Diese vier DSV-Asse starten beim Weltcup-Auftakt in Cancún

In der Saison 2026 wurde Lea Boy Dritte in der Weltcupgesamtwertung ©Jo Kleindl

Viel Zeit zur Eingewöhnung und Orientierung bleibt nicht. Erst am Mittwochmittag düsten Lea Boy (SV Würzburg 05) und Jeannette Spiwoks (SG Essen) ab nach Cancún (MEX), wo am Freitag der Weltcup-Auftakt im Freiwasserschwimmen stattfindet. Die Frauen starten ihr 10km-Rennen um 18:00 Uhr MEZ (Livestream bei Eurovisionsport). Das Männerfeld mit den deutschen Topstars Florian Wellbrock (SC Magdeburg) und Oliver Klemet (SG Frankfurt) ist schon ab 15:00 Uhr unterwegs. Am Samstag folgt dann noch jeweils der Knockout Sprint (Start 15:00 Uhr beziehungsweise 17:00 Uhr MEZ).

 

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„Die Aussicht auf 30 Grad und viel Sonne überstrahlt bei mir vieles. Eine Stunde Schlaf mehr oder weniger machen da keinen großen Unterschied für mehr für mich“, sagte Boy vor dem Abflug. „Für uns Europäerinnen steht zum Glück ja auch nur der eine Überseeflug in dieser Saison an, das kann man schon mal wegstecken. Für die anderen ist dieser Aufwand bei den anderen Rennen ja immer so hoch.“

 

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Zuletzt richtete Cancún 2014 einen Weltcup aus

 

Nach zwölf Jahren Pause findet wieder ein Freiwasser-Weltcup im mexikanischen Urlaubsort statt. Die vorolympische Saison 2027 beginnt somit nicht erst wie zuletzt im Frühjahr. Für Boy ändert sich trotz ungewohntem Zeitpunkt und Karibikflair aber nichts an der Zielsetzung, die Weltcupsaison mindestens so gut wie im Vorjahr zu gestalten. „Nach Gesamtrang drei zuletzt ist das Podium wieder mein Ziel, am liebsten noch ein Stück weiter oben“, sagte Boy selbstbewusst. Dass sie nach dem Weltcupfinale der Vorsaison in Portugal länger krank war und deswegen sogar auf die Europameisterschaften in Paris (FRA) verzichten musste, ist längst abgehakt. Der Blick richtet sich nur nach vorn. „Nach der Sommerpause ist zwar immer ein wenig ungewiss, wie weit alle gerade schon sind. Aber eigentlich ist für die Topleute ab sofort jedes Rennen wichtig, weil ja auch ein Olympiastartplatz über die Weltrangliste vergeben wird.“

 

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Tatsächlich bestimmt LA2028 bei vielen schon komplett die Saisonplanung für 2027. Auch weil sich die Top drei des 10km-Rennens bei den Weltmeisterschaften 2027 in Budapest (HUN) am 03. Juli 2027 bereits namentlich für die Spiele qualifizieren können. Zudem erhält die Nation der Nummer eins der Weltrangliste (oder der besten dann noch nicht qualifizierten Person) am 01. Februar 2028 einen Quotenplatz. Die restlichen offenen Quotenplätze werden bei einem zentralen Qualifikationsevent vergeben, welches noch nicht terminiert ist. Vermutlich findet es im Frühjahr 2028 statt. Für Europa gibt es dort dann aber nur noch maximal fünf Startplätze pro Geschlecht. „Meine Traumvorstellung ist, dass es schon bei der WM mit einem Olympiaticket klappt. Die Weltrangliste behalte ich vorsichtshalber aber trotzdem im Auge. Denn diesmal soll es unbedingt klappen mit der ersten Olympiateilnahme“, sagte Boy. Momentan liegt sie in der Weltrangliste auf Rang acht, aber diese beinhaltet derzeit ja auch noch die dann nach jeweils zwei Jahren herausfallenden Ergebnisse von 2025.

 

Wellbrock und Klemet kommen direkt vom Höhentraining in Flagstaff

 

Ohne offensive Zielformulierung reisen Wellbrock (Olympiasieger 2021) und Klemet (Olympiazweiter 2024) in Mexiko an, und zwar direkt aus ihrem Höhentrainingslager in Flagstaff (US-Bundesstaat Arizona). Wegen obligatorischer Bundeswehrlehrgänge stecken die Sportsoldaten vermutlich noch nicht lange genug wieder im vollen Training, um ganz vorn mitmischen zu können. Richtig schnell wollen sie erst im kommenden Frühjahr sein, wenn auch die nationale WM-Qualifikation ansteht. Bundestrainer Bernd Berkhahn sieht den Weltcup-Auftakt deswegen eher als „Praxiserfahrung im Übergangsabschnitt. Ergebnistechnisch ist noch nicht so viel zu erwarten. Aber es ist immer gut, den Erfahrungsschatz zu erweitern. Für die Sportler ist Cancún schließlich noch völlig neu.“

 

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Nächste Woche steht für die gesamte Magdeburger Trainingsgruppe inklusive Isabel Gose und Weltrekordler Johannes Liebmann auch noch ein kurzer Abstecher nach Los Angeles (USA) an. Um sich die Trainingsstätten, Unterkünfte und Verkehrswege anzuschauen, die man 2028 für Olympia zu nutzen gedenkt. Auch Flagstaff könnte dann vorab wieder das Trainingscamp der Wahl sein. „⁠Wir sind gerade zum zweiten Mal in Flagstaff, um vieles zu testen“, betonte Berkhahn.

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