Gold-Coup in Paris: Lou Massenberg und Jonathan Schauer erleben den perfekten Abend

Lou Massenberg (l.) und Jonathan Schauer holen Synchron-Gold vom 3m-Brett ©Jo Kleindl
- 03.08.2026
Es war einer dieser Tage, an dem einfach alles zusammenpasste, nicht nur sportlich. Sogar das Wetter spielte mit – golden leuchtete der Abendhimmel über dem Pariser Centre Olympique Aquatique und hüllte den Auftritt der deutschen Wasserspringer in die passenden Farben. Mit ihrem vor allem in dieser Souveränität völlig unerwarteten Sieg im 3m-Synchronspringen bescherten Lou Massenberg und Jonathan Schauer (beide SV Halle) dem Deutschen Schwimm-Verband e.V. (DSV) den nächsten Titel in der französischen Hauptstadt. Mit 423,84 Punkten lagen sie am Montag deutlich vor Evgenii Kuznetsov und Nikita Shleikher (NAB/408,99) sowie Stefano Belotti und Matteo Santoro (ITA/386,07).
Als „surreal“ bezeichnete Schauer den Gold-Coup, „da werde ich wahrscheinlich erst mal eine Nacht drüber schlafen müssen, um das wirklich zu kapieren.“ Immerhin war es die erste gemeinsame Saison für das Hallenser Paar auf internationaler Ebene. Auch Massenberg sprach von einem „perfekten Abend“. Geträumt hätten sie von einer Medaille, „weil wir auch beim Weltcup in Montreal schon gesehen haben, dass wir dazugehören und dass wir da mitspringen können, vor allem auf europäischer Ebene. Aber wir wussten auch, dass das Feld hier wirklich sehr eng ist und alle da sind, weil das eben der Jahreshöhepunkt ist. Dass wir dann hier die anderen Favoriten ausschalten und uns durchsetzen, ist einfach geil.“
Perfekte Synchronität und eiskalte Nerven als Erfolgsrezept
Bereits im vergangenen Jahr hatte bei der EM mit Moritz Wesemann und Timo Barthel ein deutsches Synchronpaar triumphiert – auch sie starten beide für den SV Halle. Der Titel bleibt damit also nicht nur im Lande, sondern sogar im gleichen Verein. Massenberg war im vergangenen Jahr an den dortigen Stützpunkt gewechselt, seitdem können sie täglich zusammen trainieren, was sich auch in Paris in einer beeindruckenden Synchronität bemerkbar machte. „Das ist unser großer Vorteil“ meinte Schauer. Schon recht früh im Verlauf des Abends lagen die Deutschen damit aussichtsreich im Rennen; während die Konkurrenz reihenweise patzte, zeigten sie sich von der großen Bühne scheinbar völlig unbeeindruckt und übernahmen so bereits zur Halbzeit des Wettkampfs die Führung, die sie in der Folge beständig ausbauten.
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Trotzdem wollte insbesondere Jonathan Schauer noch nicht zu früh jubeln. Immer wieder deutete er während des Wettkampfes auf seinen Kopf, so als wolle er ausdrücken: Nerven bewahren! Eine Lehre vom diesjährigen Weltcup in Montreal (CAN): „Da haben wir uns nach dem vierten Sprung, dem dreieinhalb Delfin, ein bisschen zu doll gefreut, und dann sind danach ein paar Fehler passiert, die so nicht hätten passieren sollen. Deswegen habe ich auf den Kopf gezeigt, um zu sagen: Alles Kopfsache! Chill, damit wir fokussiert bleiben und nicht noch mal so Fehler passieren. Ich denke, das haben wir recht gut geschafft.“
Gold in einer olympischen Disziplin ist doppelt schön
Für den 21-Jährigen war es die erste internationale Medaille in der offenen Klasse. Der vier Jahre ältere Massenberg hat dagegen schon mehrere EM-Titel im Mixed sowie im Teamwettbewerb zu Buche stehen. Dieses Gold von Paris ist aber auch für ihn noch einmal besonders wertvoll. „Das war jetzt in einer olympischen Disziplin. Das war seit Jahren das Ziel, und dafür habe ich den besten Partner an meiner Seite“, sagte er. „Wir haben uns heute gegenseitig durchgepusht, sind ruhig geblieben und haben abgerufen, was wir konnten. Gold ist die Krönung.“














