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Bundestrainer*in Nachwuchs / Sichtung Wasserspringen (m/w/d)
Schwimm-DM in Berlin: In diesen Rennen sieht man die großen Stars
Vorhang auf für die größte Schwimm-Show des Jahres hierzulande! Mit den Deutschen Meisterschaften in Berlin steigt in der kommenden Woche (01. – 04. Mai) der nationale Saisonhöhepunkt mit 630 Aktiven aus 173 Vereinen. Im schnellsten Pool der Republik werden neben den Meistertiteln auch die Startplätze für die Weltmeisterschaften in Singapur (11. Juli –04. August) final vergeben, deswegen sind auch alle bekannten Namen in der Hauptstadt am Start.
Nachdem das Meldeergebnis nun offiziell vorliegt, folgt hier der Überblick über die Höhepunkte in den A-Finals der einzelnen Wettkampftage (Beginn 18:00 Uhr, Sonntag bereits 17:00 Uhr).
Donnerstag, 01. Mai: Lukas Märtens demonstriert Stärke auf seiner Weltrekordstrecke
Erst vor wenigen Tagen hat Lukas Märtens in Stockholm (SWE) den Weltrekord über 400m Freistil auf 3:39,96 Minuten verbessert und damit die Fabelzeit von Paul Biedermann aus dem Jahr 2009 übertroffen. Nun geht der 23-Jährige vom SC Magdeburg auf dieser Strecke in Berlin erneut an den Start, im schnellen und von ihm persönlich auch sehr geliebten Becken der SSE. Die gesamte Schwimmwelt schaut hin, ob es nach ein paar Tagen Pause noch ein weiteres Zauberrennen vom deutschen Olympiasieger geben wird. Australiens vierfache Olympiasiegerin Ariarne Titmus verriet dieser Tage beim Laureus-Award, dass sie Märtens’ Entwicklung nicht einmal sonderlich überrascht. „Die Leistung hat sich angebahnt“, sagte Titmus: „Er hat nach dem olympischen Gold jetzt einfach ein neues Level an Lockerheit, an Freiheit. Er kann tun, was er will.“ Mit Florian Wellbrock (SC Magdeburg), Oliver Klemet (SG Frankfurt) und Sven Schwarz (Waspo 98 Hannover) schwimmen zudem weitere Weltklasseathleten in diesem Kracher-Rennen mit.
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Wie bei den Spielen von Paris im vergangenen Sommer ist kurz nach Märtens auch Vereinskollegin Isabel Gose beim 400m-Rennen im Einsatz. Ob auch sie wieder ihren deutschen Rekord zum Wackeln bringt? Die deutsche Vorzeigeschwimmerin, die sich im vergangenen Sommer mit Olympiabronze ebenfalls einen Lebenstraum erfüllen konnte, ist jedenfalls in ähnlich guter Form. Angemessene Fragen sollten sich die Interviewer*innen daher lieber schon mal zurechtlegen. Und hinter Gose verspricht der Kampf um den zweiten WM-Startplatz zwischen den Vereinskolleginnen Leonie Märtens und Maya Werner (beide SC Magdeburg) zusätzliche Spannung.
>> Zu den DSV-Nominerungsrichtlinien mit Normzeiten auch für JEM und U23-EM
Als Mitglied der SG Neukölln hat Angelina Köhler ein Heimspiel in Berlin, und als Quasi-Gastgeberin möchte sie natürlich für einen gelungenen Auftakt bei diesen Titelkämpfen sorgen. Mit den 100m Schmetterling steht passenderweise dafür genau jene Disziplin auf dem Programm, auf der sie im vergangenen Jahr mit deutschem Rekord (56,11 Sekunden) Weltmeisterin und Olympiavierte wurde. Köhler ist nach einer ausgedehnten Verschnaufpause samt Weltreise im Herbst schon wieder erstaunlich gut in Form. Das neue Krafttraining an der Kletterwand sorgte offenbar für wertvolle Impulse in Sachen Schnelligkeit, genauso wie die Arbeit an technischen Details. „Ich bin seit 2021 bei diesen Titelkämpfen ungeschlagen, und das will ich auch bleiben“, betonte Köhler zudem vorab. „Wenn ich die Zeiten sehe im Training, weiß ich, dass ich auf mich vertrauen kann. Die nächsten Jahre werden sicher noch sehr gute Jahre für mich.“
Mit Cedric Büssing (SG Essen/400m Lagen), Ole Braunschweig (100m Rücken), Kaii Liam Winkler und Luca Nik Armbruster (alle SG Neukölln/beide 100m Schmetterling) sind zudem noch viele weitere Olympiafinalisten auf ihren Hauptstrecken unterwegs an diesem Tag.
Freitag, 02. Mai: Großes Kino im Sprint und auf den Langstrecken
Das gesamte Spektrum des Schwimmsports gibt es bei der DM am Freitag zu bewundern. Von spannenden Sprints bis zum längsten Beckenrennen und am Ende sogar Mixed-Staffeln ist hier alles dabei. Los geht es mit dem Duell der Zwei-Meter-Recken Melvin Imoudu (Potsdamer SV) und Lucas Matzerath (SG Frankfurt) über 100m Brust. Im Olympiafinale fehlte beiden als Viertem und Fünftem nur ganz wenig zum ganz großen Coup, entsprechend motiviert sind sie nun auch in dieser WM-Saison unterwegs. Matzerath trainierte zuletzt in Australien zusammen mit 50m-Weltmeister Sam Williamson und erhofft sich davon Fortschritte in der Schnelligkeit. Polizist Imoudu, der 2024 auch als Europameister glänzen konnte, möchte natürlich die aktuelle Rangordnung beibehalten. Spannend zu sehen sein wird auch, wie schnell Anna Elendt (SG Frankfurt) wieder unterwegs ist. Der WM-Zweite von 2022 konnte sich nach Abschluss ihres Studiums in den USA zuletzt mal voll auf den Sport konzentrieren und will das nun natürlich auch in gute Zeiten auf ihrer Paradestrecke ummünzen.
Der große Showdown ist zudem über die 100m Freistil zu erwarten. Mit Nina Holt (SC Magdeburg) und dem Olympiasechsten Josha Salchow (SV Nikar Heidelberg) gibt es zwar klare Favorit*innen mit Augenmerk auf den WM-Einzelstart, zugleich werden dabei jeweils vier Plätze in den WM-Staffeln zu vergeben. Auch Lukas Märtens mischt hier wieder mit und stellt sich dem Konkurrenzkampf gegen „junge Wilde“ wie Martin Wrede (Waspo 98 Hannover(Jahrgang 2005) oder Kaii Liam Winkler (SG Neukölln/Jahrgang 2006). Bei den Frauen hatte sich die Frauenstaffel über 4x100m Freistil als einzige im DSV nicht für Paris qualifizieren können, doch nun scheint dank Talenten wie Nina Jazy (SG Essen), Nele Schulze (SG Neukölln) und Lise Seidel (SC Chemnitz) und Co. eine Trendwende einzusetzen.
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Zwischendrin ist am Freitag aber auch eine Folge „Star Wars“ angesagt. Denn über 800m Kraul kämpfen der frühere Weltmeister Florian Wellbrock (SC Magdeburg), der Olympiafünfte Sven Schwarz (Waspo 98 Hannover) und Oliver Klemet (SG Frankfurt) gegeneinander um die WM-Startplätze. Zudem hat Lukas Märtens in Stockholm hier bereits einen deutschen Rekord (7:39,10 Minuten) vorgelegt, der ebenfalls in die Qualifikationswertung kommt. Absolutes Weltklasseniveau ist damit garantiert. Und Drama vermutlich auch. Bei den Frauen geht es heute über 1500m Freistil, hier möchte Isabel Gose sicher wieder ihre Magdeburger Freundin Leonie Märtens zur WM-Norm „ziehen“.
Samstag, 03. Mai: Los Angeles 2028 lässt schon mal grüßen
Auch auf den 200m Freistil gehört Lukas Märtens zu den Besten weltweit, im Olympiafinale von Paris lag er bis zur letzten Wende hier auch ganz vorn. Bis heute ist sein Coach Bernd Berkhahn der Meinung, dass mit etwas weniger ungestümer Renneinteilung deutlich mehr drin gewesen wäre als Rang fünf. Tatsächlich wurde eine andere Taktik seither nun mehrfach geübt. Und man darf daher gespannt sein, was für eine Zeit nun in Berlin herausspringt. Und im nächsten Olympiafinale erst recht. Zudem werden über 200m Freistil wieder alle Staffelplätze final vergeben, was ebenfalls viel Spannung im gesamten Finalfeld mit sich bringt.
Ansonsten bietet dieser Samstag auch schon mal einen Ausblick auf Los Angeles 2028. Bei den Spielen in Kalifornien rücken nach dem jüngsten IOC-Beschluss nämlich auch die 50m-Sprints in den Schwimmarten Schmetterling, Rücken und Brust ins olympische Programm. Das gibt diesen Disziplinen ab sofort eine völlig neue Bedeutung. „Endlich kann man als Sprinter auch Sprinter sein“, meinte Ole Braunschweig, der über 50m Rücken seit Jahren zur Weltspitze gehört und auf jeden Fall bis 2028 weitermachen wird. Ähnliches gilt für Melvin Imoudu und Anna Elendt über 50m Brust, das wollen sie natürlich auch bei den Deutschen Meisterschaften wieder zeigen.
Schmetterlings-Weltmeisterin Angelina Köhler probiert sich am Samstag auch über 50m Rücken aus. Denn auch bei dieser Schwimmart sind vortriebswirksame Kicks aus Rumpf und Beinen gefragt. „In Rückenlage bin ich beim Kicker sogar noch besser als in Bauchlage“, verriet sie. Man darf also gespannt sein auf ihre Tauchphase nach dem Start.
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Über 200m Schmetterling steht Alina Baievych im Fokus. Die 15-Jährige gewann schon im Vorjahr erstmals den Meistertitel in der offenen Klasse (und wurde später JEM-Zweite gegen deutlich ältere Konkurrenz). Vor dieser Saison war die Schülerin dann von Erlangen an den Bundesstützpunkt nach Magdeburg gewechselt. Dort wurde sie im ersten halben Jahr von Trainer Stefan Döbler betreut, der schon vielen Talenten eine gute Ausbildung zukommen ließ, bevor sie dann in Topgruppe von Bernd Berkhahn wechselten. Baievych trainierte dabei erst einmal ein halbes Jahr kein Schmetterling mehr, um so ihre Schulterprobleme auszukurieren. Im April durfte sie dann aber mit Berkhahns Topstars ins Höhentraining. Und zeigte nach der Rückkehr in Stockholm erstaunliche Form. „Ich freue mich schon, mal wieder eine 200m-Schmetterlings-Schwimmerin trainieren zu dürfen“, hatte Berkhahn schon vorher eingeräumt. Denn auf dieser Strecke führte er Franziska Hentke schon zu WM-Silber (2017), mittlerweile unterstütze diese ihn als Nachwuchs-Bundestrainerin bei der alltäglichen Arbeit.
Sonntag, 04. Mai: Florian Wellbrock wieder in Topform
Im medialen Rummel um Weltrekordler Lukas Märtens ging fast ein wenig unter, dass auch Florian Wellbrock in diesem Frühjahr absolute Weltklassezeiten krault. Niemand sollte aber überrascht sein, wenn der Freiwasser-Olympiasieger von 2021 und mehrfache Weltmeister seine Weltjahresbestzeit über 1500m Freistil von vor zwei Wochen (14:38,27 Minuten) bei der DM noch einmal verbessert. „Florian hat sich noch einmal gut entwickelt, was die Kraftausdauerkomponente angeht, und das hat er hier ausgepackt“, lobte sein Trainer Bernd Berkhahn nach den Rennen in Stockholm. Verwies aber sofort darauf, dass erst in Berlin alles entschieden wird im Kampf um die WM-Tickets: „Flo und Oliver Klemet haben zwar die Norm unterboten, aber Sven Schwarz möchte natürlich auch noch seinen Startplatz haben und wird alles dafür geben. Da wird es einen harten Fight geben.“ Und damit auch beste Unterhaltung für die Fans auf den Tribünen. Bei den Frauen krault Isabel Gose die 800m, womöglich winkt hier dann ein Goldhattrick.
Um Abstände im Hundertstelbereich geht es bei den 50m-Sprints. Hier versucht Angelina Köhler am Sonntag sogar den Doppelschlag in Schmetterling und Freistil, allerdings werden sich die Spezialistinnen Nina Jazy und Nina Holt sicher nach Kräften wehren. Bei den Männern gilt Josha Salchow als Favorit beim kürzesten Rennen der Titelkämpfe. Der Heidelberger würde dabei gern erstmals unter 22 Sekunden bleiben. Diese Schwimmgeschwindigkeiten muss man unbedingt mal live sehen.
Über 200m Brust möchte Anna Elendt am liebsten das Triple perfekt machen, wenn alles nach Wunsch läuft. Schon sehr früh war sie in diesem Jahr bereits unter der WM-Norm auf der längsten Vruststrecke geblieben. Das zeigt, wie intensiv die als Sprinterin bekannte Hessin im Saisonverlauf an ihrer Ausdauer gearbeitet hat. Ähnliches war im Vorfeld der DM auch von ihrem Frankfurter Vereinskollegen Lucas Matzerath zu hören.
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Bei Olympia in Paris bestritt Lukas Märtens insgesamt zehn Rennen, auch über 200m Rücken erreichte er dort dann sensationell das Finale. Und auch in diesem Jahr plant er mit dem Stilwechsel auf seine frühere Hauptschwimmart, deswegen sehen ihn die DM-Zuschauer*innen auch am Sonntag im Wasser. Natürlich wollen es ihm Nachwuchshoffnung Cornelius Jahn (Ahrensburger TSV) und Altmeister Christian Diener (Potsdamer SV) so richtig schwer machen bei der Titelverteidigung. Bei den Frauen kommt es auf dieser Strecke zum spannenden Duell zwischen Titelverteidigerin Maya Werner (SC Magdeburg) und Lise Seidel (SC Chemnitz), die die WM-Norm bereits in Stockholm unterboten hat.
Oliver Klemet gewinnt Knockout Sprint beim Weltcup-Finale
Die Entscheidung, das Höhentrainingslager in der Sierra Nevada (ESP) für zwei Wettkampftage kurz zu unterbrechen, hat sich grandios ausgezahlt. Denn Freiwasserschwimmer OIiver Klemet gewann beim vierten und letzten Weltcup in Setúbal (POR) den Knockout Sprint. Der 24-Jährige von der SG Frankfurt setzte sich am Sonntag in überlegener Manier vor Gregorio Paltrinieri (ITA) und Marc-Antoine Olivier (FRA) durch und fährt nun sicher mit einer gehörigen Portion Selbstvertrauen zusätzlich zu den Europameisterschaften nach Paris (FRA/31. Juli – 16. August). Klemet hatte sich im Frühjahr für insgesamt acht EM-Rennen in Freiwasser und Becken qualifiziert.
„Ich hatte einen guten Start, war schon über 1500 und 1000 vorn dabei. Das gab mir das gute Gefühl, alles unter Kontrolle zu haben. In der letzten Runde habe ich dann versucht, jeglichen Körperkontakt zu vermeiden und als Erster um die erste Boje zu kommen, und dann das ganze Rennen anzuführen, das hat sich als Taktik bewährt“, analysierte der Olympiazweite von 2024 nach seinem beeindruckenden Start-Ziel-Sieg bei dem im Vorjahr neu eingeführten Eliminationsrennen. „Die Weltcupserie lief bislang nicht so gut, aber das war nun wirklich ein gutes Ende für mich.“
Beim Freiwasserschwimmen sprangen bislang auch deswegen nicht die gewohnten Top-Platzierungen heraus, weil sich Klemet nach den WM-Erfolgen 2025 in Singapur (Staffelgold und Platz vier über 10km) bei einem Fahrradsturz den Arm gebrochen hatte. Vier Wochen lang trug er anschließend Gips, sieben weitere Wochen durfte der Arm im Training nicht belastet werden. „Ich habe deswegen so viel Beine trainiert wie noch nie“, verriet Klemet. Im Becken verhalf ihm dieser neue Reiz zuletzt schon zu neuen Bestzeiten, nun gehörte er auch im welligen Atlantik wieder zu den Besten der Welt. „Das gibt Rückenwind für die weitere EM-Vorbereitung“, meinte Klemet. Vierfach-Weltmeister Florian Wellbrock (SC Magdeburg) erreichte am Sonntag ebenfalls die Finalrunde des Knockout Sprints und wurde Zehnter.
Bei den Frauen konnte sich Lea Boy über ein weiteres Topergebnis freuen. Die 26-Jährige vom SV Würzburg 05 hatte im 10km-Rennen am Tag zuvor bereits Platz drei in der Gesamtwertung gesichert, am Sonntag wurde sie im Knockout Sprint dann erneut Vierte. Jeannette Spiwoks (SG Essen) belegte beim Comeback nach zehnmonatiger Wettkampfpause Rang 17. Den Sieg sicherte sich erneut Weltcup-Gesamtsiegerin Moesha Johnson (AUS) vor Bettina Fábián (HUN) und Ichika Kajimoto (JPN).
Ein Klassiker zum Auftakt: Wasserball-Supercup am 13. März, Bundesliga startet am 20. März
Auf den ersten Blick scheint alles wie immer. Wenn am 13. März um 16:00 Uhr im Stadionbad Hannover der Supercup zwischen dem Meister und dem Pokalsieger der vergangenen Saison angepfiffen wird, lautet das Duell wieder einmal: Waspo 98 Hannover gegen die Wasserfreunde Spandau 04. Nur diese beiden Klubs haben die Trophäe jemals gewonnen – die Wasserfreunde 14 Mal, Waspo (bzw. Vorgänger Hannover-Linden) fünfmal und zuletzt sogar dreimal in Folge.
Und doch ist in diesem Jahr alles anders. Normalerweise würde die Saison um diese Jahreszeit bereits auf die Zielgeraden einbiegen, der Kampf um die Playoff-Plätze wäre in vollem Gange. Stattdessen geht es dieses Mal im März überhaupt erst los, nachdem der ursprünglich für Ende Oktober geplante Start wegen der Pandemie um mehrere Monate verschoben werden musste. Auch deshalb kommt dem Supercup in diesem Jahr eine besondere Symbolik zu: das Duell der beiden deutschen Spitzenteams als Zeichen des Neustarts im nationalen Spielbetrieb.
Abstieg ausgesetzt, Pokalwettbewerb im Sommer
Eine Woche nach dem Supercup startet dann am 20. März auch die Bundesliga, trotz der schwierigen Umstände wie gewohnt mit 16 Vereinen – wobei zunächst nur die besten acht Mannschaften des Vorjahres einsteigen, die anderen Klubs erst am 10. April. Zum 100. Mal wird in diesem Jahr der deutsche Meister ermittelt. Dabei wird der Spielbetrieb wie schon bei der zentralen Saisonvorbereitung im Februar in Turnierform ausgetragen. „Das Format mit den Vierergruppen hat sich bewährt. Uns ist bewusst, dass die kommende Saison eine große Herausforderung für uns alle ist. Die Vorbereitungsturniere haben aber bewiesen, dass sich ein Spielbetrieb sicher realisieren lässt, wenn alle Vereine trotz des erhöhten Aufwands so diszipliniert mitmachen“, sagt Rundenleiter Holger Sonnenfeld. Der Deutsche Schwimm-Verband e.V. (DSV) hat dafür ein entsprechendes Hygienekonzept aufgestellt.
Für die erste Gruppenphase erfolgte die Verteilung der Vereine nach der Platzierung der vergangenen Saison. Gespielt wird in vier Gruppen, die jeweils zwei Turniere austragen. Die Teams auf den Plätzen drei und vier in den nominell stärkeren Gruppen A und B bestreiten danach zwei Relegationsspiele gegen die Erst- und Zweitplatzierten der Gruppen C und D. „Damit geben wir Mannschaften aus der unteren Hälfte die Möglichkeit, in die Top acht aufzurücken“, erklärt Sonnenfeld. Es folgt eine zweite Phase mit erneut vier Gruppen, für die sich die Klubs nach Spielstärke zusammenfinden – „das garantiert spannende Duelle auf Augenhöhe“, so Sonnenfeld. Anschließend bestreitet jede Gruppe für sich die Playoffs bzw. Platzierungsspiele, um so die Abschlussplatzierung auszuspielen.
Einen Absteiger wird es in diesem Jahr nicht geben. „Wir haben uns entschieden, den Abstieg in dieser Saison auszusetzen. Alles andere wäre nicht gerecht, denn die Vereine starten wegen der Pandemie und den von Ort zu Ort verschiedenen Vorgaben mit ganz unterschiedlichen Voraussetzungen“, erläutert Wasserball-Abteilungsleiter Dieter Rohbeck. Es kann aber maximal zwei Aufsteiger aus den Landesgruppen in die Bundesliga geben. Der Pokalwettbewerb wird in diesem Jahr erst nach Beendigung der Bundesliga in den Sommermonaten ausgetragen.
Modus und Termine
Erste Gruppenphase:
20./21. März, 10./11. April:
Gruppe A: Waspo 98 Hannover, White Sharks Hannover, ASC Duisburg, SSV Esslingen
Gruppe B: Wasserfreunde Spandau 04, OSC Potsdam, SV Ludwigsburg 08, SG Neukölln
10./11. April, 24./25. April:
Gruppe C: SGW Rh./Pos. Köln, SV Bayer Uerdingen, SV Würzburg, Düsseldorfer SC
Gruppe D: SV Poseidon Hamburg, SV Krefeld 72, Duisburger SV 98, SV Weiden
Nach den Relegationsspielen (08./15. Mai) werden für die zweite Gruppenphase neue Gruppen gebildet:
Gruppe E: A1, A2, B1, B2
Gruppe F: die vier Sieger der Relegation
Gruppe G: die vier Verlierer der Relegation
Gruppe H: C3, C4, D3, D4
Die Gruppe E mit den vier besten Teams startet auch hier wieder früher mit Turnieren am 01./02. Mai und 08./09. Mai. Die Gruppen F bis H spielen am 29./30. Mai und 05./06. Juni.
Die Halbfinalspiele der Gruppe E finden am 12. Mai und 15. Mai statt. Das Meisterschaftsfinale im Modus „Best of five“ startet am 19. Mai, weitere Termine sind der 22. Mai und 23. Mai sowie (falls nötig) der 26. Mai und 29. Mai. Das Spiel um Platz drei wird parallel dazu ab 19. Mai im Modus „Best of three“ ausgetragen. Die Platzierungsspiele in den Gruppen F bis H sind für den 12. Juni und 19. Juni terminiert.
Ein Leben für den Schwimmsport: Der DSV dankt Dr. Klaus Rudolph
Weltweit genießt Dr. Klaus Rudolph (Jahrgang 1940) Anerkennung. Mehr als 60 Jahre schon begleitet der Rostocker den Schwimmsport nicht nur mit großer Leidenschaft, sondern auch mit adäquatem Fachwissen. Der Doktor der Pädagogik lernte den Leistungssport dabei in all seinen Ebenen kennen. Zu DDR-Zeiten war er ab 1965 als Diplomsportlehrer an der Sportschule Rostock, später dann als Cheftrainer beim ASK und SC Empor Rostock und sogar als Verbandstrainer tätig. Kurz vor der Wiedervereinigung Deutschlands betreute er ein Jahr lang dann Chinas Nationalmannschaft.
Zwischen 1991 und 2005 war Rudolph als Leistungsdiagnostiker am Olympiastützpunkt Hamburg angestellt, wirkte aber weit darüber hinaus. So gestaltete er maßgeblich den Rahmentrainingsplan des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) mit, war bis 2013 auch als Lehrreferent Schwimmen aktiv. Zugleich formulierte Rudolph als Sportwissenschaftler Grundlagenwissen in neue Schwimmsport-Standardwerke. Dem Mangel an allgemeinverständlicher Fachliteratur begegnete er so auf die effektivste Art.
Zweifellos war es ihm dabei auch ein dringendes Bedürfnis, die durch die unterschiedlichen Terminologien in Ost und West immer wieder neu entstehenden Reibungsverluste beseitigen zu helfen. Auch deswegen entstanden Bücher wie das „Lexikon des Schwimmtrainings“ (2008/inzwischen als Schwimmlexikon auch online verfügbar) und „Wege zum Topschwimmer“, welche die heutigen Belastungszonen im Training im Ursprung definieren. Für den Nachwuchsbereich erschien 2014 auf der Grundlage von Elternbefragungen zudem „Mein Kind schwimmt“ (inzwischen unter Elternfibel online).
Zudem errechnete Rudolph ab 1992 jährlich die nach ihm benannte Punktetabelle neu, die dem Schwimmsport altersgerechte Leistungsbewertungen über die verschiedenen Strecken hinweg ermöglichte und über die folgenden Jahre hinweg über Deutschlands Grenzen hinaus immer mehr Anwendung und Anerkennung fand. Der DSV wird diese statistischen Auswertungen auch künftig nutzen können, beispielsweise für Kaderberufungen oder Qualifikationsgrundlagen. Denn alle Daten und Rechte an der Rudolph-Tabelle hat Klaus Rudolph zur weiteren Nutzung mittlerweile dem DSV übertragen.
„Wir sind Dr. Klaus Rudolph sehr dankbar für sein unermüdlichen Wirken zum Wohle des deutschen Schwimmsports, er schuf wichtige Leitplanken für den hiesigen Leistungssport“, betonte Christian Hansmann, Vorstand Leistungssport im DSV, unlängst anlässlich eines Treffens zur persönlichen Danksagung. Trainer-Sohn Nils Rudolph war übrigens 1991 zum Europameister über 50m Freistil und Weltrekordler über 50m Schmetterling aufgestiegen.
Save the Date: Science in Swimming Symposium 2026
Science in Swimming Symposium 2026
📅 20. – 21. November 2026
📍 Köln, Deutsche Sporthochschule
💻 Teilnahme auch online möglich
Das Science in Swimming Symposium geht in die vierte Runde: Nach den erfolgreichen Veranstaltungen 2019 in Saarbrücken, 2022 in Kassel und 2024 in Frankfurt am Main findet das Symposium nun 2026 in Köln statt.
Ausrichter ist das Institut für Trainingswissenschaft und Sportinformatik, Abteilung Leistungsphysiologie der Deutschen Sporthochschule Köln (Leitung: Univ.-Prof. Dr. Patrick Wahl) in Kooperation mit dem Deutschen Schwimm-Verband e.V.
Die Teilnehmer*innen erwartet ein vielseitiges Programm mit:
- 6 Keynotes
- einer Postersession
- einer Praxiseinheit zur Diagnostik
- einer Abendveranstaltung inklusive Podiumsdiskussion zur Trainingsmethodik im Schwimmen
💡 Mit dabei sind renommierte Expert*innen aus Theorie und Praxis:
Bernd Berkhahn
Bjørn Harald Olstad, PhD
Robin PLA
Stefan Fuhrmann
Univ.-Prof. Dr. Patrick Wahl
Dr. Sebastian Keller
Weitere Informationen: symposium26.dsv.de
Jetzt vormerken – ob vor Ort in Köln oder digital dabei sein!
Das Science in Swimming Symposium wird für die A-Lizenzverlängerung anerkannt und ist vom DSV ausdrücklich aufgrund der hohen Qualität empfohlen.
Waspo Hannover lässt kein Comeback mehr zu und macht das Double perfekt
Inzwischen darf man wohl von einer Dynastie sprechen: Die Wasserballer von Waspo 98 Hannover sind erneut Deutscher Meister – zum dritten Mal in Folge, zum siebten Mal in den vergangenen neun Jahren. Am Mittwoch gewannen die Niedersachsen das vierte Finalspiel gegen die Wasserfreunde Spandau 04 auswärts mit 14:10 und damit die Serie im Modus „Best of Five“ mit 3:1. Nachdem Waspo Anfang Mai auch schon den DSV-Pokal geholt hatte, ist wie im Vorjahr das Double perfekt.
Die beiden vorherigen Finalspiele hatte Hannover mit 12:7 und 10:7 für sich entschieden. Nur den Serienauftakt hatte Berlin mit 14:11 gewonnen. Durch den erneuten Titelgewinn löste Waspo abermals das direkte Ticket für die Champions League und ist auch in der kommenden Saison wieder in der Königsklasse vertreten, in der man in diesem Jahr bis in die Top acht stürmte. Vizemeister Spandau muss dagegen in die Qualifikation.
"Wir freuen uns sehr über diesen Meistertitel. Die Mannschaft hat die gesamte Saison hart gearbeitet und sich diesen Erfolg verdient. Besonders stolz macht mich die Art und Weise, wie die Spieler in den entscheidenden Momenten Verantwortung übernommen und als Team agiert haben", sagte Hannover Trainer Aleksandar Radovic.
Im dritten Viertel sorgt der Meister für die Vorentscheidung
In der Partie am Mittwoch legten die Gäste im ersten Viertel stets vor, Spandau zog aber jedes Mal nach, bis dann kurz vor dem Viertelende Waspo einmal doppelt traf und mit 4:2 in die erste Pause ging. Dieser Zwei-Tore-Vorsprung hatte auch zur Halbzeit (7:5) weiter Bestand.
Die Vorentscheidung fiel im dritten Viertel. Vier Tore erzielte der Titelverteidiger in diesem Abschnitt, der Rekordchampion aus Berlin (38 Titel) lediglich einen – so führte Waspo plötzlich mit 11:6. Als die Spandauer im Schlussviertel dann noch einmal herankamen, traf Luka Lozina mit einem überlegten Heber zum 12:8 und beendete damit alle Hoffnungen der Gastgeber auf ein Comeback. Diesen Vorsprung verteidigte seine Mannschaft bis zum Schluss. Lozina war einer von sechs Spielern bei Hannover, die doppelt trafen, und wurde für seine starke Leistung nach Schlusspfiff auch als Spieler des Tages ausgezeichnet. Für Spandau war Nationalspieler Yannek Chiru mit drei Treffern bester Mann.
"Die Finalserie war sehr intensiv und auf einem hohen Niveau. Spandau hat uns vor große Herausforderungen gestellt und bis zum Schluss dafür gesorgt, dass die Serie spannend bleibt. Sie haben großen Kampfgeist gezeigt und uns nichts geschenkt. Umso mehr freuen wir uns, dass wir uns am Ende durchsetzen konnten und die Saison mit dem Meistertitel abschließen", so Aleksandar Radovic.
