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DSV-Männer setzen beim Weltcup auf das Erfolgsteam der ersten Runde
Die erste Runde beim World Aquatics Water Polo World Cup hatten Deutschlands Wasserballer im März als ungeschlagener Gruppensieger abgeschlossen. Für das nächste Weltcup-Turnier vom 02. – 07. Mai in Berlin setzt Bundestrainer Milos Sekulic nun weitgehend auf dasselbe Personal und hofft natürlich auf ein ähnlich erfolgreiches Abschneiden beim Heimspiel in der Hauptstadt. Von den 15 Nominierten im Aufgebot waren 14 auch schon im März dabei. „Das Team ist gleich geblieben. Das sind die Spieler, die die erste Runde gespielt und dort vier Siege eingefahren haben. In Berlin wollen wir uns weiter steigern und uns bestmöglich präsentieren. Die Konkurrenz ist stark, es gibt keine leichten Spiele oder selbstverständlichen Siege. Ich möchte, dass jeder Einzelne versucht, seine beste Leistung zu bringen. Und falls uns so am Ende die Qualifikation für das Finalturnier gelingt, umso besser“, sagt Sekulic.
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Neu in Kader ist lediglich der junge Finn Taubert (OSC Potsdam), Kapitän der U17-Nationalmannschaft und eines der größten Talente hierzulande. „Finn Taubert ist ein junger Spieler, der sich zunehmend anbietet. Er hat schon vor zwei Jahren unter meiner Leitung die U17-EM als jüngster Spieler der Mannschaft bestritten, seitdem entwickelt er sich weiter gut und hat die Einladung absolut verdient“, so der Bundestrainer. „Es ist mein Job und ein Teil meiner Trainerphilosophie, auch jungen Spielern eine Plattform zu geben, sich zu zeigen, anzubieten und zu entwickeln. Finn ist aber sicherlich nicht der einzige Nachwuchsspieler, der beobachtet wird.“
Mit gleich sechs Spielern stellt Rekordmeister Wasserfreunde Spandau 04 das größte Kontingent. Drei von ihnen – Maurice Jüngling, Mateo Cuk und Denis Strelezkij – waren auch 2018 schon mit von der Partie, als der Weltcup zuletzt in Berlin ausgetragen wurde und Deutschland mit Hilfe des Heimpublikums einen starken vierten Platz erreichte. Überhaupt sind die lokalen Vereine aus Berlin und Brandenburg im Kader stark vertreten, denn auch der OSC Potsdam ist mit Mark Dyck, Ferdinand Korbel und Taubert mit einem Trio mit dabei, das sicher ebenfalls auf tatkräftige Unterstützung von den Rängen zählen kann. Mit Waspo 98 Hannover (vier Spieler), den White Sharks Hannover (einer) und dem ASC Duisburg (ebenfalls ein Spieler) finden sich neben Spandau auch alle weiteren Halbfinalisten der laufenden Deutschen Meisterschaft im Aufgebot wieder und damit alle Top-Teams des deutschen Wasserballs.
Die Spiele der Männer gehen vom 05. – 07. Mai über die Bühne. Deutschland spielt in der Gruppenphase zunächst gegen Malta (05. Mai, 13:00 Uhr), den WM-Zwölften Südafrika (05. Mai, 20:30 Uhr) und Asienmeister China (06. Mai, 19:15 Uhr), in der Parallelgruppe sind es Rumänien, Neuseeland, Kasachstan und der Iran. Die Platzierungsspiele finden am Sonntag (07. Mai) statt, die beiden Finalspiele sind dann um 17:30 bzw. 19:15 Uhr angesetzt. Bereits zuvor spielen vom 02. – 04. Mai auch die Frauen beim Weltcup, hier trifft das DSV-Team zunächst auf Kasachstan (02. Mai, 13:00 Uhr), Neuseeland (02. Mai, 20:30 Uhr) und Großbritannien (03. Mai, 19:15 Uhr), in der Parallelgruppe spielen Israel, die Ukraine, Usbekistan und Südafrika. Spannende Spiele und viel Action bei bis zu acht Spielen pro Tag sind bei beiden Geschlechtern garantiert, wenn die je acht Nationen um jeweils zwei Tickets für die Super Finals Ende Juni in den USA wetteifern.
Das DSV-Team für den Weltcup in Berlin:
Zoran Bozic, Yannek Chiru, Mateo Cuk, Maurice Jüngling, Denis Strelezkij, Max Vernet Schweimer (alle Wasserfreunde Spandau 04), Felix Benke, Mark Gansen, Niclas Schipper, Fynn Schütze (alle Waspo 98 Hannover), Mark Dyck, Ferdinand Korbel, Finn Taubert (alle OSC Potsdam), Finn Rotermund (White Sharks Hannover), Aleks Sekulic (ASC Duisburg)
Das ist der DSV-Kader bei den Frauen für den Weltcup in Berlin
Mit einem Mix aus aufstrebenden Talenten und erfahrenen Kräften gehen die deutschen Wasserballerinnen in den World Aquatics Water Polo World Cup vom 02. – 07. Mai in Berlin. Bundestrainer Sven Schulz hat insgesamt 14 Spielerinnen für das stark besetzte Turnier in der Hauptstadt nominiert, darunter viele aus dem Juniorinnenteam, das in den vergangenen Jahren international schon wiederholt auf sich aufmerksam machen konnte. „Einige von ihnen waren im vergangenen Jahr auch schon bei der EM der Frauen mit dabei und konnten dort ebenfalls überzeugen. Jetzt erhalten mit Greta Tadday, Yara Bonett, Georgia Sopiadou, Jamie-Julique Haas, Ioanna Petiki, Vivien-Sophie Krause oder Jana Stüwe erneut junge Spielerinnen die Chance, internationale Erfahrungen zu sammeln. Dieses Turnier gegen starke internationale Konkurrenz ist nun eine hervorragende Gelegenheit, die Entwicklung des Teams weiter voranzutreiben“, sagt Schulz.
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Unterstützt wird der Nachwuchs von schon etablierten Spielerinnen wie zum Beispiel Aylin Fry (SV Bayer Uerdingen 08) – aktuell die Nummer eins der Torschützinnenliste der Bundesliga. Kapitänin Gesa Deike (LUC Métropole Lille/FRA) ist zudem eine von drei Spielerinnen des aktuellen Kaders, die im Ausland aktiv sind und dort zusätzliche Erfahrung sammeln konnten. „Ich habe in dieser Saison noch einmal große Fortschritte gemacht und mich im Centerspiel und beim Wurf gut verbessern können. Und davon profitiert auch das Nationalteam“, sagt die 28-Jährige, die beim französischen Pokalsieger und Serienmeister unter Vertrag steht. Zwar können einige Spielerinnen des letztjährigen EM-Kaders nicht nach Berlin kommen, weil sie inzwischen in den USA am College studieren, sich in ihrer ausländischen Liga noch im Spielbetrieb befinden oder durch die Abiturprüfungen verhindert sind, doch Gesa Deike ist trotzdem zuversichtlich: „Es wird ein anderes Team sein, aber gerade die jüngeren Spielerinnen wollen sich natürlich auch beweisen und werden deshalb alles geben“, sagt sie.
Wahrscheinlich letztmalig im Tor stehen wird die Bochumerin Felicitas Guse, die nach vielen Jahren als Nummer eins und stets verlässlicher Rückhalt der Nationalmannschaft ihre internationale Karriere beenden wird. Zurück im Team ist die Hamburgerin Pauline Pannasch, sie soll als Linkshänderin für zusätzliche Torgefahr sorgen. „Zusammen werden wir in Berlin ein hoffentlich erfolgreiches Turnier erleben. Mit der Hilfe des Publikums hoffen wir auf eine Überraschung“, sagt Bundestrainer Sven Schulz.
Die Spiele der Frauen werden vom 02. – 04. Mai ausgetragen. In der Vorrunde treffen die DSV-Frauen dabei zunächst auf Kasachstan (02. Mai, 13:00 Uhr), Neuseeland (02. Mai, 20:30 Uhr) und Großbritannien (03. Mai, 19:15 Uhr), in der Parallelgruppe spielen Israel, die Ukraine, Usbekistan und Südafrika. Die Platzierungsspiele finden dann Donnerstag (04. Mai) statt, mit den beiden Finalspielen um 17:30 bzw. 19:15 Uhr. Das Turnier der Männer folgt dann vom 05. – 07. Mai, hier spielt Deutschland in der Gruppenphase zunächst gegen Malta (05. Mai, 13:00 Uhr), den WM-Zwölften Südafrika (05. Mai, 20:30 Uhr) und Asienmeister China (06. Mai, 19:15 Uhr), während in der anderen Gruppe Rumänien, Neuseeland, Kasachstan und der Iran ums Weiterkommen kämpfen. Spannende Spiele und viel Action bei bis zu acht Spielen pro Tag sind bei beiden Geschlechtern garantiert, wenn die je acht Nationen um jeweils zwei Tickets für die Super Finals Ende Juni in den USA wetteifern.
Das DSV-Team für den Weltcup in Berlin:
Yara Bonett, Aylin Fry, Greta Tadday (alle SV Bayer Uerdingen 08), Felicitas Guse, Jana Stüwe (beide SV Blau-Weiß Bochum), Ioanna Petiki, Georgia Sopiadou (beide SSV Esslingen), Pauline Pannasch, Vivien-Sophie Krause (beide Eimsbütteler Turnverband), Emma Koch (Wasserfreunde Spandau 04), Jamie-Julique Haas (SC Chemnitz), Gesa Deike (LUC Métropole Lille/FRA), Antonia Merkel (Simalga Real Canoe NC/ESP), Lynn Krukenberg (GZC Donk/NED)
Lokalmatadoren Elea Linka und Linus Schwedler voller Vorfreude auf den Europacup in Kiel
Bei den Europameisterschaften 2021 war Freiwasserschwimmerin Elea Linka (SG Stormarn Barsbüttel) Sechste, den gleichen Platz belegte sie in diesem Jahr auch bei der WM in Budapest (HUN). Man darf also durchaus behaupten, dass Schleswig-Holsteinerin sich in der Weltspitze etabliert ist, auch wenn sie das selbst noch gar nicht realisiert hat. „Manchmal fühlt man sich immer noch wie das kleine Kind, das eben noch eine Medaille bei Landesmeisterschaften gewonnen hat“, verriet sie bei der Pressekonferenz anlässlich des LEN Open Water Cups am morgigen Freitag (26. August) in Kiel. Und zumindest, was den Wettkampfort angeht, fühlt es sich für die Lokalmatadorin ja auch wirklich ein bisschen so an, denn so nah an der Heimat startet sie im Europacup eher selten. „Ich freue mich, dass das direkt in der Nähe ist, das hat es so in meiner aktiven Zeit noch nicht gegeben“, sagte sie.
Das Event am Olympiazentrum in Kiel-Schilksee bildet die fünfte von insgesamt sechs Stationen der diesjährigen Europacup-Serie und ist Teil eines umfangreichen Veranstaltungsprogramms, mit dem die Stadt Kiel das 50-jährige Jubiläums der Segelwettbewerbe der Olympischen Sommerspiele 1972 in Kiel begeht. Der Startschuss für das Rennen der Männer über zehn Kilometer fällt um 11:15 Uhr, fünf Minuten später geht es dann auch die Frauen auf diese olympische Distanz. Die Wettbewerbe werden bei der LEN im Livestream übertragen.
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Neben Elea Linka ist das Rennen auch für Linus Schwedler (SC Magdeburg) beinahe ein Heimspiel, denn der 17-Jährige stammt ursprünglich aus Flensburg. In dieser Saison schwamm er bereits in Portugal und Rom (ITA), demnächst dann auch bei der WM der Junior*innen auf den Seychellen oder jetzt eben in der Kieler Förde. „Das macht für mich den Reiz des Freiwasserschwimmens aus“, erklärte er. Den Wettkampf in Kiel will er als Vorbereitung für die JWM nutzen: „Es ist eine andere Distanz, bei der JWM werden ja nur 7,5 Kilometer geschwommen, aber in Sachen Verpflegung und Taktik ist es relativ ähnlich. Wir sind nochmal hier, um zu gucken, was geht, um sich da nochmal reinzufuchsen in ein kleineres Teilnehmerfeld und da vorne mitzuagieren. Das ist auch der Plan für die Seychellen: Immer vorne mit dabei zu sein und sich nicht hinten einzureihen.“
Dieses Motto gilt auch generell für das Team des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV). „Das Team ist jung. Es geht hier darum, Erfahrung zu sammeln. Ob dabei am Ende Platz drei, fünf oder sieben herausspringt, ist nicht so ausschlaggebend für den längerfristigen sportlichen Erfolg, vielmehr geht es darum, sich mit den wieder anderen Bedingungen auseinanderzusetzen. Das müssen die Sportler*innen auch lernen“, betonte Constantin Depmeyer, der Bundestrainer für das Freiwasserschwimmen. Sein Kollege Bernd Berkhahn, als Bundestrainer für die langen Strecken im Becken verantwortlich, ergänzte: „Wir haben hier kurze, knappe Wellen, das wird nicht einfach, in diesem Terrain zu schwimmen. Wir sind es mehr gewohnt, auf Ruderregattastrecken oder auf Seen zu schwimmen, es wird immer seltener auf dem Meer geschwommen. Da werden sich einige schwer tun, aber es ist wichtig, dass wir unsere jungen Sportler*innen diesen Bedingungen aussetzen können. Sie werden viel dazulernen, und das ist das, was wir bei diesem Wettkampf vor allem erreichen wollen.“
Zumal sich das Freiwasserschwimmen in den vergangenen Jahren verändert hat. Gab es früher meist reine Freiwasserschwimmer*innen, machen inzwischen viele Langstreckler*innen aus dem Becken beides. „Diese Verknüpfung ist immer stärker geworden und hat dazu geführt, dass die Rennen immer schneller werden“, erklärte Depmeyer und zog einen Vergleich zum Motorsport: „Früher war das vielleicht eher die Rallye Paris-Dakar, jetzt ist es die Formel 1.“
Die Europäer*innen geben dabei weltweit den Ton an. „Europa ist im Moment führend in der Welt, vor allem in der Breite. Da haben wir eine sehr hohe Leistungsdichte“, berichtete Berkhahn. Auch er hat übrigens Lokalbezug und freut sich deshalb umso mehr, dass nach 2013 (damals in Hamburg) wieder ein Europacup im Norden stattfindet. „Ich komme aus Schleswig, da bin ich groß geworden. Meine Großeltern haben in Kiel gewohnt, ich kenne die Stadt also sehr gut. Es ist wirklich schön, hier so einen Wettkampf zu haben.“
Moritz Wesemann springt vom 1m-Brett mit WM-Norm zur Titelverteidigung
Als Lutz Buschkow, Chef-Bundestrainer Wasserspringen im Deutschen Schwimm-Verband e.V. (DSV), in dieser Woche nach den Rücktritten von Patrick Hausding und Martin Wolfram davon sprach, welche Athlet*innen in Zukunft eine tragende Rolle spielen könnten, da fiel auch der Name von Moritz Wesemann (SV Halle). Und als wenn ihn die Worte des Bundestrainers noch einmal zusätzlich angespornt hätten, stellte Wesemann bei seinem ersten Auftritt im Rahmen der Internationalen Deutschen Meisterschaften in Berlin gleich seine Klasse unter Beweis. Im Wettbewerb vom nicht-olympischen 1m-Brett erzielte der Hallenser herausragende 441,35 Punkte und siegte damit vor seinem Vereinskollegen Timo Barthel (406,35) und Lars Rüdiger (Berliner TSC/387,35).
Wesemann gelang damit nicht nur die Titelverteidigung, sondern auch bereits der zweite DM-Titel in diesem Jahr vom 1m-Brett, nachdem er sich im Februar auch schon bei den Deutschen Hallenmeisterschaften in Rostock durchgesetzt hatte. „Der 1m-Wettbewerb ist einfach meine Lieblingsdisziplin“, meinte der 19-Jährige, der dort im vergangenen Jahr auch Silber bei der Junior*innen-WM in Kiew (UKR) gewonnen hatte. „Ich habe hart gearbeitet, aber so ein Ergebnis hätte ich nie erwartet. Es hat wirklich alles geklappt – der Auerbach, der Delfinsalto und am Ende auch noch die Auerbachschraube mit dem höchsten Schwierigkeitsgrad. Klar passiert das auch mal im Training, aber dass im Wettkampf alles so zusammenpasst, macht mich sehr zufrieden.“
Bereits im Vorkampf hatte Wesemann mit 400,80 Punkten den WM-Richtwert (390,00) übertroffen. Mit der doppelten Normerfüllung dürfte er seinen Platz im Aufgebot für die Weltmeisterschaften in Budapest (HUN/18. Juni – 03. Juli) sicher haben, die endgültige Nominierung nimmt Bundestrainer Buschkow allerdings erst nach Abschluss der Deutschen Meisterschaften vor.
Auch der Zweitplatzierte Timo Barthel übertraf im Finale die WM-Norm, dabei war der Olympiateilnehmer von Tokio im Vorfeld verletzt gewesen. Wegen einer Handgelenksprellung konnte er im Training zuletzt nur noch fußwärts tauchen, erst jetzt im Wettkampf vom 1m-Brett sprang er erstmals wieder mit den Händen voran ins Wasser. „Die Silbermedaille fühlt sich deshalb für mich an wie Gold“, sagte er sichtlich erleichtert. Auf einen Start im Turmspringen, wo er im vergangenen Jahr noch den DM-Titel geholt hatte, wird er diesmal sicherheitshalber verzichten.
Jette Müller besser als die EM-Zweite vom 1m-Brett
Bei den Frauen übertraf im Finale auch Jette Müller (WSC Rostock) als Siegerin mit 279,20 Punkten die WM-Norm (270,00). Für die Weltmeisterin der Juniorinnen des vergangenen Jahres war es vom 1m-Brett ebenfalls schon der zweite DM-Titel binnen weniger Monate, auch sie hatte im Februar schon bei Deutschen Hallenmeisterschaften auf ihrer Heimanlage in Rostock triumphiert. Diesmal setzte sie sich vor Vorjahressiegerin Saskia Oettinghaus (Dresdner SC 1898/269,80) und der Schweizerin Michelle Heimberg (262,05) durch, immerhin amtierende Vizeeuropameisterin in dieser Disziplin. In der DM-Wertung, für die nur die DSV-Athletinnen zählen, belegte Friederike Freyer (SC DHfK Leipzig/248,80) den dritten Platz. Die Titelkämpfe sind in diesem Jahr international ausgeschrieben, es wird jedoch zwischen einheimischen und ausländischen Teilnehmer*innen getrennt gewertet.
„Ich bin sehr zufrieden mit meiner Leistung, das war das, was ich mir vorgenommen habe“, sagte Müller. Im Vorkampf hatte die 18-Jährige mit dem 2,5-fachen Auerbachsalto gehockt einen neuen, relativ schweren Sprung ausprobiert, auf den sie im Finale aber vorerst noch verzichtete. „Ich bin erst einmal glücklich, dass ich ihn gemacht habe. Wenn ich den noch öfter übe, wird er auch noch besser, dann ist punktmäßig sogar noch mehr möglich“, so die Rostockerin. „Ich freue mich auf die nächsten Wettkämpfe und was alles noch kommt.“
Im Mixed-Turm-Synchronspringen ging der Deutsche Meistertitel an Lou Massenberg und Elena Wassen (beide Berliner TSC) mit 306,60 Punkten, womit die beiden ebenfalls die WM-Norm (300,00) übertrafen.
Leonie Beck und Florian Wellbrock gewinnen in Abu Dhabi
Mit einem dominanten Auftritt hat Freiwasser-Olympiasieger Florian Wellbrock das 10km-Rennen beim Finale der FINA Marathon Swim World Series in Abu Dhabi (VAE) gewonnen. In 1:48:09,40 Stunden setzte sich der Magdeburger vor Domenico Acerenza (ITA/1:48:12,00) und Kristof Razovsky (HUN/1:48:23,60) durch. Die deutsche Hymne konnte an der Yas Bay an diesem Donnerstag sogar zweimal gespielt werden, denn bei den Frauen triumphierte anschließend auch die Würzburgerin Leonie Beck vor Olympiasiegerin Ana Marcela Cunha (BRA/1:58:19,30) und der in Magdeburg lebenden Sharon van Rouwendaal (NED/1:58:22,10).
Niklas Frach als Achter (1:48:29,90), Oliver Klemet als Elfter (1:48:37,90) und Rob Muffels auf Rang 17 (1:48:43,70) rundeten den erfolgreichen Morgen für den Deutschen Schwimm-Verband e.V. (DSV) ab. Auch die DSV-Frauen zeigten eine überzeugende Mannschaftsleistung mit Jeannette Spiwoks auf Rang zehn (1:59:06,80), Elea Linka (1:59:36,90) auf Platz 18 und der zuletzt bekanntlich länger pausierenden Sarah Köhler auf Rang 29 (2:03:21,70).
Wie schon bei seinem Olympiasieg in Tokio setzte sich Wellbrock bei angenehm warmen Bedingungen ohne Wind und Wellen gleich zu Beginn des Rennens an die Spitze des Feldes und diktierte durchgehend das Tempo. Zwar blieb Acarenza bis zur Zielgeraden immer in seinem Sog, aber mit einer entschiedenen Tempoverschärfung in der letzten Runde machte der Deutsche ernsthafte Angriffe letztlich unmöglich. „Ich schwimme lieber vorneweg als im Feld. Dass mir das noch mal so gelingt wie in Tokio, hätte ich aber nicht unbedingt erwartet. Am Anfang war das Tempo noch nicht ganz so hoch, aber die letzte Runde wurde dann richtig schnell. Ich bin natürlich richtig zufrieden mit dem Ausgang“, erklärte Wellbrock anschließend. „Es ist immer wieder schön, ganz oben zu stehen. Ich habe hier schon 2018 gewonnen und freue mich, dass ich es wieder geschafft habe. Als Olympiasieger will man natürlich jedes Rennen gewinnen.“
Zur Belohnung gab es diesmal 15.000 US-Dollar Prämie. Und das Weihnachtsgeld kann am Persischen Golf sogar noch weiter anwachsen, Wellbrock startet bei der heute zeitgleich begonnenen Kurzbahn-WM ja auch noch über 1500m Freistil – der Vorlauf ist dann am Montag angesetzt, das Finale am Dienstag. Sicher kommt es dann auch wieder zum Duell mit Gregorio Paltrinieri (ITA), der die 10km nach dem Erfolg im Teamevent am Tag zuvor diesmal ausließ. „Ob das Taktik war, um sich für die 1500m zu schonen, weiß ich nicht. Gregorio war jedenfalls putzmunter an der Strecke“, sagte Wellbrock. „Natürlich will ich dann aber auch im Becken mit um die Medaillen kämpfen. Aber erst mal muss ich nun gut regenerieren, so ein Rennen im Salzwasser zieht ganz schön Kraft.“
Niklas Frach eroberte am Donnerstag übrigens noch Rang drei der Weltcupgesamtwertung. „Das ist einer meiner größten Erfolge überhaupt. Fünf Tage nach dem dritten Platz in Israel bin ich jedenfalls damit sehr zufrieden.“, sagte Frach. Womöglich rückt der Gelnhausener hinter dem Gesamtsieger Razovsky sogar noch auf Rang zwei vor, denn die Disqualifikation des mehrfachen Weltmeister Marc-Antoine Olivier (FRA) könnte hier auch noch Folgen haben. Olivier hatte sich im Rennen heftig mit Oliver Klemet beharkt, diesem dann wohl ins Gesicht geschlagen. „Marc-Antoine reagiert schnell mal ungehalten. Das ist zuletzt in Barcelona schon einmal passiert, nur hat es diesmal ein Schiedsrichter gesehen“, berichtete Bundestrainer Bernd Berkhahn.
Ungewöhnliches tat sich später auch im Frauen-Rennen. Leonie Beck war zwischenzeitlich nämlich extrem weit ins Hinterfeld geraten, über 30 Sekunden betrug der Rückstand zur Spitze da bereits. „Ich wollte etwas Kraft sparen, aber gefühlt war ich plötzlich Letzte“, sagte Beck. „Aber ich wollte auf keinen Fall da hinten bleiben und daher habe ich mich wieder herangekämpft. Das kostet eigentlich zu viel Kraft, aber diesmal ist es gut gegangen.“ Denn einmal so richtig in Schwung, zog die 24-Jährige Beck dann nämlich einfach durch und auch an den Superstars an der Spitze vorbei. „Das hat Leonie dann auch taktisch sehr gut gemacht, indem sie mit dem nötigen Abstand vorbeizog“, lobte Bundestrainer Berkhahn. Das erstmalige Höhentraining mit der italienischen Nationalmannschaft hatte „offenbar gut angeschlagen“, so Beck.
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Olympiabronze für Tina Punzel und Lena Hentschel
Der Jubel war riesig. Nicht nur bei den deutschen Wasserspringer*innen, sondern im gesamten Team Deutschland, das sich am Sonntagmorgen über das erste Edelmetall bei diesen Olympischen Spielen in Tokio freuen durfte. Tina Punzel(Dresdner SC 1898) und Lena Hentschel (Berliner TSC) gewannen im 3m-Synchronspringen nach einem spannenden Wettkampf mit 284,97 Punkten die Bronzemedaille hinter den favorisierten Chinesinnen (326,40) und Kanada (300,78). Es war die erste Olympiamedaille für die deutschen Frauen im Wasserspringen seit Peking 2008, als Ditte Kotzianund Heike Fischer auch im 3m-Synchronspringen ebenfalls Bronze holten. „Einfach genial, ein Traum ist wahr geworden. Die ganze Arbeit hat sich echt bezahlt gemacht, wir konnten uns selbst belohnen mit der Medaille“, meinte Punzel überglücklich. Auch ihre Partnerin jubelte: „Es ist unglaublich. Die Medaille baumelt zwar die ganze Zeit um meinen Hals, aber dass sie jetzt wirklich zu mir gehört, kann ich noch gar nicht richtig fassen.“In den vergangenen Wochen hatten die beiden Europameisterinnen noch einmal hart trainiert, um auf diese Weise die vielen kleinen Details, auf die es am Ende ankommt, noch synchroner auszuführen als ohnehin schon. Im Tokyo Aquatics Centre zeigten sie dann von Anfang an eine starke Leistung, lagen nie schlechter als Rang fünf. „Die beiden sind sehr stabil gesprungen. Sie haben keine Nerven gezeigt“, lobte Chef-Bundestrainer und DSV-Sportdirektor Lutz Buschkow. Gerade Lena Hentschel, die mit 20 Jahren als eine der Jüngsten in diesem Finale ihr Olympiadebüt feierte, ließ sich die Nervosität bei ihrem bislang größten Auftritt nicht anmerken. „Ich hatte in den Endphasen ein paar Kleinigkeiten, aber die waren nicht so gravierend“, sagte sie. „Tina ist das super durchgesprungen, synchron war das auch super. Es ist alles aufgegangen.“ Hentschel war vor anderthalb Jahren extra aus Berlin nach Dresden umgezogen, um mit Punzel gemeinsam trainieren zu können. „Was in eineinhalb Jahren entstanden ist und wofür wir trainiert haben, das wussten wir. Aber dass es sich jetzt so auszahlt, ist einfach unglaublich schön. Dafür mit einer Bronzemedaille belohnt zu werden, hätten wir uns nicht erträumen können“, sagte sie. Vor dem letzten Durchgang trennten die beiden Deutschen nur 0,78 Punkte von den Italienerinnen Elena Bertocchi und Chiara Pellacani, mit denen sie sich im Mai auch schon bei der EM in Budapest (HUN) duelliert hatten. Und genau wie damals hatte das deutsche Duo das bessere Ende für sich: Mit einem sauber ausgeführten 3,5-fachen Salto vorwärts gehechtet schoben sie noch auf einen Podiumsplatz vor – auch weil die Italienerinnen in ihrem letzten Versuch patzten und so am Ende noch bis auf Rang sieben abrutschten. „Wir haben während des Wettkampfs wenig auf die anderen geachtet. Aber wir wussten, dass die Italienerinnen wirklich noch einen guten Sprung brauchen, um an uns vorbeizukommen. Und als sie den dann nicht gemacht haben, wussten wir, dass wir eigentlich auf dem Dritten sein müssen. Als es dann an der Anzeigetafel stand, war es einfach supercool. Einfach megageil, dass wir unser Ding machen konnten“, sagte Punzel. „Das ist ein Auftakt nach Maß“, freute sich auch Lutz Buschkow. „Es zeigt, dass wir gut vorbereitet sind, das ist eine gute Motivation für das gesamte Team und gibt Optimismus für die nächsten Wettkämpfe.“ Im Vorfeld hatte der Chef-Bundestrainer schon angekündigt, dass sein Team in Tokio um die Medaillen mitkämpfen kann. Nach dem Traumstart durch Tina Punzel und Lena Hentschel hat sich diese Prognose schon nach dem ersten Wettbewerb bewahrheitet. Und auch der Chef de Mission des deutschen Teams, Dirk Schimmelpfennig, freute sich mit den Wasserspringern: „Ein faszinierender Wettkampf mit einem Happy-End. Gratulation an Lena Hentschel und Tina Punzel, die die Erfolgsserie der Springerinnen und Springer bei Olympia verlängern. Die beiden heutigen Medaillen sind ein Türöffner für das gesamte Team D – jetzt sehen alle, was hier in Tokio möglich ist.“
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Henning Mühlleitner wird nach starkem Auftritt Olympia-Vierter über 400m Freistil
Wieder kam er mit einem starken Endspurt auf der letzten Bahn angeflogen, wieder zeigte er mit 3:44,07 Minuten eine überragende Leistung bei diesen Olympischen Spielen in Tokio. Und nach dem Anschlag des Finallaufes über 400m Freistil konnte sich Henning Mühlleitner dann über den vierten Platz freuen. Gold sicherte sich überraschend der erst 18 Jahre alte Tunesier Ahmed Hafnaoui (3:43,36) vor dem Australier Jack McLoughlin (3:43,52) und dem US-Amerikaner Kieran Smith (3:43,94).
„Ich bin mega happy mit dem Rennen und mit dem was ich erlebt habe und dass ich einfach mega Spaß hatte“, sagte Mühlleitner anschließend. Der 24-Jährige von der Neckarsulmer Sport-Union hatte am Vorabend die schnellste Vorlaufzeit (3:43,67) erzielt und musste diese Rolle dann erst einmal verarbeiten. Er stellte dafür sein Handy aus, spielte nach dem Abendbrot mit seinem Zimmernachbarn Marco Koch noch ein Würfelspiel, um nach einer eher unruhigen, aber guten Nacht erneut zu glänzen. „Kurz bevor ich rausgelaufen bin, habe ich dann doch gemerkt: Das wird spannend. Aber ich habe trotzdem mal kurz gelächelt unter der Maske und habe den Moment maximal genießen können“, erzählte Mühlleitner.
Während die Konkurrenz gleich nach dem Startsignal wieder sehr schnell loslegte, teilte sich Mühlleiter das Rennen ähnlich wie am Vortag erneut viel gleichmäßiger ein. In der zweiten Rennhälfte rückte er so dann immer weiter nach vorn, am Ende fehlten nur 13 Hundertstel zum ersten Medaillengewinn eines deutschen Schwimmers im Einzel seit Stev Thelokes Bronze über 100m Rücken im Jahr 2000. Auf die Frage eines Reporters, ob zehn Meter mehr vielleicht für die Medaille gereicht hätten, antwortete Mühlleiter gelassen: „Also ich finde es witzig, wie man dann nochmal die Energie herziehen kann auf den letzten 50 Metern. Da haben wir ja alle plötzlich nochmal Energie gehabt. Zehn Meter länger ist egal, die Bahn ist 50 Meter lang und da zählt es, wer als Erstes die Hand an die Wand kriegt und ich war halt der Vierte heute, so ist das.“
Auch dass seine Vorlaufbestzeit vom Vortag zu Bronze gereicht hätte, vermochte den Studenten der Wirtschaftsinformatik nicht zu vertrüben. Die kurze Regenerationsphase im olympischen Zeitplan mussten ja alle gleich meistern. „Heute früh war ein neues Rennen. Ich habe mir auch Szenarien ausgemalt, dass wir heute plötzlich nur noch 3:46 schwimmen und dass da die Medaillen weggehen. Oder plötzlich kommt einer, wie jetzt der Tunesier ganz überraschend auf der Außenbahn, und schwimmt nochmal eine schnellere Zeit heute früh.“
Fakt ist, dass Mühlleitner dem Team des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) einen verheißungsvollen Olympiastart verschafft hat. „Henning und sein Trainer Matt Magee haben hervorragende Arbeit geleistet“, lobte auch Bundestrainer Bernd Berkhahn. Der Australier Magee arbeitet seit dem Frühjahr 2020 in Neckarsulm.
Im ersten Finalabschnitt glänzte am Sonntag auch Lucas Matzerath mit einer weiteren Bestzeit über 100m Brust (59,31 Sekunden) und landete damit eine Hundertstel vor dem deutschen Rekordhalter Fabian Schwingenschlögl (59,32). Als Neunter und Zehnter verpassten die DSV-Vertreter den Finaleinzug damit aber denkbar knapp. „Ich konnte mich weiter steigern und bin mit meinem ersten Olympiaeinsatz zufrieden, auch wenn im Training sogar noch schnellere Zeiten möglich erschienen“, sagte Matzerath. „Jetzt heißt es, in den nächsten drei Jahren bis Paris weiter hart zu arbeiten, damit es dann mit dem Finale klappt.“ Über die Besetzung der Lagenstaffel werden sich die Bundestrainer nun weiter Gedanken machen.
„Es hat eigentlich alles gepasst, von daher war einfach nicht mehr drin“, erklärte Schwingenschlögl. Seine Rekordzeit aus dem April (58,95) hätte wohl zum Finale gereicht, aber trotzdem war der 29-Jährige zu Recht stolz auf seine Leistung: „Das Team hat jetzt gezeigt, wir können vorne mitschwimmen. Wir sind nicht irgendwo im Nirgendwo unterwegs, wir sind konkurrenzfähig.“
Goldmedaillen sicherten sich am ersten Finaltag zudem Yui Ohashi (JPN/4:32,08 Minuten) und Chase Kalisz (USA/4:09,42) jeweils über 400m Lagen sowie Australiens Staffel über 4x100m Freistil der Frauen mit Weltrekord (3:29,69 Minuten).
Doppelsieg für die Wassen-Schwestern, auch Barthel stark
Die Goldmedaille für ihren deutschen Meistertitel im Turmspringen bekam Christina Wassen (Berliner TSC) von ihrer jüngeren Schwester umgehängt. Denn die erste Entscheidung der diesjährigen Titelkämpfe im Wasserspringen war wie erwartet eine reine Familienangelegenheit: Christina Wassen siegte am Dienstag mit 337,10 Punkten vor Elena Wassenmit 328,70 Punkten, Bronze sicherte sich Pauline Pfeif (298,00/alle Berliner TSC).
>> Alle Ergebnisse der DM Wasserspringen
„Ich bin wirklich sehr zufrieden. Mein oberstes Ziel war es, die Normpunktzahl für Olympia dreimal zu bekommen, und das ist mir gelungen. Es ist natürlich umso schöner, dass es jetzt noch mit der Goldmedaille geendet hat“, sagte Christina Wassen. Es war ihr erster Einzeltitel vom Turm. Im Vorkampf gelang ihr dabei mit 350,50 Punkten sogar eine neue persönliche Bestleistung, die sie in den folgenden Runden bestätigen konnte. „Mit einer Bestleistung habe ich vorher nicht gerechnet, das ist dann natürlich einfach super, dass es so gut geklappt hat“, sagte sie.
Womöglich lag es an den besonderen Umständen: Die Deutschen Meisterschaften der Wasserspringer*innen werden in diesem Jahr erstmals im Rahmen von „DIE FINALS 2021“ ausgetragen, die ganze Halle war zu diesem Anlass bunt geschmückt. „Das ist für uns wirklich schön, dass mal ein Wettkampf hier in Berlin so toll dekoriert wird. In dieser Atmosphäre zu springen, ist einfach viel besser als in einer leeren grauen Halle. Wir freuen uns ganz besonders, dass Wasserspringen hier mehr Aufmerksamkeit bekommt. Und wenn dann alles noch so toll aussieht, ist das natürlich ein schöner Pluspunkt für uns“, freute sich die Siegerin.
Nachdem Elena Wassen schon 2016 in Rio de Janeiro (BRA) Olympialuft schnupperte, werden die Schwestern bei den Spielen in Tokio (JPN/23. Juli - 08. August) nun höchstwahrscheinlich erstmals gemeinsam beim weltgrößten Sportereignis antreten. „Sie haben beide alle Kriterien für einen Vorschlag zur Olympianominierung erfüllt“, sagte Chef-Bundestrainer Lutz Buschkow. Die letzte Entscheidung hat allerdings immer der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB).
Barthel punktet mit Lieblingssprung, Eikermann im Verletzungspech
Im Turmspringen der Männer zeigte Timo Barthel (SV Halle) einmal mehr seine Klasse. Mit 498,25 Punkten sprang der 25-Jährige bis auf einen Punkt an seine Bestleistung heran, die er erst vor wenigen Wochen als Vierter bei den Europameisterschaften in Budapest (HUN) aufgestellt hatte, und sicherte sich damit ungefährdet seinen vierten deutschen Meistertitel nach 2017, 2018 und 2019. Zweiter wurde Lou Massenberg (Berliner TSC) mit 424,50 Punkten, Platz drei ging wie im Vorjahr an Vereinskollege Tom Waldsteiner (380,65).
„Ich konnte heute im Vorkampf und im Finale die Olympianorm springen und konnte mein Potenzial abrufen. Ich habe mir aber auch noch ein bisschen Luft gelassen im Hinblick auf Tokio, sodass ich dann vielleicht bei den Spielen nochmal meine Bestpunktzahl toppen kann“, sagte Barthel. Besonders stark präsentierte er sich im Finale bei seinem Lieblingssprung, dem 3,5-fachen Auerbachsalto gehockt, der ihm 102,00 Punkte einbrachte – die Maximalpunktzahl bei diesem Sprung. „Darauf bin ich sehr stolz. Das ist mir das letzte Mal 2015 bei den Deutschen Meisterschaften in Rostock gelungen, dass ich die 102 Punkte schaffe.“
Kurz vor dem Finale musste der Sieger allerdings noch einen kurzen Schreckmoment überstehen, als er sich beim Einspringen den Rücken stauchte. „Ich hatte schon Tränen in den Augen, weil ich dachte, mein Olympiatraum ist jetzt geplatzt. Dass ich jetzt danach trotzdem noch so eine Leistung erbracht habe, habe ich wirklich unserem Physiotherapeuten zu verdanken“, berichtete Barthel.
Der ebenfalls mit großen Ambitionen angetretene Jaden Eikermann (SV Neptun Aachen) hatte dagegen Pech: Bereits im Vorkampf verletzt er sich beim zweiten Sprung – er hatte in der Luft die Orientierung verloren und war heftig auf das Wasser aufgeschlagen. Zum Halbfinale und zum Finale konnte der 16-Jährige danach nicht mehr antreten. Er muss nun abwarten, wie der zweite Nominierungsvorschlag für die Olympischen Spiele durch die Bundestrainer ausfällt. „Timo Barthel an Position eins hat alle Nominierungskriterien erfüllt. Über die zweite Position werden wir am Sonntag in der Nominierungssitzung beraten“, erklärte Buschkow. Eikermann hatte als Siebter beim Weltcup den Quotenplatz für den Deutschen Schwimm-Verband e.V. (DSV) gesichert und auch bei der EM mit Platz sieben überzeugt.
Marie Pietruschka setzt Zeichen für die Olympia-Staffel
Drei nationalen Rekorden und ebenso vielen Normerfüllungen für die Olympischen Spiele in Tokio am Samstag ließen die Beckenschwimmer*innen des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) bei ihrem ersten Qualifikationswettkampf in Heidelberg auch am Ostersonntag Topleistungen folgen. Weitere Olympiatickets können aber erst bei weiteren Wettkämpfen in Magdeburg (10./11. April) und Berlin (16. - 18. April) gesichert werden. „Insgesamt war das nach der langen Pause ein richtig guter Einstieg in den Wettkampfalltag. Wir sind in der richtigen Richtung unterwegs und haben mit David Thomasberger und Fabian Schwingenschlögl zwei neue Finalkandidaten, schon in den nächsten Wochen geht aber sicherlich noch mehr“, sagte Bundestrainer Hannes Vitense.
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Nach dem deutschen Rekord über 200m Schmetterling am Vortag verbesserte David Thomasberger (SSG Leipzig) seine persönliche Bestzeit über 100m Schmetterling noch einmal deutlich auf 52,84 Sekunden. Zur Normerfüllung für Tokio (51,80) reichte das diesmal allerdings nicht. „Die 100m sind für mich ja nur eine Zubringerleistung, aber auch hier hat sich diese Verbesserung im Training der vergangenen Wochen ganz klar angedeutet“, sagte Thomasberger. „Und natürlich hoffe ich, das Ganze in Richtung Tokio dann noch einmal steigern zu können.“
Die Daumen drückte Thomasberger anschließend dann seinem Vereinskollegen und in Heidelberg auch Zimmernachbarn Marek Ulrich. Der 24-Jährige, der zwischendurch schon über zwei Jahre mit dem Leistungssport aufgehört hatte, stellte beim Sieg über 100m Rücken in 54,27 Sekunden seine vier Jahre alte Bestzeit ein und erfüllte auch die EM-Norm für Budapest im Mai – die Olympianorm (53,70) wird er aber in den nächsten beiden Wochen ebenso wie Ole Braunschweig (SG Neukölln/55,19) aber noch einmal angreifen. Braunschweig war schon im Dezember 53,66 geschwommen und hat sein Training nun voll und ganz auf die DSV Olympiaqualifikation Beckenschwimmen in Berlin (16. - 18. April) als Höhepunkt ausgerichtet.
Über 200m Freistil zeigte Marie Pietruschka (SSG Leipzig), dass man mit ihr in der Olympia-Staffel rechnen kann. Mit 1:58,33 Minuten verbesserte die 25-Jährige erneut ihre Bestzeit aus dem Vorjahr und ließ dabei Leonie Kullmann(SG Neukölln/1:59,30) und Annika Bruhn (Neckarsulmer Sport-Union/1:59,41) klar hinter sich. Als Favoritin auf einen Einzelstart (Norm hierfür: 1:57,20) gilt auf dieser Strecke übrigens Isabel Gose, die wie auch Reva Foos (SG Frankfurt) erst kommende Woche in Magdeburg (10./11. April) ins Geschehen eingreifen wird. Für die Erfüllung der DSV-Staffelnorm gilt es, in Addition der vier besten Zeiten 7:55,00 Minuten zu erreichen. Dafür sind die Frauen vor allem dank Pietruschka nun erst einmal auf einem guten Weg. Pietruschka und Kullmann erfüllten zudem die Norm für die EM in Budapest im Mai.
Kim Herkles Altersklassenrekord schürt Hoffnung
Mit dem Altersklassenrekord von 2:25,56 Minuten über 200m Brust setzte die erst 18 Jahre alte Kim Herkle (SV Cannstatt) ein weiteres Ausrufezeichen. Die Tokio-Norm liegt bei 2:24,90 und damit sogar ein Zehntel unter dem aktuellen deutschen Rekord. Den EM-Start in Budapest hat Kim Herkle nun bereits sicher, aber auch ein Olympiastart ist ihr in dieser rekordverdächtigen Form durchaus noch zuzutrauen. So oder so steht die Brustschwimmerin zweifellos erst am Beginn einer erfolgversprechenden Karriere.
Jessica Felsner (Aqua Köln) blieb in 25,25 Sekunden über 50m Freistil ebenfalls unter der EM-Norm (25,30), die Vorgabe für Tokio (24,75) scheint für sie erreichbar. Weiter ist der Weg jedoch für Junioren-Europameister Artem Selin (Nübad Flipper), der in 22,92 noch fast eine Sekunde über der Olympianorm (21,95) blieb.
Großen Dank sagen möchte der DSV an dieser Stelle beim Kampfgericht. Die Frauen und Männer verrichteten ihre Arbeit in Heidelberg gemäß Hygienekonzept diesmal durchgehend mit der obligatorischen Maske, was in der warmen Schwimmhallen-Luft nicht nur den Kreislauf herausforderte. „Wir wissen es sehr zu schätzen, dass uns all unsere Ehrenamtlichen und auch unser Ärzt*innenteam auch in dieser schwierigen Zeit so zuverlässig mit großem Einsatz zur Seite stehen. Unser Traum von Olympia hätte ohne diesen Enthusiasmus keine Chance“, betonte Bundestrainer Hannes Vitense.
Ihr Weg zur Spitze: Werden Sie Diplom-Trainer*in
Der Trainer*innen-A-Ausbildungslehrgang des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) hat bereits wertvolle Impulse gegeben. Nun geht es auf die nächste Stufe: Das Diplom-Trainer*innen-Studium an der Trainerakademie Köln des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) setzt neue Maßstäbe für Trainer*innen im Leistungssport.
Der 34. Ausbildungsjahrgang läuft vom 01. Oktober 2026 – 30. September 2029. Dieses Studium stellt die höchste Qualifikationsstufe im organisierten deutschen Sport dar und richtet sich an Personen, die im Leistungssport arbeiten, potentielle zukünftige Bundestrainer*innen, Landestrainer*innen und Mitarbeiter*innen an den Bundesstützpunkten, die ihre fachliche, methodische und wissenschaftliche Kompetenz auf ein neues Niveau heben möchten.
Die Ausbildung verbindet praxisorientierte Trainingsarbeit mit sportwissenschaftlichen Inhalten und fördert gezielt die Weiterentwicklung im Spitzen- und Nachwuchsleistungssport. Theorie und Praxis sind eng verzahnt, sodass Sie direkt aus dem Studium für Ihre tägliche Arbeit profitieren.
Was das Diplom-Trainer*innen-Studium auszeichnet
- Inhalte direkt aus den Praxisanforderungen moderner Trainer*innen im Leistungssport
- Lernaktivitäten abgestimmt auf erfahrene Leistungssport-Trainer*innen
- Nahtlose Verbindung von Theorie und beruflicher Praxis
- Sportartübergreifender Ansatz
- Expertenpool aus Wissenschaft, Forschung und Leistungssportpraxis
- Systematische Begleitung und intensive Betreuung während des gesamten Studiums
- Möglichkeit, einen B.A.-Abschluss innerhalb der dreijährigen Ausbildung zu erwerben
Bewerbungsverfahren
Interessierte Trainer*innen aus dem Schwimmsport bewerben sich zunächst beim DSV (Bewerbung an bildung@dsv.de, Betreff „Bewerbung Trainerakademie“). Nach interner Prüfung und Befürwortung wird die Bewerbung durch den DSV an die Trainerakademie Köln des DOSB weitergeleitet. Bewerbungsschluss beim DSV ist der 15. April 2026. Er ist so gewählt, dass eine fristgerechte Weiterleitung an die Trainerakademie gewährleistet werden kann.
Benötigte Unterlagen
- Anti-Doping-Erklärung (Formblatt ausgefüllt & unterschrieben)
- Ehrenkodex (Formblatt ausgefüllt & unterschrieben)
- Formblatt vom Spitzenverband ausgefüllt und unterschrieben (Formblatt Vorgesehener Einsatzbereich)
- Empfehlungsschreiben des Vereins, Landesverbandes oder Spitzenverband
- Digitales Passbild
- A-Lizenz des Fachverbandes
- Schulabschluss/Berufsabschluss (beglaubigte Kopie)
- Erweitertes polizeiliches Führungszeugnis (kann nachgereicht werden)
- Ärztliches Gesundheitszeugnis (max. sechs Monate alt,) auf dem die gesundheitliche Eignung für das Diplom-Trainer*innen- Studium attestiert ist (kann nachgereicht werden)
- ggf. Nachweis deutscher Sprachkenntnisse (B2/C1) für Bewerber*innen ohne deutsche Staatsbürgerschaft
Über die Zulassung entscheidet die Zulassungskommission der Trainerakademie Köln. Weitere Informationen zum Studium finden Sie hier: https://www.trainerakademie-koeln.de/studium.
Wir freuen uns auf qualifizierte Bewerbungen aus unseren Landesverbänden und Bundesstützpunkten.
