Karriereweg noch zu früh kommen, sind diese Studenten-Spiele eine wunderbare Möglichkeit, internationale Wettkampferfahrungen auf hohem Niveau zu sammeln, von der sie später profitieren können. Daher hoffen wir sehr, dass nach der langen Wettkampfpause wegen Corona die Austragung der Universiade tatsächlich möglich sein wird.“
Kick-off-Meeting bei Zoom am 15. Februar
„Ich habe früher selber zweimal an Universiaden teilgenommen und weiß daher um die Bedeutung. Auch solchen Athlet*innen, die das Olympiaticket womöglich ganz knapp verpasst haben, kann eine solche Veranstaltung neue Motivation schenken“; erklärte Dorothea Brandt. Auch kann man eine Karriere so richtig in Schwung bringen mit Siegen unter Studierenden: Britta Steffen gewann bei der Universiade 2007 in Bangkok zweimal Gold über 50 und 100m Freistil und wiederholte die Siege ein Jahr später bei den Olympischen Spielen in Peking. Sarah Köhlertriumphierte 2017 in Taipeh, also bevor sie dann Kurzbahn-Europameisterin, WM-Zweite und Weltrekordlerin wurde.
Natürlich ist die Austragung der Summer World University Games abhängig von der weiteren Pandemie-Entwicklung, die chinesischen Organisatoren geben sich bisher optimistisch. Der zuständige Weltverband FISU wird eine wegweisende Entscheidung wohl nicht vor April treffen und sich vermutlich auch am Internationalen Olympischen Komitee (IOC) und dessen Entscheidungen zu Tokio 2021 orientieren. Für weitere Nachfragen stehen die Diszplinchefs Dorothea Brandt und Hans-Peter Gratz aber bereits am 15. Februar ab 20:00 Uhr bei einem Kick-off-Meeting via Zoom zur Verfügung. Die Anmeldung zu diesem Meeting kann via Mail an dc-schwimmen@adh.deerfolgen.
Deutschlands Schwimmsport trauert um Dr. Martin Grieß
Der Deutsche Schwimm-Verband e.V. (DSV) trauert um Dr. Martin Grieß, der am Sonntag plötzlich und unerwartet im Alter von 57 Jahren verstorben ist. Unser Beileid und Mitgefühl gelten seiner Frau Jutta und der gesamten Familie.
Der Zahnarzt aus Lippstadt war als leidenschaftlicher Netzwerker im und für den Schwimmsport bekannt. Bis zuletzt schwamm er im Masters-Bereich aktiv selber, aber auch im Ehrenamt für die Verbandsentwicklung und als privater Förderer hat er sich immer für seinen Sport eingesetzt. „Fragt nicht was der DSV für euch tun kann, sondern tut es selbst!“, formulierte er dabei gern als Motto. Grieß wollte dem Schwimmsport immer etwas zurückgeben für das, was er ihm selber gegeben hat.
Viele Bundeskader-Athlet*innen hat Martin Grieß auf ihrem Karriereweg daher als persönlicher Förderer unterstützt, unter anderem auch Sarah Köhler, Philip Heintz, Marco di Carli oder Jan-Philip Glania. „Martin war für mich viel mehr als ein Sponsor, er war Mentor und Freund. Ich bin unendlich traurig und geschockt, Menschen mit so viel Herzblut für den Schwimmsport gibt es leider nicht oft. Mit seiner Lebensfreude und seinem Tatendrang wird er uns allen sehr fehlen“, sagte Glania. Der zweimalige Olympiateilnehmer ist inzwischen selber Zahnarzt geworden.
Zuletzt hatte Dr. Grieß die Idee verfolgt, eine Verabschiedungszeremonie für das aktuelle Olympia-Schwimmteam des DSV zu organisieren. Ihm war dabei immer wichtig, die heutige Generation mit der ehemaligen zusammenzubringen, um sich gegenseitig zu motivieren und bei Bedarf auch unterstützen zu können. Leider ließ sich dieses Projekt aufgrund der Coronavirus-Pandemie samt Verschiebung der Olympischen Spiele nicht mehr umsetzen. „Ich bin sehr traurig. Mit Martin verliert unser Verband einen Mann mit einer Vision. Nämlich der, dass jeder seine Stärken für die Gemeinschaft einbringt. Am besten gedenken wir ihm, indem wir seinen Ansatz weiterverfolgen“, sagte Bundestrainer Hannes Vitense.
