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Duisburg, Spandau und ein Krefelder Duo setzen ihre Siegesserien fort
Vier Mannschaften sind in der laufenden Saison in der Wasserball-Bundesliga noch ohne Punktverlust: Rekordmeister Wasserfreunde Spandau 04 und der ASC Duisburg in der A-Gruppe sowie die beiden Krefelder Vereine SV Bayer Uerdingen 08 und SV Krefeld 1972 in der B-Gruppe. Am Wochenende konnte das Quartett seine Siegesserien jeweils ausbauen.
Im Duell zweier Europapokalteilnehmer setzte sich Duisburg gegen den SV Ludwigsburg 08 mit 24:17 durch, Nationalspieler Lukas Küppers traf allein acht Mal in dieser torreichen Partie. Spandau wiederum gewann das Berlin-Brandenburg-Derby beim OSC Potsdam mit 19:4, hier waren Mateo Cuk mit vier sowie Bilal Gbadamassi und Andrei Prioteasa mit je drei Treffern die besten Torschützen beim Sieger. In den weiteren Partien der A-Gruppe siegte der Deutsche Meister Waspo 98 Hannover mit 28:5 gegen die SG Neukölln Berlin, auch Stadtrivale White Sharks Hannover feierte nach einem zwischenzeitlichen Drei-Tore-Rückstand noch einen 13:11-Erfolg beim SSV Esslingen. Neukölln, Esslingen und Potsdam warten damit weiterhin auf den ersten Punktgewinn.
In der B-Gruppe wurde am Wochenende sogar gleich zweimal gespielt. Der SV Krefeld 1972 trat beide Male zuhause an und gewann sowohl gegen den SVV Plauen (12:8) als auch tags darauf gegen den SV Würzburg 05 (8:2). Der SV Bayer Uerdingen 08 durfte ebenfalls zweimal im eigenen Bad antreten und siegte mit 13:6 gegen den SV Weiden 1921 und anschließend mit 11:6 gegen Plauen; auch die SGW Rhenania Köln/BW Poseidon Köln war beim 13:8 gegen Würzburg und beim 26:4 gegen den SV Poseidon Hamburg doppelt erfolgreich. In den weiteren Partien schlug der Duisburger SV 98 den Düsseldorfer SC mit 16:9, der einen Tag später dafür Weiden mit 9:6 bezwang, außerdem triumphierte der SV Cannstatt mit 15:4 gegen die weiterhin punktlosen Hamburger. Für Aufsteiger Cannstatt war es in der Liga der erste Sieg nach der Rückkehr ins Oberhaus.
Spandaus Frauen starten die Mission Titelverteidigung mit zwei klaren Siegen
Der Supercup der Männer zwischen Waspo 98 Hannover und den Wasserfreunden Spandau 04 musste aufgrund mehrerer Coronafälle im Spandauer Team bekanntlich kurzfristig abgesagt werden, ein Duell der beiden Vereine gab es am Wochenende aber trotzdem – wenngleich unter anderen Vorzeichen. In der Wasserball-Bundesliga der Frauen gingen die Deutschen Meisterinnen aus Berlin am Sonntag als eindeutige Favoritinnen in die Partie und wurden dieser Erwartung auch mehr als gerecht, 32:3 lautete hier der Endstand. Bereits zur Halbzeit führten die Spandauerinnen mit 18:0, erst beim Stand zum 23:0 im dritten Viertel gelang Waspo überhaupt der erste Treffer. Mit sechs Toren war Emma Koch an diesem Tag die beste Berlinerin, Emmerson Joy Houghton und Una Dörries trafen beide je fünfmal. Tags zuvor hatten die Wasserfreunde auch schon gegen das Spiel gegen den Eimsbütteler Turnverband mit 19:4 gewonnen. Für den Champion der Vorsaison waren es die ersten Bundesligaspiele der neuen Saison; am vergangenen Wochenende mischten die Wasserfreunde noch in der transnationalen Donau-Liga mit.
Ebenfalls zwei Siege fuhren am Wochenende die Frauen des SV Bayer Uerdingen 08 ein. Die Vizemeisterinnen der vergangenen Saison siegten beim SSV Esslingen mit 21:14 und beim SV Nikar Heidelberg mit 21:7, dabei erzielte Nationalspielerin Aylin Fry mit zusammen 13 Toren in beiden Spielen die meisten Tore. Auch der SV Blau-Weiß Bochum freute sich über ein Auswärtserfolg in Heidelberg, die Westdeutschen entschieden die Partie am Samstag mit 20:11 für sich.
Erfolge für Duisburg und Düsseldorf bei den Männern
In der Bundesliga der Männer fand in der A- und B-Gruppe nur jeweils ein Spiel statt. Dabei setzte sich der ASC Duisburg mit 23:13 gegen die SG Neukölln Berlin durch, Nationalspieler Lukas Küppers zeichnete sich mit neun Treffern aus. In der B-Gruppe siegte der Düsseldorfer SC 1898 mit 13:7 beim SV Poseidon Hamburg und übernahm mit dem dritten Sieg im vierten Spiel die Tabellenführung in der B-Gruppe, allerdings hat der DSC auch schon mehr Spiele absolviert als die zum Teil noch verlustpunktfreie Konkurrenz. Für Hamburg dagegen war es im dritten Spiel bereits die dritte Niederlage.
Schützenfeste für Titelverteidiger Hannover und Rekordmeister Spandau in der Bundesliga
Eine Woche länger als die Konkurrenz hatte sich der Deutsche Meister Waspo 98 Hannover gedulden müssen, ehe die Mannschaft von Coach Karsten Seehafer an diesem Wochenende nun endlich auch die neue Saison in der Wasserball-Bundesliga einläuten durfte. Die Niedersachsen müssen in dieser Spielzeit gleich mehrere neue Spieler in ihr Team integrieren, doch nach dem jüngsten Trainingslager in Brescia (ITA) scheint die Abstimmung im Becken bereits gut zu funktionieren. „Das war ein feiner Saisonstart“, freute sich Seehafer jedenfalls nach dem 20:2-Auswärtserfolg beim SSV Esslingen. „Wir benötigen solche Spiele, zum Finden und Integrieren sind sie gut“, so der Waspo-Trainer weiter. Mit Andrija Basic (sechs Treffer) und Hrvoje Benic (fünf) stachen dabei zwei Neuzugänge Hannovers auf Anhieb als beste Torschützen heraus.
Der große nationale Konkurrent Wasserfreunde Spandau 04 feierte ebenfalls ein Schützenfest und bezwang die White Sharks Hannover sogar mit 22:2, Dimitri Kholod war hier mit fünf Treffern Spieler des Tages. Zudem unterlag der OSC Potsdam mit 10:15 gegen den SV Ludwigsburg 08. Auch für die Potsdamer war es der erste Saisonauftritt, nachdem sie am Wochenende zuvor ebenfalls noch spielfrei gewesen waren.
Zwei Spiele, zwei Siege für Köln, Krefeld und Uerdingen
In der B-Gruppe warten die beiden Aufsteiger weiterhin auf die ersten Punkte. Der SV Cannstatt unterlag dem SV Krefeld 1972 in eigener Halle mit 11:15, der SVV Plauen verlor ebenfalls zu Hause mit 11:12 gegen die SGW Rhenania/BW Poseidon Köln. Zur Halbzeit hatten die Gastgeber bereits mit fünf Toren zurückgelegen, sich dann aber wieder herangekämpft und sogar den Ausgleich erzielt, ehe Domagoj Mijatovic 42 Sekunden vor dem Ende doch noch den Siegtreffer für Köln erzielte. Außer Köln und Krefeld holte auch der SV Bayer Uerdingen 08 den zweiten Sieg im zweiten Spiel durch ein 14:7 beim SV Poseidon Hamburg. Ebenfalls zwei Siege, allerdings nach bereits drei gespielten Partien, hat auch der Düsseldorfer SC 1898 zu Buche stehen, der sich beim SV Würzburg 05 auswärts mit 13:10 durchsetzen konnte.
Champions-League-Auslosung bringt interessante Gegner für die DSV-Klubs
Am Rande der Wasserball-EM in Split (CRO) wurden am Wochenende auch die Gruppen für die neue Saison in der Champions League ausgelost. Die beiden für die Hauptrunde gesetzten DSV-Vertreter Waspo 98 Hannover und die Wasserfreunde Spandau 04 bekamen dabei jeweils interessante Gegner zugeteilt.
Hannover trifft in Gruppe A unter anderem auf den zweimaligen Titelverteidiger Pro Recco (ITA) sowie mit Olympiacos Piräus (GRE) auf Europas Champion von 2018. Mit Zodiac Atletic Barceloneta (ESP) bekommt es der Deutsche Meister auch noch mit einem weiteren Final-Eight-Teilnehmer der vergangenen Saison zu tun, weitere Kontrahenten sind Radnicki Kragujevac (SRB), Dinamo Tiflis (GEO) sowie zwei Qualifikanten. Die ersten Vier qualifizieren sich für das Final Eight vom 31. Mai – 03. Juni 2023, das erneut in Belgrad (SRB) und erstmals über einen Zeitraum von vier Tagen ausgetragen wird.
In Gruppe sind dagegen nur noch drei Tickets für das Finalturnier zu vergeben, da Gastgeber Novi Belgrad (SRB) dort bereits gesetzt ist. Das macht die Aufgabe für Spandau nicht leichter, das sich auf ein Duell mit dem ungarischen Spitzenklub FTC-Telekom Budapest freuen darf, Gewinner der Champions League 2019, Finalist 2021 und in diesem Jahr dann Dritter. Weitere Gruppengegner der Berliner sind CN Marseille (FRA), Jug Adriatic Osiguranje Dubrovnik (CRO), der letztjährige Euro-Cup-Sieger Astralpool Sabadell (ESP) sowie ebenfalls zwei noch zu ermittelnde Qualifikanten.
Die Hauptrunde beginnt am 15./16. November, beide deutschen Vereine starten mit einem Heimspiel. Spandau begrüßt Novi Belgrad, Waspo trifft zum Auftakt auf einen Qualifikanten.
Ludwigsburg im Euro Cup nach Griechenland
In der ersten Runde des Euro Cup trifft der SV Ludwigsburg 08 vom 13. – 16. Oktober als einziger deutscher Vertreter in diesem Wettbewerb auf VK Solaris (CRO), Montpellier WP (FRA), CN Echyade (ESP), ZV De Zaan (NED) und Turniergastgeber PAOK Saloniki (GRE). Die besten vier der Gruppe qualifizieren sich für die nächste Runde, die Teams auf den Plätzen fünf und sechs setzen den Wettbewerb im neu geschaffenen Challenger Cup fort.
SV Poseidon Hamburg hält die Klasse, Lokalrivale Hamburger TB steigt ab
Erst im vergangenen Sommer war der Hamburger TB von 1862 zum ersten Mal in der Geschichte des Vereins in die Wasserball-Bundesliga aufgestiegen. Nach nur einer Saison im Oberhaus führt der Weg des HTB nun allerdings direkt zurück in die Zweite Liga: Nach dem 8:10 beim Mitaufsteiger SC Neustadt/Weinstraße und einer weiteren Niederlage beim 7:16 gegen den Duisburger SV 1898 haben die Hamburger in der Abstiegsrunde in Gruppe F als Tabellenletzter keine Chance mehr auf den Klassenerhalt.
Beim Spiel in Neustadt gerieten die Hamburger bereits im ersten Viertel mit 2:7 in Rückstand. In der zweiten Halbzeit gelang dann zwar eine deutliche Leistungssteigerung, so dass die Gäste noch einmal bis auf zwei Tore herankamen, doch zum Sieg reichte es nicht mehr. In der gesamten Saison gelang bisher überhaupt erst ein Erfolgserlebnis – zu wenig, um den Ligaverbleib zu sichern.
Lokalrivale SV Poseidon Hamburg wird dagegen auch in der Saison 2022/23 erstklassig spielen. Am Wochenende gewann man in Duisburg mit 12:9, wobei es schon nach dem ersten Viertel 6:0 für die Hamburger stand; anschließend holte Poseidon auch beim 7:7 in Neustadt einen weiteren Punkt. Zuvor hatte sich auch schon der SV Weiden 1921 den Klassenerhalt vorzeitig gesichert. Nur der Gruppenletzte steigt direkt ab, der Vorletzte bekommt in der Relegation mit den vier Erstplatzierten aus den Landesgruppen noch die Möglichkeit, die Erstklassigkeit zu bewahren. Drei Partien stehen am kommenden Wochenende noch aus, der Relegationsplatz wird dann vermutlich im direkten Duell zwischen dem SC Neustadt/Weinstraße und dem diesmal spielfreien SV Würzburg 05 ermittelt.
Uerdingen gewinnt Stadtderby und sichert sich Platz neun
Spannend verlief das Spiel um Platz neun zwischen dem SV Bayer Uerdingen 08 und dem SV Krefeld 1972, in dem sich die Gastgeber erst nach Fünfmeterwerfen mit 14:13 durchsetzten. Nach regulärer Spielzeit hatte es im Krefelder Stadtderby 9:9 gestanden. Dabei ging der SVK erst im vierten Viertel erstmals in Führung, doch Bayer kam 15 Sekunden vor dem Ende durch Gilbert Schimanski noch zum verdienten Ausgleich. Im Fünfmeterwerfen erzielte dann Nick Möller den entscheidenden Treffer.
Dritter Meistertitel in Folge für die Frauen der Wasserfreunde Spandau 04
Vor Beginn der diesjährigen Finalserie in der Wasserball-Bundesliga der Frauen zwischen den Wasserfreunden Spandau 04 und dem SV Bayer Uerdingen 08 hatten beide Seiten noch darüber sinniert, welcher Verein nach dem Wechsel von Gesa Deike im vergangenen Sommer von Bayer nach Berlin jetzt wohl den größeren Vorteil hätte: Spandau – weil Deike ihren neuen Teamkolleginnen alles über die Taktik ihrer Gegnerinnen berichten konnte? Oder doch eher Uerdingen, weil sie genau wussten, wie man eine der Leistungsträgerinnen auf Seiten der Wasserfreunde ausschalten kann?
Die Antwort gab Gesa Deike im zweiten Finalserie höchstselbst: Gleich sechs Treffer erzielte die Nationalspielerin beim 18:9 ihres Teams und hatte damit entscheidenden Anteil daran, dass sich die Berlinerinnen auch in dieser Saison wieder als Deutsche Meisterinnen feiern lassen dürfen. Durch den zweiten Sieg in der Serie im Modus „Best of Three“ verteidigte Spandau seinen Vorjahrestitel und setzte sich zum insgesamt dritten Mal nach 2019 und 2021 die Krone auf – 2020 war die Saison wegen der Coronavirus-Pandemie abgebrochen worden. Das erste Spiel der Serie hatte Berlin zuvor mit 12:8 gewonnen.
Erst seit 2018 mischen die Wasserfreunde überhaupt bei den Frauen in der Bundesliga mit, seitdem haben sie dort sämtliche nationalen Titel abgeräumt. In dieser Saison hatten sie Anfang Mai bereits den DSV-Pokal geholt und sicherten sich damit wie im Vorjahr erneut das Double. Im Spiel am Samstag war Gesa Deike bereits im ersten Viertel zweimal erfolgreich und sorgte so für die 3:1-Führung der Gastgeberinnen. Näher als bis auf zwei Tore sollte Uerdingen auch in der Folge nicht mehr herankommen, zur Halbzeit stand es 7:5. Die Vorentscheidung fiel dann im dritten Abschnitt, den die Spandauerinnen mit 6:2 für sich entschieden und damit bis auf 13:7 davonzogen.
Am Ende standen sogar doppelt so viele Treffer auf der Anzeigetafel wie bei den Uerdingerinnen, die dennoch stolz sein durften, mit einem sehr jungen Team erneut das Finale erreicht zu haben. Top-Torschützin bei Bayer war Sophia Eggert mit drei Treffern; bei den Siegerinnen trafen hinter Gesa Deike mit je drei Toren Kapitänin Belén Vosseberg und Kana Hosoya am besten. Spandau schloss die Saison damit ohne eine einzige Niederlage im Becken ab. Die einzigen beiden Minuspunkte in der Vorrunde resultierten vom grünen Tisch, weil Berlin zu einem Spiel in Bochum unter der Woche nicht antreten konnte.
Waspo besiegt in der Champions League Marseille und kämpft um Platz fünf
Im vergangenen Jahr schlossen die Wasserballer von Waspo 98 Hannover das Finalturnier der Champions League als Sechster ab, in diesem Jahr könnte es für den Deutschen Meister sogar noch einen Platz weiter nach oben gehen. Nach dem 11:9 gegen CN Marseille (FRA) spielen die Niedersachsen am Samstag um Platz fünf. „Wir können großartigen, emotionalen Wasserball spielen. Nicht immer, aber heute war so ein Tag“, freute sich Waspos Trainer Karsten Seehafer, der seiner Mannschaft nach dem Sieg „eine große Teamleistung“ attestierte, aus der Petar Muslim als bester Torschütze mit sechs Treffern sowie ein glänzend aufgelegter Torhüter Moritz Schenkel noch einmal herausragten. „Wir haben viel besser gespielt als gestern, vor allem in der Defensive“, lobte Seehafer. Am Vortag war Waspo dem italienischen Spitzenteam AN Brescia noch mit 5:12 unterlegen.
Bereits in der Vorrunde waren Hannover und Marseille zweimal aufeinandergetroffen, dort hatten beide Male die Franzosen gewonnen (13:10, 14:7). Marseille hatte die Gruppe als Zweiter abgeschlossen, Waspo hatte sich als Vierter für das Finalturnier qualifiziert – zum zweiten Mal in Folge und zum dritten Mal in den vergangenen fünf Jahren.
Beim Final Eight verlief das Spiel diesmal deutlich enger als bei den beiden vorherigen Aufeinandertreffen, weiter als auf zwei Tore konnte Marseille nie davonziehen. Immer wieder konnte Hannover ausgleichen, lag allerdings bis fünf Minuten vor Schluss selbst nie in Führung. Erst dann brachte Petar Muslim seine Mannschaft erstmals mit 9:8 nach vorn und baute den Vorsprung nur eine Minute später sogar auf zwei Tore aus. Noch einmal kam Frankreichs Champion heran, doch 21 Sekunden vor dem Ende machte erneut Muslim endgültig alles klar. „Wir haben es geschafft, das Spiel zu drehen. Wir haben nie den Faden verloren und immer versucht, unser Spiel durchzubringen, am Ende hatten wir das kleine Quäntchen mehr Glück“, fasste Moritz Schenkel die Partie sehr treffend zusammen.
Meisterschaftsentscheidung vertagt: Spandau gewinnt Spiel drei der Finalserie
Die Wasserfreunde Spandau 04 haben das dritte Finalspiel gegen Waspo 98 Hannover mit 14:13 gewonnen und die Titelentscheidung in der Wasserball-Bundesliga damit mindestens bis Mittwoch vertagt. Durch den knappen Sieg im Heimspiel liegt der Rekordmeister in der Finalserie im Modus „Best of Five“ jetzt nur noch mit 1:2 Siegen zurück und hat zumindest schon einmal einen „Sweep“ wie im Vorjahr verhindert. Damals hatte Waspo die Finalserie zwischen diesen beiden Teams erstmals glatt in drei Spielen für sich entschieden. Die Niedersachsen haben aber weiterhin die Chance, im vierten Spiel am Mittwoch (18:00 Uhr) alles klarzumachen, dann sogar vor heimischem Publikum.
Die beiden ersten Spiele der Serie hatte Hannover zuvor mit 12:9 und 11:9 gewonnen. Bereits nach der ersten Partie hatte Spandaus Präsident Hagen Stamm jedoch gegenüber der lokalen Presse daran erinnert, dass ein anderer Berliner Verein – die Volleyballer der BR Volleys nämlich – in ihrer Finalserie gegen den VfB Friedrichshafen unlängst sogar mit 0:2 zurücklagen – und am Ende trotzdem noch den Titel holten. „Das zeigt, dass im Sport alles möglich ist“, sagte Stamm im Berliner „Tagesspiegel“. Auch die Spieler der Wasserfreunde hatten sich trotz des Rückstandes noch lange nicht aufgegeben und zeigten vor allem in der ersten Halbzeit die bislang beste Leistung in dieser Serie. 4:2 führten die Gastgeber nach dem ersten Viertel, gar 11:6 nach dem zweiten, wobei sich vor allem Yannek Chiru mit insgesamt drei Toren treffsicher zeigte. Daneben waren aber auch die beiden Nationalspieler Maurice Jüngling und Denis Strelezkij mit jeweils zwei Treffern gut aufgelegt.
Auch im dritten Viertel konnte Waspo den Rückstand zunächst nur unwesentlich auf 13:9 verkürzen. Umso stärker kamen die Gäste dann allerdings im Schlussabschnitt auf, nach drei Treffern hintereinander von Topscorer Aleksandar Radovic(insgesamt fünf Tore) stand es plötzlich nur noch 13:12. Auf einmal wankte Spandau. Nachdem Zoran Bozic für die Berliner noch einmal erhöht hatte, sorgte Ivan Nagaev 35 Sekunden vor dem Abpfiff für den erneuten Anschluss, doch der Ausgleich wollte Hannover danach nicht mehr gelingen. „Heute hat das Paket von uns nicht gepasst, gerade in den Anfangsvierteln. Wir sind dann emotional zurückgekommen, aber gereicht hat es nicht. Das ist aber kein Beinbruch, jetzt gucken wir auf Mittwoch“, hakte Trainer Karsten Seehafer die Niederlage lieber schnell ab.
Waspo 98 Hannover steht erneut im Finalturnier der Champions League
Eine Halbzeit lang sah es so aus, als könnte ausgerechnet der zweite DSV-Vertreter und nationale Dauerrivale Wasserfreunde Spandau 04 dem Deutschen Meister Waspo 98 Hannover den Weg ins Finalturnier der Champions League versperren. In den ersten beiden Vierteln des rein deutschen Duells in der Wasserball-Königsklasse lagen jedenfalls fast durchgehend die Gäste aus Berlin in Führung, zeitweise sogar mit drei Toren Vorsprung. Am Ende aber setzte sich Hannover mit 10:9 durch und erreichte damit zum dritten Mal in den vergangenen fünf Jahren und zum zweiten Mal in Folge das Finalturnier von Europas wichtigstem Klubwettbewerb. Das Final Eight mit den acht besten Vereinen des Kontinents findet vom 02. – 04. Juni in Belgrad (SRB) statt.
Vor dem Spiel war die Ausgangslage klar: Waspo benötigte noch einen Erfolg aus den beiden abschließenden Partien, um das Ticket zu lösen; andernfalls hätte der OSC Budapest (HUN), der tags zuvor mit einem Sieg gegen Roter Stern Belgrad (SRB) vorgelegt hatte, womöglich doch noch vorbeiziehen können. Doch auf der Zielgeraden lahmte der Waspo-Motor zunächst, während Spandau sich sehr effektiv präsentierte und – angeführt von Dimitri Kholod (am Ende drei Tore) – mit einer 4:2-Führung das erste Viertel abschloss. Nachdem die Gastgeber zu Beginn des zweiten Abschnitts durch ihren besten Torschützen Aleksandar Radovic (insgesamt drei Treffer) zunächst verkürzen konnten, zogen die Wasserfreunde abermals auf 5:3 und 6:4 davon, ehe Julian Real und Petar Muslim bis zur Pause den Ausgleich besorgten. Erst im dritten Viertel bog Hannover dann auf die Siegerstraße ein. „Wir haben dem Druck standgehalten und konnten auch den schlechten Start ausgleichen und nach einem 0:3 noch einmal zurückkommen. Wir haben nicht brilliert, aber sie niedergekämpft und fahren jetzt zum Final Eight nach Belgrad, das zählt am Ende“, sagte Waspo-Trainer Karsten Seehafer.
Durch den Erfolg sammelte seine Mannschaft zudem weitere Motivation für die bevorstehenden Play-offs in der Bundesliga. Auf nationaler Ebene sind Hannover und Spandau in dieser Saison bislang dreimal aufeinandergetroffen – in beiden Ligaspielen gewannen dabei stets die Hauptstädter, ebenso wie zuvor auch schon beim Supercup im vergangenen Herbst. Das Hinspiel in der Champions League war 8:8 ausgegangen. Der Sieg am Mittwochabend war somit der erste für Hannover in dieser Spielzeit gegen den Konkurrenten – aus Sicht der Niedersachsen genau zum richtigen Zeitpunkt.
Schwimm-Wörterbuch: Ukrainisch-Deutsch als Hilfestellung für Vereine und Trainer*innen
Sport ist gelebte Völkerverständigung, das zeigt sich aktuell auch im Umgang mit dem Ukraine-Krieg. Schwimmvereine aus ganz Deutschland bieten den Geflüchteten aus der Kriegsregion eine neue sportliche Heimat und damit zugleich ein wenig Ablenkung in diesen schwierigen Zeiten. Doch manchmal ist es mit der Verständigung eben doch nicht ganz so einfach. Die grundlegende Kommunikation mag mit Händen und Füßen zu meistern sein, doch für Fachbegriffe aus dem Schwimmsport, um damit konkrete Übungen fachgerecht zu erklären, fehlt es auf beiden Seiten oft an den nötigen Sprachkenntnissen. Nur die wenigsten Trainer*innen sprechen Ukrainisch (oder Russisch), auf der anderen Seite können sich bisher auch nur wenige der Geflüchteten in diesem Maß auf Deutsch oder Englisch artikulieren.
In Kooperation mit dem SC Wiesbaden 1911 und der DSV-Kommunikationsagentur Rough Water& hat der Deutsche Schwimm-Verband e.V. (DSV) daher ein schwimmspezifisches Wörterbuch Ukrainisch-Deutsch erstellt, das ab sofort für alle Vereine kostenlos zum Download zur Verfügung steht. Es enthält 50 Fachbegriffe in beiden Sprachen – von Ausdauer bis Tempowechsel. Als weitere Hilfestellung ist zusätzlich die deutsche Aussprache der kyrillischen Worte mit aufgelistet.
>> Schwimm-Wörterbuch Ukrainisch-Deutsch
Die Idee dazu stammt von Marcos Lira. Der engagierte Trainer des SC Wiesbaden 1911 hat die Begriffsammlung gemeinsam mit dem befreundeten Coach Dmytro Martynenko vom TSV Solingen Aufderhöhe, der selbst Ukrainer ist, zusammengetragen. „Es geht um die spezifische Schwimmsprache und darum, die Kinder und Jugendlichen aus der Ukraine trotz der Sprachbarriere bestmöglich zu betreuen. Die aktuelle Situation stellt für sie eine große Belastung dar, deswegen wollen wir mit dem Wörterbuch zumindest in diesem Bereich für etwas Erleichterung sorgen“, erläutert Marcos Lira. DSV-Präsident Marco Troll begrüßt das Engagement: „Das in Zusammenarbeit mit dem SC Wiesbaden 1911 entstandene Schwimmvokabular zeigt einmal mehr, wie sehr sich unsere Vereine für die Menschen aus der Ukraine engagieren, damit diese sich bei uns in Deutschland zu Hause fühlen können. Im Sport sprechen wir alle mit einer Sprache. Wir können stolz sein auf die ehrenamtliche Unterstützung in den vielen Vereinen im DSV“, sagt er.
Auch im Wasserspringen, Wasserball und Synchronschwimmen haben DSV-Vereine Sportler*innen aus der Ukraine aufgenommen. Wer in diesen Sportarten eine vergleichbare Wörtersammlung zusammenstellen kann, welche die Verständigung im Training erleichtert, wendet sich dafür gern an press@roughwaterand.com.
